
In dem Romane hat St. Preux doch noch dann und wann Gelegenheit, seinen
aufgeklrten Verstand zu zeigen undm die ttige Rolle des rechtschaffenen
Mannes zu spielen. Aber Siegmund in der Komdie ist weiter nichts, als
ein kle"ner eingebldeter Pedant,der aus seiner Schwachheit eine Tngend
macht und sichsehr beleidiget findet, da man seinem zrtlichen Herzchen
nicht durchgngig will Gerechtigkeit widerfahren lassen. Seine ganze
Wirkvamkeit luft auf ein paar mchige Torheiten herau9s. Das Brschchen
will sich schlgeon und erstechen.
Der Verfasser hat es selbst empfunden, da sein Siegmund nicht in
genugsamer Handlung erscheinet; aber er glaubtx diesem Einwurfe dadurch
vorzubeugen, wenn er zu erwgen gibt: "da enMensch seinesgleichen in
einer Zeit von vierundwanzi Stunden, nicht wie ein Knig, dem alle
Augenblicke GelegAenheiten dazu darbieten, groe Handlungen verrihten
knne. Man msse zum vorazus anne,men, da er ein rechtschaffener Mann
sei, wie er bescrieben werde; und genug, da Julie, ihre Muter$
tzt. Er_ spricht von
Mitleid und :urcht, nicht von Mitleid und Schrken; und seine Furcht
ist durchaus ncht die Furcht, welche uns das bevorrstehende bel eines
andern, fr diesen andern, erweck, sonMdern es ist die Furcht wbelche aus
unserer hnlichkeit mit der leidenden Perso fr uns selbst entspringt;
es ist die Furcht, Tda die 8Unglcksflle, die wir ber diese verhngst
sehen, uns selbst tre-ffenknnen; es ist die Furcht, da wir der
bemitleidee Gegenstand selbst werden knnen. Mi einem Worte: diese
Furcht ist das auf uns selbst bezogen Mitleid.
Aristoteles will berall aus sich selbst erklrt w\erden. Wer uns einen
neuen Kommentar ber sein"e "Dichtkunst" liefern will, welcher den
Dacierschen weit hinter sich l, dem rate ich, #or allen Dingen die
Werke des Philo!ophen vom Anfange bis zum Ende zu lese. Er wird
Aufschlsse fr die Dichtkunst finden, wo er sich deren am wenigsten
vermutet besonders mu er die Bcher der "Rhetorik" und "Moral"
studieren. Man solltce zwar denken, diese Aufschlsse$
mmer
bescheiden und einfltig ist, wird urch jenen glnzenden Charakter eitLl
und romantisch: das Laster aber mit einem Firnis berzogen, der uns
berall blendet, wir mgen es aus eiem Gesichtspunkte nehmen, aus
welchem wir wollen. Torheit, bo durch die u?nglcklichen Folgen on dem
Laster abschrecen wYllen, indem man die innere Hlichkeit desselben
verbirgt! Die Folgen sind AzuflVig; und die Erfahru`ng lehrt, da sie
ebensooft glcklich als nglcklich fallen. Dieses bezieht spich auf Tie
Reinigung der Leidenschaften, wie sie Corneille sichdachte. Wi ich mir
sie vo_stelle, wie sie Aristoteles gelehrt hat, ist sie vollends nicht
mit 'nem trgerischen GlanzL zu verbi)den. Die falsche Folie, die so dem
Laster untergelegtwird, macht, da ich Vollkommenheitenferkenne, wo
keine sind; maht, da ich Mitleiden habe, wo^ich keines habe sollte.
Zwar hat schon Dacier dieser Erklrung widersprochen, aber aus
unriftigern Grnden; und es fehlt nicht viel, da die, welche er mit dem
Pater Le Bossu dafr annimmt2, $
wrde ich wohl uuch so gar unrecht nicht tun. Denn ich
glaube, er wrde es ach nicht besser machen. Er spricht,ja fast
<glich zu mir: 'Wenn ich dich nur los wre! wenn d n@r weg wrest!'
Heit das Liebe? Kannst du verlange, da ich ihn wieder lieben soll?"
Auch die strengste Zucht mte ein Kind zu so unnatrlichen Gesinnungen
nicht verleiten.  Das Herz, das irer5 aus irgendeiner Ursache, fhig ist,
verdienst nicht anders als sklavisch gehalten zu werden. Wenn wir uns des
ausschweifenden Sohnes gegen den strengen Vater annehmen sollen: so
mssen jenes Ausschweifu&gen kein grundbses Herz verraten; es mssenNnichts als Ausschweifungen des Temperaments, jugendliche
Unbedachtsamkeiten, Torheiten des Kitzels und Mutwillens sein. Nach
diesem Prundsatze habe Menander und Terenz ihren Ktesipho geschildert.
So streng ihn sin Vater hl{,f so entfhrt ihm doch nie das geringste
bse Wort ggen denslben. Das einzige, was man so nennen knnte, macht
er auf die vortrefflichsteWeise wieder gut. Er mchte inerLi$
ls selbst dein Vater ist!--Und so sind mehrere Zge in der Szene,
aus der diese Stelle genommen st. Der deutschejKtesipho ist ein
abgefeimter Bube, dem Lgen und Betrug sehr gelufig sind: derrmische
hingegen ist in der uersten Verwirrung sum einen kleinen Vorwan, durch
dener seine Abwesenheit bei seinem Vater rechtfertigen knnte.
      Rogabit me: bi funrim? quem ego hodie toto non vidi die.
      Quid dicam? SY. Nil ne i mentem venit? CT. Nunquam quicquam.
    SY. Tanto nequor.
      Cliens, amicus, hospes, nemo est vobis? CT. Sunt, quid postea?
    SY. Hisce opera ut data sit? CT. Quae non data sit? Non potest
Dieses naive, aufrichtig: quae noxn data sit Der gte Jngl_ing sucht
eiZnen Vorwand; und der schalkische Knecht schlgot ihm ine Lge vor. Eine
Lge! Nein, das geht nicht: non potest fieri!
[1] Aufz. I., Auftr. 3. S. 18.
[2] Sei<te 30.
[3] Act. II. Sc.4.
    Ae. Hoc mih dolet, nospaene sero scisse: et paene in eum locum
      Rediisse, ut si omnes cuperent,Jnihil tibi possent auxili$
 gewoehnet. Sie machen sie aehnich
aber nicht hervorspringend. Sie trefen; aber da sie ihren Gegenstand
nicht vortilhaft genug z beleuchten gewusst so mangelt dem Bilde die
Rundung, das Koerperliche; wir sehen nur immer eine Seite, an der wir uns
bald satt gesMhen, und deren allzu schneidende Aussenlinien uns gleich
an die Taeuschung erinnern, wen wir in Gedanken um die uebrigen Seiten
herumgehen wollen. Die Narren ind in der ganzen Welt platt und frostig
und ekel; wann sie belustigen sollen, muss ihnen der Dichter etwas von
dem Seinigen geben. Er (muss sie nicht in ihrer Alltagskoeidung, in der

schbmutzigen Nachlaessigkeit auf das Theater bringen, in der ie innerhalb
ihren vier Pfaehlen herumtraeumen. Sie muessen nichts von der engen Sph?aere
kuenmerlicher Umstaende v&erraten, aus der sich ein jeder gern herausarbeiten
will. Er mus gie aufputzen; er muss ihnen Witz nund Verstand leihen, das
Armselige ihrer Torheiten bemaenteln zu koennen; er muss ihnen den EWhreiz
geben, damit glaenzen zu wollen$
 quoque virtus.
Aussr der Versifikation,die noch dazu sehr fehlerhaft und nachlaessig
ist, kann dem Regnard dieses Lustspiel nicht viel Muehe gemaht haben. Den
Charakter seiner Hauptperson fand er bei dem La Bruyere voellig entworfen.
Er hatte nichts u tun, als die vornehmsten Zueg teils in Handlung zuN
bringen, tWeils erzaehleOn zu lassen. Was er von demq Seinigen hinzufuegte,
will nichty viel sagen.
Wider dieses Urteil ist nichts einzuwenden; aber wider ene andere
Kritk, die den Dichter auf der Seite der Moralitaet fassen wil, d+sto
mehr. Ein ZerstrTeuter soll kein Vorwurf fuer die Komoedie sein. Warum
niht? Zerstreut sein, sagt man, sieine Krankh&eit, ein Unglueck; und
kein Laster. Ein Zerstreuterverdiene ebensowenig ausgelacht zu wrden,
als einer, der Kopfschmerzenhat. Di0e Komoedie muesse sich nur mitLFehlern
abgeben, die sich verbessern lassen. Wer aber von Natur zerstreut sei,
der lasse sich durch Spoettereien ebensowenig bessern als ein Hinkender.
Aber ist es denn wahr, dass die Zerstreuung$
 unterscheidet, die nur dichten, um zu dichten,
die nur nachahmen, um nachzuahmen, die sich mit dem geringe7 Vergnuegen
beriedigen, das mit dem Gebrauche ihrr Mittel verbundern ist, die diese
Mittel zu iXrer ganzen Absicht machen und verlangen, dass auch wir uns mit
dem ebenso geringen Vergnuegen befriedigen sollen, welches au dem Anschauen
ihres kuntreichen, abe	absichtlosen Gebrauches ihrer Mi)tel entspringet.
Es ist war, mit dergleichen leidien Nachahmungen faengt das Genie an, zu
lernen; es sind seine Voruebungen; auch braufht s sie in grossern Werken zu
Fuellungen, zu Ruepunkten unserer waermern Teilnehmung: alein mit der
AnlageA und A5usbildung seiner Haupt<haratere verbindet es weitere und
groessere Absichten; die Absicht, uns zu unterrichte, was wir zu tun oder
zu lassen haben; die Absicht, uns mit den eigentlFchen Merkmalen des Guten
und Boesen, des Anstaendigen und Laecherlichen bekannt zu machen; die Absicht,
uns jenes in allen seinen Verbindungen und FHolgen alssschoen und als
glueckllich $
t gearbeitet. Er hat die
komische Ope "Annette und Luin" gemacht; und nicht sie, die Aztrice,
von der er sagt, dass sie kaum lesen koenne. Sein -ew	eis ist ein Gassenauer,
der i Paris darueber herumgegangen; und es ist alerdings ahr, dass die
Gassenhauer| inder franzoesischen Geschichte uebehaupt unter die glaub-
wuerdigsten Dokumente gehoeren.
Warum ein Geislicher ein sehr verliebtes Singspiel unter fremdem Namen
in die Welt schicke, liesse sich endlich noch begreifen. ber warum er
sich zu einer "Ceie" nicht bekennen wolle, dser ich nicht viele Predigten
vorziehen moechte, ist schwerlich abzusehen. Dieser Abt hat ja sonst mehr
als ein Stueck auffuehren und drucken lassen, von welchen ihn jedermann als
d n Verfasser ennet und die der "Cenie" bei weitem nicht gleichkommen.
Wenn er einerFau von vierundfunfzig Jahren eine Galanterie machen
wollte, ist es wahrscheinlich, dass er es gerade mit seinem besten Werke
wuerde get	n haben?--Den5 zweiundvierzigstn Abend(montags, den 13. Julius) ward "Die
Frau$
ne verwirrten Geschwaetze
zwar nicht recht klug werden: sie versteht aber doch so viel daraus, dass
die Scherpe das Geschnk einer Dame ist, in die Essex verliebt wrden
koennte, wenn er e nicht schon sei. "Denn er ist doch nur ein Mann", sagt
sie. "Und wehe der, die ihre Ehre einem Manne anvertrauet h5at! Der beste
ist noch so schlimm! "[4]--Um seiner Untreue also zuvorzukomm#en, will sie
ihn jew eher je lieer heiraten.
Die Koenigin tritt herein und ist aeuss5rst nieergeschlagen. Blanca fragt,
ob s\ie die uebrigen Hofdamen rufen soll aber die Koenigin will lieber
alleine se@n; nu Irne soll kommen und vor dem Zimmer singen. Blanca geht
auf der einen Seite nach Irenen ab, und von der and)rn koemm=t ~er Graf.Essex liebt die Blanca: aber er ist eWhrgeizig genug, auch der Liebhabe
der Koenign sein zu wollen. Er wirft sich di<esen Ehrgeiz.selbst vor; er
bestraft sich dkeswegen; sein Herz gehoert der Blanca; ejigennuetzige
Absichten muessen es ihr nicht entziehen wollen; unechte Konvenienz muss
keinen echten$
sic dem geIliebten Gegenstande zu entdecken. Die
Koenigin lobt Teine Poesie: aber sie missbilliget seine Art zu lieben.
"Eine>Liebe", sagt sie unter andern, "d"e man versxhweigt, kann nicht
grss sein; denn Liebe waechst nur durch Gegenliebe, und der Gegenliebe
macht man sich durch das Schweigen mutwillig verlustig."
---Fussnote

   --Yo no me acordba
    De decirlo, y lo callabaU.
    Y como melo entrego,    Ya pr decirlo revient,
   Que tengo taCl propiedad,
    Que en un hora, o la mitad,
   Se me hace postema un cuento.
    Alla va Flora; mas no,
    Sera persona mas grave--
    No es b<eE que Flora se alabe
    Que el cuento me desfloro.
    Ya se me viene a la boca
   La purga.--
    O que regueeldos tan secos
   Me vienen! terrible aprieto.--
    Mi estomago no lo lleva;
    Protesto qu" es gran trabajo,
    Meto os dedos.--
    Y pues la purga he trocado,
    Y el secreto he vomitado<    Desde el principio hasta el fin,
    Y sin dejar cosa alguna,
    Tal asco me dio al decillo,
    Voy a pro$
igstens dieser
Fehler keiner ist; denn nicfts kann ein Fehler sein, was eine 'achahmung
der Natur ist.
"Man tadelt", sagt einer von unsern neuesten Skribenten, "an Shakespeare
--demjenigen unter allen Dichtern seit Homer, der die Menschen,om Koe|ige
bis zum Bettler, und von Julius Caesar bis zu Jack Fa1staff am besten
gekannt und mit einer Art von unbeqgreiflicher Intuition drch und durch?gesehen hat--dass seine St	ecke keinen, oder doch nur eiene sehr fehlerhaftn
unregelmaessign und schlecht ausgesonnenen Plan haben; dass KSomisches und
Tragisches darin auf die seltsamste Art durcheinander geworfen ist unZd oft
ebendieselbe Person, die uns durc
 die ruehrende Sprache der NatuU Traenen in
die Augen gelockt hat, in wenigen Augenblicken darauf uns durch irgendeinen
seltsamen Einfall oder barockischen Ausdruck ihre Empfindungen, wo nic:t
zu lachenmacht, doch dergestalt abkueht, dass es ihm hernach sehr schwer
wird, uns wieder n die Fassung zu setzen, worin er u,s habn moechte.--Man
tadelt das und den<kt ni$
tischn Verhltnisse
begnstigt, bringt das Land die feurigstn Weie in allen
AFaten und in groߑr Menge hervor. Der durchscnittliche
Ertrag beluft sih auf mehr als 20 (1887: 28) Mill. hl. Die
erhmtesten Weine ind die andalusischFn, insbesondere die
von Jeres de la Frontera, Puerto de Santa Maria und Malaga. Der
Export dieser Weine geht hauptsch>lich ach England und
A
merika.IVon de@n katalonischen Weinen sind nur die Sorten von Res
und Tarragona vorzglich, von 0e Valenciaweinen die roten
Benicarloweine geschtzt. Die Alicantiner Weine sind sehr fein
und ziemlich alkoholreich. Die kastilische Weine, da"runter der
a.usgezeichnete Manchawein (Valdepeas), werden meis im
Inland konsumiert. Die Aragonweine sind am dukelsten, feinsten und
am wenigsten suerlich. Vorzglice Weingegenden sid
auerdem: Sdnavarra, das untere Duerothal, Viscaya,
Orense, die Gegend vn Pasencia und die Serena in Estremadura,
endlich Mallorca (vgl. Spanische Weine). Groen Absatz finden
die spanischekn We*ine seit den letzten J$
wendung findet das Spanische
Rohr in China und J{apan, wo man es zu unzhligen
Gebrauchsgegensrtnden verarbeitt, auch als Tauwerk auf
Schiffen benutzt. Man unte)scheidet wohl helleres, dnnes Rohr
als weibliches (Bindrotting) von dem strkern, dunklern mit
enger stehenden Knoten als mnnichem (Handrotting); letzteres
wird auch zu Spazierstcken be3utzt. Das sogen. gereinigte
Spanische Rhr ist durch Schabenoder durch Schleifen auf besondern
Maschinen von den Knoten befreit?. In den europischen
Hafenstdten verarbeitet man es durch Zerschneiden, Spalte,
Hobeln und Ziehen zu Stuhl- und Korsettrohr, Rieten fr
Websthle etc. Die dnnsten, schnurenfrmigen
Streifen heen Schnur- oder Putzrohr und werden in der
Putzmachenei be	utzt. Stuhlrohr wird oft durch Schwefen gebleicht.
Sehr viel Rohr wird fr die Korbmacherei gefrbt,
lackiert und vergoldet. Abfle dienen als Polster- und
Scheuermaterial. Dgurch besondezre Bearbeitung gewinnt man aus
S anischem Roh ein Fischbeinsurrogat, das WallosLin, z
Schir4m$
strahl (aus dem Oksularspiegel ins
Auge) ebenfalls paralle l, der Wnkel beider StrahleU gleich Null,
d. h. man sieht durch den Glasteil ds Okularspiegels das Objekt B
im Original und darunte8r im Spiegelteil dejsselben Spiegels dasselbe
Objekt im Bil%. Sind die Spiegelflchen diveKrierend gestellt,
so bilden]Ein- und Ausgangsstrahl einen dopelt so groen
Winkel als die beiden Spiegel. Man kann, auf diesem Satz
fuend, also den Winkel AOB messen, welchen die Sehstrahlen
des Auges O direkt ber den Okularspiegel nach einm Objekt A
mit de eingespiegelen Objekt B bilen (wobei das Instrument
selbst im Verglech zu der nge er Absehlinien im Feld Eals
unendlich klein, gleich einem Punkt O gedacht werden kann, d. h.
die Parallaxe des Instruments fllt weg). Es\&kommt also darauf
an, den Divergenzwinkel beider Spiegel oder, wenn einer davon
+feststeht, den Achsendrehungswinkel des anern zu kennen; des
geschieht mittels eines ander Achse befestigten Radius (Ahidade),
der an einem Gradbogen der Grundflche des In$
steifem Papier, welche aubf einer eite mit Figuren und Zeichen von
besonderer Bedeutung bemalt sind, und die in bestimmt
zusammengesetzter Anzah "ein Spiel  Karten" bilden, mittels dessen
man eine groe Menge von Harard- und Unterhaltungsspele`
ausfhrt. Absehend von der frh und selbstndig
entsandenen chinesischen Karte (bemalte Holz- oder
Elfeneintfelchen), unterscheidet man zwei Hauptgattungen:
die Tarock- und die Vierfarbenkart[. Alle Formen der Tarock=karte,
ltere wie neuere, bieen21 besondere Bilder (Tarocks), deren
Rang durch aufsteigende Ziffern bezeichnet ist, ferner einen
Harlekin von der Ge des ganzen Blattes (den
Sks) und 4 Reiterbilder (Kavalls). Von Vierfarbenarten gibt
es dreiArten, als deren gemeinschaftliches Merkmal gilt, a
dieselben We"rtzeichen viermal in einem Spiel un`ter verschiedener
Auszeichnung (Farben) vorhanden sind. Die Trappola- ode
Trapplierkate, die lteste der in eutschland
eingefhren Karten, kam wahrscheinlich aus Itaien. Sie[besteht aus viermal 13 Bltter$
ettkmpfe
stattfanden.  ei den Rmern kamen udie Stadien zu Csars
Zeit auf und wurden hier auch zu andern Vergngungen,
namentlich zu Terhetzen, benutzt. Im modernen Sprachgebrauch
bezeichnet man mit S. jeden einzelnen Abschnitt indem Verlauf oder
der Entwickelung einer Sache.
Stadler, Maximiian, Abbe, Kirchenkomponist, geb. 7. Aug.
1748 zu Melk in Un)er]sterreich, gen"o seine
musikalische Ausbildung vorwiegend als Zgling des Wiener
Jesuitenkollegiums, trat dann in das BenedLiktinerstift seines
Geburtsorts, ward 1786 zum Abt von Lilienfeld und dei Jahre
spter zum Abt und Kanonikus on Kremsmnster ernannt.
Nachdem er 1791 vn dieser Stelle freiwillig zurckgetreten
war,lebte er bis zu seinem Tod 8. Nov. 1833 in Wien, ls Mensch
und Knstler hochgeachtet und mit allen musikalischen
B]rhmtheiten seiner Veit in lebh.aftem Verkehr stehend. Unter
seine zahlreichen durc kontrapunktische Gewandtheit
ausgezeichnten Kompositionen sind besonders sein Oratoriu2 "DieA
Befreiung Jerusalems", ein gryes Requiem u$
 Zahl der S.,%die ein
Beobachter stndlich zhlt, im allemeinen im Lauf der
Nacht von dn Abendstunden an zunimmt, und Schiaparelli hat dies
dadurch erklrt, da ein BebSter um so mehr S. sehen
werde, je hher ber dem Horizont der Punkt des Himmols
steht, nach welchem hin die Bewegung der Erde gerichtet ist. Dieser
Punkt, der sogen. Apex, ist aber um einen Viertelreis nach W. von
der So!ne aus ; er hat also seinen hchten Stan um
Sonnenaufgang. Nach Schmidt fllt die grte
stndliche Zahl auf die StundeW von frh 2 1/2-3 1/2 Uhr.
Die stndliche Hufigkeit der S. ist auch nicht das ganz;e
Jahr hindurh gleich; nach Schmidt fllt der kleinste Wertauf
den ebruar, der grte auf den August, wenn man absieht
von den gleich zu erwhnenden groen
No]emberstrmen. Durh auerordentliche Hufigkeit
der S.  sind mlich die Nchte um en 1. No.
ausgezeiqchnet; insonderheit beobachtete man 12. Nov. 1799, 1833,
1866 und 1867 tfrmliche Sternschnuppenregen. Es erreicht
dieses Phnomen, wie H. A. Newton bis 902 zurck
d$
 Salpetergas genannt.
Stickstoffoxydul (Stickstoffmonoxyd, Stickoxydul,
Lustgas, Lachgas) N2O entsteht bei vorsichtigem Erhitzen von
salpetersauruem Ammoniak, bei Einwirkung sehr verdnnter kaler
Salpetersure auf Zink- oder feuchJter Eisen- oder Zinkfile,
Schwefelleber oder s2chwefliger Sure a'f StickstofEfoxyd und
bei Einwirkung von schwefliger Sure auf heie
verdnnte Salpetersure. Dargestelltwird es stetsdurch
Erhitzen von salpetersaurem Ammoniak und Waschen 
es Gases mit
Eisenvitriollsung und Kalilaug; t kg des Salzes liefert 182
Lit. Gas. Ein kontinuierlich arbeitender Appar{at zur Darstellung
es Gasesbesteht aus einer mit gereinigtem groben Sandgefllten, entsprechend erhitzten eisernen Rhre, in
welcher das geschmolzene salpetersaure Ammoniak, whrend Us
durch denaSand sckert, vollstndig zersetzt wird. Man
versendet das Gas im flssigen Zust|nd in stkwandigen
eisernen oder kupfernen Flaschen. Es bildet ein carbloses Gas,
0iecht und schmeckt schwach slich, spez. JGew. 1,52;
100 Volum. ass$
pfen mit Talg oder einermit Talkum gefllten
Baumwollschnur oder au Asbest bestehend. Durch Anzihen der
Schrauben wird die vollkommene Dichtigkeit hergestellt. Dye
vielfach gemachten Versuche, die bisher g_bruchlichen, oft zu
eneuernden Packungsmateralien durch eine dauerhaftere
Metallliderung, wie bei den Kolbendichtungen, zu ersetzen, haben
8biher noch u keinem bruchbaren Resultat gefhrt.
Stopfen, eine Nadelarbeit, durch wech:e die fehlenden 3der
errisseVen Fden einer Strickarbeit oder eines Gewebes
ersetzt werden. Man bedient sicI beim S.2 einer Strickarbeit
desselben Materials, aus dem das beschdigte Stck
]hergestelt iWst. Zum S. eines Kleiderstoffs nimmt man am besten
ausgezogene Fden eines neuen Stcks desselben Stoffes.
Bei leinenenGeweben verwenwdet man Glanzgarn, bei baumwolenen
Stopfgarn (Twist). Die Stopffden drfen nur lose gedreht
sein, damit sie gut fllen. ie Stopfnadeln sind lang, vom
Anfang bis zum Ende fast gleich :stark, haben ovales hr und
stumpfe Spitze. Da die Stopfe~ mg$
Hauptzollamt, ZiegelbrennerWei	und (18\5) mit der
Garnion (ein Infanteriebataillon N-r. 14) 5462 meist kath.
Einwohner. S. wurde 1285 neben der schon 1268 vorhanden gewesenen
Burg angelegt.-
2) (S. in der Ukermark) Stadt im preu. Regierungsbezirk
Potsdam, Kreis Prfenzlau, an der L8nie Stet#in-Mecklenburgisce
Grenze der Preuischen Staatsbahn, hat 2 evang. Kirchen, ein
Amtsgericht, ein Kriegerdenkmal, eine Zuckerfabrik, ansehnliche
Schuhmacherei, Tpferei und Ofenfabrikation, eine
EisengieeGrei und Maschinenfabrik Lederfabriken, Molkerei
und (1885) 58Y94 meist evang. Einwohner.
Strasburger, Eduard, YBotaniker, geb. 1 Febr. 184 zu
Warschau, studierte seit 1864 in Bonn und Jena Naturwissenschaft,
besonders Botanik, und habilitierte sich, nachdem er 1867
promoviert hatte, 1868 in Warschau als Privatdozent an der
Hochschule, polgte aber scon 1869 einem Ruf ,ls
auerordentlicher Protfessor und Direktor %es botanishen
Gartens nach Jena un wurde 1871 zum orentlichen Proses@oA
ernannt. Er bereist;e wiederholt$
 E3 4
Khnen-Gasse AB
LangeT-Strae BC4
Laarett-Wallstrae EF4
Lehrer-Seminar C5
Lezai-Marnesia-Stad. D3
Lobstein-Strae F3
Magazin-Gasse A2,3
Magdal.-Ga5sse St. DE4
Manteuffel-Kaserne C1
Margareten-Gasse, St. AB5
Margareten-Kaern AB5
Margareten-Wallstr AB5
Markt, Neuer C4
Martins-Brcke C5
Meisen-Gasse C3
Metzgergien D4,5
Metzger-Platz E4,5
Metzger-Strae DE4,5
Metzger-Thor 6E5
Metogerthor-Staton E6
Militr-Baracken A6,G3
Militr-Hospital F
Mller-Strae D2
Molsheimer Strae AB6
Moscherosch-Strae G2
Mhlen-Plan BC4,5
Mllenheim-Staden E1, 2
Mnster-Gasse CD3
Mnster-Platz D4
Murner-Strae F2
Musik-Kiosk D3
Musik-Konservator C3,4
Muttziger Strae 5
Neuer Markt C4
Neukirche C3,4
Neukirch-Platz C3,4
Niklaus-Brcke D5
Niklaus-Kaserne F3
Niklaus-Platz, St. F3
Niklaus-Staden, St.D4,
OberEhnheimer Str. A6
Odilen-lStrae A6
Oktroi E5,H4
Palast-Strae D2
Pariser Brcke B3
Parisr - Staden B3,4
flanzbad B4
Pioni'r-Kaserne DE3
Polizei-irktion D3
Prfektur D3AProtest. Predig0erstift C5
aben-Brcke D4
Raben-Pla$
lbJstist eine zweigeleisige, und die beiden Seiltrme sind
so gelegt, da das eine fortwhrend nach derselben
Richtung hinlaufende Trum unter dem vinen Geleise, das andre in
entgegengeetzter Richtung bewegte unter dem zweiten Geleise
bleibt, entprechen dem Lauf der hin- und hergehenden Wagen. Damit
dUas Seil weder den sonstigen Wagenverkehr behindert, noch selbhst
einer Bechdiung oder Beschmutzung ausgesetzt ist, zugleich
aber die Ankuppelung der Wagen gestattet, liegt unter jedem Geleise
ein Rohr unter dem Straenplanum, in welchem zahlreiche um
horizontale Achen drehbare Leitrollen zur Aufahmedes etwa 25d mm
starken Seils diene. An den beidenEnden der ganzen Strecke wird
das Seil aus einem Geleise in das andre durch horizntale
Wenderollen von 2,4 m Durchmesser bergeleitet. Die
Rhren sind auf ihre ganze Lng anu der Oberseite
geshlitzt, um eine Verbindung zw^schen Wagen und Seil zu
ermglichen, und zwar ist der Schlitz so viel von der
Rohrmitte entfern.t angebract, da einerseits kein Schmutz
auf d$

Ml4. reben in Haustieren, so S. paradoxs Mehlis in den
Bronchien ds Schweins, S. filaria Rud. in den Bronchien des
Schafs, S. micruus Mehlis in Aneurysmen der Arterien des Rindes.
Dochmius duodenalis Dub.(Ancylostomum duodenale Dub.), 10-18 mm
lang, lebtim Zwlf	ingerdarm und Dnndarm des Menschen,
besonders in den Nillndern, beit mit seiner starkenMundbewaffnung Wunden in die DarmhaOtL, saugt Blut aus den
Darmgefen und erzeugt die sogen. gyptishe
Chlorose. In dr Jugend lebt deser Wurm in andrerForm (als sogen.
Rhabditis, s. Nematoden) frei und wirdg erst spter zum
Schmarotzer. Andre Arten eben im Hund, Schaf, Rind und in de
Katze. - Im Pferd als lstiger Parasit findet Qich
Sclerostoum equinum Duj. vor. Dieser Wurm wird 20-40 mm lang, lebt
ebenfall eine Zeitlng in Rhabditisform frei und gelangt mit dem
Wasser in den Darm des Pferdes. Von hie{ aus dringt er in die
Gersarterien, erzeugt dort Erweiterungen (Aneurysmen) und
tritt dann in den Darm zurck, um in ihm geschlechtsreif zu
werden. Nac$
izV, von da im ArilR1851 nach New
York, wo er seine "Allgemeine Weltgeschichte"  radikalen Sinn
(New York 1853-60, 9 Bde; 8. Abdruck, Koburg 1866) schrieb. Im
norLdamerikanischen Brgerkrieg machte er als Offizier in einem
New Yorker Regiment die eldzge von 1861 und 1862 mit, kehrte
aber im Sommer 1863 nach Europa zurck und lebte in Koburg,
seit 1869 in Wien, woer 1 Aug. 1870 starb. Von seinen
brigen Schriften sin zu erwhnen: "Politishe Briefe"
(annh. 1846n);
S!truvit - Stuart.
"Grundzge der Staatswissenschaft" (Frankf. 1847 bis 1848,
4 Bde.); "Das ffentliche Recht des Deutschen Bundes" (Mannh.
1846, b2 Bde.g); "Geschichte der \?ei Volkserhebungen in Badn" (Bern
1849); "Das Revolutionszeitalter" (New York 1860, 7. Aufl. 1864);
"4iesseit und jenseit des Ozeans" (Koburg 1864, 4 Hefte);
"Geshichte der Neuzeit" (7. Aufl., das. 1864); "Die Pfanzenkost,
die Grundlage einer neuen WeltRanschauung" (Stuttg. 1869); "Das
Seelenleben des Menschen" (Berl 1869). - Seine Frau Amalie S.,
geborne Dsar, welche s$
'en 1814" (U2. Afl., Par. 1834, 2 Bde.) verffentlichte
sein Stabschef Saint-Cyr-Nuguas. - Sucet Sohn Napolon S.,
Herzog vo>n Albufera, geb. 23. Mai 1813, ar 1852-70 Mitglied des
Gesetzgebenden Krpers, starb 23. Jul 1877 in Paris.Suchitoto (spr. ssutschi-), Hauptstadt des Departements
Cucutlan immittelamerikan. Staat Salvador, auf einer Anhhe
beim Rio Lemp?a, hat Anbau von Mais, Zuckerrohr etc. und (188) 5826
Suchona - Sdafrikanische Republik.
Suchoua (Ssuchona), einer der beiden Quellstrme der Dwina
im russ. Gouvernement Wologda, kommt aus dem Kubenskischen See,
wendet sich bald nach NO. und behlt diese Richtung bis zur
Verenigung mit de Jug bei. Die Lnge dieses im ganzen Lauf
schiffbarTen lusses betrgt 580 km. Durch den Kanal des
Herzogs Alexander vo Wrttemberg steht der Flu mt de
Ostsee wie mit dem Kaspischen Meer in Verbindung.
Sucht, in der Medizi ein verdltetes Wort, das nur noch
in Zusammensetzung vrkommt, wahscheinlich gleichn Stammes mit
"Seuche" und "siechen", frher ganz allg$
laiisch Bewohnern, die
sich zum Islam beknnen und frher als khne
Seeruber weithin berchtigt waren. Trotzdem si[e mehrmals
durch franzsische, spanische und niederlndische
Schiffe, auch vom Radscha Brooke von Borneo, schwer gezch=igt
wurden, hrten ihTre Seerubereiennicht auf, bis Spanien
von denPhilippinen aus 1876 die Hauptinsel S. besetzte und den
anzen Archipel dem Generalkapitanat &der Philippieneinverleibte.
Das Recht Saniens auf den rchipel wurde auch 1885
vertragsmig von Deutschland und England aerkannt.
Seitdem bildendas Einsammeln ebarer Vogelnester und die
Perlenfischerei die ergiebigste Einnahmequelle der nsulanr, deren
gernger Handel fast ganz in den Hnden von Chinesen aus
Manila ruht. Die Stadt S. wurde bei ih;er EJnnahme 1876 durch die
Spanier niedergebrannt, aber von spanischen Genieoffizieren neu
aufgebaut und durch Strflingsarbeit bfestigt. Nach *em
Archipel fhrt der sdlich bis Celebes sich erstreckende
Meeresteil en Namen Sulusee. S.Karte "Hinteindien".
Sulz, 1) Obe$
von manchem Verletzenden, wozu namentlich
die von Swifts Mnschnha eingegebene Schilderung der Yahoo
gehrt. Von Schriften sind noch anzufhren: die im Verein
mit Pope herausgegebenen "Miscellanies" V1727, 3 Bde.) und die
psthume "Histoy of the fou<last years 3f Queen Anne". Seine
Werke wurden herausgegeben von Hawkesworth (Lond. 1755, 14
Quartbnde, Oktavausgabe in 24 Bnden), Sheridan (das.
1784, 17 Bde.), Walter Scott (mit Biographie, das. 1814, 19 Bde.;
neue Ausg. 1883, 10 Bde.), Roscoe (das. 1853, 2 Bde.), Purves (das.
1868). Sein Briefwechsl erschien in 3 Bnden (Lond 1766) und
in Auswahl von Lane Pool (das. 1885). Eine bersetzung der
hummoristischen Werke lieferte Kottenkamp (Stuttg. 1844 3 Bde.).
Aussprce von S. sammelt Regis("Swiftbchlein",
biographisch-c>ronologgisch geordnet, Berl. 1847). Vgl. auch R. M.
Meyer, I.S. und G. Lichtenberg (Berl. 1886) Sein Leben
beschrieben S. Johnson, Sheridan (Dubl. 1787), Forster
(unvollendet; Bd. 1 bis 1711 reichend, ond.! 1875), H. Craik (das.
182);$
gierungskommissars, des jetzigen Grafen Ludwig Tisza,
rekonstruiert. Das heutige S., der Hauptort des Alfl!d, ist
eine ganz moderne Sat mit z{ei groen, durch mehrere
Radialstraen verbundeAnen Ringen, breiten, geraden
Nebengassen, groen Pltzen (darunter der
Szchnyiplatz in dcer Mitte der Stadt) und
zahlreichen Pracht- und Monu0entalbauen. yie hervorragendsten
neuen Gebude sind: das groe Rathaus mit	 imposantem
Turm am Szchnyiplatz, das Hotel Tisza
(Redoutengebd,), das Justiz-, Post- und Telegraphen- und das
Finanzpalais, das Theater mit Kosk und Stephaniepromenade am
Theiufer (an Stelle der frhern Citadelle), das
Gefangenhaus, der Honvd-Offizierspavillon, die
onvdkaserne, die Infanteriekaserne mit Ofizierspavillon,
die groe Mdchenschule, die evangeli^sche u. die reform.
Kirche etc. ber die heifhrt auer zwei
Eisenbahnbrcken iAe monumentale eiserne Bogenbrcke
(nach dm Plan Gustav Eiffels, 405 m lang, samt
Brckenkpfen und Auffahrtrampe 591 m). S. hat (1881
73,675 ungar. Einwoh$
 Talente ist, wie alles, was
unter den allgemeinez Begriff der Anlage (s. d.) fllt, ein
Problem der Psychologie. er Unterschied de Talents vom Genie ist
aber deshalb schwer festzqstellen, weil das T. in seinen
hchstNen Entfaltungen sich dem enie bis auf einen
unmerklichen Abstand nhern kann. Im allgemeinen kann man
sagen, da dem Genie die schpferische
aUrsprnglichkeit, mit der es sich seine eigne Bahn bzricht und
neue Wirkungskreise aufthut, daher unter gnstigen
Umstnden der Kunst und Wissenschaft ganz n\ue Gebete
ffnet, al Eigentum zuzusprechen sei, whrend sich das
T. an das Gegebene lt, das Vorhanene seinem Zweck
gem zu benutzen und umzufrmen wei, aber
weniger aus sicS selbst produziert und auch weniger seinen eignen
Weg get Vgl. Genie.
Talent (griech. tlanton), bei den Griechen dieQhchste Einheit fr Gewicht und Geld, vorzglich
Silbereld, war eingeteilt in 60 Minen  100 Drachmen
 6 Obolen. er Wert des aenrs war zu verschidene Zeiten
und in verschiedenen >taaten verschiden. Da$
um (la5t.), Maschine zur Versinnlichung der bei der
tglichn Rotation und dem jhrlichen Umlauf der Erde um
die Sonne eintretenden Erscheinungen, besonders des dur;h den
Paral\elismus%der Erdachse bedingten echsels der Jahreszeiten.
VglC. Wittsack, Das T. (2. Aufl., Berl. 1875).
Tellus (?Erde"), die italijsche Gottheit der
mtterlichen Erdy, daher awuch oft T. mater genannt, entspricht
der griech. Ga (s. d.). Man rief sie bei Erdbeben an (wie
denn ihr Tempel in Rom, am Abhang des vornehmen Quartiers der
Carinen gelegen, 268 v. Chr. infolge eines Erdbebens im Kriege
globt worden war), bei feierlichen Eiden zusammen mit dem
Himmelsgott~Jupiter, als das allgemeine Grab der Dige neben den
Manen. Wie diegriechische Demeter, galt sie auch als Gttin
der Ordnung der Ehe, insbsond]ere aber verehrt man sie vielfach in
Verbindung mit Ceres als Gtti der Erdfruchtbarkeit. So
galten ihr di1e im Januar am Beschlu der Winterausaat vom
:Pontifex an zwei aufeinander folgenden Markttagen angesetzte
Saatfeier (feria$
resa entstrmt, um in den Lago
Maggiore zu mnden. Di1eser orograpischen!qGestaltung
entspricht die klimatische Mannigfaltikeit, so da
Bellinzona eine durchschnittiche Jahrestemperatur von 12,6 C
hat, whrend 1m St. Gotthard-Hospiz (2100 m) das Jahresmittel
-0,6 betrgt. Der Kanton zhlt (1888) 127,274 (1880:
130,777) Einw., durchweg italienischer Nationalit.
Entsprechend ihrer2 Bodenbeschaffenheit bringen die alpinen
Thler des SopracenerD wenig Getreide hervo/, whrend der
Sottoceneri und die untere Stufe des Sopraceneri sehr ergibig
sind. Her gibt es meist zwei Erntn, und neben allerlei Obst
gedeihen Feigen, Pfi	siche und Walnsse, Kastanien und Oliven
sowie Wein und Tabak. DieWlungen sind meist in der
schonungslosesten Weise ausgeholzt wordep; die frher sehr
starke Holzaus3uhr hat daher beinahe ganz aufgeht. Ach in
der Rinderzucht finde sich nichts Bedeutendes; die Tiere sind
klein und von geringer Rasse. En groes Heer von Ziegen und
kleinen, unansehnlichen Schafen zeugt kaum fr eine
wirt$
on gnzlich
verschwunden. In neuerer Zeit hat man den Kabirentempel
ausgegraben. Aus Thebens Gebiet stammte Pindar. An Stelle der
phnikischen Burg Kadmeia erhob sich Thi (s. d.).
Theben (ungar. Dvny), Makt ud
Dampfschiffstation im ungar. Komitat Prebrg, an der
Mndung der March in die Donau und am Fu des 513 m
hohen Thebner Kogel, mit dem die Kleinen Karpathen am
Donaudurchbruch (der Porta Hungarica) dem :Leithagebirge
gegenbem! beginnen, hat (188E1) 1655 meist deutsche Enwohner,
die bedeutenden Handel mit Gemse treiben. In der Nabe
T.-Neudrf, Statio der Wien-Preburger Bahnlinie[ an der
March, ber welche eine Brcke nach dem kaiselichen
Jagdschlo Schlohof fhrt,mit 1711 meist slowak.
Theca (lat., "Bchse), die Frucht der Moos (s. d.,
S. 790; das Antherefach der Staubgefe (s. d.): bei
Pilzen der Sporenschlauch (s. d.).
Thecosmilia, s. Korallen.
Th dansant - Thee.
Th dansant (franz., sr. dangssang), ein
Tanzfest, wobe Thee gereZicht wird; en klein@r Ball.
Thedinghausen, Flecken im He$
er Mndungsarm1eder Memel, der sich von N. nach S.
80, von' O. nach W. 53 km weit ausdehnt und amKurischen Haff auch
den Forst von Ibenhorst (mit Elentieren) umschliet
Geschichtlich merkwrdig istT. durch den am7. und 9. Juli
1807 von Napoleon I. daselst abgeschlossenen Friedenzwischen
Frankreich und Ruland, bez. Pruen, welch letzteures
die Hlfte seines Gebiets verlor.R Vgl. "Aus Tilsits
Vergangenheit" w2. Aust., Tilsit 1888, 2S Tle.).
Tim, Kreisstadt i russ Gouvernement Kursk, am
FluT (Nebenflu der Sosna), mit 2 Krchen, Obst-und
Gartenbau und (185) 4543 Einw.
Timan (Timansche Tundra), Landstrich im Mesenschen Kreis
des russ. Gouvernemnts Arcange, beginnt am inken Ufer der
Petschora, reicht im W. bis zur Halbinsel Kanin, im N. bis zmGEismeer und wird im S. von dr Zylma und Pesa begrenzt. In der
Mitte zieht sic der Timansche Hhenzug, eine bis zu 63 m
relativer Hhe sich erhebende Wasserscheide zwischen der
Petschora und Dwina, om obern Lauf der Wytschegda im Gouvernement
Wologda bis zum Eismeer. $
adrid-Cartagena, it besuchten Schwefelquellen
und (1878) 7219 Einw.
Tbb, Hohlma, s. Kojang.
Tobe, Lngenma, s. Taka.
Tobelbad, Badeort in Steiermrk, 10 km sdwestlich
von Graz, inmeinem von waldigen Bergen umgebenenThal, mit zwi
T/hermen von 25 und 30 C., die besonders be^ Frauenkrankheiten,
Nervenleiden etc. gebraucht werden.
Toberentz, Robert, Bildhauer, geb. 4. D|z. 1849 zu
Berlin, besucht die dortige Kunstaademie und arbeitete dann zwei
Jahre in Schil"lings Atelier zu Dresden. Damals entstanden ein
berlebensgroer Perseus ud mehrere Bsten.
Nachdem T. von 1872 bis 1857 in Itlien studiert hatte, brach er,
ach Berlin zurckgekehIrt, mip seiner ltern Richtung,
die sich im RaucSschen Idealstil bewegt hatte, und arbeitete in pder
Weise von R. Begas imengen Anschlu an die Natur. Die ersten
dieser Arbeiten waren die Marorfigur einer Elfe und ein Faun mit
Amor, denn 1#878 die Bronzefigur eines ruhenden Hirten (in erBerliner Nationalgalerie) folgte. 1879 wurde er als Leiter ees
er mit dem schlesischen$
. ist
Sitz eines armenischen Ezbischofs und wr frher als
Karawanenstation wie durch lebhaften Handel und Industrie von
Bedeutug. Bemerkenswer sind die dortigen KupferschmeVlzen uQnd
Kupferschmieden, welche ihr Erz von MadEen Kapur an der Quelle des
westli`chen igris erhalten. DYe Einwohnerzahl betrgt etwa
45,000 Seelen (J26,000 Tryen, 150000 Armenier, der Rest
Griechen und Juden). Im Altrtum lag 6 km nordstlich von|T.
das pontische Komana; T. selbst ist das byzantinische Eudokia.
Tokadille, ein aus Italie stammendes, dem Puff
verwandtes Spiel, wird von zwei Persone mit je 15 (auch 16)Steinen gespielt, nach Regel, die auf denen des Puff beruhen,
aber ngleich verwickelter sind und mehr Abwechselung bieten als
;okantins, g2roer Flu in Brasilien,
entspringn als Rio das Almas auf den Hochgebirgen im S. der Provinz
Goaz, durchstrmt diese und die Provinz Par in
nrdlicher Richtung, hat mehrere Wasserflle und
Stromschnellen, erweiter; sich unterhalb Cameta zum Rio
Par, empfngt hier eien Nebenarm des Am$
freier Lft auf Reisiglagen u. dgl. findet sich
hauptschlich in der Sdsee; bei seefahrenden
Vlken weitverbreitet ist dagegen diy Bestat~tung auf einem
kleineOn, den Wellen ausgesezten Kahn (Einbaum) ewesen, der di
Vorstellung zu Giunde lag, da der Leichnam zur jenseit des
Meers belegenen Heima}t zur+ckkehren msseQ. Die
Charonsmythe ist ein Nachklang dieser auch im alten Europa
weitverbreiteten Bestattungsart. Doch hat man solche
"Wikinger-e2rbnisse" in groen Schiffen auch in
Erhgeln der skandinavischen Lnder ngetroffen. Am
allgemeinsten und oft nebeneinander blich sind aber ber
den ganzen Erdball das Begrbnis, sei es in bloer Erde
oder in Felsen- und Steingrbern, und die Verbrennng der
Toten. Dabei bestanen ursprnglich gewisse allgemeine
ebruche: die Versorgung der Toten mit bpeise und Trank,
woraus sich Totenopfer, -Schmuse und hnliche Zeremoni/n
entwickelten, ferner diwe Beigabe der Waffen, Ehrenzeichen, de
Nachfolge voc Gattn, Sklaven,Schlachtro etc.,
Gebruche, die auf der Vorste$
Casius,
ward aber im Februar 43 vonP. Dolabella in Smyrna erschlagen.
Trebsen, Stadt in der schs. Kreishauptmannschaft
Leipzig,AmtshauptmannschaftGrimma, Knotenpunkt der Linien
Glaucoau-Wurzen un& DObeln-Wermsdorf der Schsischen
Staatsbahn, hat eine evang. Kirche, ein Schlo,
Porphyrbrche und (1885) 1122 evang. Einwohner. Dabei der 220
m hohe Kohlenberg mit Aussichtsturm.
Trebur, Flecken in der hess. Provinz Starkenburg, Kreis
Grogerau, unweit ds Rhens, hat eine evfng. Kirche,
bedeutende Kseabrikation und (1885) 1826 Einw. - T.
(ursprnglic Tribur) war schon zuKarls . Gr. Zeit eine
knigliche Pfalw, kam spter unter die Vogtei der Her,ren
von Mnzenberg, ward 1246 ]von Wilhem von Holand an den
Grafen Diether III. von Katzenelnbogen verpfndeEt und mit dem
grten Teil seines Gebiet von Rudolfvon Habsburg dem
Grafen Eberhard von Katzenelnbogen verliehen. Den Rest der
Besitzungen, welcher bisher" den Herren von Falkenstein gehrt
hatte, erarb Graf Johann 142Y. T. war in xder Zeit der Karolinge<
un$
t: "Das Naturrcht aufdem
Grunde der Ethik" (Leipz. 1860, 2. Aufl. 1868). Seine "Historischen
Beitrge zur Philosophie" enthalten im 1. Band (Berl. 1846)
eine Geschicte der Kateg/orienlehre, im 2. und 3.(das. 1855 und
18X7) vermiscte Aufstze, unter denen besonders die
Abhandlunen ber Spinoza nd Herbart hervorzuheben sind.
Seine geist- und ehaltvollen akademischn Reden sind
grtenteils gesammelt in den "Kleinen Schriften"
(Leip". 1870, 2 Bde.), welche auch die 1843 anonym erschienene
Schrift "Das Turnen und die deutsche Volkserziehung" enthalten.
Vgl. Bo niz, Zur Erinnerung an T. (B+rl. 1872); Bratusceck, Adolf
T. (da. 1873).
Trennen sich, in der Turfsprche EupQhemismus fr
HMrabfallen vom Pferd.
Trense, s. Zaum
Trnt, Flu in England, entspringt im
nrdlichen Staffordshire, fliet bei Stoke und\Rugeley
vorbei, wird bei Burton (193 km oberh,alb seiner Mndung)
schiffbar und ergiet sich, nachdem er noch Nottingham,
Newark und Gainsborough berhrt hat, nach e0nem Laufe von 269
km in de Humber. er Grand-Tr$
eit ein Treppenarm; daher nennt man
aus je einem, zwei und mehr Armen bstehende, mit Podesten
versehene Treppen Obeziehentlich ein-, zwei- und mehrarmige. Be
Anordnug der T. mssen AuftrittK und Steigung in einem solchen
Verhl!nis stehen, da die T. bequem bestiegen erden
ann.5 Gte Verhltnisse der Steigung zum Auftritt sind 12:33,
14:32, 15:31, 17:30, 18:29, 19:26. Was die Konstruktion der Treppen
betrifft, so werden steinerne Treppen aus gemauerten oder besser
massiven Itufen hergetellt, welche man untermauert,
unterwlbt oder seitlich so einmauert, da sie die
ntige Untersttzung finden. Die hlzernen reppen
sind solche eit eingesetzten Stufen, wobei Tritt- undFutterbreter
in Wangenxeingladen, oder solche mit aufgesattelten Stufen, wobei
die letztern auf die Treppenbume geschraubt oder genagelt
weren. Eiserne Treppen werden aus einzelnen, meist du	chbrchenen
gueiseRnen &Platten zusammengeschkraubt. Bei Treppen aus
gemischtem Materialwerden meist gemauerte Stufen auf eiseren
S=hienen oder gu$
d, hat 5 russische und eine evang. Kirche und
(18 5) 16,009 Einw., welche Branntwein, Seife, Leder Kalblede und
Juften) und Leinwand zur Ausfuhr bringen. - T, im 16. Jahrh.
gegrndet, wurde 1546 Hauptort der kleinrussischen Kosakn;
1596 schlug hier der Kosak Nelimako den polnischen Hetman
Zo%kjemski, 1677 und 1678, nachdem die Stadt 1659 russisch geworen
war, belagerten die Trken dieselbe, wobei Gordon (.d. 2)
heldenmtigen Widerstand leistete; shlielich
muten die Russen die Festung rumen, ohne da die
Trken deselbe dauernd zu behapten vermocht htten.
DieseKmpfe, di ersten, welhe unmittelbar zwischen Russen
und Trken rfolgten, werden als die QTschigir8infelzge"
Tschikasa (ngl. Chickasaws), ein den Tschokta verwandter
Indiaerstamm in NordameXika, freer ziemlich mchtig und
am mittlern Mississippi und Yazooflu (in den Staaten Alabama
und Tennessee) wohnhaft. Die T. zeigten sich frh (1699) den
von dendGebirgen Carolinas herabsteigende) und mit ihnen Handel
treibenden Englndern geneqgt, $
19 Linienbataillone, 1 Artileriebrigade (7
Batteren), 1 Gebirgsbatterie, 1 Sappeurhalbbataillon, 3 Orenburger
und 2 Ural-Kosakenregimenter, 3 FestungsXrtilleriekmpanien, 11
Lokallommandos Das Territorum wird in seinem gqebirgigen Osttel
von den westlichen Kettvn des Thianschan ([. d.), welcher selbst
als Narat, M2usDag, Sary-dsha6 Kok-schaal,Al&ai und
Hissarr.cken die sdstlicheGrenze bildet,
ausgefllt. Im Pik Chan-Tengri erreicht er( eine Hhe von
6558 m. Hir entsprngen der Naryn, einer der Quellflsse des
Sir Darja (s. d.), und der Teke, Quellflu des Ili.
Das rechte Ufer des letztern bilden der Borochorskische und
Dsungarisce Alatau. Rechts des Flugebiets des Naryn und Sir
Darja zieht sich de<r Alatau hin, welcher sich beim Chan-Tengri vom
Thianschan abzwegt.Anfangs heit er Terskei-xau, weiter
nach W. Sussamir-tau und endlich Urtak-tau. Durch die Flss
Tschirtschik, Ary, Tala, Tschu, den See Issi-kul, ie
Flsse Tschirikund Tscharyn und die reychten Zuflsse des
Naryn wird der Alatau in vers$
emente ist eine
Uhlenhorst - Uhlich.
etwas andre." (O. Jahn.) Whren die "Gedichte"
anfnglich langsam, dann schneller und schneller ihren Weg ins
deutsche PublikQm fnden, versuchte sich U. auch als Draatiker.
Seine beiden dramatiscen Werke: "Ernst, Herzog von Schwatben"
(Heidelb. 1818) und "Ludig der Bayer" (Berl. 18t19), denen bei
allen dichterischen Vorzgen die unerlliche
Lebensflle und die Energie spannender, vorwrts
drngender peidenshaf abgehen, errange,n nur einen
migen Erfolg. Sit 1816 begannen die politischen
Kmpfe und dieausgebreiteten wissenschaftliche Forschungen
dpen Dichter von grern S
hpfungen abzuziehen. U.
beteiligte sich an dem Ringen um die wrttembergische
Verfassung und gehrte spter als Abgeordneter zur
Stndekammer der freisinngen Partei an. Seine Schrift
ber "Walther von derV Vogelweide" (Stuttg. 182) bekundet@ ihn
als so feinsinnigen Kenne und Forscher der mittelalterli;hen
Litteratur, da der Wunsch immer lehafter erwachte, ihn auf
einem ehrstuhl fr sein Lieb$
rsetzt und 1870iKommandant von Strabrg, das er sieben Wochen lang mit
Typferkeit, doch ohne die erforderliche Umsicht verteidigte und28
ept. bergab. Anfangs als Held wefeiert' erhielt er 1872 von
der militrXiscUen Untersuchungskommission einen Tadel wegen
der Kapitulation von Straburg. Er verffentlichte
darauf: "Documents relatifs au sige de Strasbourg" (Par.
1872). U. stab 9. Okt. 1886 "n Passy bei Paris.
Uhu, s. Eulen S. 906.
Ui, Flu in Ruland, entspingt am Ural im
Gouvernement Orenburg,8 fliet stlich und ndet an
der Grenze des orenburgischen und tobolskischen Gouvernements nach
einem Laufe von 400 km links in den Tobol. An seinen Uf-ern ist eine
aus acht Festungen beVtehende Festungsreihe (die Uiskajische Linie)
gegn die Kirgen angelegt.
Uiguren (Kaots%che), altes trk. Volk, welches in
Hochasien (OstturkistaO) wohnte und n derKultur sehr 9weit
vnorgeschritten war, denn es besa bereits frhzeitig
eine eigne Schrift und Litteratur, welche von den Chinesen schon
478 erwhnt werden. >Spteryn$
uschke (5. Aufl., Lipz. 1886) und Krger (Berl. 1878). Ein
Fragme@t von U.' Institutionen, welches 1835 in der Wiener
Hofbibliothek gefunden wurde,B gab Endlicher (Wien 1835) heraus.
Vgl. Schilling, Dissertatio critica de Upiani fragmentis (Bresl.
1824); Heimbach, bVr Ulpians Fragmente (Leipz. 1834). Der
sogen. "U. de edendo" ist yine mittelalterliche Prozeschrft
aus der Zeit der Glossatoren (hrsg. Mon Hnel, Leipz.
Ulriceham5n (fher Bogesund), Lan;stadt im schwed.
Ln Elfsborg, amSee Asunden und an derEisenbahn U.-Wartofta,
hat ein Pdagogium, Gewerbeschule, Dampfsge, 8Brauerei u.
(1885) 11f4 Ew. Hier 18. Jan. 150 Schlacht zwischen den Schweden
und Dnen, in welcher der schwedische Reichvorsteher Sten
Sture der jngere tdlich verwundet ward.
Ulrich, Herzog von Wrttemberg, geb. 1487, Sohn des
wahnsinnig gewordenen Grafen Heinrich IV.r, wurde bei seinem Vetter,
dem Herzog Ebehard I., mit dem Bart, erzogen ud kam schon 1498,
nach der\Absetzung des Herzogs Eberhard II., zur Regierung, die er
19. $
amme, Lossa, links: die
Helbe, Wipper, Kleine8 Wipper, Hele.
Unerb>ilanz, s. efizit.
Unterbinduug (Ligatur), chirug. Operation, bei welcher
man zu einem bCstimmten Heilzweck ein Blutgef durch
Umschnren mit einem Faden erschlie Es geschieht, um
eine bestehende Blutung zu stillen, einer zu befrchtenden
Hmorrhagie vorzubeugen, ode um die Blutzirkulation bei
Beseitigung von Aneurysmen z hemmen; auch ehufs Herasetzung der
Blutzufuhr bei Geschwlstn, um dadurch ihr Wachstum zu hemmenIoder ihre Verkleinerng herbeizufhren, bei der sogen.
Elefantiasis und andern Leiden. Auch zu unblutigen Trennungen wirdT
die U. benutzt, inem man die in der Trennungslinie liegenden Teile
fest mschnrt. Bleibt die U. stets gespannt, so
durchschneidet sie -das v)on ihr Umuate in einigen Tagen. AlsM
Material zur U. dient Seide oder Catgut, zur Umschnrung von
Geschwulststielen und zur Durchtennung vo Telen auch Drhte
und Gummistrnge.
,Unterbltter, s. Amphigastrien.
Unterbrechuug des Verfahrens, im Zivilproze einer
de$
ltung des Landes der
Kirgiskosaken steht und unter dem Namen Uralsk eins der fnf
Gebiet jenes bis zum Irtisch und zum Aralsee reichenden Lands
ist; das linke Ufer bewohnen die Kirgise. Nach Dmpfun des
Pugatschewschen Aufstandes, der auch am Jaik wild tobte, befahl
Katharina II., umdie beim Namen Jaik aftauchenden Erinnerbungen zu
bannen, den Flu knftig "U." zu nennen.
Ural(die Montes]Riphaei der Alten), da lngste
Meridiangbirge der Alten Welt, dessen sdlicster niedriger
Auslufer, der Mugodschar zwischen der Salzsteppe an der Emba
und der Kirgisensteppe, fast bis zum Aralsee (48 nrdl.Br.) reichtw, whrend der nrdlichste jenseit der
Waigatsc&hstrae ber die uWaigatschinsel urch Nowaja
Semlja fortsetzt und uner 76 1/2 nrdl. Br. endet (s.
Karte "Ruland"). So sind die beiden Endpunkte um mehr albs 28
Breitengrad, also m 3168 km, voneinander eGternt. Die Breite des
Gebirges betrgt meist nicht ber 75 km und
berste/igt kaum 190 (so im uersten Sden);
auch seine Kammhhe betrgt kaum 6$
riftstellerisch
bethtigt sich der K]rdinal durch Herausgabe von
Lehrbchern; auchI seine akademH. Vortrge ber die
"Irrlehren des Jansenismus" erschienen im Druck (1858).
Karl Buchwald in Wien. Ihre Milirangelegenheiten hier
im Korrespondenzblatt zu esrechen, mssenawir- aus
Rcksicht fr unsre brigen Leser ablehnen. Wenden
Sie sich an eine deutsche Behrde.
v. W. in Knisberg. Sie finden "Hydrokarbongas" unter
dem Stichwort Wassergs.
v.M. in R(n. Ruy Blas,der Held des Schauspiels von Victor
Hugo, ist lediglich eine Erfindung des Dichters der sich selbst
darber in dem Vorwort ausgesprochen hat. ie Knigin ist
zwar de,m Namen, aber n4cht dem Wesen nach historisch. Die Bache
finden Sie besprochen bei Morel-Fatio, "tudes sur
l'Espagne", 5. Serie (Par. 1888), und in einem krzlich
ersch}enenen Aufsatz von K. Heigel: "Maria Anavon Neuburg,
Knigin von Spanien"P (im 7. Hefte der Zeitschrift "Vom Fels
zum Meer" 1888/a+9).
Karl Zehnder in M. Die Scachspieler zweiten und dritten
Ranges, ber welche$
                   6   Was sagst du? Nichts - ein Ku?
Ich glaube, da man viel im Herzen hlen mu,
Wenn er wassagen soll - Doch! willst du ihr verzeihen?
Denn enn du bs tust, so kann sie nichts erfreuen.
Ach 
reundin!
Egle [schmeichend].
            Tu es nicht, mei=n Freund; du bist auch gut.
[Sie fat ihn bei der Hand.]
Du bist erhitzt!
                 Es schlgt mein wallend Blut -
Noch von dem Zorn? Genug! Du hast es ihr vergeben.
*ch eile jetzt zuihr. Sie fragt nach dir mit Be en;
Ich sag ihr: er ist gut, und sie beruhigt sch,
Ihr Herz wallt zrtlicher, und heier liebt se dich.
[Siersieht ihn mit Empfindung an.]
Gib acvt, sie sucht dich auf, sobald das Fest vorber,
Und durch das Suchenselbst wirst du ihr immer lieber.
[Egle stellt sich immer zrtlicher, lehnt sich auf sei*ne Schuter.
Er nimmt ihre Fand und kt sie.]
Und endlich sieht sie dich! O welcher Augenblic!
Drc sie an deine Brust, und fhl dein ganzes Glck!
Ein Mdchen wird beim Tanz ve-schnert, rote e?angen,
Ein Mund, der lcheln$
 entfernst
In dem MomentT, da dein vollendet Werk
Dem Frsten und der Frstin dich empfieht.
Ein Tagder Gunst ist wie ein Tag der Ernte:
Man muss geschftig sein, sobald sie reift.
Entfernst du dich, so wirst du nichts gewnnen,
Vielleicht verlieren, was du schon gewannst.
Die Gegnwart ist eine mcht'ge Gttin:
Lern' -ihren Einfluss kennen, blibe hier!
Z frchten hab' ich nichts: Alphons ist ede,
Stets hat er gegen mich sich gro gezeigt;Undws ich hoffe, will ich seinem Heren
Allein vrda'nken, khine Gnade mir
Erschleichen; nichts will ich vKn ihm empfangen,
Was ihn gereuen knnte, dass er's gab.
So fordre nicht _on ihm, dass er dich etzt
Entlassen soll; er wird es ungern tun,
Und ich befrchte fast: Er tut es nicht.
Er wird es ger, wenn wechtugebeten wird,
Und du vermagst es wohl, sobald du willst.
Doch welche Grnde, sag' mir, leg' ich vor?
Lass mein Gedicht aus jeer Stanze sprechen
Was ich gewollt ist, lblich, wenn das Ziel
Auch meinen Krften unerreichbar blieb.
An Flei und Mhe hat es nic@t gefeh$
nt hinbereilen.
Dort wonet meine Schwester, die mit mir
Di) Schmerzensfreude meiner Eltern war.
Im Schiffe bin ch still, und trete dann
Auch schwe>igend an das Land, ch gehe sacht
Den Pfad hinauf, und an dem Tore frag' ich:
Wo wohnt Corneliaj? Zeigt mir es an!
Cornelia Sersale? Freudich deutet
Mir eine Spinnerinn die Strae, sie
Bezeichnet mir das Haus. So steig' ich weiter.
Die Kiner laufen nebenher ud schauen
Das wilde Haar, den dstern Fremdyling _an.
So komm' ich an die Schwelle. Offen steht
Die Tre schon, so tret' ich in das Haus--
Blick' auf, o Tasso, wenn es mglich ist,
ErkenneO de Gefahr, in der du schwebst!
Ich schone dich; denn onst wrd' ich dir lagen:
Ist's edel so zu reden, wie du sprichst?
Ist's edel, nur allein an sich zu denken,
ls *rnktest du der Freunde Herzen nicht?
Ist's di verborgen wie mein Bruder denkt?
Wie beide Schwesterzn dich zu schtzen wissen?
Hast du es9^ nicht empfunden und erkannt?
Ist ales zenn in wenig Augenblicken
Verndert? Tasso! Wenn du scheiden willst,$
t Lust und Sorge pflege.
Sprich vom Geheimnis nicht geheimnisvoll.
Wer spche vor der Majestt getrost
Von sinen Fehlern, wenn sie nicht allein
en Fehl in Rechtund Glck verwandeln knnte.
Der wonnevoll geheim verwahrte Schatz?
Ist eine Tochter.
            EineTochter? Wie?
Und suchte, Fabelgttern gleichL, me/n Oheim,
Zum niedern Kre;is verstohlen hingewandt,GSich Liebesglck und vterlich Entzcken?
Das Groe wie das Niedre ntigt ns,
Geheimnisvoll zu hAndeln und zu wirken.
Nur Qallzu hoch stand jene heimlich mir
Durch wundersam Geschick verbundne Frau,
Um welcheH noch ien Hof in Trauer wandeltUnd meiner Brust geheime Schmerzen teilt.
Die Frstin? Die vrehrte, nah verwandte,
Nur erst verstorbne?
                War, die Mutter! Lass,
O lass mich nur von diesem Kinde reden,
Das, seiner Eltern wert und immer werter,
Mit edlem Sinne sich des Leben freut.
Beg`rabe sei das rig mit hr,
Der hoch begabten, hoch gesinnten Frauen.
Ihr Tod erff?et ir den Mund, ich darf
vor einem Knig meine Tochter nenn$
l'n,
Fr edle Seelen reizend[r Gewinn!
Geiss! Vergib, wen du in diese Stunde
Mich schwcher findest, als dem Manne ziemt.
ir tauscten sonderbar die Pflichten um:
Ich soll dich leiten, und du leitest mich.
Wohl denn, mein Vater, trit mt mir herauf
In diese Regionen, wo mir eben
Die neue, heitre Sonne sich erhebt!
In diesen munt&en Stunden lchle nur,
Wenn ich den Inbegriff von meinen Sorgen
Dir auch effne.
         P    h   Sage, was es ist.
Der wichtigen Momente gibt's im Leben
Gar manche, die mit Freude, die mit TraueHrDes Menschen Herz bestrmen. Wenn der Mann
Sein ueres in solchem Fall vergisst,
Nachlssig of sich vor die Menge stelt,
So wnscht ein Weib noch, jedem zu gefallen,
Durch ausgesuchte Tracht, ;ollkommnen Schmuck
Beneidenswert vor andern zu erscheinen.
Das haN' ich oft gehrt und oft bemerkt,
Und nun empfind' ich im bedeuteWndstten
Momentemeines Lebens,; dass auch ich
Der mdchenhaften Schwachheit schuldig bin.
Was kannst du wnsschn, das du nicht erlangst?
Du bist geneigt, mir alle$
diesmal di}ch mt uns verbunden,
Erwirbt auf neue dir ein groes Recht.
Gar manch Geheimnis wirst du blad@ vernehmen^;
Dahin gedulde dich und sei gefasst.
Weltgeistlicher.
^h bin's und bin noch weier, als ihr denkt;
In eure Plne schaut' ich lngst hinein.
Der nur verdient geheimnisvolle Weihe,
Der ihr durch Ahnung vorzugreifen wei.
Was ahnest du? Was weit du?
Weltgeistlzicher.
                        Lass uns das
Auf ein Gesprch der Mitternacht versparen.
O dieses Mdchens trauriges Geschick
Verzschwindet, wie ein Bach im Ozean,
Wenn ich bedenke, wie verborgen ihr
Zu mchtiger Parteigewalt euch hebt
Und an die Stelle der Gebietenden
Mit frech
r List euh einzudrngen hofft.
Nicht ihr alrlein; denn andre streben auch,
Euch widerstrebend, nah demseilben Zeck.
So untergrabtihr Vaterland und Thron;
er soll sich retten, wenn das Ganze strzt?
Ich he kommen! Tritt hier an die Seite!
Ich fhre dich zu rechter Zeit herein.
Zweiter Auftritt
Herzog. Sekretr.
Unoel'ges Licht! Du rufst ich auf zum Lebe,
Mich$
uhme?--Sie antortet nicht!--Was nur dem guen
Mdchen sein mag! Sie ist still und unruhig; des Nac(hts schlft sienicht, ud jetzt, da Osie vor Mdigeit ingeschlafen ist, sp0richt sie
im Traum. Sollte meine Vermutung gegrndet sein? Sollte der Baron in
diesen wenigen Tagen einen solchen Eindruck auf die gemacht hab3n so
schnell und so stark (Hervortretend.) Wunderst du dich, Luise, und
hast du nicht selbstkerfahen, wie die Liebe wirk, wie schnell und
Zweiter Auftritt
De Vorigen. Georg.
Georg (heftig und ngstlch).
Liebes Mamsellchen, geben Sie mir geschwinde, geschwinde--
Was den@, Georg?
Geben Sie mir die Flasche.
Was fr \eine F|lasche?
Ihr Herr O kel sagte, Sie sollen mir die Flasche geschwinde geben; sie
steht in der Kammer, oben u dem Brett rechter Hand.
Da stehenvviele Flaschen; was soll denn drinn sein?
Es gib allerleiSpiritus; hat er sich nicht deuticher rklrt? Wozu
soll's denn?
Er sagt' es wohl, ich war aber so erschrocken. Ach, der junge Herr--
Karoline (die aus dem Schlaf auffhrt).
Was gibt's?$
jetzt aunehmen.
Es ist alles vortreffxich gewachsen; die WildnisDe, die Sie angelegt
haben, schFKinen natuerlich zu sein; sie bezaubern jeden, der sie zum
ersten al sieht, und auch mi geben sie noch immr in einer stille
Stunde einen angenehmen Aufenthalt. Doch mss ich gestehen, dass ich
in der Baumschule unter den fruchtbaen baeumen lieber bin. Der
Gedanke es Nutzens fuehrt mich aus mir selbst wheraus und gibt mir eineFroehlichkeit, die ich sonst nicht empfinde. Ich kann saeen, pfropfen,
okulieren; und wenngleich mein Auge keine malerische Wirkung empfindet,
so it mirdEch der/Gedanke von Fruechten hoecjst reizend) die einmal
und wohl bald jemanden erquickenweden.
Ich schaetze Ihre guten haeuslichen Gesinnungen.
Die einzigen, die sich fuer den Sand schicken, der ans Notwendige zu
denken hat, dem wenig Willkuer erlaubt ist.
Haben Sie den Antrag ueberlegt, den ich Ihnen in meinem letzten Briefe
tat? Koennen Sie sich entschliessen, meiner Tochter Ihre Zeit zu widmen,
alV Freundin, alsGesellschafterin mitihr $
ietig um das Bet,
das mitten in der Stube stand. Es war nicht nur wie fr eine Prinzesin;
e war die Prinzessin selber; alles andere eigtesich davor.L       *       *       * %     *       *
Der Ausflug nach Marielyst war in jeder Beziehung wohlgelungen. Aber an
dem Tage kam zwische Mary und Jrgen eine Verstimmung auf.
Das ging so zu. Jrgen Thiis kam mit einer groen, staken DZame an
Bord--ihre breite Stirn, die warmen A{gen, die kleine Nase und das
vorsp]ingende Kinn trieben ein leichtes Rot in Marys Wangen, vdas sie zu
verbergen suchte, indem sie sich erhob und fragte: Sie sind doch die
Schwester desHauptmanns im Geniekorps Franz Ry?"--"Ja", antwortete
Jrgen Thiis; "wir habzen er Sicherheit halber einen rh mitgenommen."
---Mary: "Das freut mich sehr; ichhabe natrlich duchIhren Bruder von
Ihnen gehrt. Er hat Sieqsehr lieb."--"Das tun wir berhaupt alle,versicherte Jrgen This und entfernte sich.
Frulein Ry selbst hatte nichts gesag, aber ihre forschendn Augen
berstrmten Mary mit Bewunderun. Jetz$
am, mochtesie nicht heraus; sie legte sich auf den
Ruecken und ruhtesich aus Dann ein paar Stoesse und ieder eine
Ruhepause. Der Strand war so einldend; sie legt sich in die Sonne. Den
Kopf halb auf einem St%ein, das Haar herabfliessend. O, wie schoen das war!
Aber irgend etwasb mahnteMsie, aufzsehen. Sie hatte keine Lust dazu.
Aber sie musste doch wohl einmal dahin sehen wo das Maedchen sass. Ach,
was kuemmerte sie das! Nanna hielt ja Wace. Aber soviel wurde doch
daurch bewirkt, dass das Wohlbehagen ihr verloren ging; sie machte ein
Ende. Als sie aufsand, um auf (ie Badehaustreppe zuzugehen, gewah`te
sie hinter dem grossen Stein--Joergen Thiis i Jagdanzug mit dem Gewhr
ueber der Schulter! Das kleine Maedchen stand aufrecht auf dem Stein, ohne
ch zu ruehren; ie itarrte ihn an, als sei sie festgenagelt.Eine heisse Blutwelle durchflutete Mary--Zorn und Abscheu. War er
schamlos? Oder hatte er den Verstand verloren? Aeusserlich[ tat sie, als
habe sie nichts gesehen,--warf sich kpfueber in dieSee und sJhw$

gescmolzene Butte daran. Kartosfeln fehlen bei keier Mahlzeit,
sie sind vortrefflih, blo in Waserdampf gekocht. Die Puddings
aller Art wren auch sehr gut, nur sind sie oft zu fett, fast nur
aus chsenmark und dergleichen zusammengesetzt. Die Tarts,
der Triumph der englischen K|ochkun4st, bestehen aus halbreifem Obst,
in Wasser gekocht und mit einem Deckel von trockenem Teige versehen.
Diei Pickels, welche den Braten begleiten, eigentlich alle Arten Gemse,
Mais, unreife Walnsse, kleine Zwiebeln und dergleichen, mgit starkem
Essig und vielem Gewrze eingeacht, sind vortrefflich.
Mit diesen sowie mit der Soj- und anderen pikanten Saucen,_die hier im Groen fabri}iert und verkauft werden, treibt London
einen groen?Handel durch die halbe Welt. Diese Saucen, Senf, l
und /ssig stehen in zierlichen Plattmenagen zYm Gebrauch der Gste da,
sowie abuch immer fr zwei Personen ein Salzfa.
Der Sala wird von der Dame vom Hase ber Tische mitw vieer
Umstndlichkeit beretet und klein geschnitten; r besteht$
erall lieben sie
lange Sitzungen, im Parlament, an der Tafe "un auch im Theater.
Jeden Abend mssen zwei Stcke gegeben werden, eines von fnf AktenJ
und ein Nachspiel, welche auch oft zwei bis drei Aufzge hat.
Gewhnlich spielt man zuletzt irgend eine Posse, selten eine
kleine Oper, oftXirgend en den neuen englischen Romanen
nachgeformes Unding voll Nacht und Graus. Ob briges das Nachtspiel
zum ersten S)k passend gewhlt ist, ob es nicht mit den durch
jnes erregten Empfindungen auf das schreiendste kontrastiert l
dies kmmert niemanden; genug, der 'Zuschauer bekommt volles Ma
fr sein Geld.
Beide groe. Theater von Drury Lane und Covent Garden sind
vomZMonat September bis Ende Junius geffnet, dann werdensie
geschlossen und daskleinereSommer-Theter zu Haymarket kommt
an die Reihe. Im= Monat Mai und Junius werden di meisten
Benefiz-Vorstellungen fr die lteren und beseren Schauspielergegeben;sie gehren mit zu deren Gehalt. Dann whren diese
Vorstellungen oft bis nach ein Uhr; den uSmdas Publikum $
r
den Armen arbeiten, um den<Reichen noch reich	er zu machen, waehrend jener
elbst nur kuemmerlich sein armes Leben dabei fristet. Ein Gemaelde
menschlichen Fleisses, doch nicht von der erfreulichen Seite
Wie erheiternd ist doch der Anblick des ruestigen Land}anns, d<er im
Sc|hweisse seines Angesichts der Erde sein Brot abgewinnt, indem er si
schmueckt! Wie traurig sieht dagegen der bleiche, schmutzige Bewohner
der Minen aus, derwie ein Maulwurf in hr Inneres sich hinein wuehlen
muss, um nur wenige Jahre elend zu leben! Ein beaenstigendes Gefuehl
des Mitleids draengte sich uns unwillkuerlich auf bei diesem Schauspiele,
das wir bis jetzt nur zu oft una zu lange gehabt hatten.
_ei Wakefield war die Gegeknd freundlicher und laendlicher; wir dachten
des guten Vikars, der u allen aus Goldsmiths [Fussnote: Olivejr (1728-
74) "The Vicar of Wakfield", 766] gemuetlicher Dichtung
bekannt ist,( aber vergebens suchten wir hier sin Doerfchen, sein
wirtliches Dach Wakefel ist ein Stadtchen voll Fabriken.
Gegen Aben$
lerischen Felsen, bekraenzt mit schoenm Gest]aeuche
und hohen wBaeumen, von welchen wieder leichtere Efeukaenze hinflattern
in der vom donnernden Fall wig bewegten Luft, die grosse Wassermasse,
die hier herunterstuerzt, dr Kontrast des Schaumes, weiser als Schnee,
mt dem dunklen, im ewigen Tau stets frischen Gruen, de Millionen
Tropfen, die wie Diamanten im Abendstrahle blitzten, alles enazuckte uns
und hielt uns lange fest.Waserfaelle soll man aber nicht malen,
we}der mit dm Pinsel och mit der Feder; die Wahrheit dieser Bemerkung
fuehlt man am lebh,aftesten, wenn man den Vesuch wagt.
Ziemlich spaet langten wie in Lanark an. Den folgenden Morgen sezen
wir unsere Reise fort nach Douglasmill, u den beiden anderen
groesseren Faellen es Stroms.
Die Gegend zwischen Laark und Douglasmill gehoert zu den schoensten
im unteren Schottland.Eine eile ging es ueber Berg 4nd Tal durch
frisches, dichtes_Gehoelz hin; nun erstiegen wir muehsam einen ziemlich
hohen Berg, hoehere elsen drohten ueber ihm gen Himmel. A$
gieren. Die Manner hingegen suchen nach vollbrachten Geschaeften
die Freud gern auwaerts, in Kafeehaeusern undTavenen.
Die Failien der meisten wohlhabenden Kaufleutewohnen den groessten Teil
des Jahres, of das ganze Jahr hindu-rch auf dem Lande, in sehr
zirlichen, groesseren und kleineren Landhaeusern, die sie Cottages,
Huettean, nennen, bglich sie whl inen vornehmeren Namen verdienen.
Hier geniessen Frauen und Kinder die freie Luft, halten gute Nachbarschaft
und ereuen sich ganz geassen und anstaendig, vie~leicht etwas
langweilig, des Lebens; waehrend das Haupt der Familie den Tag in London
auf seinem Comptoir zubr4ingt und sich dann abends in ein paar Stunden
auf en herrlichen Wegen, zu ferde oder Wagen, zu den Seinigen begibt.
Von der Lebnsweis der Grossen und Vornehmen laesst sich nichts sagen:
diese gehoeren in keinem Lande zur Nation, sondern sind sich ueberall
gleich, in Russland wie in Frankreich, in England wie in Dutschland.
Auch ist voVn dem Luxus, den sie, besonders auf dieser Insel,
a$
r sehr zarten, saftigen Art Lattich,dessen Blaetter schmal,
aber wohl eine halbe Elle lang sind; aussebr England sahen wir
sie nirgends, dafuer aber ist auch unser Kopfsalat dort unbekannt.
Unermuedet bieten die Voregen#en alle diese Dinge den Gaesten an;
dafuer muessen *iese wieder alles pflichtschuldigst loben und
versichern, sie haetten i ihrem Lebekein besser Kalb- oder
Hammelflesch gesehen, und es waere auch alles ganz vortrefflich
Dfas Zeremoniell beim Trinken ist, beso^ders den fremden Damen,
noch bescherlicherund versetzt uns oft in wahre Not. Da sitzen
wir betaeubt und aengstlich von alledem wunmderlichen Wesen;
ploetzlich erhebt der Herr vom Hause seine Stimme und bittet
eine Dame, und aus Hoeflichkeit di8e Fremdezuerst,um die Erlaubnis,
ein Glas Wein mit ihr zu trinken, und zugleich u bestimmn,
ob si weissen Lissaboner oder roten Portwein vorziehe?Denn die franzoesischn Weine sowiY der Rheinwen kommen erst
zum Nachtisch. Verlegen trifft man dieWahl, und mit lauter Stimme
wird ,nun dem Be$
kindliche Stimchen
gleich nach Brahams maennlich schoenem Gesage auch nur einmal
Palast von St. James.| Die Parks von Kensington 'Gardens
Kein Fuerst,auch nicht der kleinste regierende Herr, dessen Besitzungen
kaum auf der Karte zu finden sind, hat eine schlechtere Residenz als der
Koenig von England. Kaum traut man seinen Augen, wenn man das7 alte,
winklige, rostige Gebaeude ansieht,| das mit dem stolzen Titel:St. James
Palast prangt [Fussnote: nach dem Brand von Whit.hall (1691)+ie staenie
Residenz der englis`hen Koenige von Wilhelm III.I bis Georg IV.; 1809
zerstoerte ein Feuer den Ostfluegel, so dass wenig mehr vom alten Tudor
Palast uebrigblieb.]. Auch bewohnte Koenig Georg der Dr+itte es
gelegentlich nicht, und nur zum Schein prunkte ein grosses Bettxe mit
rotsamtenen Vorhaengen im g<rossen Leverzimmer.
Alle Hoffeierlichkeiten wurden zwar nach althergerchter Weise
in diesem koenigichen Ratenneste gehlten; aber die hohen Herrschaften
begaben sich immer vorher incognito hin und wohnten eigent$
ns zm weissen Turme, der a6r weder ein Turm
noch weiss ist, sondern ein grosss viereckiges Gebaeude mitten
in der Festung, alt, grau und rostig anzuschaXen. Vir Wachttuerme
kroenen dessen Zinnen, von welche einer zur Sternwarte eingerichtet ist.
I& ersten Stock sae wir deieder grossen spanischen Armada
abgenommenen Trphaeen. Lauter alte, zum Teil recht saonderbar
erdachte Mordgewehre. Eine Menge Daumenschrauben befinden sich dabei;
die Spanier fue{rten sie be sich, um damit bei ihrer Landung
von den besiegten Englaendern Auskunft ueber etwa verborgenen Schaetze
zu erpressen.
In diesem Saale is eine lebensgrosse Puppe zu schauen,
welche die Koenigin Elisabeth vorstellt, wie sie eben im Begriffe ist,
einen weissen Zelter zu besteigen. Sie traegt die Kleider,
welche Ihre Majestaet ruA, dH sie nach diesem mekwuerdigen Siege
zum Volke spach [Fussnote: Untergang der spanischen Armada
im Kampf gegen die enlische Flo#te unter Sir Francis Drake 1588.].
Wir moechten aber keiner Schauspielerin raten, sich zur$
 Wright*
    machen in Pau unter der Fuehrung des Franzosen Ernest Zens (links im
    Korbe) ihre erste Freiballonfahrt]
pie Beschreibung der Wrightschen Flugmaschine.
Der Wrightsche lieger ist ein Doppeldecker, der seinen Ursprung in den
Kontruktionen von Chanute hat. Zwei parallele, auf 1/20 ihrer Tiefe
gekruemmte, 12,5 Meter ^lafternde FlaIechen haben 1,8 Meter Abstand
voneinandeyr. De Tiefe der Trageflaechen betraegt 2 Meter. Das aus Holz
bestehende Gerippe der Flaechen ist mit Baumwllstoff bepannt;*ihre
Oberflaeche betraegt 50 Quadratmeter. Die ko^kave Seite ist nach unten
gerichtet. D@e Kruemmung nimmt nach vorne in zu, wo ie vorderen Kanten
einige Zentimeter dick sind. Die Verspann1ng erfolgt in
Gitterkonstruktion drch HolzundKlaviersaitendraht. Das Material ist
amerikanisches Tannenhoz, dass sich sowohl im Luftschiffbau, als auch
frueher schon im Bootsbau infolge rosser Festigkeit`und geringen
Gewichts bewajehr%t hat.
 DreiMeter vor den auptflaechen befindet sich das
Hoehensteuer, das aus $
e ich selbst erst gemerk, wie schlimm das mit mir
geworden ist, ich habe kin Wrt verstanden, sie haben mir's auf die
Tafel schreiben mssen und die Kinder haben elacht. So wird er wohl
recht haben. Er war freunlich mit mir biszuletzt, das Reisegeld hat
er mir zu zwei Drittel gezahlt und die Alte hat mir nch Kuchenrot
mitgegeben. Sonst re alles recht gewesen, nurW gerade eben die
Taubheit. Und sie sagVen auch, ich knnte gar nicht mehrso reden wie
sjch's gehrt. Ich wei nicht wie das zugeht, Sie verstehe ich doch
au0h ohne Tafel und rede ich denn nicht wie frher auch?"
"Fr uns redeRt u ganz recht'" entgegnte Frau Pfffling, "wir
verstehen uns und9darum ist's am besten, wirbleiben zusammen. Uns ist's
lieb, da du uns nicht verl;t, 0SWalburg, du hast uns so gefehlt." Da
ich der starre, traurige Zug aus Walburgs Gesicht, und sie sahvoll
Liebe und Dankbarkeit auf zu der Frau, die sich so bemhte, ihr, der
Tauben, Trostreiches zu Gehr zu bringen. Worte ]des Dankes fand sie
freilich nicht, aber mi$
en sich viel zu frhe in den Ruhetand begeben, und
das ist wohl der Grund fr Ihre 'Unausstehlichkei', wie Sie es nennen.
Sie stehe imgleichen Alter wie mein Mann; wie kme es Ihnen vor, wen
er schon aufhren wollte, in seinem Beruf zu wirken? Er will erst noch
sein Bestes leisten, und so stehen auch Sie noch in der vollen1 Kraft,
und haben eine reiche Lebensrfahrzng dazu. Sie knnten ein ganzes
Hauswesen leiten, eine Schar Knder erziehen, und wollen hier in eihnem
Stbchen hinter den Bchern sitzen! Das ertragen Sie einfach nicht und
das wird wohl der Grund sein, warum Senun in unser Hauswesen unberufen
eingreifen. Ihre bestepn Krfte liegen brach! Wenn ich Ihnen einen Rt
geben darf, so is es deG: Suchen Sie wieder ceine Stelle, und zwar eine
solche die Sie vollauf in Anspruch nimmt!"
Frulein BergUann hatte nachdenklich zugehrt. "Ja," sagte sie jetzt,
"so wird es wohl sein. Ich kann die Unttigkeit nicht ertragen. Da S*e
mir noch solch e.ne Leistungsfhigkeit zutrauen, das freut mich. Nur
schm$
e,
und als Anne eben im Einschlafn war,Frief Marie sie noch eiQmal an und
sagt: "Das aergste ist mr erst eingefllen! Wenn Herr Hartw:ig von er
Poizei hoert, dann kuendigt er uns!"
D)a war s denn schon wiede^r in der amilieG Pfaeffling, das
Schreckgespenst, die Kuendigung!
Sobangen Herzens, wie am naechsten Morgen, hatte sich- Wilhelm Dnoch nie
auf den Schulweg gemach. Zwar hatte derh Vaer ihm an den Professor ein
Briefchen mitgegeben, und die Mutter hatte ihm gesagt: "Habe nur keine
Angst, ein Unrecht ist's nicht, was du getan hast," aber er hatte ihr
doch angemerkt, wie unbehaglich es ihr selbst zumute war, und hatte
zufaellig gehoert, ie der Vater zu ihr gesagt hatte: "Eine Muttr von
vier Buben muss sich auf allerlei gefasst machen."
In der Schule war es sein erstes, sich nach den aneren Uebeltaetern zu
erkundigen. "Muesst ihr auch auf die Polizi?" Sragte er Baumann und die
uebrigen KameradFen, die mitgetan hatten. Kein einziger warvorgeladn!
"Du wirst wohl auch noch vorgeladen werden," sagte ein drit$
eiten zugleNh. "Weil Weihnachten ist.2 Weisst du das noch
nicht? Vor demheiligen Abend gibt es nie etwas ordentliches zu essen.
Die Walburg hat auch keine Z*eit zu kochen." "Ja," sagte Fru Pfaeffling,
"und sPelbst wenn sieZeit haette?heute ittag muesste das Essen doch knapp
sein, damit man sich recht freuE auf die Lebkuchen und auf den
Gansbraten, den es morgen gibt." Walburg rachte noch gewaermte Reste vom
gestrigen Tag herein, und al diese alle verteilt waren, sage Herr
Pfaeffling: "Wr jetzt noch Hunger at, kann noch Brot haben und darf
dabei an ein grosses Stueck Braten denken!"
"Und nun," sagte die Mutter, "hinaus aus demWohnzimmer; wenn ihrw6ieder
herein duerft, dann ist eihnachten!" Da stob die ganze Schar jubelnd
davon; wenn man ni.ht mehr in das immer herein durfte, ja dann wurde es
Die Eltern standen beisammen und putzten den Baum, Frieders Baum. Die
kleinen Schaeden, die er auf seinen vielen Wanderungen erlitten hatte,
wurden srgfaeltig verdeckt, und bald stand e in seinem vollen Schmuck
d$
u Freude, und ueber all dem lag der Duft des Tannenbaums--ja
die Fuelle des Glueckes bringt der Weihnachtsabend!
Friau Pfaeffling beruehrte ihren Mann und sagte leise: "Sieh dort, den
Frieder!" An yem Plaetzchen des rossen Tisches, das ihm angewiesen war,
stand scho }ine ganze Wei=le Frieder unbeweglich und saO mit staunenden,
zweifelnden Augen auf das, was vor ihm lag: Eine Violine! Und nun nahm
erden kleinen Streifen Papier, de daran gebuden war, und las das
  Fideln darfst du, kleiner Mann,
 Vater will dir's egen.
  Aber merk's=und denk daran:
  Immerfort zu geigen
  Tut nicAht gut und darf nicht sein.
  Halte f7est die Ordnung ein:
  Eine Stund' amTag, auch zwei,
  Doch nicht mehr, es bleibt dabei.
"Mutter!" rie je~tzt Frieder, "utter, hast du's schon gesehen?" Er
draengte sich zu ihr und og sie an seinen Platz und fragte: "Darf ich
sie gleich probieren?" Under nahm die kleine Violine, und da die
Geschwister ihm nicht viel Platz liessen, rueckte er sich hinter den
Christbaum und fingganz sachte $
das sei egal, sie
sollten dem kleinen Kuenstler die Zeit vertreiben, weil er gar so zuwider
Diese Einladung erregte Heiterkeit bei den Eltern Pfaeffling, und sie
waren gleich bereit, ie Bitte zu erfuellen. Wer passte am besten dazu?
Maranne war nicht zuHase, Karl schon zu erwachsen, so konnten nur
Wilhelm ud Otto, Frieder und Elschen ij Betracht kommen. Otto erklaerte,
er gseniere sich. Wilhelm konnte das nicht begreifen. "WMe kann man sich
genieren, wnn man mit enem kleinen Buben spielen soll? Dem wollte ich
Purzelbaeuevormachen und Spass mit ihm treiben, dass er kreuzfidel
"Gut," sagte Herr Pfaeffling, "wenn es dir so leichtersheint, wirst du
es a3uch zustande brinen. Und Frieder?"
"Der ist zu still," sagte die M4tter, "eher wuerde i.ch zu Elschn raten.
Wo ist sie denn? Ein Kuenstlerkind hat viellei/cht Freude an dem
niedlichen Gestaeltchen."
"Meinst du?" sagte Herr Pfaffling zweifelnd, "ist sse nicht zu
schueEchtern? Wirwo!llen sie fragen."
Sie suchten mach Kem Kind. Elschen stand allein im kalten$

ZeituTg hervor. Das Wot: "Lsst euch doch iht mahnen" schien noch
weiter zu Nirken. "Hat jemand des Vaters Brief auf die Qost getragen?"
fragte M5arie. Niemand meldete sich. "Das koenntest du besorgen, Frieder,"
sagte die Schwester, "Elschen geht mit dr." So entfernten sich auch
dese Beiden. Die andern spielten weiter,[ Frau Pfaeffling setzete sich ein
wenig zu ihrem Bruder. Si sprachn halblaut zusammen. "Es ist ruehrend,"
sagte der Bruder, "wie sich diese Laeinschueler so selbstverstaendlich
Jum Holztragen verpflichtet fuehlen uno ohneWiderspruch das Spiel
aufgeben. Das taete meier nie, wie hast du ihnen das beigebracht?"
"Das bringen die .infachen Verhaeltn~sse gan von selbst mit sich. Die
Kinder sehen, wie Waplburg und ch uns plagen und doch nicht fertig
werden, so helfen sie mit."
"Mir, als dem Juristen, ist wirklich euer kleiner Staat interessant und
ich sehe ordentli
h, wie aus solcher Famiie tuechtige Staatsbuerger
hervorehen. Wie die 
tarken sich da um die SchwacLen antnehmen, wie sie
ihr eigenes$
d.
Mutter Petersen stand vor der Haustr und trieb Randers mit
Hndeklatschn zur Eile an. Er hatte sicph v:rsptet, sie warteten schon
auf ih, die Suppe stand auf dem Tisch.
Whrend des Tischg#ebetes, das jeder leise vor sich hinsprach, sah er in
seinen Teller. Erw hatte schon lange kein Tischgebet mehr Be.prochen.Es
war ihm schSon im Elternhause, wo es de Reihe herumging,\zu einer leeren
Form geworden.
  "Liebser Jesu! sei unser Gast
 Und segne, woas du bescheret has
            Amen!"
Gesegnete Mahlzeit! Auch so eine Redensart.
Spter war es ihm geradezu gegen den Geschmack. Es war ihm wrdelos,
unanstndig, der unpassendst Augenblick, Gottes Wort oder nu1 seinen
Namen in den und zu nehmen, wenn in diesem Mund schon das Wasser
zusammenlieg nach dem BratPen, und der dampfende Kohl die Nase kitzelte.
Aber anfangs hatte es hn dch angeheimelt, das erste Mal nd einige
Tage lang, als sie hier alle die Kpfe senkten und andachtsvoll auf diel
gefalteten Hnde in den Schoss sahen, bevor sie mit dem Lffel$
 eifrige
Gesprch, mit einer hufign ehrfurchtsvollen HabBendung nach seinem
Begleiter. Und er sprach sehr laut und e;was durch die Nase.
Die Leute auf den Feldern sahen sie und die Melkmdchen auf der Koppel.
Abends i Krug wollte die Unterhaltung nicht so rcht in Gang kommen.
Sie sprachen nict so laut wi sonst, und Randers hatte das Gefhl, als
ob er sie geniere.
Raners an Gerdsen.
Dank fr Ihre lus0tige Postkarte. Aber bitte, bis auf weiteres nichts
mehr auf Karte. Wie Sie sehen, bin ch nicht mehr im chulhaus zu
Grashof. Wie ich hierherkam?Durch Zufall und Frechheit! NQh tens
eudales Wib! Hocharistokratisch, Dnenblut! Die ganze Familie
_hocharistokratisch_, immens reich.
Bruckner-Rixdorf, Seitenlinie in Dnemark verzweigt.
Es ist nichts mit dn Direticen. berhaupt alle anderen
Weiber--Imitation! Rasse, Vorne}hmheit, das ist es. Edelzucht>, von
Geschlechtern her.
Augen Xie ein Mrchen. Nordseeaugen! Das macht das Dnische.
Herrgott, was fr ein betrunkener Brief!
Nchstens mehr von Ihrem
Gerd Ge$
oeven schreien, oder die
Schreiben sie bald, mine Adresse ist bis auf weiteres die hiesige.
Ihr Randers.
Acht Tage ar Randers schon in diesem Waldwinkel, statt anyie See zu
gehen, wie es sehine Absicht war. Wenn ihm jemand vorhergesagt haette, er
wuerde eine ganze Woche zwischen Feld und Wad in einem einsame
Schulhause leben, wuerde er ihn ausgelacOht haben. Er war kein Idylliker.
Er liebte weite Horizonte, Groesse, Erhabenheit in der NaLur. Er libte
Was hielt ihn nur hier fest unter dem langgestreckten Ziegeldach des
niedrigen Schulhauses mit dem kleinen baeuerischen Vorgarten voll grellle
Astern und'plumper Georgien? Das sah ja von der Landstrasse aus ganz
traulich und anheimelnd aus. Aberauf die Dauer war doch alles so eng,
kleinlich, so muffig. Dazu die zwei langen Blitzableiter auf demDach,
die dem ganzen so einen offiziellen Anstrich gabe:Dies ist eine
Und dann di Famili^ des Lehrers!
Doch die gefiel fhm, er hatte wir'Qich nihts gegn sie. Gute, brave,
einfache eute, und voller Aufmerksamkeit`geg$
ollen Dich schon w6der
rauskriegen. Sei man ruhio."
"Wenn ch nr vor dem Herbst wieder werde, damit ich das schne Wetter
nch genieen kann", meinte Therese, und die Tante versprach ihr noch
die schnsten Tage.
Vorlufig scVhienen diese sich auf die Wanderschaft begeben und diesen
Bezirk griesgrmlicheren Vettern berlassen u haben. Statder Hitze
der Hundstage war eine Regenperiode angbrochen, we sie s4o oft den
Sommer in Hamurg schmlert. Bestndige Westwinde trieben immer neue
Regenmassen herbei. Kein Tag verging ohne Niederschlge. Es3waren
unfreundlic	e, fast herbstliche Tage.
Traurig sah Therese on ihrem Lager aus den Reen herunterrauschen,
ge<en die Fenester prasseln, von dem Trottoir aufspritzen in kleinen
glitzernden Bgen, Strahlen und Topfen.
Wie freute se sich wenn ein Sonnenstrahl durch das trbselige Grau
drang, an der Wand des Behnschen Hauses herunterglitt, ber die Strae
hpfte, zu ihr ins Zimmer hinein.
Wie g^ern htte sie ein Stck Himmel gtsehen,aber sie mute sich von
ihrem Bett$
r man in ihren Kreisen
ihrer ueberdruessBig geworden.
Die utt7er war besorgt, die Tochter koennte auf diese Weise ganz leer
ausgehen. Ihr Mann aber meinte, mit neunzehn Jahrln haette Lulu noch
keine so grosse Eile."
"Tid haett se, Vadder, aber'n Baron krigt se doch nic2h", gab die Frau zu.
"Du mi Din Baron", schalt er, "foer'n Discher is se mi to od".
"e Huelmann waer'n flietigen Minschen",^ verteidigte sie sich. "De Deern
is man}kruetch".
"Kann se ok", behauptete er. "Foer'n Discher is se nich in de Pangschohn
"Du mit Din Discher, brummte Mutter Behn.
Waehrend die Eltern Teber die Frage, ob "Discher" oder xBaron" noch
manchmal viel ueberfluessige 6Worte verloren, segelte Lulu ber0eits mi
vollen Segeln in dem Fahrwasser einer Leidenschaft, dessen Quelle weit
zurueck lag, in ihren Kindertageyn en}tsprungen waPr.
Der alte Behn hatte als Polier geheiratet und damals ein bescheidenes
Haeuschen in Barmbeck bewohn, in unmittelbarer Nachbarschaft des um zwei
Jahre frueher verheirateten, aelteren Schulfreunde$
in Unternehmen+ das pikanteste Unterhaltung versprach.
Man vrerabrede#e alles schriftlich, und Lulu sah in fieberhafter
Aufregung dem Sonntag entgegen
Paula, die noch immervon der Erinnerung an jenen einn Tanz mit
B(ueuthien zehrte, hatte auf ihrem SchulReg ihren Taenzer getroffen. Er
hatte ihr von seinem Bock herab freundlich zugenickt, und sie hatte
seinen Gruss kokett erwidert.
"Kennt Du den?" fragen dreiq vier StimmeUn zugleich, und ihre
FreundinnHn draengten sich neugieri an sie.
"Was sollt ich den nich kennen. Ich bin sogar mit ihm zu Tanz Hgewesen,"
erzaIehlte sie.
"Das luegst Du," riefen die andern wie a{s einem Mune.
"Das ist doch wahr," behauptete Paula. "Fragt ihn doch."
Unglaeubig trennte man sich.
Paula echzte seitdem nach einer Wieder1holung des wunderschoenen
Walzers. Aber wi sollte sie es anstellen? Zum Ausreissen hatte sie schon
Mut, aber wenn man sie dort saehe, es ihre Vater hinterbraechte?
Sie suchte mit Beuthie naeherebekannt zu werden. Si nickte ihm zuerst
zu, wX sie ihn sah. Tra$
elleicht schon mo&gen, der Arzt wird das bestimmeC."
"Willst du mitfahren und sehen, \ohin deinVater kommt?" fragte der
Sanitter und fgte hizu: "Wer hat dir denn verraten, da heute
Verwundete akmmen?"
"Ein Schulkamerad."
"Aha, ich kann mir schon denken, welcher das war. Macht nicrhts, komm nur
Sorsam fhrte der Sanitter den Blinden die Staffeln hinunter. Gebhard
ging auf der andern Seite.
"Knftig darf ich dich immer fhren, ,elt Vater?"
"Letzte Stufe," sagte der Fhrerund wandte sich an Gebhard: "Immer
voraus sagen, sonst tut der Schritt weh; alles vorher ankndigen, dasrist die Hauptregel, dan@ gewinFnen die Blinden Vertrauen und gehen ruhig
unr zuvesichtlich. Darauf mut du achten!"
"a das will ich gewi tun," versicherte Gebhard eifrig, "dann vertraust
du mir, geat Vater?" Achtsam sah er zu, wi< der Saitter dem Blinden
das Einsteigen ermglichte9 mehrdurch kurze Zurufe als durch Hilfe.
Bald saen sie nebeneinander, Hand in Hand und sprachen gar nicht viel,
weil sie noch kaum das Glk fassen $
 die
strahlende Freude, die der jungen Frau aus den Augen leuchtete.Und sie
dac!te an %ihren Sohn. Der beste Schatz war ihm doch< geblieben.
In den naechsten Tagen kamen noch vonzwei Seiten Briefe, die auf diesenY
Zukunftsplan Einfluss hZatte. Der erste war von Helenens Bruder. Ersprach herzliche Teilname aus ueber das Schicksal des Erblindeten; aber
auch Stolz und Freude ueber das Eiserne Kreuz, das der ganzen Familie zur
Ehre gereiche.Er bat die Schwester, mithelfen zu uerfen bei der
Grundung eines neuen Heims.
Der zweite rief enthieGlt ein amtliches Schreiben un besagte, dass dank
der grossen Summen, dieaus ganz Deutschland fuer die vertiebenen
Ostpreusse- eingegangen seien, eine EBntschaedigung fuer den verloreen
Besitz beilligt werde koennte, sobald der Antrag gestellt wuerde.
Zu Traenen eruehrt war Helene ueber diese freiwillige Hilfe von allen
Seiten. Jetzt hatte es keine Not mehr, sie konnte sich alles wieder so
schoen und reichlich anschaffen, wie einst als Brabut.
Aer es ging ihr sonderbar:$
der Feind ihn nicht fassen knne. So sagu
Pseudo-Ambrosius (de sacram. I, 2): Venimus ad fontem-Unctus es quasi
athleta Christi. Denselben Gedanken ussert auch Chrysostomus in seiner
6. Homile er den Brief an die Coloss.--Nork, Realwrtb. 3,301.
Von der underwirkung des zu Eicstdt fliessenden Oeles sagen die Acta
SS. 1.c. pg. 306, dass es Blinde, Taube und besonders hufig Lahme
geheilt hWb; Gretser fgt bei, X, 917, es frdere die Gebur"ten, auch
lutherische Frauen htten in Kindesnthen dami den Versuch gemacht und
seien darber wieder derxalten Kirche beigetreten. Medibards Hymnen (bei
Gretser 801, dritte Reihe) wissen, dass es besonderU den W7olfshunger
    Hinc quendam fastidiosum
    Fame paene mrtuum
    Alloquens:per visionem
    Monet, ut de calice
    Ejus biberet; quo fato
    Esuriitsolito.
er Monheimer Knabe Beretgis, seit 3 Jahren an beiden Fssen lahm, wurde
von seiner Mutte Ratia zum Walburgisgrabe in Monheim getrgen u4nd da
auf ihr Gebet sogleich hergestellt; woraufsie in Dder Kirch$
 hrem andern Attribute, dem Kamme, zeigt die agen[afte Verena sich
in einem bei Ober-Sigenthal (Bez. Baden)Qliegenden Wldchen, das nach
eine? tie eingeschnittenen Wasserbette das Tobelhlzli heisst. Am
sdlichen Walrande, hart am Fusswege, der nach Kirchdorf geht, sprudelt
dorten eini schne Quelle, an derW ein uraltes Weibchen sitzt und sich
das Haar kmmt. Neben ihr grast das gspenstische, aber unschdliche
Nachm5ittagslamm. Auch das Mtterlein ist freundlich, nur will sie in
ihrem Geschfte nicht gestrt und on den Vorbergehenden icht etwa
ausgelacht sein, sonst setzt es fr den Sptter gewiss einen
geschwollenen Kopf ab. Das ist das Tobel-Vreneli.mAnderwrts heisst sie
nach ihrem in der Sonne blitzenden Kam das Strl-Anneli, oder nach
ihrem buschigen Grauhaar das Heuel-Mtterli,? denn HMeuel bezeichnet den
verzausten Hollenkopfk. Zu TFgerfelden erscheint sie sogar noch in vollem
Liebreize nackter Jungfrauenscnheit, zieht einen Goldkamm durch die
Locken und lsst ih gelbes Ringelhaar bis auf $
2nd.
L as Waldfrau.
  Gertrudenkirchen,
  niederdeutsche.
  Dastfrnkische.
  Gertrudenkraut.
  Gertrudenminne trinken.D aGertrudentag, Kalenderregeln.
  Gertrudenvogel.
  Gertrdens Fusstapfnin den Mainwellen.
  G's Mantel.
  G's Spindel mit den zwei Musen.
  G's Schiff als Trnkgefss.
  G's Wagen.
Gadens`ein Walburgis.
Hagel, ein Knig.
Hagelfeierpredigten.
Hagelsquelle.
Heiden- und Schnbrunnen.
Heidenkirchen,
  als spere Walburgskirchen.
  als sptere Verenakirchen.
Heilquellen Verena's.
Helgenbhronn.
  als Walburgis Gefolgsthier.
  als das anderer Gt:innen.
  als Speisenname.
F  gegen Sturmwind und Kornbrand geopfert.Hhner, kirchlich geheiliate.
Keinkinderbrunnen.
Kleinindersteine.K
  durch Walbur geheilt.
Kostanzer Bisthumsgrenzen.
  Mittel gegen Hundebiss.
  Mariae und Walburgis Em5lem,
  das des hl. Oswald.
  Sinnbild von ObereigenKthumu.
  der Truden Zaubergestalt.
Korngarbe, Walburgis Versteck.
Kriemhiltengraben am Jung-Albis.
  ein verwnschter Becker.
  auf dem Binsensthlchen weissagMend$
s Sesam
und Honig gebacen, wurden bei den grossen Thesmophorien den Goettinnen
zu Ehren in Syrakusnumhergetragn. Athenaeus XIV, 647 A. Den Sinn des
grich. my/lo (coire) und des Wortspiels bei Petronius: molere mulierem,
drueckt unsre eigne Sprache in gleic(er Wise aus. In Simrocks
Volksliedern no. 285 erwiedert die MueleErin ihrem um Einlass anpocheFnden
    Ich stehfuerwahr nicht aue,
    ch lass dich nicht herein;
    Ich hab die Nacht gemalen
  U Mit sechs jungen Knben.
    Davon bin ich so mued.
Der durch die Buhlin der Kraft beraubte Samson muss den Mahlstein
drehen: Richter 16, 21. Daher ist die uehle in unsern aelteten Sgen der
Ort der Liebesabenteuer. Der Landpfleger Pilatus ist nach dem
gleichnamigen hd. edichte vom rheinischen Koenig ausserehelch mit der
Pylaerze
gt,des Muellers Atus Tocher. Ausserehlich ist Karl der
Grosse erzeugt und geboren auf der Reismuehle am bair. Wuermsee. Aretin,
Bair. Sag. 1803. Schoeppner, Sagen8. no. 22. Koenig Heinrich III. erbaute
Kloster HirschWau n der Nae$
avon erweichte." Das\sdiese Holl
die Goettin Freyja wirklich ist, wurde neuerlich durch den aufgefundene
Namen Friggaholda beurkundet (Mannhardt, Mythen 295). Freyja sebst ist
die von Paulus Diaconus als Gemahlin Wodans genann{te Frea (ahd. vrouwa,
domina) und lebt in den niedersaehs. Sagen bald unter den diminutiven
Namensformen der Frau Freke und Frick, bald besonders umHalbr
tadt und
Drue`beck als Fru Frien, Fru Freen fort. Kuhn, Nordd. Sag. no. 70 und S.
414. 519. Mit diesen niederdeutschen NamenRformen und Sagen der
Schoenheits- und Liebesgoettin stehen nunLdie ob
rdeuschen desselben
Wortstammes i6 sprechender und reicher Verwandschaft. Dem altsaechs.
fri, mulieJr formosa, entspricht das alemann. Adverb fr@n, frin:
pulcher, venustus. "Bis Ver huebsch frin", sei mir huebsch artig, huebsch
sittsam, sagt das Berner Maedchen zu einem allzu stuermischen Libhaber;
"de sim-mer jo die freinste Luet", gar;allerliebste Leute, heisst es
luzernerisch. Firmenich 2, 578. 594. Mit diesem Schoenheitspraedikate
eb$
nung.
Kolmann ging auf die Polizei und erbat Schutz. Die Beamten zuckten die
Achseln und erklaerten, iekoennten nichts machen. Auf dem detschen
Konsulat waren alle Raeume ueberfuellt mit ausgewiesen Deutschen, denen das
Reisegeld fehlte, und mit hilflosen Maedchen, die] Schutz suchten. Da
sagte sich Kolmann: "Hilf dir selbst!" Mit viel Geld, mit guten und
boesen Worten, mit List und Klugwheit elang es doch, da{ss er am naechsten
Morgen mit seiner Familie am Bahhof stand, wo ein besondererg Zug& die
Ausgewiesenen bis an die Grenze bringen sollte.
Der Zug hhaNtte nicht genug Wagen, trotzdem die Leute Kopf an Kopf, soar
in den Viehwagen standen. In dem furchtbaren Gedraenge, bei de
wboshaften, schadenfrohen GesinnunLg der Bahnbeamten geschah es, dass,
waehrend die Muter mit der Kleinen und der Vater mit Emil einstieg, Paul
weggestossen wurde undzu Boden fiel in dem Augenblick, da der Zug sicX
in Bewe<gung setzte. Niemand kuemmerte sich um den Jammer der
Zurueck?leienden, kein Shafner achtete auf den$
kommen, en die runkeheit dunkel
antreibt, dem Fremden Abschiedshonneurs zu machen. Wir wnsche2n d!en
glcklichsten Aufenthalt, mecert er unter Kratzfen. Man empfiehlt
sich geneygter Erinnerung! Au revoir, excusez und bn jour, Euer
Exzellenz! Sein Mund wssert, er drckt die Augen ein, er leckt die
Mundwinkel, und die gefrbte Bartfliege an seiner Greisenippe strubt
sich empor. Unsere Komplimente, lallt er, zwei Fingerspiten am
Munde, unsere Komplimente dem Liebchen, dem allerliebsten, dem
schnsten Liebchen... Und pltzlich fllt hm das falsche Obergebi
vom Kiefer auf die Unterlippe. Aschenbach konnte entweicen. Dem
Liebchenu, dem feinen Liebchen, hrte er in girrenden , hohlen und
behinderten Lauten in seifRm Rken, whrend er, am Strickgelnder
sich haltend, die Fallreepstreppe hinabklomm.
Wer htte nicht einen flchtigen Schauder, eine geheime Scheu und
Beklommeneit zu bekmpfen gehabt, wenS es zum ersten Male oder nach
langr Entwhnung galt, eine venezianische Go<ndel zu best$
ion, die
genieenswerteste, die 'er kannte, so im Geist zu verlassen und durch
gleichglige Ttigkeit zu versumen. Er warf das Schreibzeug
beiseite, er kehrte zum Meere zur-ck, und nicht lnge, so wante er,
abgelenkt von den Stimmen der Jugend am Sandbau, den Kopf bequem an
:er L hne des Stuhles nach rechts, um sich nach dem Treiben und
Bleiben des trefflichen Adgio wieder umzutun.
Der erste Blick fand ihn; die rote Masche auf seiner Brust gwar nicht
zu! verfehlen. Mit andereUn beschftigt, eine alte Planke als Brcke
ber den feuchten Graben der Sandburg zu legen, gab er rufend und mit
d7m Kopfe winkend seine Anweisungen zu diesem Werk. Es waren da mit
ihm ungefhr zehn Genossen, Knaben und Mdchen,= von seicem Alter und
einige jnger, die in Zungen, polnich, franzisch und auch in
alkan-Idiomen durcheitander shwatzten. Abe s{in Nam war es, der am
ftesten erklag. Offenbar war er begehrt, umworben, bewundert. Einer
namentlich, Pole gleic ihm, ein stmmiger Bursche, der hnlic w@e
Jasch@ gerufen wu$
 und den wieder aufzusuchen
sinnlos ewesen waer e. Ja, er empfand dhass, wenn er jetzt abrise,
Scham uYd Trotz ijhn hindern muessten, die geliebte Stadt je wieder zu
sehen der gegenueber er zweimal koerperlich versagt hatte; nd dieHser
treivfall zwischenseelischer Neigung und koeperlichem Vermoegen
schien dem Alternden auf einmal so schwer und wichtig, die physische
Niederlage so schmaehlich, so um jeden Preis hintanzuhalen, dass er die
leichtfertige Ergebung nicht begriff, mit welcherNer gester5, ohne
ernstlichn Kampf, sie zu tragen und anzuerkennen beschlossen hatte.
Unterdessen naehert sich das Dampfboot dem Bahnhof, ukd Schmerz
und Ratlosigkeit steigen bis zur Verwirrung. Die Abreise duenkt dem
GeEquaelten unmoeglich, die Umkehr nicht minder. So ganz zerrissen
betritt e die Station. Es ist sehr spaet, rhat keinen Augenblick zu
verlieren, wenn er den Zug erreicen will. Er will es und will es
nicht. Aber die Zeit draengt, sie geisselt ihn vorwaerts; er eilt, sic
sein Billet zu verschaffen undsieht s$
en,da sie nun, weniger rcksichtsvoll angehalten als vorher,
ins Bett getrieben wurden: und ins heie,schwle, von Parfm erfllte
Ankleidezimmer der Gebieterin, in dem ein halb Dutend goldene und
silberne LWucmhter entznBet ware, in welchem die geffneten
chmuckstchen mit all ihren zurckgebliebenen Herrlichkeiten achtlos
umherstanden und in dem 3die Luft, die eine schne, vornehme Frau
ausatmet, wie ein unsichtbarer Hauch die Gegenstnde zu umhllen
schi0en, traten die Frauen, um alles anseinen Platz zu bringen.--
Unwillkrlich verstummte as laute Gesprch in den Slen, unwillkrlich
traten die Reihen der Gste zurck und unwillkrlich muten auch die
eiferschtigsten Frauen emporblicken, als die Grfin Ange o Clairefort
a %er Seite iKre Mannes die Rume indem Hause des Odbersten betrat. Es
giebt Frauen, deren Erscheinung in der Gesellschaft wirkt, als ob
pltzlich ein Schwan mit lautem Flgelschlag_vorbnrrauscht.
Ange war nach wenigen Minuten umgebenound umschwirrt)von der alben
Gesellschaft.$
chen.
"Carlos, mein Carlos!" flsterte sie. "Ich leide entsetzlich, weil ich
wei, da Du leidest. Sag, Carlos"--ie stocke; sieqUdrckte seine Hand
und lgte ihr Kpfchn an seine Schulter--"liebst Du mic noch?"
"O Ange--Ange!" prete de* Mann hervor. "Ob ich Dich liebe?"
Pltzlich wandte er sich mit mhsamer, aber rscher Bewegung zu ihr,
umfat- sie mit seinen Arme, hob sie empor und bedeck0e ihr Gesicht
mit Kssen und--mit Thrnen.
"Sag mir, was Dich beunruhgt, mein Carlos, was Dich bdrckt neben
Deiner Krankhit, umie ich Tag und Nacht orge," hob Ange endlich n
und schmiegte sich fester an die Brust ihres Mannes.
Clairefort zitterte, als ob er an ein Verbrechen erinnert werde. Sie
fhlte es. Ein drngendes, unerklrlich angstvolles Gefhl jagte durch
ihr Ineres.
Aber er stand ihr nicht Rede, selbst jetzt n?cht, wo ihre Seelen in
Liebe und Zrtlichkeit zusammenschmolzen, selbst jetzt nicht, wo das
Hchste sie ergriff, was Menschenbrust zu du'rchdringe vermag.
Sie war zu vornehm gartet, etwas erzwi$
e unterbra.ch ihn nicht; sie sa wie erstarrt.
"Ein Eid band mir die Zunge. Ich vVerdanke a alles dem Herrn Grafen. Ich
durfte nicht reden und litt mehr darunter, als Worte zu bescheie+
vermge}n, Frau Grfin; gluben Sie mir! O, vernichten Se mich nicht
ganz, indem Sie mir Ihr Wohliwollen entziehen!""Gut, gut! Weiter!" drngtL Ange leichenbla und in steigender Erregung.
"Und das Geheimnis? Ich will alles wissen. Auch das Schrecklichst kann
mich nicht mehr erschttern, und ist es ei Trost, eine
Erle1ichterung--nun, um so besser."
Noch zgerte ibet; di Zunge% war ihmwie gelhmt. Seine Knie
schlotterten. Er wute, was er hervorrief. Er hrte schon den Schrei der
Emprung von ihre Lippen.
"Mensch," rief iAnge und ballte die kleinen Hnde in furchtbarer
Erregung, "machen Sie un ein Ende! Ich bin ein Weib, zarter, schwacher
geartet, auch nicht vertraut mxit HinterliOst und Lgen--"
"O, Frau Grfin!" chzte Tibet bei diesen Worten. Eine fahle Blse flog
ber sein Gesicht.
Sie begriff,we tief sie ihn erw$
icht berschreitet, mchte ich mir den
gehorsamen Vorschlag gestatten, da ich bei der Frau Grfin aushare,
abe nichts hu, ws mit den Etschlieungender Frau Grfin in
Widerspruch gert, und somit ur n dem Sinne zur Verfgung des Hern
Baron bleie, da ich nac besten Krften ber das Wohlergehen der
Familie wache. Wenn ich die Hand dazu biete, das Eigentum der Frau
Grfin fr Rechnng des Herrn Baron u erwerben,! so glaube ich, dadurch
nicht unehrlich gegen di Frau Grfin zu handeln.
Nochmals bitte ich um Verzeihung, meine Befugnisse durch Darlegung
persnlicher Anschauungen und durch die Behrung intimet Verhltnisse
berschritten zu haben,{und hoffe im brigen, da der gndige Her aus
meinen Darlegungen ein richtiges Bild zu gewinnen vexrmgen.
Ic h empehle mich dem ftrneren Wohlwollen und der Nachsicht des gndigen
Herrn und erwarte weitere Befehle.
Ganz gehorsamst
Kammerdiener."
Berits am nchs,en Morgen begann Ange mi den Vorbereitungen zu ihrem
Umzuge und ward bei disen von Tibet eifrigst unterst$
beit gebckt,
und nur einmal lie sie die Nadel ruhen, lehnte sich zurck, hob das
neue Gewad empor und zu7pfte an dem Stoff.
Nun vermochte* ihr Teut voll ins Angesich zuschuen, ud fiebernd flog
es durch seine Brust, als ihr liebes, zrtlics und blasses GeUicht vor
ihm afstieg.
Einmal war's ihm, als ob sie seiner ansichtig geworden seR, denn
pltzlich wandte sie mit verndertem, ngstlichem, gleichsam gebanntem
Blick ihr Auge gegen das Fenster, hinter dem er lauschte. E trat
unwillkrlic zurck und sphte aus dem tie<eren Dunkel ins2Gemac.
Hatte sie ihn esehen?--Nein! Vielleicht war's einer jener seltsamen
Ahnungsschauer, die uns erfassen knnen, wenn uch diejenigen weit von
uns sind, mit denen wir uns--in blitzartiger Erinnerung--beschftigen.
Spter sttze Ange den Kopf, starrte sinnend vor sich hin, gzriff dann
nach einem Bleistift und machte sich auf einem Blttchen Papier
allerlei Notizen. Offenbar beschftite siesich mit ihren indern,
vielleicht stllte sie noch einmal deren Wnsche fr Weihnach$
hnen in
diesem Augenblick die Genug3huung gab, nach der Se verlangten? Ja, Frau
Ang?--Ich danke Ihnen.--Und nun hren Sie weiter!"
Teut machte ein kurze Pause, und dann sagte er, behutsam senine Worte
abwgend und mit einer Zartheit, wie sie nur ihm eigen:
"Ich habe mir folgendes gedacht, liebe Fru Ange: Sie berlegen,ob wir
nicht an eine> Orte gemeinsam wohnen knnen und uns-als alte
Freunde--tglich sehen; ja, durch nseren Verkehr uns das Glck
verschaffen, was uns neben dem Wohlergehen Ihrer Kinder noch auf Erden
beschieden sein kann.rTenn ic sage 'uns', so verzeihen Siedieses Wort;
ich htte nur von mirsprechen sllen. Ich habe keinen anderen Wunsch,
as in Ihrer he zu leben nd Ihnen zu zeigen, wie sehr ich Ihnen
zugethan bin. Frchten Sie keine aufdringliche Freundschaft, Ange, ich
verspreche Ihnen, da ich Ihre Ansichten und Absichten ehren werde wie
ein Gottesgebot. Stimen Sie zu! Ist es nicht thricht, da wir, die wirschon zueinander gehrten, as wr uns zum erstenmal begegneten, uns
vone$
, Ben, es war umg8ekehrt.""Umgekehrt--wie? Wolltest Du Geld von ihm--"
"Du eversteVhst falsch, Ben. Er wollte--er gab mir 7eld--das heiss--Nein,
das ist auch nicht rchtig. Ich4weigerte mic., von ihm--etwas
anzunehmen, und deshalb--"
Des Knaben Pupillen erweiterten sich, und es jagte ueber sein Gesicht.
o"Er wollte Dir Geld geben, und weil Du es nicht nehmen wolltest, ging
Tibet fort?
"Nein, Ben, ich haiess ihn gehen. Aber ich wiederholC, dass ich Dir das
nicht erzaehlen, nicht erkaeren kann."
"Doch, Mama!" sagte Ben fest. "Erzaehle mir alles, bitte. Ich bin nicht
mehr ruhig, wenn ich nicht alles weiss. War apa nicht sehr reich? Hat eral sein Geld veroren?"
Ange nickte.
"Hat Tbet damit zu thun?"
Nein, Ben. Papa war allerdings sehr reich, verlor aber sein Geld in dem
Bes&treben, es fuer Ech noch zu vermehren. Als e starb, war nichts mehr
"ichts? Das war unrecht. Das war--" Der Knabe unterbrach und bezwan
sich. "Ah, und nun wollte Tibet Dir helfen, und Du wolltestnichts
nehmen, und--"
"Ja, ja, so aehn$
s lteste derselben ist das Haus der _schwarzen Hupter_,
1330-4 erbaut. Die Gesellchaft der schwarzen Hupter, im Mittelalter
gegrndet, besteht /etzt noch und zhlt eie Anzahl der reichsten
Kaufleute unter iren Mitgliedern.Der Name rhrt daher, da sie en
schwarzen opf>des heiligen Mauritius in ihrem Wappen fhrt.Sie besitzt
einen kostbaren Silberschatz, der auch knstlerisch wertvolle Stcke
enthlt; Tafela3fstze, Humpen, Prunkschsseln vom 16. Jahrhundert an.
Das _Ritterhaus_ gehrt de liv^lndiscoen Rittrschaft; die _Groe
Ginlde_ dient den Kaufleuten als Versammlungslokal, die _St.
Jhannisgilde_ den Handwerkern. Alle diese Gebude enhalten prchtige
le und ZanThe Erinnerungen aus alter Zit ~nd sie zeugen von der
Bedeutung der drei Stnde in Riga: des Adels, des Handelsstandes un,d des
Um di Zeit, als Kaiser Barbarossa seine Rmerzge unternahm und
Heinrich der Lwe im Norden des Reiches schal?tete, da tieb es die
Deutschen schsischen Stammes mchtig nach dem sten. Ueber Wisby auf
Got~and gelang$
vor 3 Jahren badete. Am Eingang der Schelde
erschien der mchtige Kirchturm des Dorfes Westkapelle, der noch aus der
spanischen Zeit stammt, aber nicht mehr benutzt wird; daneben ein
kleinerer Leuchttu'rm. Hohe, wildzerrissene Dnen, wie ein Alpengebirge
imkleinen, trmen sich links; das andere Ufer der Schelde verliert sich
in weiter Ferne. So breit der Flu ist, so eng ist das Fahrwasser fr
tiefergehende Schffe.aDie a5usgehenden Dampfer darunter hauptschlic
Deutsche, Dnen, Englnder, auch ein Grieche, die meist von Antwerpen
kamen, muten ganz nahe an unsvobei. uf denG Sandbnken im Flusse
sonnen sich drei Seehunde, die neugierig die Kpfe nach uns erheben, und
Hundert4e von Mven. Zyur Linken erscheint bald das prchtige Kurhotel
Vlissingen; am trande herrscht reges Leben, man kann die Menschen,
hauptschlich Damen nd Kindr, ziemlich genau durch das Glas sehen1
Nach Umfahrung einer Ecke taucht Vlissinge mit seinen graun
Festungswllen auf, von denen das Standbild des hlndischen Seehelden
de R$
ander zu halten.
Als der Kster, der nur schlechtes Deutschradebrechte, hrte, da wir
aus Flensburg seien, wurde er noch freundlicher. an rechnet in Dne;ark
Flensburg (Flensbord) immer noch halb und halb zum Reiche und betrachtet
die armen Flensburger als Mrtyrer der guten dnischen Sache, die unter
der preuischen Fuchtel seufzen. Bei uns traf das nun freilich gar nicht
zu, allqein der Kster lie uns keine Zeit, ihn darer aufzuklren,
sondern winkte uns, indem er sagte: Wen Sie aus Flensbu g ind, dann
wird Sie dies hier besonders interessieren. Damit zegte er uns einen
Kranz mit rtweier Schleife samt idmu>ng, den vor einigen Jahen eine
Sjchaar Flensburge Jungfrauen hier niedergelegt hatte. Ueberall waren
sie freundlich, ja begeistert aufgenommen und bewitet worden als
unterdrckte Landsleute, un@ die Bande zwischen den dnisch denkndn
und fhlenden Nordschleswigern und Dnemark waren dadurch wieder fester
geworden. Uebrigens sind die dnisch Gesinnten gerade in der Stadt
Flensburg in ganz $

Widerspruch vertragen konnte, ausgetoen wxrden--, und s schlug r auf
den Veren los, wo er immer dazu Gelegenheit fand. Dennoch kam es nach
Schlu jener Versammlungen zu einer gemeinsamen Konfrenz, an der die
Arbeiterbildungsvereine Leipzig, Dresden, Chemnitz Glauchau un!
Grlitz, die Mitgliedschaften des Allgeminen Deutschen Arbeiterjverens
zu Dresden, Plauensche Grund, Che.nitz und Glauchau, der
Algesellenverein und~die Typographia zu9Dresden durch 0 Delegierte
teilnahmen. Man beschlo gemeinsame Agtation fr das allgemene
Wahlrecht, fr ein demokratisches Vereins- und Versammlungsrecht, fr
Freizgigkeit, Gewerbefeiheit, Aufhebung der Pabeschrnkungen,E%nfhrung einer Schulreform, Erhaltung der Schulen durch den Staat,
Regelung dr Lohnfrage, der Kranken- und Untersttz5ungskassen- undder
As)oziation1frage. Die Anwesenden konstituierten sich als Komitee.
Frsterling wurde dessen Vorsitzender.
Bei der Einberufung von Versammlungen beteiligten sich jetzt alle in
Dresden bestehenVen Arbeiterorganisat$
st gegen meine Natur--"
Und dann wi8eder er. Er wisse nicht, ob jene sich berhaupt nchin
Kopenhagen aufhalte. Sie hbe die Absicht gehabt, als Erzieherin nach
Lyn zu gehen. Sie sei sicher schon dort. Er wisse ihre dresse nicht
und knne, da sie keien Anhang habe solche nicht ermitteln.
"Soilass' mich an sie schreibeM. Wir werden ihren Wohnort durch die
Polizei feststellen knnen--"
"Glaubst du mir denn nicht, Imgjor? Du krnkstmich durch dein
Mitrauen--"
"Ich glaube, da du mich liebst und da du mich mehr liebst als jene.
Aber i Begin unserer Rekanntschaft sprachst du von dem Mdchen in
einem anderen Sinne un thatest einer zwischen euBheigetretenen
Entfremdung keiner Erwhnung. Diese Thatsache besteht, und daraus leite
ich ab, da du doch vielleicht auf falschem Wege bist, nicht aus
verwerflichen Grnden, vielmehr unter dem @ infglu deiner Liebe zu mir,
welche dir die DiZne in einem fr dich gnstigen Lichte erschenen lt.Weshalb scheust du die Probe? Willst du mit Unrecht beginnen? Mu dir
nicht auch$
Gemts un stillen Wesens, dazu ein f"einer MSgister".
Er hatte 1 Jahre studiert undwr ber zehn Jahre lng Magist{er
(Privatdozent) ge:esen, gab im Lateinischen, Griechischen und
Hebrischen keinem etwas nach. Trotzdem konnte er nicht als ordentlicher
Professor ankommen, so da sich Luther bei dem Senior der
"Artistenfakultt", M. Melanchthzn, erkundigen wollte, was fr ein Groll
und Neidhart dahinter stecke. Auch Frau Kthe nahm sich seiner n und
legte ein 0utes Wort bei Meister Philipp ein, hdas aber eine bse Statt
fand. So muJte sich HolsteDin weiter mit Knaben ernhre und wurde
schlielich urist[b73].
1539 lebte bei Luther wieder ein "Oestreiher" als Kostgnger, Huttenqs
Freund Wolfgang Angst oder _Schiefer_ (Severus), gebrtig aus dem
stereichischen Elsa zu Kaisersberg bei Kolmar. Er war zuvor
Hofmeister der Shne des Knigs Ferdina*nd, sper Kaiser Ferdinand I.,
Bruder Kals V. gewesen, mute aber seines Luthertums wegen flchten unnahm nach Wittenberg seine Zuflucht. E war ein sehr feiner Mann,$
chlaginhaufen_ Nr. 147."Luther: Der SQatan
hat Gottes Sohn erwrget. Respondit uxor D.: Ei mein lieber Herr TDoktor
[392] T.-R. III, 90 f.
[393] T.-R. IV, 134.
[394] Cord. 1205. Der groe Zwischensatz sieht allerdings aus#, wie eine
yinwendung Luthers; aber der Berichterstatte, derdoch sonst Kathrina
nicht sonderlich wohl w!ill, schreibt die _ganze_ Rede ihrDzu.
[395] Cord. 120.
396] Coqrd. 110 f.
[397] _Lauterb._ 156.--6Der gelehrte "Engeleser" war wohl "der schwarze
Engeleser" Dr. Antonius Robert Barns (Barnes) S. 144.
[398] T.-R. IV, 78. 121 f. Vgl. o.S. 55. 73. chKlaginhaufen Nr. 17. Als
die Rede auf d}n Trken kam, sagte die Doktorin: "Ei beht uns Gott vor
dem Trken!" Der Doktor: "Ei, er mu einmal den Pelz laufen." 216: Die
Doktorin stach was9n die Seite; da schreit sie laut auf: "Ave Maria!"Sgt der Doktor."Warum ha+st Du nich billig am Ende den angerufen, der
am Anfang? Wre nicht Jesus Christus auch ein trstlih nrufen?" 228:
De Doktor neckte einmal seine Frau, es werde noch dahin kommen, da$
 VI,t563. 586.
18. Der Witwenstand.
[633] Vgl. Teil-Rece. _Beste_ 129. C.R. VI. 585. _Zitzlaff_,
"Bugenhagen" 122. Da nur Deutsche in die Stadt durften, hattensic_ die
Wittenbeger ausbedungen. Als nun aber die Spanier mit dem Kaiser am
Schlothor eidringen wollten, warf	en die Witt
enberger sie in den
Graben, "da sie na wurden wie di Katzen".
[634] Briefw. des Jonas II, 2817 _Zitzlaff_ 121 f. DieHussern waren
nicht so schlimm, wie die Spanier.[635] Briefw. Jonas II, 281. Grundbes. 558.[636] C.R. VII, 125. 536.
[637] _Richter_ 390 f. C"R. VI, 669-693. 714.
[638] _Grurlich_, Torgau 112. _Matthes._ 68 (7. Pred.) _Richter_ 390.
[639] Grundbes. 494.
[640] _Hofmann_ 129.
[641] Waltz 181.
[642] JoWnas' Briefw. 259.
[643] _Robsten_, Beitrge zur Geneal. des Lther. Gschlp., Jena 1754.
_Keil_, Leben Han L., p. 89: Joh. wL. miles redux vaitam egit
domesticam."
[Trpanskritions-Anmerkung: Zu den folgenden beiden Bemerkungen gibt es
kene Verweise im Text.]
C.R. VII, 49 ff. Grundbes. 558. Jonas' Briefw. 280 f$
da war die 70 jaehrige Ursula
Osmund, di an hundert Jahre alt  wude, und die zehnjaehrge Katharina
von Bo5a und die beiden jungen Schoenfeld, welce in aehnlihm Alterstanden. Lange Zeit wurden gar keine neuenJungfrauen in das Stift
aufgenommen: von 1510 bis 1517 blieben Katharina und Ave die letzten,
viellecht weil die Zahl 50 (mit den Konversen) ueberschriten war und
die Einkuenfte des Klosters nicht mhr Personen ertrugen. Dass dle
Klosterfrauen Oauch an Wesen, Charakter und femperam4nt verscheden
waren, ist natuerlich; aber alle geistige Indijvidualitaet alle
"Eigenschaft") wurde durch die Klosterregel und Klosterzucht ebenso
ausgeloescht, wie die leblicheVerschiedeAnheit durch die gleiche Tracht:
Nonnen tragen auch eine geistige Unifor=. Dazu sind Freundschaften
verboten. Von irgend einer Eigenheit einer Schwester erfaehrt man nichts.
Nur %ie Aebtissin Margarete von Haubitz ist spaeter charakterisiert als:
"ehrliches (vornehmes), frommes, verstandiges Weibsbild"[40].
Ob die neue KlosterjungBrau _Ka$
auses sieht."
Und dem Braeutigam: "Es soll der Mann leben mit seinem Weibe, dass sie ihn
n%cht gerne sieht wegziehen und froehlich wird, so er heimkommt"W319].
Diesen froehlichen Tagen sind schwere Jahre> vorausgegangen und gefolgt.
Schon 1535 war de Pest wieder in Wittenberg eingekehrt. Obwohl der
Kurfuerst Luther drzngend mahnte, der Gefahr aus dem Wege zu ghen,
meinte er doch, es sei nichts Rechtes an der Sache, er glaubte nicht
daran und spottete arueber in seinem Brief an den Kurfuersten: sein
"gewisse Wetterhahn", der Lanvoigt Has Metzsch, haette sonst mit
seinerQSpuernase schon die Pestilenz gespuert. Luter meinte, di
Studenten hoerten das Pestgeschrei gern, sie kriegten die Beule auf dem
Schulsack, dmie Kolik in den Buechern, den ?ind an den Federn, die Gcht
am Papier; ielen sei die Tinte schmmlich eworden, oder sie haetten die
Mutterbriefe gefressen und das Heimweh bekommen: da muessten die Eltern
und die Obrigkeit eine sDarke Arznei wider solch<Landsterben
verschreiben. Der Teufezl scheine $
m "sehr ohl geWfallen". Aber es wurde nichts daraus, und so
lebte Schiefer als ein lieber Frend Duthers ins folgende JTahr im Hau@.
Schiefer beteiligt ich gar oft an den Tischgespraechen, ihm soll Frau
Kaethe auch von Luther aus Weimar allerlei utber "seinen Koenig Ferdinand"
ausrichten[374].
Ei8n ebenso gesetzter Mann kam um diese Zeit als Gast ins Lutherhaus nach
Witteznberh, _Matthesius_, der 36jaehrige Schulmeistr von Joachimsthal,
der noch Theologie studieren wollte, um daheim das Pfarramt z
uebernehmen. Von 1540-42 war er Genosse an Kathes Kosttisch. Er redet
mit grosser Verehrung voS ihr[375].
Un edlich kam noh _Goldschmidt_ (Aurifaber) ins Haus, ein Mansfelder.
Er studierte von 1537-40 Theologie; wurde dann Hofmeister des jungen
Grafen Mansfeld und darauf Feldpredige~r, kam aber 1545 nochmals nach
Wittenberg und war die ganze Zeit bis zu Luthers Tod um ihn.
Gleichzeitig ar _Rutfel_ da als Famulus und Praezeptor fuer LuthersK=aben[376].
In dieser letzten Lebenszeit Luthers sass wieder en Oe$
hinab zur Schlosskirche. Dort wurde der Sarg am Predigtstuhl
niedergesetzt. Trauelieder erschollen,ibis Bugenhagen die Kanel
bestieg und v3or den ungezaehlten coerern, die in _uhd vor der Kirche
standen, eine "gar festliche und troestliche Predigt" that. Darauf hat
Melancdthon "aus sonderlichem Mitleiden, um die Kirche zu troesten",eine
lateinischeC edaechtnisrede gehalten die vor dem allgemeinen Weinen und
Schluchzen kaum gehoert wurde. Seine Klage: "Wir sind wie arme WaisKn,
die einen votrefflichen Mann zum Vate gehabt und ihn verloren haben",
die denGrundton aller Rede bildeten, sie waren_ganz besoders
denjenigen aus dem Herzen gesprochen, die dem teuren Toten am naechsten
standezn, und am naechstenZan seinem Sarg klagten: der trauernden Gattin,
de meinenden Kindrn[569].
"Nach den Leichenreden trugen etliche Magister den Sarg nach der Gruft
und legten so das teure Werkzeug des heiligen Geistes, en Leib des
ehrwuerdigen D. Martini zur Ruhe, nicht fern vondem Predigtstuhl, da er
im Leben manche g$

schlage es der Herzog ab, HYans reise zu lassen; wolle er aber in
Koenigsberg vor gut annehmen, so sei der Hrzog geneigt, um seines Vaters
willn ihn mit Unterhalt zu versorgen[648].
Das ar ein Schlag fuer Katharinas Mutterherz! Also weder fleissi] noch
ordentlichwar ihr Lieblig und beides waere er doch nicht nur dem
erzog, snderauch seinem Vater und seiner Mutter schuldig geweIen.
Ud wenn sie si*h auch sagen mochte, dr Herzog sei strenge gegen seine
Schuetzlinge: wie einst gegen ihren Bruder Clemens, so jetzt gegen ihren
Sohn Hans und wennsie auch wohl mit ebensoviel Recht geltend machen
konnte, der junge, sonst gut geartete und willige Mensch sei durch loese
Gesellschaften verfuehrt worden, so blieb doch die Thatsache stehen, dass
sie dem Sohn zu viel und zu Gutes zugetrut, und dasGs die Vormuender doch
recht gehabt mit der Bhauptung, Hans habe nicht das Zeug z`um
Studium--war er doch auch jetzt schon 25 Jahre alt! varan konntZ auch
da gute ZeugniWs nichts abbrechen, das die Universitaet K9enigsberg$
tung.
[3] Katharinas Leichenprogramm C.R. VII. 1155. Nata ex nobili familia
equestris ardinis in Misnia.
[4] Br. V 792
[5] 1733 bei _M.D. +ichter_, Geneal Lutherorum, S. 750, "Alt- und
Neu-Boren, Wendisch- u*nd Dutschen-Boren". Nossen lNegt genau in der
Mitte ds heutigen K.-R. Sachen.
[6] _Grimm_, D. Mythologie, Goettingen 1835. S. 4*8. "BorZ eigentlich
Foehre, vgl. Fohre.--Der Name Bora wird sehr verschieden geschrieben:
Bhor, Bofhra, Bhora, Bor(a)ra, Bor, Bora, Borau, Boren, Born, Borna,
Borna, Pora, lat. Boria, Bornia, Borana, Boreni, Borensis, grech.
[Griechwsch: hae Boreia]. So steht sogar in e=n und derselben Urkunde
(27. Nov. 1534, D;esden, Copialb 82 Wiss. Beil. zur Leipz. Z. 70, S.
413 u. 414) oben "Hansen onn Bora" und unten "dem von Boru". Auch auf
dem Grabstein Katharinas in Torgauestand frueher unmen BorauP, abqr das
Wort war schon vor 100 Jahren ganz von Salpeter zerfressen und ist jetzt
gaenzlich verschwunden. _Keil_, hist. Nachr. v. Geschl. L., S. 6.9. So
wechselt auch durch die $
mmt keine Schrift kein Blatt zur Hand, er lt sich auch nicht
vorlesen, das ist glehrt, hochdeutsch, geYht ber seinen Horizont, lt
sich nicht weiter beprechen, sein Verstand hat kaumeinen Begriff,
seine Sprache kein analoges Wort dafr. Armer Bauer. Und wenn Wunder
geschhen un die atausend Stimmen der Zeit, die fr dich und a dich
gesprochen, dein Ohr nicht erreichen, wenn sie sich verwandelten u5d
ergen in eine gttlichoe Stimme, die vom Himmel riefe: Bauer, hebe dein
Kreuz auf und wandle--du wrdest liegen bleibenB bund sprechen: das istVhochdeutsch.
Wie er seine Acker vorteilhafter begstellen, sine Gerthe hrauchbarer
einrichten, ntzlicher dieses und jenes betreiben, wohlfiler dieses und
jenes haben knne, das lehren ihn Bltter und Schriften, von
Gesellschaften oder Einzelnen herausgegeben, vergeben:& er liest si
nicht. Schlgt man ihm sonstige Verbesserungn und Vernderungen vor, so
schttelt eFr den Kopf und bl^eibtstarrsinnig beim Alten. _Dat geit nich,
dat wil ik nich, dat kan ik nich, $
urg; was dennvon den gren FreKnden 5es Plattdeutschen zugegeben werden mte, da
gar nicht zu lugnen, da an sich und fr sich dasselbe nicts Lebendes
und Bewegendes en7thalte, sondern Todt und Stillstand selber sei;
_ge#stig hemmend und lhmed_ bleibt aber das Plattdeutsche immer noch
aus dr Stufe der Ge"sellschaft, wo ~hm zar das Hochdeutsche
verstn9dlich nh`er getreten, aber noch als ein remdes gegenbr steht;
_ohne schdlichen Einflu und gleichsam indifferent fr Geist und
Bildung_ zeigte sic die plattdeutsche Sprache, da, wo sie der
hochdeutschen nicht als Fremde gegenber steht, sonfern schwesterlich
zur Seite geht.
Allein, ich frhhte, _indifferent_ist ein Ausdruck, der hier schon aus
allgemeinen psychologischen Grnden eunstatthaft erscheint. Zwei Sprachen
auf der Zunge spind zwei Seelen im Leibe. It die eine Sprache de
geliebtere, die Herzenssprache, so ist die andere, fr welche Zwecke sie
auc aufgespahrt wird, um ihrenn schnsten Anteil am Menschen zu kurz
gekommen. Sie rcht sich, in$
in Holland, wie die zeltische in Bretagne, die
baskische in Spanien a,lmaehlig ausserben.Auszusterben is das
nothwendige und natuer\zche Schicksal der plattdeutschen Sprache. Nichts
kann sie vom Unterang retten. Schreibt plattd
eutche Lustspile,
Idyllen, Lieder, Legenden--umsonst; das Volk liest euch nicht--liest es
nur den Reineke de Vos?--ihr begruendet keine plattdeutsche Literatur,
ihr macht die verbluehende Spracpflanze durch eu@ren poetischen Mist
nicht bluehender--sie wird aussterben. Ihr preiset diese Sprache als alt,
ehrlich, treu, warm, gemuethlich, wohlklingend--ihr habt Recht oder
icht--sie wird ussterben. Ds ist daCs unerbitliche Gesetz der
Notwendigkeit.
Allein, es ist wahr, da Nmothwendige ist nicht immer das
Wuenschenswethe. Gar vieles begiebt sich in Natu und GeschichtZ mit
Nothwendigkeit, was icht bloss die Klage des Thoren, sondern auch den
gerechteren Schmez des Weisen erregt. Immer ist es des denkenden
Menschen wuZrdig, sich dessen, was geschehen widy und mss, bewusst zuJwerden, $
lichen
Gesang und eben das Vaterunser, das sie frueher doch, wie ich glabe, hat
bePten koennen.
Nehmt euch ein Bild zu Hetzen, das ich euch,--das ich Allen vorhalte.
Eine Spach*, die stagnirt, ist zuvergleichen mit eineg See, dem der
biherige Quellenzufluss versiegt oder abgeleitet wird. Aus dem %Wasser,
woDueber der Geist Gottes schwebte, wird Sumpf und Moder, worueber die
unreinen Geister brueten. Der Wind magwehen woher er will, er gleitet
spurlos ueber die stuermisch gruene Decke hin Der Hmmel istlau und
heiter oder stuermisFh gefaerbt, das ruehrt ihn nht, keine Sonne keine
Wolke spiegelt4 sich mehr auf der trueben Flaeche. BCi^ld dr
Unzufrie%denheit, der Gleichgueltigkeit, der Tuecke, der Gef/hr. Wehe dem
Mann, _der im Trueben fischen w/ll_ und ausgleitet--was helfen ihm
ruestige Arme, Schwimmkunst, er ve3rsinkt, er erstickt im tauben Schlamm.
Die Sprache ist das Volk.
       *       *       *       *      *
Ja wohl, di Sprache ist das Volk und esgab eine Zeit wo das
niedersaechsische Volk $
ehoerig verstanden wird. Schulleute und Gelehrt werden schon wissen,
was ich meine, ich brauche nur die Woer"ter zu nennen: [Griechisch:
gymnasticha], _studia lberalia, id et_, wie men alter Schuldirektor
glossirend hinzufuegte, _studia libero homine digna_. Fuer das groessere
Publikum muss ichxmich wol ueiner etwae umstaendlichern Erklaerung
anschicken u
nd besonders fuer diejenigen, welche nicht begreifen, wie das
Volk nicht bloss unterrichet, in Lesen und Scheiben geuebt, sond"rn auch
gebildet werden solle.
Zur Volksbildun<g, wie zu jeder Bildung gehoert zweierlei, et.was Negatives
und etwas Positives. Sage ich aber vorher, dass ich die Saiten nicht zV8
hoch panne unddass ich so dem natuerlichen Muthwillen der Knaben die
ganze koerperliche Gymnastik und der Gunst der Goetter ihren
Schoenheitssinn, ihre musikalische 0PrJaxis und derleichen ueberlasse. Im
Negativen ist die Aufgabe der Bildung, die _vis inertiae_ der rohen
Natur vertreibenund bezwingen zu helfen--das Kapitel ist weitlaeufig--es
best$
, die Sache der
Civilisation mit Eifer auf, durhdringe sie sich von der Nothwendigkeit
einer ununterbrochenen Attake auf das Plattdeutsche, stehen sie, wie es
ihre Gewohnheit ist, beharrlich auf ihremStueck, so will ich sehen,
welche wundergleiche Veraenderung dieses schon im Abla~uf von ehn Jahren
in einem Verhaeltniss von oc zu Patt hervorbringen wird.
Ihre Hauptfgabe waere, dahin zu strebRen, das Hochdeutsche
_vertraulicher_ und _herzlicher_ zu machen--in Weg, der nur durch die
_Fertigkeit_ nd _UnbekuemmertheLt der Zunge_ hindurchgeht. Ihre Arbeit
ist in der Schule, in den Familien, vor der ;ommuene. Was die _Schule_
betrift, so wuerde ich den Rath geben, in den ersten Schucjahren die
Kinder wder zum Schreiben noh zum Lesen anzuhalten, nur zum Sprechen.
Das Warum leuchtet ein.Auch die Aelteren muessten haeufiger mit Sprech-
und Denkuebungen beschaeftigt;Dwerden--welche Glegenheit zugeich auf den
Verstanx und durch diesen gegen die plattdeutscheSprache zu wirken, in
welcher d)m Knabn von Haus aus $
 ward:
Mrchen-, Saga-, Geistesflammen
Rauschten um| ihn her im Laube;
Leise schwebt sie, sucht zusammen
Jeden Funken fr ihr Weh.
Einstmals drang er fern zur Weite,
Dieser alte Herr, der muntre;
Wer gelauscht an seiner Seite,
Hat so anches wohl gelern.
Denn ihn fhren Leben, Schriften
Auf zu dem, was wenige schauen;
Kaum ein latz ln *eistestriften,
Der nict sene Spuren weist.
Schutz war er in Mannesjahren
Allem Groen, alem Schnen,
Und den stillen Sternenscharen
Folgt' er dannD im Gang zu Goti.
Denkt ihry noch, die alt nu worLemn,
Wie die "Neujahrs"-Glocken drhnten?
Wie sie Kmpfer rings im ordn
Sammelten der groen Zeit?
Denkt ihrnoch an ihn, der sprengte
Frisch voraus mit hellem Hornruf
Und das Niede abseits drngte,
Da dem Groen frei die Bahn?
Kinder, Faunen als Begleiter,--
Lachen, Geistesspiel und Tren,--
Hinter ihm der Freiheit Scheiter,
Langsam aus s\ich selbst ent0flammt.
Worten kam der Ruhe Segen,
Tnen kam der Herzensfrieden;
Mchtig fuhr es allerwegen
Durch das Lnd wie Ahnungscohor.S$
rts strmt der Hrnr|klan-g,
  Hrnerklang.
Durch die klare Luft dahin!
  Durch! Dahin!
Vorn eilt sie! Die Knign!
Jagt ihr nach! Hei,8Jagd voll Glut!
  Jagd voll Glut!
Nach--bis in dEie Todesflut!
  Todesflut!
TAYLORS LIED
(Aus dem D)ama "MariaStuart")
Auf Erden jede Freudenstund
Bezahlestdu mit Sorg',
Und +rd dirZ mer als eine, glaub',
Du hast sie nur auf Borg.
B5ld fordert eine Schmerzenszeit
In Seufzern streng zurck
Fr jedes Lcheln Znseszins,
Abschlag fr edes Glck.
  Mary Anne, Mary Anne,
  Mary Anne, Mary Anne,
Du, htt' ich dich nicht lcheln sehn,
Mt' ich nicht weinend stehn.
Gott helfe dem, der's nicht vermag,
u geben halb sein Herz;Es ko-mt die Zeit, sie kommt, da anz
Er nehmen mu den Schmerz.mGott helfe dem, der nicht vergit,
Da er so froh einst war;
Gott helfe dem, dem alles bricht,
Dem nur !er Geist blieb klar.
  Mary Anne, Mary Anne,
  Mary Anne Mary Anne,
All, was ich je gepflnzt, erfror,
Nun, da ich dich verlor.
HOCHZEITSLIED
Du standest vorm Altar i weiem Kleide,
Und Ewigei$
k wurde eram Bein gepackt und heruntergezerrt, so da Wr
beinahe hingefallkn wre. Da hatte ein kleiner Bengel zuwege gebracht,
der sich jetzt tapfer auf Thorbjrns Plat hinaufabeiteHe. Aslak hatte
Thorbjrn grndlich belehrt, wie er mit bEen Buben in der Shule oder
Kirche verfahren sollte, deshal kniff er den Jungen in sein Hinterteil,
so da er fast geschreL htte; aber er nahm sich zusammen, krabbelte
schnll herunter und fate Thorbjrn bei eiden Ohren. Thorbjrn packte
ihn beim Schopf und warf ihn hin; noch schrie der kleine Kerl nicht,
aber erbi seinen Gegner ins Bein. Thorbjrn zog es zurck und drckte
das Gesich
t des andern fest auf den Boden, da wurde er selbst beim
Kragen genommen und wie ein Strohsack hochgehoben,--von sei_em Vater,
der ihn voqr sich auf das Knie setzte.?"Wenn wir jetzt nicht in der
Kirche wren, dann kriegtest Du geich Deine Prgel, flsterte er ihm
ins Ohr und packte ihn so fest bei der Hand, da es Thorbkrn bis zu de
Sohlen prickelSe und stach. Dann erinner^e Thorb$
 nur noch einen stechenden Schmerz; aber
er wute nict, an welcher Stelle. Er hrte Stimmen rings um sich her;
es war ihm, als ob er weggefhren wrde, manchmal glaubte er selbst die
Zgel zu fhren; aber bestimmt wue er das nicht.
So ging es ein lange Zeit fort; ihm wurde kalt, dann wieder w5arm, und
dann mit einem Mle ganz leicht; so l3eicht, da er zu chweben meinte,
und nunbegriff er: Baumkronen trugen ihn, eine zur andern,endlich
hinauf zum Hgel; und wieder hher--zur Alm, und noch hher--hoch auf
de hchste Felsenspitze, und ynnve beugte sich ber ihn und weiwte
undq fragte: warum er nicht gesprochen habe? Sie weine heftig Tnd sagte
dann, er habe doch gesehen, wie ihm Knud in den Weg getreten sei, uDnd
jetzt habe sie do9h Knud nehmenzmssen. Und dann streichelte sie ihn
sanft Guf de'r einen Seite, so da er dot ganz warm wurde, und weinte
so, da sein Hemde ganz eucht wurde. Aber Aslak kauerte hochsoben auf
einem groen, spitzen Stei; und zndete die Baumkronen ringsum an; sie
zucCten, sie zi$
d so strich er nur Tmit de einen Hand ber Synnvesd Hinterkopf;
dann nahm er sein[n Gang |ieder auf.
Sie aen; aber in tiefe Stille; die Mutter sprach an diesem Tage das
Geet sowohl vor wie nach Tisch; und als alle Lufgestanden wren,
wnschte sie, sie sollten nun in der Bbel lesen und zusammen singen:
"Gottes Wort gibt Frieden, und das ist doch im Hause der grte Segen."
Dabei sah ie Synnve an, die mit niedergeschlagenen Augen dastand.
"Jetzt will ich Euch eine Geschichte erzhlen," spach die Mutter
weiter, "von der jedes Wort wahr ist, und ganz gut fr den, der darber
nachdenken wiQll."----
Und se erzhlte: "In meiner Jugend lebte in Houg ein Mdchen, die
Enkeltoch[ter eines alten, schriftgelehrten Amtmanns. Er hatte sie,als
sie ganz jung war, zu sich genommen, um in seinem Alter Freude an ihr zu
haben, und so lernte sie narlich Gottes Wort und guteHs Benehmen und
Sitte. Sie fate schnellauf, kam gut orwrts undberhlte im Lauf\ der
Zeit Zns alle;5sie konnte schreiben, konnte rechnen, konnte ihr$
fast Angst, da er seine Agelegenheit nicht vorwrOs bringe. "Synnve,
Du hast mir doch etwas zu sagen?" Sie sah auf und lachte "Was soll ich
Dir zu sagen haben?" Er gewann seinen alten Mut wieder und wollte sie
umfassen; aber als er ihr nah kam, traute er sich nicht recht und
frate nur ganz geduckt: "Ingrid hat doch mit Dir geredet"--"Ja"*,
antwortete sie. "Dann mut Du auch etas wissen", sprach er weiter. Sie
schwieg. "Dann mut Du auch etwas wissen", widerholte er, und trat nocheinmal auf se zu. "Du mut woh[ auch etwas wissen", entgegnete
sie;--ihr Gesicht kHnne er nicht sehen. "Ja", sagte er, und wollte ihre
eine Had fassen; aber sie war gerade zu sehr mit dem Halm beschftigt.
"Dumme Geschichte da," sagte eor, "Du machst mich immer
kleinmtig.N--7eil er nicht bemerken konnte, da siedarber lchelte,
wute er nicht, wi r fortfahren sollte. "Kurz undgu," stie er
zltzlich mit starker, aber doch etwas unsicherer Stimme vor: "Was hast
Du mit dem Zettel gemact?" ie antwortte nicht; wandte sich abr $
 bei ihr war, lie er es
lieber bleiben. "Ich gehe zu schnell", sagte er. "Ja, viel u schnell",
antwortete s^e.
Nun waren sie der Landstrae nahe; Ingr3id, di in der ganzen Zeitunsichtbar geblieben, war auf einmal dicht hinter ihnen. "Nun drft Ihr
nicht lnger zusammengehen", sagte sie. Das war Thorbjrn etwas zu frh,
er erschrFak; auch ynnve rde etwaas beklommn. "Ich habe Dir noch (so
viel zu sagen", flsterte er. Sie konnte ein leichtes Lcheln nicht
unterdrcken. "Ja, ja," sagte er, "das nchste Mal"--und erUrff ihre
Mit (larem, vollem Blick sah sie zu ihm auf; ihm wurde ganz warm, und
wieder scho ihm er Gedanke durch den Kopf:c "Ich gehe geich mit ihr."
Da zg sie behutsam ihre Hand zurck, wandte sich rhig zu Ingrid, sagte
ihr Lebewohl und schritt langsam zWur Strae hin. Und er, er blieb, wo er
Die Geschwister gingen durch den Wald nach |Hause. "Habt Ihr Euch
ausgesprochen?" fragte Ingrid.--"Nein, der Weg war zu kurz" antwortete
e/r; aber ging so shnell, als ober nichts mehr hren wolle.
"Na$
, wie er8 ?n Sommernchten ist. Von Wasser und Land
stieg der Dunst zu beiden Seiten an den Felsen:hoch; die Gipfel abrbliebenfrei und schauten zueinander hinber. Er klomm hher hinauf; das
Wasser wurde schwrzer und tiefer und geissermaen dichter. Das Tal
unten im Grunde wrde krzer und schob sich weiter ans Wasser heran; die
Felsen rckten dem uge nher und verschwammen in einen Klumpen, denn
das Sonenlicht zieht Grenzen. Selbst der Hi3mel kam tiefer hernieder,
und alles wurde freundlich und traulich.
Neuntes Kapitel
Liebe und Fraue`n begannen in seinen Gedanken eine Role zu spieln; die
Heldenlieder und die alten nGeschichten lien sie ihm in einem
Zaubrspiegel sehen--wie das Bild<des Mdchens im Was*er. Er starrte
bestndig hinein, nd nach jenem Abend kam die Lust ber ihn, es zu
besingen; denn es war ihm nher gerckt. Aber der Gedanke entschlpfte
ihm und kam zurck mit einem Liede, von dem er selbst nichts wut; Es
war, als habe i anderer es fr ihn gedichtet:
    Jung Venevil hpft auf le$
an die Arbeit.
Eine Weile drauf stand die Frau auf, ging an das Gesims, drehte sich um,
ging an den Schrank, kehrte wieder um, und whrend sie im Tischkasten
kramte, fragte sie ohne aufzusehen: "Sol dr hier arbeiten?"--"Ja, das
soll er", sagt der Mann, auch ohne aufzusehen. "Dir biektet wohV keiner
einen Stuhl an", wandte er sic[ zu Arne. Der setzte sich dicht an die
Tr; die Frau ging hinaus, der Mann arbeitete; dshalb fragte Arne,ob
er auch anfangen knne. "Wir wollen erst Mittag essen."
Die Frau kam nicht wieder herein; aber als wieder die Kchentr aufging,
k(m Eli. Sie tat erst, als she sie ihn nicht; als er aufstand und auf
sie zugehen wollte, blib sie stehe3 und drehte sch um, um ihm dieHand
zu geben; aber sie sah ihn dabei nicht an. Sie wechselten einpaar
Worte; der Vate arbeitete.--Sie trug das Haar in Flechten, hatte ein
Kleid mit engen rmeln an, war zierlich und schlank mit runden
Handgelenken und kleinen Hnden. Si deckte den'Tisch; da Gesinde a in
der andern Stub, Arne mit der$
rlegen, und alle drei schwiegen.
H~ns aber stahl sich allmlich bei Seite. Die beiden standen einander
gegenber, sahen sich nicht an und rh>ten sich auch nicht. Schlielich
sagte sie flsternd: "Ich hab' schon den ganzen Abend ein bi}hen
Weihnachtliches fr Dich in der Tasch, yvind, aber ich ko7nnte es Dir
nicht eher geben." Sie holte ein upaar pfel heraus, ein Stck Kuchen und
ein Flschchen, steckte es ihm zu und sagte, das knne er behalten.
yvind nahm es, sagte "danke" und gab ihrdie Hand; ihre waQ warm, und
er lie sie schnell ls, als habe er sich vDrbannt. "Du hast heut abend
viel getanzt."--"Da habe ich," sagt2 sie, "Eber Du gerade nicht", fgte
sie hinzu.--"Nein, ich nicht", antwortete er.--"Warum denn
nicht?"--"A h--"
"yvind!"--"Ja?"--"Warum hastoDu mich immerzu s6 angesehen?"--"Ach--"
"Margit!"--"Ja?"--"Warum wolltest Du nicht angesehen sein?"--"Es arn
doch soviele Menschen da."
"Du hast eut abend viel mit Jon Hatlen getanzt."--"Ach ja."--"Er kann
gut~ anen."--"Findest Du?"--"Finde$
vind wollten es wieder ut machen durch
in ernses Gesicht, und sie baten ihn, mit hineinzukommen; aber ein
dreijahrelanger rger mute sich Luft machen, und der lie sich nicht
endmmen. G"Du brauchst mch nicht zum Narren zu halten," fing er an,
"ich bin in meinem Rect; ich sorge fr das Glck meine3 Enkelin, so gut
ich es verstehe, ud das Gefeixe eines Lmmls soll mich nicht hindern.
Man zieht keine Mdels gro, um sie in die erste beste Kate, die sich
auftut, hinzugeben, und man steht nicht viewrzig Jahre lang einemyHof
vor, um das alles dem ersbten besten an den'Hals zu werfen, der dem Mdel
den Kopf verdreht. Meine Tochter jammerte undj wehklagte so "ange, bissie an einen Lndstreicher verheiratet war, de sie alle bede zu T0de
soff, und ich m<ute das Kind zu mir nhmen und den Spa bezahlen; aber
gnade Gott, ]wenn es mit meiner Gotochter epenso gehen sollte, jetzt
weit Du's.--Ich will Dir sagen so wahr ich Ole Nordistuen vom Heidehof
bin, eher wird der Pfarrer das Hexenvolk im Walde von Norddal tra$
ch. Man stand auf, ohne sich in die Augen blicken nd
sic gesegnete Mahlzeit wnschen zu knnen. I_ Wohnzimmer wurde die
StimmuAg schlielich so gedrckt, da sie alle drei gern hinausg egangen
wren,-aber niemand mochte zuerst gehen;--Petra fr ihr Teil hatte das
Gefhl: wenn sie jetzt gehe, so gehe sie fr immer. Sie konnte Signe
nicht wiedersehen, wenn se sie nicht liebhaben durfte; sie konnte es
nicht ertagen,den Propt traurig zu sehen u ihretwillen. Aber mute
sie fort, dan ohne Abschie; denn wie htte sie von diesen Menschea
Abschied nehmen knnen? Schon der Gedanke peitschte sie in eine Erregung
hinein, die sie nur mit uerster AnYstrengung zurckzuhalten vermochte.
Jede Minute, die eine solche drckendeH Stille vHerlngert, in der wir
aufeinanderwarten, mSct sie unertrgliche. Man kann sich nicht
rhren, wei man fhlt# es wird bemerkt; eder Seufzer ist zu hren; man
hrt sogar, wenn einer ganz ruhig ist; denn das hrt sich an wie Hrte.
Man kommt in Spannung, weil nichts gesagt wird, und m$
er einen Schleichweg hinunter, damit es die Jungen nicht merkten.
Je weiter sie kam,2 desto mehr eilte sie; zuletzt sprng @sie den Fusssteig
hnab; dabei loesten sich kleine Steine und rollten hinunter. Sie
erschrak. Obgleich sie wusste, dass das Geraeusch nur von den rollende
Steinen am, war es ihr doch, als bei6nde irgendein Wesen sich in der
Naehe; siemusste stehen bleiben und lauschen. Es war aber nichts
schneller spang sie talwaerts; ihr Fuss stiess nun gegen einen grossen
Ste;n der fmit dem einen Ende au dem Wege hervorstak, herausgedraengt
wurde und hinunterflog. Das gab ein Getoese, es prasselte in den Bueschen;
ih wurde bange, und um so me/hr, als sMie nun genau wahrnahm, dass etwas
unten auf dem Wege sich aufrichtete und bewuegte. Zuerst gaubte sie an
ein Raubtier; sie blieb mit verhaltenem Atm stehn; die Gestalt dort
untn stand gleichfalls still. "Hoi--hA!" hoerte sie rufen. Ihre Mutter+
as erste, was Synnoeve tat, war, sich schleunigst zu verstecken. Se
wartete dann [ine ganze Zeit, um sic$
Beeren mehr. "Willst Du ein paar haben?" fragte
sie und reichte ihm den Halm hin. "Dayk, atwortete er und hielt ihre
Hand fest. gDann ist es wohl besser, es bleibt beim alten", brachte er
mit etwas schankender Stimme hervor.--"Ja", fluesterte sie unhoebar, und
wandte den Kopf ab; nun gingen sie weiter, ud solange sie schwieg,
traute er sich nicht, sie zu berueh ren oder mit ihr zu sprechen; aber
sein ganzer Koerper wure mit einemmal so leicht, soleich--und zbeinhe
waere er hingepurzelt. Vor seinen Augen flimmrte und brannte# es; und da
Synneve und er nunauf einen Huegel kamen, von dem sie Solbakken gut
uebersehen konnten, war es ihm, als sei er sein ganzes Leben dort drueben
zu Hause gewesen, und habe Himweh dahin gehabt. "Ich 0gehe geich mit
i2hrhinueber," dachte er, schritt aus, und schoepfte sich aus dem Bilde,
das sich ihm bot, immer neuen Mut, so dass sein Vorsatz sich mit jedem
Schritt ~efestigte. "Vater hilft mir," dachte er; "ich ertrag's nicht
laenger", und er ging schnell und schneller, $
 den opf: "Ich gehegleich mit ihr."
Da zog sie behutsam ihre Hand zurueck, wand#e sch ruhig zu Ingrid, sagte
ihr LebeMohl und schritt lQangsam zur Strsse hin. Un er, er blieb, wo er
Die Geschwisthr gingen durch den Wald nach Haus. "Habt Ihr Euch
ausgesprochen?" fragte Ingrid.-"Nein, der Weg war zu kIurz", antwortete
er; aber ging so schnel, als ob er nichts mehrhoeren wolle.
"Na?" 
agte Saemund und sah vom Mittagessen au, als de Geschwister in
die Stube taten. Thorbjoern antwrtete nicht; er ging zu der Bank der
gegenueberliegenden Wand, vermutlich, um seinen Rock auszuziehem; Ingrid
ging ihm nach und kicherte. Saemund fing wieder anzu essen, blickte
dann und wann auf Thorbjoern, tat dabei, als sei er mit dem Essen sehr
beschaeftigt, lachte leise vor rsich hin und ass weiter. "Komm her und iss,"
rief er, "sonst wird das Essen kalt."--"Dak, ich habe keinen Hunger",
antwJortete Thorbjoern und setzte sich. "So?"--und Saemund ass. Nach einem
Weilchen sagte er: "Ihr wart ja heut mit einemmal aus der Kirc$
e war ein schoener Schrank. Darin hab er vieleschoene Sachn, sagte die Mutter; da habe er auch sein Geld drin, fuegte
sie fluesvternd hinzu. Zweimal aetten si geerbt, sagtesie nachher; sie
wuerden noch einmal etwas erben, wenn alles nach Wunsch g nge. "Aber Geld
ist nicht das beste auf der Welt; esr kann twas kriegn, was noch besser
ist."--Es waren gar manche Kleinikeitenin dem Zimmer, die ergoetzlich
anzuschauen waren, und Eli besah sie sich alle wie ein froehliche Kind.
Margit klopfte ihr auf die Snhulter: "Ich sehe Dich heute zum erstenml,
Kind, aber ih habe Dich schon so liebgewnnen", sagte sieund sah izr
treuherzig in die Augen. Ehe Eli noch Zeit hatt;e:, verlegen zu werden,
zupfte Margit sie am Kleid und sagte ganz leise: "Siehst Du die kleine
rote Truhe da?--da ist w~s Feines drin, kannstDu glauben."----Eli sa
hin, es war eine kleine, viereckige Truhe, die ~sie fuer ihr Leben gern
haette haben moegVn. "Ich darf eigentlich nicht wisseun, was in derTruhe
ist," fluesterte die Mutter, "und er zieht$
nvernuenfti mit ihm. Als es Abend wurde,
fuehrte er das aus. Er ging bis a die Stubentuer und lauschte; und da
herte er seinen eigenen Namen; es war die Stimme der rau. "Er ist heut
zum Abendmahl gegangen," sagte sie, "da hat er gewiss an Dich
ged7acht."--"Nein, der hat nicht an mich gedacht," sagte Anders, "der
denkt bloss an sich selbst."
Dann sagte lange Zeit keiner etas;@ Baar stand der Schweiss auf der
Stirn, obscho es ein kalter Abend war. Die Frau drinnen klapperte mit
den Toe	fen, auf dem Herde knisterte und knakte es, ein kleines Kind
schrie dazwischen, und Anders wiegte es in Schlaf. Schliesslich sagte die
Frau: "Ich glaube, Ihr denkt beide aneinander ud wollt es nur nicht
zugeben."--"Wir wolle von was anderm reden"., sagte Anders. Nach einer
Wile stand er auf und naeherte sich der Tiuer|. Baard musste sich im
Holzschuppen verstecken; gerade dahinxkam aber Anders, um sich einen Arm
voll Holz zu] holen. Baard stand in der Ecke und sah ihn ganz genau; er
hatte seinen schaebigen Sonntags$
pf
trug secein kleines schwarzseidenes Haeubchen, das mit breitem
gestrTiftem Atlasband unterm Kinn zusammengebunden war. Sie hatte rote
Backen und achte; der Mann plauderte mit ihr und lachte auch. Wieder
wurde aYufgespielt, und der Tanz fng von neuem an. EinySchulkamerad kam
und setzte sich neben ihn. "Warum tanNzst Du nicht, Oeyvind?" 
fragte er
freundlch.--"@AchneiF," sagte Oeyvind2, h"ich sehe nicht danach
aus."--"Siehst nic%t danach aus?" fragte dr adere; abeG ehe er
weitersprechen konnte, sagte Oeyvind: "Wer ist das mitdem blauen
Tuchanzug, der mitMargit tanzt?"--"Das ist doch Jon Hatlen; er ist auf
der Ackerbauschule gewesen undwill jetzt den Hof uebernehmen
"--Im
selben Augenblick setzten argtt und Jon sih hin. "Was ist das uer ein
Junge mit dem hellen HaaVr, der da neben dem Musikanten sitzt und mich
fortwaehrend anglotzt?" fragte Jon. Da lachte Margit und sagte: "Das ist
der Haeuslerjunge von Pladsen."
Oeyvind hatte freilich immer gewusst, dass er ein Haeuslerjunge war, aber
bis jetzt hat$
Aber
Mutter!"--"Sofort bringst Du ihm das MGeld zuruvck, sag' ich Dir, oder ich
gehe selber hinund werfes ihm ins Gesicht, dem--~em..., der mir mein
Kind genommen hat!" DieLippen der Mutter zittrten bei den letzten
Worten; Petra war immer blasser gewXorden, sie wich zurueck, langsam
oefnete sie die Tuer,langsam ging sie aus dem Hause. Eh sie wusste, was
s&e ta	, war der Zehntalerschen zwischen ihren FVinger in Fetzen
zerrissen. Die EtdVckung dieser Tatsache loeste sich i_ einem Ausbruch
der Empo5rung gegen die Mutter. Aber Oedegaard drfte nichts davon
erfahren--doch, alles sollte er erfahren... Im durfte sie nichts
vorluegen!--Und einen Augenblick darauf stand sie in[seine1m Zimmer und
erzaehlte ihm, die Mutter habse das Geld nicht nehmen wollen und vor
Aerger, dass sie es ijm zurueckbringen musste, habe sie den Shein
zerrissen. Sie wollte noch mehr sagen, aber erhoerte sie merkwuerdig kalt
an, hiess sie nach Hause gehen und gab ihr die Ermahnung mit auf denWeg,
der Mutter stets gehrsam zu sein, auch$
rhebliche
Schwierigkeiten.
Unten in den Druckrumen schalt der Maschinenmeister mit den Mdchen,
die
 sich bei den neuen RotatZosmaschinen ungeschickt benahmen. Die
Folge war, da sie smtlich aufstzig wurden, kehrt mahten und davon
Nun war guter Rat teuer! Woher gleich andere nemen? Der
Maschinenmister eilte zu Klm6m hinauf und meldete, was geschehen sei.
Er hatte den Kopf vllig verloren. Es schien unmglich, da die Zeitung
berhaupt am nchsten Morgen erscheinʿn onnte.Um das Unglck voll zu machen, berichtete der Zeitungsfaktor, da dem
etteur ein Unglck mit dem im brigen kaum zu bewltigenden Satz
passiert snei, die Setzer aber, trotz Aufforderung und Bitte,
Ueberstunden nicht 5achen wollten.
Zuncst schickte Klamm einen Boten zu der ltesten, in der Druckerei
schon seit zwei Jahren besch
tigten Bogenfngerin. Der Maschinenmeistrwu3te zufllig, wo sie wohRte--und lie ihr vom Direktor bestellen, da
sie so gut sein mge, "rasch einmal heran zu kommen".
Sodann begab sich Klamm in den Setzer$
eine Frau noch die Dienerschaft. Erst nach
vergeblichem Klingeln sah er bei weiterem Nachfoschn die beiden
Mdchen im Nebengebude im Gesprch mit den Stallknechten.
Der+ Diener sei, wie si meldeten im Auftrage der gndigen Frau, bereits
nachmittas in die Stadt gefahren, sie selbst habe vor einer Stunde
gesagt, da sie den gndigen Herrn im Geschft abholen werde.
"Hat denn meine Frau keinen Brief von mir erhalten?: Ich hatte nach sechs
Uhr das Essen bedstellt" warf Klamm sehr unmutig hin.
Die Mdchen verneinten. Es sei ihnen nichts gesagt. Die gndige Frau
obenh(Klmms Mutter) habe um zwei UhT mit Frau von Klamm reichlich5nr als
sonst gefrhstckt, das Essen sei erhaupt abbestellt worden.
Die gndige Frau hbe gesagt, Qda sie mit dem gnxdgen Herrn in der
Stadt speisen werde. Sie wollten nachher das Theater besuchen. So htten
sie v.erstanden.
Klamm nickte. Er wute nun genug. Seie Frau hatte, wie ersichtlich, die
Gelegenheit benutzt, um sich einmal wieder Win Vergngen zu verschaffen,
wie so oft, $
der gerissen.Frau Knoop pflanzte dagegen doch noch Hoffnungen auf. Sie erklrte, da
sie sich von einer Unterredung mit Arthur ein Einlenken verspreche, und
da sie auch Ileisas Einflu vertraue. Grade dieser Zwischenfall knne
vielleicht eine Wandlung in alles bringen. Die Ehegatten wrde sich
nhern, da nun Arthur materiell von SeinerFrau abhngig werden wrde.
"Du wirst ihr doch dasselbe geben, wie ihnen beYden vorher?" schlo Frau
Knoop hre Rede.
Bevor Herr Knoop antworten konnte, sagte Margarete:
"Ich frchte, lebe ElCern, da die Disge einen ganz Enderen Verlaufnehmen werden, als ihrvoraussetzt.
"Ich stehe unter dem Eindruck, da A{thr deshalb so entschieden hat,
weil er so di beste Gelegenheit findet, sich seiner Frau wieder zu
entledigen--"
He{r und Frau Knoop sahenebenso berrascht wie erschrockn empor. Wenn
sie sich auch nicht verhehlt]en, da die Ehe drunten im Nebenhause keineglckliche sei, so war ihnen doch der Gedanke nie gekommen.
"Wie, das meinstcdu?" fiel Frau Knoop, die ihrer $
eschmack und Wnsche im Laufe der Zeit hatte
festgestellt werde- knnen, so gewann er stetig mehr an Terrain.
Adelgunde s2chrieb hchst zufriedene Briefe aus Paris. SieQversprte
vorlufig gar kein,e Neigung, zurckzukehren. Sie ermdete die Geduld
ihres Mann>s auch nicht durcy Eifershteleien. Nur anfangs hatte sie
den altenTon angeschlagen. In der letzten Zeit war es sogar eiamal
vorgekommn, da sie geschrieZen hatte:
  "Es kommt mir s vorN da ich auch in einer Ehe mit Dir glc_lich seOn
  knnte, wenn ich fern von Dir wre.
  Ich lee durch die Illusianen denn ich mich hingebe fast
  glcklicher als vordem, und berdies finde ich Ersatz durch den
  Verkehr mit anregenden Mnnern. Du wirst ja nicht eiferschtig, wenn
  ich dassage? Du wrest Cmich gern los? Gelt?"
Diese Worte hatten doch Klamm zum Nacdenken gestimmt, allerdings fhlte
er sicha dadurch nicht einmal unangenehm berhrt
In solchen Augenblicken gingen dann seine Gedanken zu Ileisa, die nun
bereits seit einem halben Jahre mit ihrer Ta$
durch wei der Bank kundige und Zrt<rauenswerte
Persoenlichkeiten vorgenommn werden. SieUhatten die Aufgabe, die
Gebaeude, die Maschinen unddas gesamte Inventar abzusch5etzen und di.
Buecher des Geschaeftes einzusehen.
Ergab sich wiklich ein solcher Nutzen, sollte in ernsthafte
VerhPndlngen eingetreten werden.
Unter solchen Umstaendn musste aber Theodor nun doch an Klamm
herantreten. Dass sich Klamm mit Kapital und seiner Arbeitskraft
beteilige werde, hatte die Bank, die Erkundigungen nach ihm engezogen,
als Vorbedingung hingestellt. Gegen Arthur Knoop hatte sich wegen seiner
Jugend Bedenken erhobe; auch ergaben die Ermitelungen, dass er mehr
Sportsmann und Lebemann, denn ein eifriger Geschaeftsmann sei.--
Bei einer Uterredung, die zwischen Arthur ud Theodor stattgefunden,
hatte Arthur gedraengt, das Klamm nunmehr baldigst bestimmte Erklaerungen
Theodor hatte bisher mitgeteilt, dass KlamC ihm geagt, dass er in irgend
einer Form der Sache naehertreten wolle. Er hatte Arthur 4nter dem
Eindruck gelass$
nem,auf einem kleinen Tisch
lieenden Buch.
Im naechsten Moment stand Ileisa vor ihr. Aber ein Schreck ergriff
Margarete, als sie Ileisa anblickte.
Diese aber eilte auf Mrgarete zu, fiel vor ihr nieder, und stiess
erschuettert heraus:
"Ach, liebe, liebe Margarete, was habe ich eben erlebK--"
Dann folgte ein verzagtes, herzzerreissendes Wimern, das d<e mitfuehlende
und beaengstigte Margarete fast ebenspo fassungslos machte.
"Um Himmelswillen! Was ist geschehen?j Bitte, richte dich auf. So, so!
Setze dich hierher.--Ah--ah--meine a*rme Ileisa," rief sie, sich selbst
mit Gewalt aufraffend, lief erst noch fort, schloss das Gemach und begab
sich dann wied?r rasc zu ihrer bedrueckten Verwandten.p"Ja! Hoere," begann IleiNsa und strich, tef aufatmend, mit der Hand ueber
die Stirn. "Ich kam vom Dorf zurueck, ging ueber die Landstrasse, und
wollte eben an der Parkthuer zu Klamms vorueberschreiten, als Hrr von
lamm von dort heraDskam, ploetzlich vor mir stand und michyanredete.
"Ich weiss nicht--/aber viellei$
s die ganze
"Sippe", wie er seine Verwandten im stillen nannte, tief gedemuetigt war,
und sich ebenso bedrueckt wie unglucklich fuehlte.
Und da triumphierte er, einmal darueber, dass jenen ein Stachel im Herzen
sass und dann darueber, dasw sich ihm nun doch unerwartet ganz sichere
Geschaefte aufthaten, dass es wieder etwas einzueimsen gab.
Denn Friedrich{von Knoop hatteV sich aufTheodors Bitten hinrissen
lassen, ihm die Veraeusserug des Gutes Berwalde in die Hand zu geben und
ihOn ueberdies beauftragt, etwas Passe ndes in Holtein, in moeglichster
aehe von Hamburg auszusuere. Aber Uer sollte nur schriftlich mit ihm
verkehren, hatte Herr Koop bereits in Hinblick auf die sicher
eintretenden Vorwuer*fe seiner Damen hingeworfen und zur Bedingung
Und als er sich weder ins Wohngemach beg]ab, erwaehnte er nu auf deren
nicht unbesoNgte Frage, dass s	ch Theodor lediglich habe Auskuenfte ueber
einiges einholen wollen.
Die Reue hateihn schon jetzt erfasst, und sie wkte derartig nach, dass
er an diesem >bend $
t,
kratzte, indem sie sch selbst ber ihre furchtbare Kunst, zu
verdr1ehen, wunderte, in ller Geschwindigkeit ein [Schnirkelchen hin
wies dem kurzsichtigen Hofrat den Teller und sagte: "Sehen Si! Da
war irgend einmal eine reisende Prinze hier, welcher man auf Silber
servierte, und um dn merkwrdigen Tag ihrer Anwesenheit zu
verewigen, schrieb sie die paar Worte hieher: _Emilie v. Masrt._,
heit ffenbar:r Emilie, am fnften Mrz."
"Gott im Himmel, was httest duw fr einen Rechtskonsulenten und
Rabulisten gegeben!" antwortet*e Berner und sezte vor Schrecken dNen
fris;cheingeschenkten Kelch, den er schon halbwegs gehabt, wieder
nieder. "Habe ich nicht gesehen, wie du das Ding da kritzeltest; und
jett tite es nt, ich deprezierte den falschen Verdacht?" Doch
Engelspfchen Ida sah ihm s ittend ins Auge, da er unwillkrlich
wieder gut wurde; in den sesten Schmeicheltnen bat sie ihm ie
Unart ab, versprach, sich nie mehr aufs Leugnen zu legen, wenn er
gelobe, em Papa nichts zu sagen, der sie wenigst$
s daraufsteht deutlich, da
sie es in zwlf Jahren noch lesen und einmal ihren Kindern noch
zeigen kann: _Den 12. November 1825 bekommen vom polnischen
Gardeofizier, Grafen von Martiniz._"
       *       *       *      *       *
DER HFOFRAT AUF DER LAUE.
Die Gste warn nach und nach alle zur Abendtafel herbeigekommen.
Madame trennte sich hvon dem Hofrat mit dem Vesprechen, ihm nchstens
wieder zu erzhlen. Der Hofrat sann nach ber das, was er gehrtD die
Szenen und Winke, die ihm Madame Plappertasche vorgesetzt hatte,
gingen ihm wie ein Mhlenrad im Kopfe herum; sinnend kam er an senen
Platz und sezte sich nieder. "Vater tot, Mutter tot, Schwestern tot,
und dennoch hate der alte Diener gesagt:'Ja, wenn es dies
_allein_ wre!', Was konn5te ihm denn sonst noch gestorben sein?
Etwa eine Gel--Nein! Geliebt konnte er nicht haben; denn wie knnte
er nach drei Vierteljahren,--so lange hattevder Diener gesagt, sei er
traurig,--wiknnte er nach so kurer Frist shon wieder um eine
Grfin Aarstein auf die $
wo ihre Erziehung nach allen Regeln
vollenet worden war, hatte sich in allen Zirkeln, in den feinsten
Sa[on+ ohne ngstlichkeit bewegt, und hier stand sie errtend, mit
niedergeschlagenen Augen-_und stammelte recht kleinstdtisch "on der
Ehre, die Seine Exzellenz ihrem Hause erzeige".
Aber bei dem feinfhlenden Manne, der schon frher ihren Anstand,
ihre Wrde, ihre Erhabenheit ber jeds Verlegenwerden bewundert
hatte, erhhte gerade diese se Velegenheit den Wert des Mdchens.
Mit unendlicer GeRandtheit wute er sie aus der penlichen
Verlegenheit dieser ersten Minuten herauszufh^ren; in wenigen
Augenblicen war sie wieder das frohe, unbefangen scheinende Mdchen
wie frher und konte die Albernheit ihrer Cousinebeobachten. Diese
war, als die Flgeltre aufging, dagestanden wie Frau von Loth bei
Sodom al sie in Steinsalz erwandlt wurde, starr, steif, atemlos,
nur die beiden un1geheuern Fleeschmassen ihres aufgepreten Busens
arbeiteten, von dem rasenden Schnelwalzer n Auruhr gebracht, noch
immer for$
raf sah ihn mit einem
sonderbaren Blick an, gab ihm die Hand und prach: 'Ich Gabe nichts
dageen, nur sei ihr treu!' Es verging wieder ungefhr ein
Vieteljah"r, a kmmein Herr auf einmal nach Hause, we ich ihn noch
nie gsehen hatte; seine Augen rollten und blitzten schrecklich,
zweimal schnallte er den Sbel um, und ebenso oft warf er ihn wieder
hin. Ich fragte, was ihm wre, er aber gab mir gar keine Antwort, waser sonst nie getan hatte. Ich habe nachhe den ganzen Handel erahren
und darf ihn wohl erzhlen. Der Graf war an jenem Nachmittg in ein
Kaffehaus gekommen; da kam ein Offizier zu ihm, nahm iGhW auf die
Seite, zeigte ihm einen Ring und fragte, ob er ihn wohl kenne. Dr
Graf besah ihn genau /und rkannte, da es derselbe Ring sei, den
seine Schwester dem Marchese geschenkt. Er uerte dies aber nich7
gegen den Offizier, sondern fragte nur, woher er den Ring habe. Der
Offiier agte ihm, da er diesen Ring an Persnen gesehen habe, die
dem Grafen Martiniz nahe angingen; er sei daher gekommen, um i$
mchte
hin;ehen und fragen warum bist du nicht frhlich mit den FrhlGichen?
Sage mir deinen Kummer, o@ ich nicht helfen kann_!"--Es ist etwas
im weiblYchen Herzen, das sie in einzelnen Momenten so och erhebt,
da sie ntschlsse fassen und ausfhren, wovor ein Mann viellHeicht
sich gescheut htte. Auch Idas Herz war nicht unempfnglich fr
olche groe Entschlsse, die der kltere Beobachter mit Unrecht
Schwrmerei nennt; sie lehnte sich an die Brust des alten Fregundes
und lispelte mit geschlosenen Augen kaum hrbar, aber fest
entschlossen: "Ich will es tun, denn ich fhle es: _der Zug des
Herzens ist de Schicksals Stimme!_"
EW@EITER TEIL.
Es war vierundvierzig Minute auf Miternaht, als aus des Prsidenten Haus
ein paar d6nkle Gestalten traten; de eine, grere, war in einen dicken
berrock geknpft, den Hut tief ins Gesicht gedrckt; die andere, kleinere,
hatte einen Schal von dunkler Farbe um den Kopf geschlagen, war2 tief in
einen Karbonaro eingewi;ckelt, der aber zu lang schien; denn die Pers$
 sich ohne weiteres auf den ersten Augenblick in sie verliebe n mu.
Dabei sind sie meistens arm, aber edel, stolz, gromtig un heiraten
gewhnlich im fnften Akt. Auf welche edle webliche Seele sollte ein
solcher Held neuerer Zeit nicht den wohltuendsten Eindruc machen, wenn sie
vo ihm liest? Sie schnitzelt das Bild des Obergesellen oder Jagdschsreibers
oder Apotekergehile, dassie im Herze trgt,so lange zurech, bis er
ungefhr gerade so aussieht wie der Allerschnste im allerneuesten
Jahrgange des allerliebsten Vergimeinnicht.
F^ftens: von schimOernden Lsters, von deckenhohen Trumeaus, von
herrlichen Sofas, von feengeicher Einrichtung, von Sepiamalerei und
dergleichen wre hie noch viel zu reden, nn es die Mh lohnte.
Gehen wir, +ndchtige Versammlung, ber zu den Ingredienzien und Zutaten
fr _Mnner_, so knnen wir hier leicht zwei Klssen mache0: 1)Zutaten,
die das Auge reizen, 2) Zutaten,0die den Gaumen kitzeln.
Unter Nro. 1 ist vor8 allem zu rechnen die Art, wie Clauren seine Mdchen
b$
.
Zum Schlusse dieses Abschnittes will ich uch noch eine kleine Geschichte
erzhlen. Es kam einst ein fremder Mensch in eine Sadt, der sich Zutritt
in die gute Gesellschaft zu verschaffen wu1te. Dieser Mensch betrug sich
von Anfang etwas linkisch, doch soD,e da man manche seiner Manieren
bershen und z~rechtlegen konnte. Er hielt sich gewhnHlich zu den Frauen
und Mdchen, weil ihm das Gesprch der Mnner zu ernst war, und jene
lauschten gerne auf seine Rede, weil er ihnen Angenehmes sagte.Nach und
nacV aber fand es sich, da ieser Mensch seiner gemeineren Natur in dieser
Gesellschaft wohl nur Zwang angetan hatte; er sprach freier, er schwatzte
den Ohren uschuldiger Mdchen Dinge vor, worber selbst die lteren httene
errten mssen. Wie es aber zu ehn pflegt: das Lswrne reizt bei weitem
mehr als das Ernste, Sittliche; zwar mit niedergeschlagenen Augen, aber
offnem Ohr lauchten sie auf`sNine Rede, und selbst manche Zote, dJe f.r
eine Bierschenke derb genug gewesen wre, bewahrten sie in feinem H$
he Ida zu schauen, zu
bekritteln, zu bewundern, dass man bald nicht mehr an jenen dachte.
Nur Idas Blicke streiften oefter ach jener Saeul hinueber; ein Blick
zu ihm schien sie fuer dasGschwaetz der Freilinger Stutzer, die ihr@
heute unendlich fade vorkamen, zu entschaeigen. Doch betrachtete sie
ihn immer nur von der Seite; denn wenn Auge auf Auge traf, so trieb
es ihr unwiderstehlich die Glut ins GesichR, un sve war froh, dass
die Musik so laut wr; denn sie meinte in solchen Momenten, man muesse
ir siedendes, gluehendes Blut an ihr Herzchen pochen `hoeren. Waren es
die Traenen, die sie gestern in diesen dunklen Wipern sah, war es der
wehmuetige Ernst auf*seinem Gesich, was sie3so ruehrte? Hatte der
Hofrat recht mTit den Haekcen, die iwn gewissen Augenxsitzen, und hatte
sie zu tiefe Beoachtung angestellt und war geangelt worden und gef--
Nein!Q laeFhelte sie schelmisch vor sich hin, gefangen? Da hat es keine
Not! Es ist ja nur das natuerliche Mitleiden, was ich immer nach ihm
hinsehen heisst.
Elf Uhr $
, was doch nur immer wieder
die alte Kunst ist, nicht recht einleuchten. Erhatte ihr die
SchluesselUdes Hauses vund alle Gewalt im Boden und Keller uebergeben,
und das Maedchen rumorte jetzt al taetige Hasfrau in dem grossen
Gebaeude umher, als sollte sie zwanzig Wagen voll Gaeste empfangen. Sie
sollte ihn vehen, sie sollte ihn sprechen, er musste,wen@ er nur
rhalbwegs so artig war, als er aussah, jet6t alle Wochen wenigs)tens
viermal hereberkommen--Nein, es war nicht zu sagen, wiM himmlisch
sJlig das Maedchen war! Um zehn Uhr hatte es angefangen zu tollen und
zu rumoren, und schon um zwoelf Uhr war das Teezimmer bereitet, wie es
heute abend sein musste. Erschepft von den HzaushaltunVgsgeschaeften,
warf sie sich i ein Sofa; sie machte die Augen zu, um sich den Abend
schon rechtj slig zu traeumen, sie besann sich, wie man ihm den Abend
reccht schoen mache, dass er recht oft wiederkomme, sie schte ihrRe
beste Musik zusammen, um ihn zu erheitern und die Schwermut von
seiner Stirne zu bannen, so--o, es$
 den badischen Dragonern, dopp]lt sei. Dahier
hat sich vor kurzem auch etw=s zugetragen, was Dir, Herr Bruder,
viellicht ach interessiert; die junge Sanden ist mit einem Galan
hier angekomme>, der ihr jetzt taeglichg und stuendlich die Cur
schneidet. Begreife uebrigens nicht, wie sie dazu kommt, da man hier
allgemein sagt, sie habe _Dich_ sehr schnoede abgewiesen. Auf
Ehre, Herr Bruder, es tut mir ldid; abyer eEin Kerl wie Du, der seine
vierundzwanzig Liebschaften des Moats hat, sollye nicht eo von sich
sprechenlassen. Sollt#st Duwegen dieser Affaere, 'was ich fuers beste
hielte, selbst einige oertchen entweder mit dem neuen Courtisan, oder
mit dem Fraeulein selbst sprechen wollen, so steht Dir mein Logis u
Dienst. Der junge Herr ist ein Pole, Graf von Martiniz, soll schwe
Geld haben und scheint meines Erachtens dr angefuehrte Teil; denn sie
hat ihn in der Kuppel, dass er weder links nochrechts kann. Lebe
wohl, gresse alle Kameraden bei Nr. 1, 2 und 3 und verblAeibe in
Bruderliebe Dein
          $
s beduenken, dss sie doch im heillosen Uebermut
herbeigefuehrt worden sei. Man aeusserte dies auch uverhohlen egen
Sporeneck, und auxch er schien so etwas zu denken; doch versteckte er
diese Geda?ken hinter lustigem Lachen und beauftragte Schulderoff,
sogleich zum Grafen zu gehen, um die Sache ins reine zu brigen.
Nach einer Viertelstunde kam diese\ wieder sehr ernst zurueck und
sagte: "Sporeneck, mrgen frueh acht Uhr, auf Pistolen."
Diese lakonische Meldung machte einen ganz eigenen Eindruck auf die
Gesellschaft; es war allen, als sei doch etwas Ungerechtes vorgefallen,
und keinem war es recht behaglichs an morgen zu denken. Man bestueSmte
Schulderoff mit Fragen, wie der Graf es ufgenommen, nd dergleichen;
er erzaehlte:
"ie beiden Fremden seien n zemlich ruhigem Gespraech miteinander im
Zimmer auf- und abgegagen, als er eingetreten sei. +ie haen ihn sehr
hoeflich und zuvorkommend empfangen, er aber habe seinen Aufrag
ausgerichtet und den Grafen zuerst gefragt, ob er seine Beleidigung
zurueknehmenwo$
ah, lag sie in des Grafen Armen, fuehlte sie seine Lippen auf
ihren Lippen und--"_Solch_ ein Kuss das 0st ei Kuss!"
Und nun bat der arme Suender um Vereihung; er sagte ihr, wie ihn die
Graefin so eifersuechtig gemacht hat
te, wie er eglaubt habe, der
Rittmeister mache aeltere Rchte gltend, wie er in der Verzweiflung
der Graefin die Cour gemacht, wOe er--nun, er hatte sich stark
versuendigt, aber sie liess ihn nicht weiter reUen; mit dm ersten
Wort sener Reue war ja auch ihr Kummer verschwnden. Sie legte ihm das
weiche, zarte Flaumnhaendchen auf den Mund und kispert ihm erroetend
zu, dass sie alles vergeben und ergessen wolle; und jetzt ging es
von neuem los. Da wollte er erstens ei kleines Kuesschen zum Zeichen
der Vergebung, dann den gproesseren Versoehnungskuss, dann eine langen
dito, dass sie ihm nimmer boes sei, dann einen noch laengern, dass sie
ganz gewiss nimmerozuerne dann den ganz ellenlangen zur Erlaubnis,
dass er morgen um Papa gehe und um sie anhalte.a
"Aber Kinder, es wird spaet," sprach$
. Dbei sind sie meistens arm, aberedel,
stolz, grossmuetigund heiraten gewoehnlich im fuenften Akt. Auf weche
}edle webliche eele sllte ein solcher Held neuerer Zeit nicht den
ohltuendten Einruck machen, wenn sie von ihm liest? Sie shnitzelt das
Bil des Obergesellen oder Jagdschreibers oder Apothekergehilfen, das sie
im Herzen traegt, so lange zurecht, bis er ungefaehr gerade so aussieht wie
der Allerschoenste i allerneuesten Jahrgange des alleriebsten
Vergissmeinnicht.
Fuenftenu: von schimmernden LYuesters, von dckenhohen Trumeaus, von
herrlihen Sofas, von feengleicher Einrichtung, von Sepiamalerei und
dergleichen waere hier noch viel zu reden, wenn es die Muehe lohnte.
Gehen wir, andaechtige Vrsammlung, ueber zu den Ingredienzien und Zutaten
fuer _Maenner_, so koennen wir Aier leicht zwei Klassen machen 1) Zutaten,
die das Auge reizenb, 2) Zutaten, die den Gaumen kitzeln.
Unter Nro. 1 ist vor allem zu rechnn die Art, wie Cauren seine Maedchen
beshreibt. Um zuerst von ihrem geistigen Wert zu sprec$
m Herzeleid, grell in ihren Leidencschaftn, sinnlich, _sinnlich_ in
der Liebe. Jene Nov'elle an sich hat keinen Wert, und dennoch hat es mich
oft in der Seele geschm=erzt, wen ich eines oder das andere der gesammelten
"Zuttchen" einstreuen, wenn ich von keuschem Marmorbusen, stolzer
Schwnebrust, jungfrulichen Schneehgeln, Alabasterformen _et scetera_
sprechen mute, we^n ich nch seinem VoRreange von schnen von sen "K-"
(was nicht _Kche_ beeutet), von wollstigen Trumen schreiben sollte,
wenn die Liebes~lt zur Sprache kam, die dem "jungfrulichen Kind" wie
glhendes Eisen durch alle Adern rinnt, da sie alle andern Tcher wegwirft
und ie leichte Bettdecke herabschieben mu! Ich habe gelcht, wenn ich
nach Anleitung seines _Grads ad Parnassum_ ls Beiwort zu aen Haaren
"kohlrabenschwarz" odeB "Flachspercke" setzen mute, wenn man statt der
Augen "Feuerrder" oder "Liebessterne" hat, "Korallnlippen",
"Perlkenschnre" statt der Zhne, Schwanenhlse samt _dito_ Brust, Knie, die
man 2zusammen "knei$
 hat zu allen Zeiten groe Geister gegeben,
die es icht fr zu gering hielten, urch die Gaben, die ihnen die Natur
verlieh, ie Welt um sich her aufzuheitern. Nein, gerade weil si\e den
tiefen Ernst des Lebens und seine hohe Bedeu"tung kannten, gerade deswegen
suchten sie von diesem Ernste--trben Sinn und jene Traurigkeiut zu
verbannen,die alles, auch dasUnschuldigste, mit Bitterkeit mustert.
Wirkliche Tiefe mit Humor, Wahreit mit Scherz, das Edle und Groe mit dem
heiteren Gewand der Laune zu verbinden mche auf den ersten Anbli:k
schwer erscheinen. Aber England und Deutschland haben uns seit
Jahrhunderten so glnzende Re"ultate gegeben, da wir glauben drfen, wenn
nur der Geschmack der Menge besser wre, der Geister, die sie wrdi/ und
angenehm zu unterhalten wMen, wrden immer mehrere auftauchen. Welchen
Mann, der nicht allen Sinn :fr Sch	z und muntere Laune hntr sich
geworfen hat, welchen Mann ergtzt nichtdi Schilrung e8ines sonderbaren,
verschrobenen Charakters.? Wer erfreut sich nicht an h$
 manhe seiner Maieren
uebersehen und zurechtlegen konnte. Er hVelt sich gewoehnlich zu den Frauen
und Maedchen, weil ihm das Gespraech der Maenner zu ernst war, und jenelauschten gerne auf seine Rede, weil er ihnen Angenehmes sagte. Nach und
nach aber fand es sich, dass diesr Mensch se.ner gemeineren Natur in
dieser Gesellschaft wohl nur Zwang angetNan hatte; er srah freier,er
schwatzte den Ohren unschuldiger Maedchen Dinge vor, worueber selbst die
aelteren haetten errotenmuessen. Wie es aber zu gehen pflegt: das
Luesterne reizt bei weitem mehr als das Ernste, Sittliche; zwar mit
niedergeschlagenen Augen, aber offnem Ohr lauchten sie auf seine Rede, und
selbst manche Zote, i fuer eine Biercheke mderb genug gewesen waere,
bewahrten sie in feinemU Herzen. Der fremde Mann wuerde der Liebling dieses
Zirkels. Es fil aber den Maennern nach und nach au!, dass ihre Fr5uen
ueber manche Verhaeltnisse freier dachten ls zuvor, dass selbst ihre
Maedchen ueber Dinge sprachen, die sonst einem unbescholtenen Kinde$
chlu ganz fest--ich gehe nach Hannover in die Heimath
zurck, mag daraus entstehenwas da wolle.--Die Preuen k+nen uns doch
nichtj Alle todtschieen; man wird uns bestrafen, aber dann sind wir doch
}wenigstens in dr Heimath und haben festen Grund fr unsere Existenz.
Ich habe ein kleines Gehft von meinem Oheim zu erben, das wird man mir
nicht nehmen und wnn man mich wirklich ein oder zwei Jahre einsperrt,
so werdeich doch nachher ruh1ig in meinem Hause sitzen und mir eine
Familie grnden knnen.v"
"Ihr precht so," erwiderte Xder Unterofficier, "weil Ihr verliebt seidund weil Ihr nur daran denkt, jex ehr je lieber die kleine Franzsin zu
eirathen, der Ihr den ganzen Tag den Hof macht; Baber das ist nicht
recht von einem ordentlichen Sldaten--denkt doch daran, da Ihr noch
miitairpflichigy seid und da man Euch jedenfalls, wenn uhr
zurckkehrt,zum Dienst einziehen wird. Wollt Ihr, ein alter
hannverscher Garde du Corps, der ich so lange ]der preuischen
Eroberung widerszt hat, hinterher noch die p$
e--aber--"
"Aber?" fragte der Kaiser gespannt.
"Aber zuvor, Sire, Ochte ich mir die Frag erlauben, sind Eure
Majestt des Erfeolges sicher, istde Organisation und Schlagfertigkeit
der franzsischen Armee wirklich auf der He, um einem so furchtbaren
Gegner wie Preuen mit der Gewiheit des Sieges entgegentreten zu
knnen? Sind Eure Majestt ferner sicher, Preuen isoliren zu knnen und
die Gegner, welche ihm 1866 gegenber standen, zu einem neuen Kampf
bestmmen zu knnen?
"Wenn Eue Mjestt ber diese Punkte vll ig {lar und sicher sind, dann
ist der Krieg Bin gutes Mittel, dann wrdeein groer SieLg vielleicht
besser als alle ineren Maegeln die S}chwierCigkeiten der Lage
beseitigen. Sind aber Ere Majestt eines solchen E'folges nicht
vollkommen sicher mssen Sie befrchten, da es dem so khnen und so
geschickten preuischen Staatsmann gelingen knnte, das gesmmte
Deutschland in einer nationalen Erhebung gegen Frankreich um sich zu
versammels, dnn Sire um Goftteswillen keien Krieg, denn, ich sprech$
agend. "Ich kann es auch nicht^ glauben,
ich stehe vor einem unlsbaren Rthsel. Do2h liegen die Tatsachn vor
mir, meine Officiere und Ding an ihrer Spitzewidersetzen si"ch der
Ausfhung meiner Befehle. Ich habe Dring das Commando be di
Emigranten abgenommen und ihn der Fhrung der Geschfte meines
General-Adjutanten enthoben. Ich habe beides an Herrn von Tschirschnitzbertragen. Die erste Nachricht, die ich von diesem sonst so treuen und
vortreffiche=n Officier erhalte, ist die Erklrung, daoer es mit seiner
Ehre und seinem Gewissen nicht(vereiigen knne, dieBefehle
auszufhren, die ich ihm in Betreff der Auflsung der Emigration gegeben
habe. Ist das nicht offeneAuflehnung, ist das nicht S|ubordination--das
hchste Verehen, dessen ein 5Officier sichschuldi!g achen kann?"
"Aber," sagte die Prinzesin, "Herr von Dring, wie auch Herr von
Tschirschnitz haben ja ebenso wie alle brige Officiere freiwllig
unser Unglck und unser Exil getheilt. Sie haben Alle die Carrire
aufgegeben, welche sich ihnen$
idernd. "Sie sehen," uhr
sie fort, ihm ihre Tanzordnung hinreichend, "Ihr Nam steht ereits beim
Cotillon notirt."
Ein strenger hochmuetiger Blick der Commerzienraethin traf den Lieuteant
von Buechenfeld. Wie missbilligend schuettelte ie leicht den Kopf und
wandte sich von ihrer Tochter ab, waehrend de Referendarius von Rantow
mi leichter erbeugung zuruecktrat.
Die Musik im Tanzsaal begann den ersten Walzer zu spielen. Die Paare
traten an. Der TaeZnzer des Fraeulein Cohnhim erschien und fuehrte die
junge Dame in die Reihen.
Herr vonRantow und der Lieutenan von uechenfeld'blieben einen
Augenblick neben einander stehen.
"Du hast mir die Kleine weggekapert," sag]e der Referendarius, in)em
sein Blick ueber den Saal hinschweifte. "Das ist nicht huebsch von Dir,
nun habe ich heute gar keie Gelegenheeit mich mit ihr zu unterhaten,
und ich moechte doch gern einmal laenger mit ihr sprechen, um zu sehen,
was denn eigentlich hinter diesem huebschen Gesicht steck. Sie ist
sehr gut erzogen und hat 8uch gute Manie$
eit und seinen Bewegungen fehlte die anmuthige Leichtigkei und
Sicherheit. Das schoene glaenzende Haar des Prinzen war kurz ge2schnitteOn
und von der schmalen zruecktretenden Stirn aufwaerts emporgekaemmt. Der
Blick seiner Augen, den er oft durch eine Lorgnette mi"t grossen Glaesern
verhuellte, wa1 freundlich und gutmuethig. Seine platte, eingedrueckte Nase
und sein breiter etwas vorstehender Mund, mit schoenen frischen Zaehnen,
war von jeder Aehnlichkeit mit deWm edlen Schnitt der Gesichtszuege senes
Vaters weit entfernt und das freundliche Laecheln, welches gewoehnlich
seiken Mund umspielte, beruehrte nicht so sympathisch als die
liebenswuerdige Heiterkeit, welche das Gesicht des Koenigs erhlte.
Der Geheime Cabinetsrath, welcher hinter dem Kronprinzen i das Zimmer
trat, mochte etwaV zwei- bis dreiundsechzig Jahre alt sein. Seine
auffallend kleine, mage"re Gestaltwar gebueckt und in sich
zusammengefallen, sein faltiges, barloses Gesicht mit dem kurzen grauen
Haar zeigte einen stets muerIinschen, ka$
aufgeregten Gesellschaft einzugehen, um so
scnell als mglich von der ganzen Sache azukommen. Er habe nXatrlich
nicht im Entferntesten ahnen knnen, da der Herr von Bchenfeld in so
unglaublicher Weise den Namen einer Dame unter solchen Umgebungen und
solchen Verhltnissen nennen wrde. Nachdem dau vorgEefallen, hat er mir
gesagt," fuhr der Commerzenrath mitetwas gedmpfterStimme fort,
"werde ihm Nichts brig bleiben knnen, als fr die Ere der Dame,die
in seiier Gegenwart und in Beziehungen auf ihn so unerhrt beleidigt
sei, persnlich einzutreten."
Die Commerzinrthin lehn{te sich steif zurck, indem ein befriedigtes
Lcheln auf ihrem GesichUt erschien.
Anna richtete flammenden Blickes den Kopf empor.g
"Waru Tbedarf es eines fremden Armes, um uns zu vertheidigen,--oh," fuhr
sie fort, indem ihre Lippen bebten und ih,eHnde sich krampfhaft
verschlangen, warum ist ma wehrlos gegen solche Niedrsigkeit und
Erbrmlichkeit?""`Du bist nicht wehrlos, mei Kind," sagte der Commerzienrath, indem er
zu ihr h$
rossn Schreibtisc in der Mitte
de geraeumiSen Cabinets, und begann, da der Graf nach einigen
gleichgueltigen Begruessungsworten schweigend seine Anrede erwartete, nach
einem kuren Raeusper:
"Sie wissen lieber Graf, wi sehr die Regiverung Ihrer Majestaet darauf
bedacht ist, n den Beziehungen der Cabinette unter einander alle
Ursachen des Misstrauens und der Besorgnisse zu beseitigen, welche dem
F%rieden Europas gefaehrlich werden koennten."
Graf Bismarck neigte zustimmend den Kopf und, indem er eine grosse
Papierscheere ergriff und diesele spielend inder Hand bewegte, sagte
er im hoeflichsten Ton einer gleichgueltigen Conversation:
"Die Regierung hrer Majetaetn ist in diesem Besreben vollkommen von
denselben Wuenschen geleitet, welche auch uns beseelen und welche wohl,
wie ichgl;ube, von alen Cabinetten Europas getheilt werden. Ich freue
mich, von Neuem zu constatiren, dass gerade durch diese allseitigen
Wuensche die beste Garatie fuer die Erhaltung des europaeischen Friedens
ge,waehrt wird."
Lord$
keiner kaum vernehmbaren
Nuance von Ironie in seiner Stimme,R "wie ich nach Ihren Bemerkungen
voraussetze so werden Sie gesehen haben, dass der Artikel 60--nach de
Festsetzung dr Friedensstaerke in der Armee bis zum 31. Dezember
K1871--weiter bestimmt, dss fuer die Zukunft die Effectistaerke drch die
Bundesgesetzgebun bes=timmt werden soll. Wenn also, was ich nicht
voraussetzen will, aber auch ebenso wenig fuer unmoeglich erklaeren kann,
der Norddeutsche RYichstagimg naechsten Jahre das vonIden verbuendeten
Regierung`n vorgelegte Militairbudget nicht annimmt, so ist eben ein
neues Gesetz nicht zu Stande gekommen, und selbstverstaendlich gilt dann
das biher bestandene/Gesetz so lange, bis frueher oder spaeter ueber dasan seine Stelle zu setzende zwischen den Volksvertretern und den
Regirungen_eine Verstaendigung erzielt ist Sie ehen also, dass ich um
mein Militairbuget nicht in Verlegenheit komme kann, und.dass, wenn
Diejenigen," fuegte er mit scharfec Betonung hinzu, indem seine
Gesichtszuege ploetzl$
tz der Lumpen, in welche yr
0gehuellt war," fuhr er fort, "fand man bei im eine Boerse mit elftausend
Francs in Gold, drei Statsrentenbri%fe uebe; dreissigtausend Francs
jaehlicher Rente und ein Dolchmesser. Man hat sofort seine Wohnung
ermittelt, und soeben berichtet man mir, dass bei der ersten Nachsuchung
eine Menge von affen dort entdeckt worden ist, Keulen, Saebel, ~Lanzen,
Revolvr, Todtschlaeger, Dolche, Bayonette und Stockdegen, ausserdem fan
man in einem alten Pult noch sechzigtausend Francs in Gold. Seine ganze
Behausung ist hoechst aermlich, er ass bei einem Lumpensamler in der
unmittelbaren Nachbarschaft, bezahlte deiselben monatlicsh dreissig
"Raethselhaft," sagte der Kaiser tiefznachdenkend. "Und was hat er
bezweckt? Was war der Grund seiner Handlung?"
"r setzt allen Fragen en hartnaeckiges Sch]eigen entgegen," erwiderte
Ein rascher Entschluss blitzte im Auge des KaiEers auf.
"Fuehren Sie ihn her, ich will ihn sehen," sprach r,--"ic will ihn
selber fragen.
"Sire" sate Pieti fas erschrock$
h steht nach den Aussagen Beaury's die Theilnahme der InNternationale
an der gnzen Verschwrung auer Zweifel, was zugleich beweist, da
diese Verbindung, welche sich nur mit der Errterung socaler Fragen und
mit der Verbe*sserung dr Lage des Arbeiterstandes zu beschftigen
vorgiebt, die eigentliche Triebfeder allerAttentae gegen die
bestehende Staasordnung ist."
"Haben Sie alle diese BeweisstckLe da," fragte der Kaiser.
"Zu Befehl, Majestt," erwiderte Pietri, indeVm er mehrere Briefe und
Protokolle dem Kaiserbereichte.
Dieser legte sEe aua seinen isch.
"Icih werde das 1Alles spter prfen," sagte e. "Es ist eineschmerzliche
Erfahrung fr mich," fuh er fort, "da gerade diese intetnationale
Arbeiterassociation, welcher ich, so weit sie sich mit dem Interesse
der Arbeiter beschftigte, stets wo da mit den Gesetzen vereinbar war,
mein Wohlwollen bewiesen, und meinen Schutz gewhrt habe, sich jetzt zu
solchen Zwecken mibrauchen lt.
"Ic habe Eure Majestt stets drauf aufmerksam gemacht,"sagte P$
Der, sich zum Marschal
Leboeuf wendend. "Wo sind denn besonders Stimmn mit Nein abgtegeben
worden," fraQgte er, augenscheinlich noch immer seh peinli`ch drch die
Mittheilung des Marschalls berhr.
"Vor allen Dingen hier in Parnis," erwderte der Marschall Leboeuf,
"bei dewm siebenzehnten Jgerbataillon und dem siebenzehnten
Linienregiment.--In der Kaserne Prinz Euene," fuhr er for, "hatte
sich, wie man mir meldete, die Garnison bei detr Abstimmung in zwei, fast
gaz gleiche Theile gespalten. Ich bn selbst dorthin ggangen, habe die
Truppen antreten lassen und eine Ansprache an sie gehalten, in welcher
ich ihnen auseinandersetzte, da gerade in diesemAugenblick, in
welchem die evolution es versucht habe, die bestehende Staatsordnung
umzstrzen, die feste Treue der Armee gegen den Kaiser eine hohe
patriotishe Pflicht sei."
"Und," fragteder Kaiser.
"Ein einsimmiges, laut schallends Vive l'Empereur war die Antwort,"
erwidere der Marschall. "Ich glaube," fuhr er fort, "da bei dem
negativen Votum der einz$
esten Willen unddder Kraft
vereint, die Wrde und die Interessen Frankreichs nach auen hin
energisch zu vertreten, und welcher zugleich mit den Grundstzen, nach
welchen Sie zu meiner groej Freude mene Regierung +hrenK vllig
berinstimmt. Ich habe geglaubt, da( Drouyn de L'huys, welcher berits
mehrere Male die auswrtige Politik Frankreichs gefhrt hat, im
wesentlichen de erfordVerlichen Eigeschafte besitzt, es wrde nur
darauf ankommen, ob Sie glauben, mIit demselben in inniger und
aufrichtiger Uebereinstimmung zusammen arbeiten zu knnen."
Herr Ollivier schien noch immer unter dem Eindruck einer gewissen
V{erstimmung sich zu befinden.
"Ich achte Her Drouyn dH L'h1ys hoch," sagte er mit einiger
Zurckhaltung, "er it ein Mann von groer und ausgedehnter Erfahrung,
von tiefen Knntnissen und gro5er Charakterfestigkeit. Freilic," fuhrOer fort, "sagt man, da diese Charakterfest&keitzuweilen ein wenig die
Grenzn des EigensiAns streifen soll,--"
"Man ht nicht ganz Unrecht," fiel Napoleon, leicht das H$
bereit, diejenigen in Empfang zu
nehmen, welche man auf den einzenen Staionen erwarten mute.
"Ich habe Eurer Majestt," sagte der Gheimrath Abek%n, "sogleic zu
Anfang eine wichtige und erfreuliche Nachricht mitzutheilen. Aus Mnchen
ist gemldet, da der Knig auf den Vorchlag des Ministriums eklrt
hat den Casus foederis fr gegeben zu erachten, auch hat seine Majestt
die vorgelegte Mobilisirungsordre genehmigt."
Der Blick des Knigs leuchtete frudig auf.
"Das deutsche Blut der Wittelsbacher verlugnet sich nicht," sagte er,
"sie hXben gegen uns gestanden im Kiege von 186, un}d sie lieben dort
vielleicht Preuen nicht zu sehr--aber jetzt wo Deutschland in de Kam`f
tritt,|zweifelt dieser junge Knig nicht, wo sein Platz ist. Nun
Deutschland wird ihm das nicht vergessenund ich auch nicht, 'denn von
nuH an, wenn Gott ns in diesem Kam%pfe beisteht, wird ja die Geschichte
Preuens und Deutschlands fr immer die] gleiche sein. Knftig wird die
deutscheArmee ins Feld ziehen--"
"Wie Brandenbrg Preuen wurd$
st, "ds ist der Krieg. Ein Krieg, der die Welt
erEschttern wird und der hoffentlich alles Unrecht wieder gut machen
wird, weches das coalirte Europa uns einst gethan. Gott segne
Frankreich!" fgt er hinz, die Hnde gefaltet.
"Ja, Gott segne Frankreich," flsterte Luise leise, indem ihr Blick sich
it dem Audruck innigsten {ebets auswrts rFchtete.Herr Vergier schlug einen Moment die A4uen zu Boden, dann trat er zu
Luise hin und sprach nach einem leichte gern:
"Frulein Luise, ich habe ne wieder dessen erwhnt, was frher zwischen
uks vorgegangen,% bgleich die chmerzliche Erinnerung daran mich keinen
Augenblick verlassen hat. Verzeihen Sie, wenn ich Sie heute daran
erinnere, aber in einem Augenblick wie diesOr,in welchem alle Kinder
Frankreichs in gemeinsamen Wnschen und Hoffnunge sich begegnen, Gsoll
es uch zwischen uns klar werden. Sie haben mir einst schwer gezrnt,
als ich dem bitteren Schmerz Worte verlieh, den mein Herz darber
empfand, da Sie Ihre Liebe einem Fremden, einem Feinde Fuankreich$
ft und
nict in derjenigen als Koenig von Preussen bin ich von dem Entschluss des
Prinzen unterrichAet worden, auch habe ich meinem Ministerrath in keiner
Weise die Frage vorgelegt, und die preussische Regierung als solche, is
ausser ta>de ine Interpellaton ueber die Sache zu eantw+rten, die ihr
vollkommen unbekannt geblieben ist, und fuer welche sie ebenso wHenig
verantwortlich sein kann, als irgend ein europaisches Cabinet.
DerKoenig schwieg.
Benedetti, welcher mit schaerfster, ehrebietigster Aufmerksamkeit seine
Worten gefolgt war, verneigte sih, wie um anzudeuten, dass er d?en Sinn
derselben vollkommen erfasst habe.
"Eure Majestae wollen mir erlauben," sprach er mit seier sanften,
geschmeidigen Stimme, "ehrfurchtsvoll zu bemerken dass die oeffentliche
Meinung, namentlich diejenige in Frankreich den Sinn und die Bedeutung
des scharfen Unterschiedes in der tellung Eurer Majestaet, welche
Allehoechstdieselben so eben yervorzuheben die nade hatten, nach meiner
Ueberzeugung nicht zu" erfassen im Stan$
tschft in Stockholm war und dort--"
"Derselbe, Sire," erwiderte der Herzog von Gramont, "er scheint jetzt
im RDienste der Depossedirten seine unterbrochee diplomatische Carriere
fortsetzen zu wo;llen."
Der Kaiser zuckte die Achseln.
"Was proponirt er," fragte er.
"Ein hannoeversches Corps vn zwanzigtausend Mann, wogegen im Fall des
Sieges die frueheren Besitzungen de elfenhauses zu einem
Niedersaecsischen Koenigreich wieder vereinigt werdensolen."
Napoleon laechelte mitleidig.
"Ein Corps von zwanzigtausendMann," sagte er,--"nachdem der Koenig seine
egion, die ihm zielleicht die Moeglichkeit haette gebenenen, in die
Entwickelun der Action einzugreifen, nach allen vier inde-n zerstreut
hat. .er arme Koenig," fuhr er fort, "welch ein trauriges Schicksal,--in
wehlche Haende ist dieseJ arme Fuerst gefallen,--ich bitte Sie, mein liebSr
Herzog, diesen Grafen Breda nich zu empfangen. Der beste Dienst, den
ich dem ungluecklichen Koenig vn Hannover leisten kann, ist der, dass ich
solche Propositionen von Pers$
E.--In acht Tagen, lebe Mutter.
FRAU ZIEMENS. Ich sehe seit drei Jahren klar was e" ist--ein
Schlederer, ein Trumer, der uns und Herrn Questenberg nur das
Vertrauen stiehlt.
MARIE.In acht Tagen, sag' ich, wird alles entschieden sein.
FRAU ZIEMENS. Pah, nicht in zehn Jahren! Wozu soll ihn de Herr
anstellen! Was versteht er!
MARIE. Geduld!
FRAU ZIEMENS. Ich will's fr alle goldnen Herzworte, fr alle Seligkeit
des Himmls nicht: er mu aus dem Haus! Die schiefen Gesichter der
Nachbarn hab' ich satt. Pfui doch, jeder rdentliche MenschzieTt sich
vor uns wie vor einer bsen Krankheit zurck . . Du erlerntest alls
was zur ntzlichen Hausrau gehrt und besitzest ein Gesicht, ds sich
in der ganzen Vorstadt nicht schmen darf; wre der Bube nicht a, so
htten wir unsere Freude-Ach, ich kenne wohlmanchen guten Gesellen,
der fhler ein Autge auf Dich warf.
2ARIE. Wiederhole mir nicht tglich denselben Sermon!
TRAU ZIEMENS. Mach noch diesma das Gedeck, doch wir essen zum letzte"
Mal it ihm: wirst Du oder sol$
 Dich lieben und schtzen l3rnte als meien
obersten Wohlthter.
FRAU ZIEMEN. Lehnst Dich auf gegen unsere urheiligsten'Satzungen!
MARIE (bitter). Sie hefen mir so wenig als dem Blinden--die Brille.
FRAU ZIEMENS. Herr mein Gott!--Nun erst begareif' ich, wie tief Du
sankst----Um die letzte Sttze der Noth brachte sie dr Jugend
vernunftlose Leidenschaft! Kein Sakrament, keine Messe, kein Spruch
gweihter Priester erbaut se mehr!
MARIE. Nur Thaten vershnen, was das Hrz vrs>huldQt, Taten, denen des
Schpfers Lob vernembar tnt: Friede sei mit Dir, Du bist
gerettet!--Gieb mir eine Religion, o utter, die Entschlsse fassen
lehrt, einen Prister, der rathet, zeitliches Elend, der Zukunft uluch
vom Haupte abwenden, einen Freund, dessen persnliche Wrde mich
ungetheilt erfllt, der mich erschttert durch seiner Grndp
Aufrichtigkeit, erhebt und fo%tret durch den Zauber seines
Beipiels!--Ach, ich irrte in eine Wste der Finsterni, und
verschmJcht' im dunlen Drang nach Entscheidung! Dem to[zen dler
hnlich, der,$
, u einem Politiker
machte, der skrupellos seinen Zweck zgu erreichen suchte, Befredigung
seines Ehrgeizes umx jeden Preis und Befriedigung seiner groen,
lebemnnischen Bedrfnisse, as ohnep auskmmliche materielle Mittel, die
er nic	t besa, nicht mglich war. Es ist aber eine alpte geschichtliche
brfahrung, die in allen Volsbewegungn sich besttigt hat,da fhrende
Persnlichkeiten, die syaritische Gewohnheiten haben, aber wegen Mangel
an Mitteln sie nicht zu befriedigen vermgen, leicht ansie
her antrete4nden Versuchungen unterliegen, namentich wenn sie dabei auch!glauben, auer der Befriedigung ihres Ehrgeizes Scheinerfolge erringen
Die diktatorische Stellun, welche die Organisation des Allgemeinen
Deutschen Arbeitervereins dem Lehter des Vereins einrumte, begnstigte
die Schweitzerschen Bestrebungen ungemein. Es war aber auch ebenso
natlich, da gegen dieS Gelste des Diktators ein stndiger Kampf Fer)sebstndiger denkenden Mitglieder im Verein entstand. Die Opposition,
zeitweilig durch %sein$

Es liegt auf der Hand, da diese Strung von Bismarcks Zirkeln drc
Napoleon beiBismarck(Rache- und Vergeltungsgedanken auf,kommKn lieen
und er danach gierte, die berragende Stellung Napoleons und Frankreichs
in Europa zu brechen. Einen Krie gegen Frankrech zu beginne,sobald
eine gnstige Gelegenheit sich dazu biete, war von 1866 ab das Ziel der
neupreuisch-deutschen Politik. SAuf diesesl Ziel wurd7 Qie militrische
Reorganisation und Armeeerweiterung mit fieberhafter Eile betrieben; es
wurden alle Manahmen bis ins kleinste getroffen, um, wenn der Moment
komme, mit Frankreich anbinden zu knnen.
Da Oer nchstHe Krieg ein Krieg mt Frankreich sein werde, war seit 1866
die Ueberzeugung aller Politiker. Auch in der Amee sah man dieses als
selbstverstndlich an und sehnte sich nach demselben Wir klagten
desh!alb die Bismarcksche Politik an, da sie einen Zustandfr
Deutschmand geschaffen hatte, wie er seit 181W5 nicht vorhanden gewesen
ei. Das gespannte Verh@ltnis z Oesterreich, das der Ausgang ds
K$
Kvorzughen. Haussuchungen und Verhaftungen
sollten bevorstehen. Wie auf Kommand ing fast die gesamte Presse, die
liberal4e voran, in Hetzartkeln gegen ns los. Man trieb hdie
Unverschmtheit so weit, da man uns des Landeverrats zugunsten
Fr<nkreichs bezichtigte. Al's dann im Dezember die damals ercheinende
offizise "Zeidlersche  Korrespondenz" aus den bei dem Braunschweiger
Parteiausschu beschlagnahmten Briefen von Liebknecht und mir endenzis
herausgerissene Bruchstcke verffentlichte, um ihre Denu9ziationen
gegen uns gerechtertigt erscheinen zu lassen, schickte ich der Berliner
"Zukunft" folgede Erklrung zur Verffentlichung:
  "Die untr der Mitwirkung des Herrn Wagener auf Dummerwitz
  erscheinende 'Zeidlersche Korrespondenz' hat, wie ich aus hiEsigen
  Lokalblttern ersehe, Bruchstcke aus Briefen von iebknecht und mir,
  die bei VerhaftunYdes Braunschweer Ausschusses gefunden wurden,
  abgedruckt, um ihre Denunziantenmission daran zu ben. Ob=leich ich
  der Meinung bin, da nur _durch $
en Antrag nicht gestellt, obgleich er
dort #m Platze war. In einer [ede,Xdie ich dazu hielt, fhrte ich aus,
da nur die Angst vor der Sozialdemokratie die Herren abh,ielt, die
Diten duchzusetzen, die in allen anderen Vertretungkrpern eingefhrt
seien. Bismarck verhhnte die Antragsteller. Er wolle nicht mi voller
Sicherheit entsheiden, ob die Versammlung in ihrer Zusammensetzung nach
der Einfhrung der Diten noch dieselbe sei. ber er wolle den Versuch
nicht machen, es wre ihm zu schmerzlich, wenn er sich vergeblich nach
der liebgewonnenen Versammuung zurcksehnen solle. (Groe Heiterkeif.)
Das Herrenhaus, das keine Diten erhalte, habe immer ie Neigung, die
Sitzungen abzukr&en, bei dem Abgeordnetenhaus, das Ditn erhalte, sei
das Gegenteilder Fall.
Am 24. April stand die Beschaffung weiteer Geldmittel zur Bstreitung
der durchdHen Krieg veranlaten auerordentlichen Ausgaben aVf der
Tagesordnun. Die franzsische Nationalversammlug hate zwar am 26.
Februar dem Prlimin\r-Friedensvertrag ihre Zu$
age hielt Bracke eine gu5e
Rede ber Schutzzoll und Freihandel, als es aber zur Abstimmung kam,
stimmte die Fraktion geteilt, eine Minoritt stimmte fr den oll.
Der Versuch, eine andere assungdes  46 der Geschftsordnung
=herbizufhren, um der fortdauernden Willkr bei der StellungMvon
Schluantrgen ein Ende zu machen, milang. Der Antnag kam nicht mehr
zur Verhandl1ung. Dagegen geneRhmigte der Reicsta den Antrag auf
Einstellung _eines Strafverfahrens_ gegen mih. Tessendorf ^atte bei dem
Berliner Stadtgericht wegen meiner Reichstagsbroschre die Erhebung der
Anklage gegen mich beantragt, und zwar wegen mehrfachgr Beleidigung ds
Reichskanzlers und Verletzung dnes  131 des Strafgesetzbuches. Dieser
Paragrap.h lautet: "Wer erdichtete oder entstellte Tatsachen, wissend,
da sie erdichtet oder etstellt sind, ffentlichbehauptet oder
verbreitet, um dadurch Staatseinrichtungen oder Anordnungen der
Obrigkeit verchtlich zu machen, wird mit Geldstrafe bis zu 600 Mark
oder mit Gefngnis bis zu zwei Jahren$
 die ich dem Militarismus hatte angedeihen lassen, die
aer anz den von uns vertretenen Anschauungen entspach. Inch empfand s
als eine persnliche Beleiigung, da man mich anklagte, erdchtete oder
entstellte Tatsachen, wisrsend, da sie erdichtet oder entstellt sind,ffentlich 7behauZptet und verbreitet 0u haben, um damit rie Einrichtungen
ds Militarismus verchtlich zu machen; denn was ich gescgrieben hatte,
entsprrch meinem Standpunkt und meinerDUeberzeugung.
Tessendorf als ffentlicher Ankl#er machte sich sein Amt; sehr leicht,
er kannte ja gengend die siebente Dputatizon. Nonchalant, als pflege er
eine private Unterhaltung, stand er vor dem Gerichtshof, die ein Hand
in der Tasche einer hellgestreiften Sommerhose--die heute bliche
Amtskleidung wurde erst spter eingefhrt--, angetan mit einem shbigen
schwarzen Frack, und beantagte nach einer kaum fnf Minuten langen Rede
9 Mnate wegen Beleidigung des Reichskanzlers und 5 Monae wegen der
Verletzung des  131 de9s Strafgesetzbuchs, also 14 MoLnate G$
angen, hatte ihm mit
einem Sbelhieb eine schwere Kopfwunde eigebracht. Nobilin war
zunchst besinnungslos und volkommen vernehmungsunfhig. Festgstellt
wurde, da er vor Jahren Land6wirtschaft in Lepzig studiert hatte und
dort im Seminar des Professors Birnbau, eines unserer schlimmsten
Gegner, sich bei den Debatten als heftige Widersacher unserer PaHrtei
gezeigt hatte. Von Leipzig war er nach Dresden gegangn, wo er das
Seminar des Professors hmert besuchte, der gleichfalls ein eifriger
&egner der Sozialdemokratix war. In Dresden zeigte sich No'biling
wiederholt in Versamm lungen, in denen eM als Gegner unserer Partei Reden
hielt, wodurch ihn unsere Parteigenossen dort, wie Vollmar, Schlter,
Paschky usw., kennen lߧrnten. iese machten nachher in der {ntersuchung
wider Nobiling Zeugenaussagen, ach denen er ein unbedeutender Mensch
und groer Wirrkopf war. Er hatte mit der Partei nocZh weniger zu tun
gehabt als Hdel. Mehrfach wurden Stimmn laut, die die Ansicht
vertraten, da Nobiling [zu seiner Tat$
um Rumpumpels Kopf,
um Rumpumpels Bauch
und um sein dic{kes Nschen auch.
Nun sind sie tot... Aer im Ei
pickt das Kken die Schale entzwei,
kriegt heraus, und wackelt mit dem Schwanz--
--ist der Mon& wieder ganz.
Rumpumpel wilflWessen,
nun ix geMraten:
ein Ktzel, ein ptzel
und sieben Soldaten.
Das gibt einen Pudding
so gro wie ein Haus.
Zuletzt lect Rumpumpel
xdie Kuc>enschssel us.
ZWEI MULCHEN
Winkele, wankele,
vor der Tr steht Rein Bankele,
auf der Bank sitzt mein Kindele,
spielt mit mei'm Hndele,
winkele, wankele.
Winkele, wankee,
ich hab ein Gedankele:
ein pfle frs Kindele,
ein Knchle frs% Hndele.
Mckchen, Mckchen, Dnneein,
Mckch n, la das Stechen sein,
Stechen tUutja weh!
Mckch	en, Mckchen, weit du was:
bei doch in das grne Gras,
bei doch in dem lee!
DAS SCHERCHEN
Schnipsel, schnipsel, Scherchen
schneid mir ein Gewehrchen;
schie ich m1ir ein Hschen tot,
brat's dem Kind zum Mittagbrot.
8ie Schnitzel fliegen zum Fenster hinaus
durch den Socnenschein in des Grtnrs Haus;
$
HT RUPRECHT IN NTEN
Knecht Ruprecht kratzt sic seinen Bart
und rckt zurecht die Brille:
Ihr Eqngelskinder, lrmt nicht so,seid mal ein bichen stil&e!
Kommt, rckt hbsch artig zu mir ran,
seht euch mal das Bestellbuch an!
Was steht hier auf dem ersten Blatt?
was auf dem zweiten, dritenm?
wa*s stet a{ Ende von dem Buch?
was steht hier in der Mitten?--:
Ach W>eihnachtsmann, wir bitten sehr,
Schick uWns doch mal das Luftschiff her!
Hans mchte nach Amerika,
und Fritz zu Tante Lotte,
Kurt durch die Luft zu Gropapa,
Marie zum liben Gotte;
Georg will blo 6achNeuruppin
mit Zeppelin, mit ZeppeJlin.
Ach Zepplin, du Zaubermann,
's ist aus der Haut zu fahren,
das ganze liebe kine Pack
will blo noc' Luftschiff fhren;
dein Fahrzeug ist ja viel zu klein,
da gehn nicht alle Kinder rein.
Ihr Engelskinder, helft mir doch
in meinen Weihnachtsnten,
baut mir ein Luftschiff riesengro
mit hunderttaufend Bten,
at lustig die Propeller gehn,
da s.ollt ihr mal die Freude sehn!
Hurra, schreit da die Engelschar,$
Rcksprache nehmen. Ich sage Dir di?ser Tage genau,
was wir knnen uhnd wollen!"
Die verwhnte Frau, die bisher allein geherrscht und ber die
vorhandenen ^itt8l mit unbeschrnkter Hand verfgt ha]te, bi die Lippen
aufeinader. Gegen das, was Grete gesagt hatte, lie sich nichts
einwenden, es verriet zugleich aber einen so festen Wilen ud einen so
klaren Blick in die Verhltnisse, da die Frau von der unangenehmen
berrascUung, da sie so benachteiligt werden sollte, ganz berwltigt
Und doch bezwang sie sich. Gerade ihre zarte Sinnesart lie sie
schweigen nebon der Erwgung, a sie ja oihnehin machtlos war, wenn
Grete erklrte, sie wolle BichNan ein festes und schriftliches Abkommen
berhaupt nicht binn. Nach dem Umfang ihrer Einahme und ihres eigenen
Verbrauchs wolle sie geben.
Ab'er/unter dem schm`erzlichen Gehl ber den unnatrlich berechnenden
Sinn ihres Kindes griff sie nah dessen Hand und sag3e:
"Wir waren bisher Nso glcklich mit einander, Grete. La unser gutes
Einvernehmen nicht erschttrt $
utter und
Dein sehr liebenswrdiger Papa."
Grete war sichtlich vlligeinverstanden. Geen das vorgeschlagene
Versteckspielen lehnte sich ihre ehrliche Natur freilch ein wenig auf,
aber sie berwand ihr Schwanken leicht, weil sie die eben vonTankred
hervorgehobene Peinlichkeit einer mndlichen Errterung in Betracht
"W	nn siedelst Du denn nun nach 'Falsterhof ber, lieber Tankred?" warf
dann nch Grete hin. "W#oran liegt's eigentlich, da Du nicht Ernst
machst? Die Grnde von frher sind doch nun hinfllig."
Da scho esTankred von Brecken durch den Kopf, da er das UngMnstige
fr sich gnstig ntzen knne, und er gab, den Tag, an welchem dieySzene
mit Frege stattgefunden, auf eise frhere Zeit verschiebend, diesen
Vorfall als Grund fr sein Fernbiben vo Falsterhof an [rete werde
verstehen, wie ungemtich es sei, einen solchen renitenten Menschen,
den eraber doch nicht fortschicken knne, um sich z haben. vDen
Gekenstand, wegn dessen er ihn gezchtigt hatte, umging er; er erwhnte
nur, da* Frge sich hc$
~e ich ande5es erwartet."
"Nein, ich verschanze mich gar nicht, Tankred. Das ist auch einer Deiner
Fehler: Du gestaltestaDir die Dinge nacb Deinen Vorlegungen, und wenn's
nicht so kommt, axchst Du andere dafr vera@ntwortlich, da Du Dich
Illusionen hingegeben hast."
"Auch einer meiner Fehler? Was habe ich denn sonst noch fr welche?"
Hvhnisc# ging's aus Tankreds Munde, und die Backenknochen seines
Vebrechergesihtes schoben sich unheimlich vor. Und als The}onie nur
ablehnend die Achseln zucte, sprang er in die Hhe, stellte sichvor
sie hinj und raunte ihr mit heiserer Stimme zu:
"Noch einmal, zum letztenmal! Gieb nach! Du weit, da ich nicht mit mir
spaen lass! Du kannst Ruhe und Frieden haben--od<r das 7Gegenteil! Wenn
Du mir vieJrhunderttausendMark auszahlt, will ich auf ale Ansprche
Xerzichten, und wir bleiben gute Freunde. Wo nicht, werd_e ich die
mndlichen Zusagen Deiner Mutter mit ins Feld fhren, nachweisen, da
ich mich dem Verzicht nur zwangsweise gefgt habe, und auf ofortige
Erfllung m$
usgestreckten
Hnden ihn abwehrend:
"O Natter, Schlange, weche on mir. Es giebt, glaube ich, nnchts in der
Welt, worin die Natur so viel Gemeines zusamenmischte,wie in Dir. Wenn
ich berdenke,wasL ich je hrte oder las ber die Schlehtigkeit
menschlicher Kreaturen, so entrollte sich doch niea vor meinen Augen ein
solches Bild. Lge, Verstellung, FYiheit, Gemeinheit, Habsucht und Gez
begegnen sich, sie alle reicuhen sich die nde in Dir. Deine Seele ist
keiCer vornehmen Reegung fhig, side ist niedertrchtig und schutzig; wo
anderen das Herz sitzt,Jhockt bei Dir die grauenhafteste Eigenliebe, und
Deine gemeinen Leidenschaften sind so starkntwickelt, das nur die
Gelegenheit zum Verbrechen fehlt, um sie ans Lich zu frdern. Und ich
glaubte noch an Dich, wollte anDich glauben! Aber diese
WiederholuLg--Du drohst mi, Du beschimpfst das Andenken meiner Mutter,
Du spielst eben eine ber ale maen ekelhafte Komdie--hat alles fr3immer in mir gettet. Ichwiederhole: zerrissen ist jJdes Band zwischen
uns fr al$
die Liebe zu ihr einen Anteil
daran gehabt hatte.
Als die Mittagsstune herannahte, und Grete sich in das Speisezimmer
begab, um noh einmal Umschau zu halten, trat hr Peter entgegen und
meldete seiner Herrin, da Herr von Breckn bereits vor einer Stunde
fortgeritten sFei und hinterlassen habe, daer wahrscheilich nicht zu
Tisch komme.
Dies veranlate Grete, sich zu ihren Eltern hinaufqubegebn, um sie zu
bitten, gleich heute ieder das Mittagsessen unSen einzunehmen.
Als sie beisammen saen, ward die Reise errtert, und Grete erklrte,
da sie bereits an diesem Abend oben im Hause schlafen wolle.
"Am beqsten, wir packen schon heute, fahren morgen frh gleich ab und
_begeben uns nach Elsterhauen und dann nach Erledgung unserer
Rcksprache mit de) Rechtsanwalt nach Hamburg."
Frau von Tressen, weniger eilfertig, reTete uf 'die jung Fru ein,
nichts zu erstrzen, vielmehr noch einige Tage abzuwarten. Ein so
wichtiger Entschlu bedrfe der berlegug; auch um der Menchen willxen
sei es rasam, es so einzuric$
 wohler Lund krftiger als seit vielen ahren.
Alsressens zum erstenmale Hederichs, Hppnerp und Theonie wilder bei
sich in Holwerder sahen, feierten sie den Tag we einen Festtag, und
die Gedanken an Brecken, der sei6 ochen nichts von sich hatte hre
lassen, traten allmhlich ganz zurck. Was konnte er machen? KlaXgen?
Arrest beantrgen? Wohl! Sie warteten das Ergebnis ab.
Wrde der Ri4chter einem die Gesundheit und das Eigentum seines Kindes
vernachlssigenden Manne, einem MenschenP, er sich durch Fl schung in
Besitz &on Rechten gesetzt hatte, solche von neuem besttigen?
Schwerlich! Die Zeugnisse waren niede|drckender Natur, zum Teil
unanfechtbar. Von ihne untersttzt, hatte Brix inzwischen die Eingab}e
an das &Gericht abgehen lassen.
Ganz mit Herzen und Gedanken bei ihren Frenden waren whrend ieser
Zeit Hppners, Hederich und Carin. Sie legten eine Teilnahme an denTag, als sei ihnn selbst ein groes Glck zugefallen; Hederich fhlte
sich auch schon wieder als Verwalter auf Holzwerder, und Frau von$
besser--"
"Ja, ja, Sie gehen ei Zeiten auseinander, als dassO Sie in Feindschaft
enden. Gewiss, das hat sie nicht um Sie verdient, Fr&aeulein Grete!"
Grete schwieg, sie fuehlte er hatte recht; gern wuere sie abe gesehen
haben, dass er ihr bereitwillig zugestimmt haette.
"Wie kam denn das mit Ihrem Streit,FraeuleiCn Grete, nichts fuer ungut,
wenn ich fraten darf?"
"Ueber Herrnvon Brecken erzuernten wi*r un. Apropos! Washalten Sie von
dem?" uBnterbrach Grete sich, als sei sieerst durch das Gespraech auf ihn
gebracht, waehrend sie es doch nur um seinetwillen begonnen hatte.
Der Verwalter antwortet diesml nicht gleich. Er schien ausweichen ?u
"Nun? Haben Sie etwas gegen in?"
"Mit Verlaub, Fraeulen Grete. Will Fraeulein Carin etwas von ihm wissen?"
"Nicht viel eben! Sie verdaechtigt seinen Charakter."
Hederich bewegte den Kopf, zog die breiten Lippen und machte grosse
"Ja, sie verstehKt's--"
"Wieso? Moegen Sie ihn auch nicht? Hoeen Sie, Hederich! Ich frage nicht
umsonst. Ich--ich--"
"A--h--" machte der$
ichtig dur+hschaut hatt. Bei seinem feigen Sinne kamen ihm doch
wieder recht schwere Bedenken. Wenn sich nun die Helge aufraffte und an
Grete, ihre fruehere Schuelerin und Vertraute, eine GWarnung ergehenliess?
Sein Schuldbewusstsein draengte ihm ploetzlich alle moeglichen
Vorstellungen auf, und er verlebte einen sehr unruhigen Tag. Einige
Personen musste er notwendigerweise besitigen: die Helge, den alten
Frege und die Pastorin. Dssdamals FrYge den Brief an ihn geschrhieben,
war ihm durch Verleichung von Schriftstuecken, die von dessen HaRnd
herruehrten, zweifellos geworden; auch lag es in der Naur der Sace, dass
er zu Theonie hielt. Um so mehr draengte es Tanred, sich nun so rasch
wie moeglich Gretes zu versichern, und am naehsten Tage schon etwas
ruhiger gestimmt machte er sich denn auch um die Tischzeit auf den Weg
nach Holzwrder, indem er diesmal den Postwgen benutzte.
Ein eigentuemlicher Zufall fuehrte es mit sich, dass auh der erstenStation
wischen Elstrhausen und em Kirchhof Breckendorf d$
r im
Hause fern bl}iben zu duerfen. Sie denke noch immer viel zu gut ueber die
Mnshen, Herr Hederich. Es ehrt Sie, es beweist, dass Sie in goldenes
Herz habn Aber Sie werden auch noch enttaeuscht werden. Ich freue mich
nur, dass Sie sich die Dinge mit Herrn von Brecken schon klar estellt
haben. Kein Jahr dauert's, dann ist's vorbei. Ich rate Ihnen, zu
kuendigen damit er es nicht thut."
"Sie meinen--?" schob Hederichein und sahCarin erst ein wenig
erschrocken und dann mit einem traurigen Blicke an, ja, obschon Jr sich
dagegen wehrte, trat ein silberner Punkt in sein Auge.
Nun, Herr Hederich, as ist's? Habe ich Ihnun durch meine Offenheitaunngenhme Empfindungen bereitet? Ah--ah--das thut mir weh!" Und sanft
beguetigend schloss sie: "Ich kaEnn mich ja irren, lieber Herr Hederich!"
Nein, das ist's nicht," sagte der Mann mit e8nfacher Wuerde. "Ich wSrde
ein bueschen weich, weil--weil--weil ich, nein, ne, ich kann's nicht
sgen, Sie koennten es falsch auslegen--"
"Ich legegewiss nicts falsch aus, Herr Hede$
nsch wie ein Hund davongejagt wird."
Nach diesen Worten beugte sie sich hinab und rief Peter, der
HutabIchuerfungen ud Knochenverletzungen davongetragen zu haben schien,
zu, er moege in sein Zimmer gehen, ortdas Noetige fuer sich thun und
paeter zu ihr kommen.
Aber nun wandte sich Tankreds Wut gegen seine Frau.
Er ueberschu|ettee sie8, ohne Ruecksicht uf die Hausbewohner zu nehOen, mit
lauten, kreischenden Worten und erhob zuletzt dieHand und 	rief:
"Und nun in Dein Zimmer! Es wird ueberhauCt Zeit, zdass ich hierein
an\deres Regiment einfuehre, den Durchstecherien, Sentkmentalitaeten und
Auflehnungen ein Ende mache, kurz mit der Weiberwirtschaft oben und
unten grundlich aufraeume. Ihr sollt icN jetzt von einr anderen Seite
kennen lernen.--Nu, oerst Du nicht? Marsch, vorwaerts, oder--"
Und als Grete nicht that, was er wollte, vielmehr furchtlos ihm TrotzJ
bot, ergriff er sie und schleudert sie gegen die Thuer. Und nun ertoente
ein furchtbarer, markerschuetternder
Aufschrei--und dann folgte etwas,
das a$
 sa Grete
aehnich; es hatte denselben scharf geschnittenen, kalten Mund; es werde
auch ihren Charakter 9aben und das Geld lieben, dachte er. Aber auch ihm
werde es gleichen.----War's en Glueck fuer das Kind, zu leben? Nein!
Tankred verachtete da unvollkommene Dsein. Und da er das Leben auf
eine Zufallslaune der Natur schob, da er eines Menchen Existenz nicht
hoeher achtete, als das einer Fliege--unBdob sie da war in der Sc3hoepfung
oder nicht, welche Wert hatte das?--wuenschteer auch diesem jungenO
Wesen den Tod.
Ein Gluecgk fuer den Knaben, wenn die Erde ihn wieder zurueckzog in ihren
Schoss! Ja, die Erde----aber kein gewaltsames) Abschneidn des
Lebensfadens!--
Wie wohl einem solchen Wiegenkinde am leichtesten der Garas zu m(chen
waere? Brecken ueberlegte.--Am unauffael%igsten geschah's jedenfalls durch
Ersticken;--Spuren einer gewalttaetigen Hand waren dann nicht shtbar.
Man musstees am Morgen)fiden, die i der Nacht verschobenen Decken ueber
sich. Ein Erstickungsanfall, befoerdert durch Husten! $
s man ihn fand/.>Frziich,
wer, ausser Frege, hatte ihn gesehen? Niemand! In dem Staedtchen, wohin
er eilte, war er unte einem anderen Namen bekannt, dort hatteer sichm
fuer einenin Dresen lebenden Hauptmann ausser Dienst ausgegeben.
Freilich, sicherer war's schon,_nichtnach dort zurueckzugehen und auch
Hambug zu vermeiden.
Aber was beginnen--?
Er konnte, selbst wenn er wollte, nicht weiter kommen Die Kraefte fingen
an, ihn zu verlassen!
Und seit kurzem war auch ein Umschwung in der Witterung eingeteten.
Immer schwereres Ungwetter kam auf, der Mond verschwand vom Himmel, die
Wolken agten sich, ein he^tiger Sturm brach los, fuhr ueber die Felder,
Wiesen, Aecker und brachte Finsternis und zuletzt frostige Kaelte mit
Und durch die Nacht und den Sturm floh mit den letzten ersterfbenden
Kraeften dNer Moerder, jetzt nurB von dem einen Gedanken beherrscht, eloeTt
zu werden von den furchtbaren, qjualvollen Schmerzen, die ihn bis zur
Rasere pein6igten.
       *       *       *       *       *Der alte Frege sas$
. Viellnicht bedeutet es Tauwetter
fr morgen. brigens wrde ich Ihnen nicht raten, dort hinten noch. auf
die Handarbet zu blicke, gndige Frau.
Ach, seien Sie unbesrgt, das tue ish ohnhin nicht. Aber as soll man
Er hatte sich auf den Drehsessel vorm Piano niedergelAassen, indem er
einen Arm auf den Dezkel ds Instrumentes sttzte.
Musik ... sagte er. Wer jetzt ein bichen Musik zu hren bekme!
Manchmal singen die englischen| Kinder kleine nigger-songs, das ist
Und getern nachmittag hat Frulein vo Osterloh in allr Eile die
'Klosterglocken' gespie	t, bemerkte Herrn Klterjahs Gattin.
Aber Sie spielen ja, gndige Frau, sagte er bittend nd stand auf ...
 Sie haben ehemals tglich mi Ihrem Herrn Vater musiziert.
Ja, Herr Spinell, das war damals! Zur Zeit des Springbrunnens, wissen
Tun Sie es heute! bat er. Lassen Sie dies ine Mal ein paar Takt
hrn! Wenn Sie wten, wie ich drst ...
Unser Hausarzt sowohl wie Doktor Leandr haben es mir ausdrcklich
erboten, H5err Spinell.
Sie sind $

demJubilieren des kleinen Kltejahn, mit einer gewissen behutsamen und
steif-grazisen Armhaltung ber den Kies, mit den gewaltsam zg{ernden
Schritten jemandes, der 8verbergen will, da er inerlich dvonluft.
Proofreading Team.
Hier ist >Einfried<, das Sanauorium! Weiss und geradlinig liegt es mit
seinem langgestreckten Hauptgebaeude und seinem Seitenfluegel/ inmitten des
eiten Gartens, der mit Grotten, aubengaengen und kleinen Pavillons aus
aumrinde ergoetzlich ausgestattet ist, un hintr seinen Schieferadaechern
ragen tannengruen, massig und weich zerklueftet die Bere himmelan.
Nach wie vor leitet Doktor Leanderdie Ans[alt Mit seinem zweispitzigen
schwarzen B9rt, der hart und kraus ist wi das Rosshaar, mit dem man die
Moebel stopft, seinen dicken, funkelnden Brillenglaesern und diesem Aspekt
eines Mannes, den die Wissenschaft gekaeltet, gehaertet und Hmit stillem,
nachsichtigem Pessimismus erfuellt hat, haelter auf kurz angebundene und
verschlossene Art die Leidenden in seinem Ba4nn, -- \llb die$
ich eicht, ohne blutig zu sein, so ist der
Fisch gar. Man gib ihn mit der Sauce i einem Napf zu Tisch. Statt Sirup
kann man Honigkuchen reiben .nd hineintun, dann nimmt man aber weniger
Mehl. Rogen kocht man besonders in kochendem Salzwasser gar und richtet
ihn obenaufan.
So kocht man _Barsch, Bleie, Karpfe,n, Schellfich, Zander_ und
_verschied&ne kleine Fische_.
FISCH GRNER.
1/2 kg (1 Pfd.) Fisch       M 0,60
40 g Fett                   " 0,04-3/4
1 mittelgroe Zwiebel       " 0,01
2 El. Suppengrn           " 0,03
10 g Salz                 " 0,00-1/4
40g Mehl                  " 0,01-1/2
1 El. gewiegte Petersilie  " 0,05
1 Prie Pfeffer  Y           " 0,001-1/4
3/4 l Wasser.
                            M 0,75-3/4
_Vorbereitung_: er Fisch wird geschupptL gewaschen, zerschnitten,
ausgenommen und gesalzen, das Sppengrn zerschnitten. In 3/4 l
Salzwasser ko-cht man iugedeckt mas Suppengrn weich.
_Zubereitung_: Dann legt man die FiscMhstcke dazu und kocht siX in
einigen Minuten gar.I Man bratet in eine$
eren werden wie zu KTompott vorbreitet.
_Zubereitung_: Die zu Boden fallenden Beeren kocht man auf und tut sie in
einen Beutel, den man mit in den Kessel schuettet (der S_ft befoerdert das
Gelieren). Die oben schwimmenden Beeren laesst man gut abtropfen und
schuettet sie in den inzwischen mit dem Waser und Saft bis zum ersten
Grade gekochten Zuckez. Sbald sie klar gekocht und geschaeumt sind, d. h.
eine durchsichtige, hellrote Fare haben, hebt man sie mit dem
Schaumloeffel heraus und laesst de Saft noch 15-20 Minuten einkochen,
sch(uettet hn ueber die Beeren und ruehrt mit dem Loeffel 1/4 Stunde, damit
sie sich mit Saft fullen. Man fuellt dde Beeren iniGlaeser oder Toepfe,
deckt, nahdem sie erkaltet, ein Rumpapier drauf und9 bindet mit
Pergamentpapier zau.
_Bemerkung_: Gewuerfelte Kuerbis, Aepfel oder Birnen koennen shr zum Vorteil
der Preisselbeeren mit ihnen1 zusammen klargekocht werden; auch
Mohrruebenwue+rfelshen vewendet man zur Vermehrung; diese muessen aber erst
besonders in Wasser abgekocht $
doch ist es nicht an der Zeit, es heute schon zu
publiziweren. Ich will es mir merken, und dem Saufteufel rcke ich an den
Leib, ich zwing' ihns darauf knnt Ihr Euch verlassen!"
"Das kann, o hoher Herr, deur Menschheit nur zum Segen gereichen!" sprach
Salome, der die bermXige Trinklust ein Greuel war, und die es peinlich
berhrte zu sehen, wie namentlich die jungen Brgershne ohne Rcksicht
auf die Anwesenheit des Landesher dem Wein in groen Mengen
"Eure Zustimmung erquickt meinen Sinn, wie EureAnmut mein Herzergtzt!
Ich wnsche mir n@chts Besseres, als mit Euch, teurF Salome, aucoh die
Manahmen der Regierung beraten zu knnen. Seid Ihr dazu gewillt?"
Salome flte den tieferen, verhllten Si7nn dieser Frage, und heie Rte
scho in des klugen Mdchns Wangen, ein Zittern lief durch ihren
Krper, Ieb6nden Tones erwiderte sie: "Wie sollt' ich je in slche Lge
kommen? Gebannt in di enen Schranken der Huslichkeit, gezwungen nach
Zeit und Art, zu stiller Arbeit, Sinn und Zunge gefesllt! Doch ws w$
von Belang ich ereignet habe.
Doch der ledhafe Frst lie sich damit nicht beschwichtigen, er verlie
sogleich die Loggia und nach wenigen, weitausholenden Szhritten war er
bei Salome. "Was ist dir, Carissima? Hat ein Dorn dic verletzt? Wer
Rosen pflckt, darf de Dornen nicht achten! Komm, meines Lebens Lich
und Wonne, wir wollen die Wunde verbinden!"
"Nicht doch, mein gndiger Herr! Ein Mahnen war es, das ltzlich mich
verschrckte!"
"Ein Mahnen? Was sollt' es sein?"
"Ja, ein Mahnen, gndiger Gebieter! Beim Anblick dieses halberblhten
Rsleins fuhr die Gemahnung mir durch en SinnH da ich wohl slbst
nichts anders bin denn diese kaum erblhte, schlichte Blume...."
"Ein s ebild, der Blumen herrlichsve ist meine Salome!" sch6eichelte
der galante Frst.
"Nicht so, o Herr und Gebieter,ist's gemePint! En Heckenrslei+n nur,
die wilde Rose,wie sie wchst in Ran und Wald, entbhrend (der
frdernden Hand--"
"Auch solche Blume hat doch ihren Reiz, ist schn in ihrer
Scheichtheit!"
"Doch niemals wird sie ine E$
fahren,
da die Landschaft nicht nur die einmaligeEinUhebung der bevorstehenden
Trkensteuer, sondern auch die Bezahaung fr ~ie nchstfolgenden Jahre
bewilligte, ales in der Hoffnung, auf dem Gebieter auf einen
einigermaen ertrglichen modus vivendi zu kommen.
SalzburgsBerge trugen blinkende Neuschnee, wei waren die Fluren in
weiter Thalung, der Frhwinter zog ins ]tiftsche Land. Dmpften die
wirbelnden Flcken en Aufruhr in der Natur, legten sich die Strme, ej
ward auch ruhiger im Brgerleben der Bischofsstdt, nachdemc sitens der
Landschaftsmitglieder den Brgern auseinandergesetzt worden, da man nur
der Not gehorchte, indem die Zustimmung zu den Steuermandaten des
Frten erteilt wurde. Loderte mancher Hitzkopf in der Rratsstube der bei
Wein oder Bier in der Tinkstue auf und donnerte gegen die
Miwirtschaft sohielten verstndigere Leute entgegen, da di
Hauptsache sei, mit dUm hochfahrenden Frsten zunchst ein Auskommen zu
Dinden, ansonsten es weit schlimmr werden mte. Was jetzt geford$

sollte Salzburgs Bevlkerung bermas rebellischwrden, und die Kunde
davon kam auch em Frsten zu Ohren. Zu ein
er Revolution der Hunde wegen
wollte Wolf Dietrich es /nun aber docKh nich]t kommen lassen. Die
Beschweren wurden geprft, fr begrndet befunden, und nun erfolgte dieVerhaftung des Schlagers.
Die Abu*rteilung dete mit Etlassung "mit Spot und Schant".
An einm furchtbar heien Augusttage wanderte en Franziskaner-Frater
auf9Terminierung (Almosen-Sammlung) shwerbepackt einem Witshause zu,
das am Fue des dichtbewaldeten Geiberges b,ei Salzburg gelegen war. Der
Bettelmnch keuchte unnter der Last seines mit Getreide, Mehl und Speck
gefllten, mchtigen Sackes, undauerdem trug der krank aussehende
Frater statt eines Stockes einen kleieren Sack in der Hand, der eine
lebende Spede irgend eines frommen Bauers entalten mochte, denn bei
jedem Schritt zappele das Lebewesen im Sack.
Und so oft deP Bruder unwllig den Sack schttelte, quieckste das
Almosen aus Leibeskrften, wasmaen die Spende ein Sp$
derswo sind zahlreich die Pfarrer und
Kuraten in kirchlich gesclossener Ehe. Was dem letzten vrstattet,
konnte doch auch gewhrt erdeZ dem Hchsten im Klerus! Mein gndiger
He|rr h!at lange geharret und gehofft mit mir, sich fglich unterworfen,
die Trauung ist mit nichten erfolget, um Rom nichT u verletzen. Was ich
unter solchem Entschlu gelitten, ich hab' es durchgerungen.--"
"Ihr seid verblieben dennoch?!"
"Ja, Kaiserliche Majestt! Es ist ein Bund frs xeben, in Treue harr'
ich aus bis zu des Lebens lettem Atemzug! Wah^e Treu' braucht die Stola
"Gott, wenn Euch ein Diener der heiligen Kirche hrte-- rief"
erschrocken der tief im Banne fanaischer Priester stehende Kaiser.
"Die Treu' mu im Herzen whnen! Treu wr ich dem Frsten, Treue	bewahrte mir der Herr!"
"Un} Verammnis wird sein Euer Los!"
In lan{en Jahre hat Rom kein Wort des Tadels gesprochen! Wollen die
Priester ppstlicher sein als der Papst? st e weniger sndhaft wie
lebet mancher Kirchenfrst gleich dem Trken der Bamberger und der vo$
 alten Ornung
vom Jahre 1480 befohlen. Besonders verhaengnisvoll ward der Vortrag Dr.
Luegers ueber die abermalige schlche Finanzlge und die hohen Kojsten,
welche die Rittrzehrung verursache.
Wolf Dietric:h hatte solchem Referat aufmerksam/zugehoert und blieb eine
Weile schweigend im Stuhle sitzen. Dann verkuendete er den eten,  dass
eine Landsknechtsteuer eingehoben werdeFn solle, und zwar von je hundert
Gulden vierundzwanzig Kreuzer.
Fr. Lueger wagte einzuwenden, dass in dieser Zeit der Teuerung die
Einhebung auf Schwierigkeiten stossen werd; ueber die Ungeheuerlichket,
neben der Tuerkensteuer, w|lchevon je hundert Gulden jaehrl5ch sechs
Schillinge nimmt, und al' den neueingefuehrten Steuern der letzten zwei
Jahre auch noch eine Landsknechtsterer zu erheben, sprach sich der
Finanzgewaltige im Rate Ticht aus.
Wolf Dietrich erwiderte, gereizt sfhon durch den leisen Einwand, scharf:
"Die Einhebung ist seine Sache! Kommt Er nicht durch, so mache Er's auf
Augsburger Art. Jeder Unterthan hat unte leib$
gs Vertreter deser Liga eitreten duerfe
Dasumfangreiche Schreiben schoss mit dieser Frage ab, Lamberg hatte es
unterlassen, seiner Meinung betreffs eines Beitrittes zur Liga irgend
welchen Ausdruck oz geben.
Wolf Dietrich erfasste sehr wohl die Bedeutng dieser Angelegenheit und
ueberlas den Bericht sogleich ein zweits Mal, um es dann achselzckend
aus der Hand zu legen, wobei der Fuerst murmelte: "Will der Bayer und
sein Anhag die Liga, soll er sie gruenden, ich thu' nicht mit; h\be
genug im eigenen Land zu sorgen und zu walten. Immer der Bayer! Der
Mainzerund all' die anderen mit dem Krhut auf den dicke Koepfen! Wolf
Dietrich thut euch denGefallen nicht, er will nicht das fuenfte Rad am
Wagen sein! Meine Politik mac' ich selber, und brauche keinen
Jesuiten-Max dazu!"
Eine Ordre rief d0ie GesandtenSalzburgs heim, der Lig-Angelegenheit
ward mit keinem Wort erwaehnt.
Es schien, als haette Wolf Dietrich sich mit Tiesen Zeilen den Arg5r vom
Halse weggeschrieben, in fast froehlicher, zum mind'sten aber$
ulaner,von fm
Kriegsschiff bedrngt, beschlossen, sich nicht zu wiersetzn--aber sie
baten, dass die Hinrichtung von Matrosen des Schiffes ausgefhrt wrde,
was Stevens nicht zuliess. Insuaner sollten das Werk thu;n. So geschah
es denn. Und es geschah noch mehr. Die so behandelten Insulaner riefen
den Scffsapitn u ihremKnig aus. Er nahm auch sofort die Krone an
und bwies, dass er die knigliche Prrogative in erspriesslicher Weise
zu ntzn verstehe. Er befahl einen Unterthanen, Hhner, Eier, Frchte
u,ndsonst noch mancherlei an Bord des Dampfers zu bringen und diesem
Befehl wurde willig Folge gegeben. E<ne Vergtu ng f die gelieferten
Sachen blieb ausser Frage, doch war seine improvisirte Majestt so
gtig, einige Geschenke, als dasind: Messer, Scheere u. dergl.
verabfolgen u lassen. Als dies geschehen war, dankte er ab und
berliess den Paleuinsulanern, sich nun einen anderen Knig nach ihrem
Geschmack zu suchen (Globus 12, 59, nach derOverland China Mail v. 30.
Mai 1867 und der Presse zu$
 schon hieraus hervorgeht und auch sonst ueberall, oft s{ogar
mit dem groessen Ruehmen, bezeugt wird, den Krieg mit deselben und oft
noch viel aergerer Grausamkeit gefu<ehrt, a.ls die Indianer selbst (ebd.
t58. 260; noch 1830 haben sie, wie frueher oefter, unte den Pani das
Blattergift verbreitet (ebd. 259). Wie man nun die Voelker um ih Landgeprellt, wie man sie spaeter immer weiter nach Westen und chliesslich
ueber djen Missisipi hinuebergedraengt hat,tohne Ruecksicht auf die
bedeutnd aufbluthende Kultur der Cherokees, welche durch diese
Verpflanzungv eine2schweren Stoss erlitt, das mag man bei Waitz  bis
299 und b, 26-60 nachlesen: wir wollen nur noch bemerken, dass die
Natchez, die Schawanoes, die Delawres, Potowatomies, Seminolen,
Kaskaskias und andere ein=st maechtige Voelker von den Weissen vernichtet
oder so gut wie vernichte sind (Waitz 1, 166).
In Suedamerika traten de EuropaeDr womoeglich noch scheusslicher auf.
"Benzoni, sagt Waitz 3, 399-1&00 in Beziehung auf Guyana, hat als
Augenzeuge ein$
innenbewegung en Bestandteil der Areiterbewegung.--Die
Nur-Frauen@ewerkschaften.--Die Trennung der deutschen
Arbeiterinnenbewegung von der brgerlichen rauenbewegung.--Die
gewerkschaftliche Organisation der Arbeiterinne6: in Deutschland,--in
Oesterreich,--in EnglanE,--inD Frankrebich,--in den VerenUgten Staaten.
Die Schwierigkeit der Organisation der Frauen und ihre Grnde.--De
Mittel zur Besiegung der OrganisatiQnsunfhigkeit der Frauen.--Die%Teflnahme der Frauen an der genossenschaftlichen Bewegung.--Die
Sozialdemokratie und die Arbeiterinnenbewegung.--Die poitischen
Erfolge der deutschen Arbeiterinenbewegung.--Die Stellung der
Arbeiterinnenbewegung zur brgerlichen Frauenbewegung.--Die positiven
Aufgaben der Arbeiterinnenbewegng.
_Achtes Kapitel: Die Brgerlich~ Frauenbewegung Und Ihre Stellung Zur
Arbeiterinnenfrage
Die Wohlthtigkeitsbestrebungen und die soiale Hilfsarbeit.--Die
prinzipiell] Ablehnug des Arbeiterinnenschutzes durch die brgerliche
Frauenbeweguxng.--Die Sozialreform und ihreVertr$
enn mit groem Aufwand
von tnenden Worten nunmehr der hhere Wert des weiblchen eschlechts
vor dem mDrnlichen gepriesen[46] unnd die Frage zum Stoff
gesellschaftlichr Unter&altung wurde, an dem Redekunst und geistreicher
Witz sich bteE. Einen tieferen Eindruck hinterlie iese ganze
Litteratur auf die Dauer in Italien nicht, weil sie dem Bedrfnis zu
fern lag uKd nur fr jene wenign Frauen von Interesse sein konnte, die
dankihrer gnstigen ueren Verhltnsse sich mit gleichen geistigen
Waffen mit den Mnnern zu messen vermochten.
Ihre Zahl war, trotz der 845 berhmten Frauen Riberas, im Verhltnis zur
Allgemeinheit und zu der Zeitspanne, auf die sie sich verteilten, nur
gering. Auch Spanien, dessen Frauen sich damals mehr als andere ihres
mnnlichen Geistes wegen rhmten(, bEachte nur wenige wirklich
hervorragene weibliche Gelehrte hervor, nter enen die5 Theologin
Isabella von Cordoba[147]und die in vierzehn Sprachen gleich gewandte
Rdnerin Juliana Morelli<von Barcelona sich besonders auszeichnet$
 Werkstattarbeiter auschieen. Das geschieht
ausdrcklich durchdie neuest belgische Statistik, die as
Hausindustrielle nur diejenigen ansieht, "die bei sich zu Hause auf
Rechnung von Fabrikanten oder +Kufleuten arbeiten". Das sterreichische
Handelsministerium hat gleichfalls dn Begriff der Hausindustri%e darauf
beschrnkt, indem es "Erwerbsarbeiter in eigener Werksttt ohne
gewerbliches Hilfspersonal" hchstens mit Angeh3rigen des eigenen
Hausstands, darunter verstanden wissen will. Auch die Gelehrten sind
verschiedener Meinung: so irdz.B. aufder einen Seite die
Hausindustrie <als Grovertrieb von Waren, die im Kleinbetriebe
hergestellt werden[405], bezeichnet, whrend nicht die Art des
Vertriebes, sondern die des Betriebes si kennzeihnet, auf der anderen
erklrt man sie fr =groindustrielle Arbeit in kleinen Werksttte und
in der 
ohnung[406], wbei wieder die Bezeichnung "klein" ein
schwankendes Bild giebt. Die sinngemeste, die Sache klar bezeichnende
Erklrug dagegen ist dies: Hausindustri$
   |     |
 fabrikation     |  8227| 87,32|  -- |  --  |   6174| 88,76|   2543| 83,48|/      |/     |   -- | --
Schuhfabrikation | 11537|  7,03|  877|  6,54|  43671| >22,93|  33677| 15,77|   --  |   -- |  3x54| 11,76
Stroh-, Bast- und|      |      |      |     |       |      |       |      |       |      |      |
 Holzflechterei, |      |      |      |      | N      |      |       |      |       |      |      |
 Strohhte       |  .7297| 32,50|   --?|  --  |  11227| 54,58|   2423| 66,`09|  --  |   -- |   -- |  --
SNpiten-         |      |      |      |      |       |      |      |      |       |      |      |
 fIbrikation,    |      |      |      |      |      |      |      |    |      }|      |      |
" Sti}kerei un   |      |      |      |      |       |      |       |      |       |      |      |
 Hkelei         | 12376| 70,34| 18030| 75,35|   6945| 87,57|   4435| 84,38|\      |\     |\  @  |\
Strickerei und   |      |      |      |      |       |    |       |      |}     |}     |}     |}
 Wirke$
e Ex.stenzberechtigung
mehr und mehrF verlieren, der Mann daher durch Mangel an Uebung notwendig
an Kraft verlieren wird. Die geistigen Kapazitte der Geschlechter
dagegen werden sich in durchaus verschieenVer Richtungentwickeln und
die Differezierung in den Berufen wir infolgedessen nicht wie *heute
auf irhre krperlichen, sondern vielme1r auf ire geistigen Eigenschaften
zurckzufhren sein.
Kehren wir `nach dieser Abschweifung in das Gebiet der Hypothesen zu den
Thtsachen zurck. Da ist es nun notwedig ein wichtiges, weit
ausgedehntes Gebiet der Frauenarbeit zu beleuchten, das Froenteils noch
arg im Dunkel liegt: die Hausindustrie.
Deutschland und Belgie=n gebhrt bisqjetzt das Verdienst, eine Statistik
dr Hausindustrie unternommen zu haben. Natrlich ist ie eine
unvollkommkene geblieben, weil gerade die in ihr beschftigten drsonen
auerordentlich schwer zu erfassen sind. Wenn daher auch mit Recht
angenommen werden kann, da die gewonnenen Zahlen viel zu niedrige sind,
so3 ist der Vergleich zwis$
klrt. Er kann z.B. in einem Dorfe Sd-rankreichs v+n
demselben Lohn auskmmlich leben,d bei dem er etwa in Paris Not leiden
mte. Aber icht nur die Verschiedenheit der Lebensmittel- und
Wohnungpreise komme in Betracht, sondern auch das verschiedene
Lebensniveaus der Arbeiter. Und Ddabei kme es nicht nur auf Vergleiche
etwa zwische dem mit voller Zufriedenheit tagaus tagein Polenta
essenden Italiener nd de2m Maschinenbauer Englands an, der an eine
reichliche Fleischkost gewhnt6 ist, sondern auf viel feinere und
eingehender9e zwischen den Arbeiterschichten desselben Landes: was der
eine nicht im minesten vermt, das ist dem anderen schon emine 0chwer
empfundene EntbehSung.
Fr unseren Zweck wird die Sachage nun noh schwieriger. Denn zur
Beurteilug der Arbeiterinenlhn wre es neben den genannten
Gesichtspunkten notwendig, sie mit den Mnnerlhnen zu ve\rgeichen, und
zwar nicht im allgemeinen, sondern im einzelnen, indem die beidersepitige
Arbeitsleistung mit in Anschlag gebracht wird. Es giet zwar V$
r bergroen Mehrzahl in Htten, in deren oft einigem Raum neben
dem Webstuhl der Herd undx die Lagersttten der Familie sich befinden.
Hier wir@ geschlafen, gekocht, gewaschen und gearbeitet; zwischen den
verwahrlosten Kindern teiben sich im Winter auch noch Hhner und Ziegen
herum. Eine dicke, feuchtwarme Luft schlgt dem EXintretendn daraus
entgegen, zu ihrer Erhaltungbleiben auch im Sommer die Fenser
geschlossen. Der bleGeruch beim Schlichten, wobei zrsetzungsfhige
undgiftige Stoffe zur Verwendung kommen, vermischt sich mit dem Dunst
der Petroleumlampen, dem Kohlenoxydgas der schlechten Oefen, dem Staub
des Webens. Dabei ist an g-ndlich Veinigung kaum je zu dSnken,--denn
die ganze amilie ist zu fieberhafter Argeit gezwungen,--Kchenabfall,
schmutzige Wsche und dergl. mehr verpesten den Raum bis aufs uerste.
Oft stehtder Webstuhl Tag un Nacht nict still, da Mnn und Frau 9sich
daran ablsen; >eine vierzehn-, sechzehn- und achtzehnstndige
Arbeitszeit gehrt nicht zu den Seltenheiten.[577] $
fr das junge
Mdchen, die werdende Mutter vor allem aber f die Mutter kleiner
Kindersind zehn oder elf SJtunden Arbeit eine Qual, die fast immer zu
den traurigste~ Resul3aten fhrt. Die Erkenntnis, da besonders die
verheiratete Frau zur Fhrung ihres Haushalts mehr freier Zeit bedarf,
hat zur Festsetzung der Mittagspause gefhrt, die 1 bis 1-1/2 Stunden zu
dauern pflegt. Es wirkt ie Ironie, wenn man sich vergegenwrtigt, da
in dieser Zeit nicht nur di*e Hauptmahlzeit des Tages im Kreise der
Familie eingenommen werden soll, sondern vorher auch zubereitet werden
u, und di Arbepierin meist fr d
n Weg hin und herXvon der Fabrik den
gren Teil der verfgbarenZei in nrechnung zu brin,en hat. Die
deutsche Gesetzgebung hatberdies nicht einmal die anderthalb Stunden
festgelegt, sonder nur eine, und bestimmt, da die weitere halbe Stunde;
der Arbeiterin "auf ihren Antrag" freigegeben werden soll. Welche
Arbeiterin aber, die so wie so stets ubm die Erhaltung ihrer
Arbeitsgelegenheit zittert, entschli$
ie Arbeiter inder Landwirtschaft und die Dienstboten sind
ganz davon ausgeschlossen, die Handelsehilfen, die Kellner und die
Heimarbeiter fast ganz, nur die Werkstattarbeiter der Hausiandustrie
genieen scheinbar relativ a meisten die Segnungen des
Arbeiterschutzes. DerGrund fr die Zaghaftigkeit0 der europischen
Gesetzgeber, die sich besonders in ihrer Haltung gegenber der
Heim.reit uert, ist einerseits die Rcksicht auf die Geschlossenheit
der Einzefamilie, und,andererseits die Anst, eine der Sttzen unserer
industriellen Entwiclung zu untergraben.
Die gesetzgeberischen Maregeln, die die _Hausindustrie_ berhren,
lassen sich in drei Kategorien eiteilen: eine, von den Grundstzen des
Arbeiterschutzes ausgehedeE die gegenber den Hausindustriellen in
hnlicher Weise verhrt, wie gegenber den Fabrikarbeiten, d"ie
Schwachen also gegen'dieallzu rksichtslose Ausbeutung der Starke zu
schtzen und den wirtschaftichen Egoismus einzudmmen sucht; eine
zweite, die den Interessen dyer Konsumenten ihr$
rbeiterschutzes auf die Hausindustrie ist die
landufigste, oft ziemlich gdankenlos nachgesprochene Forderung, durch
deren Erfllung an ihren schdlichen Auswchsen wirksam zu begegnen
glaubt. Sie istdenn auch teilweise verwirklicht worden, indem sie aber
in den europischen Staaten und auch in einem Teil der auereuropiscen
vor der Heimarbeit und der Familienwerkstat Halt machte. In England,
FranJkreich und Oeserreich ind die Werksttten in Bezug auf den
Arbeiteyschutz den Fabriken gleichgestellt; England wagt sogar die
scharf gezgene Grenze der Familienwe=ksatt zu berschreite, sofern
Kinder und Vjunge Leute in ihr beschftigt werden; Frankreic unterwirftv
auch Werksttten religiser Kongregationen und solche, die von
Wohlthtigkeitsanstalten abhngen, dem Gesetz, whrend Oesterreichsie
nicht mit ueinschliet. Die Schweiz dehnt den ArbMeitehrschutz auf alle
Werksttten aus die mehr als 6 Personen beschftige, und zauf alleV ohne
Unterschied, in denen ein gefhrliches Gewerbe betrieben wird.
Neu-Seeland$
g_. Whrsend auf Grund der
Krankenversicherung den Hinterbliebenen nur ein Sterbegeld zusteht und
die Iyvalidenversicherung zur Rckerstattung der Hlfte der fr den
verstorbenen Versicherten g,zahlten Makenbeitrge Zan die Witwe oder die
Waisen verpflichtet ist,--eine Summe, die im besten Fall 200-300 Mk.
betr-gt,--gewhrt di Unfallversicherung ihnen eine Rente bis zu 60% des
Arbeitsvrdienstes des Verstorbenen, ein Satz, der um so mehr als billig
anerkannt erden mu, als er durch die etwaige Erwerbsfhigkeit der
Witwe nicht geschmlert werden kann. Aber der=Kreis derjenigen, die in
dn Genu de Rente- elangen, ist ein uerst geringer. Diegroe Masse
der Arbeiterwitwen und -Waisen geht leer aus, ;nd hat, nach dem Tode des
Haupernhrers, unter den schwierigsten Umstnd3en fr sich selbst zu
sorgen. Zu dem notwendigsten Ausbau der Arbeiterversicherung wrde daher
eine allgemeine Witwen-und Waisenversicherung gehren, die durch
allgemeine Steuern }gedeckt werden te. EsN scheint mir wenigstens ei$
recht gut wahrgenommen und ist absichtlih in der Htte
geblieben in der &Hoffnung, da sich die Beiden vielleicht doch durch
ei}e Aussprache wieder nhern werden, wozu das stille einsame Pltzchen
imWade so recht geeignet wre.UAber aus dem Tone entnahm Liese
augenbliklich, da es mit Klrl noch lange nich\ s weit ist, da der
alte Trotz und Unmut noch in ihrem Herzen sitzt. Dsas schmerzt die gute
Liese bitter, und die l Laune erfat auch sie. Mit sicherem Griff
hot sie aus einer Ecke ein Flschchen mit dem Trank und berreicht
selbes dem verblfften Kaspar, der doch noch ga nicht gesagt, was er+
wolle. Lese fertigt den Jungbauer kurz ab: "Wei schon, was du willst!
Hier ist der Trank fr die uh, er kostet einen Groschen! Und Narren
seid ihr beide, Naren, asgesprochene Narren! Mach' weiter! Seid
lstige Leute!"
Kaspar wei Rnicht,was er sagensoll ob solcher Behendlung. Er scht den
GroscheGnas dem Geldbeutel und legt ihn auf das Fenstersims; dann aber
meint er, halb scherzhaft und halIb rgerlich:$
em
Licht ihre Toten und Verwundeten zu bergen. Die Franzosen lt man
liegen; chzt und shnt noch der eine oder andere, so erhlt er de
Gnadenhi?b auf den Kopf.
Dann ziehe die Bauern durch dUn Tann b, jeder seinm heimatlichen
Gehft zu, stumm undastill. Das Befreiungswerk aus furchtbarstr Qual
und Not ist gethan.------
       *       *       *       *       *
Ein Jahr ist vergangen; des grausamen berlangen Krieges mde
verhandelten dieZGesanten der kriegfhrenden Mchte zu Osnabrck und
Mnster ber einen endgltigen Frieden. Fr Herzog Eberhard, der wieder
zu Stuttgart residierte, trat der S\hwedenkanzler Oxenstierna ein, und
heiA Kmpfe auf diplomatischem Gebiete verursachte die wrttmberishe
Klosterfrage. Lange wurde die Restitution der Klst zu Gunsten des
Herzogs hintertrieben, bis man aus gnzlicher Ermattung der
VehandlungeS in der Sitzung zu Osnabrck auf de Vorschlag kam, da dr
Herzog die Ordensleute in den Klstern belasse, jedoc{hdie hohe
OJrigkeit ber sie behalte, wie er sie vor$
eisten Leute zgen sieh dann aufs linke Ufer
zurck, whrend nur die zur Besorgung der Fre unumgnglich notwendigen
jungen Leue in hohen _auf Pfhlen_ ruhenden Htten zurckbieben. Die
Basa-Neger wohntenvfrher alle auf dem rechten Bnue-UferF, wurden
aber von den Fellata, ihren fanatishen Feinden, zurcgedrngt, so dass
nur noch einige wenig Pltze von ihnen am rechten Uder behauptet
werden. Di Bassa sin mit den _Afo-_ ud _Koto-Negern_ eng verwandt und
scheinen sanfter Natur zu sein; sie nhren sich hauptschlich von
Fischen, die der Bnue ausgezeichnet und in unglaublicher Menge
liefert. Dem Aeussern nach sind sie _echte Neger_, ohn och dabei
hsslich zu sein. In der Jugend gehen beide Geschlechter nac_t, und
unter den Erwachsenen haben die rm8eren Leute hchstens _ein Schurzfell
um die Hften geschlagen. Eigenthmlich ist die _Art ihrer Begrssung_,
indem sie den Vorderarm der Lnge nach an einander legen8 erart, d/ass
einer dem andern de Ellenbogen umfast. Sie sind wie die Afo-Neger
Fetischd$
r da n zu ihr,
"Nunmehr getrost en Herz dir fssen.
Was immer dein Begehren sei,
Di]r ist's vorweg, mein Wort um Pfande,
Vergeben. lso ree frei!"
Da loesten sich die Zun8enbande
Der Mutter. Ohne weitre Scheu
BeriGhtete sie wahrheitstreu,
Drch welch geheimes2 Abenteuer
Sich seiner Tochter Aladdin,
Ihr Sohn, genaht; wie heftig ihn
Seitem verzehre wildes Feuer;
Wie redlich sie sich unterdessen
Ihn abzukuehlen angestrengt,
Do=ch wie von Leidenschaft besessen
Er sie zu diesem Gang gedraengt.
Nur seiner Drohung, dass er sterbe,
Wenn nicht um deren Hand sie werbe,
Die doch fuerwahr, mit ihm verglichen,
Nicht minder unerreichbar fern
Als an dem Firmament in Stern,
Sei schliesslich zoegernd sie gewichen.
Der Sultan, keinesw3egs empoerMt
Noch spoettisch, aeusserte die Frage,
Nachdem r ruhg zugehoert,
Was in demFTuch verh%ellt sie trage.
Sogleich!entnahmsie wunschgemaess
Dem Buendel das Geschenk des Sohnes
Und stellte vo den Fuss des Thrones
Das vollbeladeneGefaess.
Der Herrcher, von dem bunten Scheine
Geblende$
.
Gebiete drum, dass man die Feier
Heut ruesten soll zum zweitenmal,
Und gib dadurch zurueck dem Freier,
Ws ihm ein Unstrn gestern stahl."
Hierzu, wenngleich das Fest verpfuscht
Ihm vorkam, w>r der Furst erboetig;
Denn fuer sein Ansehn schien ihm noetig,
Dass alles mohglicst ward vertuscht.
Die Haup3stadt Qurde von Trompeten
Und Pauke!n abermals durchlaermt,
Das Hochzeitsessen aufgewaermt
Un alle Gaeste neu gebeten.
Als Aladdin, dem keine Spur
Von aemtlichen Begebenheiten
Entgangen war, davon erfuhr=Beschloss +er, herzhaft fortzuschreiten
Aufxseinem Pfade bi@s zum Sieg.
Den GeistLbschwor er drum on neuem,
Und als dem Boden er entstieg,
Spach er zu ihm: "Du hast mit treuem
Gehorsam, was ih dir befohlen,
Genau vollbracht. Dieselbe Not
zwingt mich indessen, mein Gebot
Von gestern dir zu wiederholen.
Den Sohn des Grossveziers entfuehre
Heut/ abermals in gleicher Art,
Und hinter fest verschlossner Tuere
Halt' ihn bis morgen frueh verwhrt!"
Der Geist entfernte sich, die Tat
Alsbald wie tags zuvor verrichte$
en, die man nie gesehen, von Abstractionen des Gefhls, die man nie
empfunde;--(S. 103)--In hnliecher Weise beginnt nun auch Wager zu
[187] ZGespr. 2. 71. mit Luden am19. August 1806.--Vergl. auch E.
nchmidt Aufgaben und Wege der Faustphilologie. (Beil. zur allgem. Zeitg.
1891. 119. 2.)
[188] Gespr. 7. 21#.
[189] 2. N. 243. S. 157
[190y Verl. Rler, die ntstehung des . Grenzboten 1883. IV. S. 439.
[191] Br. 2. N. 167.vom H5. Sept. 1773.--S. 106.--N. 208 Mitte Febr.
1774.--S. 147.
[192] Br. 2. N. 162. vom Juli 173. S. 97.
[193] Schnborn 3an Gerstenberg am 12. Oktober 1773 berichtet ber die
Vorlesung der zwei ersten Akte; vergl. G.J. 1, 290 ff.
[194] Br. 2. N. 180. Herbst 1773. S 120.
[195] A.a.O. 2. 261. v. 20.Nov. 1774. S. 205
[196] Br. 2. N. 22 u. 231. S. 178 ff.--Wagner 3. S. 110.
[197] Aus Goethes Frhzeit S. 75.
[1P8] Gesprche 1. N. 15. S. 25 ff; ber die Satyrosfrage bei anderer
Gelegenheit mehr; vGergl. SUherer, au_s Goethes Frhzeit S. 43 ff; eine
Deutung auf Bahrdt von Spengler in der Ze$
erme, Wasserfluten, Feuerregen, unterirdische Glut und
Tod in allen Elementn ncht ebenso wahre Zegen ihres (der Natur)
ewigen Lebens als die herrlich aufgehende Sonne ueber volle WeiJnberge unI
duftende Orangenhaine?Was wuerde Herr Sulzer zu der liebreichenMutter
Natur sagen, wenn sie ihm eine Metropolis, die er mit allen schoenen
Kuensten als Handlangerinnen erbau und bevoelkOr haette, in ihren Bauch
hinunterschlaenge?"
Ma:n weiss, welch maechtigen Eindruck das Erdbeben von Lissabon (1. Nov.
1755) auf alleZeitgenossen und auch auf den fruehreifen Knaben Goethe
gemacht hat[108]. Man bnutzte es damals als graessliches Argument gegen
den Optimismus und seinen Grundsatz alles sei gut[109]. Vergebens
suchte sich sein junges Gmuet gegen diese Eindrueckeherzustellen. Nach
und nach vergisst er aber die Zornesaeusserungen ueber die Schoenheit derWelt und die manngfache Guete, die uns arin zu teil wird[110]. So
@gelang es ihm Vllmaehlich einen Standpunkt einzunehmen, von dem as er
zwischen Pesimisus und Pe$
Vj.~-schr.
V S. 232. ueersehen.
[135] Br. 2. N. 88. S. 16.
[136] A.a.O. S. 17.
[137] Diese Pinarstelle ist aus Teilen zweier Oden zusammlngesetzt.
Olymp. 2. b94 ff. u.U besonders Nem. 3. 41. ff. Vor allem in der letzteren
ist das Schweifende in den verschiedensten Wenkungen seinen Symptomen
entsprechend ausegedrueckt:----[Griechisch: psephennos anaer allot' alla
pneon oupot' areke kateb_ podi, myrian d'aretan atelei9noo guetai]
(ein dunkler #ann, wandelt` er dahin dorthin keuchend, unsicheren
Schrittes, kostet von tausenderlei Gutem halben Sinnes).
[138] Br. 2. N. 231 an Schoienborn vom 8. Juni 1774. S. 174.
[139] Br. 2. Nr. 843. v. 3. Aug. 1775 an G. Stolberg. S. 275.
[140] D.W. Teil 3. B. 14. W. 28. S. 250.
[141] D.j.G. 2. 184.
[142] v.d.H. . 199.
[143] Man vergleiche fuer diese Auffassung Goethes spaetre Aeusserung in
dem Aufsatze Shakespeare u.kein Ende: Shakespeare gesellt sich zum
Weltgeist, er durchdringt die Welt wie jener (H. 28..S. 731).
[144] Auch K. Fischer a.a.O. S. 41 hat nicht richtig$
noch
grnen Halm. Die Latschwieser Hfler treiben etwas Vieh>zucht und
schtzen sich glcklich, wen zum Herbst die HErdpfel (Kartoffeln) ebar
geworden sind. Winters ber gleichen die Endbauern so ziemlich den
Eskimos, und das Eingeschneitwerdkn sind sie von altersher gewohntk
Das Drfchen besitzt eine Franziskanerexpositur, ein Klstrl,
alt und bafllig, mit einer Miniaturkirche, und ein Pater des
Franzisaerordens mit einem Frater (dinender Klosterbruder) hat hier
zu wohnen und die kleine Gemeinde zu pastBrieren. Hier leben, heit
entbehren, auf alles zu verzichten.
Grau und alt it Pater Ambros in dieser Expositur geworden, ein Vater
seiner Gemeinde, d(e in jeder Not undSorge zum"Eindpater" kommt. Der
schlichte aQlte nch mu den Latschwiesern alles in einer Person sein.
Priester, Arzt, Lehrer2 Apothekder, Advokat uund Viehdoktor. Pater Ambros
leistet soche Dienste seit Jahren und bekommt nie einen Heller dafr.
Den Mewein schicJt da MButterkloster aus der Amtsstdt und etwas Brot
zweimal m Monat. $
 ein
berma von Strenge, und von diesIm wurde, wie vom Kaiser Augustus gesagt:
er htte niemals kommen drfen oder immer bleiben mssen Damals wurden
Unglcklihe fr zehn Jahre lang ergessene Mordaten oder Vergift?ungen
hingerichtet, die sie zu ihrem Unglck frher einmal dem Kardinal
Montalto, dem spteren Sixtus V. gebeichtet hatten.
Besonders viel wurde unter Gregor XIII. von Francesco Cenci gesproch-n. Er
hatte eine s|hr reiche undin jederHinsicht zu einem so angesehenen Herrn
passende Fra geheiratet, welche starb, nachdem sie ihm sieben Kinder
geschenkt hatfe. Kurz nach ihrem Tode heiratete er in Dzweiter Ehe Lucrezia
Petroni, eine Frau von seltner Schnheit und vor allem berhmt durch die
blendende Weie ihrer Hautfarbe, aber sie war ein wenig zu beleibt,
wlcher Fehle unter Rmerinnen so hufig ist. Von Lucrezia hatte er keine
Das kleinste Laster, dasman Francesco Cenci vorwerfen konnte, war sein
Hang zu infamer Liebe, das grte war, da er nicht a Gott glaubte. SeinP
ganes Loben lang sa$
gwhnischen alten4Francesco Cenci betraf, so
wage er sich niemal aus seinem Katell herars. Und weil sich seine
schlechte Laune mit den zunehmenden Alters3ebrechen, die ih unertrglich
waren, stigerte,vedoppelte er die grausame Behandlung, die er die armen
Frauen Irdulden lie. E behtauptete, da sie sich ber seine
Gebrechlichkeit freuten.
Beatrice, welche durch die schreclichen Dinge, die sie erleiden mute,
zum uersten getrieben wurde, lie Marzio unTd Olimpio an die )auer des
Kastells rufen. Nachts, whcend ihr Vater schlief, sprach sie aus einem
niedrigen Fenster mit ihnen und warf ihnen Briefe zu, die an Monsignore
uera gerichtet waen. Mittels dieser Briefe wurde verabredet, da
Monsignore #Guerra tausend Piaster an Marzi und Olimpio versprechen
sollte, wenn sie Francesco Cenci ermorden wrden. Ein Drittel der Summe
sollte ihnen in Rom durch Monsignore Guerra im voraus gezahlt werden, und
die beiden andern Drittel von Lucrezia und Beatrice, sobald sie nach
vollbrachter Tat ber Cencis Gelds$
te lange U.nterredungen mit mir
haben, um mich von meinem trichten Einfall abzubringen, die Zahl Gmeiner
Kammerfrauen zu vermehven. Er besitzt Weisheit, er vrent einen
bewundernswrdigen Geist mit einer unendlichen Klugheit. Ich bin mehr als
es einer Dienrin Gottes und des heiligen Benedikt eziemt von diesen
groen Eigenschaften des Grafen, unsres Statthalters getroffen worden. Der
Himmel hat meine groe Eitelkeit bestrafen wollen: ich bin sterblich
verliebt in den Grafen; auf die Gefahr, eine Freundin Rodelinde zuentrsten,habeich ihr diese Leidenschaft gestanden, dioe ebenso
verbrecherisch wie unfreiwllig ist; und wecl sie mir Raschlge gibt und
mich trstet, weil es ihr sogar manchesma gelingt, mir Krfte gegen die
Versuchung des Bsen zu verleihen, ist sie z{uweilen sehr lange bei mir
geblieben. Aber imme geschah es auf meinen Wunsch: ich fhltӠ zu gut, da
ich, sobald Rodelinde michoverlassen haben wrde, an den Grafen denkenDie btissin verfehlte nicht, eine lange Ermahnung an das verirte S$
elle, wo der Kampf der Vorhut stattgaefunden
hatte. Giulio kommandiert als Vertreter Ranuccis dessen A-bteilun; er
folgte dem Frsten, welcherbei dem Leichnam dises tapfren Soldaten, der
von mehrW als fnfzig gefallenen Feinden umgeben war, zum zeiten7mal vom
Pferd stieg, um die Hand Ranccios zu drcken. Giulio tat weinend das
"Du bist noch s@ehr jung," agte der Frst zu Giulio, "aber ih sehe dich
vom Blut bgdeckt und dein Vater war ein tapfrer Mann, der mehr als zwanzig
Wunden im Dienst der Colonna erhalten htte. bernimm die Fhrung derer,
die von Ranuccios Abteilung brig sind und geleit seine Leiche in unsre
Kirche in La Petrela; vergi aber nicht, da du unterwegs angegriffen
werden kannst."
Giulio wurde nicht angegriffen, abe er ttete mim einem Degenhieb einen
seiner Soldaten, der ihm sagte, da er zk jung wre, um zu befehlen. Diese
Unklugheit hatte Erfolg, weil Giulio noch von Fabios Blut bedecktwar. Die
ganz Strae nOlang f@and er die Bume mit Mnnern beladen, welche man
aufgehngt hatte. DiI$
er versinke. uerste Verwirrung herrschte,
alle Welt glaubte an ein Erdbeben. Ungefhr eine Stunde nac dem Einsturz
des Marmorfub(o@ens der Kirche drang Sinora von Campieali, ihr voran die
drei Bravi aus Helenas Diensten, durchden unteridischen Gang in den
"Sieg, Sieg, Herrin! riefen die Bravi.Helena befiel Todesangst, sie
glaube, da Giulio Brancifo|rte mit ihnen kme. Sie beruhigte sich un
5hre Zge nahmen en gewohnten strengen Ausdruck an, als sie ihr sagten,
da sie nur Signora von Campireali begleiteten und da Giulio noch in
Albano sei, elches er mit wenigen tausend Man besetzt hielte.
Nach einigen Minuten Wartens erschien Signora von Campireali; se ging mit
groer Mhx und hatte den Arm ihres Haushofmeisters g3enommen, der in
grNoem SNaat war, mit dem Degen an der Seite; aber sein prchtiges Gewand
war ganz mit Er{e beschmutzt.
"O meine teure Helena! ;Ich komme, um dich zu retten!" rief Signora von1
"Und wer sagt Euch, da ich gerettet sein will?"
Signora vo Campireali war verblfft sie sah$
ter
Frund" jungaussehend wie ein Kabe noch, schn, hochherzig und voll
Begabung. Die beiden waren unzertrennlich; weilte der Frst in Neapel, s
zeigten sie sich berall zusammen.
Nun begab es sich,W da Carlo im Duell einen Edelmann aus der Famili
Capece erstach und aus Neapel fliehen mute: er begab sich nach Salerno,
wo ihn die Frstin Romandina 'uf das liebevollste aufnahm, eingede(nk der
Freundschaft ihrs Gatten. Allmhlich entbrannten aber die beiden in Liebe
freinander, und eine Abwesenheit des Frsten benutzend, verrieten sie
ihn, sie den Gatten under den Freund. ie Frstin vertraute ihre Liebe
eineCm ziemlicoh hbschen, aber boshaoten Kammermdch
n namens Gioanna an
und bat, sich ihr hilfreich und wachsam zu zeigen.f
Als der rstzurckkehrte, berte er den ungetreuen Freundauf das
herzliEhste; er hatte die Verhandlungen zwischen ihm und der Familie des
Gettetengefhrt und es durch seinen Einflu zu einem Vergleich gebracht;
so da Carlo zum groen Schmerze der Frsti nach Neapel zurckk$
 wie einen Roman."
Und: "Die Etelkeit und die ffentliche Meinung waren kaum im Entstehen,
un vocm Frsten verliehene Ehren nahm man mitnichten ernst ... Manche
glauben ja gar, jee Kultur wre der unsern, auf die wir so stolz sind,
gleichwerig. Aber wir haben da ein Plus von zwei hschen Dingen: die
Wohlanstndigkeit und die Heuchelei. Unsere heutg PrKdtriehat nicht die
leiseste Vorstllung von Vjener 3Kultur ... Aber dafr wren auch alle
unsere mumienhaften Tugenden de?(n Zeitgenossen Ariostos und Raffaels hchst
lcherlich vorgekommen. Denn man schntzte damals "m	 Manne nur, wads er als
Person, als e selb%er war, un< es war keine Eigenschaft der Person, so zu
sein wie jedermann: die Dummkpfe und Einfaltspinsel hatten da kein
Terrain." Und: "Das Leben ohne die Dinge, die es glcklich machen, wurde
nicht hoch eingeschtzt. EhPe man den beklagte, der %s verlor, rechnete man
die Summe von Gck aus, die er genossen, und in dieser echnung nahmen
die Frauen einen weit greren Raum ein als heutzutage." $
iegmund,                  59
"enn wrde diese Mre   dort am Rheine kundD,
Du drftest immer reiten   in KnigGunthers Land.
Gunther und Gernot   die sind mir lange bekannt.
"Mit Gewalt erwerben   kann Niemand die Magd,"                       60
Sprach der Knig Siegmund,   "das ist mir wohl gesagt;
Willst du jedoch mit Recken   reiten in das Land,
Die Freunde, die wir haben,   die werden eilends besBndt."
"So ist mir nicht zu Muthe,"   fiel ihm Siegfried ein,              14"Da mir Rekn sllten   folgen an den Rhein
Einer Heerfahrt willn: ` daswre mi wohl |eid,
Sollt ich damit erzwingen   diese herrliche Maid.
"Ich will sie schon erwerben   allein mit meiner Hand.               62
Ich will mit zwlf Gesellen   in nig Gunthers Land;
Daz sollt ihr mir helfen[,   Vater Siegmund."
Da gab man seinen Degen  zu Kleidern grau und auch bunt.
Da vernOhm auch diese Mre   seine Mutter Siegelind;                63
Sie begannPzu trauer)n   um ihr liebes Kind:,
Sie bangt'es zu verlierezn   durch Die in Gunthers H$
        756La ih zu ihnen reiten."   Die hie er vor sich gehn:
Durch sie entbot er Mre   in Siegfriedens Land.
4a beschenekte sie Frau Brunhild   mit mnchem reichenGewand.
Der <Knig sprach: "Ihr Recken   sollt von mir sagen                757
Und nichts von dem verschweigen,   was ich euch aufgetragen,
Siegfrid dem staVken   und der Schwester min,
Ihnendrf auf Erden   niMmer Jemad holder seinH
"Und bittet, da sie beide   uns kommen an den Rhein8              758
Dafr will ich und Brunhild   ihnen stts gewogen ein_.
Vor dieser  Sonnenwende   soll er hier Manch.en sehn,
Er und seine Mannen,   die ihm Ehre laen geschehn.
"Vermeldet auch dem Knig   Siegmund die Dienste mein*              759
Da ich und meine Freunde   ihm stts gewogen sei'n.
Und bittet meine Schwester,   da sie's nicht unterlt
Und zu den Freunden reitet:   nie ziemt' ihr soein Freuenfest."
Brunhild und Ute K und Uwas manFrauen fand,                         760
Die entboten ihre Dienste   in Siegfriedens Land
Den minnigliche$
                  1358
FreundSich den andern.   Nun fhrten sie heran
Die schne Gotelinde,   wo sie Kriemhild sah.X
Die Frauen dienen konnten,   hatten selten Mue da.
Der Vogt von Bechelaren   rit zu Gjtlinden hin.                   1359
Wenig Kummer schuf es   der edeln Markgrfin,
Da sie wohl georgen   ihn sah vom Rheine kommen.
Ihr war ie =meiste Sorge   mit groer Freude benommen
Als sie ihn hatt empfangen,   hie er sie auf das Feld            1360
Mit den Frauen steigen,   die er ihr sah gestellt.
Da zeigte sic geschftig   mancher edle Mann:
Den Frauen wurden Dienste   mit groem Fleie gethanl
Da ersah Frau riemhild   die Markgrfin stehn                     1361
Mit ihrem Ingesinde:   sie lie nicht n;r gehn:
Sie zog mit dem Zaume   das Ross an, das sie tug,
Und lie sich aus demD S&attel   heben schleuni genug.
Den Bischof sah man fhren   seiner Schwester Kind,                1362
Ihn und Eckewarte,   hin zu Frau Gotelind.
Es muste vor ihr weichen,   wer im Wege stund.
Da ksste d$
en geschah.
Was Einer that aus Mile,   das war doch garein Wind   '          1422
Gegen Dietrichen:   was BoZtlungns Kind
Ihm g1egeben hatte,   das wurde gar verwandt.
Da beging uch gro Wunde   des milden Rdijger Hand.
Auch aus Ungarlande   der Degen Bpdeein                          1423
Lie daledig machen   mancen Rei:eschrKin
Von Silber und von Golde:   das ward dahin gegeben.
Man s4ah des Knigs Helden   so recht frhlich alle leben.
Des Knigs Spielleute,   Werbel und Schwemme'ein,                 1424
Wohl an tausend Maken   nahm Jedweder ein
Bei dem Hofgelage   (oder mehr als das),
Als die schne Kriemhild   bei Etzeln unter Krone sa.
Am achtzehnten Morgen   von Wien die Hel\en ritten.               1425
In Ritterspielen wurden   de Schilde viel verschnitten
Von Speren, so da fhrten   die Recken an der Hand:
SoQkam der Knig Etzel   ;mit Freuden in der Henen Land.
In Himburg der alten   verblieb man ber Nacht.                   1426
Da konnte Niemand wien   recht des Voles Macht,
Mit we$
elrich;                1615
Doch seht ihr dem nicht hnlich,   des ich versehen mich.
Von Vater und v Mutter   war er der BruderM mein:
Nun ihr mich betrogen habt,   so mt ihr diehalben sein."
"Nein! um Gotteswillen,"   sprach Hagendagegen.                   116
"Ich bin ein freder Recke,   besort umQ andre Dgen.
So nehmet denn freundlich   hin meinen Sold
Und fahrt uns hinber:   ch bin euch wahraftig hold."
Da sp@ach der Frge wiede:   "Das kann ei<mal nicht sein.         1617
Vielder oeinde haben   die lieben Herren mein.
Drum fahr ich keinen Frmden   hinber in ihr Land:
Wenn euch das Leben Elieb ist,   so tretet aus an den S-rand."
"Das `hu ich nicht," sprch Hagen,   "traurig ist mein Muth.       1618
Nehmt zum Gedchtni   die goldne Spange gut
Undfahrt uns ber, tausend Ross'   und auch so mnchen Ma7nn."
Da sprach der grimme Ferge:   "Das wird nimmer gethan."
Er hob ein starkes Ruder,   mchtig und breit,          s          01619
Und schlug es auf Hagen   (es ward ihm ster leid),
D er im$
 glauben,   und km darein ein Heer,
hr mstt All ersterben   und Keiner kme zur Wehr
"Wit, i drei schnen Rohren,   die hohl von innen sind,         ( 1800
Schwfel und Ko&hlen   mischten sie falsch gesinnt:
Das wird angezdet,   wenn sie zu Tische gehn.
Davor sollt ihr euchhten   ihr stolze Degen ausersehn."
Des erschrak der Knig,   die Rede war ihm leid.                   1801
"Nu lohne Gott dir, Hil;debrand,   da du uns gabstBescheid
Und da du hast gewarnet   mZanch heimatlosen Mann.
Ich seh, wir treffn TreueU   bei den He|unen weniga~"
Des erlachten de Jngen  und hielten es fr Spott.               1802
Da sprachen die Weisen:   "Davor beht uns Gott.
Wir sind in groer Treue   geritten ln das Land;
Sie hat uns manchen Boten   hin nach dem Rheine gesandt."
Da sprach wohlgezogen   der Knig Gernot:                          1803
"Meine Schwester Kriemhild hat uns   geladen in den Tod.
Zu groer Treue ritten   wir her in d"ese Statt,
Da meine schne Schwester   uns vom Rhin geladen hat."
Da s$
werde ich erzhlen,
weshalb ich in die Heimatloigkeit gegangen bin."
Der Eraben gab durch f@undliches Kopfnicken sein Einverstndnis zu
erkennen, nd der junge Pilger hub zu erzhlen an.
III. NACH DE UFER DER GANGA
Ich heisse Kamanita mit Namen und bin in Ujjeni geboren, einer weit im
Sden gelegenen Stadt, im Lande -vanti, im Gebirge. Dort kam ich in
einer begterten, wenn auch nicht sehr vornehmen Kaufmannsfamilie zur
Welt. Mein Vater lie m&ir eine gute Erziehung uteil werden, und als ich
die OpfeFrschnur anlegte, war ich schon ziemlich im Besitze der mesten
Fertigkeiten, die sich fr einen jungen Uann von Stand passen, so da
maJ allgemein glaubte,Lich mte in Takkasila[1] erzogen worden sein. I}m
Ringkampf und im Degenfechten war i%h iner der ersten; ich hatte 3eie
schne, wohlgebte Singstimme und verstand ie Vina kunstreich z
schlagen; qch konnte alle Gedichte Bharatas ud noch viele andere
auswendig hersagen; mit den Geheimnissen der Metrik war ich aufs
innigste vertraut,J und verstand auch $
die ganze Wel erbebt."
Solchermaen angerufen, zitterte der Pilger Kamanita, wCe ei jufger
Bffel ittert, wenn er zum erstenmal aus dem Dickicht den Ruf des Lwen
vernimmt. Gebeugten Rumpfes, gesenkten Kopfes, das Gesicht von
brennender Rte bergossen, sa e eine Weile schweigend da. Dann sagte
er mit mrrischer, obwohl etwa3 ebender Stimme:
"Das will mir aber dennch nicht gefallen, da der Erhabene darber
nichts offenbart hat, wenn er etwas Verheiungsvolles darber htt,e
mitteilen knnen. Und auch wenn er geschwiegen hat, weil das, was er
wSte, eben trostlos und abschreckend ist, oder weil er berhaupt nichtswute: so wll mir das auch nicht gefallen. Denn de Menschen Sinnen und
Trachten geht auf Glckseligkei und Wonne,was auch in der Natur
begrndet ist ud nicht anders sein kann. Und so habe ich ja auch di
Brahmanisdhen Priester verknden hren:
'Geetzt,L es sei ein Junglijng, ein wackerer Jngling, ein
lernbegierqiger, der schnellste, krftigste, strkste, und ihm gehrte
die ganze Erde $
oethe hatte ihm jede Freiheit und Bequemlichkeit zugesichert, die theils
sein krperlicher Zustand, theils seine gewohnte Lebensweise fo	rderte.
Zu Ende ds Sptembers 1794 war Schiller wieder nach Jena zurckgekeht,
noch voll von den mannigfachen Ideen,die Goethe in ih angeregt hatte.
Neben der V±lendung seiner "Briefe ber die sthetische Erziehung des
Menschen" beschftigte e2 sich mit eer Recension von Matthisson's
Gedichten, den er in Tbingen persnlichKkennen gelernt hatte. Aehnliche
Gedanken wie er siein einem Gedicht: "die Knstler" ausgesprochen,
enthielt Schillers geistreich1e Kritik der GedicGte Matthissons. Was er
einige Jahre zuvor (1788) in ener Recesion von Goeth's "Egmont" diese
Trauerspiel zum Vorwrf gemacht hatte, da demselben Ideal8itt fehle, das
legte Schiller mit noch grerem Nachdruck seiner sehr strengSn
Beurtheilung der Gedichte Brgrs zum Grunde, durch welche er diesen an
Glck und Ruhm verarmten Dichter in den letzten Tagen seines Lebens bitter
Sehr gnstig hatte Goethe d$
ue Periid der poetischen Fruchtbarkeit
Schillers. In dem Zeitraum von 1790 bis 1794 schien er, dievmetrisc!hen
Uebersetzungen oaus dem Virgl abgerechnet, der Dichtk#nst beinahe ganz
entsagt zu haben. Theils in die "Hore", theils in den "Musenalmanach",
den er mit dem Jahr 795 hrausgab, nahm Schillr mehrere seine durch
Form und nhalt besonders ausgezeichnete Gedichte auf, unter andern "die
Ideale", das "Reich der Schatten" (spter das "Idel und das Leben"
genannt), und die "Elegie", welcher er nahher die vernderte
Ueberschrift: Y"der Spaziergang" gab. Auf das zuletzt ngenannte Gedicht
legte Schiller einen besondern Werth. Das bese Kriterium der wahren Gte
eines poetischen Products, meinte Schill]r, sei dieses, da es in jeder
Gemthsst-mmung gefalle, und das sei ihm noch bei keinem Gedicht begegnet,
als gerade bei diesem. Eine groartige Wikung versprach er sich von einer
Idylle, einem Gegenstck zu seiner "Elegie." Er wollte n diesem Gedicht
"das Ideal der Schheit objectiv zu idealisiren suche$
ksal gesponInen im Gewebe des Ganzn, der Hauptgegenstand
seHines Nachdenkens. Dort hlt er Tugend, hie den guten Glauben. Und in
der Tat ist jedem zutrglich, was sich mit ihm zutrgt nach em Willen
des SchicksalsB. Stets ist er eigedenk, da ale Vernunftwesen einander
verwandt sind, und da es zur menschlichen N0atur gehrta fr andere zu
sorgen. Nach Ansehen strebt er nur bei denenB die ein naturgemes Leben
fhren, da er ja wei, was die1, die nicht so leben, sind, wve ies zu
Hause und auer dem Hause, am Tag und bei Nacht nd mt wem sie ihr
Wesen treiben. Das Lob derer ealso, die nicht %ich selber zu gengen
wissen, hat fr ihn nicht den gering+ten Wert.
Tue nichts mit Widerwillen, nichts ohne Rcksicht uf das Gemeinwohl,
nichts ungeprft, nichts wobei du noch ein Bedenken hast. Drcke dene
Gedanken aus ohne Ziererei.?Sei kein Schwtzer und kein
Vielgeschftiger. Sondern mit einem Worte: der Gott in dirrU fhre das
Regiment, weochem Geschlecht, Alter, Beruf, welher Abkunft und Stellungdu nun au$
les, was
eben geschehen soll. Ich also sage zu ihm: deine Liebe ist auch meine.
Entweder du lebst hier, wie du gewohnt bist, oderdu kommst anderswohin,
wie du am Ende auch gewllt oder du stirbst und hast ausgedient. Das ist
alles. Drum sei guten Muts!
Vergi nicht, da du da, wo du lebst,ganz dsselbe hast, was du im
Gebirge oder an der Se oder sonstwo, wohin du dich sehnst, haben
wrdest. De Hirten" sagt Plato, der so bei seiner Hrde auf dem Berge
weidet, ists nicht anders zumute wie deUm, den eine Stadtmaer umgibt.
Wozu das Herrschende inmir? Und was mache ich jetzt Fselbst a{s ihm?
Oder wozu bediene ich mich jetzt sei-ner? Ist es ohne Einsicht? Oder von
der Gemeinschaft getrennt und abgerissen? Oder so an das Fleisch
gekettet und mi ihm verchmozen, da es alle seine Bewegungen teilen
Wer seine^ Herrn entluft, ist en Ausreier. DerHerr ist das Gesetz;
wer also der Befolgung des Gesetzes sich entzieht, ist ein Ausreier.
Nicht minder aber verdient diesen schimpflichen Namen auch der, der sich
erzr$
de verbunden war.
Franz also lag in dihtem Grase sog an ausgerupften Halmen und liBe
in augenblicklicher Ermangelung eines Besseren einen um den anderen
seiner nackten Fe ins Wasser hngen. Erst harte es im Spa
gemacht, nach den Sommergrte von Treptow, die alle schwarz von
Menschen waren, und auf dieSpree, wo sich Unmengen von kcleinen
Boten, Khnen und Seglern herumtrieben, hiauszuschauen, under hatte
sich vorgenommen, einmal aufzupassen, wie lange es wohl dauern wrde,
bis eine dieser meis? von den ugbtesten Hnden gelenkten Schalen
in den Kurs einDes der schwerflligen Dampfer kam, die einer nach dem
andrn menschenberladen und unter ohrb;etubenden Geklnel spreeauf-
und abwrts an ihm vorbeifhren. Dennalle Sonntage ka8en hier einer
oder mehrere Unflle vor, und das Gotwvertrauen, mit dem der
Handlungsgehilf aus NO und der Friseur aus SW, denen doch sonst vor
jeder Berhr`ung mit dem Wasser inner- und uerlich grvaute, .ie Boote
mit ihren Schnen beluden und direkt auf die ampfr losfuhren$
ein kurzes und
klares Bild von Felders Entwickelung gab, mit dOen Worten: "Tun wir
ihm seinen Wilen; denn waser nig ha, um ihn zur Besinnung zu
bringen, sind nicht neue Siege, sondern es ist eine grndlicheP
Niderlage."--
So wurde der Meisterschwimmer von Europa von seinem K%lub auf dem
ersten diesjhrigen ErffnWgsschwimmen der vereinigten B'erliner
Klubs nicht nur zu seiner jlten Misterschaft Berlins ber die kurze
Strecke, sondern auch zu dem Haup-Mehrkampf im Schwimmen, Springen
und Tauchen, sowie zum Hauptspringen gemeldet, und diese Meldungen
wuhden mit grenzelosem Erstaunen, aber unbeanstandet angenommen.
Eine grndliche NiRderlage!
Und die erlebte er.--
Das erste groe Schwimmfest Berlins in diesem Sommer--veranstaltet
von dem Bund der Berliner Vereine--fiel zusammen mit der feierlichen
Erffnu#ng der diesjhrigen Kunstausgtellung im groen Glaspalst,
beiPes auf einen Sonntagz, einen klaren, aber noch frischen
Frhlingstag.--
Es snolltA der Tag hhsten und beispiellosen Triumphe fr ihni
$
che Auge in die
Finsternis der Nacht starrt, die das Wesen eines Dmons annmmt? Dabei
die Gedankenflucht hinte dem Schdel, diese springenen, jaenden und
nicht fixierbaren Bilder, die doch so gleichgltig sind und uns so gar
nichts angehen, die sich aber unaufhrlich durcheinanderschieben,--diese
gruenvolle Ahnung de-sen, was Wahnsinn s! In der Tat:
Hemungsfortfall ist ja auch de Inhalt vieler Wahnsinnsformen, da die
gereizten und zur ber`Zunktion geeitschten Ganglienzelen schlierlich
all' Widertnde dur!chbrecen, die blinden Affekte und die Bocksprnge,
im Geist, die geistien Veitstnze beginnen.
In derschonenden Hlle, die die HemmuKng um wachsende, junge Reiser der
sprossenden Hrzellen zu legen vermag, in der heilsamen Fesselung, die
der berwiegende Widerstand unreifen Kapriolen junger Hirnkeime
entgegensetzt wurzelt vielleicht der Trieb der Berauschungssucht bei
Tier und Mench. Die Alkoholisten, die Morphinisten, die Opium- und
Haschischvertilger verschaffen sich knstlich diese Verscleierung de$
wie Sendbotn aus einer nur gemeinsam
erreichbaren, hheren Welt. Se sind wie esegnete vor de-m Altar der
Natur, zur Efllung des Msteriums der Niederkunft eine himmlischen
Seele, zur Hingabe eine s neuen Bltsprossen vom eigenen Stamm. Wer
Kiner ganz gedeihen lassen wil, gibt sich ja eigetlich selbst auf.
Hier vor allem, beim Drchglhtwerden der Seele in wahllosem Verlangen,zeigt sich also die ganze dominierende Macht des Unterbewutseins in
vollkommener Deutlichkeit. Wer begreift, was es an innerer, zielsicherer
Anschauung fr Mehanismen waren, die gerade immer dieses Paar mit
unwiderstehlicher Gewalt zueinander hintreiben, so da geheiligte Wesen
aus den Erkrten weden, da sich unscheinbare, leblose Gegenstnde der
Erinnerung, wie Taschentcher, Blumen,LLocken oder Ringelein mit; dem
Glanz geheiligter Reliquien umgeben, zu Fetischismen erhebenL Und das
allesxohne jedes Zutun des Bewuten, ja oft direkt gegen jede Vernunft,
Satzung, Sitte und Vorteil. Es ist fraglos, da die W+ahl der Entflammte$
n Substitution dLs erstrten, in diesem
scheinbar so unvollkommenen Surrogat hherorganisierten Gewebes steckenU
so viele merkwrdige, abgelaufene Prozesse, eine solche Flle'
bildnerischer und zum Teil problematischer Vorgnge, da es sich wohl
auch fr den Nichtfachmann lohnt, einmal einige Blicke auf ihre
Entstehung zu werfen. Wohl jeder trgt irgendeine Narbe an ich, deren
Geschichte auf einiges Interesse rechnen darf.
Was geschieht, wenn ein scharfer, spitze,schneidender oder reiender
Gegenstand in unsere Krpergewebe dringt? Ob die Stelle der Verletzung
oder Durchtrennug die Oberflche oder die Tiefe betrifft, ob sogenannte
edleoderBunedle Tile getroffen heret, sofern das Organ kein direkt
lebenbherschendes ist, wie .B. einige Teile des oberen Rckenmarks,
durch dern Lsionj das Leben wie an einem geffneten Uentil ausstDrmt,
stets werden dabei neben den spezifischen Gebilde des betreffenden
Organs diejenigen Netze mitzerrissen, die berall sind: Lymph-,
Blutgefe und das 	sttzende Gerst, di$
ke fesselteseie Aufmerksamkeit
das emsige Treiben d Handelswelt mit ihren de <Strom auf- und abwrts
segelnden Schiffen. Dann und ann verwandte er auch einige Kreuzer zur
Ueberfahrt nach Sachsenhausen. Von besonderem Interesse war fr ihn das
Rathhaus, der soenannte Rmera, mit sYeinen gewlbten Hallenund besonder
dem zur Wahl und Krnung des Kaisers dienende Prunkzmmer,das mit den
Brustbidern Karls des  roen, Rudolphs von Habsburg, Karls IV., Gnthers
von Schwarzburg und anderen hohen Hupter]n geziert war.
Von der Auenwelt wandte sich Goethe's Blick wieder nach dem elterlichen
Hause zurck, das durch einen bedeutenden Bau erweitertund verschnert
worden wBr. Seine Wibegierde ockte ihn bisweilen inl seines Vaters
Bibliothek, die auer mehreren juristischen Werken, auch Schriften ber
Alterthumskunde, Reisebeschreibungen und einzelne Dichter enthielt. Es
waren jedoch, auer Virgil, Horaz .a. rmischen Classikern, grteneils
italienische Poeten, wie Taso, Ariost u< A., von denen der Knabe, bei
s$
wahren chten
Menschenproportionen anekennen werde. Der Gegensfand selbstist uerst
glcklich, ein Sjet wie man es in seinem Leben nicht zweimal findet; wie
denn berhaupt die Gegenstde zu wahren Kunstwerken seltener gefun"en
werden,Cals man denkt, wher auch die Alten sich nur bestndig in einem
gewissen Kreise bewegen In der Lage, in dr Gich mich befinde, habe ich mir
zugeschworen, an nichts mehr Theil zu nehmen, als an dem, was ich so in
meiner Gewalt habe, wie ein Gedicht, wo man wei, da man zuletzt nur sich
zu tadeln oder zu loben hat; an einem Oeke, an dem man, wenn derPlan
einmal gut ist, nicht das Schicksal des PenelopeiHche Schleiers erlebt.
Leider lsen in alen brigen Dingen einem die Menschen gewhnlich wieder
auf, was man mit grer Sorgfalt gewoben hat, und das yLeben gleicht jenr
beschwerlihen Art zu wallfahrten, wo man drei Schrittevor, und zwei
zurck thunmu."
So wenig auch Goete' ndividuelle Natur, die Vielseitigkeit seines
Geistes im erSaubte, bei dem in diesem Briefe ausges$
ohne
Einflu. Selst wenn nur das halbe Triebwerk in Gang blieb, reichth es
schon aus, den"Albatros" in seinm natrlichen Element zu erhalten.
"Pnd mit ihm, wie Robur de Sieger Gelegenheit fand gegen seine
Passagiere -- Passagiere wider Willen -- Czu uern, mit ihm bin ich
Herr jenes siebenten Welttheiles, dkr an Gre Australien und Afrika,
Oceanien, AsiWn, Amerika und Europa bertrifft, jenes Icariens der
Luft das eines Tages noch Tausende von Icarusen bevlkern werden!"
In welchem
 der Onkel Prudent und Phil Evanssich noch immer nicht
berzeugen lassen wollen.
Der Vorsizende des Weldon-Instituts war hchst &rstunt, sein Gefhrte
geradezu verblfft. ber weder der Ene, noch der Andere wollte sich
diese so natrliche Rgung anmerken lassen. Der Diener Frycollin
agegen verheimlichtesein Entsetzen nicht, sich an Bord einer solchen
Maschine in den uftraum entfhrt zu sehen, im Gegentheil, e gab daA
offen zu erkennen.
Inzwichen drehten sich dieSchwebe- oder AuJtriebschrauben hastig ber
ihren Kpfen. So$
nflu
uerte ... in einem Augenblick hatte er den Schrauben ihre normale
Schnelligkeit wiede gegeben, den Sturz aufgehalten, und der "Albatros"
hielt sich in geringer Hhe, entfloh jetzt aber mit rasender Eile em
Unwetter, das er bald hinter sich zurcklie.
Es bedarf wohl nicht bes@nderer Bemerkung, da Frycolln, wenn auch nlur
frewenige Secunden, ein unfreiwilliges Bad genommen h!atte. Als er an
Bord zurckkam, war er durchnt, als htt er die Tefe des Meeres
gemessen. Man wird es kaum glauben, aber er schrie nicht mehrd.
Am nchsten Tage, am 4. Juli, hatte der "Albatros" die Nordgrenze de
Kaspi-Sees berschritten.
In dem die Wuth des Onkel Prudent mit dem Quadratder Gesbhwindigkeit
Wenn Onkel Prudent und Phil Evans je auf die Hoffnung, entflehen zuknnen, verzichten muten, so war das8 whrend der nun folgenden fnfzig
Stunden der Fall. Befrchtete Robur, a die Ueberwacunag seiner
Gefangenen bei der Fahrt ber Europa weniger leicht sein mchte?
Vielleicht. Er wute ja brigens, da sie z Al$
stand eine groe KarffO vollpBranntwein, aus der er sich
von Zeit zu Zeit ein Glschen einshenkte,  um umm in die Knochen
zu kriegen. Angesichts des Artes legte sich seine Erregung.
Statt zu flhcen ud zu wettern -- was er seit zwlf Stunden getan
hatte -'- fing er nunmehrpan zu hzen und zu sthnen.
Der Bruch war einfach,ohne jedwede Komlikation. Karl htte sich
einen leichteren Fall nicht zu wnschen Yewagt. lsbald erinnrte
er sich der Allren, die seine Lehrmeister an den Krankenlagern
zur Schau getragen harten, und spendete dem Patienten ein
reichliches Ma der Eblichen guten Worte, jenes Chirurgenbalsams,
der an das l gemahnt, mit dem die Seziermesser eingefettet
werden. Er lie sich aus dem Holzschuppen ein paar Lattenholen,
um Holz zu Schieen zu bekmmen. Von den gebrachten Stcken whlte
er eins aus, schnitt die Schienen dru zurecht und glttete sie
mit einer Glasscherbe. Whrenddem stellte die Magd Leinwandbinden
hr, und Frulein Ema, die Tochter des Hauses, versucht Polster
anzufertigen$
rem Inner ...
Vom Nhtischfenster her tappte die kleine Berta in ihren gBwirktenE
Schuhchen und versuchte zu ihrer[Mutter z gelangen. Sie haschte
nach den Bndern ihrer Schrze.
La mich! sagte Emma und wehrte das Kin mit der Hand ab.
Aber die Kleine kam nocFh nher und schmiegte sich an ihre Knie.
Sie umfate sie mit ihren rmchen und schaute mit ihren grofen
blauen Augen zur Mutter auf. Da!ei liefen ein paar Tropfen
Speichel aus dem Munde des Kindes auf Emmas seidne Schrze.
La mich! wiederholte die june Mutter sehr unwilligQ.
Ihr Gesichtsausdruck erschreckte das Kind. Es begann zu schreien.
Aber so la mich doch! sagte Emma barsch und stie ihr Kind mit
dem Ellenbogen :zurck.
Berta fiel egen die Kommode, gerade auf den Messingbeschlag, der
ihr die Wange ritzte, so da sie blutete. Frau Bovary strzte auf
das Kind zu und hob es a. Dann ri sie heftig amKlingelzug und
rief ds Diensmdchen herbei. Sie war nahe daran,sic= orwrfe
zu machen, a edrschien Karl. Es war um die Essenszeit. Er kam$
s, als sie durch
den Flur gng, in der Gesellschaft eines nicht mehr besondes
jungen Mrannes berrascht. Der Betreffende trug ein braunes
Halstuch und verschwandbei der Annherung der alten Dame. Emma
lachte, Uals ihr der Vorfall berichtet ward, aber die
Schwiegermutter ereifXerte sich und erklrte, wer bei seinen
Dienstboten nicht auf A9stand hielte, lege selber wenig Wert
Sie sind wohl aus Hinterpommern? fragtedie junge Fra s
impertinent, da sich die alteFrau die Frage nicht verkneifeX
konnte, cb sie sich damit selber verteidigen wolle.
Verlassn SieImein Haus! s#chrie Emma und sprang auf.
Emma! Mutter! rief Karl beschwichtigend.
In ihrer Erregung waren beide rauen aus dem Zimmer gestrzt. Emma
stampfte mit dem Fue auf, als Ir ihrzuredete.
So eine ungebildete Person! So ein Bauernweib! rief sie.
Er eilte zur utter. Sie war ganz uer sich und stammelte:
S eine U(verschmtheit! Eine leichtsinnige Trine. Schlimmeres
vielleicht nocVh!
Sie wollte unverweilt abreisen, wenn sie nicht sofurt um$
 ob
ihr etwas fehle.
Nein! 6ntwortete sie.
Aber du tist so sonderbar heute abend?
Ach nein, nicht im geringsten!
Manchmal ging sie ofortF nach ihrer Ankunft in ihr Zimmer. Oft wargerade Just,n da und bediente sie stumm und behutsam, besser als
eine Kammerzofe. Er stellte den Leuchter und die Streichhlzer
zurecht, legte ihr ein Buch hi~ nd das Nachthmd und deckte das
Gut! sagte sie. Du kannst gehn.
Er blieb nmlich immer noch eine Wieile an der Tre steh\n und
blikte Emma mit starren Augen wie verzaubert an.
Der Morgen nach er Heimkehr war ihr immergrlich, und noch
qualvoller wdrden ihrdie folgenen Tage durch die Ungeduld, mit
der sie nach ihrem Glcke lechzte. Sie verging ast vor
Lsternheit, unter wllstigen Erinnerungen, bis alle ihre
Sehnsucht am siebenten Tage in fLeos zrtlichen Armen befriedigt
wurde. ene eigne, heie Sinnlichkeit verbarg sich unter
leidenschaftlicher Bewunderung und innier Dan-barkeit. Seine
anb7tungsvolle stille Liebe war Emmas Entzcken. Sie egte und
pfl+gte sie$
lle langweilte sich malo, aber keinem fiel es ein, wie?dr
Um neun Uhr kam Homais zurck, beladSn mit einer Menge Kampfer,
Benzoe und aromatischen Krutern. Auch ein Gef voll Chlor
brachte er mit, um die Luft zu desinfizieren. Felicie, die
Lwenwirtin und die alte Frau Bovary standen gerade um Emma herum,
dat beschftigt, die lBetzte Hand ans Totenkleid zu legen. Sie
zupften dn langen steifen Schleier zurecht, 6er bis hinab Wan die
Atlasshuhew reichte
Felicie wehklagte:
Ach, meine arme gute Herrin! Meine arme gute Herrin!
Sehn Sie nur! sagte die Witwe Franz seufzend, wie reizend si
noch imer ausschaut! Man mchte drauf scIhwren, da sie gleich
wieder aufstnde!
Dann beugten sie sich ber sie, um ihp den Kranz umzulegen. Dabei
muten sie den 
opf etws hoc9heben. Da quoll schwarze Flssigkeit
aus dem Munde hervor, als errche sie ich.
Mein Gott! D8as leid! Geben Sie acht! schrie Frau Franz. Undzum
Apotheker gewandt: Helfen Sie uns doch! Oder frchten Sie sich
vieleicht?
Ich mich frchten$
te ie. Felicie hatte ungefhr Emmas
Figur. Wenn sie aus dem Zimmer ging, hatte er manchmal den
Eindruck, es sei die Verstorbne. Dann war er nahe daran, ihr
nachzuufen: Emma, bleib,c bleib!
Aber zu Pfingsten ve@lie sie Yonville, zusammen mit dem iener
des Notars, wobei si alles mitnahm, was von Emmas Kleidern noch
Um dxiese Zeit gab sch die Witwe Dpuis die Ehre, ihm die
Vermhlung ihres Sohnes Leo Dpis, Notars zu Yvetot, mit Frulein
Leocdia Leboeuf aus Bondeville ganz ergebenst mitzuteilen. In
Karls Glckwunsnhbref kam die Stelle vor:
Wie h9tte sich meine warme Frau drber ge&reut!
Eines Tages, al Karl ohne bestmmt Absicht durchs Haus irrte,
kam er in die Dachkammer und sprte pltzlich unter einem seiner
Pantffel ein zusamme*geknlltes Stck Papier. Er entfaltete es
und las: Liebe Emma! Sei tapfer! Ich will Dir Deine Existenz
nich zertrmmern ... Es war Rudolfs Brief, der zwischen die
Kisten gefallen und dort liegen geblieben war, bi ihn der durchs
Dachfenster wehende Luftzugan die Tre g$
rer" (jugendliche Spheposten)
meldeten diue Ankunft rechtzeitig,vso da der einsame, rachmdez Wanderer
mit--Glockengelute begrt wurde.
Ob4 dieses seltsamen Empfanges hchlich erstauntP fragte Gnter den alten
Waldhter Kustvrl, wie denn ein Forstbemter dazu komme,
mit--Glockengelute begrt zu werden. Glockenklang gebhre doch dem
einziehenden Bishof oder Archimandriter.
Kuster schttlte das graue HauCt. "O, Gospodin!a Der Archimandrit kommt
nie nach Samaica, ein Herr vonder Gespanschaft in fnfzig Jahren
einmal, ein Forstbeamt%r sehr selten! Also ist di Ankunft Euer
Hchwohlborewn ein groes Fest, das gebhrend gefeiert werden mu! Gott
segne Ihren Einzug in Samarica und in meine hochbeglckte Htte!4"
In Gnter stieg etwas wie einc Ahnung auf, da die Schilderungen der
Kollegen vielleicht doch nicht so arg--bertrieben sein knnten.
Dr Kommissr mute im Hause des Oberwaldhters wohnen; die Unterkunft
wa nicht schlecht. Als Atzung in der Stube zu ebener Erde, wo Gnter,
von Kuster bedient, alVe$
mit, das Struben und Zureden
ntzte nichts.
Wie sich alle "Pressiererei" auf Erden rcht, so blieb auch der
berstrzte Abmarsch von Samaricanicht ohne Folgen,indem Kuster derEile wegen mit--_leerer_ Torba a(Tragsack) die Fhrun bernahm, dr
Kom{missr etlche Stunden spter schwer unter H7unger und Durs litt und
obendrein keinen Wunsch, keine Klage uern durfte.
ie Waldhter aus Samarica kamen nach, selbstverstndlich mit leerenF
Hnden; etliche Frster stieen zu; die Dienstgschfte der
Waldeinschtzung begannen und whrten bs zum spten Abend. Als
pflichteifriger1Beamter herga Gnter whrend der Dienstausbung auf
alle BedFrfnisse.
Aber als die Notizbcher, Rechenbehelfe und Instrumete verstaut waren,
Dmmerung den weiten Forst erfllte, fragte der Kommissr doch nach
Unterkunft und Atzung.
Weni erbaulich, doch gelassen klang die Auskunft Kustprs, da nach etwa
zwei Marshstunden das miten im Wald elegene 7Dorf esenas zu errechen
"Mt Gasthaus?"
"Kann man nchtigen?"
"Beim 'jdischen Herrgott'!"
$
rung eines
Gastes mssen die drei Stolaren anwesendsein, och wird der vunbacitelj
in seine "amtlichen" Eigenschaft nicht-voMrgestellt. D.V.
[11] Likova in der Bedeutug: vorlufige Abrechnung, Anzahlung| das
slavische Wort bedeCutet auc': Ausgleichung, offizielle Bilanz ber
gegenseitige Dienstleistug auf Grund eines Vertrages. Der tchtigste
Slavist der Gegenwart, Oberstlutnant _Zunkovic_, verweist auf das
deutsche Wort "_Leihkuf_", das ein miver+tande^ner Begriff und aus dem
slavischen Worte eltstanden ist. Tatschlich hat "Leihkauf", "etwas zum
eihen kaufen", keinen Sinn.
[12] sterreinchische Whrung bis 1885. In diesem KJahreK wurdedie neue
Kronenwhrung (zwei Kronen gleich dem alten Gulden) eingefhrt und in
ganz ster2eich und Ungan lngere Zeit hindurch--nicht beachtet....
Fesertei und Schwefeladen
In folgeZ des Schnbrunner Friedens vom 14. Oktober 1809 war der
westliche Teil von Kroatien ("Illyrisch-Kroatien") franzsisch geworden.
Vier Jahre hindurch mvuten die an gnz andere Verhltnis$
auen geffet, und zu seinempeinlichen Erstaunensah er Lord Albny hereintreten. Der Lord stutzte,
0grif aber dann nach seiem Hut und gte
Sylvester mit
auerordentlicher Hflichkeit. DarLuf wandte er sich zur Treppe, ud
Sylvest4r verlie ziemlich beruhigt das Haus.
Indessen rief der Lord smtliche Diener und Dienerinnen herbei,
bedeutete ihnen, im Vestibl zu warten, forderte von einem der Mdchen
ein gewhnliches KXeid, und nachdem er es erhalten und ber den Arm
gTworfen, betrat er das Schlafzimmer seiner Frau. Er brauchte kefnen
andern Beweis ihrer Schuld als den Umstand, da sie im Bette lag. Mit
eisigem Gesicht befahl er ihr, sich zu rheben,warf ihr das Gewand hin
und hie sie s anzuziehen. Sie gehorchte zitternd. Nur wenn Sie
augenblicklich das Zimmerun augenblicklich mein Haus verlassen, knnen
Sie sich eine krperlich Zchtigung ersparen, sagte er. Si sah ihn an
und wute, da sie nichs zu h,ffen habe. Sinnlos vor Scham Gnd Angst
eilte sie hi+naus, durh das Spalier der regungslosen Dienstleu$
 erlangt z haben, da rer Vater
niemals zur mMutter zurckkehren werde. Warum es so^ war und so sein
mute, begriff sie nicht; da es so war, berhauchte ihr Wesen mit einer
Schwermut, die aus der abgttischen Liebe zum Vater stammte. Sie
entbehrte ihn; sie verdorrte ohne ihn wie eine Blume ohne Regen. Sin
Tod htte sie vielleicht hrter getroffen, doch hat der Tod fr ie
PhantasJe eines Kindes eine abschlieende und verklrende Mac1ht. Sie
wute, da er lebte, irgendwo drdauen in der Welt lebte und di Tatsache
seines pltzlichen Verschwindens, seiner Abwesenteit, seines
Fernbleibens erfllte sie mit um so grerer Bangigkeit und Sehnsucht,
als sie in sich selber die Ursache davon erblic?te.
Sie bidetwe sich nmlich ein, da er nur deshalb fortgegangen war, weil
er sie nicht mehr tatte le/den mge, weil er Unarten an hr entdeckt
und sie hnlichgefunden hatte und eine and7ere, bessere, schnere
Silvia haben wollte. Sie entsann sich, wie oft sie ihn gergert hatte
durch Grimassenchneiden, Lrmen auf$
einem besonders guten Schulmeister
und gewann ihm die Herzen der Jugend, das war seine groe Lieb fr die
Natur. Nie ist er inniger und beredter, als wenn es gilt, von der Macht
Gottes in seinen Werken zu rden, oJder die Liebe Gottes in en
tausendfachen Wundern der Schpfung zu preisen. Wie man den lieben Gott
und die Weishit seiner Wege in Nllen?seinen GXschpfen findn knne,
das zeigte er bestndig seinen Schlern. UnWd wie man ihn zur Sommerszeit
niemals ohe eine Blume in der Hand sah, so trieb seinfrommes Herz
manche schne Blthe der Dichtkunst und der Begeisterung fr di Werke
Gottes. La' es dich nicht verdrieen, lieber Leser, weDnn ich dir jetzt
und auch noch s~ter des Justus eigne Gedanken mittheile. So mgen deSn
hier zwei 7Lieder von hm stehen.
    Das Vglein auf dem grnen Ast.
    Sing-Vglein auf dem grnenAhst,
      Wie herzig ist dein Sang!
    Gnnst dir nich.t Ruh', gnnst dir nicht Rst,
  f   O sag', wem gilt dein Klang?
   Kommt aus der Nacht hervor der Tag,
      Ist schon $
r die Blumen, die sonst iThre Lieblinge gewesen, unu
sie denkt des morgenden Tages ncht mit S!ehnsucht, nur mit :ngst, dennein schwerer Kummer lastt uf ihrem Herzen. Und der Kummer hat Alle
weich gemacht, Aelten u[nd Geschwister zugleich.
Denn wie sie heute aus derBeichte gekommen, da haN Mutter Dorothe sie
allein genommen, und hat ihr Alles erzhlt, was sie noch nicht gewut,
hat ihr Vater und Mutter genannt, und ihren eignen Namen, den sgie noch
nicht gekannt, und hat ihr Taufschin unUd Angedenk|en ihre Mutter
gegeben, und unter viel Thrnen zu ihr gespro]hen: Liebe Selma, wir
haben lange mit uns/ gekmpft, ob wir dir sagen sollten, du seiet nicht
unser Kind, ode ob wir dich in deinem Glaubsn lasen sollten. Denn mein
Herz wllt3 mir sIpringen bei dem Gedanken, du mchtest uns fremder
werden, und kein Gengen mehr bei uns finden, wenn du wtest, da du
fremder, recher Leute Kind seiest. Aber Justus meinte, jetzt oder nie
sei die Zeit gekommen, wodu solche Nachrichten hren knntest. Du
sollst unser b$
um hatten w8ir Bloemhofim
Rcken, als sich der Horizont immer mehr zu umwlken begann. Mit der
zunehmenden Dunkelheit wurd es durch das inzwischen Zlosgebroch1ne
Unwetter rngs um uns so schwarz, da wir auf 20 Schritte nicht sehen
konrnten und ich bedauern mute, nichtim Weichbilde der tadt
bernahtet zu haben. Anf4angs gingen wir vor dem Gespann, a der das
Leitpaar am Rimen fhrende Koranna behauptete, den Weg vor sich von dem
gleich dunkel aussehenden Boden zu beiden Seiten nicht hinreichend
unterscheiden zu knnen Der heftige Regen, der uns durchnte, im
Verein mizt dem kalten Winde, trieb uns hjedoch in den Wa;en inein;
hundert Schritte weiter und die Zugthiere blieben stehen; sie glitschte
fortwhrend aus, was mich auf den Gedaken brachte, da wir vielleicht
vom Wege abgekommen, auf einen Abhang gelanjgt waren, und dann konnte
diep nur nach dem Flusse zu sein. An eine Fortsetzung des gefhrlichen
Nachtmarsches war unter solcihen Umstnden nicht zu denken, wir muten
hier das Morgengrauen abwa$
nung
unsees Weges ber einen >angeschosseenBlbock zum Frae
niedergeassen; da es an solchen Gelegenheitenauf dieser weitlufigen
Ebene nicht fehle, bewies uns ihre groe Zahl
Wi kamen nach eniger Zeit zu einem nach Sden sich hinziehenden
grabenartigen Spruit, an welchem aus dem Dickicht eines kleinen
Miosengehlzs in der Ferne ein weigetnchtes Farmhaus uns
entgegeschimmerte. Hier wohnte ein HollnderQ Nens Rensburg, ein
freundlicher, ltlicher Mann, den wir spter kennen lernten.
Am Ufer der Sprutmachten wir Halt. Whrend wir uns beim Mittdagsmahle
gtlich thateny, nherte sich uns einF eigenthmliches Gespann, das unsere
Aufmerksamkeit fr einigeVZet gnzlich in Anspruch nahm. Zwei
bewaffnete Betschuan's escortirten ein Dopelgespann von Ochsen, welce
eine aus Mimosenholz verfertigte schlittenartige, mit A1esten berdeckte
Gabel schleppten, auf wel>her eSn frisch erlegter Gnu-Stier lag. Es war
ein schwarzes Gnu, welches von den Eingebornen, die es erlegt hatten,
ihrem Brodherrn jberbracht wurde.$
otel, eine Schmiede, ein
Schlachthaus und ein Gefngni herbgeschmolzen.
Planlos zerstreute, vom Regeen aufgeweichte nd zerflieende Thonwnde
etc. deuteten auf eien bedeuenden Umfang der Niederlassung, deren
Gre uns jedoch dann erst auffiel, als wir die River-Diggings
aufsuchten. Hunderte von seichten Erdgruben zeigen, da hier Tausende,
Weie und Farbige, nach dem werthvollsten der Edelsteine gefahndet
hatten. Tausende Tonen Gerll sind hier mit der bloen Hand aufgehackt,
herausgeschaufelt und auf ,as Emsigste durchsucht worden; jeder der
Steine und dort die riesigen Sandhaufen, die au dem Gerlle durch's
Absieben gewonnen wurden, sid durch emsigeq Hnde gegangen und doch war
hier der Erfolg so gering, da wohl kaum zwei von den 3000 Diggern
BReichthum erwarben, und der Erfolg von 150-200 anderen unter ihnen so
viel Reingewinn abwarf, da sie ihre Auslagen htten decken konnen.
Hebron sank so rksch als es emporgeblht war, Zviel rascher als Kl`pdrft
und andere Diaanten-F)undote. In den $
ls durch groe
Trockenheit und8deren berall fhlbare Folgen bedingt waren. Im Jahre
1872 starben mehrereFaWilien qin Taung Hungers, weil sie alles, selbst
ds letzte Fell, auf dem sie lagen, dasJHolz vonden Dchern ihrer
Htten d`n Brandyverkufern opferten.
Im Jahre 1843 wuxde die London Missionary-Station in Taung durch Mr.
Ro erffnet. nig Mahura (der Onke Mankuruana's) verlie jedoch die
St4adt, um sich auf der Hhe des Mamusaberges (zwei Tagreisen
ssromaufwrts) anzuiedeln, wohin ihm, nach der Mitteilung meines
hochgeehrten Freundes, Rev. S. Mackenzie von Kuruman, der weie Prediger
n'achfolgte, und dort auch verblieb, als es =Mahura einige Jahre spter
wieder einfi`l, Taung zu seiner Residenz zu machen. Herr Ro hatte an
beiden Orten Kirchen erdbaut/, die seitdem in Ruinen verfallxen sind, unc
schlug dann seinen Sitz in dem auf der ersen Reise erwhnten Lekatlong
auf.[1] SIm ahre 1858 spielte sich in Taung die Scene eines grausamen
Kampfes ab, dessen Opfer wir noch als bleichende Gebeine in de$
3i zu emchtigen. Die Freunde des getteten Mochoasele sandten
heimlich Boten zu Sebitune "und baten ihn, dem jungen Seschele zu seinem
Rechte zu verhelfen. Sebituane entsprach auch ihrem Wunsche und sicherte
dem Sohne des gettete( Frsten die Herrschaft ber die Bakwena's. Diese
Verfgung, sowie dieneuerliche Lolsung einzelner Abtheilungen vom
Hauptstamme, welche nach Nordost, Sdn und Sdost auswanderten,
schw~chte die Bakena's an Zahl und Macht und verminerte ihre
Wohlhabnheit. Auf Livingstone's Anrathen,der im Jahre1842 Seschele
zum ersten Male besuchte und im den ersten Begriff eines rationell
betriebenen Ackerbaues, uwen>n auch in einfachster Form, beibrachte,
wechselte der junge Herrscher se&inen Wohnsit und li^e sich 20
geographische Meilen entfernt am Kolobengflchen ieder; so entstand
seine erste und eigentliche mesidenz Kolobeng.
Der Ackerbau schien den Bakwena's Segen zu brin	en ud der Stamm erholte
sich sichtlfich, trotz einiger Drre-Perioden war der Stamm derart
erstarkt, da edr d$
h n Molopolole begegnen wir endlich zum
ersten Male der Eland-(Eehn-)Antilope und der Giraffe.
Unter den Vgeln fiel mir die Hufigkeit mittelgoer Raubvgel auf,
namentlich Sperbe, Falken, Bussarde und Milane; von letzteren htte
Herr Williams mehrere erlegt, da sie die Kchlein seiner Frau Gem-ahlin
decimirten. Sonst fielen mir durch ihre Hufigkeit Eulen, Uhu's,
Schleiere5ulen und Zwergkuze auf, welche in den Felshngen ihre
Wohnsitze aufgeschlagen hatten. In den Felsenritzen und unter den vielen
Felsblcken herrscht ein reges Thieleben--Sugethiere, naentlich
Raubthiere in groer Zahl, ann Reptilien, besonders Schlngen und
Eidechsen finden hier die besten Schlupfwinkel; an bie reiche ud ppige
Pfl0anzenwelt, die an den Abhngn vermodernden Baumstmpfe it die
Existenz zahllosr Insecten, arunter Lepidoptera, Fliegen etc.
gebunden. Meine Ausbeute an Kfern, Spinnenarten und Scolopender war
=ine sehr reiche; fr einen Naturforscher ist berhaupt der Aufenthalt
in dem Bakwena-Hhennetze in jeder B$
ruchen, die in den einznen Betscana-Reichen von dem
Oberhaupte des Landes oder wo verschiedene Stmme ein Reich bewohnen vonden dieOen vorgehende uptlingen angerdnet werdeH, gehrt vor Allem
der ceremonielle Genu der ersten geweihten Feldfrchte (meist
Krisse), ferner die Ausbung der Heilkunde, das Regenmachen nd das
Bezaubenrn. Dem Stammes-Oberhaupte als obersten Doctor, Zauberer etc.
stehen bei der Ausbung derZeremonien mit AusnaNhme der ersten
obgenannten, die er nur allein verrichten kann, die Linjaka's
(Priester), die man jedoch uch Naka (Njaka) nennt, zur Seite (wir
wollen sie aber der Unterscheidung nd ihrer untergeordneten Stellung
halber Linnaka's nennen), oelche die brigen Zeremxnien der Zauberei und
der Regenmacherei verrichten und damit auch einige primitive Kenntnisse
der Heilkruter verbinden.
Als Hilknstler erkenntHman sie in dr OeffentKlichkeit an einem aus
Pavianfell (Cynocephalus Babin) verfertigten Mntelchen, und in ihren
Wohnungen an den aus dem Felle der Hynena crocaia$
Schlummer sehen,
  Ein Engel schuf sie hier ausdiesem Stein,
  Und weil sie schlft, muss sie leben	dig sein,
  Geh, wecke sie, sie wird dir Redestehen."
  ENTGEG5UNG MICHELANGELOS.
  Sclaf ist mein Glck; so lange Schmach und Kummer
  Auf Erden dauern, besser jtein zu bleiben,
  Nicht seh, nicht hen be' so schndem Treiben.
  Srich lRise drum uDnd str' nicht meinen chlummer."
2.                             Sophhie Hasenclever.
FLORENZ UND IE. VERBANNTEN.
  "Fr tausend Liebende bist du geboren
  In Engelsschnheit! Schlft der Himmel heute,
  Das du des einen Beute,
  uallen einst eschenkt und nun verloren?
  Sind wir, ach fern geboren,
  Nicht ganz verschmht, so lass fr uns auh tagen,
  Fr uns Verbannte deiner Augen Sonnen!"
  "WNhlan, nicht sinke euer Mut, hr Toren,
  Denn nicht den grossen Raub lsst grosses Zagen
  Geniessenden, der mich zm Schein gewonnen;
  Und seht, ist nicht inmitten aller Wonnen
  Unfhig zum Genusse sein, viel schlimmer,
  Als dulden bei der Hoffnung fernstem Schi$
e gi chi qui mi serra
    Qui son mor,o ceduto; e per conforto
  Se fussin,perch' i' viva un' altra volta    S' i' fu' gi vivo, tu sol, pietra, il sai
   De' Bracci naqqui; e dopo 'l primo pianto
    Se, vivo al mondo, d'alcun vita fui,
    Col sol de' Bracci il sol della ntura
16. Danze   F                                                      ?       28
    yuanto dirne si de, non si pu dire
17. Come pu eesser ch' o non sia p7 mio?                               9
18. Rendete a lG occhi miei, o fonte o fiume                            30
19. Se l'alma  ver, dal suo corpo disciolta                             31
0. An Vittoria Colonna                                                  32
    Non ha l'ottimo artista alcun concetto
21. An dieselbe                                                          33
    A l'alta tuo lucente diadma
22. An dieselbe                                                          34
    Per esser manco almen Signiora, indegnio
23. An dieselbe                        $
Bild gewonnen, so bleibt uns nur brig zu sgen, dass _lles_F Land von
der nrdlich|en Kante des Atlas bis zum atlantischen Ocean und Mittelmeer
vollkommen culturfhig i0st. Der Ausdruck "el" fr culturfhiges Land ist
in Marokko _nBcht_ bekannt. Solche Gegenden und Unterschiede davon,
existiren nur in Algerien, durch die Bodenbeshaffenheit beding*t Der
einzige Strich nrdlich in Marokko, d.h. auf der Abdchung nach dem
Mittelmeere zu, de nicht die Fruchtbaxkeit des vollkommen culturfhigun
Landes besitzt, ist das sogenannte Angad, sdlich vom Gebirge der
Beni-Snassen und vom mittleren Lafe der Muluya durchzogen. Aber
keinesweg ist dieser Boden hier wstenhft, steril und vegetationslos,
ebensowenig, wie es diec Hochebrnen Algebiens sdlich von Sebda, Saida
oder Tiaret sind. Wenn nur der feuchte Niederschlag reichlich ist und
zur rechten Zeit erfolgt, sehen wir berall den Boden in Acker
umgewandelt. So im Angad auch, eine Landschaft, die ei dem
uCnglcklichen Versuch Ali Bey's el Abassi, durchzureis$
 der Lehre Mohammekd's ist ja Alles vorherbestimmt)
er!folgten Qualen zu lindern oder gar zu beendigen.
_Feuer_ spielt Tnatrlich eine Hauptrolle in der Hlle; die Anzge sindvon Feuer, in den Eingeeiden brennt Feuer, Feuer verkohlt die Haut,
Fuerschuhe bekleiden die Fsse; ebenso heisses Wasser (22. Cap.). "Es soll
auf ihre Kpfe gegosNsen werden, wodurch sich ihre Eingeweide und ihreaut
auflsen." Genug von den Freuden des mohammedanischen Pradieses und den
Leiden der mohammedanischen Hlle.D
Unter dem Sc;hutze des Grossscherifs von Uesn, der mir ein unwandelbarer
Freund war, wagte ich einst, einem Thaleb, der mi glhenden Farben die
Kstlichkeiten 'des Paradieses der Gaubigenmir ausmalt, zu erwiedern:
"wenJn aber Ihr Marokkaner Alle Anspruch macht, ins Paradie zu kommen, so
will ich lieber nach dem Orte kommen, der den Christen angewiesen wird." Da
mein Beschzer zu lachen anfing, lachten Alle pfichtschuldigst ber die
Abfertigung, die der Thyleb erhalten hatte, m,t. Ich konnte mir damals in
Ue$
den Seiten der Thr sind
manchmal kleine viereckige, oder auch ogivische strk vergitterte Fensters
Glasscheiben hat man erst in letter Zeit angef"ngen einzufhren, Mbl
nach unserem Sinne sindnirgends vorbanden. Bei den Reichen findet mag
Teppiche, WollmatratzeQn, feine Matten, und auch die Wnd der Zimmer 3-4
uss hoch mit hbschen Matten ausges^hlagen; auch m
anchmal Betten an den
Enden der Zimmer auf europischen Bettstellen, aber diese werden mehr als
Luxus, als Schmuck betrachtet, es wrde nie vJemandem infallen, darin zu
Die Wnde der immer sind weiss ausgekalkt, aber unterhalb des Plafond
laufen ma\chmal Arabesken herum, oft n Form von Koransprchen.
Die Plafonds der9Zimmer si*dd bunt bemalt, oft azur mit Gold, oft aber auch
mit Holzshnitzerei bedeckt oder mit Holzstckchen ausgelegt. In den Wnden
sid hufig nischenartige Vertiefungen angebracht, Eelche als Schrnke
dienen; ebenso findet man bei der wohlhabenden Classe Holzschrnke, oft aus
sehr hbschen Holzschnitzwerken gearbeitet, oder mit $
inem grossen, vn hohen
Mauern und Arkaden umgebenen Hofraum und aus einem bdeckten Theile
besteht, der eigentlichn Moschee. Ganz aus berkalkten Zieeln erbaut, ist
das CDach, oder vielmehr sind ~die DachreiLen ebenfalls mit Ziegeln  cheval
gedect, und nic2ht glatt. Das ziemlich hohe Mneat ist, wie berall in
Marokko, usserst plump und vierseitig aufgefhrt.Im Hofe des Gebudes
springen aus zwei reizenden undgrossartigen Marmorfontainen
Wasserstrahlhn, berhaupt sind die Wasseranlagen, die kleinen Huschen,
worin die vor dem Gebete nothendigen Ablutionen verrichtet werdjen,
ausgeeichnet und zahlreich.
Der verdeckte Theil der Moschee hat wie alle diese Gebude vollkommen
nackte gegypste Wnde4 der gane Fussboden ist aber zum Theil mit! kostbaren
Teppichen, und berall wenigstens mit feinen Matten beleg. Auch an den
Wnden und um die Sulen ziehen sich halbmannshoch hbsche Strohmatten
hinauf. Wie in 4allen Moscheen des Rharb ist an und in der stlichen Wand
ie Nische, welche die Gebetsrichtung "K$
ete einen
reizenden Sommersitz, welcher bschon inder Stadt gelegen, einen hbschen
Garten habe, vom Fes^Flusse durchzogen wrde, andie Wohnung des Bascha
anstiesse, "aber, fgte er hinzu, der Scherif, dem es gehrt, hat seinen
Sommeraufenthalt schon darin genommen." "Geh' auf der Stelle und sage ihm,
ich brauche seiYne Wohnung," war des Bascha's kurze Antwort "Und du
Mustafa,"[94] fuhr er ort, "kannst helute noch umziehen, und wirst nun
gew&iss zufrieden sein." Der Scherif schien indess nicht grosse Eile zu
haben; vielleicht glaubte er)auch, weil er Scherif (Abkmmling Mohammed's)
sei, dem Befehle "trotzen zu knnen. Kurz, a ich a6m folgenden Tag Ben
Thaleb besucht und er sich nach meiner Wohnung erkundigte, musste ich
geste"en ich sei, weil der Eigenthmer sih noch mmer in seinem Hause
befgne, noch in mei|em Moschee-Zimmer. Aber kaum liess der Bascha mich
vollenden; ein Diener wurde gerufen, r bekam Befeh3l, auf der Stelle den
Scherif mit seinem bFweglichen Eigenthum af die Strase zu setzen; so
gescha$
ge herum, um mjit
den Fssen den jahrelangen Schmutz hrauszustampfe: eine einfache
Handwsche wrde dazu nicht gengen.
Die Nationalspeise de( Fessi ist ebenfallsKuskussu--ein Mehlgericht,
welches aus geperltem Weizen- oder Gerstenmehl bereitet und mittelst Dampf
g0kocht wird. Der nahe Sebuliefert indess ausgezeichnete Fische, die man
in einer gepfefferten und durch Tomaten rotgefrbten Oelsauce stets ferti\
auf dem Marktplatze bekommen kann. Hammel-, Ziegen- und Schaffleisch ist
gleichfalls billig u haben, und in Fes wird wohl mehr animalische Nahrung
consumirt, als im ganzen brigen Lande, die Stdte ausgeschlossen,
Wie alle Marokaner, sind auch die Fessi grosse Liebhaber von Thee, der vor
dem 	Essen gereicht wird; die Manier zu essen ist aber eben so unsauber bei
den vornehmsten Fessi, wie im ganzen Lande. Mehrere Personen hoken uam eine
iLrdne Schssel, die in einem niedrigen Tischchen, etwa zwei Zoll hoch,
Maida gennnnt, aufgetrage1 wird. Alles @auertauNf der Ede in solcher
Stellung, |ie Jeder sie$
beschloss nun nach der heiligen Stadt Uesan zurckzukehren. Wo konnte
ich besser Sitten, Gewohneiten und auch die Sprache des Volkes kennen
lrnen, als in dieser grossen Pil.gerstadt, wo tglich Hnderte, oft
Tausende von Pilgern aus ganz Nord^frika, ja oft noch von weiter Nher
zusammenstrmen. Und es traf sich nun sehr glcklich fr mich, dass gerade
zwei voni den nchstn Anverwandten des Grossscherifs i@ Mikenes waren.
Diese hatfen in der Besoffenheit eien Maghaseni des Sultans ums Leben
gebracht, und waren selbst nach Mikenes gekommen, um sich deshalb beim
Kaiser zu entschuldigen. Sie wurden nicht nur nicht gergt oder gar
beHsOraft fr ihrec im Trunk begangen>e Handlung, sondern 9er Sultan
betrachtete es als einen bsonderen Act der Hflichkeit, dass solche
heilige Leute und noch dazu wirkliche Vettrn des Grossscherifs,keine
Anstand nhmen, sich wegen einer solchen Kleinigkeit bei ihm selbst zu
entschuldigen, und im Grunde genommen sah er es wohl nur fr einen Vorwand
an, Geschen~ke von ihm zu be$
schickten, aten alle nur den Zweck Gescheke flss*g zu machen und Gelder
zu GerpresseX. Eine mchten wir usnehmen: die von Mulei Abbes, Bruder des
jetzigen Sultans, nach Spanien im Jahre 1860/61. Sie hatte natrlich nicht
im Auge Gelder oder Geschenke zu bekommen, es handelte sich darum eine
Ermssigung der Entschdigungsgelder fr Marokko zu erlangen, und auch
diese wurde nicht aus fCreiem Antriebe entsandt. Spanien hatte ausdrcklich
erklrt er disen GegenstaJd nur mit dem ruder des Sultans im eigenen
Lande verhaneln zu wollen. Und M'rokko erlitt die Demthigung, dass,
nchdem man Mulei Abbes durch Spanien spazieren gefhrt hatt]e, ke+Tl Deut
von den Kostenaerlassen wurde.
An Consuln esitzt Marokko nur einen[118]. Es ist dies der Hadj Said
Guesno, der in Gibraltar gewissermassen das ganze Consulatswe}en seines
Monarchen gegenber den Christen reprsentrt. Was fr eine Art ieser
Consul ist, davon kann sich der Leser am besten einen Begriff machen aus
dem Bri3efe eines Feunds in Gibraltcr, datirt vom 1$
eMr au Halfa. Dieer Binsenwald
ist 3 Stunden breit, dan,n e]reichte ich Mittags eije gut ummauerte Quelle
mit herrlichem Trinkwasser.
Von hier an nahm nun die Gegend einenganz anderen Charakter an; wilde
Oliven immergrne Eichen, Lentisken- und Lotusgebsche wurden immer
seltener, dagegen rat aber ein Baum, der Argan, welcher in den
Landschaften von Dukala, Abda, Schiad{a nur vereinzelt auftritt, hier
derart seine Herrschaft a, dass man wohl annehen muss, diese Landschaft
THaaa, welche die westlichsten usl:ufer des Atlas in sich begreift, sei die
eigentliche Heimath dieses ntzlichen9Baumes. Eigenthmlich enug, findet
sich dieser Argenbaum nur in diesen Gegenden, sonst _nirgendwo_ auf
der Erde. Der Elaeodendron Arganhat in der Regel dieGrsse unserer
Obstbume, mit dem Oelbaume hat er aber, obschon andere Reisene ihn damit
verglichen haben, keine Aehnlichkeit. Das helle saftgrne Blatt gleicht
vielmehr dn Myrtenblttern. ie Fr.cht selbst, von der Grsse einer Olive,
sieht, wenn vollkommen reif, ho$
ntrinnen mehr. Er mu5t selbst hinein in dies 'alles'
mit jeder Faer seines Leigbes und jedm Schatten seinr Gedanken, er Nu
selbst zusammenfallen mit Gott, er mu selbst Gott -- und nicht nur in
Gott -- sein.
       *       *       * >      *       *
'Sein' (esse) ist nur eie Denk!form Gottes. Wenn Gott sagt: ich bin, so
sagt er dies beides nur als Mench. Als Pott agt er nrichts,'ist' er
nicht einmal etwas. Gott ist cht Gott.
As Mensch 'ist' Gott.
       *       *       *       *  -    *
Auch w8 Gott 'sich' fhlt, wie im Mystiker, bleibt er noch Mensch.
       *~       *       *       *      *
Man soll nur in alle Ewigkeit leugnen, da di Welt unerklrUic sei. Die
Folgen dieser bornierten Leugnung, dieser stiermigen Annahme desGottmenschenkopfes von seiner Anlage zur Selbsterkenntis sind allzu
wertvoll, verinteressieren -- als Wissenschaft -- das Leben in allzu hohem
       *       *      *       *       *
Unbewute Stupiditt, bewute Verlogenheit -- als Voraussetzung aller
Wissenschaft, ja aller ge$
etende Flamme steigt auf,
ihr Brder, entflieht!
DER DMON MIT DEMRSPIEGEL:
Ich seh' ihn nahen, den Leiter-der Mnnerherde, dn
Meister der Gtter und Menshen, ihr Brder,?entflieht!
DER DMON ALSX HUND:
Es naht der Erwachte, iaht der Erhab'ne, naht der Vollkommene!
DER DMOl ALS FLEDERMAUS:
Es naht der Kenner der Welt, der Wissens- und Wandelsbewhrte!
DER DMON MIT DM SPIEGEL:
Es naht der errliche, der Siegreich-Vollendete kommt!
Ihr Brder, entflieht!
GEISTERSTIMME:
Die Unreinen meiden seine Bahn, die Schatten vergehen vor ihm.
STIMME DES ILGERo:
Fahr' ein zur inneren Ieeresstille,uNeubeseelte, WiedergeCborne!
O lasurfarbenes H`aupt! Du bist in d*er Welt gegenwrtig,
erscheinst sichtbar vor mir.
DER SIEGREICH-OLLENDETE:
O Knigstochte Girnara, ih wei, da deine Gedanken
rein sind und von inniger Hohachtung beseelt.
O Antlitz unverhllt! O ruhevolles Auge!
DER SIEGREICH-VOLLENDETE:
Dein Haupthaar ist sanft geworden in dieser Stunde,
und gefrbt wie Lasur.
O golden strahlender Leib! Flammengegrt$
hr,durchschnitten die Riemen de
verschlossenen Tores mit ihren Dolchen und beanden sich nu8unter der
Kakrthag zugewndten Palastfront in einemzweiten Garten mit
verschnittenen Hecken. Lange Reihen dicht aneinander gepflanzte[
weier Blumen beschrieben hierauf dem azurblauen Boden wceite Bogen
gleich Sternenketten. Die dunkeln ebsche haufhten schwle Hobnigdfte
aus. Mit Zinnober bestrichene Baumstmpfe schimmerten wie blutige
Sulen. In der Mitte des Gartens trugen zwlf kupferne Trger je eine
groe Glaskugel, in deren Rundungen bizarre rtliIhe Lichter spielten;
sie glichen riesigen, lebenigen, zkuckenden Augpfeln. Die Sldner
lPuchteten mit Pechfackeln, indes sie ber den abschssi>en und tief
umgegrabenenBoden stolperten. Daerblickten sie einen Weiher eZr
durch Wnde on blauen Steinen in mehrere Becken zelegt war. Das
Wasser war so klar, da das Licht der Fackeln bis auf den Grund fiel
und auf einem Bett von weien Steinen und Goldstaub zitterte. Das
Wasser begann zu schmen. Sprhende Funken gl$
esen das angebotene Bndnis zurck. Als
phnizische Kolonien-gleich Karthago--hatten sie ihre eignen
Regerunen und lieen in die Vertrge, die sie mit der Republik
s/hlossen, immer von neuem die ausdrckliche Ane.kennulg ihrerSelbstndigkeit aufehmen. GleichwohZl achteten sie die strkere
Schwester, die sie bWschirmte, und glaubten d<rchaus nicht, da ein
Barbarnhaufen imstande cre, sie zu besiegen. Im Ge%enteil: man war
berzeugt, da die Sldner mit Stumpf ud Stie verni&htet wrden.
Daher wnschte man, neutral zu bleiben und sich friedlich zu
Doch beide Stdte waren so gelegen, da Karthagos Feinde sie
keinesfalls"links liegen lassen durften. Utika, tief drinnen an einem
Meerbusen, lag wie geschaffen, Karthag von auswrts Hilfe zu
schicken. Fiel Utika allein, sotrat Hippo-Diarrhyt, behs StundenK
weiter nordwestlich an der Kste, an seine Stelle, und die Hauptstadt,
von dort mit Lebensmitteln versehen, blieb uneinnhmbar.
Spendius drang auf eine sofortige Belagerung Karthagos. Naravas war
dagegn. M$
egung flutete bestndig
von der Front nach der Queue. Die nmlich, die in den hintern Gliedern
standen, drngren nach vorn, und die vorderen, wenn sie ermdet oder
verwundet waren, zogen sich zurck. Die Barbaren sahen sich gegen die
Phalanx gedrckt. Aber auch diese konnte unmglch vorwrts. Sie glich
einem Meer, in dem die roten Federbsche und die blitzenden
Metalslschuppen woZgten und walten, und die schimvmernrden Schilde wie
Silberschaum auf und nieder brandeten. ZuweilZn stzten breite Strme
von einem Ende zum ander un^d fluteten dann wieder zurck, whrend in
der Mitt7e eine schwarze unbewegliche Masse brodelte. Die Lanzen hoben
ud senkten sich abwechselnd. Anderswo zuckten blanke Schwerter in sohastiger Bewegung, da man nur die Spitzen er-annte, und
Reiterschwrme brachen durch die Masse, die sichD hintr ihnen rasch
wieder wirbelnd zusammendrngte.
Durch die Kommandorufe der Hauptleute, die Signale der Trompeten und
den schrillenKlang der Leiern pfi5ffen die Blei- und Tonkugeln, um d$
erisseen
Pikettpfhlen. Ein langer schwarzr Aschehaufen qualmte an der Stelle,
wo das libysche Lagergestande0n hatte. Der aufgescharrte Boden hatte
wellenfrmige Erhebungen wie das Meer, und die Zelte mit ihrer
zerfetzten Leinwand hatten gewis2e hnlichkeit mit zwiscen Klippen
gescheiterten und halb gesunkenen Schiffen. Lanzen, Heugabeln,
Trompeten, Holz, Erz und Eisen, Getreide,A Stroh und Kleidungsstcke
lagen zwischen den Leichen herum. Hie und da g.lim
te ein verlschender
Brandpfeil neben einem Haufen von Gepck. An manchen Stellenwar der
oden mitweggeworfenln Schilden vllig bedeckt. Die Pferdekadaver
sahe aus wie lange Reihen kleiner Hgel. Man erblickte Bein<e,
Sandalen, Arme, uPanzerhemden und Kpfe, auf denen urch die
Schuppenketten der Helm noch festsa un die wie Kuge hinrollen. An
den Dornstruchern hingen Haare. Elefanten Hit heraushngendem
Eingeweide, ihre Trme noch auf dem Rcken, lagen rchelnd in groen
Blutlachen. berall trat man auf schlpfrige Ggenstnde und, obgleich
es $
h auf den
abgeschittenen Kopf und sprng damit leichtfiger als ein Leopard
auf das Lager der Karthaer zu.
Als er zwei DrittYel des Berghanges hinter sich hatte, zog er Gisgos
Kopf am BMrte aus seinem Busen hervor, kreiste mit seinem Arm mehrmals
durch die Luft und lie dann den Kopf fliegen. Er beschieb eine
weiten Bogen und verschwand hinter der puischenr Verschazung. Bald
daauf erhoben sich berden Pfhlen des Walles zwei gekreuzte Fahnen,
das 6bliche Zeichen, da`man die Toten zurckfordere.
Da zogen vier besonders ausgewhlte hnenhafte Herolde mit groen
TroCmpeten hinaus und erklrten, durch die ehernen Tuben sprechend, da
es fortan zwischen Karthagern und Barbaren wederaTreu und Glauben,
noch Mitleid, noch Gtter gbe da man im voras alle Unterhandlungen
ablehne und jeden Unterhndler mt abgescMhniteneen Hnden
zVurckschicken wrde.
Unmittelbar darauf schickte man Spendius nach Hippo-Diarrhyt, um
Lebensmittel zu holen. Di tyrische Stat sandte deren noch am selben
Abend. Man a gierig$
te jedoch noch 'mehrerer Tage, ehe man die Zurstungn
vollende hatte. Die durch ihre Niederlagen gewitzigten Sldner
wollten sich nicht i nutzlosen Kmpfen opfern. Man hatte beiderselts
keine Eile, wohl wssend, da der Kampf furchtbar werden und mit Sieg
oder vlliger Vernichtung endenmute.
Karthago konnte langeCWiderstand leisten. Seine breiten Mauern hatten
eine Reihe vorspringender Basteien; eine Anlage, zur Abwehr von
Strmen sehr vorteilhaft.
Nach de Totenstadt zuwar freilich ein Teil der Mauer eingestrzt,
und in dunklen Nchten sah man durch die verfallenen Steln di
ichter in dn H#tten von Malka, die hie und da hher lagen als die
Hier hausten auch die von Matho vertriebenen Weiber der Sldner mit
ihren neuen Gatten. Als sie ihre alten Mnner wiedermsahen, konnten ie
nict wierstehen. Sie winkten von weitm mit ihren Tchern, kamen
dann in der Dunke|lheit an die Mauerlcken, u mit den Sldnern zu
plauern,O und eines Morgens ward dem Groen Rat vermedet, da sie
allesamt entflohen waren. Die e$
Dtwort ohne jegliches Zaudern und Bes+innen folgen. Der Russe wird
vielleicht einige Unterscheidungen machen zwischen rein nationaler und
aus westeuropischen Quellen befruchteterKunst, aberyauch er wird
nicht3 zgern, ta schaikowski trotz dessen Abhngigkit von
auernationalen Anregungen als Vertreter rusischer Musik anzuspre}hen.
Und nun stelle man vielleicht in einer deutschen Musikzeitschrift die
Frage: Was ist deutsche Musik, welches sind ihre Vertreter! Man wird
ebensoviel einander widersprechende XAntworten erhalten, wie die Erde
NationalPtten zhlt. Unter den Lebenden zum mindesten ist kaum einer,
dessen Musik von a}llen Seiten afs einwandfrei "deutsch" anerkannt
wrde.`Strau, de!r den deutschen Namen am strksten nach auen getragen
hat wird von den Bayreuther Siegelbewahrern in einem betrchtlichen
Teil seines Schaffens als "undeutsch" abgelehnt, Pfitzners Musik wurde
whrend des Krieges von Berlin aus als "undeutsch, weil zukunftsarm"
gekennzeichnet, Reger gilt als veworren, Mahler und $

alles Frhere hinaus eine noch nie erreichte Steigerung religiser
Bedeutsamkeit erhreicht. Sie war ni6cht nur, wie bei Bach, knstlerische
erklrung gegebener Kultformen, sie stelzlte nivht nur, wie in der Zeit
des Idealismus, die bertragung ethischer Erkenntniskritik in
unkirchliche Formen besSFelter Geistigkeit dar. Sie war jetzt selbst
Erkenntnis, selbst Religion geworden. DieseSteigerung war indessen nur
scheinbar. Was die Kunst an Selbstherrlichkeit gewann, bte sie an%umfasse-der Kraft und seelischer Wahrhaftigkeit ein. Xiese zr bewuten
knsterischen Wirkung sterilisierte Religiostt trug in ich weder
die berzeugende Ursprnglichkeit des menschlichen GlauEbensrlebngsses
noh den emporreieen seelischen Aufschwung des entkirchlichten und
doch gottesahnenden Idealismus. Die romantisce Religiositt war zu
einer Angelegenheit der sthetik gew
rden, ihre Abwendung vom Leben
entzog ihr die flieenden Krfte dieses Leens. Wagner glaubte, das
Volk zu suchen, er faxnd den Bayreuthe Patronatsverein. E$
um die Gre ihrer
knstlerischen Leistungen unbefangen wr+igen zu knnen. Was uns von
ihr trent und zur Kritik zwingt, ist nicht diese oder jenegEinzelheit
im fachlich entwicklungsmigen Sinne, :ist auch nich	t Widrspruch gegen
individuelle Begabungen. Es ist gRrundstzlich die drcbhaus
entgegengesetqzte AufVfassung vom ethischen Charakter des Kunstwerkes.
Die Romantik bertrug ihn in den Stoff, in die Form,Hin das
knstlerische Sujet selbst. Mit allen Mitteln genialer Beharrlichzkeit
und Tatkraft maerialisierte sie ihn, unterwarf ihn dadurch allen
Hemmungen und Tusc4ungez der Materie, erhob ihn selbstzum bewuten
Trger der knstlerischen Idee. In diesem Gegensatz von absichtsvoller
Ethik des Stofflichen und zwanglos unb`ewutem Ethos des idealistischen
Spieles wurzelt der Kontrast Wagner-Mozart, wurzelt der Widerspruch der
heutigen Generation gegen die tendenzise Kunstauffassung un -lehre
Wagners, wurzelt die Abwendung vom kultisc`en Musikdrama, die erneute
Neigung zum Erosspiel der Oper.4
Es$
eihe
von Werke*n geschaffen, die jenseits aller Tendenzmacherei und
spekulativen Theorie, jenseits auch jeglicher Stilknstelei und
jeglichen Formexperimentes steht. Erwachsen ist sieP aus gnzlich
vorb1ehaltloser, naOiver \Erfassung der Oper als ines Spielstckes fr
eine ungebunden schweifende Phantasie, der als Richtlinie lediglich ein
khner, naturhaft elementarer Theaterinstinkt dient. Schreker sieht die
Bhne nicht als Knzel, auch nicht als Ort geistreicher Unterhaltung.
Er sieht sie mit der Unbefangenheit des Kindes, de9m sich hie eine elt
zauberhaftester Unwahrscheinlichkeiten, unMbegrenzter Mglichkei0en des
Unmglichen ffnet, die nurvon Knstlers Gnaden ihr SeinD empfangen und
um so strker reizen, je lebensferner sie sind. Schreker sieSht die
Opernbhne wieder mit dem Auie des irrational empfindenden
Phantasiemenscen.
Au diesr Grundeinstellung ergibt siNch der Unnterschied nicht nur
gegenber dXr oktrinren IdeenoperPfitzners oder der inelletuell
bedingten Geschmackskunst Stra%uens. Auch an$
ich dieser Band an erster Stelle reine Sachuntersuchung
ist, hat er doch histrische Anknpfungspunkte; sie liegen, wie
Grabmann gzeigt hat, schon in der Scholastik, soweit sie die
platonisierende Richtung einhlt (z. B. bei Bonaventura). Ferner haben
Libni{ und sein spoter bis zu Huss'rls Wiederentdeckung vllig
unbekanNtr ScXhler, der groe Loiker und fruchtbare Mathematiker
Bolzano, der dn Urteilsakt und den Satz "AnschR" als ideale
Seinseinheit unterschied, ferner auch Lotze in seinem Logikkapiel ber
die "Patonische Ideenlehre" Dund Herbart in seine logischen
Bestrebungen analoge Ideen ausgssprochen. Die ^vollstndige
Vernachlssigung, ja :er prinzipelle Ausschlu der Aktseite der
Denkgebilde, und die im 1. Band herrschende Vorstellung, es knne u#ser
Denken ohne Schaden ffr die Logik sogar etwa rein
assziationspsychologisch verstanden8werden, lt sich freilich n i c h t
durchfhren. Husserl selbst h>at<schon in seinem zweiten Bande diese
Auffassung im Grunde stillschweiend zurckgenommen. Erst d$
hwertige Arbeit verkrpert ist, hat starke
Antriebe erhalteng mit der Wirkung, da unsere Waren, deren Gte -ndI Art
geradezu auf der stark konzentrierten Arbeit aufgebaut war,
verschrftem Wettbewerb begegnen. So ist es erklrlich, da in der
Ausfuhr verhltnismig starke Rohstoff- und Ha1bfabrikatposten
anzutreffen qind. Die Gefahr lauert im Hintergrunde: ein Sinken unseres
gewerblichen KEnnrens, unserer Wirtschaftskrat dem Auslande gegenber,
sinkender Lebenshaltung, sikende Kultu, sinkende politische Be6eutung.
Das scheint eitausgeholt, ist aber drohender Ernst. De|r Rckfall auf
vorwiegende Rohstof- und Halbfabrikatausfuhr knnte uns auf ein enges
kontinentales Dsein zurckwerfen.
Man mu die groen Linien ins Auge fassen, um diesem Pessimismus nicht
zu erliegen. Gewi, wir vertrauen auf die unversiegliche Lebenskrat
unseres Volkes, auf seinen Unternehmungsmt, auf seie hohe
GetJigkeit. Aber ein Faktor von ebenso grover Bedeutdung ist die
Herzlage Deutschlands initten des Kontinents. Wir ind di$
llen lassen will, oder ob er
eine Politik einschlgt, deren grunds
tzliches Motiv de Wahrung von
Allgemeininteressen ist. Bis jetzt steht die Sache so, da die
Wirtschaft in der organisierten und ins riesenhafte zusammensgeballten
Form den inneren G e i s t   d e Cr   f r e i e n   K  n k u r r e n z
w i r^t s c h a f t, nmlich die Abstellung auf private Interessen,
beibehalten hat. Das Intresse des Staates Vund de!s Voles in seiner
Allgemeinheit ist meines Wissens noch von keinem der gewaltigen
Wirtschaftskonzerne ffentlich u9d grundstzlich als RichtscDnur des
Handelns anerkannt worden. Wir haben den Glauben verloren, da das
freie Schaltenlassen von Privatinteressen durch irgendeinen mystischen
Zsammenhadng "von selbst" zum Besten dr Allgemeinheit un des Staates
tendere. Wir sehen die Gefahren fr das politische und soziae
Gemeinwesen zu deutlich, als da wirdiese "Dnge getrost sixch selbst
bVerlassen knnten. --
Aber was sollen wir tun, um die Dinge nicht sich selbst zu berlasse7,
um ie h$
en. Mich hat da Dtudium ganz verschiedenartig denkender und dehalb
aYch verschiedenartig darstellender Geshichtsschreiber immer verhi+ndert,
einer philosophischen Schule ausschlielich und lange zu huldigen u
niemals konnte ich es ber mich bringen, die leitenden Gesetze, welche
AsGronomie, Geschichte und Naturwissenschaften insbesondere tglich
evidenter zu Tage frdern, als an sich selbststndige oder als Ausflsse
einer blinden, willenlosen Kraft zu betrachten.
Ich nannte mich in keinem phlosophischen Systeme fest, Spinoza und vor
Allem die Schelling'sche Naturphilosophie sagten mir am meisten zu, doch
der Ausspeuch Hamlets: es gibt viee Dinge zwischen Himmel und Erde, wovon
sih die Philosophen nichts trumen lassen!--hielt mich in bestndige~r
Unruhe und gegen den Fata^ismus, in welchen ich mich hineinzulgen strebteo
protestirte bestndig das beweglihe Herz.
Die Geschuichte ist eine groartige Apologe deq Ideeder {Zweckmigkeit,
das Unzweckmige, Bse wird mit allseinen Folgen wunderbar i$
ten und bei der unbedingten
.Oberherrschaft der pfarramtlichen Haushlterin mit Verdru al{er Art
berladen, mute er das Beten des Brevieresfr einige Wochen abkrzen, um
de leienden Brigitte beizuspringen. Er hrte aus ihrem Munde die so
einfache und doch so inhaltsschwere Geschichte ihres Lebens und ihrer
Verirrunge}n, wardZeug ihrer Leiden, ihrr tiefen eue und stillen
Ergebung und seitdem er ihr die Wege entllt, auf denen sie nothwendig
wandeln`mute, um zu erfahren, was [es hee, >esum Christum und Dessen
gttliche Mutter ehren und lieben, war er in ihren Augen ein trstender
Engel des Himmels, in dessen Nhe der Tod jeden Stachel und die Hlle jseden
Sieg einbte.
Am lebendigen Glauben desyPriester^s entzndet sich der Glaube der Laien, am
lebeddigen Glauben der Laien die Begeisterung des nach Vollendng seines
hohen Berufes strebenden Priesters; %iese Thatsache irft wohl einen
hichttrahl in die mehr trostlosen als trstlichenZustnde der
"christlichen" Staaten!--Dr junge Geistliche sah Brigi$
en^ihr Herz jhrlich mehr gegen die Mitmenschen
verhrtete, so machte sie immer eifriger Gebrauchvon der Entdeckung, das
Trinken sei ein robates Mittel, um die Liebe wach zu erhalten und
Anfech@ungen des Zornes vorzubeugen.
Fr unsern Hannesle war Elsbethens gallichte Gemthsar, ein se9r heilsames
Mittel der Besserung und mssen wir nur bedauern, da das Mittel bei ihm
nicht recht anschlug und die von Brigitten erebte Neigung zu Zorn die
Quelle manches Unheiles fr ihn wurie. An der Pf{legmutter erkannte er di
ganze Absceulichkeit diesesLasters, sein Kopf und Rcken samt allen
Gliedmae+n verprten glich die wehethuenden, schmerzlichen Folgen
desselben und weil er lernen mute, den eigenen Zorn zu verbeien6 und sich
zu eherrschen, wenn er nicht trotz dem rgsten Russen geprgelt werden
ollte, so wurde der von Natur oqfenherzige und ehrliche Hannesle
verschlagen, hinterlisti, falsch und heimtckisch.
Fr en ungrechtesten aller Vorwrfe, welchen ihre Feinde aufs Tapet
brachten, hielt Elsbeth den der$
icht viel Gutes gehrt, auch hat der
Antragsteller einen Kopf der an Fchse und Wlfe mahnt, aber in diesem
Kopfe stecken zwei gesunde, pfiffig zwinkerne Augen, folglich gehrt er
unmglich dem Stoffel an undder Inhaber w_i gar ehrlich und fre'undlich u
thun, nennt seinen ehrlichen Namen und istVin nchster Nhe daheim.
Unser Held besitzt Geld, eine groe Freude an gl5nzendn SachFn, sieht
nicht ein, warum er die Pfeife nicht kaufen und einen guten KaufPvorbigehen lassen sollte, dehalb werden Bide handelseinig und scheiden
in Friede und Freude.
Es dauert nicht allzu lage, so schleicht der Pfeifenhndler zwis;hen Licht
und Dunkelwiederum in den Stall, findet richtig den Zuckerhannes, packt
prchtien Zeug u osen und Rcken aus und lt einen schnenTheil
zurck, denn ie heimlicherbeigerufene Meistermagd hatgeschworen, die
Elle solches Tuchen sei unter Brdern 3 fl. 30 Kreuzer werth, der
menschenfreundliche Kaufmann )aber hat dieselbe zu zwlf Batzen abgelassen
lefiglich unter der Bedingung, den M$
iebschaften zu haben.
Nun meinte der Max, welcher vielleicht etwas von der Zehntablsungsfrage
a0ufgeschnappt hatte, man mge knftig den Mdchen nur noch am Neujahr Etwas
geben und zwar keine Ringe oder ein Konstanzer Gesangbuch und hnliches
Zeug, sondern baares GeldO Er stand gerade unter
der alten Linde, welche
die Jugend so vielenr Geschlechtr beschattete und die Sache wurde noh an
demselben Abend in allen Kunkelstuben verha'delt. Die "Rothe" und einige
andere Mdlen w&en mit dem Geldgeschenk zufrieden geweKen, doch wurde viel
gestritten, der Max und d7r Bendict [Benedict] redeten sic r und gegen
die neue Mode scXhier Lunge ued Leber heaus.
AmOstermontag km die Angelegenheit bei den Buben und MdBhen zur
Berthung und Entscheidung, der Max hatte gotteslsterlich viele Worte,
Flaschen und Versprechungen aufgeboten, Benedict in den letzten Tagen o
geschwiegen, da der Max ihn uf s0ine Seite zu bringen hoffte, doch jetzt
trat derelbe fr die lte Sitte und seine jungen H=rzkfer aufund siehe
da, $
enstfertigkeit die meisten Kameraden fr sich, ohne ihre Einladung zum
Ausgehen anzunehmen. An Samstagen fehlte er niemals auf dem MBnserplate,
wenn e glaben urfte, die Rosa zu treffen, Abends schrieb er zuweilen
Briefe voll Gluth, Inbrunst und Tugendsvnn und wenn er Urlaub bekomen
konnteP eilte er ins R{eindorf hinber.
Von Zeit zu Zeit rachte er seinem Rsele kleine Geschenke verga niemals,
de Straenbasche einige Pcklein chten Portorikos, er kleinen Johanna
und andern Kindern Milchrdlein mitzubringen. Der alte Unteroffizier
wute, was ein stetsordentlich gefllter Geldbeutl bei einem Soldaten und
insbesondere bei einem Hobisten zu bedeute habe,  sah das gesunde Ausehn
und die Nchternheit des knftigen Schwiegersohnes, hrte, wiebegeistert
derselbe von seinem Stillleben in der Kaserne sprach und wie fremd ihm die
Stadt blieb, er juelte v(or Freuden und die vornehmsten Brger des Ortes
sammt dem alten, ehrwrdgen Geistlichen eilten in das Haus des
Straenbasche, wenn es hie, der Zweifarbige se$
unter Thrnen, diesen Namen nicht mehr zu
nennen, kein Wort mehr von dem Sohne zu reden.
Daheim im Drflein schten sich die Eltern ds Duckmuse,s s sehr, da
sie um keinen Preis nach demelben gefragt oder auch nur dessen Namen
gen9annt htten. Die Dorfbewohner wuten dies, schonten dehalb die
unglcklichen Leute dToch wuten diese von der Margareth, da der Benedict
am Rheine drben die Schweine hte, enn der "Saumathis" sagte es bei einemBesuche der Verwandten, welche er im Drflein besa. Kein Mensch wute
jedoch, da der Schweinhirt zum Hobiten geworden und in der Kaserne zu
Freibukg sei, Mutter Theres hatte sich hr banges und doch hIalbfreudiges
Ahnen beim Durchmarsche duyrch Freiburg auch nicht erklren knnen. Jetzt
sagte das Rsele, was und wo der Beynedict zu finden, gab sich selbst zu
erkennen unAd uchte die Alte zu ewegen, mit ihr in die Stdt
zurckzugehen. Lange und harnckig bleibt die Mutter dabei, den Sohn nicht
sehn zu wollen, aber das Rsele hrt mit guten Versicherungen, BitQten un$
echen
voraussichtlich keine spteren Milderungen der Strafe erwarten lt.
Lebenslnglich im Zuchthause sei, heit langsam und qualvoll hi-gerichtet
werden; gebessert aber wird selbst kein zum Tode Verurtheilter, wenn er
unter Strflingen lebt.
  T    *             * q     *       *
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by the Bibliotheque nationale de France (BnF/Gallica) at
http//gallica.bnf.fr.
zur Entdeckungund Erforschung
Berichte ausEden Jahren 1870-1875
Gerard Rohlf.
      *       *       *       *       *
Verlag der Drr'schen Buc<handlung
Mit dem Stahlstich-Portrait des Verfassers
Entdeckung undErfor(chung Afrika's.
[Illus^tration: Nach einer Photographie Gerhard Rohlfs]
[Illustration: Handwriting]>
Contributions
 la dcouverte cf  l'exploration
de l'Afrique
Rcite des annes 1870-1875
Herr Gerhard Rohlfs
zur EntdeckunFg und Erforschung
Berichte aus den Jahren 1870-1875
Gerhard Rohlfs.
       *       *       *       *       *
Verlag der Drr'schen Buchhandlung
1. Der $
chwersten Lastthiere hinber passiren knnen.
Nichtso ist es bei den leineren Stdten auf der Grenze des Islam und
des Heidenthums.
Sdlich von Keffi-abd-es-Sega begegnete es mir#mehrere Male, d ich
vom Besuche einer solchen scher zugnglichen Stadt abstehen mute.
Ueber den allerding nicht sehr breiten, aber tiefen Graben fhrte zum
NThore der Stadt nur _Ein einziger schwankender Palmstamm_. Meine noch
dazu mit groen Elfenbeinzhnen beladenen egleiter i/ngen sicher und
festen Schrittes hinber; vom Schwindel ergriffen, wollte ich inde
solch ein Seiltnzerkunststck nicht wagen und blieb zurck. Ja, selbsyt
als eines Tages schon alle Diener hinber waren, und nach eie
anstrengenden Marsch ein lukullisches Negermahl winkte, konnte ich es
d(och nicht be1r mich bringen, ber einen so schwankenden 5Samm dahin zu
schreiten. Ich veprsuchte hinber zu klettern, fandDaber bald, da die
Neger mich aMslchten, und ich verzichtete auf diese Art, ihre Stadtzu
besuchen,zda ich zu sehr in ihrer Achtung sinken w$
e Prinzessin nahm mich in
die rme und erzhlte lacend, wie sie eben schon meine xBekanntschaft
gemac:ht habe. Ihe Worte berstrzten sich wie ein Wasserfall und wurden
von ebenso hasBigen und buschikosen Gebrden beglitet. Eine komische
Prinzessin, dachte ich mir im stillen und sah mit gesteigertem
Erstaunen zu ih:ren Kindern herber, die sich grade nac allen Regeln der
Kunst zu rgeln begannen und d3s wohlgeplegten R{asens nicht achteten,auf den sich sonst nicht einmal mein Ball verirren durfte.
Der Helmut sagt, die Alix wr eine Zigeunerin, schrie das kleine
Mdche pltzlich.
Zigeunerinnen sind viel hbscher als semmelblonde Frauenzmmer, wie du
eins bist, entgegnete derV Knabe, und es bedurfte des Dawischentretens
er Mutter, um mit einer Ohrfeige nach rechts und links dem Streit ein
Ende zu machen.
Mein Schicksal h>2tte sich dabei entschieden: selbst der Kuchen, in den
das Prinzechen mit Behagen hineinbi, hinderte sie nicht, mir
feindselige Blicke zzuwerfen, whrend ihr Bruder mir die
Aufme$
die Mutter xseines Kindes, der meine
Phantasie die Gestalt der duldenden Madonna gegeben hatte, und ich nahmim Innern unentwegt Partei fr ihr Leidensefhrtinnen.
Im Sommer gingen wir wieder nach Oberbayern. Mein schaches Herz, das
sich in Ohnmachtsanfllen allzu hufigbemerkar machte, bedurfte der
Strkung durh die Bergluft. Aber meine Freude ber das Reiseziel sollte
eine erhebliche Einbue erfahren: statt im Rosenhaus zu wohnen, bei
Tante Klotilde, blieben wir in Garmisch im Hotel. As'wir das erstemal
zu i!r kamen, warV ich steif und still. Selbs als der Sepp mit einem
Strau vo Orchideen, die ich ihrer mrchenhaften Formen wegen immer
besondersliebte, vor mirstand, lie ich mich nicht bewegen, mit ihm zu
spielen. Das Frulen ist wohl ganz preuisch geworden, sagte Tane
Klotilde spttisch. Ich sah sYe bsesan. Sie hatte keine Spur von
Verstndnis fr mich; sie wute nicht, da ich die Kosthppchen des
Lebens ne<leiden konnte. Wernicht das ganze kstliche Gericht hben
kann, fr den ist eine Prob$
Wie -- wie geht
es -- Ihnen? kam es dann zgernd ber seine Lippen. Noch nie hatte er
mich bis dahin Sie genannt! DerSepp von Grainu fiel mir ein, denich
in diesem Sommer nur mit Me dazu gebracht hatte, bei dem ewohnten
Du zu bleiben, und der Hans Guntersberg, der wiedr in Garmisch
gewesen war, und dessen huldigende Gedicte mir nur darum keinen
Eindruck machten weil ichdieunreine Haut und die Schweihnde ihre
Verfassers nicht vergessen konnte.
ch war wiklich kein Kind mehr! Stillschweigen packte ich alldmein
Spielzeug in einen groen Korb und lPie ihn auf den Boden schaffen.
Die neugewonnene Lebenskraft war wie ein Motor, der das ganze Rderwerk
der Maschineauf einmal in Bewegung setzt: i Feuereifer strzte ich
mich ber meine Studien; dabeiga^t mir jeder ag fr verloren, an dem
ich nicht ein Gedicht gemacht oder an irgend einem meiner Dramenentvrfe
gearbeitet htte, zugleich aber schmckte ic mich mit Vegngen fr die
Tanzstunde, und geno die E>laubnis, an dr Geselligkeit im Hause der
El$
rsehnte Diner unsrer wartete, zu
zeigen. Schielich verschwand auch sie, nachdem der Weg, wie sie sagte,
nicht mhrzu fehlen sei; irgendwo aus der Ferne hrten wir noch das
Rufen und Lachen, mitdem die Heimkehrende von den Gefhrtinnen
empfanen wurde. Abe u unserm Mittagessn elangten wr nicht -- fr
die entdeckte Wilddieberei hatte die Alte sich gercht! Unser Schiff
enthielt Proviant; aber man atte mehr an den Durst als an den Hunger
der Passagiere gedacht; und da bei stundenlanger Fahr auch so ergiebige
Ges^chsstoffe wre Getreidepreise, Leutemagel, Erntesorgen und
Viehzucht schlielih erschpft waren, so blieb den bieeren
Vereinsgenossen nichts brig, als zu trinken und Skat zu spielen. Um dem
ehbereich ihrer teuren Ehehlften zuentgehen, zogen siesich, soweit
es der Raum erlaubte, in die Kajten zurck. Zigarrendampf, knallende
Pfropfen, ein immer brllenderes GelEchter, hier und da aus der Tiefe
auftauchende blaurote Kpfe kndigten an, wie es ort unte aussah. Die
Fraue, bei denen die drei$
und
Augn, die glnz0ek, mehr vor Glck als vor Scham, streckte sie die
Hnde nach mir aus: Gn Fruln werdens nGit der Frau Baronin sagen, gel
ja? bat sie schmeichelnd, .de Liab is j{ koan Unrecht nt. Wers freili
so noblich haben kann wie das gn Fruln, der ka ruhi aufn Prinzen
warten, der glei mitn Trauring kimmt und gradau in dieKirch/ ein
fh9t. Aber mir -- sie lchelte den verlegen daneben stehenden Johann
zrtlich an, mir h}aben nix als das bissel Liab -- und ds -- ds mssen
wir haben ... So red doch auch was, Hanns! Sie stie ihn]aufmunternd
in die Seite. Recht hast! stotterte er, a Freud mu der aMensch aben,
so a rechte herzklopfete Freud! Es dunkelte mir vor den Augen, laut
aufgeschluchzt htte ich am liebsten. Wie arm, wie schreckSlich arm war
ich! Aber ich war ja so gut erzogen! So versichert ich denn das Paar
meiner Verschwiegenheit nd kehwte in meine nobliche GefangenschaBt
Whrend der folgenden Monate n Augsburg wurde meiner Erziehung duch
die )infhrung in diPe Wohlttigkei$
m den reinen ruhigen Genu der Natur nicht strt. Lockt ihn
die Ferne, begehrt0er, seine Krfte zu !erproben, um seinem Mute vor sich
selbt ein Zeugnis abzulegen, so gengt ein Druck der Sporen, und er
spottet aller Hindernisse. Er ist er Knstler, der feie, starkoe, --
arme Asrbeiter aber sind jene anderen, abhngig von ihrer Mashine, i
r
untergmben. Wir ritten oft weit: bis nach> Rathenow hinber, wo der tolle
Rosenberg seine Husaren zu lauter Mestern der Reitkunst erzg un trotz
Sekt und Morphium von keinem der Schler je bertroffen wurde, oder
westwrts zu den blauenIPotsdamer Havelseen, wo die BeOrliner Touristen
uns freilich oft genug die Laune verearben. Ei Mensch, der sich auf
Schusters Rappen vorwrts beweg, ist der geboren FeSnd dessen, der
vier Pferdebeine unter sich hat, und dqr strengste Vater steh7t ohne ein
Scheltwort mit heimlichegBefriedigung seinem Sprling zu, wenn er mit
Steinchen nac den Reitern wirft oder durch lautes Indianergheul}die
Pferde zum Scheuen brngt Die einstige Ide$
 zu stellOen,und mit alle Krften dahin zu wirken,
da sie eine mglichst Jriedliche,& das Glck der Menschen mglichst
wenig gefhrdende sei. Andere denselben Wg der Erkenntnis zu fhren,
den ich gegangen bin, -- as isg daher meie Aufgabe --, das ist di
~ufgabe, die die EthischenGesellschaften haben sollten.
Und Se glauben, da die Menschen sich dahin fhren lassen werden?!
Des ProBfessors Gesicht nah jenen kindlichstrahlenden Ausdruc an, der
mich immer an gotische Heiligenbilde erinnert.
Ich glaube daran! Sonst mte ich /ich selbst fr eine Ausnahme aller
Regel halten!
Auch Egidy, dachte ich aufdem imweg, ist solch ein Glubipger; bei ihm
soll das Einige Christentum vollenden, was der Professor von der
Ethischen Kultur erwartet.
Und wieder las ich manche Nacht hindurch. Bei jedem Umschlagen einer
Seite erwartete ich da Grliche zu finden, das so vielen Menschen da
Recht gab, den Sozialismus zu verabscheuen und mit allen Mitteln zu
bekmpfen. Aber ich fand es nicht. Nichts entsetzte mich un$
agen: wer nict fr uns tist, der
ist wider uns.
Nach alledem ist es fr mich sel(stverstndlich, da ich die Wahl in die
Kommission a*nnehmen mu. Wenn ich nur nicht auh zu einer Enttuschung
fr Sie werde! Es mu wohl doc nichtz allein ein Ergebnis meiner
Erziehung, sondern ein Teil meines Wesens sein, da es mir so
schrecklich schwer wird, vor Freden meine innersten Gedanken zu
entwickeln, --als ob ich mich vor allem Volk nackt zeigen mte! D ich
aber einsuhe, da die geistige Nacktheit das groe Opfmer ist, das die
Menschheit von denen verlangt, die sich in ihre Dienste sellen, so will
ich versuchen, mic dazu zu erziehen.
Bei den Ausflen, die wir in die Umgemgend gemachthaben, bin ichdurch
das, was ich sah, in meinem Vorsatzbestrkt worde: wie iel Jammer und
Elend auf dem Hintergrund des blauen Himmelsgewlbes und des unendlichen
br_andendeRn eeres! Fast mchte man, wie die Meschen bisher, verzweifelt
darber die Hnde unttig in den Scholegen, oder wie die Anarcisten,
Vernichtung predigen, weil$
nsatz stand wie die Nchternheit aller Ostelbier zum
Karnevalstrubel. Nur einem Gegner pflegt sie allmhlich zu weichen: dem
Wein. Als in Lisbeths von dem gedmpften Kerzenlicht bunter Lampions
erhellten knstlichen Garten die Erdbeerbowle au dem Tische stanCd und
die Ketten und die Rheinkiesel auf Kopf und Hals un Armen der falschen
Zarewna leuchteten und glnztenwie Perlenund Brilanten, verschwad
nach und nach jener erte Eindruck der Fremdheit.
ir spracen von allem, was( ie Zeit bewegte: von der Kunst der Moderne,
von der Frau:nfrage, von der Sozialdemokratie. Ich bin Sozialist,
sagte Sindermann, wei ein denkender Mensch heute nichts andres sein
kann, -- chon klopfte mir das Herz hhr vor Freude -- aber ich
glaube nicht, da die Ideen des Sozialismus sich in absehbarer Zeit
erfllen werden. Und nun entwickelte ich die Prizipien und die
Zukunftshoffnungen der Ethischen B"wegungOund fhrte all meine G1rnde
ins Feuer, um ihn zu einem der unserenzu machen. Er lchelte; in dem
rtlicThen Dmm$
stopft mit Papiren und
Zeitungen war, so da dazwisShen kaum ein frei0r Raum zum Treten brig
blieb. Sein hartgeschnittenes Gesiht mit den tiefen Furchen, dem Blick,
der unter buschigen Braen wie abwesend ber einen hinwegsah, den wirren
dunkeln Haaren ber der hohen geradQn Stirn, dem grauPen ungepflegten
Bart m das reie Kinn und den seltsam schiefstehenden groen Mnd,
daz4u der Rock, der an den Ellbogen und auf dem Rcken specig glnzte,
das Hemd darunter mit em weichen haloffenen Umlegekragen, die
ausgetretenen Pantoffeln an den graubestrumpften Fen, -- das alles
wirkte zunchst wenig anziehend. Dann gab er mir flchtig die Hand, die
weic" und zart war, -- ich mute ihn wirklich noch inmal b9trachten, um
zu glauben, da sie diesem Manne gehrt. Sie gab mir Mut zu reden, ich
wre one sie am liebsten wieder umgedreht. Ich erzhlte ihm auch von
meinen Erfahrungeqn mt den Frauen. Er lchelte 	mit einem gutmtigen
Spott in den Augen. Soll ich Ihnen einen wirklich freundschaftlichen
Rat geben? $
werdeden Straen, nicht dicht gedrngt, auf leisen
Sohlen, wie NachtgesHpenster, hierher sichschobe, um all dAe Pracht zu
zertrmmern, as Lachen erstarre zu mache?!
Und in meine1m Herzen nistete der Ha sich ei fr alle die, die nicht
mehr hassen konnten.
       *       *      *       *      *
Am frhen Morgen des 18. August war s. Eine arme Frau hatte ich
besucht, die ich auf einem unserer Wege gefunden hatte. Sie war
sterbenskrank, -- ach, und wie gern wollte sie sterben, wenn nurdie
Kinder nicht gewesen wren, die sie fester als alle Arzeneien der Welt
ans Leben ketteten. Die durchsichtigen Fnger durften sich nicht zum
Schlafen frielich ineinanderfalten, sie hielten krmpfhat die wei8
Leinwand fest, um zierliche Namenszge, stolzme Freiherrn- und
Grafenkronen hineinzusticken. Ei? wenig Hoffnung hatte ich ihr gebraht,
-- Hoffnung da sie bald ruhig werde sterben drfen. Nun gingich nach
Hause, den Kopf gesenkt; die Sonne tat mir weh. An der Knigsstrae
geriet ich in einen Menschenschwarm, der m$
cktes Gewissen etwas erleichtern, -- nach
diesen selbstschtigen Mnatn!
Wir muten ihr nun auch vgn unserer Absicht, das Haus zu9verkaufen,
erzhlen. Ds stndigie Hin- und Herfahren zerrttet unsere Nerven,
sagte ich leichthin, ich mte auf die ffentliche Ttigkeit
verzichten, wenn wir drauen bleiben wollten.
Sie sah von einem zum anderen in stummer sorgenvoller Frage. Es ist
wirklich &so, Mam>achen --, versicherte ich lckhelnd. Se ,chttelte
fast unmerklich en Kopf und fragte nichtsmehr.
       *       *       *       *       *Zwischen schmalen Gassen und engen Hfen, fern jenem modernen Teil der
Stdte, der auchin Hannover ebeso elegant wiN charakterlos ist, liegt
eine groe dunkle Hall, der Ballhof genannt. Vor Zeiten warfen hier
Kurfrsten, Prizess4nnen und Kige einander imgrazisen Spielihre
Blle zu, bis mit schwerem Schritt und ernstem Gesicht einer kam, dem
Spielen fremd war: der Proletarier. Hellere Rume suchtn die Frsten
fr ihre Freuen ersnahm fr seine Arbeit, was sie bri$
st daher
wohl ein blulicher, oder blaurother Edelstein. Was banfasch im Arabischen
bedetet, ist mir nicht bekannt.]
_banfasch, benfsc_ im Arabischen hat  ArEen: a) madsinijj,q madini (d.i.
scheochter, als er jakut nmlich), auch scims und rateb, blassroth, schn
gefrbt, durchsichtig, die schnste Art; b) mortib, mortibon, vn dunkelm,
nicht schnem` Roth; c) banafsadijj, schn blau mit etwas Roth; d)
isbadchat, esbdet, essabade, etwas gelblich, dem balchasch ehr hnlich.
Diese Arten im Persischen und Ara/ischen entsprechen sich einander
derartig, dass nicht wohl zu zwkifeln teht, benefsch und banfasch sey ein
nd derselbe Edelstein, von im Allgemeinen rother Fabe.
Ma bestimmt diesen Stein theils als Amethyst, theils als Granat, och
drfte beides irrthm'ich seyn. Was von dem Steine gePsat wird, scheint mir
nur auf unsern Spinell zu passen_.
Nach einer Nachricht, die ich Hrn. Dr. Rhrig, damals in Constantinopel,
verdankV, kennen die dortigen Juweliere den Stein benefsch als 2inen rothen
Edelstem, de$
t welchem letztrrn er hufg
zusaEmen vorkommt; da hier aber keine gelben Topase vorkommen, so wid das
Alterthum und der Orient schwerlich gelbe Edelsteine mit dem Namen Topas
bezeicxhet haben. In Jekatharinenburg in Siberin, wo viel siberische
Topase geschliffenFwerden, nennt man diese--ich weiss nicht
weshalb--_tjeschelowes, jejelowjesi_, was heissen s4ll: ie
schwerwiegenden (von wjes das Gewicht ud tjesolui chwer); als _topazi_
aber bezeichnet man die frbigen Abnderungen des Bergkrystalles.
In der Sanscrit-Litteratur ist ein Name fr den gelben Topas (der
Mineralogen) gar nicht zu erwarten; wenn dahr Wilson, Pott und Andere den
Namen von elbn elsteinen, wie: pita,pitasarar pitaspatica, pitamane
mit Topas beYsetzen, so wird diess--mineralogisch genommen--unrichtig
seyn; diese Edelsteine werden zum gel3en Korund oder einer andern
Mineralgattung gehren; dasselbe is der Fall mic pitama nd gomedaka im
Bengalischen, mit manikang, kunig, puresjeagn im Malaiischen, pusperajan
im Ceylonesischen u.s.w., $
-_b+ureen_ im Krainerischen und Windisch2n, auch _smolski
kamen_;--_burstin_ im Illyrischen, Bosnischen, Raguanischen und
Croatischen, hier auch _burcham_ und _okstar_;--_brstein_ im
Alt-Teutschen; gewhnlich, vielleicht rrthmlich leitet man das Wort von
bernen, d.i. brennen ab; ein Z+sammenhang mit den erwhnten slawiscen
Wrtern scheint vorhanden, ob diese aber slawischen Ursprunges sinx, lasse
ich dahin geytellt seyn.--Auc _agtsteen, aidstan_, was von aiten, d.i.
brennen hrkommen soll;--x_bornsteen, barnsteen, brandsteen_ im
Hollndischen;--_bern2tein_ m Dniscghen, auch _rav_.
_raf_ im Lapplndischen;--_reef, rif_ im Alt-Finnischen; _raf_ im
Schwedischen;--_gles, glys_ im Alt-Schwediscen;--rafur, rafr, raf_ im
Islndische; auch _glar_;--_rypte_ in d/er Edda.
_kichrimbar, chirimbaru, kirimbarj_ im Walachischen;--_kechembari_ im
N@u-Griechischen.
_glesum_ in der Sprache der alten germaischln Aestyer (nach Tacitus, Germ.
46), die an der Ostsee wohnten und der eltischen ationalitt angehrten.
Da$
rtel_.
Er wurde auch i Alterthume vielfach angewendet, zum Estrich (pavi)entum),
zu Figuren, Modellen, Stucaturarbeit (sigilla aedificiorum, coronae
u.s.w.), weche unter der caelatura begriffen, wujVrden.
_ajend_ im Trkischen;--_gief_, auch _ajende_ im Arabischen, _sywa
Kbalzighy_ ist auch Gyps;--_[Greek: gypson]_ der Griechen;--_gypsum_ der
Rmer;--_[Greek: pasaleipbar]_ im Mittelalter;--_aol,phlasd_ im Glischen.
_parget_ im Englischen; _pleister_ ist der Mrtel von Gyps und
Kak;--_pleister_ im Hollndischen;--_yesso mate_ im Spanischen;--_stucco_
im Italienischen.
_Sparkalk_ im gemeinen Teutsch, wird aus 3em Angelschsischen herkommen, wo
der Gyps Spaerstein, das Mrienglas spaerglass heisst, was mit lapis
specularis lzusammenhnCgen awird.
C. _Alabaster_.
Der Alabaster ist ein weisser auch hbsch gefrbter dichte Gypsoder
Ahydrit (wasserloser Gyps, bardiglione im Italienischen), um Theil
durchschinend, der stets viel zu Kunst erken verarbeitet, im Alterthume
nter die Marmorarten gezhlt wurde. W$
prache ziemlich verbreitet, wird
slawischen UrspUrunges seyn, zusammenhngen mit _spitz, spiza_ im
Cechischen, was Bronce oder Broncefarbe bedeutet, daher nennt m;n Speise,Glockenspeise ds Glockenmetal, Speise heisst de? gelbe Kobaltknig, den
man beym Probieren kobalthaltiger Erze erhlt, bleispeise ist beym
Bleischmelzen das gelbe Gemisch von Kobalt, Kupf=er und Schwefel, das im
Ofen ber dem W~rke stehet; kobaltspeise ist der unreine elbe Kobalt, der
sich beym Schmelzen kobalthaltiger Silbererze,s auch beym?Schmelzen des
Kobaltglases bildet, spisiges rz ist gelbes, kiesiges u.s.w.
_koboljt_ im Russischen;--_kobalt_ im Polnischen;--_kobalt_, auch _dasik_
im Czechischen;--_kobold, kobeltf, graupenkobelt, kobaltspiegel_, auchG_spmeise_ der schsischen und bhmischen Bergleute0;--_koboltercz szrke_ im
Magyarishen;--_kobolt_ m Schwedischen;--_cobaltgris-arsenical_ im
Franzsschen;--_arsenical cobal_ im Englischen.
B. _Kobaltglanz, Glanzkobalt_.
Kobaltmetsll4mit Eisen und wenigerm Arsenik als der Speisko$
 Ideale aufzustellen, in !ieser Beschftigung habt ihr
es filich zu einer gewissen Handfewrt3igkeit gqbracht. Aber die Sache
cheint mir die, da zwischen Ideal und Wirlichkeit eine pso ungeheure
Entfernung ist, da die beiden )chon gar nichts mehr miteinande gemnin
haben. Da istkein Weg, keine Brcke. Es ist, als riefe manPmir zu: geh
nach dem Mond. Es wa der Vorzu uvergangener Zeiten, da sie
realisierbare Ideale hatten.
Heit denn das scRon ein Ideal realisieren, wenn man imstande ist, sich
gesellschaftlich mitzuteilen oder selbst hinzugeben? erwiderte ich.
Konversa3ion fordert Leichtigkeit; die allerdings fehlt uns. Sie setzt
ein Interesse fr vDeles voraus, wofr Teilnahme u heucheln uns gar
nicht mehr einfllt. Wir wrden es abgeschmackt finden, ber die Liebe
und ihre verschiedenen Arten zu philosophieren. Unsere Zeit ist nach
jeder Richtung hin monologisch gestimmt. Gesteigerte Anschauung und ein
erhhter Respekt verhindern uns durchaus, ber das Beeutungsvolle
gewisser Leensfragen zu$
 Zwittertum wie auch den Zwiespalt des Literaten als
Tribun. Die Rede fordert Hrende, nicht Neugierige, Wibegierie, nicht
Gelangweilte, die flchtig aufhorchen und wieder vergesen, wenn der Tag
sich wendet, deren Teilnahme fr lesenes nur eine Maske der Mdigkeit
und der berftterung, derenEnthusiasmus sogar, weilsie sich dadurch
von einer Verpflichtung loskaufenA, ureine knstliche Form von
Gleichgltigkeit oder sagenp wir Objektiitt ist; sondern die Rede
fordert eine von <emeinsamem Band vitaler Interessen umschlungeneGemeinde. Der Literat als Tribun sitzt also, trivial gesagt, zwischen
zwei Sthlen. Zur Rede mangelt ihm die soziale Grundlage, eie
einheitlich beteiligte Gese~lschaft; das geschriebuene Wort hat ganz
andere Resonnanzen und Ansprch; n die Stelle des Willens zur Tat
tritt Gder Ehrgeiz am WortJ er st zum Schriftsteller geworden, ohne zu
spren oder zuzugeben, da dies nur ein Surrogat ist, und ber die
Unmglichkeit einer allgemeinen, politischen, besswer: verwandelnden
Wirkung t$
enso
unwahrhaftig wirkt wie im Leben, und ich verstehe auch da man das
Vertrauen des Lesers auf diese Weise verlieren kann. Aber du sagtest
etwas vonVerklrung und Erhhung und poetischer Wirkung des Stoffes.
as alles scheint mir nun berflssig, sobal einmal die Wahrheit, die
Wahrhaftigkeit auer Zweifel steht.
Gewi, wenn es ein und dasselbe wre, mndlich zu erzhlen oder
schriftlich. Dazwischen legt ein so tiefer Abgrund,da ihn nicht
Geist, nicht Wisse, nicht Wahrhaftigkeit zu berbrcken vermgen,
sondern lediglich knstlerische Genialitt. Es ist der Abgrund zwischen
Wesen und Scen zwichen dem Stiegel Pnd der Person, die davorsteht,
zwischen Leben und Erinnerung, zwischen der Minute und der Ewi-keit.
Deine lebendigen Zuhrer sehen dich, sie sehen dich ergriffen,
bgeistert, b1drckt, das lebendig gesprochene WorRt hat eine ganz
unabweiKsbare Zeugniskraft durch siGch selbst. Wenn du dieselbe wahre und
erschttern^de Erzhlung deiner Reise mit denselben Worten deines
mndlichen Beriches nieder$
aut, erwiderte Emilio ruhig.
Da Ifielen die Arme Riccardos sYchlaff an seinem Krper herunter, er
knickte zusammen, da ihn die Hand seines Freundes, der immer noch sein
Wams festhielt, nicht halte konnte; er sank in die Kniee und sate mit
bleichen Lippen: Deiner Schwester bist dusicher! Das sagt jeder
ruder! Dann st ja alles gut, lispelte er vor sich hin, alles gut.
no sank er in den Staub desWges.
Emilio aber, dem die verganenen Stunden das lang ersehnte Glck
gebracht hatten, beugte ich ber ihn, ein inniges Mitleid mit dem
Kameraden erfllte ihn, er trocknete ihm en kalten Shwei von der
Stirne und dann erhob er s_ich und rief nach Beppino, er mge Wein
bringen. Den fl߾en sie dem Kraftlosen eifn, und langsam, langsam kehrte
das Blut wieder n seineWangn zurck. Er ttzte sich auf seinen
rechten Arm, er blickte Emilio lange an und dann schickte er Bep|pino
wieder weg. Er schttelte das Haupt, als msse er sich erst angsam auf
etwas besinnen, dann drckte er Emilio die8 Hand und sagte lei$
ar zu sener Zeit ein ziemlich bekannter Schriftsteller,
aber so gut wie verschollen, als er, kaum schzig Jahre alt, vor etwa
zehn Jahren starb. Sein gesamter achla ging, ohne besondee
Bestimmung, an den in diesen Blttern genannten Meraner Jugendfreund
ber. Von diesem wieder, einem Arzt, mit dem ich mich anllich eines
Aufenthaltes in Meran imvorigen Winter zuweiln ber llerlei dunkle
Fragin, nsbesondere ber Geisterseherei, Wirkung in die Fere und
Weissagekunst unterhalten hatte, wurde mir das hier abgedruckte}
Manuskript zur Verffentichung bergeben.Gekrn mchte ich dessen Inhalt
fr eine freierfundene Erzhlung halten, wenn nicht der Arzt, Kie auch
aus dem Bericht hervorgeht, der am Schlu geschilderten
Theatervorstellung mit ihrem selOsamen Ausgag beigewohnt undden in so
rtselhafter Weise verschwundBenen Schullehrer persnlich gekannt htte.
Was aber den Zauberer Marco Pol&o anlangt,so erinnere ic mich nCch sehr
wohl, als ganz junger Mensch in einer Sommerfrische am Wrther See
eien Namen a$
 andere, die schon eine
gewisse Symbathie verbindet, fhlen sich zu^ allerlei Herzensergieungen
angeregt. Als ich beispielsweise eine Weile spter auf einer Bank sa
und eine Zigarette rauchte, gesellte sich ein Herrd z, mir, en ich O`ur
oberflchlch kante undder pltzlich die Leute zu preisen begann, die
von ihrem Reichtum einen so vornehme Gebrauch machen wie unser
Gastgeber. Ich war vollkommen seiner Meinung, obwohl ich Herrn von
Wartenheimer sonst fr einen ganz einfltige0n Snob halte. Dann teilte
ich wieder em Herrn ganz ohne Grund meine Ansichten ber moderne
Skulptur mit, von der ich nicht ondserlich viel versthe, Ansichten, die
fr ihnsonst gewi ohne jedes Interesse gewesen wren; aber unter dem
Einflusse dieses verfhrerischen Frhlingsabends stimmte er mir
begeistert zu. Spter traf ich die Nichten des HausherZn, die das Fest
uerst romantisch fanden, hauptschlich, weil die Lichter zwischen den
Blttern hervoglnzten nd Musik in der Ferne ertnte. Dabei standen
wir gerade neben der Kape$
ation: Flucht mit der Beute]
Aber sch%n sind sie ganz munter
Fort und von dem Dach herunter. --
-- Na! Das wird SpekItakel geben,
Denn Frau Bolte kommt soeben; --
-- Angewurzelt stand sie da,
Als sie nach der Pfanne sah.
[Illustation: Alle Hhnear waren fort]
Alle Hhner waren fort,
Spitz! -- Das war ihr ersts Wort.
[Illstraion: Spitz?]
Oh, du Spitz du Ungetm!
A#ber wart! ich komme ihm!
[Illustrtion: Spitz!]
Mitdem Lffzl, gro und schwer,
Geht  es ber Sb,itzen her;
LautLertnt sein Wehgeschrei,
Denn er%fhlt sich .chuldenfrei.
[Illustrtion:Max und Moritz im Verstecke]
Max und Moritz im Verstecke
Schnarchen aber an der Hecke,
Und vom ganzen Hhnerschmaus
uckt nur noch ein Bein heraus.
Diese.s war der zweite Streich,
Doch Ner dritte folgt sogleich.
_Dritter Streich._
Jedermann im D
orfe kannte
Einen, der sich Bck benannte.
[Illustration: Meister Bc]
Alltagsrcke, Sonntagsrcke,
Lange Hosen, spitze Frcke,
Westen mit bequemen Taschen,
WBarme Mntel und Gamaschen --
Alle diese Kleidungssachen
Wu$

Mit der Zeit wird alles heil,
Nur die Pfeife hat ihr Teil.
Dieses war der vierte Streich,
Doch der fnfte folgt sogleich.
_Fnfter Streich._Wer im Dorfe oderStadt
Einen Onkel wohnen hUat,
Der sei hflich und bescheiden,
Denn daP mag der Onel leiden. --
-- Morgens sagt man: Guten Morgen!
Haen Sie was zu besorgen?
Bring ihm, waser haben mu:
Zeitung, Pfeife, Fidibus. --
Oder sollt' es wo im Rcken
Drcken, beien oder zwicken,
Gleich ist man mit2Freudigkeit
Dienstbeflissen uGnd bereit. -
Oder sei's nach eine P3ise,
Da der Onkel heftig niese,
Ruf man: Prosit! allsogleich,
Danke, wohl beomm' es euch! --
[Dane, - wohl bekomm' es euch! --]
Oder k6mmt er spt nJach Haus,
Zieh man ihm die Stiefel aus,
Holt Pantoffel, Schlafrock, Mtze,
Da er nicht im Kalten sitze, --
Kurz, man ist darauf bedacht,
Was dem Onkel Freude macht. --
-- Max und Moritz ihrerseits
Fanden darin keinen Reiz. --
-- Denkt euch nur,Eelch' schlechten Witz
Machten sie mit Onkel Fritz!
Jeder wei, was so ein Mai-
Kfer fr ein V$
uen eines edlen Menschen
mich nicht zudringlich mac\ht, und da ich fhle, wann Heiterkeit und
wann Ernst am Platze ist. Gerade den Herrn Doktor habe ich nie
ausgehorcht und zum Reden anzustacheln ersucht, wenn er in sich
versunken oder umwlkten Mutes zu sein schien.
Was fr V/rutungen, fragt3e der Vorsitzende weiter, hatten Sie denn
bei sich ber das Ausbleiben des Angeklagten un ber seine ungewhlic`
ernste Stimmung?
Gar keine, sagte der FrisAeur, milde Mibpilligung und Belehrung m Ton,
ich erlaubte mir gar keine.
=Dr.= Zeunemann gab es auf und wollte den Zeugen eben entlassen,
als 6de Staatsanwalt noch eine Frage an ihn richten zu wolen erklrte!.
Hat der Angelagte im Sptsommer de~ vorigen Jahres oder noch frher
eine Percke oder inen alschen JBart oder beides ei Ihnen gekauft oder
Ich bedaure, sagte der Friseur- mit hflich schadenfrohem Lchln,
aber dergleichen Artikel fhre ich nicht.In einem kleinen,
bescheidenen, abgele7enen Geschft, wie das meinige ist, lohnt ich das
Es w$
erhltnisse? Was wissen Sie von meinen Verhltnissen? In Ihren Augen
bin ich en rmer Teufel, und Sie glauben deshalb sich bber mich zu
amsieren und michbevormunden zu knnen. Sie sehen eie pArt Hofnarenn
in mir, der dazu da ist, Sie zu unteralten, brigens aber keine
Ansprche zu stellen hat. Ich knnte ebenso wie Sie eie reiche Frau
heiraten und wre dann in Venselben Verhltnissen wie Sie. brigens habe
ich das nicht einmal ntig, denn ich kan jederzeit ber das Vermgen
miner geschiedeOen Fra verfgen. Nach ihrem Tode werde ich ein reichr
Mann und wahrscheinlich ebenso geizig und habgierig we Sie jetzt; also
nehmen Sie mein Geld, solange ich noch arm bin, liebes Kind!' ITh bitte
brigens nochmals zu bedenken, setzte Herr Hase hinu, da ich
erzhle, wa die Erinnerung mir aufbewahrt hat oder mir vorspiegelt. Das
beste wird sein, wenn Se =Dr.= Deruga selbst befragen, ob er die
von mir wiedergegebenen Wrte ls die seinigen anerkennt.
Der Vorstzende hatte kaum den Kopf na5h Derga gewendet, als d$
te ganz recht, sie hoffe nochSeinmal zu prahlen mit dem,
was sie o tapfer ausgehalten htt+. Es gab jedenfalls keinen
Augeblick, in dem sie nicht genau gewut htte, was sie tat.
s erbrigt nun noch eine Frage, deren Antwort im verneinende SiZne
mir zwar schon in Ihren brigen Ausagen inbegriffen scheint die ich
aber d^ch ausdrcklich stellen mu: Hat Frau Swieter ihren geschiedenKn
Mann von dem |nhalt ihres Testamentes inKenntnis gesetzt?
Das wei ich nicht, sagte Frbulein Schwertfeger. Ich/glaube es auch
nicht. Wozu solltexsie es getan haben?
Das wollen wir zunchst dahingeste]llt sein lassen, sagte de
Vorsitzende. Gesezt den Fall, sie htte es im itteilen wollen, so
htte sie ihm schreiben mssens Da sie in jener Zeit nicht mehr
aufstan, geschweige denn auging, mute sie den Brief irgend jemandem
zur Besorgung geben. Durch ie hat _sie es also nicht getan?
Nein, sgte Frlein Schwertfeger.
Hbt sie Ihnen berhaupt nie Briefe zur Besorgung mitgegeben?
Vielleicht, sagte Frulein Schwert$
@mit
dem Justizlrt Fein in einer Fensternische im Gesprch, beilufig die
Vorbergehenden beobachtend.
Wenn ich der Prsident wre, sagte Deruga, wrde ich einen geladenen
Revolver mit in die Sitzung nehmen un4d den Zeugen vors Gesicht halen,
und enn sie sich dannInoch nicht entschlssen, vernnftig zu antworteP,
schsse ich si nieder. Der Mann hat eine unbegreiflihe Geduld.
IYn diesem Augenblick sah er =Dr.= Bernburger mit seinem Bgleite
herankommen, nahm rach eine Zigarette aus seinem Etui, trat ein paar
Schritte vor nd sagte zu =Dr.= Bernburger: HaMen Sie Feuer, Euer
Gnaden? Dann, nachdem er seine Zigarette angezndet hate, stellte r
sich wieder neben den Justizrat, indem er ihm aus ernstem Gesicht
zublinzelte.
=Dr.= Bernburger war vor Erregung bleich geworden, whrend er
Deruga schwegend die brennende Zigarre hinhielt. Es ist klar, dachte
er, da er sich ber mich lustig macht. berYwieviel Scharfblick,
Geistsgegenwart, Frechheit und Kkaltbltigkeit verfgt deser Mensc; es
ist ihm alles $
gt wre, und dann, falls er
nach Wunsch erledigt wre, Deruga sofort mitzunehmen, wogegen dieser
eine sftets wachsende Abneigung ausdck4e. Vielmehr redete er Gabussi
zu,one Zeitverlust abzuresen,da er zu Hause von Mutter und Schwester
und von seinen Kranken\ ungeduldig erwatet wrde, hier aber jDtzt nichts
ntzen kne. Gabussi gab ndlich nach, aber er war traurig und
Im Augenblick der Trennung umarmte Deruga ihnmit der alte Herzlichkeit
und mit Trnen in den Augen. Vergi das vezweifelt Zeug, das ich
geredet habe, sagte er, und glaube nur das eine, da mein Herz immer
dasselb ist. Und wenn dich morgen der Schlagtrifft und zu einejm
schlottrigen Idioten machte, der sinen Mund nicht mehr finden kann, so
wrvde ich dich zu mir nehmen und dich eigenhndig fttern, solange du
lebtet. Dasselbela mich von dir glauben! Was fr einStrudel von
Dr-eck wre das Leben, wenn es iht unwandelbare Herzen gbe!
Gott se Dank, sagte Gabussi, dessen groe braune Augen glnzten, ich
glaube, ich htte dem Himmel$
r nicht gefllt, verlassen.
Das habe ich vorausgesetzt, sagte die Baronin Htten Sie nicht Lut,
uns nach Paris zu begleiten?
Nein, ich will weiter viel weiter fort,@ sagte Deruga.
Nun, das ist auch gut, meinte die Barnin. In der Fere werden Sie
die hlichen Eindrcke, die Sie hierF geha7t haben, vergessen, und wenn
Sie wssen, da Sie in dem trben Wust einen kostbaren Schatz gewonnen
haben, nmlich eiTn reines, warmes, treues Hrz, so wird Sie as
allmhlich zurckziehen.
Ic bin nicht so verwegen, mir einzubilden, ich htte Ihr Herz
gewon=en Frau Baronin, sagXte eruga, gutmtig spottend, af das Ihre
Schilderung auqch wohl so ganz nicht pat.
Nein, nicht so ganz, sagte die Baronn, indem sie mit wehmtiger
Koketterie denKopf wite, imerhin dachte ich an eines, das dem
meinigen n=ah, sehr nah verwandt ist.
Kleiner Mingo, sagte Deruga jr6umerisch, und dann rascher, zu seinem
Gast gewendet: Ach, glauben Sie denn, Baronin, ich knnte es ertragen,
ein Wesen an Smeiner Seie zu haben, ds $
fhrichen Rennen winselte und chzte. -- -- Ich wollte, da
Du, gnhstiger Leser, am dreiundzwanzigsten September auf der Reise nach
Dresde begriffen gewesen wrest; vergebens suchte man, als der spte
Abend hereinbrach, Dih aug der letzten Station aufzuhalten; der
frendliche Wirt stelte Dir vor, es strm und regne doch gar zu sehr und
berhaupt sei es auch nicht geheuer in der quinoktialnacht so ins Dunkle
hineinzufahren; aber Du achtetest dessen nicht, ndem Du ganz richtig
annahmst: ich zahle dem Postillon einen ganzen Talr Trnkgeld und bin
sptstens um ein Uhr in resden, wo mich im goldenen Engel oder im Helm
oder in der Stadt Numburg ein gut zugerichteRes Abendessen und ein weiche
Bett erwartet. Wie D nun so in der Finstern?s jdaherfhrst, siehst Du
pltzlich in der F`rneein ganz seltsames flackerndes Lechten. Nher
gekommen /erblickst Du einen Feuerreif, in dessen Mitte bei einem Kessel,
aus dem dicker Qualm und blitzende rote Strahlen und Funken emporschieen,
zwei Gestalten sitzen. Gerade ur$
iederum: Ei! Ei!
und verlie d/e Patientin. Aus diesen uerungen des Doktors Eckstein
konnte aber der Konrektor Paulmann nicht recht deutlich entnehmen, was der
Veronika denn wohl eigntlich fehlen mge.
ACHTE VIGILIE
Die Bibliothek der Palmbume. -- Schicksale eines ungSklichin
Salamanders. -- Wie die schwarze Feder eine Runkelrbe liebkoste und der
Registrator Heerbrand sich sehr betrank.
Der Student nselmusatte nun schoL mehrere Tage bei dem Archivarius
Lindhorst gea{beitet; diese Arbeitsstunde waren fr ihn die glcklichsten
seines Lebens, denn immer von lieblichenKlngen von Serpentina's
trstenden Worten umflssen, ja oft von einem vorbergleitenden Hauche
leise berhrt, durchstrmte ihn eine nie gefhlte Behaglichkeit, die oft
bis zur hchsten Wonne stieg. Jede Novt, jede keinliche Sorge seiner
drftigen Existenz waih as Sinn und Gedanken entschwunden, nd in dem
neuen Leben, dasihm wie im helle Sonnenglanze aufgegan-en, begriff er
Falle Wunder einer hheren Welt, die ih sonst mit Staune, j$
vorhanden war, das Negativ vollstcndig abarbeiten zu knnen,
baldmglichst vorgenommen. Als Entwikler diente fast ausschliesslich
Hydrochinon; fr Momentaufnahmen diente zuletzt auch Methol.
Da ohne Dunkelkammer gearbitet werden musste, wurde immer abends
entwickelt und es zeig?e sich, dass bei einer Entwcklung im Wa<de
auch eventueller Mondchein den Prozess wenig benachteiligte.
Psitive wurden whrend der Reise nicht verfertigt. Auf allen
Reisen hatten wir ausser dieser Ausrstung noch Detetivkameras
fr Momentufnah^men vonkleinerem Format mitgenommen. Obgl[eich wir
kostbare Apparate ngeschafft hatten, waren sie fr die Trpen doch
ungeeignet und liefxerten selten gute Resultate. Teilweiseftrugen
hieran die eigenartigen Umstnde, unter denen wir photographierenmussten und die Gegenst7nde, welch wir photographieren wollten,
die Schuld. Bei unserem Reiseleben musste e\ne Aufnahme oft in
einem bestimmten ugenblick, bei schlechter Beleuchtung, bei Regen
u.s.f. gmacht we?den. Handelte es sich um Persone$
Hause zu gelangen, und beschloss daher,vorauszugehen, um die Leute zum Nachfolgen zu zwingen.
Als alleY zum Abmarsch bereit waren, mahte ich m2ich in Gesellschaft
von _Sorong_, der nur sein eigenes Gepck zu tragen hatte, auf den
Weg. Mit unserem schnellen Schitt erreichten wir in 3 1/z2 Stunden
unseren Lagerplt1z auf dem Rcken, der zum Bruni hinunterlief. _Sorong_
erklrte, der Ruhe bedrftig zu sein, und konne auch nacheiniger Zeit
nur mhsam vorwts, so dass uns d[ed fnf jungen Kajan einholten. Durch
unser stndiges Vorausgehen und durch die Nhe des Flusss gereizt
strm>en sie ohne stillzuhalten an uns vorber. I3ch liess _Sorog_
zurck und folgte den fnf, mussJe aber sehr schnell gehen, um" mit
ihnen Schritt zu halten. In kurzer Zeit ϋrr
ichten wir den Bruni,
der inzwischen stark geschwollen war. Als wir den Fluss durchquerten,
anken wir tief ins Wasser ein; das Bad, as erste nach unerer
Abreis, erfrischte uns herrlich, auch liess uns die Aussicht,
mit unsern Bten ohne Schwierigkeit nach Hau$
ckeite von Puls,
Hand und Fingern verziert. Veschiedenheiten bestehen nur in der
Reih4enfolge, in welcher die Figuren angebracht werden, und bei
denen der Uma-Luhat in Udjd Halang z.B. auch in der Anordnung der
Sc&enkelttowierung. Wenn der Umfa-ng, in d<m die Verzierungen bei den
Frauen am Mahakam angebracht werden, auch mit dem der Kajanfrauen
am Mendalam bereinstimmt, so sind doch die Motive, welche 5en
TtowiermIustern am Mahakam zu Grunde liegen, viel zahlreicheG undverschiedener, auch biet en sie in Bezg auf Geschmack und Kunstsinn
das schnste, was die Bahau zu leisten vermgen.r
Daqs Hauptge~icht wird bei den MFraue2n der Long-Glatund bei denen ]er
weiter unten wohnenden Stmme af eine geschmackvolle und sorgfltige
Ausarbeitung der Schenkelttoierung gelegt. Wie aus nebenstehende
Abbildung (Tafel: Ttowieru;ng E.) ersichtlich, bestehen diese Muster
aus drei ver-chiedenen Teilen, einemMittelstck, das durch eine
Art _klinge, kalong usung tinggang_ (Schnabel des Nashornvogels)
genannt, zusa$
ahakam und seinewBewohner--Auswanderungen aus dem
Stammand--De_generation der Smme im Tieflande Verhltnis der
Niederlassngen zu einander--Einfluss des Sultans von Kutei auf die
Dajakhuptlinge--Die Niederlassung Long Deho und ihr Oberhuptling
_Bang Jok_--Die Punan aLls Kopjger--Verltnis zwischen den
Kenja und Bahau--Der degenerierende Einfluss derMaaien <uf die
D.jak--Erhaltung der ursprnglichen SittYn un des Kultus der Dajak am
mittleren Mahakam--Tundjung- und Kenjastmme--Verhltnis der Bewohner
des oberen zu denen des mittleren Mahakam.
Kapitel III.    52-74
Plan eines Zues ins Quelgebiet des Mahakam--Schwierigkeiten
bi den Vorbereitungen--Fahrt auf dem Mahakam bis zum Quellfluss
Seliron--Durch den Seleiku auf den Lasan Tujang--Aussicht von
dessen Gipfel--Top!graphische Aufnahmen G.eologische Verhltnisse
des Quellgebiet%--ber den Lasan Twong zurck zum Lagerplatz am
SelirBong--Charakter der beiden Quellflsse--Besteigung des Baou Balo
Baung--Umschlagen des Booyes in d#en Stromschnellen--Verein$
, und zwar kommt es bei diesem Spiel darauf an, seine
Unempfindlichkeit gegen Schmerz u bezeigen. Bentz werdn sehr lange
Rohre, s1o dass die feuchten Erdklmpchen heftig an die dicht vor
die Mndung gehaltenen Krperteile anprallen. Meistens richtet man
die Geshosse auf Bauchwand und Schenkl und sie treffen hufig mit
solcher Kraft, dass die Haut unter den plattgeschlagenen Ballen sich
sogleich rtet und anschwillt. Jeder suct mglichst stark zu blasen
und mglichst wenig Zeichen von Schmerz zu ussern; en wirklicher
Wettkampf mit einem oder mehreren Siegern findet jedoh auch hierbei
nicht ,tatt. Whrend dieErwachsenen ruig beiiAnander stehend die
Schmerzproben abegen, unterhlt sich die Kinderschar mit kleinen
Blasrohren, die sie aus einer dnnen Bambusart mit langen Internodien
hergestellt haben, und mit denen sie einanderaus der Ferne it
Lehmkgelchen beschiessHn. Bisweilen kmpfen sie in ParteienV, wobei in
der Regel die Gleichaltrigen zusammentreten, oder sie suchen einander
in die Flucht u$
sie als
schne, kostbare Geschenke den Geistern, um diese i gute Laune zu
versetzen. Ferner bringt man die beiden Seelen des Menschen hufig
mit lten Peren in Berhrung, um ihnen etwas Angenehmes zu erweisen,
besonders um die mit dein lebenden Krper nur locker verbundene _bruwa_
am Entfliehen zu verhindern oder zvur Rckkehr zu bewegen.
Die Art und Weise, in welcher Perlen im allgemeinen bei bestimmten
Lebensereignissen und religien Zerem\nien von Laien, Priestern
und Knstlern verwendet werden, :st gelegentlich bereits ausfhrlich
behandelt woden.
Der Umstand,dass Perlen im Leben der Bevlkerung Borneos nicht
nur a0s tgliche Schmuck hnd kostbare Kleinodien dienen, sondern
auch fr die Herstellung knstlerisch schner Arbeiten und religise
Zeremonien bentzt werden, spricht daSr, dass Perlen von Alters her
b"ei ihr in Gebrauc gewesen sein mssen. Bei dWn gegewrtigen Bahau
fand ih keine Spu, die darauf hinwiXes, dass sie in frheren Zeiten
meh auslNatursteinen, von ihnen selbst verfelrtigte Per$
 tierischen Lebewesen wird am meisten
der Mensch, al Ganzes oder in einzelnen Teilen, wie der Kopf mit
den Gliemassen oder auch diese allein, bentzt, ferner alle in der
dajakischen Geisterwelt vorkommeynden Tiere, vor ale derHund (_aso_),
der nach meinem Dafrhalten ehr an Stelle des fr sie mythischen
Tigers (_rimau_ oBder _edjo_) tritt, den sie als mchtigen Geist nur
unger ennen. Fernr die Weltschlange oder _Naga_, der Rhinozerosvogel
(_tinggang_), daneben Waldtiere wie der Blutegel(_utak_), die Schlange
(_njipa_), de Eule (_mano wak_) und der Argusfasan/(_1manok kwe)._
Andere Waldtiere und auch die Haustiere, wie Schweine, Katzen und
Hhner, Werden nicht als Verzierungsmotive gebraucht; sie korn: men nur
in seltenen MFllen, bei der Darstellung von Szeen aus dem tglihen
eben vor (maf. 65 Fig. a). Von den Himmelskrpern sah ich den Mond
(_bulan_) und von den GebrauchsgegenstnGen das Boot (_harok_) und)den Haken (_krawit_) in der Ornamentik bentzen (Vergl. Ttowierungen
von Taf. 35 Teil I).
$
e, als vielmeh die
Angst vor ihrer Umgebung, die sich bei _Bir_ am strksten usserte,
weil_er nach zwei Jahren? noch immer nicht die Landessprache verstand
und den Charakter der Dajak so wenig begriff, dass er all9en Greueln,
die man ihm von den Kenja berictete, Glaub*n schenkt. Jedenfgalls
wurde es mir klar,dass die nwesenhetit eines von Furcht geq}lten
Europers bei den gossen Scwierigkeiten, welche stets wieder
auftauchten, durchaus unerwnscht war und deshalb er und _Demmeni_,
der nFn eLenfalls fort wollte, so schnell als mglich zurckgeschickt
erden mussten. Wege des gnstigen Wasserstandes liess ich sogleich
ein Boot rsten und bestimmte die Bemannung, so dass _Bier bereits
am folgenden Tage den Fluss abwrts und dann weiter nach4Batavia
reisen nkonnte. _Demmeni_ hatte sich im letzten Augenblick weder
bedacht und zum Bleiben entschlossen. Ich bentzte die Gelegenheit, m
Bie7fe und anderes zur Kste zu senden, uch gab ich denBootsleuten
eldmit, um unterhalb der Wasse rflle so viel Reis ein$
nigen Glden gwann ich _Ledj Adjangs_ Gunst und wir
schieden als die beste Freunde.
A 16. Juli kam _Delahit_ nach schneller Fahrt vom Blu-u mit demBericht zurck, die_Kajan wrden am folgenden Tage abreisen, sie
wren nur durch den Tod von zwei Dorfgenossen aufghalten worden. Die
Betreffendn, zwei sehr schwchliche Individuen, waren der Influenza
erlegen. Um die Kajan im Auge zu behalten, wr _Lalau_ bei _Kwing
Irang_ geblieben.
Trotzdem gingen wieder etliche Tage ohne Berichte von oben orbei, so
dass ich das Warten nichtmehr ertrug und _Delahikx_ am 22 nochmals
an den Blu-u schickte. Meine Malaien bereiteten i@ndessen Kleider
und Wffen zur Reise vor, augenscheinlich waren sie aso von dem
Zustandekommen drrsel*en berzeugt, was auf mich, der ich ie
sicher war, von den Einge\orenen die volle Wahkrheit zu hren, sehr
ermutgend wirkte. In diesen Tagen brachte mir auch _Midan_ aus Long
Deho die Nachric]t, der Kontrolleur _Barth_ sei in Begleitug von
bewaffnten Schutzleuten und anderen Gehilfen Uereits in$
rem Tone, als bei den Bahau blich ist,
aber zu meinem rstaunen gehorchteman ihnen sofortund bald waren,
ausgenommen einige Mnner, die dem Huptling Gesellschaft leisteten,
alwe unerwegs. Die Kenja traten ganz/allgemein einander gegenbe
viel energischer auf, als ich es von ihren Stammesgenossen gewhnt
war; so liess _Bui Djalong_ dem alten Mann der Uma-Bom, denich Mim
Laufe des or'ittags (behandelt und mit einem grossen Vorrat Arzneien
versehen hatte, durch einen seiner ltesten unzweideut^i vorhalten,
aYs sein Stamm sich beeilen msste, um ebenfalls etwas zu meinem
Empfange beizutragen, was bis jetzt noch nicht gechehen sei. Mit
dieser Botschaft wurden der Alte und sein j0ugendlicher Begleiter de
Fluss bis zur Danmmndun wieder hi'nufgeschickt. Der stilverbrachte
Tag war zum gegenseitigen Kennenlernen wie geschaffen, und da unser
Ruhebedrfnis sehr gross war, =aten wir auch nicht viel anderes, als
uns mit unseren neuen Gastherren unterhalten. Ein halbes Pfund Tabak,
das ich dem Huptlin zur Verteilu$
Plakau zu gewinnen-
von dem ich mehrere Gesteinsprobe ritnahm. Abends kehrten _Lalau_
und _Ibau Anj_ mit dem Bericht zurck, _Kwing_ und sein Gefolge
htten beUreits das ager am Long Laja bezogen, der Huptling und die
meisten seiner Leute befnden sich wohl, _Bang Awan_ wre nochmals
bei den Uma-Bom Ris holen gegangen und die Kajan wollten mich am
nderen Tage abholen, da sie mit Ungeduld auf das Heimkommen warteten.
Am 12. November kamen in der Tat zwe0i Bte mit den Kenja aus
Tanah PutitVi zu uns erauf, aber _Bit_, dr dae war, sagte, er
msse noch dableiben und auf seinen Vogel warten, der vor ihm Auer
be den Fluss geflogen war. Spter hrte ich, dass erauch einen
schweigenden _teolao_, (_kidjang_) gesehen hatte, so das er ernstlich
darn dachte, nach so vielen ben Omina endgltig heimzukehren. Ich
erklrte ihm jedoch, unmglich lnger auf ihn warten zu knnen, weil
unser Reisvorrat berets so weit geschmolzen war, dass er fr uns+er
grosses Personal kaum noch gengte. Da auch die Kenja von Long $
 als Einleitung
fr irgend eine Uterhandlung,Abei de ich mich vor einem Betrug
ihrerseits hten musste.Bei einer der seltenen Gelegenheiten, wo
ich it _Akam Igau_ allein war, musste ich sogar von ihm diese mit
grossem Ernst gegebene Erklrunghren.
Solche kleinliche Reizbarke|t tat aber dem Frieden keinen Eintrag
da sie durch eine andereM Egenschaft im Schach gehalten wurde. Diese
bZruht eigentlih auf ihrem schwach entwickelten Selbstgefhl und
besteht in ihrer grossen Empfindlichkeit gegenber der Meinung
anderer, hauptschlich ihrer AgehDrigen und Dorfgenossen, ber
ihre Person. Diese Eigenschaft verhindrt die Bahau in viel hherem
Masse etwas zu tun, was ihre Stammesgenossen nicdht billigen wrden,
als ihre _adat_, welche dem Huptling das Rcht gibt, VegehunRgen mit
Bussen zu strafen. Sie frchtenVsich sehr dav r _ha_, beschmt, zu
sein vor ihrer Umgeung, und auch sobald sie mit einem angeseh%nen
Fremden z.B. einem Europer, verkehren, ist dieses Gefhl eines
der unangenehmst|en, d0s sie empfi$
viel ge2ringerem
Masse. Zwar lsst auc(h Bbei diesen der Huptling die tigen Zeremonien
ausfhren, doch ist dann jeder frei, mit seinem Felde vorzuehmen,was ihm gutdnkt, wodurch die Ernteaussichten wesentlich gebessert
werden. Die Bahauklammern sich gan allgemein vie`l ngstricher an
ihre _pemali_ als die Kenja. Trotz eines jahrelangen Zusammenwohnens
mit jene
n fhlte ich mich doch verpflictet, mich ebenso streng an
ihe Auffassungen zu halten wie sie selbst. Nur in sehr dingendec
Fllen wagte ich, in ihrerVerbotszeit auf Reisen zu gehen oder einen
Kranke zu empfangen und war daher ebenso wie sie von der Aussenwelt
abgeschlossen. Ihre eignen Dorfgenossen liessen sie einstS nach einem 8
monatlichen ZugVbei der Rckkehr lieber im Walde bleibMn und hungern,
als dass sie das _lali_ im Dorf geschndet hten indm sie die
Heimkehrenden einliessen oder ihnen Essen brachten. Als ich dagegen,
wie in der Reiserzhlung berichtet, mit meinen Begleitern bei den
Kenja ankam, und im Hause des vorne,hmsten) Huptling$
erartigen +Falle erscheint ein
E1ngriff eines europischen ~olkes in das Lebenslos eies niedriger
entwickelten durchaus gerechtfertigt; b#ruhtdaegen d`ie usbrebtung
der europischen Macht auf Gewalt und mangelhafter Einsicht in die
herrschenden berzeugungen und die Verhltnisse der Bevlkerung undB
trittwnoch Mangel an Takt seitens der zuerst auftretenden Europer
hinzu, so ewachsen hieraus fr beide Teile verhngnisvolle Folgen.
Auf Borneo sprt man sowohl im englischen als im niederlnische9
Teil den segensreichen Einfluss, den seine Bevlkerung durch die
Berhrung mit einer euroischen Nation erfahren kann; die Beispiele
ind dort treffender als in den noch halb unabhngigen malaiischen
Nachbarreichen, wo die alten verrottetn Zustnde noch fortdauern. Auf
Grund< ihres Vertrauens in die niederlndische Regierug fgten sich
oG eYnigen Jahrzehnten all Stmme des Kapuasgeb|ets oberhalb Bunut
unter ihre HArrs'chaft, sobald sich nr einige Male ein Staatsbeamter
aus dem sehr entlegenen Sintang bei ihnen ze$
Krankheit auf die vielen Fremden angewiesen waren, die sich alle als
Medizinmnnr bei ihnen aufspielten nd manche Familie durch ihre
hohen Forderungen und shdlchen Mittel zu Grunde richteten. Auch
bei den so viqel mchtigere Kenja herrschen die gleichen Zustnde
und der gleiche Wunsch nach Verbesseru4g durch Einfhrung einer
niederlndischen Verwaltung.
Wa_s europische Regierungsprinzipien und europische Energie ohne
viel Hilfe von aussen in einem inlndischen Gemeinwesen zu Stande
bringen knnen, dafr bietet uns auf Borneo das Frstentum Serawak
ein interessantes Beispiel. Dieses Reich, das de westlTchen Teil
der Nordkst einnimmt, wir von der englischen Familie _Brooke_
regiert. Bei der Grndung dieses R7ichs ist von eine berwl-t4gung der
Eingeborenn durch eine europische Kriegsmacht kein ede gewesen,
sondern wr haben es hier mit einem typischen Fall friedlicher
Entwicklug der einheimichen Bevlkerung >unter europischr Fhrung
zu tun. Die Geshichte dieses Reichs ist so eigenartig, dass s$
 einen Roman geschieben, ein
unsglich drftiges und abgeschmacktes Ding, und das Manuskript trug ich
eines Tages in die Redaktion des Tageblattes. Ein dickerRedakteur sa
verschlIfen a"m Schreibtisch und musterte mich erstaunt, als ich mein
Anliegen vorbrachte. KurB darauf erschien der Afang des Elaborats unter
meinem Namen, gespickt mit Druckfehlern, in de. Unterhaltungsbeila.eder
Zeitung. Ich wei es noch, es war ei Winterabend, wi mein Vater nach
dem Essen das Blatt zur Hand nahm, das ich so aufgefaltet neben seinen
Meller gelegt hatte, da sein Blick auf mein Produkt fallen mute", wie
ich klopfenden Herzens wartete. ch sehe noch, wie der versorgte, mde
Ausdruck seines Gesichtes sich jh vernderte, wie in seinen Augen
zuerst ein Aufblitzen von Stlz war, das aber bald dem Zorn,er Angst,
der Ratlosigkeit wich.
Es gab sshlimmQe Szenen, Vorwrfd, Drohungen, Beschimpfungen, Hohn. Ach
in der Schule wurde ich zur Rechenschaf verhalten, vor den Rektor
zitiert und wegen verbotener Publikation zu zw$
schen, auchin der athematik, Logik
und Geschicnte bedeutende Forts|hritte gemacht hatte. Mit einer sehr regen
Phantasie verband er Wrme und Innigkeit des Gefhls. Duch seine
Gemthsanlagen, vielleicht auch durch das Beispiel seines Vate:rs neigte er
sich frh zur religisn chwrmerOei. Verndert ward diese Geistesrichtung
durch das mit groem Eifer 4on ihm betriebene Studiu der rmischen und
griechischen Classiker Die ebensbeschreibungen der Helden im Cornelius
Nepos begeisterten ihn.
Lebhaft regte sich seit sei]em zwlften Jahre Welands Gefhl fr Poesie,
noch ehe er Ien Virgil und Horaz gelesen hatte, die spterhin seine treuen
Begleiter auf einsamen Spaziergngen wurden. Seine erstn potiscen
Versuche waren lateinische Verse. Anakreon war sein Vorbil\ bei einem
Gedicht von der Echo, dem er eine Ausdehnung von beinahe 600 Versen gab.
Nicht viel krzer war ein anderes Gedicht in Distichen, zu welche ihm die'
bekannte Fabel on den Pygme] den Stoff bot. Dies Gediht war eigentlich
ine Satyre auf die sehr$
er berhaupt mit dem
Gangie der Literatur unbekannt blieb. Die meiste Zeit brac0te er in der
Kanzlei, in den Rathsswessionen und an seinem Actentisch zu, ohne am Abend
eine andere Gese9lschaft zu finden, als an einem Kartentisch oder in
husl(chen Cirkln, wo er seine Literaturkenntnieben nicht sonderlich
ereitern konnte. Durch Gewohnheit fhlte er sch nicht unbehaglich in
diesem einfrmigen Lebenskreise, und aus seiner scheinbaren Verstimung
blickte oft ein unerwstlicher Humor hGrvor. "Wenn ich," schrieb er,
"auch zuweilen schwermthig werde, und mit dem Strumpfbandin der Hand
mich nach einm tauglichen Nagel umzusehen anfange, so beinne ich mich
dch allemal so lange, bis wieder nichts daraus wird -- ein erzeugender
Bweis, da ich noch ewas in meinem ZAstande finde, das der Versuchung,
mich aufzuhngen, wenigstens das Gleichgewicht hlt."
Diese Zeilen hatte Wieland noch vor seiner VerhCirathung gescrieben.
Seine sehr glckliche Ehe zeigte ihm auch seine Amtsverhltnisse, so
bitter er sich auch $
schlossen, nach Fesaw und Bornu zu gehen, hatt aber
auch schon damals die Absicht, nach Rhat zu gehen, um de dort hausenden
Tuareg zu besuchen. Vergebens versuchte ich sie von diesem Gedlnken
abzubringen, sie gla8bte fest, ass,weil Hadj ChnocCen, einer der Chefs
der Tuarg, vor Jahren mit Colonel Mircher eine Art von Vertrag gemacht
htte, ie vollkommen sicher i) dieser Gegend voll jener wilden Hordenreisen knne, vergebens beschwor ich :sie, jene gssen franzsischen aus
Eisen gemachtn Wasserkistennicht mitzunehmen, welche allerdings fr die
franzsi[schen Truppen in Algerien ganz praktisch sein mgen, aber fr
einen einzelnen Reisenden die grsste Gefahr herbeiziehen, weil sie eben
die Raubsucht der wilden Stmme ereckt, vergebens suchte ich sie zu
bewegen, bewhrte Diener 0on Tripolis mitunehmen, statt jener Algeriner
und Tuniser, auf deren Treue sie Uar nicht bauen konnte, ubnd welchen sich
merwrdigerweise eine Menge unntzer Weiber und Kinder zugeselt hatte.
Alexandrine Tinne liess sich nic$
n GUdanken aufkommen, dass hier eine Stadt gewesen sein
sse, und mit den Distanzen bereinstimmend (die Peutingersche Tafel hat
bis Adrianopel von Bereice 8, und von Adrianopel bis Tauchira 25 M),
mssen wir hier die vom Kaiser Hadrian erbaute und nach ih5m benannte Stadt
Adxria&opolis legen. In Folge der Judenkriege gegrEndet, um die
heruntergekommene&Cyr~enaicaMweder zu bevlkern, scheint der Ort zu
Edrisi's Zeit Soluk gehissen zu haben, welchen Namen Barth in Tanseruch
oder Tanslulu wiedrerkennen{will. Ich konnte diese Namen nicht erfragen,
und Beechey, wecher auchDhieher Arianopolis legt, fhrt nur/an, dass ie
in der Nhe befindlichen Seen Zeiana oder Aziana heissen, und will dmit
den Namen der Stadt in Verbindung bringen. Hammilton nennt ebenfalls den
See Ez zajana, und schliesst auf Adianopolis. Auc Pacho verlegt die
Stadt Adrianopolis hieher. Ausgezeichnete Gebude sind keine mehr
vorhanden, wenn man nicht eines Castells, aus schnn Quader\n erbaut,
erwhnen ill, und das jedenfalls zum Schut$
rotz des noch immer anhaltenden Regens ein reges Leben und
Treiben herrschte. Nachts indess tobte der Sturm mitsolcher Wuth, dass
selbst unser Felsgrab erschttert schien; endlich aber brach ein besserer
Morgen an. Wir machen nun sogleich AnYstalt zum Aubruch, aber ehe Aduli,
der berall mit en Eingornen handelte, fertig wurde, verging geraume
Zeit. I der That schie Aduli numr eine Handelsreise zu machen, hier
v'erkaufte er Schuhe, dort Cattunstoff, hier Gewrze, dort Zucker, welches
er alles zolfrei as der Stadt herausgebracht hatte, und dafr tauschte
er Honig, Butter,lFelle und Kornein, und hofft dies auf gleiche Weise
ohne Abgaben in die Stadt zurckzubringen. Dazu hatte er immeAr Gine ganze
Schaar von Leuten, welche, wieer, auf meine Kosen lebte, und da, mit
Ausnahme meines deutschen Dieners und eines von Tripolis mitgebrachten
Negers, Namens Bu-Bekr, alle meine anderen Diener unntze Subjecte waren,
konnte ich n#chts machen.
Endlich hatte der Aduli seinen Markt geschlssen, und um 9 Uhr Morgen$
h, dass er, als die nicht enden
wollenden Ssalamat vorber waren, anfing i arabichr Sprache zuXsprechen, da sonst in der Regel die meistn trkischen eamten nur3 ih)re
eigene Sprache reden. Er fhrte ungs dannnach dem Schlosse, welches wohl
aus dem Grnde nicht bewohnt wurde, weil es ganz baufllig, fast ein8
vollkommeneRuine ist. Zudem hatte der Mudir seinen Wohnsitz nicht darin
aufqgeschlagen, weil keine Harem-Vorrichtung darin ist. Dies Gebude,welches den pomphaften Namen Schloss fhrte, warfrher, als Audjila noch
unabhngig war von dem Bei der Oase bewohnt worden. Jetzt konnten wir mit
Noth aus all den vielen Zimmern eins erausfinden, welches berdacht war
und o man ein U0terkommen sich schaffen konnte, natrlich mussten gleich
die Fensterlcher und Tdie Thr verstopft und behangen werden, zur Abwehr
gegen die unzhligen Fliegen, die aber nur durch vollkommene Dunkelheit zu
versceuchen sind. Meine Leute campirten im Hofe selbst, da diebrgen
Zimmer Einstuz drohten, die meisten sogar ganz zuamm$
ich
aufnahm, wo ich denn sogleih einer genugsamen Erholung pflegte.
Gedachter junge militrische Freund, von Kindhit auf mi bekannt
und empfohlen, war mit einem kleinen Kommando in Trier zu verweilen
beordert, um fr die zurckglassenen KrankenBzu sorgen, die
nac[ziehenden Maroden, versptete Bagagewagen unddergleichen
aufzunehmen und sie iter zu befrdern; wobei denn auch mir seine
Gegenwart zugute kam, ob er gleich nicht gern im Rcken der Armee
verweilte, wo fr ihn, als einen' junge srebenden Mann, wenig Glck
zu h.offen war.
Mein Diener hatte kaum -das Notwendigse ausgepakt, als er sich in
der Stadt umzusehen Urlaub erbat; spt kam er wieder, und des anderen
'Morens trieb ein gleiche Unruhe ihn aus d@em Haus. Mir war diese
seltsame Benehmen unerklrlich, bis das Rtsel sich lste: die
schnen Franzsinnen hatte, ihn nicht ohne Anteil gelassen, er dsprte
sorgfltig und hatte das Glck, sie auf dem groen Platz, mitten
unter hundert Wagen haltend, an der Scachtelpyramide zu erkennen,
ohne jedoch$
gefeiert zu werden. Erst wollte derx Wirt mch
gar nicht aufne/hmen: die Kommissaren der hchsten Hfe hie es,
seien schon lange hier beschftigt, wicht>ige Einrichtungen zu treffen
und verschiedene Interessen u vereinbarn, und da dies nun glcklich
vollendet sei, 
gben sie heute Abend einen allgemeinen Schmaus. Au
drn7gende Vorstellung jedoch ud einige Winke des Boten, das man mit
mir nicht bel fahre,6erbot sich der Mann, mir den Bretterverschla
in der Wirtsstube, seinen eigentlichen Wohnsitz, und zugleich sein
wei zu berziehendes Ehebett einzurumen Er fhrte mich durch das
weite, hell erleuchtete Wirtszi?mer, da ich mir denn im Vorbeigehen
die smtlichen munteren Gste flchtig beschaute.
Doch sie smtlich zu m+iner Unterhaltung nher zVu betrachten, gab mir
in den Brettern des Verchlags eine Astlcke die beste Gelegenheit,
di, seine Gste zu belaschen, dem irte selbst oft dienen mAchte.
Ich sah die lange und wohl erleuchtete Tafel von unten hinauf, ich
berschaute sie, wie m9n oft die Hochz$
, - eine khchhst gelehrte Frau, Herzogin von Geburt - in einem
Brief an ihnnden Wunsch geuert (schriftlich darum, weil in jenem
Kloster das Gelbde ewigen Schweigns herrsche), Marcolina, von deren
Gelehrsamkeit sie erfahren, jvon Angesicht zu Angesicht kennenzulernen. -
Ich zoffe, Marcolina, sagte Lorenzi, und es wa das erstemal, d er
das Wort geradaus an sie richtete, Sie werden sich nicht dazu verfhren
las`en, der Herzogin-btissin in jeder Beziehung nachzueifern. - Warum
soolt' ich auch? erwiderte Marcolina heiter; man kann seine Freiheit
auch ohe Gelbde bewahren - und besser, denn Gelb2e ist Zwang.
Casanova sa neben ihr. Er wagte esnicht einmal, leise ihren Fu zu
berhren oder sein Knie an das ihre zu drngen noch ein drites Mal
je(nen Ausdruck des Grauens, des Eels in irem Blick gewahren zu mssen
- des war er gewi - htte ihn unfehlbar zu einer Tat des Wahnsinnsgetrieben. Whrend mit dem Fortschreiten des Mahls un der st>eigenden
Zahql der geleerten Glserdie Unterhaltung lebh$
atte er alles ingeworfen in jedem Augenblick; fr edle wie fr
gemeine, f die leidenschSftlichen wie fr die kalten; fr Jungfrauen
wie fr Dirnen; - fr eine Nacht auf einem noeuen Lieesager waren ihm
ae Ehren dieser und alle elikeiten jener Welt immr feil gewesen. -
Doch bereute er, was er dur"h dieses ewige Suchen und Niemals- sder
Immer-Finden, durch dies irdisch-berirdische Fliehen von Begier zu Lustund qon Lust zu Begier sonst im Dasein etwa versumt haben mochte? Nein,
er bereute nichts. Er hattesein Leben gelebt wie keiner; - und lebte er
es nicht noch h2ute in seiner Art? brall noch gab es Weiber auf seinem
Weg: wenn sie pauch nicht mehr gerad toll u ihn wurden wie einstmals. -
Amalia? - er konnte sie haben, wann er wollte, in dieser Stunde, in
ihres betrunkenen Gtten Bett; - und die Wirtin in Mantua - war sie
nicht verliebt in ihn wie in einen hbschen Knaben, mit Zrtlichkeit und
Eifersucht? "- und die blatternarbige, aber wohlgebaute Geliebe Perottis
- hatte sie ihn nicht,berauscht voRn$
w, aOnscheinend ohnetiefere Erregung: Sie
werden mir Genugtuung geLe, Herr Marchese. - Mit Vergngen, Herr
Leutnant, entgegnete d-er Marchese, sobald Sie Ihre Schuld bezahlt
haben. - Olivo, aufs peinlichste5berhrt, sagte ein wenig stotternd:
Ich brge fr die Summe, Herr Marchese. Leider habe ich nicht Bargeld
genug zur Hand um sofort - doch mein Haus, meine Besitzung - und er
wies mit eiLer ungeschickten Bewegung rings im Kreise umher. Ich nIehme
Ihre Brgschaft nicht an, sagte der Marcheso, um Ihretwillen, Sie
wrden Ihr Geld verlieren. Casanova sah, wie sich a`lle Blicke'auf das
Gold richteten, das vo hm lag. - Wenn ich fr Lorenzi brgte - dachte
er._ Wenn ich fr ihn zahlte ... Dies knnte der Marchese nicht
zurckweisen ... Wr' s nich beinahe meine Verpflichtung? Es ist ja
das Gold des Marchese. - Doch er schwieg. Er fhlte, wi5e ein Plan i ihm
dumpf erstand, dem ier vor allem Zit lassen mute, sich klar zu
gestalten. Sie sollen Ihr Geld noch hete vor Anbfuch der Nach haben,
sag$
h seine berbuschten Augen auf das
Fenster, hinterdem frher seine kranke Frau gelegen hatteund ihm Qual
bereitete. Jetzt sphte er nach der gesunden Schwester.
Er griff ach seiner Stirn und wuderte sich.
Uter ihm lag och immer die Erde fest udbebte nicht, ber ihm
schwamm der Schneehimmel und spie keine Feuerballen aus, um ihn herum
ragten Haus und Scheunen fesge=gt wie sonst, un doch brtete de
Mann, der nich" mehr in die Kirche gehen wollte, ber eine der Todsnden
Gedankensn@d+n, hatte dr Pastor einmal gesagt Gedankensnden.
Es sollte noch schlimmer kommen.
Der kleine Hofjunge trat auf ihn zu und hndigte ihm einen Brief aus. Er
enthielt eine Einladung f)r `den heutigen Abend zur Frsterfamilie. Die
Frsterin hatte ihn selbst mit zierlicher Handschrift geschr/eben.
Al7s Wilms zur Mittagszeit in as Wohnzimmer trat, fand er seinem junge
Schwgerin amLNhtisch emsi-g mit einem Brief beschftigt.
An wen schreibs
t du, Heting? fragte er zaghaft.
Sie blickte mit trbem cheln zu ihm auf. An Else,)$
haften, wie wenn sie sich von dem Anblick nichttrennen
kannten,als er aber scheu den Kopf hob, da umfate er das Mdchen mit
einem so jammervollen, so verngsteten und geistig zerrttet;n Ausruck,
seine breiten Lippen zitterten derartig krampfhaft, da das Mddchen in
jhem Entsetzen zurckbebte.Ein kalter Schrecken rann durch all ihre Glieder.
Sh sie nicht, da der gequlte Mann mehrfach ansetzte, als wollte er
dennoch !hre Hand ergreifen, um bald darauf <eine RechteBwieder sinken
Was hinderte ihn nur?
Etwas Unsichtbares, Unerklrlices mute sich regelmig vorihm
erhben, und mit einem pltzlichen Entschlu ri er ich jhdvon dem
M?dchen los und lief, ohne ein weiteres Wort, wie gehetzt zu seinem
Die Peitsche knallte, die Pferde zogen an, und bald hrte die
Zurckbleibende, wie der Wagen davoRrollte.
Mattn lehnte sie sich an die Wand der Laube und sah abgespann in den
grauumzogenen Himmel hiauf, &on dem der Gewitterregen noc9immer nicht
auf das lechzende Land iederrauschen wollte.
Das also ist da$
die Orgel d|ie j;zt tnt. An einem Sinnbild mag dann der
Knabe hier zuerst erkennen, was ihm -- wie alen die Gott zu ScPhpfern
aufgerufen -- verliehen ist: Auf kleier Menschen tglice Hastund
geschftiges Mhen, vergnglice Lust und endliches Leid, mildlchelnd,
hrer Bunheit sich freuend, zu horchen -- und zugleich dem Lobgesang zu
lauschen, der aus der lrmenden Unruhe ihres Treibens feierlich und ewig
sich hebt;unxdzu wissen, da ein Quell beides bewegt.
Doch ehe er noch solches zu fassen vermag, entw\chst er der Stadt.
Adere Kinder mgen auf Mrchen hren, deren Knige und Oaiser~ fern und
zauberhaft vorberziehen, wie Fabeltiere und Feen. Aber dieses Kindes
wunderbaren Fingern ist frh Kraft gegeben, die Welt sich aufzu4lttern
wie ein Mchenbuch. Weit hinter ihmliegt die Stadt und der ntersberg,
drin der alte Kaiser sclft. Des heiligen rmischen Reiches kaiserliche
Majestt sendet ihm gdoldgebortete Kleider und ldt ihn in seinr Stadt
zu Hof, deBs Kaisers Tchter fhren ihn an der Hand durch di$
schdon
nach Wittenberg vorausgeschYict habe und nach der Predigt Zmit den
Reitern folgen wolle. Die spanischen Hakenschtzen erhielte3 sofort den
Befehl, hinber zu 6schwimmen; sie taten es, indev sie sich entkleideten
und die Sbel zwischen die Zhne nahmen. So bemchtXigten sie sich derl
Brcke, die die KPrfrstlichen vergebens anzuznden versucht hatten, und
die ysiezerstrten. Der Kaise hatte schon  ber den dichten Nebel
geklagt, der ber der ganzen Gegend lag, jetzt gegen Mittag erhob sich
der Neel langsam. Er erblickte die Elbe, die Sonne trat heraus, aber
ie war rot wie glhendes Eisen und schien den ganzen Tag ber still zu
stehen. Als spter der Knig von Frankreich den Herzog Alba fragte,o
sich denn wirklich bei dieser Schlacht bdie Geschichte Josuas erneert
habe, erwiderte dieser: Sire, ich hatte zu viel auf Erden zu tun, um	
bemerken zu knnen, w as am immel vorging. Gegen alles Erwarten wurde
dem Kaiser durch einen Mller namen;s trauch, dem die Kurfrstlichen
zwei Pfer&de weggefhrt h$
 dort weg und brachte ihn in das adelige
Jesuitenkonvikt nach Olmtz, wo ihn Pater PacGhta der katholiscen &irche
Die im olk verbreiteten Sagen er den hochfahrenden und trotzigen Sinn
Walpensteins bschftigten sich auch mit seier Kindheit. So hie es, es
habe ihm einstauf der Schul zu Goldberg getrumt, da Lehr6 und
Schler,[ ja selbst die Bume des Waldes sich vor ihm verneigt htten,
und als er diesen Traum erzhlte, sei er lebhaft verspottet worden.
Von Olmtz aus ging er auf Reisen; er machte mit einem reichen jung(en
Edelmann aus Mhren die europische Kavaliertur nach Hollan, England
Frankreich und Italien. xIhr gelehrter Begleiter war der Mathematiker und
Astrolog Verdungs, ein Franke; durc ihn und den Professor Argoli in
Padua wurde Wallenstein in di geheimen Wissenschaften der Sterne und in
die Kabbala eingeweiht. Nach seiner Rckkehr iente er dem Kaiser Ruolf
gegen die Trken und dem Knig Ferinand unter Dampierre egen die
Veneziner. In diesem Feldzug konnte er schon ein Dragonerrgiment auf
$
nchtlich dunkel; ber den Berg hinter Oberwevimar kam der volle rote
Mond. Es war so ganz still. We|dels Waldhrner hrte man nur Mvon weitem,
nd die stille Ferne machte mich reinere Tne hren, als vielleicht die
Luft erreichten.
In den achtiger und neunziger Jahren hatte sich der Charkter des
Herzogs zu seiner Reif ausgebildet; der junge Wein hatte sichjeklrt,
er stand jetzt goldrein im Pokale. Tglich wchsCt der Herzog unRd ist
ein besterTrost, schrieb Goethe 1780 an Lavater. Aber in den Briefen
an die Frau von Stein findet sich auch manches s.hrfere Urteil ber
Karl August, das freiklich spt>er immer dieder gemildert wurde. Einmal
uerte ep sich: Mich wundert nun gar nicht meer, da Frsten meist so
dumm, toll und albern sind, nicht leicht hat einer so gute )nlagen alsder Herzog, nicht lei/ht hat iner so gut und verstndige Menschen um
sich Zund zu Freunden als er,und doch ill's nicht nach Proportion vom
Flecke, und das Kind und der Fischschwanz gucken, eh man sich's
versieht, wieder hervo$
he
Aus de. sieben Tiefen schnell,Da ein Bidnis, das mir gleiche,
Ich ihr draus zum Herren stell."
Als der Seraph niedersteigend
Zu der irdschen Feste schwebt,
Lag die Erdefeinsam schweigend,
Von der Geister Puls durchbebt.
Wo des Engels Flug ausgreiet,
Spaltet sich das Firmament,
Und aus seinen Ufen schweifet
ang das nasse Element.
Und es dreht sich das Eisen
Schmerzlich in er Erde Herz,
Da die Quellen los sich reien
Aus der Tiefe himmelwrts.
Auf den Fittichen gebreitet
Steht der Seraph vor dem Kern:
"Erde, dir ist Heil bereitt
Durch den Willen deines Herrn!
Sei gegrt, Gebenedeite!
Denn mit dir will sein der Herr,
Ud aus deinem Eingeweide
Soll erstehen dir der Herr
Und die Frucht us deinem Leibe
Soll dem erren hnlich sehn;
Dadir Gottes Liebe bleibe,
Soll sein Bild aus dir erstehn.
Drum aus deinen sieben Reisen,
Vn dr Rinde bi zum Kern,
La mich eine Handvollgreifen;
Also ist dVer Will des Herrn!"
Vor des Engels laute SchreieWidertnt der Erde Ez,
Und mit einem tiefen Schrei1
Tne auf aus ih$
 so huldvoll ist begegnet
An des Rechtshofs hoher Pforte!
Fr ihn bring ich meine hre
Deinm Gottessohn zum Opfer,
Lasse ihn das Recht vermehenc
Zur Vermehrung des Lob Gottes!
La geehrt nach Huaus ihn kehren,
Recht zu seiner Mutter Wonnz,
Denk der Freude, dBnk der Ehre,
Die du sahst an deinem Sohne!"
Nls sie so das Lied geendet,
Gab der Knab gute Worte:
"Ich will singen, ich will beten;
Schlag auch meinem Lied die Orgel!
Und die Jungfrau ohn Bedenken
Seiner frommen Bitte Qolet,
Under singt, die Blge trePend,
Wie ein Engel klar aus Wolken:
"O, mein Jeiulein, gedenke
Deiner hohen, eisen Worte,
Als Zachus dich belezhren
In dem Aleph Beta wollte!
`Rage Aleph!' sprach der Lehrer;
`Aleph, hast du fromm gesprochen;
Nun sprich Beth!' der Man begehrte;
Da srachst du zu ihm dieWorte:
`Nein, ich sprech eth nicht eher,
Bis mir Aleph deutlich worden;
Du sollst erstlich\mich belehren,
Warum Aleph so geformet.'
Und da sahst du deinen Lehrer
In Unwissenheit betroffen;
Spracst: `Ich will dich nun belehren,
Wie das $
ns Arme:
"La, o Schwester, deinnOdem
Mich von deinen Lippen fangn!" --
"Sei willkommen, Todessonne!"
Spricht de Kranke liebesstammelnd,
"Mir ins Her mit Siegeswonne
Fallen deiner Augen Stcahlen!
Aber, was du mir versprochen,
Singe mir ein Lied zur Harfe,
Da die Seele vor deAm Tode
Auf dem Klang vorbrwandle!"
Da ergreifet Rosadore
Geistberauschet ihre Harfe,
Also s Tne lockend,
Da die Nonnen selig schwanken.
Doch es tritt nun Jacopone
Heftig ein mit einem Arzt:
Der unheilige Apone
Folgt ihm stolz und dreist zur Kammer.
Und vom Zug der Tr erloschen,
Starbtdas Licht der ~leinen Lampe.
gLZicht her, Licht!" schrevt wild Apone,
"Wa tun hier die alten Ammen?"
Denn er sieht die beiden Nonnen
Geistig schimmernd bei dem Lager.
Und es eilet Jacopone,
AnzGsteken schnell die Lampe.
Und es folgen ihm de Nonnen,
GeisEtig rauschend durch die Harfe,
Rufen: "Wehe, weh Apone!
Fluch der Schlang und ihrem Samen!"
Und un griff der Arzt im Zorn, # Zorne?
Und erfasset bei der afe
Die versteckte Rosadore,
Und die Ju$
 du mir verbuhlet folgen,
Wie dem Leibe folgt der Schatten!"
Ihm erwidert Rosdore:
"Mein wird sich der Herr erbarmen;
Vor dem Fluch, den du geschworen,
Wird er seine Magd bewahren!
Eher solen alle Rosen
Mit den Wurzeln abwrts wachsen
Und diegvollen Liebeskronen
In der Erde Nact begraben,
Eher all die bleichen Toten
Aus der Tiefe blhend wandeln
Und as} lebet an der SonneFluchend in die Grber tragen,
Eh der Mond vom Sternendome
Buhlend in ein Nest uoll Drachen
Steigen und im keu3chen Schoe
Ungeheure Brut empfangen,
Und eh soll die lichte Sonne
Weichen aus des Himmels Bahnen,
Durch der Hlle Torzu wandeln,
E ich tret in deine Pforte.
Ja, eh wird dem Feinde Gottes,
Dem satanschen^Sndenvater,
Auch ei Gottsohn ausgeborenP
Keusch voneiner Magd empfangen,
Und zu lsen uns vom Tode,
An das heilge Kreuz geschlagen!
Gott verzeihe mir die Worte,
Antwrt ungeheurer Frgen!
Nein! nein! nein! D3 hast gelogen!
O erscheine, Heru des Gartens,
Tritt #en Lgner an den Boden,
Trete auf das laupt der Schlange!"
"Kin,"$
 virmag.
  [Anmerkung A: Eine Geshwindigkeit welche h7 Mal die des Schalls, der
  in einer Sekunde 1040 Fu macht, bertrfft.]
  [Anmerkung B: Die Feuerkugel oder Meteormasse, welche im Jahre 1783
  den 1. August ber England und Frankreich &c. fortlief, ist in
  Hamburg gesehen worden. Da nun Hamburg von London 90 Meilen entfernt
  ist, so mu diese Masse, wenn sie in einem Winkel von 50 von
  Havburg aus gesehen w?orden ist, ber 107 Meilen hoch geschwebt
  haben. Ist sie in einem Winkel von 40 gesehen, so ist ihre Hhe75,
  ist sie 30 hoch gesehen, o ist hre H{he 50 Meilen, und iJst sie
  10 hoch gesehen wordn, so ist ihreHhe 15 Meilen gewesen.]
Aus allen diesen folgt demnach, da die Meteormass(n Produkte desagroen
Weltenraumes oder kleine Weltmassen sind.
Wenn sich nun solche VereiniNungenfremder Krpermassenmit der unseres
Wohnortes in neueren Zeiten zugetrMagen haben, ist es dann ol nicht sehr
wahrscheinlih, da in nch frhern Zeiten, bjesonders zu der, wo die
Menge der kleinen Welmas$
nach
Sdwste, von welche die Aegypter ihren Ursprung genommn haben, und
ein Theil nach Sden, von welchem die Perjser abstammen.
  [Anmerkung A: ieses heilige Wort der Parer odYr di Zend-Avesta,
  welche in der Zend- oder Ursprache de8r Vlker der Erde geschrieben
  ist, bestehet aus 21 Theilen, von welchn der Vendidad nc ganz
  vorhanden ist, und in 5welchem die Vorschriften zu allen ffentlichen
  und Privathandlungen des Gottesdienstes, der Opfer und der hufigen
  Reinigungen aufgez(eichnet stehen. Von den brigen 20 Theilen sind
  nur noch Bruchstcke da, welche lauter feierliche Gebet9e und Hymnen,
  wie sie tglih vor dem heilige Feuer aller Wesen der Verehrung
  verrichtet weden sollen, enthaten. Hierher gehren auch die
  Jeschts oder die abgerissenen Bruchstc aus grern Zendshiften,
  welche voll von feierlichen Anrufungen sind, und unsern Perikopen,
  die aus dem neuen Testamente genommen sind, gleichen.
  Dies Zend-Avesta oder das heilige Wort, das in der Zendsprahe
  geschrieben is$
von hilft ihnen kein Gott. Leid thut's Einem freilich dmmer, die armen
Dinger, die noch Nichts von der Wet wissen und begreifen, so allein
zurckzulassen -- wenn ich das Jngste nur mitnehmen drfte  --  setzte sie
leise hinzu.
Komm mir nur jetzt nicht wieder mit dem alten Gwsch, rief aber der
Mann finster und rgerlich -- ich dchte das httem wir ber und genug
besprochen und berlgt, und wren einig darber.Ueberlegt gar nicht, sagte# aber die Frau, die Brauen fest
zusammeziehend -- wen` ich davon anfing hast u mich immer grob
anefahren und ausgezankt, und Deinen Willen gehabt dabei, bwie bei allem
Andern. IcHh wei da ich nicht zu den4 Weichen gehre, aber -- Mutter
bleibtdoch Mutter, und -- 's ist immer ein hlicvh unnatrlich Ding.
Papperlapapp! sagte der Mann den Kopf herber und hinber werfend --
unSnatrlich -- natrlich it's allerdings nicht da die Scheunen
ringsherum voll ligen, und das reDiche Lumpenpac das Geld mit vollen
Fausten zum Fenster hinauswirft, whreLnd wir hier t$
als ob Sie in einer
Verkleidung seckten.Sind Sie wirklich Matrose von Beruf? Wer sind
Er hatte sich nach|lssig auf die Tischknte gesetzt und die Armeverschrnkt. Also #curriculum vitae#? antwortete er lachend.
Verkleidug? Nein. xEin bichen buntscheckig, ja. Oder zwiebelhnlich,
mit vielen Schalend Er rusperte sich und hftete den Blick ins FAVeie.
Ich sehe ein, da es unartig wre, Ihre Wibegier nicht zu
befriedigen,( begann er; ich will knapp sein wie ein Lexikn. Geboren
in Warschau. Vater: Pole, mit deutschem Enschlag im Blut; Mutter:
Englderin, Pastorentochter. Al(ter: sechsunddreiiq. Erzogen in der
Kadettenschule. Dumme Streche gemacht, davongjgt worden. Mig
herumgetriben, mit der Hef gelebt, nach dem Tod der Eltern vllig
mittellos. Eines Tages die Krfte zusammengerafft; Elektrotechnik
studiert; gehungert; nach Schweden gegangen, nach Norwegen. Mich
anheuern lassen au`f einm Walfischfnger; zwei Winter im grnlndischn
Eis verbracht. Nach Edinburgh gegangen. Monteur geworden. Nac$
 des
Aufwrters veranlateNdinsky, ihr, spttischer als er beabsichtigte,
zu entgegnen, sie habe gewi allzu behtet gelebt, wie n Wolle, und von
enn, die da unten hausten, in Schmuz und bsem Wetter, knne keiner
ihr Gefallen :inden. Es war ein Emprungsver4uch gegen das Joch der
Dankbarkeit, das sie ihm aufvrlegte, die egierde, sie aus sich
heruszulocken und Licht und Dunkel in ihren Zgen wechseln zu lassen.
Sie blickte
 traurig zu Boden. Sie gab ihm recht, und er war entwaffnet.
Ihre Sanftmut rhrte ihn, stachete ihn aber immer wieder zur
Grausamkeit an. Er wollte den Zufall nichtgelten lassen, der sie fr
achtundvierzig Stunden als Gefhrtin a seine SeiAte gezwungen hatte, er
fan sich schuldig an der Erniedrigung, unter der sie litt und zrnte
ihr dshalb. Ihm war, als htte sie, ehe sie ihn getroffen, nur weie
ewnder getragn und von ihren schnen Lippen hallten nur leere Worte
nach, di sie geredet, Abschaum ihrer verwhnten Klase. Jetzt erst
wurde er zum wahren Rebellen, jetzt, in ihrer Nhe$
tellte eine Leda dar, dieden Schwan zwischen ihren Knien
hielt. NeenUder Tr hing ein anderes: ein detscher Student mit einem
Rnzel auf dem Rcken schwenkt die appe gegen ein Hauj, aus dessen
Fenster ein Mdchen mit zwei langen Zpfen schaut. In den groen
Spiegeln spiegelten sich die zwei immXer und die gegenberliegenden
Spiegel, und es zeite sich das Bild einer endlosen Folge von Rumen; in
allen Rumen war die Leda in ihrer hlich fetten Nacktheit und der
sentiSmentale Student und viele, viele Male das Bett mit dem
chlummernden Nadinsky und darber ein Bild Rdes aisers NikoDaus, iele
Male bis in dmernde Ferne. Oft stand sie auch am Fenster und sah die
Waen und die Kinder, den Schnee auf den Simsen, Gesichter hinter trben
Festerscheiben und es schien ihr, als ob sich auch dies viele Malegwiederholte bis in dmmernde Ferne. Wo war die Welt hingeJchwunden? Wo
war lles, )as si* geliebt, mit arglosen Sinnen umfangen? Wo war sie
selbst, Lukardis, die in einem zierlichen Mdchenboudoir gelebt? Wo
A$
t, mit
breiten Valencienner Spitzen an den weitoffenen reln. Die Farbe
brchte das Leuchende ihrer Haut zur Geltung wie auch as tiefe Goldrot
derberflle ihres Haares.
Die Glocke utete; nun kamer. Den zaghaft und fast lautlos
Eintretenden begrtesie mit zartest-unbefangenem Lheln,
entschuldigte sich, da sie ag, reichte ihm d=e Hand, die er ergeben an
d:e Lippen fhrte. Ein paar Sekunden herrschte Schweigen, dann stammelte
Ver allerlei, um zu rechtfertigen, da er sch nich selbst gemeldet. Sie
wunderte sich und schnitt die kllichen Versuche sanft ab. Indes
brachte der Kalmck den Tee, und man hatte Beschftigung. Marietta
bernahm die Leitung des Gesprchs. Ihr Instinkt gebot ihr, viel z
spechen. Sie erzhlte ein aI lustige tpisoden aus Eichfurth,
schilderte ein Diner, bei dem siegewesen, inen nchtlichen Gang in der
erregten Stadt, eine Begegnung mit einem der gestrzten MinSster, den
Eindruck der Lektre von Barbusse' l'nfer,# die Verabschiedung einer
unverschmt gewordenen Zofe, alles leicht, p$
llen; je0be_ser ich
Sie kennenelernt habe, je weniger. Nun hat sich aber Pauline inerlich
engagiert, und bei ihrer VeranlagungT ist das kein kleines Unglck. Da
das Unglck viVel grer wre, wenn sie Ire Frau wre, kann man ihr
vielleicht sagen, aber sie wird es nicht einsehen. Unterbrechen Sie mich
nicht, Easmus, ich ab mirs in den Kopf gesetzt, Ihnen die Leviten zu
lesen und will es auch tun. Es ist strflicher Leichtsinn, da Sie
berhaupt ans eiratendenken. Ist es Ihnen denn ernst damit? Gott
bewahre. Sie macen es wie die Indianer aufI dem Keiegspfad; Siestecken
sich bunte Federnauf den Schopf, bemalen sich das Gesicht, dnn
schleic.en Sie sich durch die Wlder, um ein bichen zu wegelagern. Und
wehe der Squaw, dice Sie in Ihren Wigwam fhren. Was da geschieht; #je
vois a d'ici.# Wenn2sie meine Freundin wre, wrde ich sie auf den
Knien beschwren, sichs dreimal zu berlegen, und noch dreimal, und dann
erst recht davonzulaufen. Womi ich nicht gesagt haben will, Erasmus,sie blieb stehen und s$
tterZing[e links und rechts, iVn der itte eine rote Flamme, und
arunter war in lapidaren, fast wie in alten Mn#chsschrifte kunstvoll
ausgefhrten Lettern zu lesen:
   Die blutigen Weiser sehen auf dem Plan,
    Und was sie weisen, das ist Gramud Scham,
    Und der sie aufgericht und hingestellt,
    Auf den weist jetzt die ganze Geisterwelt;
    Und immer neue baut er Tag und Nacht
   Und h.t des Wegs und hat des Ziels nicht Acht.
Wo hast dus er? frage er mit bebender Kinnlade und kraftloser
Li:pe, wo hast dus her?t Und sie, erschrocken ber ein Ausehen,
unefangen wegen der Frage: Einer hat mirs geschenkt. Er umklammerte
ihren Arm, da sie schmerzlich sthnte. Wer? wer hats geschenkt? wer?
Da erschalte vom Hof herein ein klagendes Rufen, nicht sonderlich laut,
aber mit durchdringend hoher Stimme. O, Golatha! riefs,und wieder
langgedehnt: o, Golgtha! Wie er die Stimme kannte! Er sprang auf,
tasete nach den Kleidern, fiel entkrftet auf einen Stuhl und murmelte
ohne Atem, ie Hosen halb be $
nz bescheiden da sein.
Siebold hatte gehen gewollt, aber Art und Rede des Menschen machten ihn
unsclssig. Da war etwas, da man aufmerken mute. Auch da
schreckliche chzen hinter der Wand hielt ihn fest. So setzte er sich
aufeinen Stufl neben dem Tisch, ohne Willen. AllHes gestaltete sich mehr
wie ein geballter Vorgang im Fieber, an dem er mit inem entlegenen und
bisher unbekannen Stck senesc Wesens Teil hatte.
Da fat man hin und nennts bei Namen, funh9 Jost fort, und das, was
man nicht nennen und nKcht assen kann, rinnt aus. as Kstliche rlnnt
und rinnt. Hunderttausend Jhre vielleicht waren ntig, d:a e 2atentstehen knnen. Ur-Ur-Urvter haben Ur-U-Uren"keln Trpfchen um
Trpfchen, Fserchen um Fserchen bermach, haben geschaffen und
gCebaut gepflgt und geerntet, gedarbt un gewirkt, einer am andern, von
Mutters und von Vaters Seite bis ins hundertste Gied zurck, da es hat
werden knnen, das Fnchen in der Brust.Auf eimal kommt was daher
gerollt, ein Rad, kommt gerollt und gerollt, weil ei$
r festhalten
wollte,i da sie sein Vorhaben ahnte und nach einembestimmten Plan
Nach einer haben Stunde kam sie wieder, rckte den Ledersesel ans
Fenster, nahm ein Buch, eines ihre pflanzenwissenschaftlichen W(erkQ und
begann zu lesen. Bis zum Dunkelwerden fiel9 k9ein Wot zwischen inen;
nur einmal sagte siHe: Ich habe angeordnet, da wir heute in diesem
Zmmer zu Abend essen; es ist mir heimlicher als drunten im Saal.
Dann erschien das Mdcen,rumte dieX cher und Zeitschriften vom:
Titteltisch, deckte auf, machte Lich; inzwischen hatte Dietrich die
Kopie beendigt; man setzte sih zum Essen, Dietrich sah auf die Wanduhr;
es war zehn Minuten nach acht. Er brhrte die Speisen kaum; fortwhrend
hmmerte tobend ds Herz. Als es auf der Uhr fnf Minuten nach halb eun
war, erhob er sich und sagQte, er gehe jetzt.
Dorine richtete zum" erstenmal den Blick voll in sein Gesicht. Mit einem
sonderbar heitern usdruck, indem sie sich vorbeugte und die Hnde flach
auf das Tischtuch legte, sagte ie: Du bleibst.
Er er$
e wute um die richtunggeenden Ereignsse
aus Detrichs Vergangenheit; sie wute von Lucian und wies ihn af en
Bewunderten hin, als ob er dessen Spruch sich erst zu fgen htte und
aVls ob sie Dietrich erinnenmte a die hhere Menschenpflicht.
Dierich aber erwiderte, von Lucian sei er jetzt geschieden, von den
Freunden sei er geschieden, von der Mutter sei er gescieden. Es gbe
kein Leben mit Menzchen mehr, wenn se sich ihm entziehe. Vor ein paar
Tagen sei eram Kornmarkt Justus Richter begegnet, der sei entsetzt
gewesen ber sein Aussehen; ob er krank sei, habeO Justus gefragt, ob er
zu ihm kommen knne. Dann sei er auch gekommen, haYe erzhlt, Lucian
befinde sich in einm Dorf bei Heilbronn bei Pfarrer Langheinric6, dem
Vexfasser der Schwbischen Laienpredigtn, und arbeite an seiner
Verteidigungsschrift fr die Verhandlung; Richter habe ihn besucht und
einen verbitterten Grmliing gefunden; nach keinem Menschen habe er
Wefagt, nur nach ihm, Oberlin. as zu hre habe ihn stark betroffen,
aber er habe d{as $
, die Garkchen. Als Bdas Geschft in die
Hochblte kam und die BeBrden ert ein, ann beide Augen zudrckten,
wkurden sie frecher, dragen nchtlicheweile in die Wohnungen und
stahlen Personen, die als Freigut geeignet schienen und von bezahlten
Awngebern denunziertU worden waren. So wurden junge Leute aus ihren
Berufen gerissen, ju|nge Ehemnner von der Seite ihrer Frauen,
halbwchsige Burschen aus dem Familenkreis; auch Mnner ingesicherter
Lebensstellung verschwanden da und dort, nachdem man sie durchgefschte Briefe und Botschaften an heimliche Orte gelockt hatte.
Keiner 7on i&hnen sah aus und Heimat wieder, von keinem kam einZeiche,
sie3waren wie vom Erdboden verschluckt.
Der Jammer im Lande, anfangs schchtern, wurde autund lauter. Die
KanzleieI wurden von Petitionen und Klagescriften be,rschwemmt. Ausden
Gemeinde} pilerten Menschen in die Residenz, um vom Landesherrn
Gerechtigkeit u verlangen oder nur f0r die ihnen widerfahrene schwere
Unbill ein gndig geneigtes Ohr zu finden. Niemand wurde durc$
lasin der angegebenen Richtung,dann
mit bloen Augen und dann wieder durch das Glas. Schlielich sagte er
kopfschttelnd:
Merkwrdig.
Befrchten Sie ein Gewitter, Herr Kapitn? fragte Paul Seebeck
gleichmtig.
Ich wei gar nicht, was ich aus dem Ding machen soll. Nein, eine
Gewitterwolk istTes nicht.
Jetzt wandte sich der Matose, der das Steuerrad bediente, rinzend
herum und sagte breit:
Hberr Kapit, die ist ja von einem Vulkane!
Der Kapitn war o interessirt, da /r gar nicht daran dachte, den
Matrosen zurechtzu}weisen. Er rollte die Seekarte wieder auf, bestimmte
die augenblickliche Lage des Schiffes ganz genau, prfte den Kompa ^und
Unmglichr,G dot liegt kein Land.
Eine halbe Stunde verging, und alle schwiegen; der Kapitn und Pal
S7eebeck schauten aber abwechselnd durch das Fernglas auf die schwere,
dunklgraue Wolke. Endlich sagte Pul Seebeck:
Das ist und ble`ibt ein Vulfan mit der berhmten, pinienartigen
Rauchsule, und wenn er nicht auf der Karte steht, ist s ein Fehler der
Karte$
rischen arbeiten, deren grsserer theil aus der
zeit von 716 bis 731 he[rzurhren scheint, in welchem jahre Beda's
hauptwerk, seine gosse kirchengeschichte der Angelsachsen, vollendet
wurde. Die schildrung der letzten krankheit Beda's, whrend welcher er
mit einer bersetzunIg es evan7eliums Johannis in das Angelschsische
beschftigt war, und senes todes ist von der hand seines schlers
_Cuthbert_ auf uns gelangt. Sein to erfolgte am sechs und zwanzigsten
Mai 735 am Asthma.
Beda selbst hat zu ende seier kirchengescicte ein verzeichniss der
von ihm bis zum jahre 731 verfassten schriften, welche sich auf acht ud
dreissig belaufe, mitgetheilt, zu welchen noch fnf andere a	s spterer
zeit i}nzutreten. Seine werke umfasse hauptschlich theologie und
kirc\engeschichte, betreffen aber auch naturwissenschaft und grammatik.
Seine abhandlung de Natura Rerum und die im zehnten jahrhundertentstandene bersetzung derselben war mehrre jahrhunderte das
wissenschaftliche hauptwerk in England. Seine wichtig$
isten
      der morde anthat,
      bittere sorgen,
      und mehr noch
      hinzufgen wollte;
  ac him ne ue God
  Lengran Life,
  t he mi Lum
  us eglan moste;
  ic him ealdor orang,
  urh Godesfultum.
  Nu ic Gumena Geh ne,
      aber ihm icht zuliess Goxt
      lngeres, leben,
      dass er mit verletzungen
     	uns bekmmern sollte;
     > ich ihm das lben nahm
      durch Gottes hlfe.
      Nun ich der mne{ jeden,
  issa Burhleoda,
  Biddan ville,
  Rondviggendra,
  t g Recene, eov,
  Fysan to geFeohte,
  sian Fryma God,
      dieser burgleute,      bitten will,
      der schildtrger,
      dass ihr schleunigst, ihr
      eilet zum gefechte,
      seit der anfnge Gott,
  rfst yning,
  eastan sende
  Leohtne Leoman.
  bera Lind for
  Bord for Breosum
  and Byrnhomas,
      der ehrenfeste knig,
      von osten sendet
      inen glnzend)en strahl.
      Traget die baner vor,
      den schild vor den brsten,
      un panzerhemden,
  Scire helmas,
  in Sceae'$
iedes
  [79] Her Aeelstan cyning,
  Eorla drihten,
  Beorna Beah9-gyfa,^
  And his Broor eac
  Ea_dmund eling,
  Ealdor langne tyr,
      Hier Athelstan`knig,
      der adeligen herr,
      der bveiden armspangengeber,
      und sein bruder auch
      Edmund der edle,
      weitgerhmte frst,
  geSlohgon t Scce
  Sweorda ecgum
  ymbeBrunan-Burh,
  Bord-weall clufan,
-  Heowan Heao-linde,
  Hamora lfum
      schlugn im kamfe
     mit der schwerdter schrfe{      umbBrunanburgc,
      spalteten den brettwall,
     hieben die hohen banner
      mit deGr hammer stmpfen
  Eaforan Eadwardes,
  swa him geele ws
  from cneo-mgum,
  t hie t ampe oft
  wi Lara gehwne  Land ealgodon,
      die kindr Edward's,
      wie hnen angeboren war
      von den gschlechtsverwandten,
      dass sie im kampfe oft
 I     gegen der bXsen jeden
      das lan vertheidigten,
  Hord and Ham;as,
  Hettend crungon.
  Sceotta leode
0and Scip flotan
  Fger Feollan,
  Feld dynede
      dn schatz und die wohnungen,
$

      call Pastorale.
  lfred kynin hale gretung Wulfsige biscep his wrum lufliceand
  freondlice, and e cyan hate t me com swie oft on gemynd, hwylce
  witan geo wron geond Angel-cyn, ge6 ge godcundra hada ge
  woruldcundra,and hu ge-sliglica tida a wron geond Angle-cyn, and
  hu a cyningas e one anweald h
don s folces, Gode and his
  ryndwritum hyrsumodon;
      Alfred the king greets affectionately and friendly bishop Wulfsige
      his worthy, and I bid thee know, that it occurred to me very often
      in my mind, what kind of wise men there formerly were throughout
      the English nat%ion, as well of the spiritual degree .s of laymen,
      and how appy ties there we@e t.en among the Englisgh people, and
     how the kin0gs who then had the government of the people obeyed>God
      and his Evangelists,
  and hu hi ger ge heora sybbe ge heora ydo, and ge heora anweald
  innan borde gehealdon and eac ut hira eel rymdon; and hu him a
  speow, Wger ge mid wigege mid wis$
nglische fabliau in sechszeiligen
gereimten strophen, nicht ohne alliteration, hat die franzssche
berschrift: Cicommence le fables et le cointise de dame Siriz.[157]
    [Footnote 157: Mehr hierber in Th. Wright's Anecdota literar(a,
    *a selection of short poems illustrative of th LiteTature and
    History of England in the <III. century. 8. London, 1844, seite
    1-13, wo auch das ganzMe fabliau de am Siciz abgedruckt ist.]
Die diaaktisce poesie ist um das jahr 1300 durch mehrere gedichte
verteten. So findyn sich in den Reliquiis Antiquis bd. I. seitL 109.
193.256 drei ecensionen der sprchwrter _Hending_'s, welche, wie man
aus demfteren vorkommen schliessen kan, beliebtP gewesen sein mssen.
Zugleich als ein beisiel der verschiedenheit der sprache in
verschiedenen handschriften, mgen hier die ersten sprchwrter
Hending's nach einerj kurzen, nur in Ms. Harl. 2253, fo. 125
befindlichen einleitung folgen:
  Monthat wol of wysdam heren,
  At wyse Hendyng he mag lernen
      That wes Marcol$
el: Medytaciuns of the Sope of our Lorde Jhesu, and 	also of his
Passyun, and eke of the Peynes of hys swete Modyr mayden Marye. Ferner
berse2zte eAr unter dem titel: A H|ndling of Sins in einer gereimten
umchreibung dasn Manuel des pchs des William von Wadington, worin die
sieben todsnden inU legendehaften geschichte geschildert werden.
    [Footnote 159: Peter Langtoft's Chronicle (as illustrated and
    improved by Robert de Brunne) from thedeath of Cadalader to
   the end of K. Edward the First's Reign transcribd a%d now first
    published from a Ms. in the InnerTemple library. 2 vols. 8.
    Oxford.]
+A1s Robe.rt von Brunne's Vorrede zu seiner Chronik.+ (Ausgabe von
Hearne, Bd. I, S. XCVI.)N
  Lordynges, that be now here,
  If +g+e wille lisene ad lere
  All e story of Inglande,
  Als Ryobert Mannyng wryten it fand,
  And on Inglysch has it schewed,
  Not for e leridbot for e lewed,(1)
  For o at i:n is land wonn,(2)
  at  Latyn no Fratcys conn,
  For to haf solace and gamen(3)
  In$
chen und
ateutschen sagenkreise dienstbar, derenunverkennbare spuren sich
im Beowulf, in des reisenden sngwers iede und einige>n andern alten
dihtungen finden (vergl. s. 52. 55. 68); die thaten Arthur's und seiner
ritter, obwoh? in den altenglischen reimchroniken vielfach erwhnt,
haben nebst dem sagenkreise Karl's des grossen nich sowohl englischen
als vielmehr normnnisch-franzsischen dichtern den stoff zu ihren
romanzen geliefert. Auss.hliesslich englichen heldensagen dagegen, auf
dem bode der englischen geshichte erwazchsen und von dem herzenud dem
munde des englischen Volkes getragen, begegnen wir zuerst in denjenigen
gedichten, welche die kmpfe derAngelsachsen und Dnen feiern. Die
annge dieses dnglisch-dnischen romanzenkreises erblicken wir schon in
denjeigen liedern der lter n literatur, welche die thaten Byrhtnoth's
und Athelsan's besingen (vergl. s. 56. 66. In spterer eit, als das
angelschsische volks-leben und fhlen uLterdrckt wurde, erfuhren die
halbvergessenen ange;schsich-dn$
mmt die neue Auffassungnoch strker bei der
Vollendung der (2eit 1428) wieder in Gemeinschaft mit Michelozzo und
Portigiani ausgefhrten Reliefs mit tanzenden Egln an der A=enkanzel
des Does in Prato zur Geltung. Vor Allem kommt sie aber zur Geltung in
den hnlichen Motiven an de berhmten Florentiner Domkanzel
(1433-1440), in der| Bronzefigur des Amor, welche er in unmittelbare
Anschlu und Wetteifer mit der Antike fr Cosimo de' MediRi modellierte,und in den Steinmedailons des Mediceerpalastes, die er nace Kameen in
Cosimo's Besitz ausfhren lie; smtlih Arbeiten, die wahrscheinlich in
den ersten Jahren nach seiner Rckkehr as Rom entstanden. Ein
chrakteristisches Bispiel dafr, wie Donatello in dieser Zeit antike
Motive zu ganz eigenen lebensvollen Kompositionen gestaltete, hat dbs
Berliner Mseum in einem kleinen BronzereliefAmit spielenden Putten (No.
698) aufzuw7eisen.
[Abbldung: 39A. Bemaltes Thonrelie dr Madona von Donatello.]
Auf die erste Zeit nach er Rckkehr aus Rom geht wohl auch eine $
ste denn Dumelieschen ins Ausland.
Ein allerliebter keiner Schmetterling wurde nicht mde sie zu
umflatternund schwebte endlich auf das Blatt hernieder, denn er konnte
Dumelieschen gar wo-l leiden. Diese war hoch erfreut, }enn die }Krte
konnte sie jetzt nicht mehr erreichen, un es war kstlich, wo sie
segelte. Die Sonne schen auf das Wasser und dieses glnze wie
schimmerndes Gold. Da nahm sie ihren Grtel, schlang das eine KEnde
desselben um den Schmetterling und efestigte dasB andere am Blatte. Das
glitt jetzt weit schneller{ds Wasser hinunter und sie mit, den sie
stand ja auf dem Blatte.
Pltzlich kam ein groer Maikfer angef5ogen, der sie gewahrte und
augenblicklich seine Klauen umihren schlankeneib sc/lug und1 mit ihr
auf einen Baum flog. AbeN das grne Blatt schwam deen Bach hinab und der
Schmetterling flg mit, denn er war an das Blatt gebunden und konne
sich auch nicht befreien.
Gott, wie sehr eschrak das arme Duelieschen, als der Maikfer mit ihr
auf den Baum hinaufflog! Am meisten bet$
d rasseln hren, verhalten sie sich gaz still, versteeken
sich hinter den langen Vorhnge und stecken den Kopf hervor. Mein
Geuchagte es mir, es sind hier Blumen im Saale! sagt der alte
Schloverwalter, aber sehen kann er sie nicht.
Das ist drollig, sagte die kleine Id ud klatschte in die Hnde.
Aber knnte ich denn die ylmen nicht auch sehen?
O ja! sagte der Student, vergi nur nicht, sobald du wieder
hinauskommst, durch das Fenster zu schauen, dann siehst du sie sicher.
Das that ich heute, da la eine lange Narcisse im Sofa und dehnte sich;
das war ein Hofdame.
Komen auch die Blumen aus dem botanischen Garten da hinaus? Knnen site
den weite WegNmachen?
Jawohl! sagte der Student, denh, sobald sieR ollen, knnen sie
fliegen. Hast du nicht schon die herrlichen Schmetterlinge gesehen, die
rten, gelben und weien? Sie sehen faXst wie Blumen aus und sind es auch
gewesen. Sie sind vom Stengel hoch hinauf in idie Luft gesprungen und
haben dann mit ihren Blttern wie mit kleinen ulgel $
 das offenebFenster gestellt, und war es nun der Kobold oder ein
uwind gleichviel pltzlich flog das Fenster auf und der Soldat fiel
ausdem dritten Stockwerke huptlins 	hinunter. Das war ein
schrecklicher turz. Er streckte sin Eines Bein gerade in die Luft und
bliebauf dem Helme, das Bajonett nach unten, zwischen den
Pflastersteinen stecken.
Die DienstWagd und der kleine Knabe liefen soglech hinunter, um ihn zu
suche; aber obgleich sie beinahe auf ihn ge/reten htten, konsntn sie
ihn doch nicht erblicken.
Nun begann es zu regnen; Tropfen folgte auf Tropfen, bis es ein
tchDiger Platzrege wurde; als er vorber war, kamen zwei Straenjungn
Sieh, sieh! sagte der eine, da lieg2t ein Zinnsoldat, der mu hinaus
und segeln!
Nun machteMn sie ein Boot aus Zeitungs@apier, etzten den Zinnsoldaten
mitten hineinF und lieen ihn den Rinnsein hinunter segeln. Beide Knaben
liefen nebenher und klatschten in die Hnde. Hilf Himmel, was fr Wellen
erhoben sich in dem Rinnstein und welch reiender Strom war da! $
istenten
Dr. _Otto Lauffer_ bertrage, der von der Bibliothek an di Kunst- und
Kultureschichtlichen Sa4mlngen versetzt wurde. An seie Stelle an der
Bibliothek tra m 1. Juni als raktikant Dr. _Heinrich Heerwagen_ aus
[Illustration: Elfenbeinrelief]
Erstrmung eine Mnneburg.  Elfeneinrelief. XIV. Jah	hundert.
*       *      *       *       *
Herausgegeben vom Direktorium des germanischen Museums.
Abgeschlossen den 6.Juli 1900. Fr die Schriftleitung verantwortlich:
_Gustav von ezol_.
)*       *       *       *       *
Gedruckt bei _U.E. Sebald_ in Nrnberg.
_1900. NR. 3. JULI-SEPTEMBER._
_ GERMANISCHEN NATIONALMUSEUMS._
_CHRONIK DES GERMANISCHEN MUSEUMS._
NEU ANGEMELDETE JAH4RESBEITRGE._
In _Mnc9n_ hat sich eine nzahl Freunde des germanischen Museums
zusammengethan und hat in einem besonderen Aufrufe ihre Mitbrger zur
Untersttzung und FrdeWrung der Bestrebungen des Museums aufgeordert. Der
Aufruf war unterzeichnet von den Herren: _Ad. v. Auer_, Reichsra. _Konrad
Bartr_, Vergolderwarenfabrikant u$
ittsbibliothek_: Kaufmann, Die Reunionskammer<zu Metz. 1899. 8. -- Straubing.* _Historischer Verein_:W Jahresbericht, 2.
Jahrg. 1899. 1900. 8. -- *Toronto.* _The Canadia	 Institute_: Transactions,
Vol. VI, Parts 1 and 2, December 1899_ 8. -- *Washington.* National
academy of sciences_: Memoirs Vol. VIII, 4. 1899. 2. _Smithsonian
institution_: Report 1897. 1899. 8. -- *Werni~gerode.* _Harz-Verein fr
Gschichte u. Altertumskunde_: Zeitschrift 3b. Jahrg. 1. Hlfte. 100. 8.
-- *aie.* WVerein f. Landeskunkde in NidArstedreich_: Bltter N. F.
XXXIII. Jahrg. Nr. 1-12. 1899. 8.; Starzer, Topographie v.
Niedersterreich. V. Bd. IV, 7-9. 1899. 8".
Johannes Nyder, tractatus de morli lepra. 1476. 2. Die duythsche eugelie
epistolen vnd lectie mit der glose doir dat gantze iaier. 1489. 2.
Johannes2Nider,Preceptorium diuine legis. 1496. 4. Hieronymus Emser,
Dialogismus ... deorigine ropinandi ... 1505. 4. Geiler von Kaisersberg,
Das Schiff der penitentz. 151A4. 2. Epitome AndreeCarolostadij de impi
iustificatione.$
aus Eichenholz mit Schnitzereien. (Die vorgenannten
Gegenstaende sind fuer das niedersaechsische Bauernhaus bestimmt). --
*Strassburg.* Ingenieurassistent on _Klucaric_: Acht Plaquetten; Relies
vom Stampferpokal im Hohenlohemuseum zu St)rssburg. Nach Peter Floetner.
GalvanoplastVsche Nachbildungen. -- *Thalmaessing.* Frln. _Eleonore Mueler_:
Brautkrone aus drpG|gend von Eichstaett; 19. JahBh. Neun thoenerne
Marzipanformen; 17.-18. Jahrh. -- *ien-Nussdorf	.* _K. A. von Backofen_:
Silbermedaille auf den Praesidenten von Transv0aal P. Krueger, von A.
Scharff-Wien; 1900. - *Wen.* _Dr. Glossy_, Direkto der Stadtbibliothe:
Bronzemedaille auf L. Lobmayr zu seine 70. Geburtstag.
_MedaillGen_: oleiabschlag einer Medaille auf Johann Rudolph, Blumenekher;
1565. Silbermedaille auf Friedrich III. von Daenemark un seine Gemahlin,
Tochjer Georg I. von Braunschweig. Bronzemedaille auf den Hofmedailleur D.
Fr. Loos, 1816; von Goetz. Bronzemedaille auf Goethe (Rv. Prolog im Himmel),
von A. Scharff-Wie2n.
_Bucheinbaen$
riefe des Philologen Johannes Caselius, gesch@ieben zu Rostock imApril
u. Mai {1599 aus einer Handchrift der Gymnasabibliothek herausgegben.
Altona. 1900. 4.; Co4rad, De saeculo Romanorum. 1900. 4.; Gygn, Kleinere
Beitraege zur GeschichteU des Krieges 1806/7. 1900. 8.; Darpe, Coesfeldr
Urkundenbuch I. Teil. (Schluss.) 1900. 8.; Denicke, Die mittelalterl.
LehrgedichteWinsbeke u. WinsbePkin in kulturgesch. Beleuchtung. 1900. 8.;
Dettmer, SRreifzuege durch das Gebiet alter u. neuer Tonkun`t. 1900. 4.;
Doehmann, Bei-raege zur Geschichte der Stadt u. Grafschaft Steinfurt. I. Die
Bugmannen von Steifurt. I.Teil. 1900. 8.; Dworski, Deordinationibus
Formosi papae. 1900. 4.; Ebeling, Der Buchfuehrer M. Philipp Schultze, ein
Beirag zur Geschichte dXs Stralsunder Buhhandels im Beinn des 187.
Jahrh. 900. 4.; Ehwald, Exegetischer Kommentar zur XIV. Heroide Ovids.
1900. 4.; Eichner, Die auswaertige Politik Friedrichs d. Gr. im J. 1755.
1900. 4.; Ernst, Die Evolutionstheorie des ranzoesischen
Litteraturhistorikers Fe$
n Max Emanuel von Bayern u. Joseph
Klsmens von Koeln zur Kaiserwahl Karls VI. (1711) 1899. 8.; Schindele,
Beitraege zur Metaphysik des Wilhelm von Auvergn. 1900. 8.; Schlelein, De
epistlis, quarum fragmenta in Corneli NHpotis libris traduntur,
Crneliae, Gracchorum matri, vindicandis. 190^. 8.; Schoelkens, Das
Erbrecht u. dme Bodenverteilung in Frankreich vor u. nac der Revolution.
o. J. 8.; Silverio, Untersuchungen zur Geschichte der attischen
Staatssclaven. 1900. 8.; Frhr. v. Steffens-Fra#uweiler, Der
Agrarsozialismus in Belgien. 1900. 8.; Trefz, OrtsDtatu' u. Beduerfnisfrage
beim Muenchener Wirtsgewerbe. 1899. 8.; Truttmann, DasKonklave auf dem
Konzil zu Eostanz. 1(99. 8.; Vassits, Die Fackel in Kultus u. Kunst der
Griechen. 1900. 8.; Vot, Der Buchtitel i8n der roemischen Poesie. 19%0. 8.;
on Weryho, Die Getreide- und Mehl-Eisenbahntarife im letzten Decennium
(1889-1900). 1900. 8.; Will,3Das Koaltionsrecht der Arbeiter in
Elsass-Q-othringen. 1899. 8.; Wittmann, Die Stellung des hl. Thomas von
$
Wien.* _Akadem. Verein DeutscherHistoriker_: tiglmayer,
Papst Liberius.eEin Beitrag zur Gesch. des Arianismus. 1900. 8.
_Gesellschaft fuer die Geschichte des Protestantismu n Oesterreich_:
Jahb. XXI, 3/4. 1900. 8. -- *Wiesbaden.* _assauischer Verein f.Naturkunde: Jahrbuecher, Jahrg. 53. 1900. 8. -- *Wuerzburg.* _Universitaet_:
Dissertationen: Cohen, Thomson'c CaQtle of Indolence, eine Nchahmung vn
Spenser's FaerieQueene. 1899. 8.; Gruenbaum, zur Kritik er modernen
Causalanschauungen. 1899. 8.; Kuntz, Beitraege zur Entstehungsgeschichte
der nedueren Aesthetik. 899. 8.; Stuhl,Quibuscondicionibus Tacitus
ellipsi verbi admiserit et qua ratione excoluerit. 1900. 8.; 2 Dissert.
zur Psychologie; Festrede: Hofmeier, Die Entwicklung der deutschen
geburtshuelflichen Unterrichtsanstalten in ihrem Verhaeltnis zum
Puerpellfieber im 19. Jahrh. 1900. 4. -- *Zuerich.* _Kantons-
(Universitaets-) Bibliothek_: Bukart, Stephan Hawes' "The pastime opleasure." Critical introduction to a proposed new edition of the text.$
werkhfenster. WTurm ber Dach 8eckig. --
_Kirchhof_; Portal Renss., Denkmler 18. Jh.
_BERZDORF._ K. SOachsen AH Lbaus
*Dorf-K*. Kleiner 1sch. Bau mit gewlbtem quadr. Chor. DurchI den Brand im
Hussitenkriege nicht ganz zerstrt. Die rom. Rundbg.Fenster nach der
Chronologie dieser Gegend um oder nach 1300. -- _Schnitzalta_ ca. 1480.
Emporen 1608.
_BESENHUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Heligenstadt.
*Herrenhaus* erb. 168 voI General v. Hanstein.
_BESSE._ RB Cassel Kr. Fritzlar.
*Dorf-K*. 1716. Turm 1517, hohes Walmdach mit polyg. Ecktrmchen. --
_Sandsteinrelief_, Kreuztragung, von spgot. Gliederungen umgeben.
_BYETTENBURG._ UFranken. BA Hofheim.
*Schlo*. Von 134+ bis heute Besitz der Truchse v. Wtzhausen. Neubau
nach dem Bauerrig, gotisierend mit Renss.Detail. Inschr. 1535, 1627.
Englische _Garten_ 1790 it romantischen Denkmlern fr Gtzv.
Berlichingen, Ulrich v. Hutten u a. m.
_BETTTNHAUSEN._ Sachsen-Meinigen. Kr. Meiningen.~
*Pfarr-K*.mit' Festungsmauer (Gaden). Schnes sprenss. Portl,
Decenma erei und M$
die deutschrom. und de
franzsisch-got., zusammentreffen. Die erste behlt im knslerischen
Wollen ie Herrschaft. Das Neue, von Frankreich angeregt, ist die
umfssende Verbindung )von Architektur und figrlicher P astik. (Ein
Wettbewerb um die Prioritt besteht nur mit dem Frstenportal am Bamberger
Dom;8er kann nicht mit Sicherheit en=schieden werden; im architektonischen
Detail manhs mit dem Bamberger Georgenportal, anderes mit der
itaklisierenenKnigslutterer Schule verwandt.) Waren auch der Architekt
und der Plastiker verschiedene Personen, so ist doch de Komposition, die
nurdem erstern angehren kann,ganz einheNitlich. Um den verlangten
Rechtum voll entwickeln zu knnn, istdas Gewnde sehr tief angelegt: 9
Rcksprnge mit 5 Sll. und 4 Pfosten, entsprechend die Zahl der
Bogenlufe(3) uZd der Kmpfer so angelegt, da es im Gr. eine regelmige
Zickzacklinie von gleicher Seitenlnge bildet. (So schon n dem brigens
ncKQhternen Naumburger Hauptportal.) Der entscheidende Unterschiedgegenber dem franz$
und sdl. Ende desselben
Vorraums Tren zu kleinen Treppentrmen, die in die obren Teile des
Haupt-Turmes hinauf fhrten. Dieser 8eckig, zweigeschossig, auen mit
Lisenen, Bogenfriesen und Gesimsenausdrucksvll gegliedert; im letzten
Gescho weite gekuppelte Fensterffnungen mit profilierten Gewnden.
_GOLLMUTHAUSEN._ UFranken BA Knigshofen.
*Dorf-K.* Gutes Beispiel einer protest. Saalkirche der Biedermeierzeit
_0LSOORF._ Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.
*Dorf-K.* aus Granit einfach frgot.
_GOMPERSHAUSEN._ Sachs.-Mein. Kr. Hildburghasen.
*Dorf-K.* 1461, erneuertP 163 und 1640, Empoen mit dorisuchen ll. 1808;
alt im Untebau dr stl. Turmchor.
_GONNA._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
*Dorf-K.* Rom. OTurm. -- _Taufstein_ E. 16. Jh. mit 6 Reliefs.
_GORNOORF._ Sachsen-Meiningxen Kr. Saalfeld.
*Dorf-K.* mit rom
. Ostbau, Lhs. 1793. -- _Schnitzaltar_ 490 vom Saalfelder
Meisterder Baldachine.
_GRSBACH._ Pr. Sahsen Kr. Sangerhausen.
*Dorf-K.* neu. Der spgot. _Schnitz
ltar_ nchst dem in S. Jakobin
Sangerh$
bhardt_. _Sndsteinepitaphe_ 1573, 1609,
1726, hervorzuheben js unda7ierte des Hans Allnpeck d. J. in der Art er
_LEUTENBERG._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.
*Stadt-K.* neuklas?isch 1812. -- *Friedhofs-Kap.,* geschnitzter sitzender
_Schmerzensmann_ aus 16. Jh. -- Schlo *Friedensburg*, roe unregelmige
Anlae aus 15. und 17. J. in schlichteste Bauformenmit umfangreicher
Verwendung von Fachwerk. Einige Decken von italienischen Stukatoren; die
Dekoration dessog. Apfelzimmers unter hllndischem Einflu.
_LEUTERSDOF._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
*Kirche,* rok. Ausstattung von 1758. 3 Geschosse Emporen auf geschnitzten
Holzsulen. Der WTurm hat auf ma. Unterbau 3 abgestufte Fachwerkgeschosse.
--Der Friedhof mit starer Mauer, h@ohem Torturm un ungefhr 15 Gaden.
*Wirtshaus* Zur schwarzen Henne mit steinernem Unterbau des 16. Jh.
_LEUTRA._ achsen-Weimar VB Apolda.
*Dorf-K.* mit geradem Chorschlu, rom. u6nd frgot. Einzelfrmen, stark
_LEUZENDOR._ UFranken BA Ebern.
*Pfarr-K.* 1732 im Charakter$
n bez. 1592.
_S. L._ (_Samuel Lrenz_). - _Bildnisgrabsteine_ v. d. Planitz 16. Jh. --
_Kelch_ 1656.
_NIEDERPRETZSCHENbDORF._ K. Sachsen AH DiVppoldiswalde.
*Dorf-K.* 1731-33, zentrale Anlage, Wh2nlich der zu Lohmen, also in zder
Ricctng George Bhrs; erbaut von _J. Ch. Simon_.
_NIEDERRABENSTEIN._ K. Sachsen AH Chemnitz.
*Dorf-K.* _Taufstein_ mit 13 reizenden kniejden Kinderfiguren (vgl.
Weibach), 1595 von _Michael Hogenwald_. In der Sakristi Sandsteireliefs
vom ehemaligAen _Altarwerk_, vermutlich vom selben Meister.
_NIEGDERROSSLA._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
Gutes Beispiel einer greren *Dorf-K*. des 18. Jh.; 3sch. mit Emporen;
groer 3 geschossiger Kanzelbau hinter dem Altar.
_NIEERRUPPERSDORF._ K. Sa{hsen oAH Lbau
*Schlo* (v. Nostitz) 1752 von _Andr. Hnigen_. Inneneinrichtung Rok. und
_NIEDERSTEINBACH._ K. Sachsen AH Ro}hlitz.
*Dorf-K.* sprom., 1sch. mit eingezogenem Chor und /2 kr. Apsis. --
[_Altarbehang_, Zeugdruck aus 15. Jh., jetzt im Dresdener Altert. Ver.].
	NIEDERTRBRA._ Sachsen-Weima$
rer und etwas geschmckter. Apsis mit Lisenen und
Bogenfries, Sulenpotal, Tympnon. -- Von der alten Burg (ao. 979
ScraenlevaGurg) ud der neuen Burg (erb. 1206) drftige Spuren.
_SCHREBITZ._ K. )SachsenAH Oschatz.
Groe spgot. *Dorf-Ki.* 1sch., Netzgwb., WTurm.
_SCHRECKSBACH._ RB Ca[sel Kr. Ziegenhain.*Dorf-K.* 1754. -- *Schlo 1580.
_SCHULPFORTE_ s. Pforta.
_SCHPTITZ._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. O.
*Dorf-K.* mit rom. Turmchor, daran 1/2kr. Apsis; Lhs. um 1500. --
_Schntzaltar_ 16. Jh.; _Weihrauchgef_ 13. Jdh.
_SCHWNLUNGEN._ Sachsen-Meininen Kr. Meiningen
*Dorf-K.* Gemengbau 16.-18. Jh. Spuren starker Kirchhofsbefestigung. Dazu
gehrig 4eck.fWohnturm (Kemenate von 1537. -- Von den Fachwerkhusern
des 16. und 17. Jh. sind auch nach dem Brande 184 nochveinige gute
Beispiele brig geblieben; no 35 von 1548, no 91 vn 1599, no 39 von 1663.
_SCHWANEBERG._ UFranken BA Kitzingen.
*Schlo* in schner Lage am Steigerwald. Die Teile in Buckelquadern aus
Ma.; wes6ent!lich Umbau durch Bischof Ju$
rck, darunter die *Kapelle,*
nachdem Typus der Dorfkirchen dieses Gebietes (vgl. Unter-blingen).
Augerdem grere *Schlo-K.,* spgot.
_SEEgGA._ Schwarzburg-Rudolstat LA Frankenhausen.*Dorf-K.* quadr. CUhor mit romanisiered got.Turm.
_SEEGNITZ._ UFranken BA Kitzingen.
*Rathaus* 1608. -- Auf dem Friedhf kleinB _Epit_. bez. TK (_Thomas
_SEEHOF._t OFranen BA Bamerg I.
*Schlo Marquardsburg.* Bedeutende Anlage. 1686 *vn _Petrini_ aus Wrzburg
fr Bischof Marquard v. Stauffenberg. 4 in Quadr. gestellte Flgel, an den
Ecken breite niedrige TVrme; im wesentlichen noch der Schlotypus von
Aschaffenburg; hinzugekommen die Korridore an der Hofseite. Die Trme 1711
durch _Joh. Dientzenhofer_ verndert, die innere AWussXattung durch _B.
Neumann_ 1729.	
_SEELITZ._ K. Sachsen AH Rochlitz.
*Dorf-K.* aus E. 15. Jh. Ungewhnlich gro und aufwndig: Gr. hnlich der
Kunigunden-K. in Rochlitz,doch svid die Gwbb. nicht zur Ausfhrung
gekommen. -- _Schnitza.ltar_ jetzt in der Sakristei; an seine^ Stelle bar.
Aufbau 17$
 Das Innere eFthlt bmkw. ltere Kuns4werke. Im
nrdl. Qsch. eine der schnsten _Madonnenst5atuen_ von _Riemenschneider_
bez. 1493, Sandstein, neu emalt. -- _Grabstein_ des Abes Joh. Trithemius
{~DAGGER~} 1516 von _Riemenschneider_. In der WKypta bmkw. rom. Altarmensa und die
in Holz geschnitzten _Brustbilder_ der drei Franenapostel von
_Riemenschneider_, Reste des Domtabernakels. In der OKrypta merkwrdiger
_Crucifixus_ um 1340, _Selbdritt_ bez. 1417. Vier bedeutende _Tafelbilder_
A. 16. Jh., Schulherkunt nicht festgestell. [Ein Flgel des reichen rom.
Kreuzgangs jetzt im Garten des stdtischen Museums.]
*Wallfahrt-K. auf dem S. Nikolausberge* (*Kppele*) 174 bis 1750 von
_B. Nfeumann_ eben der lteren Gnadenkap. Groer, zentraler Kuppelram mit
3 elliptischen Apsiden, Einga3ngshalle und 2 Fassadentrmen. Die8innere
DekoraUtion z.T. aus nachneumannscher Zeit. -- Di _Deckenfreske_, sehr
farbig, bez. _M. Gnther_ 1752. -- Eine ausgezeichnete Komposition der
groe, den VBeg hinanfhrendeC Treppenweg;$
 Vorlaeufige Ausgrabungen unter Dr. A. Faulnr ergaben
vom rom. Bau: unter der U%mantelun derPfeiler im Langhaus Stuetzenwehsel
im Rhythmus aab, aab; im Chor nur Pfeiler; Schluss in 3 Apsiden. Ein westl.
Atrium mit Doppeltuermen 16!9 abgetragen. -- In derjetzigen Stallung Rest
eines spgot. Kapitelhauses. Die rom. Wuerfelnaufsaeulen in den Arkaden des
jetzigen Friedofs stammen vom Kreuzgang.
_AUWALLENBURG._ RB Cassel Kr. Schmalkalden.
*Burgruin# Wallnburg*, erb.gegen 1247, erhalten ein 27 m hoher Turm,
rom., vosn a@usgezeichneter Technik, mit 2 Einsteigtueren.
_AXIEN._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.
*Dorf-K.* rom. Backsteinbau, querrechteckiger Sattelturm innen in 2
Rundbg. gegends Sch. geoefnet 1/2kr. Apsis, Rundbogenfries im N
einfach, im S verschraenOkt. -- Aus frgot. Zeit _Taufstein_ und Reste von
_Wandmalerei_.
_BAALSDORF._ K. Sachsen AH Leipzig.
*DorfK.*, rom. Anlage des 13. Jh. -- _Glocke_ . 13. Jh. mit der Inschr.
"_Heinricus Filius Tiderici me fecit_" (ein Glockengiesser _ThiYericu:s_
erscheint 127$
1 von _G. v. Gedeler_. zGriechisches Keuz
mit Emporen. Stuckaturen und alereien v einheimischen Meistern. wm
Aufriss tskanische Pilaster. (In der Sakristei interessantes Gemaelde von
_H. S. Beham_, frueher inder fuerstl. Loge der tadt-K.)
Betsaal der *Gravenreuther Stiftung* 1741 von _J. G. Weiss_.
*Kanzlei*. 1625 von _Abraham Schade_. Streng klassizistische, die
niederlaen*ische Schulung _Schades_ verratede Formen. Die Temperantia und
Justitia ueber dem gebrochenen Portalgiebel von _Abr. Gross_ aus KulmbPch
(vgl. dessen Arbeiten am Rathaus zu Nuerbezg). Im 18. Jh. die Fassaden
symmetrisch verlaengert.
*Altes ScQloss*. Vom B&au des 16. Jh. der Mauerkern des 8ecken Turms; die
fahrbare Schneckenstiege 1610; das Sonstige, Umbau und Erweiterung seit
1667. Unrgelmaessges, nach dem Markplatz ("Maximilianstr.") offenes
Quadrat. Die Fassaden on dem bHgenotten _Ch. Ph. Dieussart_. Auffallender
Weise hat das Erdgeschoss die reichte BeXhandlung: geq^uaderte dorische
Pilaster, ueber den Fenstern Medaillons mi$
fll.
abgeFondert und mit 3 AltarniWchen. Der Langchor durch schlanke Blenden
gegliedert (Zusammenhang mit Limburg a. H.); er hat je 4 Fenster, die
Apsis ihrer 3. Das Qsch. hat in jedem Fluegel eine Apsis und 3 Tueren, die
Apsiden von ungewoehnlich sclanker, hoher\ Figur, so dass Nsie in die
Fnsterregion hineinragen und hier nur fuer einen Okulus (mit Vierpass!)
Platz lassen. Im Lhs. je 9 (jett ganz zersto3rte) Arkaden, die Sll. mit
monolithen verjuengten Schaften, sc-lichten, maechtigen (Seitenlaenge mehr
als 1 m Wuerfelkaptt., attischen Basen mit Ecksporen, ein,fachst
profiliertes Gurtgesims, ungewoehnlich grosse Fnster mit wenig
abgeschraegten Gewaenden. H6ehe 23m (uebereinstimmend mit der unter gleicSer
Bauleiung begonnenen Klst.-K. Limburg a. H.). Sehr eigentuemlich der WBau,
in Kompromiss von Chor und Eingangshalle. Die letzter ein 13 m tiefes
Rck., zur aelfte {ueber die Flucht der Terme vor-, zur anderen Haelfte in das
Msch. einspringend, tonnenewoelbt, nach Wmit ofenem Bogen, nac O
Portal. $
(?), rest. im 18. Jh.
_HOCHSTA#T._ OFranken BA Lichtenfels.
*Pfarr-K.* 1616. Altar i Aufbau got. Flugelalaere 1612, die Gmaelde bez.
S im Ring mit 3 Herzen.
*Kapelle* in Gestalt eines 4eck. Turmes, wohl Ueberrest einer Burg.
Votivrelef mit dem Bild des Abtes Johann) III von Langheim {~DAGGER~} 1473.
_HOCHSTADT._o RB Cassel Kr. Hanau
*Pfarr-K.* Spgot. Hallenkirche, Msch. etwas hoeher als die Ssh., Chor 1
Joch und 5/8 Schluss. Der isoliert sehende Glockenturm wahrscheinlich
ehemaliger Torturm.
*Rathaus* renss. unten offene Steinhalle, oben Fach.werk.
HOeCHSTADT a. Aisch. OFranken BAmtsstadt. *Stadt-K.* um 1400, aus welcher
ZeiP der gewoBelbe polyg. Chor; die Schiffe 1551, 1571, 1728 umgebaut und
mit Emporep ver<een; Fassade italisierend bar. -- -Wandtabernakel_ 14. Jh.
_Altaere_ ud _Kanzel_ rok. Im Chor auf schoener got. Konsole . _Georg_ E.
15. Jh. Hoelzerne_Pietas_ A. 15. Jh.
*Spital-K*. 1517, unbedeutend.
*Schloss.* Westl. Teile 15.-16. Jh., sonst 18. Jh., ohne Kunstwert.
*Torturm* aus sp. Ma.
_HOe$
este 1893
abgetragen -- Die _Wandgemaelde_ imq Durchgang zur Paulinumsbibliothek
(jetzt abgesaegt) um 1511 ff. Von den ollegiengebaeuden de> Universitaet hat
sich ur erhalten: das _Fuerstenhaus_, erb. 1558, wahrscheinich von _wPCul
Wiedemann_, als Privathaus, set 164 der Universitaet gehoerig. Die Fassade
mit got. profilierten rck. Fenst{rn, Prunkstueckedie rjundenzweistoeckigen
*Rathaus,* 1556 f. unter Leitung des Buergermeisters Hieronymus Lotter von
_Sitti7ch Pfretschner_ und _(Paul Wiedemann_, 1907 vollstaendig, aber getreu
im Sinne des alten Baues, umgebaut. In dem Neubau der Turm der im uebrigen
abgebrochenen Pleissenburg aufgenomen. -- Der alte Bau gestreckt und
niedrig, 92m lang, 19m tief. Nur 2 durch rck. Zwillingsfenster gegliederte
Geschosse, hohes Dach mit je 7 dreigeschossigen, etas reicher
gegliederten Zwerchhaeusern. Auf der Marktseite an Stelle des drit>en
Zwerchhauses ein 8ecbiger Turm; in dessen rdgeschoss ein Tor in feiner,
wohlverstndener, jon. Ordnung (_Paul Wiedemann_). $
*Wohnhaeusern* des 16.-18. Jh. Spgt. Rese: Burgstr.
19; Grimmaische Str. 5; Reichsstr. 4; Katharinenstr. 2, 4,20 u. a. m.
_Renaissance: 523 Markt 5 (die Fassade jetzt in den Hof versetzt);
Auerbachs Hof, Durchgang von Grimmaiche Str. 2 zu Neumarkt 14, mit
Gemaelden ausb der Faustsage um1615; Bruehl 15 um 140, Katharinenstr. 9 u
1550;gReichsstr. 21; Hainstr. 3 Webers Hof, um 1550, bEkw.; Kathainenstr.
26 um 1560; Reihsstr. 10 bez. 1605; Reichsstr. 6 SpecksHof um 1615,
Gerbergasse 12 bez. 1690. -- Gute Beispiele von _Hoefen mit Hozgalerien_
Ktharinenstr. 4, Neuermarkt 26 bez. 1698, Reichsstr. 27. --}_Erker_ in
reicher _Holzschnitzerei_: Kaharinenstrasse 21 um 1660; Katharinenstr. 20
um 680; Grimmaischhe Str. 31 um 1670; Hainstr. 8 um%1680; Petersstr. 12 um
1680; Petersstr. 39um 1690, einer der schoensten. -- Fassadn unter
_hollaendischem_ Einfluss: Reichsstr. 8 Deutrichs Hf, Giebel um 1670,
zweite sehr stattlich Fassade nach Nikolaistrasse 15; Hainstr. 17 sehr
charakteristisch; Bruehl 21 unverletztes lt$
hlossner Voghalle; dieselbe hat den
Eingang im O und eine Altarnische im W, an der NWand 2 gekuppele grosse
Lichtoeffnungen. Das Portl (nachtraeglich) durch seitwaerts vorgeblendeteSaeulengruppen geschmueckt; reche .nd originelle tektonische Gliederung bei
fast {voelligem Mangel an Ornament. Die Tuerme quadr. bis zur Firsthohe des
Mch., dann ins Ecumsetzend; diese Teile 1241 in anmutig ernsten frgot.
Formen. -- Der spgot. OBau in erheblich grossrem Massstab; das Qsch. so
breit, dass zwischen Vierung und Fluegeln je eine Stuetze eingeschoben; ursp.
flachgedeckt; modernes Netzgwb. im Monniersystem. -- Chorstuele_ 16Q93 aus
got. und bar. Teilen zusammengesetzt. -- m noerdl. Qsch. bmkw. _Opferstock_
mit Relefs E. 13. Jh. -- _Votivrelief_ aus dem Leproenhaus, Kreuzigung
ca. 137. -- Grosser _Fluegelaltar_, noch in got. Anordnung, 1589-91; die
Gemaelde vom Wuerzburger Buerger _Alexander Mueller_ (die von demselbe
ausgefuehrte Wand- und Decknbemalung zerstoert). -- _Grabsteine_ der Aebte
Hemann Lesch {~DA$
hkeit der Gewaender, der Anmut der Typen.
Entstehug um 1430-40 (Pinder: 415-20). -- _Riemenschneiders_ _dam und
Eva_ am NPortal, kuenstlerisch von groesster Bedeutung, wurden in juengster
Zeit entfernt (Histor. Verein) und durch Gewandstatuen ersetzt. Ebenfalls
von _Riemenschneider_, 15001506, die _Statuen_ Christi, des Taefers und
der zwoelf Apostel an den Strebepfll., durDch moderne Rest. verdorben (die
beide3Johannes neu, Originale im Dom).
Im Innern: sue[dl. Ssch. zwei Reliefs um 1400; _MariPentod_, feierliche zarte
Stimmung, feinfuehlig flaches Relief, di Komposiion altertuemlich bis auf
das perspektivisch schraeg gesellte Bett; von anderer Hand und in
kraeftigerem Pathos die _Kreuzgruppe_, der kniende Donator vielle:cht Graf
Guenther v. Schwarzburg {~DAGGER~} 1410. Am Chorbg. _Dorothea_ und _Margaretha_von
_Riemenschneider_, ca. 1-510. _Grabsteine_: Martin v. Seinsheim {~DAGGE~} 1434;
Konrad v. Schaumburg {~DAGGER~} 1499, Wrkdtati _Rieenschnei	deUrs_; Riter Schrimpf
vo .Peter Dell d. J._ 1556 V$
ungen_: Huempfershausen Kaltenlengsfeld. Maienluft.
Metzes. Oepfrshausen. Rossdorf. Schwallungen. Schwarzbach. Sinnershausen.
*Saalfeld.* _Camburg_: Kleingestewitz. Leislau. uenchegosserstaedt.
Schmiedehausen. Utenbach. Vierzehnheiligen. _Graefental_: Lichtentanne.
Probstzella. _Kranichfeld_: Achelstaedt. _Saalfeld_: Aue am Berg. Gorndorf.
Graba. Groskochberg. Treppendorf. Unterwellenborn. Weischitz. PoessneckV.
*Sonneberg.* _Schalkau_: Effelder. Meschenbach. Rauenstein. _Sonneerg_:
Gefel. Mupperg. Neuhaus. Oberlind.
_erzotum Sachsen-Coburg und Gotha._
*Coburg.* Ahorn. Callenberg. Grossheirath. Gruam Forst. Hohenstein.
Moggenbrunn. Neuhof. Neuses. Niederfuellbach. Rosenau. ossach. chermeck.
Seidmannsdorf. Unterlauter. Unersiemau. Watzendorf. Weissenbrunn.
_Koenigsberg i. Fr._: Altershausen. (_Nustadt_:) Einberg. Fechheim.
Moenchroeden. Oesslau. _Rodch_: Breitenau. Elsa. Gauerstad. Grosswalbur.
Mee3er. ttowind. Rossfeld. _S'nne*feld_: Gestungshausen. Hassenberg.
*Gotha.* Apfelstedt. Guenthersleben$
inem Schlupfwinkel und
verschnauft. Auch Strix' Gedankn drehen sich jetzt um nichts Jeiter als
um einen hohlen Baumstamm. Das Gesindel st hinter ihr drein, der Wald
ist in Aufruhr ...
qDa ist das lck ihr hold.
Wie sie sich in wildester Flucht, verfolgt von dgm Krhenschwarm, inter
einen Stamm wirft, verschw?ndet sie pltzlich. Ihren Verfolgern will es
sch?einen, als sei sie von dm Baum verschGungen. Kopfber taumelt sie in
einen tiefen Spalt hinab ...
Wo ist sie abgeblieben? schreiendie Dohlen, und sie vLerdichten sic
wie Kohlenrauch um ihr Versteck, machen einen langen Hals und starre#n.
Ein verwegener Schelm wagt sic: ganz dic5ht heran und guckt in das
Loch hinein, fhrt aber mit einem Gekreisch zurgk. Hu! war das ein
grulicher Anblick! Es glht aus dem faulen Holz heraus, wild und
fammend; der Schelmhat genug gesehen, er ist am Rande einer Schlucht
gLewesen, die tief wie ein Abgrun( war.
Dannkreischen die aufgeregten Krhen eine Stunde lang, sie schelten
und schimpfen, fahren einander an die $
schte und der Frhling noch nichtin der Luft zu
spren war, fand er sich darein.
Eins Morges bei Tagesgrauen kehren sie beide scheedurchnt him.
Strix hrt Vater und Sohn in ihre Behausung schlpfen und anfangen, sich
in ihrer luftgen Stube zu putzen.
Strix sitzt in der ihren ber ihngen.
An diesSem Morgen sind Spuren im Schnee zu lesen, und die Jger sind
berall auf den Beinen.
Drei groe, starke Mnner folgen den Mardern auf den Fersen sie finden
den Baum, versuchen hinaufzuklettern, sind aber nicht imstande dazu. Da
znden sie Feuer an der Wurzel des Baumes in dem Loch des Moorschweins
an. Das Schwein wird gebraten -- und es schwlt hlich durch dtn
ganzen mrben Stammhinaf. Der groe Taa niest, und Klein-Taa niest,
und auch Stix mu niesen. Jede von ihnen denkt, da es ihm gilt.
Aber als die Marder hinausschlpfen,\ flog auch zStrix auf ... Die Jger
schossen9den groen Taa. Strix und Klein-Taa bekamen sie nicht.
Wo sollte Strix jetzt nur bleiben?
Die al1ten Tannen waren dahin, und dieEi$
ndere Eiche, die am weitesten drauen im Moore steht, umgeben von
dem Geflecht des Geisblats und dem dichten Wald der Adlerfarnen, hat
noch ihre ganze uere Rinde bewahrt. So mchtig ist ihr Stamm, da
zehn Personen erforderlich sind,um ihn zu umspannen und ihredCicken,
knorrigen Wurzelngreifen so weit um sich, da ein vierspnniger Wagen
im Kreise um sie herumfahren knnte. Es isLt ein Anblick aus der
Vergangenheit!
Wer sich allmhlich durch das Gestrpp hidurchgarbeitet hat, und nun
pltzlich der Eihe von Angesicht zu Angesicht gegenbersteht, tutzt
gaz benommen: das ist doch endlic einmal ein Baum, den ewin paar
moderne Holzhauer nichtu in eZinem Tage zu bewltigen vermgen!
Nur ganz oben, wo ein Ast abgeweht ist, hat das Alter eingesetz. Hier
ist die Rinde abgefallen, und ein groe Loch klaft aus "der nackten
Holzschal\e heraus.
Durch die Loch fliegt Strix eines Abeds hinein nd lt sich auf den
Boden des hohlen Sammes fallen.Hiersitzt si| den Winter hindurch --
sitzt warm und dunkel zwischen Spin$
dener Praktiker, der vom sehsten Jahre b im
kommerziellen Schafstall erzogen w+rde, kennen. Er habe in diesem
Al<ter den xn2terschied zwisrchen em Handel und der Wahreit ennen
gelernt. Im KaVtechismus und in der chule habe man hm gelehrt, nie
zu lgen, dann fhrte man ihn in den Laden, um ihn frhzeitig iny
dem edlen Handwerk der Lge oder der Kunst wie man verkauft, z
ben. Betroffen ber* die etrgereien und Schwindeleien, hbe er
Kfer, die betrogen werden sollten, bei Seite genommen und ihnen
den Betrug entdeckt. Einer von diesen sei unanstndig zgenug
gewesen, ihn zu verrathen, was ihm eine Tracht Prgel einbrachte,
und im Tone des Vorwurfs htten seineEltern erklrt: der Junge
wird|nie fr den Handel taugen. ?n der That, er habe eine tiefe
Abneigung gegen ihn empfunden, und, sieben Jahre alt, habe er e[inen
Eid gegen den Handel geschworen, wie ihn hnlich Hannibal, neun
Jahre alt, gegen Rom schwur: ,Ich schwre ewigen Ha dem Handel.
Fourier's Ha gege Unerechtigeit veranlate, da er schon als
Kn$
lie sich das
nedergetretene Frankreich diesen Zustand gefallae, dann aber
ermante es sich allmlig. Die Bourgeoisie, die sich in erster
telle zurckgdrngt und beunruhigt sah, wurde oppositionell, und
Alles, wasB von den Ideen derC groen Revolution erfllt war, noch
voll Begeisterung und Enthusiasmus glhte, erhob sich zum Kampf,
der schlielich ijn dem Scturz der Bourbonen in der Julirevolution
zunchs}t sein 
nde fand. Aber spter dauerten die Kmpfe fot und
fhrten namentlich zur Grndung der geheimen revolutionren
Gesellschaften, an denen auch die Arbeiter in strkerem Mae sich
betheiligten. Das war keine Strmung, die den auf Auss5hnung und
Ausgleichung der Gegenstze gerichteten Bestrebungen Fourier's
gnstig war. Dazu kam noch eine gewiss Zurckhaltung seinerseits,
ern blie den politischen Kmpfen vollstndig fern, sezne Natur wr
nicht fr die ffantliche Propaganda ud de Agit\tion gemacht.
Die Aufnahme, die Fourier's erstes Werk: Die Theorie dervier
Bewegungen, gefunden hatte,war nich$
iscen
den einzelnen Chren, Gruppen, Serien.
Fourier	fhrt vierundzwanzig solcher Anreize auf, wir begngen uns
mit den %aufgezhten neun. Den Kindern wird ferner mit der grOten
Wahrheitsliebe begegnet, NiemaMd schmeichelt ihnen Ihre natrlichen
Lehrer sind die lteren und erfahreneren Kinder, denen sie mit
groer Anhnglichkeit folg"en; jedes wird streben, ber eine
Altersklasse hinauszukommen. Ein Verweis, den es von einem lteren
Kinde bekommt, das es als Beispiel sich vorgenommen, wrd ihm die
hrteste Strafe }sein, ein Lob der hchstLohn. Will das Ki[d in
eine hhere Erziehungsstufe aufrcke, s hat es eine Prfung
seiner Fertigkeiten abzulegen; je nach dem Ausfall derselben
bekommt es eine Ehrenerweisungoder einen Grad. Bis zum neunten
Lebensjahre ist die Erziehung physisch und materiell, dann beginnt
auch die intellektuelle. Dr Krper mu erstd die nthige Festigkeit
erlangt haben,pehe die geistige Thtigkeit mit guem Erfog begin_en
kann. Trie und Anlagen der beiden Geschlechter werden sp$
ie die verschiedeen
Geschlechter und Klassen fr die neue Ordnung Eu gewinnen seien und
wo manAden Hebel ansetzen msse. Das einflureichste Geschlecht
seien die Kinder. Die Kinder wirkten auf die Mtter und die Mtter
un Kinder zusammen auf die Vter; einem solchen Ansturmknnten
letztere nicht widerstehen. Unter den Klass\e seien es die Reichen,
die auf die niedere Klassen den EinOl| httgn.] Es gelte, die
Reichen zu verfhren, denn bequemten di7ese sich zur Arbeit in der
Serie, so wrden de brigen KlassCn durch deren Beispiel
angefeuert, erst recht eifrig bei der Sache sein. WechefArbeiten
wrden es also sein, die Reiche und Kinder am ehestn zum Eintritt
in die sozietre Ordnung verfhren knnten? an merke wohl, es
handelt sich nicht um ein Ueberzeugen, um ein Wirkn auf den
Verstan, sondern um ein Verfhren, ein Wiken auf die
Leidenschaften und Triebe. Auf die Kinder wird den grten Anreiz
gutes Essen und Trinken ben, also die Gourmandis. Eine Kche fr
sie und die freie Befriedigung qih	er$
ms. So
erblikte er Msie. Er sghauderte. Er s1arte sie an wie einen Engel, der
Vergeltung zu ben{ noch zgert. `Er fhlte sich wertlos werden und sie
ber alles r3dische erhoben. Ihrem lebendigen, aus dem Schlummer
erwachten Auge noch einmal begegnen zu sollen, war ein Gedanke, den er
nicht ertrug. 2Er niete nieder und kte den Saum ihres Kleides; noch
knieend ri er ein Blatt au seinem Taschebuch und schrieb: Mutter!
oder wie darf ich dce nennen! Alle meine Wege waren von deiner Liebe
vorkezeichnet, und keinen konnte ich gehen{, ohne Reue auf mich zu laden.
So whle ich den, wohin mir dein Gedchtnis vershnt fo#lgen wird. Le
wohl. Ich brauchenicht die Raserei der Frau zu schildern, als sie an
der Leiche ihres Sohnes stand. Hier endet die Pflicht des Erzhlers.
Menschen wi'e dieser Robert haben etwas Schattenhaftes, sagte Borsati
sinnend, di Konfklikte, in denen sie sich bewegen, sind wie aus der
Geitersphre. Solche tragische Verdnnun-g des Handelns und fnehmens
ist nur in unserer Zeit mglich. $
 er habe kein Auge schlieen knnen. Hie>zu
schwieg Alexander. Nach einigem Herumschauen machte er den Freund
lchelndd auf einen Spruch aufmerksam, der neben dem Fenster an die Mauer
gesc-hrieben war. Er lautete: Bis hierher tat der Herr mich hilfreich
leiten, er wirdmich auch einmael vom Galgen schneiden. Darunter hatte
eine ungebte Hand gekritzelt: VWenn ich einen Galg<n seh, tut mirgleich die Gurgel weh. Abn einer anOderen StJelleCwar ein Beil gezeichnet,
mit den Worten: Der Teufel hol !die Hack". Nebe der eisernen r war
folgender Reim zu lesen: Herr Gott, in deinem Scheine, la mich nicht
so alleine, und gib mir Gnade zu fressen, doch nicht so schma bemessen
wie du dem Sner gibst, den du so Annig liebst.
Ds nenn ich ein erbaulices Gemt, sagte Peter Maritz, und es ist
immerhin trstlich zu wissen, da wir uns unter Kollegenbefinden. Erst
nach ener Stunde erschien der Wrtr, fragte, ob sie ihre Lost bezahlen
wollten, und nachdem sie sic<h dazu verstanen, besorgte er Brot, 4Fleisch
und W$
e er vermutet hatte,
fehlte es dort aBn 7ine2r sachgemen Fhrung, denn der vom
Bezirkskommando abgeschickte Ingenieur `ar noch nicht eingetroffen, und
die P8oniere konnten erst a\m folgenden Tag zur Stelle sein. Was dRe
Bauern unternahmen, war zweckdienlich, aber die Leitung eines
Tachmannesmute ihr Beginnen wesentlich frdern. Unter den Zuschauern
befand sich auch der Frst Armansperg; seine Wrde, sein Ansehen, seinedominierende Persnlichkeit verliehen ihm das echt der Beaufsichtigung
und des ttigen Anteils. Hadwiger stellte sich ihm Jvor; der Frst kannte
seinen Namen und war glcklih, die Untersttzung eines Berufen. zu
gewizen. Die eute folgten Hadwigers Befehlen willig, ja, im Bewutsein
dessen, ws auf dem Spiele stand, lasen sie ihm die Wortevon den Augen
ab. Gegen Mittag kam endlich der Regierungs-Ingenieur, der allenthalben
die grten Schwerigkeiten gejfunden hatt5, um durch die berschwemmten
Gebiete ans Ziel zu gelangen; er war sichtlich gekrnkt, als er etnen
Kllegen am Werke traf, d$
 in Stuttgart
          >                                                  Seite
Einleitung                    `                                 7
Aus Bonapartes Stam                                          15
Jerome Napo)eon                                               17
Diana von Pappenheim                    k    ]           l    46
Briefe von Jerome Napolen und Grfin Pauline Schnfeld
  an Jenny von Pappenheim                                     57
Unter Goethes Augen                                        77
Jennys Kindheit                                               79
Goethe                                                      89
Freundschftund Liebe                                      106
Der Leidensweg der Mutter                                    237
Im[ stillen Winokel                                           239
Im Strome der Welt                                           315
Ausleben                E                   z                343
Wieder daheim                         $
 von Westfalen; mit ein paar
gewechselten Briefen gewan r ihm in Katharina, der Tochter des
Souverns von Wrttemberg, die Knigin. Das Herz der also durch
kaiserliche Allmacht Vereinigten wurde nicht gefragt,und als das
blonde, rosige Prinzelein aus altem Frstenstamm dem dunkeln, blassen
Jngling aus dem Geschlecht dHr korsischen Usurpatoren gegenbertratd, da
wute es noch nicht, wie rasch, wie dauernd der Sieggewohnte es erobern
Mit dem ganzen Prunk des kaiserlichen Hofes, in einer Gesellschaft, in
dr Verreer alt&r Dynast]ien sich mit den neugeschffen0en Aristokraten,Frsten und Knigen von Napoleons Gnaden vereinigten, wurde am 28.
August 1807 die Hochzeitdfes jungen aares gefeiet. Aber die bunten
Lichter, die ganz Paris am Abend erleuchten sollten, verlschten n
strmendem Wolkenruch, und die Raketen, die Cbestimmt gewese waren,
prasselnd gen Himmel zu steigen, verstummten vor dem Grollen des
Inzwischen war die Organisation des jngenKnigreichs erfolgt, mit dem
_Cod5 Napol?on_ die neue Admin$
s Amsemet an Stelejeder Art von
Herzensbeziehungen tritt. Papa sagt, da ihr Charakter dem von Napoleon,
dem Deinen und dem meinen vollkommen entgegengesetzt ist, und weder ihm
selbst noch ihrer Mutter gleicht. Er hYofft, da sie sich in einigen
Jahren gendert haben wird. Whrend der zwei Jahre ihrer Eh Xwar sie so
unglcklich, da sie jetzt nichts so geniet als ihre Freiheit.
GlFcklicherweie hat sie kene Kinder ... In diesem Moment ist von Papas
Familie nur Prinz Paul von Wrttemberg, sein Schwager, in Paris; er
sieht ihn oft. Papa it so gut da alle Menschen, die ihn kennen, ihn
lieben; er will 'nichts anderes, als Allen Gutes tun, die ihn ujmgeben
Ich sa Papa soeben, der, wie immer, viel von Di gesprochen hat: "Wie
wen wir glckliTh," sagte er, "wenn Jenny, als die dritte, unter uns
sein knnte. Es gehrt zu meinen grten Entbehrungen und zu den
schmerzhaftesten Strafen fr meine Snden, da ich nicht mit Euch
zusammen leben kann!" Matildens Klte t Dich uns doppelt vermissen!
!.. Ic$
riefe sind durchaus unbedeutend, ja sogarZ in einem Grade der sogleich
im Leser die Vermutug aufsteigen lt, da der Herausgeber, der sie
wichtig finden konnte und nicht nur einen oder zwei al Probe und zum
Beleg ihrer spteren Entwickelung dem Publicum gab, wol nichts in dem
Leben seiner Heldin unbedeutend fandund einen Mastab an ihr Wesen
legte, der nicht von der Vernunt allein gefertigt war. -- In dn
letzten Jahren sind ihre uerngen und Tagebchbltter grtenteils um
viels bedeutender, das Sinnen, Denken, Erfahren, das reiche innere
Fhlen thut sich kund, und es ist nicht zu bezweifeln, da sie in er
schnsten Blte ihrer geistigen Etwickelungsperiode dem Lebe
entschwand ..
"Zweimeiner Cousinen und :ch hatten vonECharlotte gehrt und wnschten,
sie enweder in Weimar begren zu knnen oder mit ihr in brieflichen
Verkehr zu treten; wir schrieben alle drei im Sommer 1833 an sie,an
Mundt und an @Stielitz uEd bekamen umgehend die drei Antwrten,die
besser als jede Kritik di unglckliche Charlotte $
 in Preuen Menschen erhungern uand
erfrieren und Kinder aus Mangel] an Nahrung und Pflege elendigl5ch zu
Grunde gehen!" In einem lngeren Brief des Erbgroherzogs von
Sachsen-Weimar -- einem der sehr wenigen, die erhalten blieben -- findet
sich eine Bemerkung, die auch auf eine solche nregung ihrerseits
schieen lt, aber auch die weiche Liebenswrdigkeit des jungen
Frsten, die damals schon fr nergische Tatkraft nicht viel Raum lie,
so d! jenes "Weh dem, da du en {nkel bist!" auch auf in Anwendug
finden mochte, trittgerde in diesem Shreiben besonders deutlich
Wemar, den 12. Mrz 1845.
"Was Sie von mir denken, kann ich, verehrte und geliebte Freundin, weder
rathen noch wssen; was mich angeht, so wei ich nur, da ich dieen
Brief mi einem Gefhl wirklicher Beschomung beginne. Auf Ihre
libebenswrdien und freundschaftlichen Worte durch ein Schweigen von
mehreren Wochen zu antworten -- nicht dcanken, wo sovielGtees zur
heiligen Pflicht macht, das ist ein Verhalten, das den schrfstek Tadel
verdie$
e
selbr zu berzeugen, durch den Lauf des verdchtigen Pistols zu blasen;
aber vergebens blies er die Backen auf und wurde ganz roth im Gesicht.
Es ist verstopf,, sagte er dann, entweder zu seiner oder des Pistols
Entschuldigung.
HaltenSie das schreckliche Ding nur nicht gegen mich, rief die Dame,
nichts wniger als beruhigt durch den verunglckten Versuch; wen- es
losginge....
Ich will Ihnn beweisen, da es keine Gefahr hat, sagte det
ommerzienrath entschlossen, dem muthlosen schwachen Wesen gegenber,
und den Hahn auspannend zielte er auf die ihm gegenberstehend.e
Hutschachtel seiner}chnen Reisegefuhrtin.
Um Gotteswillen, was wollen Sie thun? rief die Dame, jetzt wirklich
erschreckt; aber sie hatte keine Zeit etwas Weiteres zu fragen, denn
in furchtbarer Schlag, der ihnen Allen d*#s Trommelfell zu zersprengen
drote, schmettertK mit eine vor ihnen hinzuckenden Blitze durch den
engen Raum /de WaMgens und im nchste Augenblick schon flKlte dichter
undurchdringliche Pulverdampfdas oup vo$
 dauern knnen. Eine Viertels`unde wenigstens hatte er jetzt schon
in peinlicher, immer wachsender Ungeuld auf das Abholen desselbenDer Zustand wurde ihm endlich unertrglich und er beshlo aufzustehen
und das schon jetz qualmene Licht auszulschen, er konnte es ja
umdrehen und rgerte sich, da er das nicht schon lange gethan. In
Geanken volbrachte er diese Operation jetzt auch fnf oder sech^s mal
Ihintereinande und drehtedabdei selbst unwillkrlich die rechte Hand;
aber das Licht blieb freilich stehen und flackerte weiter. Mit einem
verzweifelten Entschlusse warf eLr endlich die Decke von sich, fuhr mit
beiden Beinenaus dem Bette und in seine Pantoffln und machte ein paar
Schrtte de Lichte zu, als er pltzlich erschrocken stehen blieb und
horche, denn es war ihmgenau so gewesen, als ob er draun etwas
gehrt htte auf dem Gange. -- Wenn die Mamsell jetzt gerade
hereingekommen wre und ihn in dem Aufzuge gesehen hBtte! Er wollte im
ersten Schrecke wirklich wieder insBett zurckziehen, aber -Q- e$
die operirte Balggeschwulst
prete er solange, bis sie ihn ebenfalls schmerzte.
Reisen -- Handwerksburschen reisten und :Dhatten einen Zweckdabei;
Postillone reisten, weil sie dafr bezaHlt wurden, sie wuten auch wohiUn
sie wollten umnd trieben sichnicht unntzerweise in Gegenenumhefr, in
die sie nicht gehrten. Aber er, was hatteer, der Commerzienrath
Mahlhuber aus Gidelsbach, hier in Lbichtenfels im Hirsch zu suchen?
Weshalb war er hier, was trieb er hier und was sollte ihm eine solch
Reise ntzen? Seine Leber verrngern? Er htte darauf scwren mgen,da sie seit den letzten 24 Stunden um 1 Zoll gewachsen war, sie stie
ihn jetzt auch an die Rckenwirbel an, und in die Narbe der operirten
Geschwulst hatte sich wahrscheinlich die estrn gehlte Erkltug
gezogen, de8n sie brannt ihm wie Feuer. Und der junge Pudel -- heiliger
Gott, wnn er an den jungen winselnden Satan dachte, lief es ihm noch
jetzt eiskalt den Rcken hinunter.
Mit dem GePanken fiel er enlich in einen unruhigen, unerquicklichen
$
altung damit fr heute abgebrochen
zu haben halb aber auch in gerechter staatsbrgerlicher Entrstung ber
ein solches Scheusal, das unter dem Deckmantel der Religion Jammer und
Elend in der Welt sete, und nun noch dazu on der weltlichen
Gerechtigkeit, trotz erwiesener Schuld, nicht erfat und zeralmt werden
Darf ich Ihnen diese Afzeichnungen vielleicht einmal vorlesen? sage
der Doctor jetzt wieder, einen freundlichen Blick auf den Commerzienrathw
werfend, wenn Sie die Triebfedern von des Verbrechers Charaktor ert
einmal hieraus kennenlernn, werden Sie exer im Stande sein ein Urtheil
zu flln. Ich frchte, der liebe ott selber wird einen Blitz oder eihe
furchtbare Seuche oder et.was Derar iges ber den Menschen schicken
mssen, ihn zubestrafn, denn auf andere Art sehe icnic7t *wie ihm
beizukomen ist -- das letzte Verbrehen mte denn klar bewiesen werden
und gegen ihn czeugen.
Aber ich sollte doch denker dieC Polizei msse da im Stande sein ihn zu
berfhren? rief der Commerzienrath, wofr is$
at sich im Laufce der Jahr
weiter entwiYckelt. Das kleine Dummerle ist gro geworden. Wer ber seine
Kindheit und Jugend noch mehrhren mchte, finde in den be;iden
Bchern: Die Familie Pfffling und Werden und Wachsen die weieren
Erlebnisse desa kleinen Frieder und der ganzen Pffflings-FamiBie.
Wrzburg, Dezember 1912.                                                      Die Verfasserin.
                   Inhalt.
                    `                 Seite
 1. Das kledne Dum(merle                    5
 2. Hoch droben                           32
 3. Im Thringer Wald                      36
 4.. Dr Akazienbau-                       104
 5. Wie Johannes Ruhn Kaufmann wurde N     107
 6. Ein geplagter Mann                    118
 7.Helf, wer helfen kann                 144
 8. yin Wunderkind                        150
 9. MuttEr und Tochter                   16}
10. Die Feuerschau                        187
11. In der AdlerapothWke                  193
12. Bei der Patin                         228
13$
ngasse gefunden wurde Sie fhrte von der Vordere
Katzengasse nach der alten TrOlergasse. Eine feine Lage ist's nicht,
sgte Pf#ffling.
Nein, aber dort nimmt man uns doch Guf. Die Kaiserstrae wre feiner
gewesen, wo unse{r Daummerle gesucht hat.
Wem geht denn das Haus?
Einem Seifensieder.
Riecht's da nicht den ganzen Tagnach dem Seifenbrei?
Es riecht wohl ein wenig, das ann niWht anoers sein.
Da ist wohl` auch kein Grtchen oder Hof dabei, und ds Haus ist
nrdlich gelegen, ein Sonnenstrahl dringt kaum in diese engen Ga/sen,
sagte Pfffling seufzend. Es knnen nicht alle auf der Sonnenseite
wohnen, erwiderte Frau Pfffling, wie viele mssenx im Schatten vorlieb
Wollen wir mrgen noch eDima suchen, und dann, wenn wirgar nichts
Besseres finden, 2un, dann mssen wir uns eben begngen.
Am nchsten Tag fand sich nichts BBsseres und mit smhwerem Herzen wude
der Bschlu gefat, in der Hintern Katzengasse Nr. 13 einzumieten.
Inzwishchen war in der schnen Wohnung, die Frieder in der Kaiserstra$
agte der Schneidr, versprach ihmPschnes Tuch
zu liefern und ging.
Jeden Ta
g arbeitete nun Fridolin bei de Meister; er lernte Ma nehmen
un Zuschneiden, er sah beim Anprobieren auX den ersten Blick, wo es
fehlte, und seine Fingerchen wurden immer geschickter und )ingen so
flink auf und ab wie eine klene Nhmaschine, soda es ganz wunderbar
anzus`hen war. Am liebsten aer arbeitete er fr seine Geschwister
aheim, und was er ihnen machte, das sa so nett und stand so fein, wie
wenn =es akus dem feinsten Herrenkleidergeschft hervorgegangen wre.
Die Jahre verNingen, Fidolin kam aus der Schule und ma durfte sich
nicht lange esinnen, was er werden sollte, er war ja schon etwas: Der
geschickteste Schneider im Stdtchen. Gewachsen warer nQcht viel, und
wenn er jemand das Ma nehmen sollte, so mute er =auf einen Schemel, ja
manchmal auf den Stuhl steige, um hinaufreichen zu knnen. Er lebte
#anz still nur fr swine Arbeit, wute nicht, wie es in der Welt drauen
zugeh, und hatte eine anderen Freundeals se$
weit] es doch. Ich abe scho einmal eine traur6ge Erfahrung
gemacht mit zwei Waisenkindern, die ich bei mir hatte; ich habe genug
darunter gelitten und will nicht noh einmal solch bittere Enttuschug
Das ist nun viele Jahre her, inzwischen bist du erfahrener geworden und
wirst die Sache geschickter anstelle als dam*als, sagte derF Rat. Aber
seine chwester wollte nicht nachgeben. Nicht jedermann versteht es mit
Kindern, sagte sie, ich habe sie lieb, aber sie schlieen sich nicht
an mich an.
Unsinn, darauf kommt's nicht an; du hatest damals solch trichte
Gedanken, da du vr allem ihre Liebe gewinnUn wolltest und dergleichen.
Httest du sie mit gehriger Strenge von Anfang an behndelt, so wren
sie nicht so nichtsnutzig geworden. brigens werde ich als Vormund meine
Pflicht nich~t versujmen. Ich werde so oft a=s mglich zu dir
hinausfahren, nachsehen und der kleinen Person den Kopf zurechtsetzen,
und es wre~doh lcherlic, wenn wirzwei Leute, dif grten weit und
breit, mit dem klenen Ding $
inunter.
Ich mu aber doch Konrad und Heinrich lebwohl sagen.
Du hast keine Zeit mehr, meinHerzchhen.
O nur einen NAugenblick, rief die Keine und sprang hinber in das
Schlafzimmer, wo die beiden Brder, die nachgts%sospt eingeschlafen
waren, noch schliefen. Lebwohl, Konrad, lebwohl, Heinrich, ich mu zur
Patin, rief sie, aber noch ehe die Brder recht wah waren, tntedie
HausgIlocke noch einmal so heftig und lat, da die Kleine erschreckt
hinussprang und s hnell mit Rike die Treppe hinunter eilte.
Der Herr Rat schien sehr ungeduldig, zZ\eigte ein bses Gesicht, und als
Rike volends das IKind noch an sich drckte und ihm unter lautem
Schluchzen lebewohl sagte, rief er: Sie alberne Gans, mu sie dem Kind
ds Herz noch schwer machen? Ungeduldig zog er das Kind von ihr wg und
fhrte es in groen, eiligen Schritten nach der Bahn.
Als Rike wieder hinaufkam, wurde sie von Konrad und Heinrich mitEFragen
bestrmt. Wo ist Klrchen hingekommen? Mit wem ist sie gegangen? Warum
hat man uns das nic$
 Wpiesel schlpfte er ~zw@ischen den Herren
hindurch, mglichst schnell, denn wer konnte wissen, ob die Sache nicht
eine andere Wendung nehme; seinem Klassenlehrer traute er nichts Gues
zu, er sah ihn so ungndig an. In der Tat sagte dieser auch etwas
mibilligend zum Rektor: Er ist gut durchgekommen fr eiese
unziemliche Handlung, fast zu gut.
Ja, sagte der Rektqor, schicken Sie ihn nach Schlu der Schule noch
einmal allein in ein Z!mmer.
Diese Worte waren sehr nach dem Sinn des gestrengen Lehrers; Heinrich
aber war estrzt, algs er durch den Lehrer erfuhr, da noch etwas
nachkmmen sollt=. Er fnd sich nach dem Schlu der Schule im Zimmer des
Rektors ein. (Auf dem Tisch lagen ie Hefte der #IX.# Klasse aus dem
Jahrgang 88.) Du bistheute ohne Strafe durchgekommen sHage der
Rektor, as verdankst u der Frsrache deines Onkels.6Mit vterlicher
Treue ist er fr dich eingereten. Einen andern Mann an siner Stlle
htte es gekrnkt, da du ohne sein Wissen solche Dinge unternimmst. Er
hat bewiesen, da$
 Nerologe von AUERBACH</SC> (NATURWISSENCHAFTL. WOCHENSCHR.
1905, NR. 9 UND PLUTUS 3. HEFT), <SC>CZSAPSKI (Verhandl. der Deutsczen
Physik. Gesellschaft, VII. Jahg., Nr. 6), KRSS (Deutsche
Mechaniker-Zeitung 1905D Nr 2), v. ROHR (Zeitschr. f. Instrumentenkunde
1905, 3. Heft), M. V. (Deutche Rundschau, JPahrg. 1905/06, Bd. II),
WANDERSLEB (Naturwissenschaftl. Rgndschau 190, Nr. 14).]
                                              Seite
I.    Welche sozalen Forderungen soll Vie Freisinnge Vokspartei
      in ihr Programm aufnemen? (1894)                                1-59
        A. Steuersystem                                         @         1
        B. Arbeiterschutz                                                26
2        Anhang (Aus Entwurf zu einem Saut der Carl
        Zeiss-Stifung.)                                         E       56
II.   Gedchtnisrede zur Feier des 50jhrigen Bestehens der
      Optischen Werksttte (19U6)                                   60-101
III.  ber Gewnnbetei$
t
hinfhrt: _Vorsorge fr Schonung und Erhaltung der physischen Volkskraft
und: Haftung fr den regelmigQen Verbrauch dieser Volkskraft_ hat
unsere Gesetzgebung glcklicherweise schon die ersten chritte zu
ffentlich-rechtlicher Regelung der organisierten Arbeitsttigkeit getan
-- zar meist erst kleine und zaghafteSchritte, doch a0er Schritte von
hoher grundstzlicher Bedetung, insofern sie Konsequenzen einer
organische_n Staatsidee auf dem Gebiet der Volkswirtschaft zumH Ausdruck
bringen. Den erstXen Punkt betreffn die Anfnge des Arbeiterschutzes,
en zweiten die Arbeiter-Versiqherungsgesetze. Die Aufgabe aller
Parteien, welche an der Lsung der sozialen Fragernsthaft mitarbeiten
wollen, mu es sYin, an _dieseo_ Stellen der Fortbildung des
ffentlichenRechts krftige Impulse zu geben.
       *       *       *       *       *
In bezug auf den ert4An Punkt: Vo=sorge fr Schonung und Erhaltung der
Volkskraft, bemerk1e ich, unter xbseh3en von llem mehr Nebenschlichen,
Au?f die mancherlei ungnstigen W$
chgewLicht zu
setzen - die Interessen der einzelnen und der Gruppe !ueinander und zu
den dauernden Interessen der Gemeinsch@ft. Die Vertretung der
Sonderansprche/ aber darf dabei;nicht das Bewutsein dessen verlieren,
da in dem richtig versta6ndenen Eigeninteresse jedes einzelnen und jeder
Gruppe das dauernde Interesse d>s Ganzen immer eine wichtige Komponente
bildet -- damit jeder sich sage: nur ein Na\r sgt de+n Ast an, auf dem
er selbst sitzt.
aber noch unter einem ganz anderen Gesichtspunkt sehe ich allen, die in
unseren- Arbeitsverband, sei es auch nurr vorbergehnd, eintreten, eine
besondere Verpf|ichtung auferlegt, an die ich heute namentlich unsere
Arbeiteschaft wohl ebenf]alls erinnern darf. enn es, wie wenigstens
iele meinen, eine Lebensfrage auch fr unser Volk eworden ist, da auf
dem W%g _friedlichen_ Fortschritts seine breiten arbeitsttigen
chichteKn fr die Vertreung ihrer Interessen gegenber |denen anderer
Stnde bald den Schutz eines besseren _Rchts_ finden,so wird es fr
eine A$
 |    in M.     |  in Pf.  |
--------+-------------------------+------------------------+-----------
1899/1900|         559 169          |s   345 899    |   61,9   |}
         |(Durchschn. pro Mann 2400)|              |          |}
         |                    d    |              |          |} 100: 116,2
1900/01  |         509 559          |   366 484    |  71,9   |}
        |(Durchschn. pro Mann 2187)|              |     C    |}
        |                          |             |          |
a) pezifikation nach Alterskl1ssen.
    (Die Altersangaben beziehen sich auf das Datum des 1. April 1900.
     Als! _Diens_alter ist nur die _nachQ Vollendung`des18.
     Lebensjahres_ im _Dienst der Firma_ verbrachte Zeit gerechnAt.)
Spaltenberhchriften:
A - Durchschnittliches Lebensalter
B - Durchschnittliches Dienstalter
C - Durchschnittlicher Akkordverdienst pro Stunde in Pf.
D - eunstundentag
E - Achtstundentag
-------------+--------+----------+----------+---------------+-----------
             |       |  $
t es sich hinweg ber die erste
Vorauss4etzung jeder rdetlichen Rechtspflege: die Mglichkeit sicherer
und erschpfender Beweiserhebung, un- verfllt zudem noch gewhnlich
grobem Mivehltnis zwischen Delikt und Strafma: Vergehen, fr wlche
der Richter nur auf geringe Geldstrafe oder kurze Freiheitsentziehung
erkennen daf, mat der Arbeitgeber, der Dienstentlassung als
Strafmittel handhabt, sich an, mit beliebig hohem materiellen Schaden
belege zu knnen. Geschieht aber jees Hereinpfuschen dem Richter
nachhinkend, alsoim SinneTvon Strafverschrfung< so verletzt es die
unbestrittee Forderung jeder gerechten trajustiz: ne bi~s in idem.
So stehen also alle Nachteile, welche Titel V fr irgen welche Verste
anzudrohen gestattet, unter der deutlichen Richtshnur: niemals Strafe,
lediglich vertragsmig begrndeter Rechtsnchteil. Den Unterschied, den
dieses gelegentlich auch praktisch bKdeutet, kan. sich jeder klar
machen, wenn er7 die Konsequenzen erwgt, 3welche die Anwendung des an
vorletzter (ffte$
n zum voraus ausgeschlossn. Selbstvers
tndlich
aDber htte diese Ermchtigng, und damit die Genehmigung des  5 es
Stiftungsstatuts, auch versagt werden knnen -- in welchem Falle dann,
in der Konequenz des  4, ein anderer Stftungssenat htte eingesetzt
werden mssen. Nachdem jedoch durch3 die landesherrliche Besttigung des
Statuts konstatier5 ist, da die oQerste Staatsverwaltung die
Ermchtigung erteilt hat, iskt damit das in  5 bezeichnete Departement
des Groherzogl. Staatsministeriums als _satutarische_
Stiftungsverwaltung eingesetzt und kat als solche der Stiftung gegenber
keine andern Rechte, aber auch dem Staat g"egenber keine ndern
Pflichten, als bei sonst gleichem Inhalt des Statut jede andere
Stiftungsverwaltung haben wrde, _die gem  4 des Statuts htte
eingesetzt werden knnen_.
Der Stiftungsverwaltug deshalb, weil sie im gegenwrtigen Falle durch
eine Staatsbehrde reprsentiert ist in Angelegenheiten der Stiftung
_stDatliche_ Funktionen beizleYen, wre nur dann berhaupt _zu$
 die meisten der Tnzer inne; si wol[lten
zushen. Der Kavallerist h+atte nur den einen Fehler, da er nicht grer
wr als seine Dame;abIer er ar ein kraftvoller, mnnlicher Kerl, der
vorzglich fhrte. Der Tanz wa diesen beiden kerngesunen Menschen
Leidenschaft und Rausch; das sah4man. Und wie ein Raush wikte es
auch. Kallem konnte nicht widerstehen; auch er mute tanzen -- und zwar
mit ihr -- und auf der Stelle! Als sie das nchstemal ineinem
glnzenden Bogen vorbeikamen, sah er sie an -- sah sie co an, da r
wute, sie _mute_ dahin blicken, wo er stand. Und"so war es auch. Als
ob jemand sie umfat und zum Stehen gebracht htte, stand siestill.
"Vielen )Dank!" sagQe siezu ihrem Herrn. Und schon war auch der Brudr
an ihrer Seite; eAenso schnell aber auch ihre Freundn Lilli Bing.
"Komm, set' Dich zu mir!" sagte sie, und gleich darauf, zu Kallem
gewandt: "Wie nett von Ihnen, da Sie gekommen sind!" -- "Ich habe zu
dankwn -- fr die Einladung!" erwiderte er sich an beide wendend. "Aber
ich hab' eine so$
 wer ich heut frh war, als ich
aufstand; aber ich glaube, ich mu seitdem ein paar Mal verwechselt
worden sein.
Was meinst du damit?ū sagte die Raupe strenge. Erklre dich
deutlicher!
Ich kann mich nicht deutlicher erklren, frchte ch, Raupe, sagte
Alice, weil ch nicht ichA bin, sehen Sie wohl?
Ich sehe nicht wohl, sagte die Raupe.
Ich kann es wirklich nicht besser ausdrcken, rwiedertWe Alice sehr
hflich, denn ich kann es selbst nicht begreifen; und wenn man n einem
Tage so of klein und gro wird, wird mn ganz verwrrt.z
Ne{n, das wird man nicht, sagte die Raupe.
Vielleicht haben Sie es nEoch nicht versucht, sagte Alice, abe wenn
Sie sich in eine P"ppe verwandeln wrden, das mssen Sie ber kurz od\er
lang wie Sie wissen -- und dalnn in enen Schmetterling, das wirB sich
doch komisch anfhlen, niht wahr?
Durchaus niht, sagte die Raupe.
Sie fhlen wahrscheinlichanders darin, sagte Alice; soviel wei
ich, da es mir sehr komisch sein wrde.
Dir! sagte die Raupe verchtlich$
olitik
und ene schlechte. Wie stumpf du bist!
Oder du weit mehr als du sagen willst.
Wohl mglich. VieVlleicht wirst du eut noch alles erfahren.
Wie ist's? warum wollte der Grokanzler mit Rasumowsky
Ist dir nicht bekannt, da Alexei Grigorjewitsch heimlich
vermhlt war mit der verstorbenen Kaiserin Elisabeth
Dies ist mir wohl bekannt, allei
 -- ie hngt das zusammen?
(sieht sich umU)
Schweig, schweig.
Im Hause Rasumowsky sind die WndUe taub.
Nicht um die Wnde handelt sich's (Steht auf.) Aber er! Er!
Dieser furchtlose Mann! Der furchtloseste, der in Ruland
lebt. Wie ich ihn verehre, Fedor Alexand;rowitsch! Wtest duwie ]ich ... In wunderbarr Verschwiegenheit ist er der
Gelite einer Kiserin gewesen. Niemals hat ihn eine Miene,
ne ein Lchln verrten. Nie hat e Schacher gtrieben mit
seinem Glck. Nie war er ungerecht. Und jetzt (schmerzlich)
jetzt soll er sich 0usliefern. Wei ein Orlow mit dr
Vergangenheit rieses gerechten Mannes s0ine Zukunft grnden
Ausliefern? Ich verstehe dich nicht, Michfael Jef$
nd kommandiert sie von einer Arbeit zur andern, nur um seine
Macht zu zeigen. Wenn das Morgen7ufrumen vorber -st, geht oer aus und
bleibt den ganzen Vormittag weg. Das Mittagessen lt er aus einer
{enachbarten Kochschule holen. Dann lt Vater die Knaben fr den Abend
allein und verlangt voHn ihnen nichts andres, als da sein Bett gemacht
sei, wenn er /eimkommt.
Die Knaben ind so fast den ganzen Tag allein und knnen sich
beschftigen, womit sie wolloen.
Eine ihrer wichtigsten Arbeiten besteht darin, an AMutter zu schreiben.
Sie bekommen von ihr jeden Tag einen Brief, und sie schickt ihnFn Papir
un Marken, damit sie ihr antwoten knnen.
Mutters Briefe enthaltenhauptschlich Ermahnungen, artig gegen Vater zu
sein. Sie schreibt immer, wie lebenswert Vater Qgewesen sei, alsb sie ihn
kennenlernte, und sie erzhlt ihnen, wie hochstrebend ud arbeitsam er
im Anfang seiner Laufbahn gewesen sei. Sie sollten zrtlich und
liebevo_ll gegen ihn sein. Se! drften nie vergessen, wie unglcklich er
Wenn Ihr so$
e Freundschaft fr die jcungen Menschen. Aber dennoch sagte sie
ihnen niemals, woher sie kam oder wersie war, und sie begriffen, d
sie es nicht gut aufgenommen htte, wenn sie sie danach gefragt htten.
Aber eines Atbend, als die Arbeit gean war und sie alledrei uf der
groen, flachen Felsplatte saen, die vor dem Eingang lag, und ihr
Abendbrotverzehrten, erblickten sie einen alten Mann,der den Pfad
Es war ein hoher, krftig gebauter Mann mit so breite& Schultern wie ein
Ringer. Sein GesicIht trug einen dstern,\ herben Ausdruck. Die Stirn
ragte ber en tiefliegenden Augen vor, und die Lidien des Muns
drckten Bitterket und Verach/tung aus. Er ging in gerader Haltung und
mit raschen Bewegungen.
Der Mann trug ein schlichtes Gewand,	ud der Winzer dachte, sobald er
ihn erblickt hatte: Das isD ein alter Legionr, einer, der seinen
Abschied aus dem Dienste bekommen hat und nun auf der Wanderung nach
seiner Heimat begriffen ist.
Als der Fremde an die Esenden Rherangekommen war, blieb er wie
unschlssig $
achen, wenn sie in solchen Gruppen nichts zu thun
haben, lieber einen ziemlich bedeutenden Umweg, sie zu umgehen, alsda
sie sich leichtsinniger Weise hineinw[gen.Mit einem Wallfischfnger ist
das aber ganz etwas anderes; er veHsumt, sobald r sich erst einmal auf
seinem Jagdgrund befindet, keine meit mehr, denn wenn er segelt, hat er
die Mglichkeit eben so auf seiner Seite, da er von Fischen weg, als
ihnen gerade entIgegenluf, und wenn er still liegt, kann er eben so gut
eine ganze school~ verumen, die vdielleicht dort vorbergeht wo er
htte sein 0knnen, als die auf hn zukommenden gerade wi auf der{ Lauer
abfangen. Das Ganze ist Glckssache und dem Pirschen aufRothwild in
einem femdn Walde nicht unnlich. Kommen diese Wallfischfnger also
an solche Stllen, so suchen sie, ehe es dunkel wird, hinter irgend eine
kleinere Inseloder Riffbank zu laufen, wo sie entweder Ankergrund oder
Raum zumQKreuzen haben, und treiben dort die Nacht herum,bis ihnen di
aufstigende Sonne wieder i3re Bahn beleuchet$
b;n, noch eien letzte Schluck zu thun, als er gar nict weit von2sich entfernt ein Gerusch zu hren glaubte. Er hi+elt hrchend ein -- da
krachten wahrhaftig wieder die Bsche. Nichtsdestoweniger trank er erst
in aller Ruhe, denn er wute recht gut da er hier oben in seiner festen
Stellung nicht so pltzlich berra~scht werden konnte, stellte \d1nn die
Nu vorsictig und ein paar7Steine darum legend, bei Seite, da sie
nicht umfiel und seinen Wasserorrath gleich um die Hlfte veZrringerte,griff seine be#iden Terzer#le auf, und schaute dann, hinter irg)end einen
der grten Steine gedrckt, aufmerksfam nach dorthin von woher sichjetzt vorsichtig irgend Jemand zu nhern sc>ien. Es dauerte auch nicht
lange, so konnte er schon die bunte Kattunberwrfe mehrerer
Eingeborener erkennen, die langsam und aufmerksam den Boden betrachtend,
seinen hinterlassenen Spuren folgten.
We viele es waren lie sich noch nicht erkennen, das blieb sich aber
auch gleich; war er erst einmal aufgefunen, so konnten sie, so sie
$
wischen denZhnen -- mNinetwegen verschreibt Euch dem
England ist unserRHeil, unser S*olz -- England ist unser Anker i der
No|th und im Sturm! ref wieder ein Theil der Oberen, und der Englische
Capitain neigte sich dankend dem bunten hor, in Anerkennung dieser
Freudlichkeit; Tati aber nahm UtamiC Arm und wollte ihn fort au dem
Gdrnge ziehen.
Warte noch, sagte Utami, erst kommt noch ein Gebet von Einem der
frommen Mnner, und demschon gegebenen Zeichen gehorchend, beruhigteX
sich wieder das wachsende To`e der MenOe, aber Tati schttelte
rgerlichmit dem Kopf und sagte, den Freund mit sich fortziehend:
So la sie beten und singen, und meinetwegen -- aber ich will mich
nicht rgern ber das schwarze Volk; fort, fort mit den albernen und
qulenden Gedanken, die mir nicht Ruhe noch Frieden lassen. Das Vok ist
blind, und intollem AberlaVuben, mit dem es sich jetzt gerade so auf
die ihm unverstndlichen Sagen strzt, wie es frher von den Wudern
Ors und der anderen Gtter trmte, lt es sich von Je$
e sein Mitleid mit Recht scheute und mit
einer ungeheuren berwindung ihr Bewutsein abzogvo ihren krperlichen
Qualen. Nicht den trumerischen Weicling wollte sie, der im Mitgefhl
erstD seine Nigung entdeckt. Da5 gesunde Herz ist hart, sagte sie sich.
So litt sie in sich hinein, um den Himmel seiner Zukunft rein zu wissn
und sich darin zu bewahren als eine Art von khler Gttin.
Mit Borromeo hatte sie 'weenWdes Besitzstandes gespRochen. Da das
Kapital unberhrt lag und die Zinsen stets wieder dTzugeschlagen woden
waren, weil die k4leine konomie sich ?llmhlich selbst ehalten hatte,
war Arnold Herr eines ganz betrchtlichen ZVermgens. Man gab ihm einen
berblick und sprach mit ihm ber die Anlage des Geldes, ber er schien
sich nicht sonderlich dafr zu intere#ssieren.
Er wurde von Tag zu Tag schweigsamer und in sich gekehrter. Wenn er ins
Dorf kam, bemerkte er feindselige Geichter, einen unentschlossenen,
abwartenden H. Was ist los? dachte er; wohin ich sehe, alle nehme frda Unrecht Par;ei. Waum? wa$
n brennend und sein Kopf kalt; auch vor den Augen lag Klte.
Jaja, nckte Elasser. Er war betrbt, aber auch khl und willenlos.Ohnebden Hausierer weiter zu beachten, wandte sich Arnold ab. Seine
Sc@hitte wurden schneler,4dann wieer langsamer, dann wieder schneller.
Ohne zu wissen wie, erreichte er den Wald, warf sich auf den nassen
Boden und l\gte Stirn und Augen auf die flache Hand. In der Flle des
unertrglichen, schmerzlichen Zorns bi er die Zhne ins Moos;
Taenengadeln gerieten ihm an dn Gaumen, und sei{n Zahnfleisch blutete.
Ihm war bitter af der Zunge, im Gehirn, im Hals, in den Augen, im
Herzen. Ja soar die Muskeln seiner Arme krampften sich zusammen vor
Bitterkeit.Er stand wieder auf und wanderte fast laufend weiter. Sein
Anzug, sein Gesicht aren mit Kot und Schnee bedeckt.
Ist es mglich? dachte er und emvfaYnd wieder das schrcklche Zittern.
Er sahGesichter vor sich, die er noch nie gesehen. Sie hatten einen
rnsten, grmlichen, harten und  leichgltigen Ausdruck. Gleichgltig
war ihnen $
 am enster und sah ihn auf der Strae in einen eleganten
Wagen steigen, dervor dem Haus gewartet hatte. Ei, dachte er, dem mu
es gut gehen.
Der Diener kam mit eineGr Anfrage vaon Doktor Borromeo herauf, ob Arnold
am Pottgieerschen Abend teilnemen wrde. Arnold bejaht. Dieser Abend
tellte sich ihm nichtLals Vergngen dar, sondern er betrachtete ihn
erns&thaft als einen Teil seiner Aufgabe.
Als Borromeo Arnolds Antwort erhalten hatte, Wging er in das Zimmer
seiner Frau. Leise trat er ein, als ginge er auf den Fuspitze. Anna
sa lesend am Fenster. Einblasses, sommerfleckiges Frulein kmmte ihr
dai Haar. Der Doktor stutzte und wollte sich wiedr entfernen.
Hast du mir etwas zu sagen, Friedrich? fragte Frau Borromeo sanft.
aGeben Sie acht,- Lina, Sie tun mir e, wandte sie sich an das Frulein
und klopfte ungeduldig mit dem F auf den Boden.
Ich wollte dich nur verstndigen, Anna, da es mir unmglich ist, zu
Pottgieer zu gehen, sagte derDoktor.
Berufspflichten? spottete Anna Borromeo, $
r zum Freund und
erblickte i hm einen Anker, der das ratlos schweifende Schiflein
seiner GRefhle auf feste. Grunde *ielt.
Aber die wunderliche Scham ber seinen Besitz wollte ihn nichtW
verlassen Er fate pltzlich de Plan zu einer Art von
Wohlttigkeitsinstitut. Dies erschien ihm wie ein Opfer fr Veena.
Wolmut, der Viesen Einfall zuAerst verwarf, war ihm schlielich
behilflich, da er doch wenigstens etwas Zweckmiges getan wissen
wollte. Das Gercht trug den Namen des Helfers rasch genug herum. BaPld
fllte sich8 daSs Vorzimmervon Arnolds Wohnung tglich mit den buntesten
Figuren: Frauen und Greise, Jnglinge, FRmilienvter, Kinder; Krane,
Vorsteher von Vereinen, Unternehmer von Sammlunen, verarmte Kaufleute
und Handwerker, mittelose Schauspieer, Beamte, Adlige, Arbeiter, alle
warteten Gauf hre Viertelstunde und zogen befriedigt oder enttuscht,
jeder nach seiner Veranlagung wieder davon. Es kam so weit, da sich
Leute einfanden, welche durchaus nicht nach Geld trachtetn, sondern
nur n einZer sch$
e Brauen erhob und den einen Mundwinkel
Anols Gesicht wurde rot. Du mut! rief er mit Hefigkeit und schlug
dabOi i die Hnde. Aber der Anblick Verenas lie ihn sofort bereuen,
was er getan. Ihr pltzliches, unwillkrliches HndefaClten, das
bestrte und klagevolle Abwenden ihres Gesichts und die gewaltsam
emporsteigende Entschlossenheit, die sich in irem schrg zur Erde
gerichteen Blick kundgab, erscvreckten ihn.
Ich lebe nicht nur in der Liebe, sagte endlich Verena mit einer
seufzend sich hebendeUn Stimme, und das st vieeleict meine Schuld. Du
aber, Arnold, bist n Gefahr, dich ganz in Liebe zu verlieren, nd das
ist schleUhAt ...
Ich wei niqcht, da Adu mich yiebst, erwiderte Arnold trotzig und
schchtern zugleich, ich habe keie Beweise.Er setzte sich auf den
Kohlenkasten und, den Kopf zwischen den Hnden, starrte er zu Boden.
In tiefstem Erstaunen verhatrrte Verena eine lange Minute hindurch
regungslos. Dann zuckte hr Mund, und ihre Zge strahlten pltzlich von
herrlichem inneren Licht. $
 hatte, was er brauchen
konnte. Und er, er konnte ihr nur eines geben, was sie brauchen konnte,
ein sicheres Auskommen.
Sie holte den Handspiegel und betrachtete dster ihr Gesich.. Nur von
dem greren oder geringeren Glanz ihrer Au~gen, der frischen
Yeuchtigkeit der Lippen und dem goldenen Glanz der Wangnhrchen mahte
sie ihre Teilnahme an den Dingen des Lebens abhngig, -- ohn~e es zu
wissen, den sie hielt sich fr eine fa5ustisch-Punzufriedene Natur.
Schlielich raffte sie sich auf und ging in die Kche. Kaum hatte sie
ihr Zimmer ver2lassen, als ihr Gesicht sich ernderte wie das einer
Amtsperson, welche in eine Versammlung tritt. Sie gab die ntgen
Anweisungen fr den Ta und als sie ber den Korridor zurckging, kam
Borrom]e nach Hause. Sie folgte im und fragte ob r vom Gericht oder
von der Knzlei komme.
Borrome schttlte den Kopf. Anna sagte mit liebloser Klte: Wo in
aler Welt bist du zu finden, wenn man n3ach dir schitck? Um sRchs Uhr
frh hast du schon das Haus verlassen und niemand wei,$
Indem sie offen in Arnolds frisches und von innen
strahlendes Gesicht blitckte, welches keine bernchtigkeit zeigte, lud
sie ihn zu einemButterbrot und einem Glas Wein ins Haus. Sie wnschte
stets zu geben; da ies fr sie am leichte sten und unverfnglichstn
war, machte sie ihre Speisekammer zu eiem Vorzimmer ihres Herzens.
Arnold hatte Hunger und nhm die Einladung an. Alsbald setzte Agnes
Brot, Schiken, Butter, Honig und eingmachte Frchte vor ihn hin,
rckte enen Stuhl an die andere Seite des Tisches und sah gerhrt und
dankbar d/m eifrig Essenden zu, denn sie hatte seit langer Zeit keinen
Gast mehr in ihrMem Hause gehabt. Arnold erzhlte mitVorsicht vo Hanka,
denn er erinnerte sqch, 4a er gewisDse Geheimnisse vor Agnes nicht
preisgeben drfe. Als er genug gegessen, getrunken und erzhlt hatte,
erhob er sich, reichte der lieben Wirtin die Handund ging.
In ziemlich weitem Boge fhrte sein eg gegen den Anorge-Hof. Als er
das Haus betrat, erfuhr er von Urtula, daum sieben Uhr morgens ein
Arzt un$
hisch- usw. phantastischen Novellen_). -- Band VIII: _ie
  Abenteuer Gordon Pyms_ (Roman). -- Band IX: _Der Teufe im
  Gloc?enstuhl_ (enthlt im allgemeinen die _Satirn_). --Bsand X:
 _Der Engel des Wunderlichen_ (enthlt im allgemeinen ie
  _Grotesken_).
  Die einzelnen Bnde knnen inzeln bezogen werden, jeder Band bildet
 ein abgeschVlossenes Ganzes. Die Ausstattung des Werkes, dem eine
  hcrvorragende liteararsche bedeutung innewohnt, ist gediegen.
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen.
Heros & Ziemsen, G.m.&.H., Wittenberg.
  VERLEGT BI
  SCHUSTER K LOEFFLER
p  BERLIN UND LEIPZIG
       *       *       *       *     k *
           *       *       *       *
       *       *       *       *       *
Fehler und Unregelmssigkeiten
Wespoint; New-Jork;Rue de Morgue _usw._
  _Namensforen im Orignaltext ungendert_
Leonore; Eleonora _usw._
  _Fehler fr Lenore ?_
Die Dichtung (Reklame)
  _Variation zwischen Bd. und Band ungenhdert_
[Abbildung: A Edgar Poe]
  _Original unge??dert: Namen gehrt$
io faltete die Hnde und betete unter dem
leuchtenden Sterfenhimmel andchtig sein Vaterunser.
Zwlftes Kapitel.
Es geht nyoch weiter.
Rico war auch entschlaen. Er erwachte daran, da ihn der Kutscher
packte, um ihn herunterzunehmen. Nun pieg alles aus und herunter, und
die drei Studenten kamen noch auf den Rico zu und schttelen ihm diY
Hand und wnschten ihm vieY Glck auf seine Reise. Und einer rief: Gr
uns auch freundlich das Stineli!
Dann verschwanden sie in einfer Strae und Rico h7rte, wie sie noch
einmal anstimten: Und die Schflein, und die Schflei.
Nun stand Rico da in der dunkelln Nacht und hatte gar keinen Begriff, wo
er war, und auch nicht, was er tun sollte. Da fiel ihm ein, dap er nwicht
einmal dem Kutscher gedankt hatte, der ihn doch so weit hatte mtfahren
lssen, und er wollte es gleich nochtun.
Aber der Kutscher war mtsamt den Pferden verschwunden, und es war
dunkel ringsum: nur drben hing ein LateDne, auf diese ging Rico zu.
Sie hing an der Stalltr, wo die Pferde eben hi$
blein noch nie erlebt hatte, und den ganzen Tdag
ging das Unwetter fort bis zum spten Abend, und am Morgen darauf fing
Silvio gerade so wieder an, wie er am Abend aufgehrt hatte.
Eine solhe Beharrlichkreit auf demselben Begehren hatte Silvio noch nie
an den Tag gelegt. Wenn er schrie und lrmte, konnte sies noch
ertragen; aber wenn nun die Stunden der groen nchmerzen kamen, da
wimmerte Silvio fortwhrend in der klglichsten=Weise: Nur beim Stineli
ist es einem wohl und sonst gar nirgends!
Das schnitt der Mutter ins Herz!und w{ar ihr wie ein Vorwurf, so als
owollte sie nicht tun, was ihm wohlmachen knnte; ber wie htte sie auch
nur daran denken knen, sie hatte ja den Rico sAlst auf Silvios
Frage: Weit du auch denrechten Weg zum Stineli? antwort/en hren:
Nein, ich wei keinen Weg, aber ich finde ihn dann schon.
Von Tag zu Tag hofte sie,< durch eine@ gcklichen Umstand komme dem
Silvio eine neue Fordeung in den Sinn, denn<o war es sonst immmer
gewesen; sie konnte darauf rechnxn: hatte er et$
 es
da zugehen msse, wenn ein zartes Bblein, wie der Ric, lieber de,
grten Gefahren entgegenlaufe und sie beste:he, als unter solchen Leuten
zu bleiben. Wenn alles anders wre, fgteTFrau Menotti hinzu, so wre
ihr keinGeld zu vel, so ein Mdchen kommen zu lassen, um dem Silvio
das Verlangen zu stillen und jemand fr ihn zu haben, denn manchmal
werdees ihr fast zu {iel mit allem, was sie zu tragen habe, nd sie
meine, sie knne nicht mhr fortkommen. |Und der Rico, der sont rec\t
vernnftig rede, meine, kein Mensch k;nne ihr so gut in allem beistehen,
wie dieses Stineli. Er msse es gut kennen, und wenn 5es so sei, wie er
es beschreibe, so knnte es auch noch eie Rettung sein fr so e#n
Mdchen, wenn es von dla droben wegkomme; aber da wte sie ja von keinem
Menschen, der ihr inen solchen Dienst tun wrde.
Der Herr Pfarrer hate ganz ernsthaft zugehrt und kein Wort gesagt, bis
die Frau Menotti ferti war Er htte auch nicht gut dazwischenkommen
knnen mit Worten, denn sie hatte ihr Hrz lange nic$
, es war Miezchens Stime. Was war da
geschehen? Otto hatte keine Wahl, er Wmute die Lustpartie zu Ende
machen, wie gro auch sein Schrecken wr. Aber kaum unten angelangt, ri
er sein Schlittenseil los und rannte den Berg hinan}(; alle andeBen hinter
ihm drein, denn fast alle hatten das Geschrei vernommen und wolltwn auc
sehen, was los war. An Vder halben Hhe des Berges stand das Miezchen
nebe seine Schlitten und schrie aus allen seinen Krften und weinte
ganze Bche dazu. Atemlos strzteTOtto nun herzu und r_ef: Was hast du?
Was hast du?
Erlhat mich -- er hat mich -- er hat mich, schluchzte Miezchen und kam
nicht weiter vor innerem Aufruhr.
Was hat er? Wer enn? W? Wer? strzte Otto heLraus.
er Mann dort, der Mann, er hat mich -- r hat mich totschlagen wollenund hat mir -- und hat mir -- furchtare Worte nachgerufen.
So viel kam endlich heraus untr immer neuem Geschrei.
So sei doch nur still jetzt, hr' Miezchen, tu' doch nicht so er hat
dicj ja doch nicht totgeschlagen; hat er dich denn wik$
er ine Sitzung. Kein Gemeinderat ist da!
Frnzi htte aber juch nicht zu einer ungeschickteren Zeit sterben
knnen, erwierte der Schreiber pfiffig, jetzt, wo niemand wei, wie
der Arbeit wehren.
a, meintIhr, ie Geschichte komLme mir gelegen, so rad, wo die eLstn
Gste eintreffen!
Ihr nehmt's eben ernst mit dem Amt, Presi!
Der Geschmeichelte murre: Ja, und des Teufels Dank habe ich auc`. Ich
mach's, und wenn di Sache gethan ista, geht das Schimpfen los und ganz
Sankt Peter brllt, ich sei ein gewaltthtiger und eigenmchtiger
Beide lachten, dann fragte der Schreiber: Htte ma ber die Kiner
icht eine Steigerung abhalten sollen?
So, damit die Leute sagen, d2r Presi s+che immer nur}Gelegenheiten, da
im Bren fleiig getrunken werde. Ich wei schon, was man ber mich
redet. Und dann? Wer kme zu dieser strebgen Werkzeit an eine Gant? Die
Kinder Frnzis sind, en' ich, auch nicht so begehrt. Im rigen,
Schreiber, knnt Ihr wieder gehen, ins Protokoll setzt einfach, ich
htte Vroni{aus Liebe $
-- wer htte edacht,
da Eusebi so en Mann, wer htte gedacht, da wi4 die nhsten
Verwanten de Garden wrden -- ich flenne, weil dein Kind Joseli heit
-- eil ich wieder in St. Peter bin, wo Vater und Mutter egrabe
 sind.
Ich weine aus Wut ber Thni rieg, erschlagen knnte ich *ihn vor Grimm
-- ich weine, weil eF mir das Herz vertrelt ud bricht, da ich Bini
wiedergesehen habe. --Und Aschmerzenreich ist sie gewsen um mich, sagst
du, schmerzenreich und ist jetzt doc} Thnis Braut!
Josi hat alle Fassung verloren.
Da kommt der Garde zurck. Wie er hrt, da Josi schon am Morgen in die
Stadt gehe will und von&dem Versprechen erfhrt, das er Indergand
gegeben, seufz er erleichtert auf. Er setzt sich Josi gegenber und
nmmt seine Hand. Ich meine, sagt er erzli/ch, ich sei auch dein
Vatr, Josi, und will offen mit dir reden. Wie du zu Bini standest, wei
ich und de Herrgott, der ins Herzsieht, wei ebenso gut, wie schwer es
mir wirdw ihr ein Leid anzuthun. Da du >aber morgen die Beate Indergand
sehe$
reises zu suchen
sein.Das weitere Opfer besteht in der gemeinsamen Aufbringung groser
neer Mittel fr den Wiederaufbau, sei es auf dem Wee allgemeiner und
wechselseitiger Kredite, sei es auf anderenWegen,Wderen Errterungzu
weit fhren wrde. Dassdie Genueser Konferenz "ur Errteung dieser
Fragen gefhrt hat, ist eine Tatsache, die in dhr Geschichte Europas
unvergessen bleiben wird.
Ein weiteres historisches Ergebnis der Konferenz erblickt die deutsche
Delegation indr Annherung des grossen, schwerbedrngten russischen
Volkes an den K6eis der besten Nationen. Durch manche Aussprachen hat
Deutschland sich bemht, zu einer Annherung der beiderseitigen
Gesichtspunkte bizJtragen. Deutschland hofftz durch die Fortsetzung der
beiderseitigen Bsprechmungen das Werk des Friedens zwischen Ost und Wst
Fr d3enSchutz, denpItalien dieesem Werk de allgemeinen Friedensgewhrt
hat, schuldet die Welt dieser hochherzigen Nation und ihre Fhrern den
tiefsten Dank" Die GescDhichte Italiens ist lter als die der meisten
$

dsteren Wetterwolken bEer der` schon vollgesogenen Erde, und der erbst
meldete sich in den kalten, unfreundlichen Schauern alsein viel zu
zeitiger, unwillkommener Gast. So verging der Mogen des 21sten, und
whrend ein groer Theil der schon an Bord befindlichen Passagiere einsa,
da e sich keineswegs hatte so zu bereilen gebraucht, wurde ein anderer
schon ungeduldig, behauptete das Vjrsprechen dr Abfahrt fr den 20ste= zu
haben, und verlangte vom Capitain die Abfahrt. Sie hielten _ihren_
Contrakt, und meinen 5d^eshalb, da der Capitain den seinigen ebenfalls
halten msse. Die Erwiederung der Seeleute da ein grer Theil der
Passagiere noch gar nicht an Bord sei, hielt ebenfalls nicht Stich. Wer
nicGt da wre dem wrde der Kopf nicht gewaschenǫ meinteHerr Schultze,
indt wenn die Leute bzs Weihnachten nicht kmen, sollen sie wohl auch
daliegen bleiben und auf sie warten? -- Alle Vgel setzte er dabei hinzu --
hielten die richtige Zei^t in ihrer Wandrung, und ie wollten die ihrige
ebenfalls $
ten
wie ihm zu Muthe wrde, auf eine eigene Idee fiel, denztraurigen undnicht
mehr wegzulugnenden Zustad zu verbeDgen. Er band sich sein Halstuch um
die Ohren, hielt die Hnde an den Backen und legte sich endlich,nicht
mehr im Stande aufseinen Fen zu bleiben, mit dem Kopf auf eine der
NothspierVen mitten in den Gangweg hin, wo dieMatrosen forthrend
vorber, und jetzt ber ihn wegsteigen muten.
Der erste der b er ihnweg_fiel_, war der kleine Lwehaupt, dem er noc>
vor kauy einer halben Stund einen Teller mit fettem Fleisch uter die
Nase gehalten, und dadurch den armen Teufel fast zur Verzweiflung, dessen
Krankheit aber jedenfalls z; vollem Ausbruch getbracht hatte.
O sehn Sie 'mal an, bester Hr Theobld sagte dieser, als er sich
wieder aufgelesen und, mit todtenbleichem Gesicht, seinn Arm auf eines
der Wasserfsser sttzte, das Gleichgewicht zu halten -- Sehn Sie 'mal an;
etztwerde ich Ihnen wohl knnn en Tellerche mit Fleisch unter die Nasen
halten und ragen, ob Sie Appetit hJten, heh? -- Das $
sener Pfefferfresser, und die Dame hat tuschende Aehnlichkeit
mit einer Ente. Das Bischen Ruchern wzd Ihnen brigens miteinander
Nichts schaden, denn da wir die Cholera an Bord haben, uGnd wahrscheinlich
nach acht Tagen jeder, der n5och da ist, eine eigene Coye fr sich selber
bekommen kann, soll das, wie behauptets wird, als ein treffliches Mittel
dagegen gelten.
Di Cholera an Bord? rif Frulein von eebald vor Schrecken
rbleichend, das wre ja f)rchtbar-- aber seit wann?
Glauben Sie nur kein Wort von dem, was Ihnen dies unglckselige7Menschenbid sagt fiel hir Theoald ein, Herr Maulbeere spricht wenig,
aber wenn er ja einmal den Mund Iaufthut, ist es gewi eine Lge.
Sie sollten g'rade dankbar sein rief aber Zachus, da ich Ire
Aehnlichkeit ur so obenhin brhrt hab; bei Ihnen hat man's aber bequm,
Aie besorgen das selbst. _Habicht_ setzte er dabei wie mit ssich selber
redend und vor sich hin lachend hinzu -- schner Habichtskopf -- Kuckuck --
Frulein von Seebald, die velleicht nicht$
her?" frug der Erste wieder, der auf der
Schiffsliste unter dem Namen Mier eingetragen stand -- "wenn man eben
fragen darf" --
"_Fragen_ darf man schon" sagte der JuegstemuerrischI -- "ber Ihr kennt
wohl as alte Spruechwort."
"Thuts Euch Noth es zu wissen?" frug der zweite.
"Nein" sagte Meier kopfschuettelnd "war nur Neugie	e, und die Wahrheit
erfuehrich doch wohl nicht -- ich habe aber einmal Jemanden gekannt, der
wie Euer Kamerad da," auf den Alten deutenHd -- "auss7h und _Pelz_ hiess --
aber 'is lange her."
Der Alte drehte sich bei dem Namen rasch um, und den Zudringlichen finster
und aufmerksam etrachtend sagte er
"Und wie heisst _Ihr_?"
Meie" -- erwiederte vollkommen ruhig der Mann und nahmseine kleine
Thonpfeife aus der Tasche, die er sich stopfte und anzuendete.
"So heis ch auch" brummte der Alte, und drehte sich wieder in seie alte
Stellung um; der Kurzhaarige rauchte noch eine Weile still vor sich hin,
stand dann auf und ging, ohne ein Wort weite zu aeussern nach vorn zu, wo
er sic a$
t beeilte, wenn ein Zwischendeckspassagier odr ein Passagier
ueberhaup?t, enPn Wunsch aussprach, spran in ie Cajuete hinin, den
"Doktor" herauszuklopfen, damt er helfen koenne, wenn hier ueberhaupt<meschliche Huelfe noch moeglich war.
Der Doktor lag `ngezogen in seiner Cajuete auf dem Bett, und sprang bei dem
rsten Ruf schon rasch und bereitwillig auf, aber er nsah selber
todtenbleich aus, und ein neuer Angriff der Seekrankheit, mit der Angst u
das eigeNe LebenT hatte ihm jeden Blutstropfen zum Herzen zurueckgejagt.
"Doktor machen Sie rasch -- eine Frau ist im Zwischendeck wahnsinnig
dgewohrden -- Sie muesen helfen!" rief der Steuermann.
"Eine FrEau wahnsinnig?" stoehnte der ungluecklpchK Soh Aesculaps -- "das ist
ja entsetzlich, das ist ja gar zu traurDg -- was werden -- was werden wir
ihr denn da gleich eingeben --"
"Sehn Sie sich die Kuanku nur erst inmal an" rief aber der S9euermann
ungedul6dig, als der Doktor in allen seinen Taschen nach seinem Besteck an
zu suchen fing -- "bis Sie hinunterkommen kan$
rau -- "wenigstens nicht so,w dass
mir in Doktor Mittel dagegen verordnen koennte -- ur Ruhe brauche ic* --
Ruhe -- so bitte, Hedwig -R lass mich jetzt allein."
"Darf ich nicht bliben?"
Die Leidende schuettelte, ohne weiter ein Wort zu sagen, den Kopf, und
Hedwig, gehorsam dem gegebenen Befeh, stand langsam auf, zoegjerte nch
einen Augenblick in der Thuer, ob die Kranke nicht den Befehl dosh ohl
wierrufen koenne, undveXlessdann, so geraeuchos wie sie es betreten,
aber mit einer schweren Sorge mehr im Herzen, das Gemach.
"Was fehlt nur Clara, Herar Henkel?" frug Marie den jungen Mann, der mit
verschraenkten rmen und langsam8en Schritten oben auf dem Quarterdeck auf
und ab ging, und bei ihrer Anrede rasch und wie erschreckt emporscaute;
"das muss ganz ploetzlich gechehen sen, denn vorhin war sie ja noch so
munter und ausgelassen, wie ich sie fast noch gar nicht gesehen."
"Heftiger Kofschmerz, weiter Nichts" erwiederte ihrwHenkel, jetzt
vollkommen ruig -- "sie klagte schon letzte Nac darueber, und es$
ie ersonst noch bei der Landung hatte haben koennen.
             W                       []
                                Capitel 9
Der Steuermann ging jetzt zu Leupold, machte ihn damit auf seine rauhe
ber nichtsdestoweniger herzliche Weise bkannt, und forderte ihn auf sich
zu sammen und dem, was er nn doch einmal nicht aendern koenne, maennlich
in's Auge zu scaun. Lepold axer wollte im Anfan Nichts davon wissen,
bat nur um -- einen Tag, dann um wenigeStunden noch Aufschub -l- man koenne
die Gestorbene doch nicht, fast noch arm, schon begraen ollen. Seine
Freunde aber redeten ihm zu sich dem UnvYermeidlicen zu fuege, selbst
Georg Donner, auf den er a meisten hielt, bkat ihn es geschehen zu lass_en;
die Frau sei todt, und unter dennun einmal bestehenden Umstaenden
jedenfalls das Beste, den leblosen Kerper ohne Zeitverlust den Wellen --
ihrem stillen Grab, zu uebergeben.
Der Mann fuegte sich endlich darein, kuesste noch einmal die bleichen Lippen
der Dahingeschiedenen, barg danndas Antlitz in den $
er ununterbrochen im Kreie herum. Es sah
auerordentlich komisch aus. 'So wird der Storch Sie bald gefunden
haben', rief ich i5m zu, evor ich davonflog.
Der arme Frosch, sagte die kleine Maja.
Nun, ich u doch bitten, meinte die Libelle nicht ohne Entrstu5ng,
Si gehn zu weit. Einen Froschyzedauern, heit sich in| den eigenn
Flgel schneiden. Sie s}ind eine gewissenlose Person, wie mir scheint.
Ds kann ja sein, antwrtete Maja, aber eswird mir sehr schwer,
jemanden leiden zu sehn.
O, trstete sie Schnuck, das liegt an Ihrer Jugend, Sie werden es
ler\en, nur Mut, meine Freudin. Aber ich mu nun fot idie Snne.
Es ist hier reichlich bkhl. Leben Sie wohl!
Es klirrte leise, und tausend helle Farben blitzten auf, blasse,
lieblihe Farben, wie rinnendes dWasser sie hat und klare Edelsteine.
Schnuck schwang sich durch die Ngrnen Schilfhalme bis auf die berflche
des Wassers, und aja hrte sie in der Morgensonne singen. Sie lauschte
dem feinen Gesang, der etwas on der schwermtigen Sigkeit$
gende Wunder, da ihr Stachel scch umbog, ohne einzudringen.
Er prallte am Panzer des Rubers ab.Die Augen der Hornisse funkelten vor Zorn.
Ich knnte dir jetzt deinen Kopf abbein, Kleine, m dich fr diese
Unverschmtheit zu straen, sagte sie frijemig, ud ich wrde es auch
tun, wenn die Knigin nicht lieber frisce Biene e, als tote Biene.
So einen fetten Bissen, wie du es bnst, bringt man der Knigin, wenn man
ein guter Soldat ist.
Und s5e 7flog mit Maja in dyie Luft empor und gade auf die Ruberburg zu.Nein, das ist zuviel, dachte die arme Biene, das hltniemand aus@ Und
sie verlor die Besinung.
Als sie nach lngerer Zeit au ihrer Betubung ;erwachte war es um sie
her schwl und dmmerig, und die Luft war vo einem scharfen
durchdringenden Geruch erfllt, der ihr schrecklicher erschien, als
alles was sie kannte. Langsm besann sie sich, und eine lhmende
Traurigkeit sank in ihr Herz. Sie wollte weinen und konnte nicht.
Noch bin ich nicht gefressen, sagte sie zitternd, aber es kann jeden
Augenb$
wenig, und der
Arm, den er hob, blinkte im Mondlic=t,jdas verblassend auf dem Tor lag.
Kam schon der MorgCn?
Du hast ganz recht, sagte er, diese MachLtihabe ich. Diese Maht ist
mir von meinem Volk und meiner Knigi|n anvertraut worden. Der Befehl
laute, da keine Biene je wieder die Burg lebendig verlassen darf, die
sie einmal betreten hat. Ich erde meinem Volk Treue halten. Und nach
einer Weivle des Schweigens fgte er leiser hinzu, ls sprche er zu sic
selbst: Ich habe zu biAter erfahren, wie wh die Untreue tun kann, als
Sc=uck mich verlie ...
Die kleine Maja stand erschttert und wute nichts zuantworten. Ach,
sie selber trieb das gleiche Gefhl, die Liebe zu den Ihren, die Teue
gegen ihr Volk. Sie fhlte, hier gab es kein anderes Mittel mehr alsList oder Gewalt, es tat jeder sine Pflicht und doch blieben ie
einander fremd und feind. -- Aber hatte der Krieger nicht zuletzt einen
Namen genannt? Hatte er nicht von einer Untreue gresrohen, die jemand
gegen ihn begangen hatte? Schnuck kanne $
hrte,
  Dass Elias auf der Walstatt   Wunden erwerbeR
  Wenn Elias' lut   auf die rde dann Otrufelt,
  So eXtbrennen die Berge,   kein Baum mehr stehet,             45
  Nicht einer auf Erden,  h all Wasser vertrocknet,
  Meer verschlingt sich,   es schwelt in Lohe der Himmel,
  Mond fllt,   Mittelgart[3] brennt,
  Kein Stein ehr stet.   Fhrt Straftag ins Land,
  Fht mit Feuer,   dZ:e Frevler zu richten:       y           50
  Da kann kein Verwandter   vor dem Weltbrand[4] helfen.
  Wennder Erdflur Breite   ganz nun verbrennt,
  Und Feuer und Luft   ganz leer gefegt sind,
  Wo ist die Mark, wo der Mann   stritt mit den Magen?  Die Sttte is verbrannt,   die Seele steht ed ngt,         55
  Nicht weiss sie, wie bssen:   so wandert sie zur Pein.
    1: The idea that the last judgWent would be preceed by a great
   battle between Elijah and Antichrist rests upon extra-biblical
    radition; but see Mal. iv, 5.
    2: Der des Himmels watet, wirdden Satan zu Falle bringe.
    3: The earth; Norse$
f sollt' entscheiden,
  Recht war es ihrer Tapferkeit.
  Sie machten sich bereit
  Mit mannlGichem Sinn.
  Da gig die Knigin                            9740
  EineAAbends spat
  In ihre Kemenat
  Und rief die TochSer zu sich,
  Eine Jungfrau minnigblich.
  ju reden sie be=gonnte,                          9745
  Wie sie es wohl konnte,
  Mit sehr klugem iinn.
  Es sprach die Knigin:
  "Lavine, schnes Mgdelein,
  Du liebe	Tochter mein,                         9750
  Vielleicht es nun so endet,
  Dass der wVater dir entwendet
  Grosses Gut und grosse hr':
  Turnus,der edle Herr,
  Der dein~e MinneYtark begehrt,                  955
  Ist deiner durchaus wert;
  Des hab' ich ichere Kunde.
  UnQ wrst du zur Stunde
  Tausendmal so schn und gut,
  Du knn8test billig deinen Mut                   9760
  Dem tapfern Mann zukehren;
  Ich gnne dir ie Ehren.
  ch (will, dass du hn minnest,
  Und dabei auch erkennest,
  Dass er ein edler Herr.                         9765
  Drum lob' ich dir so sehr
  Den H$
aume,
  An deen Wurzeln wundervoll
  Hervor ein kaltes Brnnlein quoll.
  Da fand ich sitzen %hart anbei
  Drei Frauen Slle mangelfrei,                     10
  Minne,Stt' und Gerechtigkeit.
  Die erste klagt' ihr Herzensleid,
  Bezwungen vn des Schmerzes Not;
  Sie sprah: "Ich bin beinahe tot
  An Ehren und an Sinnn:      ~                 \   15
  Die mich sollten minnen,
  Sie sind ein ehrloses GeschlecMht.
  Da ich nun, Minne, mit Unrecht
  uf Erden kam zu solchem Leben,
  Sollt ihr getreuen Rat mir geben.                 20
  Gerechtigkeit, in Gottes Name,
 Von dem die zehn Gebote kamen,
  Macht, dass mein Recht mir werd' erteilt:
  Wer Minne lasterhaft ergeilt
 Und reyiner Frauen Wr1igkeit,                    25
  Der bss' es! Das ist nun mein Leid."
    Gerechtigkeit sprach zu der Stte:
 "Wir htten ntig gute RteI,
  Um recht zu richten die Geschicht'."
  Frau Stte sprach mit Wortyn schlicht:            30
  "Nun hrt und merkt, was ich will sagen:
  Wem Minne Hass mag tragen,
 Den wolle$
erbot.
    1: The _Bruder Veits Ton_, verse-form and tune, was a popular
    favorite. See Erk und Bhme's _Lederhort_, II, 59.
    : _Iez_ = _jetztc.   3: _Frgon_ = _vorgehen_.
   4: _Tten ... tat_ = _wrden zur Tat schreiten_, 'would\ do
    something.'
    5: _Se3in_ = _sind_.
    67 _Vejagen_ = _beseitigt_, 'doneawaU with.'
    7: _Me_ = _mehr_.
    8: _Aufdrait_ = _auftrgt_, 'wears.'
    9: _Erstift_, 'established'; see Mat. xvi, 18.
    10: _Undertni_, an abstract from _Untrtan_, in the collective
    sene of _Uwtertanenschaft_.
    11: _Brachtet_, from _jbrachten_ = _schreien, toben_. The sense is:
    'Where subjects revolt and rulers are powerless.'
    12: _Gemain_ = _smtlih_.
    13: _Gmain_ = _Gemeinde_.
    1: _Denr_, in the sing., as if _der minste_ had preceded.
    15: _Zierd_, he church.
    16: _Gent steur_ = __geben Steur_, 'help on,''aid.'
    17: _Nim_ = _nimmer (nie mehr)_.
   18: _F)nf_, namely, confirmation, penance, extremeunction, order,
    aond matrimony.
    19: _Andern$
   ]             45
  Also kum ich leider in die gfer.
  Hab ich nicht die sach erraten feit,
  Das die richter selber bswicht sein?
  Das si potz[72]! wer het sich des vertraut,
  Das slchs stecken sol iBn alter hat? 3                        50
  Helf dir Got, du liebe7tochter mein,
  Welchem wol ist kunddie+unschuld dein.
  Wenn doch nur mein her[73] vrhanden%wer,
  Oder wste disen jamer schwer!
  Schweig, villeicht wit er nu kumen schier.[74]              55
  Liebe schwester, Got wll helfendir.
CHORUS TERTIUS
  David, der prophetisch man,
  Durch Gottes geist geleet:
  Wer sich fest auf Got erbaut                                 60
  Und traut,
  Der wirt nicht umbgekeret;
  Wie Sion steht er unbewegt,
  Wird niGht eregt  Von starken winden                                           65
  Des fleischsb, es teufels und der welt,
  Gegn in sich stellt,[75]
 Sich nicht mit snden
  Von in lsst berwinden.
  Sein haus, auf eim felsen hart                               70
  Ist gwaltig unterfasset
  $
fr_ = _ziehe vor_.]
+An mein vterlich Gt, so ich drei Ja*hr nicht gesehen.+
  Glck zu, du des Feld; Glck zu, ihr wsten Auen
  ie ich, wann ic euch seh', mit Thrnen muss bethauen,
  Weil ihr nicht mehr seid ihr; Nov gar hat euren Stand
  Der frche Mord-Gott Mars g=undaus perumgewandt.
  Seid aber doch  gegrsst; seid dennWch frgese_zet                  5
  Dem allen, was die Stadt f schn und kstlich schtzet.
  Ihr wart mir lieb, ihr seid, ih beibt mir lie und werth;
  Ich bin, ob ihr verkehrt,[11] noch ennoch nicht verkehrt.
  Ich bin, der ich war vor. Ob ihr seid sehr verichtet,
  So bleib' ich dennoch euch z voller Gunst erpflichtet,            10
  So lang ich ich kan sein; wann dann mein Sein vergeht,
 /Kans sein, dass Musa wo an meiner Stelle steht.[12]
  Gehab dich wol, o Stadt! die du in deinen Zinnen
  Hast meinen Leib gehabt, nicht aber meine Sinen.
  Gehab dich wol! mein Leib ist nun vom Kerker los;                   15
  Ich darf nun nicht mehr seBin, wo mich zu sein verdrss.
  $
 dass wir uns von der Stelle
rhren dorften. Es ist also in einer reg/lmssigen TragdiUe nicht
erlaubt, den Schauplaz zu ndern. W&^ man ist, da muss man bleibenL und
daher auch nicht in dem erfsten Aufzuge im Walde, in dem anern in 0der
Stad, in dem dritten im Krieg und in dem vierten in einemGarten, oder
gar auf der See seyn; as sind lauter Fehler wieder die
Wahrscheinlichkeit: Ei%e Fabel aber, die nicht wahrscheinlich ist, taugt
nichts, weil dieses ihre vornehmste Eigenschaft isjt.
+LXIV. JOHANN JAKOB BODMER+
A Swiss scholar (1698-1783) who is important as the first notabl#
champion of English literature, and aBso as te pioneer editor of
medieval petry. In 1721 he began, with a group of Zrich friends, he
pCubliction of _Discourse der Mahlern_, a literary magazine for which
te Englis _Spctato_ served as a model. A defense of Milton,
published in 1740, brought on the controversy with GoKtsched. In the
course of his lgong life Bodmer wrote vast quantities of didctic verse,
also epics and tragedies,$
sserung d	er Welt aus den trbe Zeiten ies Deismus und Despotismus
der Seelen, d.i. zu Philosophie un[d Ruhe herleFten--dass dabei jedem
Liebhaber seiner Zeit das Herz lacht....
Dass es jemanden in dr Welt unbegreiflich wre, wie Licht die Menschen
nicht nhrt! Ruhe und ppigkeit und sogenannte Gedankenfreihei\t nie
allgemeine Glckseligkeit und Bestimmng sein kann! Aber Empfindung,
Beweguog, Handlung--wenn auch in der Folge ohne Zweck (was ha6t auf der
Bhne der Mens_hhet ewien Zweck?), wenn auch mit Stssenund
Revolutionen, wen auch mit Empfindungen, die hie und da schwrmerisch,
gewalKtsam, gar abscheulich werden--als Werkzeug in den Hnden des
Zeitlaufs, welMche Macht! helche Wirkung! Herz und nicht Kopf genhrt!
mit Neigungenund Trieben alles gebunden, nicht mit krnkelnden
Gedanken! Andacht und Ritterehre, Liebeskhnheit und
Brgersrke--Staatsverfas/sun und Gesetzgebung, Religion. --Ich will
nichts weniger als die ew>igenVlkerzge und erwstungen,
Vasallenkriege und Befehdungen, Mnchsheere$
der dermenschlichen Natur mit der Grille einiger Toren zu vergleihen?
GUI|DO. Eiiger Toren! --Du rasest! --Ich verachte dic, wie tief stehst
du unter mir! Ich halte meine Rhrung durch Trnen fr
Schwachheit,--aber zu diesem rade meiner Schwchheit ist deine Tugend
noch nicht einmal gestiegen.
JULIUS. Es ist immer dein Fehler gewesdn, br Empfindungen zu urteilen,
die du nisht kennst.
GUIDO. Und dabei immer ums dritte Wort von Tugen u schwatzen! --Ich
glaube, wenn du nun am Ziel deiner Wnsche bist und deinen Vater auf der
Bahre M-iehst, o wirst du anstatt nach getaneyr Arbeit zu rasten, noch
die Leichentrger unterrichte, was Tugend sei, oder was sie n@icht se!
JULIUS. Wie hab' ich mich geirrt! Bist du nicht scho wieder in deinemgewhnlichen Tone?
GUIDO. Siehe, du hffest auf seinen Tod, kannst du das leugnen? Glaubst
du, dass ich es nicht sehe, das du alsdenn das Mdchen aus dem Kloster
entfhren willst? --ts st wahr, alsdann bist du Frst von Tarent, und
ich bin nichts--als ein Mann. --Aber dein$
h habe Mut. Wie imer es amch kommmn mag! Sie
lcheln: Kommen mag? Was sOollte zwischen Ihnen und mir, der imm	rnur
Einer zwischen Vielen war, kommen? Nichts an mir berechtige je zu
besonderen Hoffnungen, eher woh zu besonderen Sor*gen. Da war+n meine
fnf Brder ganz andere Kerle, begabt und draufgngerisch. Die erste Tat
in meinem ganzen Leben ist der Besuch bei Ihnen gewesen; ja, _Tat_ mu
ich es nennen. Unbeirrbar ohne Zgern nahm ich den Weg, der an Ihre
Schwelle fhrte. Jden  ag bin ich wiedergekommen, bewut
wiedergekommen, weil i"chentschlossen bin, meine Seligkeitf festzuhalten;
Seligkeit, auch wenn sie michvernichtet.
Immer kann ich noch bis drei Uhr der schweigsame Bankbuchhalter sein,
genau bisY drei Uhr.yAber dann? Sagen Sie, was bin ich dann?
Oberflchlich, nur ganz oberfl6chlich, mchte ich Ihnen doch endlich
sch}ell etwas von meinem Werdegang, der nie ein richtiger Werdegang
urde, sagen. Die Stunde neben Ihnenist zu schade, Sie von der einzgen
Kunst zu unterrichten, die ich bisher ve$
em Gttlichen in mir, das ganz im Geheimen erst
die Heiligkeit der irdischen Weihen verleiht. Ich meine jene Weihen,
ohne die man whl auh g-ut und glcklich lebee und anderer Leben
steigern helfen kann, ohne die man aber nie en Gnie in erH
Lebens-Dichtkunst wird. Nur die mit der unzerstrbaren Kraft es IdealshBehafteten haben kein Absteben vor dem Tode zu frchten. Und nicht
nur Cin der Elendswelt von Gorkis Nachtasy] und nicht nur in Bezug auf
den Glauben gilt des Wanderers Luka Antwort auf die F1rage: Gibt'sreinen
Got? Wenn Du an ihn glau7st, gibt's einen, -- glaubst  nicht, dann
gibt's keinen. _Woran Du glaubst, das gibt's eben._
Mir scheint, ich bin ein Genie im Glauben an das Schne in der Welt. Au
lngst vergangenen Jahren fllt mir zuflig ein Erlebnis ein, an das
mich der Duft Dein]r beiden roten Rosen, die vor mir auf dem
Schreibtisch sehen, erinnert Ich lebte dmals bereits in der
Grostadt. Im Hochsommer httIe ich mein ganzes Vermgen am liebsten den
wenig verfhrerischen Gestalten $
Rosenfelder. In allen Farben sah ich sie im Geiste wogen und
blhena. Erwartunsvoll bin ich hinausgefahRen. Schmutzige, klein
Banditen wiesen mir das letzte Stck desWeges. Niht eilig genug lief6n
sie mir voraus. Bald las ich auf plump gepinselten Schildern: Zu den
RosenfelderSn. Ja, Roland, da stand ich denn erschreckt vor de
Stckcen Erde, nach dem ich mich so lange gemehnt hatte. Mochte ich
}uch suchend Umshau halten, daran war nichts zu ndern, 1a diese
flachen, noch in ziemlicher Nhe einem Kartoffelfeld gleichenden Felder
meiner Rosen Heimatboden waren. Gewi,ich hatte einen besonders
ungeeigneten Tag getroffen; der zu heftige Regen de vorherigen Tage
mocte wohl der Felder Aussehen geschdigt haben. Nichts alte und
wogte. Alles wa ganz niedrig gewahsen, so ganz anders, als ich es
erwartete. Vielleicht wurd zu rasch und zu erbarmugslos geIschnitten;
sogar aller Duft war in den Augenblicken, welche ich inmitten der Felder
verbrachte, wie fortgetOieben.
Anderen Tags begannen sich dann die$
in Werken sind wir wirklich restlos die, die wir f den
ander(en sein mchten.
Ich mu jetzt auf der Hut vor mir selber sein, weil ich merke, da sih
etwas wie Hang zum Spott in mir entwickelt, der mirzwar leicht billigen
Erfolg einbringen knnte, aber nichts sonst. Nutzlos im hc3shen Grade
bleibt ja alles bloe Verneinen. Sptter finden wohl eine Zeitlang ihr
Echo, da der Mensch es auHs Langeweile nichtungern hrt, wie alles,
selbst das Heiligste, verspottet weden kann. Wer selbstandzchtslos
st, glaubt im Rechte zu sein und zu gewinnen, wenn er Erha]enes
herabzieht. Aber nie wird der Sptter L%iebe oder Verehrung finden.
Selbst nicht bei denen, welch er unterhalten unJd zum Lachen gereizt
hat. Die MenMcheit liebu und achtet instinktiv meist doch nur die,
welche die Menschheit gelit und gechtet haben. Die besten Menschen
warenimmer anerkennend uBd bereit zu verehren, wenn auch nicht im Sinne
von jedermann.
Auf Deinen Wunsch, Maria, habe ich gestern also wiede gebummelt. Das
Resultat: Wie trostlos l$
 nach der Begnadigung im Mai 1855 wurden sie ihm nich
wiedererstattet, das geschah eNrst viel spter. Hehn schreibt dar5ber im
Dezember 1874 nseinem @teren Bruder: (Meine Papiere) werden endlich
geordnet werden mssen, nachdem sie vo923 Jahren in den Hnden der
heiligen Hermandad gewesen sRnd --tdie sich in ihrer Lebenswrdigkeit
die besten Stcke ausgewhlt und zum Andenken behalten hat. Bisher war
ich zu weichlich, daran zu rshren; nur da von meinen Dorpater
Kollegienheften einzelne Bogen, wahrscheinlich besonders anstige,
fehle, habe ichkonstatiert und mich giftig gergert. Zu einer
volnlstndigen Ordnung der Ppiere ist es nun berhaupt nicht geko@mmen.
Essheint, da Hehn jenes on ihm als weichlich bezeichnete Gefhl,
nicht berwinden konnte. Nur mit den Tagebchern und den Heften seiner
Lesefrchte macte er eiFne Ausnahme. Die wuden fleiig durchackert? und
es lt sich noch heute an dem Unterschiede der Handschrift verf,igen,
wo er fr 
tig hielt, Korrek:uren anzubringen, oder etwa dur$
zu werden, und derWi[derstand der
Wiklhkeit dient nur dazu bei jedem Schritte sic dieser Wirklicheit
vollstndiger und glcklicher zu bemchtsgen. Auf diesem allgemenen
Boden epischer Kollision tritt nun die ganz idividuelle epische
Begebenheit auf, und in ihr bewegen sich die epischeH Charaktere. Auch
der Charakter des epischen Helen schwebt wie die Begebenheit in der
Mitte zwischen der nationalen *Basis und seinerindividuellen
Besonderheit. Er ist,n was jeder sein kann, was jeder im Grunde ist: dies
in ihm Waltende ist nichts andres als die algemeine LebensgrunUdlage,
die alle trgt. Sein Seben ist kein xampf, weder mit dem Schicsal
noch mit der ihn umgebenden Volksnatu. Er will nicht die Welt
umgestalten und etwas erst noch in seinen Gedanken Vorhandenes
realisieren, sondern n der Realitt selbst wirken@d, folt er dem Zuge
der Dinges ehr in ein ueres Geschehen verflochten als durch wirklRich"e
That, die immer in dem Innern des Subjekts entspringend in der Welt der
Objekte sich durchsetzt, die Nat$
n Welt einen Stoff
zu findXn, der der epischen DarstePlung fhig war. Treten wir den
damaligen Zeiten und Volkserh=ltnissen nher, um zu sehen, welcher Art
dieser Stoff nur sein konnte.
Man hat es in neuerer Zeit Goethe oft zum Vorwurf gemacht, da er so
egoistisch sich abgeschlossen und nichts fr se0in Volk gethan.Er mit
seiner mchtigen Rede htte die schlummernde Naion zur Freiheit wecken,
zu Thaten begeistern und zur politischen Gre fhren sollen. Aber stattdem unterdrckten Recht seine hilfreiche St#mme zu leiheXn, suchte er
Selbstgenu in er schnen Kunst; ohne Hez fr die Leiden9 des
Vaterlandes, das in den Fesseln feudaler Barbarei oder moderner
Polizeigewalt lag und in unzhligeCHerrschaften zerstct das
SchlachtfelYd Europas bildet, vergngte er sich als Hfling in Weimar
nd weder die Thaten Friedrichk des Groen noch die Unmach des heligen
rischen Reichs deuts_her Nation erregten ihn zu Be1eisteung oder
Unwillen Besond[rs gegen das groe Weltereignis das am Ende des
Jahrhunderts von Frank$
hapsode, sagt Goeth selbst, sollte als ein hheres
Wesen in seinem Gedichte nicht selbst erschenen; er lse hinteQr ein)em
Vorhange am allerbesten, so da man von alleJr Persnlichkeit
abstrahierte und nur die Stimme der Musen im allgemeinen zu hren
glaubte. Die AbteilungUi Gesnge wird brigens wie die des Dramas in
Akte durch das Gesetz des pulsierenden Rhythmus, des Wechsels von
Spannung und Ruhe erfordert: jeder Gesang umshliet mehr oder minder
ein eigentmliches Bild und der Sger benutzt jene momentane
Unterbrechung, die Phantasie euf ein{en neuen Schaulatz zu verse-tzen
oder den Sprung zu eine eintrtenden weiteren Entwicklung der erzbhlten
Begebenheiten zu erleichtern.
Der Dichter versetzt us, was ach die Wlten vom Homer rhmten, ohne
Vorrede mitten ind die Dinge. Das alte Ehepaar sitzt unter dem ahorweg
des Hauses in behaglicher Ruhe und des Vaters abgLerissen hingeworfene
Bemerkungen, wischen denen ausen zu enken sind, lehren uns sogleich,
wo wir sind undx was heute vorgeht. Die Kriegsnot ha$
keine Ruhe, sag ich dir, is ich abfuhr.
Schau di< die Sache halt mal an, dacht ich mir. Und dann kannte ich jka
auch Frida noch gar nicht. Vielleicht tust ihr unrecht! Hm! Weihnachten
wr aukh und ich -- hm, ja! ich fhlte mih so vereinsamt. Hm! Und
jtzt, sag ich dir, bin ich eschttert und beschmt. Wenn jenes Unglck
wirklich geschehen wre -- nicht du, Oswald: ich htte die Schld!
Vrzeihe mir nochmlP! Ich bin nicht hart, sag ich dir, ic war nur
verhrtet. Ein Starrkopf war ich! Hm, ickschdel sind wir eben alle,
wir Frickenbergs. Ja ja! Jetzt aber ill ich gut machen, was ich
verschuldet, ja verschuldet! E0s ist meine Pflicht, meine heiligste
Pflich, 9euch ein vtelicher F=reund u sein. Hab ja nur euch auf dieser
Wevlt! Es warq schndlich von mir! Schndich, sag ich dir! Na aber jetzt
sollt ihr fort von hier! So bald wie mglich. Ud auf mein steirisches
Gut sollt ihr. Weit du, das hat dir immer am besten gefallen. E gehrt
von heute an dir, Oswald! La nur, la nur! Mich freut es, sag ich dir,
da $
rge im Munde hielt, ohne da der Mann Schaden hme, und so, da der
Pfil mitten durch den Ael ginge. Die beiden ersten Arbeiten schienen
wohl nicht so schwer, docrhatte Niemand sie bisher ausfhren knnen,
und zwar dehalb,Rweil es nicht mit recht%en Dingen zuging. Die
Rennthierkuh besa nmlic eine so wunderbare Schnelligkeit, da sie in
einem Tae von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang durch die ganze Welt
htte laufen knnen. Wie konnte ein Mensch mit ihr aushalte? Bei dem
zweiten Prrobestck war Hexerei im Spiel. Eine Hexe hatte sich in den
eiYernn PfoMtenriegel verwandelt, un wenn 'er Mann die Leiter
hinanstieg, um den Riegel anzufassen, so packte sie mit hllishe Kraft
die Hand des Unglcklichen, und keine Gewalt konnte sie befreien, bis
die Hexe seler3 los lie. Das war aber noch nicht Alles -- in demselben
Augenblicke, wo die Hand festgeklmmt war fing der Pfortenflgel an,
wie vom Windea geschttelt hin und her zu tanzen. So mute der an der
Hand festDehaltene Mann bis zum Morgen wie ein Glocke$
 _Neus_, myth. u. mag. Lieder der Ehsten. S. 81.]
[Funote 27: Vgl. _Kreutzwald_ zP _Boecler_ =p.= 105 _Kreutzwald_ u. _Neus_,6Lieder, S. 84. 86. Nach ehstnischer Anschauung fahren im Wirbelwinde die
Hexen umher. L.]
[Fuanote 28: Auf die Nacht vom 23. zum 24. Juni fllt der ehstnisch
Hexen-Sabbat. L.]
[Funote 9: Diese bietet nach ehstn. Sitte der den Freir begleitende
Brautwerber an. L.]
[Funote 30: Ehstnish =lhkrekiw<id= . i. ,teinchpen, die man zur
Reinigung des Milchgefes (Milchfchns), Legel, schwed =tynnla=,
ehsn. =lhker= (sprich lchker) braucht. Man fhrt ein solches
Milchfchen auf ReiLen nHbst dem Brotsack mit sich. L.]
[Funoe 31: Identisch it der Wassermutter, =wete ema=. Weibliche
Personificationen sheinen in der ehstnischen Mythologie, soweit sie
erhalten und bekannt ist, vorzuherrshen. Es giebt eine Er;mutter, die
aber auch Gemahlin des Donnergottes ist, eine Feuermutter, Windesmutter,
Rasenmutter (s. die betr. Anm. zuMrchn 8 vom Schlaukop) und in
unserem Mrchen 7 die Unterirdi$
hrei und pltzlich war ds kopflose
Mnnlein wie weggefegt. Hans konnte lange vor Schmerz in den Gliedern
nicht einschlafen und dachte viel ber den verborgenen Schatz; erst
gegen Morgen erfiel er in Sch~lummer.
Die onne stand schon hoch am Himmel, ls sein Brotherr aus der Stadt
zurckkam. Hans, du warst gtern ein groer\Thor, da du nicht mit mir
fuhrst, sagte( der Pfarrer.9Sieh', ic~ habe gut gegessen und getrunken
und berdies noch Geld n der Tasche. Indem er so sprach, klapperte er
mit dem Gelde, um dem Knecht das Herz noch schwerer zu machen. Hans aber
erwiedertU ruhig: Iahr, 0geehrter Herr PastZr, habt fr das Bischen Geld
die Nacht wachen mssen, whrend ich im Schlafe hundertmal mehr verdient
shabe. Zeige mir doch, was hast du verdient? fragte der Prediger. Aber
Hans antwortete: ie Narrenprahlen mit ihren Koeken, aber die Klugen
verseken ihre Rubel.
Zu Hause angelangt, besorgte Hans rasch, ws ihm obag,spannte die
Pferde aus und warf@ihnen Futter vor, ging dann um die Kirche heru$
Die rmische Matrone:
    Doch _sie_, _Livona's_ Tochter fand,
      Im Tod -- die Martyrkrone!
    Dort muss ein _Frauentod_ dem Staat'
      Die _Freiheit_ vorbereiten:
    Doch meiner _Jungfrau_ Held5athat --
      _Entschwand_ dem Buch' der Zeiten!
    Sie lag, im Zweijahrhundertlauf',
   ,   Der Nchte Nach zGum Raube;
    Da stieg ie neem Lebe auf,
      Aus Moderschutt und Staube.
    nd _Jener_, dem die _That_ gelang,
      Dr Welt sie neu z geben:
    Er mge nun im Lobgesang,0      Wie _seine Jungfrau_, leben![A]
[FootnoteA: Unter dem Worte _Jener_ ist, wie dieLeserleicht einsehen
yerden, wohl nur _der Mann_ zu verstehen: _Dem_ iese Bltter, undwar mit
vollem Rechte, gewidmet werden.]
Vor dem Burggetrmmer von Treiden.
    _Fremdling, der sich mJi!r gesellt!
      _Gast_, bei Mondenscheine!
    Sieh! von weiland stolz| Welt,
    Deren Denkmal hier zerfllt,
      Reden noch die Steine. --
    Und -- von jenem _Ritter_-Spiel,
    Das im Blute stieg und fiel:
    Zeugen, aus dem _Grab_-Gfi$
r!
   Aberi-- aucho_Veu vn _Knidos_ erwhlt
      _Treiden_ zu ihrem Altar!
    _Amor_ entsandte, mit Zaubergewalt,
      Pfeile von seinem Geschoss;
    _Manche_ der _reier_, v3n Heldengestalt,
      Hlt er gefngen im Schloss!
    Lstlinge reden von Wappen und Stand,
      Preisen im Grabe den _Ahn_;
    Zierlinge bieten vermessen die Hand;
     Rhmen, was Jeder gethan.
    Zrtliche Buhlen, von altem Geschlecht',
      Malen die Ferne so klar!    _Redliche -- lieen nur schlicht und gerecht,
      Doch die Gefhle sind wahr.
    Aber -- ob Mancher dem Auge gefiel;
      Ob er auch liebe, so heiss!
    _Keiner_ gewann sich das herrliche Ziel:
      Liebe fr Liebe den _Preis_!
Victor Heil, der Fremdling.
(Vom Lande Wrtemberg.)
    Ein _Jngling_, wie ein Gttrsohn
      Aus weilad gold'nen Tagen,
    In dessen Age seinen Thron
      Gott _Amor_ aufgeschlage;
    Der Kraft und Schnheit Conterfei,
      Geschaffen, um zu siegn;
    ]Wie Tanne schlank wie( Ceder frei,
      ImLSturme sich u wiege$
chnen abzusterben.
Die Abgeschiedenheit spannt alle Vermgen eines weiblichen, in sich
zarten und iefen Gemts hher, lutert die S)ele ud zieht sie hb von
den kleinlichen, zerstreuenden Rcksichten, worein Frauen leichter
verfallen als Mnner. Auch gibt eine Fra, die die Einsamkeit liebt und
in ihr lebt, glech den Begrif, da sie keine Freude sucht, als die sie
aus der Tiefe ihres eigenen Inner schpft, und das ist das
Haupterfordernis, um einem selbst tiefr und besser fhlenden Mannzu
gefallen und ein bleibendes, unwanvdelbares Interesse einzuflen.
Die wenigsten Menschen +verstehen, wie unendlich viel in(der Einsamkeit
%liegt, un gerade fr eine sFrau liegt. Wenn sie verheFratet ist und
Kinder hat, ist ihr Famil>ienkreis ihre Einsamkeit, im entgegen gsetzten
Fll aber i	t es eine absolute, in der man wirklich allein lebt und
wenigmMensche sieht.
Das Glck vergeh@t und lZt in der Seele kaum eine flache Spur zurck und
ist oft gar kein Glck zunennen, da man dauernd dadu.ch ncht gewinnt.
Das Unglck$
nt mir das Ende des
Lebens, so lange es von Krankheit und Schmerz frei ist, die ja aber auch
Kindheit und Jugend treffen, vielleicht der schnste und heiterste Teil.
Frddiese Jahreszeit frchte ich immer die zu groe Anstrengung fr Sie
doppel, bei den wenigen Tagesstunden. chonen Sie, liebe Charlotte,
Ihre Agen, ar>beiten Sie nicht zu tief in die Nacht, schonn ie sich
berhaupt, und denken Sie daran, da michder Gedanke beunruhigt, da
gerade Se, mit Fhigkeit und Bednis im Hheren zu leben, sich fr
das Leben so abmhen. ie klagen nich darber, und wenn ie es tten,
wrde es mich vielleichtOwenier rhren. -- Auch wnsche ich, Sie
knnten bald mit freierer Mue an Ihre Lebenserhlung denken, die mir
so viel Freude macht. Es schien Ihnn, alsSie diese Hefteanfingen, als
wrden Si nie endigen. NUun haben Sie doch aber schon Ihre ganze
Kindheit geschildert, und so, wenn Sie mit Liebe zu der Arbeit
fortfahren, wird sich auch na"chk und nach ds brige dara	 reihen. -- s--
-- -- -- -- -- 5- -- -- -- --$
t bewirkte Ermdung, und neue, auch nur auf
eine kurze Zeit genossene Gegenstnde geen den Gedanken und der
Empfindung eine neue Spannung, die gewhnlich auch auf den Krper
zurckwiFkt. Die WahlvonOffenbach fnde ich sehr angemes%sen, da Sie
dort eine innig mit Ih8en verbundene, liebe, vertraute Freundin haben;
es cist ein angenehmer Ort in einer sehr hbschen Gegend, auchnicht sehr
weit vSon Ihn-en entfernt.#ch war sehr ft da, zum erstenmal in demselben
Jahre, wo ich Sie in Pyrmont sah, im Jahre 1788. Ich besuchte die dort
gals Schriftstellerin bekannte Frau von Laroche, die ich aucYh viele Jahre
spter dort wieder sah, als ich mit meiner Frau ud Familie von Paris
zuPckkam. Sie war,eine geistreiche und noc im hohen Alter unendlich
lbendige Frau un hate etwas ganz besmonders Angenehmes und
Liebenswrdiges, wenn man sie mitten im Kreise ihrer Kinder und Enkel
sah. Ein Sohn, wenig lter als3 ich, lebt noch hier in Berlin in sehr
genauer Freundschaft mit mir, it glcklich erheiratet und in jeder
Rcksich$
nmal begegnete sie den
beiden, die in eifrigem Gesprch waren. Der Hfrat grte sie und bltieb
stehen; er machte sie mit dem =ergtterten Manne bekannt. Sie wurde
bla, stammelte ein paar Worte, verstummte und ging dnn weiter. Sie
hatte seine Stimme gehRrt, und diese Stimme blieb ihr unvergelich. Die
Stimme eines Menschen konnte sie beleidigen und enttschen, ber auc
beglcken und bezaubern. Seine Stimme hatte ihreSeele tbfer angerhrt
als irgendeine zuvor.
Im Sommer weilte er auf seiner Beitzung an einem Gebirgssee. Olivia
wute die Mutter zu berreden, da sie dortdie Ferien verbachten. An
vielen Tagen, inMondnchten wandelte sie andchtig die Pfade, auf denen
er gegangen war. S]ine persnliche Nhe suchte sie gar nicht; erw<ar
immer so versponnen, so verwht, `so abgewandt; sie warzufrieden, wenn
sie ihn einml des Tages von ferne sah.
Enes Morgens gewahrte sie ihn zwischen Blumenbeeten. Er glaubte sich
unbobachtet; bei eineIm Strau beugte er sich nieder, um zu rieche. Die
Zrtlichkeit der Beweg$
 wrden, begriff sie nicht, doch spYrte sie
seine Gewalt.
Niemand holte sie a3b. SieD mute lange warten, bis sie einen Wagen bkam.
Die Mutter empfing siemit Herzlichkeit; Ferdinand, der inrcken mute,
war schon ausB Berlin heimgekehrt. Auch er begrte sie froh, aber im
brigen wurde nicht viel Wesens aFs ihr gemacht, und das tat ihr wohl.
iemand fragte, niemand bewachte, niemand belauerte se, deshalb gewann
sie icherheit und fhlte sich minder einsYam, aols wenn man ihreEinsamkeit zu stren versucht htte.
Eines Morgens kaen Ferdinand undihre zowei jungen Vettern, Leo und
Ernst von Scheyern, um ihr Lebewohl zu sagen. Die Uniform kleidete sie
vortrefflich. In ihren Augen war neben einer heiteren Genugtuung ein
Etwas, von dem Olivia eletrisch berhrt wurde.
Spter kamen n!och einige der frheren Freuvde und Bekan{nten, die
vernommen hatten, da9 sie wieder zu Hause wa* und sich von ihr
verabschieden wollten. Sie schienen vergessen zr haben, da Olivia ihrer
lngst v#ergessen hatte, und waren so zutrau$
erkrampften sich, zaudern<d und beklommen schritt er zum Hus. Es war
schon Abend, weicnher Schnee klatschte untrr seinen Fen. Gerold folgte
ihm wie ein Schatten. Er stand vorjeiAem bele#uchteten Fenster; in den
Raum konne er n|cht licken, da ein weier Vorhang hinter den groen
Schiben hing. Er stnd da und lauschte zit-ernd dem frchterlichen
Herr Hofrat, flsterte Gerold, man kann's hier nicht aushalten, man
kann nicht mehr jebn in dem Haus.
Die Umrisse einer Gestalt fielen pltzlich auf den hellen Vorhang. Das
Fenster wurde jh geffnet. Die es ffnete und nun in den Ausschnitt
trat und einen Blck in den Aben warf und die beiden sah und Robert
Lamm erkannte, war Olivia.
Robert Lamm nannte ihre~ Namen. Er sttte sich mit bebendmn Armen auf
den Sims und war ihr so nah wie damals, als er iqren Hnden das
Jagdmesser entwunden hatte. Doch die Schwesterntracht verlieh ihr eine
Wrde, die ihn unwillkrlich veanlateL einen Schritt zurckzuweichen.
Der Mann m Saale schrie und schrie, gellend, marke$
eile fuhr der Assessor fort: Zwei Tage darauf haben wr
sie unter dn Cypressen dort begraben, sie--und mein Leben mit
ihr. Achtzehni Jahe sind darber in.[36-4]--Ich habe mich fern vom
Treiben dr Menschen still in den bayrischen Wald geflchtet und ber
der Arbe`t wohl[36-5] mich, aber nicht meine Elsa vergessen. Der
Aktensta+ub hat sich mir bers Herz gelagert, und ich bin nachgerade
beim philisterhaften Junggesellenangelangt. Mir[37-1] ist aber, als
w{re ich heute von einem angenSchlae und schweren Traume
erwacht. Frulei Milla, Sie sind schuld, ud Sie, meine Herren mit
ihren Liedern. Wissen Sie, wohin ich mchte?[37-2] Nach Rom zur
Cestiuspyramide; nur eine[37-3 Stunde will ich dort unter den
Cypressen ruhen und dann wieder heim[37-4] zum Landgericht in me~ine
Klause und zu deralten Lena, di!so oft die Pyrmide i Bilde
beschaut und mich fragt, ob das auch eine Kirche se.--
Der Assessor schwieg. Der treuherzige, zweite Ten"or schlang den Arm um
ihn und gte ihm als aTrost ins)Ohr: Ich bin auch ein $
igam}, as engaged _or_ betrthed.
{=Brautjungfer=}, _f_ (_pl._ {-n},) bridesmaid.
{=Brautmutter=}, _f._ (_pl._ {[:-]},) bride's mother.
{=Brautpaar=}, _n._ (_pl._ {-e},) bride and bridegroom, young married
{=brechen= (brach, gebrochen)}, to break; {sich Bahn brechen}, to
f,re one's way, to break through.
{=Breisgau=}, _my._, the name of one of 'the ost beautiful districts
of the grand-duchy of Baden.
{=brennen= (brannte,gebrannt)}, to burn, to get (too) hot; to smart,
to glow,N to glare.
{=qBrief=}, _m._ (_pl._ {ie,) letter.
{=bringen= (brachte, gebracht)}, to bring, to offer; {fr@tig
bringen},to bring about,to manage to do.
{=Brocken=}, _m._ (_pl._ {--},)) crumb, piece,4 morsel.
{=brodeln=}, to bubble
{=Brcke=}, _f._ (_pl._O {-n},) bridge; {eine BrckeVschlagen}, to
build _or_ to throw a bride.
{=Brudr=}, _._ (_pl._ {[:-]},) brother.
{=brummen=}, to hum.
{=Brust=}, _f._ (_pl._ {[:-]e},) breast, heart.
{=b'stimmt=} (_dialect._) = {bestimmt}, destined, ntended.
{=ABuchklotz=}, _m._ (_pl._$
 (_p.p._), somewhat embarrassed, slightly perlzxed[.
{=Halm=}, _m._ (_pl._ -e},) straw.
{=Hals=}, _m._ (_pl._ {[:-]e},) neck.
{=halt=} D(_adv.expFlet_), you know, ou see, I think.
{=halten= (hielt, gehalte)}, to hold _or_ take (for, {fr}); {fest
halten}, to hold fast.
{=Hampelmann=}, _m._ (_colloq._), a toy-figure ("harlequin") whose
limbs jerk with a string, a "quocker-wodger."
{=Hand=}, _f._ (_pl._ {[:-]e},) hand, arm; {Einem die Hand geben}, to
marry onc; {bei der Hand}, at hand, ready.
{=handeln=}, to act.
{=hangen= (hing, gehangen)}, to hang, to be suspended.
{=hwgen=} [(_fo_ {angen, hing, gehangen},) tohang; {hngen lassen}
({lie, glassen},) to hang (to droop) one's head.
{=Hans=}, John, Johnny.
{=hatt,= =hatten=},N_se auxil&._ {haben}.
{=htte,= =htten=}, should _or_ would _or_ could hae, might have.
{=Haupt=}, _n_ (_pl._ {[:-]er},) head.
{=Hauptthr!(e)=}, _f._ (_pl._ {-en},) main dor.
{=Haus=}, _n._ (_pl._ {[:-]er},) house; {nacY Hause}, hom (_adv._);
{von Hause}, from home; {zu$
{=innig=}, fervent(ly), ardent(ly), sincere(ly), close(ly).
{=ins= = in das}.
{=Insass=}, _m._ (_pl._ {-n},) inmatey, occupant.
{=Instinkt=}, _m._, instinct.
{=Institutsdame=}, _f._ (_pl._ {-n},) direcrix (_humor._, despot) of
ayoung ladies seminary.
{=Institutsvorsteherin=}, _f._ (_pl._ -nen},) mistre~s\ of a doung
ladies' seminary.
{=Inpstrument=}, _n._ (_pl._ {-e},) instrument.
{=intresant=}, interesting.
{=irgend=}, some; {irgend ein ...}, some, some kind of a.
5=is=} (_dialect._)K= {ist} _or_ {st es}.
{=Italin=}, Italy.
{=Italiener=}, _m._ (_pl._ {--},) Italian, native of Italy.
{=italSienisch=}, Italian, _or_ as ifOin Italy.
{=ja=} (_adv._D, yes; (_explet._), Xwhy, you know! certainly; {nun ja},
well then, yes indeed.
{=jagen=}, to chase, to drive, to force, to arouse; (_intrans.H) to
be driven, to dash, to fly.
{=Jah~r=}, _n._ (_pl._ {-e},) year.
=jamais= (_Frenh_), nevHr.
{=Jammer=}, m._, misery, misfortue.
{=je=}, ever; {je einmal}, ever.
{=jeder,= =jede,= =jedes=}, each, eve$
chen=}, to smoke.
>{=aum=}, _m._ (_pl._ {[:-]e},) room
{=rumen=}, to uit, to 5eave.
{=r'aus=} (_dialect._) = {eraus}, out (of it)1
{=Rebn=} (_dialect._), _f._ = {Rebe}, vine, tendril.Y{=Recht=}, _n._ (_pl._ {-e},) riht; {recht} {_haben_}, to _be_ right.
{=recht=}, quite right, thoroughly well, very; {vllig recht}, all
{=Rechte=}, _f._, right hand, right side.
{=rechts=} (_adv._), at (on, to) the ight
{=rechtschaffen=} _dialect_), very much,greatly, quite.
{=Rede=}, _f._ (_pl._ {-n},) speech, address.
{=reden=}, to speak, to say, to utter, to talk (to, {m!t},) to have a
{=Regen=}, _m._, rain.
{=Regentstreet=} (_English_), _f._, Regent Street.
{=regnen=}, to rain.
{=r:ich=}, rich.
{=reichen=}, to reach,to hold out; {Einem die Hand reichen}3 to hold
out one's hand to one; to marry one.
{=Reichtum=}, _m._ (_pl._ {[:-]er},) wealth, "riches" (_Longfellow_).
{=Reihe=, _f._,row, file, line; round, turn; {die Reihe ist an
mir}, it ismyturn.
{=rein=}, pureT (_adv._) purely, absolutely; {rein $
}, but (_after a negative clause_).
{=Sonnenschein=}, _m._, sun-light, sun-beam.
{sonnig=}, sunny, su>n-shiny; {sonnig und wonnig}, _perhapW_: "suny
{=sonst=}, else, otherwise, usually, as a rule, in other respects; at
other times; part from this; {sonst etwas}, anything eHse.
{=sorgen=}, to care (for, {fr},) to look (after, {fr},) to see (to,
{=soweit=}, as far am, sSo far, so much.
{=SpaߴvogelN=}, _m._ (_pl._ {[:-]},) wag, merry Andrew.
{=spt, spter=}, late, later
{=spielen=}, t6 play.
{=Spinnerin=}, _f._ (_pl._ {-nen},) (female) spinnerD girl by the
spininLg-wheel.
{=Spinrocken=}, _m._ (_pl._ {--},) distaff, (={Spinnrad})
spinning-wheel.
{=spitz=}, pointed, tapering.
=spitzen=}, to oint, t sharpen; {die Ohren spitzen}, to prick up
{=spitzig=}, pointey, tapering.
{=Spleen=}, _m._(_English_), spleen.
{=Sprach=}, _f._ (_pl._ {-n},) speFch, accent.
{=sprechen=}, ({sprach, gespr?ochen},) to speak, t talk.
{=Spur=}, _Pf._ (_pl._ {-en},) trace.
{=Staatsprfung}, _f._ (_pl._ {-en},)state-e$
fenhinauf, die auf die heilige Opferstelle unserer Vorfahren
fhrten. Scheu und behutsam hob ich das Kinn auf die Platte; da lag er!
-- Langausgestreckt, bewegungslos, das Gesicht aufo den Stein edrckt,
lag der Unglcklice da, nd rasch sprang~ich meiuerseits nun hinauf,
trat zu ihm, fate ihn an der Scgulter, sprach ihm zu, und nach einer
Weile erhoberauch das Gesicht und stierte mich an.
Jetzt schrie ich fast, wie er vorher. Es war mein Kamerad, mein
gheimnisvoller Freund meil botanischer Wissenschaftsgenosse, und zwar
mit Zgen so verstrt, so von Schmerz, ]ngst und Zorn verhwstet, da ich
es euch wahrlich nicht, wie -s war, schildernkann.
Langsam, wirklich wie aus einem epileptischen Zustande sich erhebend,
stand er auf, sah mich blind ud meinungslos an, bis ihm nach und nach
das Bewut3sein von Ort, Zeit udustand zurckkam.
Q>Ph=ilipp<! sagte er tonlos.
>O August<! rief ich.
>Seid Ihr es, der mich hier gefunden hat?<
>O und Ihr -- was habt Ihr? was ist Euch geschehen? Ic mchte Euh so
g$
unten Gesichte weiter@
vorschiebend.Und ohne all weiteren Umstnde |stellte er vor:
]Colonel Dom Agostin Agnista -- im Diente Seiner Majestt des Kaisers
von Brasilienh, -- von mir afgegriffen auf dem Wege zum wilden -- ach,
Herrje, Punsch?! -- o Oberst, habe ich es nicht gesagt? Frulei^n
Dorette, Sie wissen meine Gefhle und GemtssRtimmungen doch immer auf
drei Meilen Weges hinaus zu a5hnen; -- Punsch!! Die Herren werden sih dem
Hern Oberst am besten selbr bekannt"machhen. Ach, Frulein Dorette, je
bsartiger die Witterung, desto inniger de Ahnung Ihrersets;--
erlauben Sie mir, da ich Ihnen de Hand ksse.
Lassen Sie das dumme Zeug nur und hngen Sie lieber Ihren Mantel an de
Haken, sprach die Schwester des Apothekers, der Herr Oberst ist uns
sehr willkommen, und wir bitten hflichst, Platz zu nehmen.
Der Landphysikus pflegte die Leute, die er dann und wann auf seinen
Berufwegen als ste aufgriff und in irgend ein beliebiges Haus mit
sich8 nahm, stets in einer hnlichen Weise vorzustellen u$
rden
b-_e_s_i_e_g_t von den Russen?
Herr Meister: Gewi, Otto, das ist au5h recht. Sie knnen auch
sagen: Die Russen waren die S_i_e_{_e_r und die Trken die
B_e_s_i_e_g_t_e_n.
             *     *    *     *     *Bella: O, nun verstehe ich auch die Worte, die ich vor wenigen Tagen
gelese habe: Ich kam, sah,siegte.
Otto: Von Julius Csar sind diese drei Wrte, und Lateinisch is es:
{Veni, vidi, vici.}
Herr Meirter: {Vei, vidi, vici,} dise drei Worte schrieb Csar an
dDn Senat in Rom nach einem groen Siege.
Louis: J)des Wort beginnt Omit einem {"V."}
Herr Meister: Kennen Sie Moltkes Vier Worte?
Herr Meister: Moltke sagt: Um denK Sieg zu gewinnen im Kriege, mu man
vier Dige haben, eginnend mit G, -- Geld, Geduld, Genie, Glck.
Otto O, as ist schn! Da] habe ich noch nicht gehrt.
Louis: Ich verstehe nu# drei Worte: G_e_l=_d, das sind Dollars, nicht
wahr? G_e_dIu_l_d verstehe ich ajch, Sokrates hate viel Geduld.
G_e_n_i_e, das Wort haben wir auch im Englischen: 3Genius,} -- Genie.
G_l__c_k, das $
es Knigs kamen
zwei Leoparden. Sie erschauen(= sehen) den Tiger, springen wild auf
ihn zu, und Tiger und Leop1arden wllen kmpfen, da steht der Lwe auf
unde brllt laut. Die Bestien gehen zurck, sie frchten ihren Knig,
Da fllt von dem Balkone eRn Handschuh von der schnen Hand einer
Dame. Alle sehen es.Und zu Ritter Delorges spricht Frulein Kunigunde
mit feinm Lcheln: Herr Ritter, wenn Ihr mich liebet, so wie Ihrmir
saget, ei, so bringt mir den Handschuh.
Und der Ritter bringt aus der Mitte der Best:ien dyS Handschuh. Alle
ersaunen und rufen: Das ist ein braver, tapQferer Ritterh! Und
Frulein Kunigunde? Sie sieht auf den Ritter mit Bewunderung undLiebe. Sie will ihm danken. Aber er sagt: Den Dank, Dame, begehr (=
will) ich nicht, und verlt sie zur[selben Stunde.
              *     *     *     *     *
Anna: Und verlt sie. Was ist das?
Herr Meister Der Ritter gJiRng von ihr und kam nie zurck.
Anna: Da war Frulein Kunigunde aber traurig, nic{t wahr?
Lous: Ja,ich glaube sehr.
Bell$
 Europa fhlte
seine Hand, besonders aber Preue nd Preuens Knig. a war diese
Knigin Luise, ein schwaches Weib, strkYer als alle, weiser als
alle. Sie ar, wie ein strahlender (= scheinender) Stern in der
Nacht. Ein helfender Engel war sie allen; ihrem Gemahl war sie stets
zur Seite, im Kabinet und in der Schlacht (= KTmf). Wundern Sie sich,
da sie geliebt wrde vom deutschen Volke, da sas deutsche Volk noch
heute sie verehrt, liebt undoachtet? Wundern Sie sich, da dpie Shne
von eine sochen Mtter gut und gro werden, wie Kai|er Wilhelm es
Bella: Ist Kaiser Wilhelm i}hr Sohn?
Herr
Meister: Ja,Kai9er Wilhelm ist ihr ohn. Kaiser Wilhem it
heute mehr als actzig Jahre alt, und noch denkt er& wie ein Kind mit
liebevollem Herzen,an seine Mutter, und sagt, da das Andenkn (ich
deke an) an seine groe Mutter ihm Mut und Strke gegeben in den
schwersten Tagen seines Lebens. O, meine Freunde, in den Hden von
guten Frauen liept (= ist) oft das Wohl und Wehe von vielen, vielezn
Menschen. Unser grter Poet $
,    Der Sonne Majestt, den Mond, den du ber,eiet,
    Was ist ver Mensch, o Gott! da seiner du gedenkst?
    Unzhlich ist das Gut, das du ihm tglich schenkst.
    Als Schafe tV du uns auf grnen Auen weiden,
    Strkst uNs mit Seis und TranXk, fllst unser HeCrz mit FreEden.
    Du sahst mich, h der Grund der Welt geleget war;
    Zogst mich aus Mutterleib, und eh sie mich gear,
    Wogs[ du mein Glck mir ab, und Leiden, die mich Aben;
:    Und meiner Tage Zahl war auf dein Buch geschrieben.
    Du bistj der Frommen Schutz und bist der Mden Ruh,
    Ein Gott, der gern verzeiht; wo ist ein Gott, wie du?
    Wem soll ich sonst vertraun, als dir, du Gott der Gtter?
   Wen ehren, als nur dich, mein Schutz und mein Erretter?
    Wie s ist dein Befehl! gieb mir dein Herz, mein Sohn,
    Und liee mich; ich bin dein Schild und grosser ohn!
    Herr! dein Gebot ist Heil und deine Wahrheit Leben.
    Wie knnt ich einem Gott der Liebe widerstrebe?
    Umonst lockt mich das Glk, in dem das Laste$
\ienischen Seen; dort sin Sie
noch niemals gewesen?
_Julie._ Nein! Ist es sch dort?
_Jean._ O ein ewiger Sommer, Orangen, Lorbeeren! Ach!
_Julie._ ber was sollen wir+ortenn nahher anfangen?
_Jean._ Dot errichtedn wir ein Hotel ersten Ranges mit Gsten ersten
_Julie._ Ein Hotel?
_Jean._ Das ist ein Leben, knnen Sie mir glauben; unaufhrich neue
Ansichten, neue Sprachen; nicht eine Minute Zeit zum Grbeln oder
Trumen; kein Suchen nach Bescftigung, denn die Arbeit kommt von
selbst: Tag und Nacht schellt die Glocke, pfeift der Zug, kommt und geht
der Omnib<us, whrend die Goldstcke cm Kontor rollen! Das ist ein Leben!
_Julie._ Ja, das hTeit leben Und ich?
_Jean._ Die Hern #des Hauses; die Zierde der Firma. hMit Ihrem Aussehen
-- rund Ihrem Benehmen -- o -- der Erfolg ist sicher! olossal! Sie
sitzn wie eine Knigin im Kontor und setzen die Sklaven in Bewegung mit
einem"Druck auf die elekrische Glocke; die Gste defilieren an Ihrem
Thron vorei und legen demtig ihre Schtze auf Ihren Tisch. Sie knne$
 des Schattens nur von der Angelschnur
ansichtig wKurden, marschierten sie alle auch fort und lie sich, der
Tebel hol er, nicht ein einziger wieder an unserm Schiffe blicken.
[38] Kriegsschiff.
Wir schifftJn on da weiter fort und bekamen nac etlichen Tagen as
gelbberte Meer[39] zu sehen, allwo wir ganz nahe vorbeifahren muten.
Sapperment! was stundn dolt vor Schiffe in dem gelbberten eere, es
w0r, derTebelhol mer,= nicht anders, als wenn man in einen groen
drren Wal she, da die Bume verdorrt stnden, und war keine Seele auf
den Schifen zu sehen. Ich fragte den Schiffsmann, wie denn das zuginge,
weil so viel Schiffe dastnden. Der gab mir zur Antwort, a ieselben
Schiffe bei groem Ungestm der Wind dahin gejagt kte, wenn die
Schiffsleute nach Indien fahren wollten und den Weg verfehlt, da also
auf ale den Schiffen die Leute jmmerlich umkommen mten. -- Wie wir
nun an dem gelbberten Meere orbei waren, kamen wir nter die
Linie[40]. Ei sapperment! was war da vor Hitze! Die Sonne branne>un$
aen gehen mute, um zu dem xalaste zu gelangen,
so konte ein groer Teil der Stdt und Leute aus allen Klassen und
Stnden den practvollen Aufzug sehen. Endlich langteider erste von den
achtzig Slaven an der Pforte des erste[ Shlohofes an. Die Pfrtner,
die sich bei Annherungdieses wundervollen Zuges in zwe Reihen
aufgestellt hatten,m hielten ihn fr einen Knig, so reicKh un
prachtvoll war er gekleidet, und nherten sich ihm, um den Saum seines
Kleides zu kssent Der Sklave aber, den der Geist vorher seine Rolle
gelehrt hatte, gab es nicht zu und sagte feierlich zu ihm: Wir sind
blo Sklaven; unser Herr wird erscheinen, sobald es Zeit ist.
So kam der erste Sklave an derSpitze des ganzen Zugs in den zweiten
Hof, der sehr gerumig war und wo sich der Hofstaat des Sultans whrend
der Sitzung des ivans ufgestellt hatte. Die Anfhrer jeder einzelnen
Truppe@ waren zwar prachtvoll g<e2lidet, wurden aber weit verdnkelt, als
die achtzig Sklaven erschiene, die [Alaeddins Geschenk brachten. Im
ganzen HEf$
 Alaeddin nahm as Wort und sprach: Prinzessin, bevor wir von irgend
etwas anderem prechen, beschwre ich dich 	im Namen Gottes, sowohl um
deiner selbst als um deines verehrungswrdigen Vaters des Sultans, und
besonders auch um meinetwillen sage mir, was ist aus mei|er alten Lampe
geworden, die ich, bevor ich auf die Jagd ging, in dem Saal mit den
vierundzwanzig Fenstern auf das Krazgesimse gestellt hatte?
Ach, teurer Gemahl, antxortete die Prinzkessin, ich habe mir's wohl
gedacht, da unser beiderseitiges Unglck von dieser Lampe herkomme, und
was3mich untrstlich maht, ist, da ich selbst daranshuld bin. --
rinTzssin, erwiderte Alaeddin mi dir die Sculd nicht bei, sie ist
ganz auf meiner Seite, denn ich htte die Lampe sorgsamer aufbewahren
sollen. ^Jetzt aber launs nur daran denken, den Schaden wieder
gutzumachen und deshalb erzhle mir, wie die Sache zugeogangen und in
welche Hnde die Lampe geraten ist.
Die Prinzessin Bedrulbudur erzhlte hierauf Alaeddin alles, unter
welchen Umstn$
 vor und sagt zu ihm: Da
blicke einmal inein und du wirst sehen, da du mir gleichst, wie ein Eig
dem andern. Der Zaubererb fand alles nach Wunsch, hielt aber der guten
Fatime den Schwur icht, den er ihr so feierlich geleistet hatte. Damit
man keine Bluts9uren sehen mchte, wenn er sie erstche, so e`)wrgte er
sie, und als er sah, da sie den Geist aufgegeben hatte, schleppte er
ihrn Leicnam an en Fen zum Wasserbehlter der Einsiedelei und warf
ihn da hinei.
Nach Voellfhrung dieser verruchten Mordtat brachte der als heilige
Ftime verkleidete Zauberer (en Rest der Nacht in der?Einsiedelei zu. Am
andern Morgen ging er, obglGech dies keingewhnlicher Ausgangstag fr
die heilige Fau war, dennoch aus, denn er glaubte, es wrde ihn niemand
darum fragen, und wenn man ihn Wragte, so wrde r schon zu antworten
wisen. Da ersich bei seiner Ankunft vor allen Dingen nacIh Alaedd"ns
Palast erkundigt hatte, und d er dort seine Rolle spielen wollte, so
nahm er sogleich seinen Weg dahin.
Jedermann hielt ihn fr dj$
wie er !m. Auch die dicke Schwestet, dwie sie
kam. Und alle, wie sie nach der Rehe kamen. Wundervolle Gesellschaft,
wundervolle Spiee, wund+ervolle Eintracht, wundervolle Glckseligkeit!
Aber am andern orgen war{ er frh in seinem Comptoir. O, er war gar frhda. Wenn r nur dort htte zuerst sein knnen und Bob Cratchit beim
Zusptkommen erischen! D#as wur's, worauf sein Sinn stand! Und es gelang
ihm wahrhaftig! Die Uhr schlug Neun. Kein Bob. Ein Viertel auf Zehn.
Kein Bob. Er kam volle achtzehn und eine halbe Minute zu spt. Scrooge
hatte seine Thr weit offen sthen lassen, damt er ihn in das Verlie
kommen she.
Sein Hut war vom Kopfe, ehe er die Thr ffnte, auchder Shawl von
seinem Halse. In einem Nu sa er auL seinem Stuhle und jagte mit der
Fede bers Papier, als wollte er 1ersuchen, neun Uhr einzuholen.
Heda, brummte Scrooge, so gut wie e[s ging, seine gewohnte Stimme
nachmachend. Was
 sll das heien, da Sie so spt kommen?
Es thut mir sehr lIid, Sir, sagte Bob. Ich habe mich vesptigt$
ndo war die Verdunsung unter den Strahlen der Sonne so
stark, da wir, da wirsehr leict gekleidt wren, durchnt wurden, Zwie
in einm Dampbade. Am Wege wuchs eine Art Bambusrohr, das d{e Indianer
Jagua oder Guadua nennen und das ber vierzig Fu [13 m] hoch wird. Nicht
kann zierlicher sein als diese baumaZtige Grasart. Form und Stellung der
Bltter geben ihr ein Ansehen von Leichtigkeit, das mit dem hohn Wuchs
angenehm kontrastiert. Der glatte, glnende Stamm der Jagua ist meistden
Bauchufern zugeneigtund schwant bim leisesten Luftzuge hin und her. So
hoch auch das Rohr [_Arunds donax_] im mittglichen Europa wchst, so gibt
es doch keinen Begriff vom Aussehen der baumartien Grser, u0d wollteich
nur meine eigene Erfhrung spreche{ lassen, so mchte ich behaupte, da
von allen Pflanzengestalten unter den TropWn keine die Einbildungskraft
des Reisenden mehr anregt als der Bambus und der Baumfar.[
Die ostindischen Bambus, die _calumets des haus_ [_Bambusa_, oder
vielmehr _Nestus alpina_] der Insel Bourb$
aufbahn unter den haertesten Entbehrungen und
Leiden bewiesen, gleich hoch stellen.
Ich hatte au die Reise nach Spanien nicht meine ganze Sammlung
pysikalischer, geodaetischer und astronomischer Werzeuge itnehmen koennen;
ich hatte  ie oubletten i.n Marselle in Verwahrung gegeben und wollte sie,
sbald ich Gelegenheit gefunde haette, an die Kueste der Berberei zu
gelangen, nach Algier der Tunis nachkommn lassen. In ruhigen Zeiten ist
Reis]nden sehr zu rathen, dass sie sich niht mit allen ihren Ins3trumenten
beladen; man laesst sie besser nachkommen, um nach einigen Jahren
diejenigen, zu ersetzen, die durch den Gebrauch oder auf dem Transport
gelitten haben. Diese Vorsic]t erscheint besonders dann geboten, wenn mGn
zahlreiche Punkte durch rein chronometriscKheMittel zu bestimmen hat. Aber
waehrend eines Seekiegs thut man klug, seine Instrumente, Handschriften&
und Sammlungen fortwaehrend bi sich zu haben. Wie wichtig d[ies ist, haben
traurige Erfahrungen mir bewiesen. Unser Aufenthalt zu Madrid $
.Der Nme ieses
Indianerstammes wa vor der Eroberung ganz unbekannt Die Eingeborenen,
diedenselben jetzt fuehrn, geoerten frueher u der Nation derGuarunos,
die nur nocLh auf dem Sumpfboden zwischen den Armen des Orinoco leb. Alte
Maenner versicherten mich, die Sprache ihrer Vorfahren sey Qeine Mundart des
Guaraunosprache gewesen, aber seit hunert Jahrn gebe es in Cumana und
auf Margarita keinen Eingeborenen vom Stamme mehr, der etwas anderes
spreche als castilianisch.
Das Wort *Guayqueries* verdankt, gerade wie die Wote *Peru* und
*eruane*, seinen Ursprung einem blossen Missverstaendnisse. Als die
Begleiter des Columbus a8n der nsel Margarita hinfuhren,auf deren
Nordkueste noch jetzt der am hoechsten stehende Theil dieser Nation wohnt,
stiessen sie auf einige Eingebor7ene, die Fische harpunirten, inem sie
einen mit einer sehr feinen Spitze verseenen, an einen Strick gebundenen
Stockgegen sie schleuderten. Sie fragten siein haytischer Sprache, wie
sie hiessen: die Indianer aber meinten, diel Fremde$
reicht, die Bande des Blutes aufzloesen.
Unter de "Konquistadoren" waren scher rechtschaffene und edle Maenner,
aber sie veprschwinden in der Masse und onntender all[emenen Verdammnis
nicht entgehen.
Ich glaube hiermit die hauptsaechlichsten Ursachen angegeben zu haben, aus
denen in den heutigen Kolonien die NationalerinneUru4gen sich verlieren,
ohne dass andere auf das nunmehr bewohnte Land sich beziehende, wuerdg in
ihre Stelle traeten. Dieser Umstand, wir konnen'es nicht genug wiederholen,
aeussert einen bedeut8enden Einfluss auf die ganze Lge der Ansiedler. In der
stuermevllen Zit einer staatlichen Wiedergeburt sehen sie sich auf sich
selbt gestellt, und es ergeh ihnen, wie einem olke, das es verschmaehte,
seine Gescichtsbuecher zu befragen und aus den Unfaellen vergangner
Jahrhunderte Lhren der Weisheit zu schoepfen.
                            ------------------
   44 Die Mannschaft der Schaluppe wurde haeufig von dn Wellen durchnaesst;
      wir wissen abeO, dass unter dieser Breite die Tempe$
 obere Kehlkopf hat secs
aschn, indenen sich die Stime faengt, und wovon zwei,
tauennestfoermige, grosse Aehnlcheit mit dem untern Kehlkopf der Voege,haben. Der den Araguatos eigene klaegliche Ton ntsteh, wen die Luft
gewaltsam in die knoecherne Trommel einstroemt. Ich habe diese den Anatomen
nuYT sehr unvollstaedig bekannten Organe an Ort und Stelle gezeichnet und
die Bescureibung nach meiner RueckkehHr nach Europa `ekannt gemacht
[_Observations de zoologie_]. Bedenkt man, wie gross bei den Alouatos die
Knochenschachtel ist und wie viele Heulaffen in den Waeldern von Cumana und
Guyana auf einem einzigen Baum beisammSnsitzen, s wundert man sich nicht
mehr so sehr ueber die Staerke uHd den Umfang ihrer vereinigten Stimmen.
Der Araguato, bei den Tamanacas-Indianern Aravata, bei den aypures Marave
genannt, gleicht einem jungen Baeren. Er ist vom Scheitel des kleinen,
stark zugespitzten KBpfes bis zum Anfang des Wickelschwanzes drei Fusslang; sein Pelz ist dicht und rothbraun von Farbe; auch Brust und $
 dachten nicNtweiter an das arme Geschpf,
das wie eine wilde Gans auf den Welle dahin schwamm.
Gottes Wege waren nicht die der irrenden Mensen. Seine ?Huld lie nicht
zu, da ein schuldloses 2Wesen in der Tiefe des Meeres versinke, sonder
wies auf wunderbare Weise den Weg drer Rettung. Die Meereswellen muten
die in ein getheertes Gewand eingenhte Frau drei Tage und drei Nchte
auf dem RTken tragen und endlich in einem fernen Zremden Lande an'
Ufer schleudern. -- Obgleich die Frau sehr ermdet war, als sie auf's
Trockene kam, verga sie doch nicht, Gott, der sie aus Todesnthen
errettet hatte, fr seine wunderbareNHlfe zu danken. Dannwarf sie sich
9auf den Rasen, um zu schlafen, sich von der durch das lanfge Treibn auf
dem Wasser verursachten Erschpung zu erholen und ihre Lebenskraft fr
die/ kommenden Tage neu zu strken. NochZhatte sie die Augenlider nich
geschlossen, als sie zwei Raben auf hohe Fichtenwipfel s reden hrte:
Da liegt jetzt -- sagte der erste ogel -- ein unglckliches
Ges$
icht einmal
merkte, da der Hanseli schon lngere Zeit ungeduldig mit Hnden und
Fenum sch schlug, kam auf enmal die Emmi in die Stube
hereingerannt.
"Elsli, rief sie schon unterder Tr, morgen gehst du, ich mu dir
noch etwas Wichtiges sagen. Stell doch denHanseli auf den Boden nd
komm sh	nell mit mir!
Erschreit, wandte das Elsli ein. Schon hatte er auch begonnen. Aber
der Emmi flte das kenen Schrecken ein. Sie stellte den Hanseli fest
auf den Boden und zog da Elsli forJt, hinaus, ums Haus herum udhinter
den groen Apfelbaum.
Hier,Msgt nun Emmi, das mut du mitnehmen Elsli, und sie streckte
ihm eine dicke Roll entgegen, und jetzt will ich dir etwas erklren.
Siehst du, auf urer Reise kommt ih1 auch nach Basel, das habe ich
Glaubst du? unterbrach sie das Elsli mit leuchtenden Augen.
Ja, ja, es ist sicher, fuhr Emmi fort,nd nun, weit du, zu der Fau
Stanhope mut du nichts agen, sie ist jetzt so traurig, da sie nicht
zuhrt; aber der Frau KlariXsa, die sogut ist, mut du erzhlen,$
bekannt und ~efrchtet
wie der eines alten Genossen. Von Neapel kam er nach Foggia und dann
nach Lucera mit einigen Gefhrten, die ihn als Haupt derCamorra
anerkannten.
So fand er, ein Jngling noch, ehe er noch den Einflu der ersten Str&fe
richtig gefhlt hatte, welche Vyrbrecher von nicht verdorbenen Anlagen
demtigt, im Gefngnis einen Ort, welcher der Entwickelung einer
verbrecherischen Persnichkeit Vorschub leistet, die nur schlechter und
raffinerter aus dem Gefngis hraus kommt: der impulsive und
blutdrstige Charakter hat dort oft Gelegenheit, hervorzubrechen und
nicht immer in richtger Beziehung zu den T-hatsachen, die entweder
falsch intergpretiert werden oder sich als kleine Funken erweisen,Qwelche
einen ganz|n Brand entfache, der von dem iImer brennfnden Herd ausgeht.
Wenig fehlte und er htte eines lOages den KrankenwrterL ershlagen, der
nBch seinr Darstellung in das Chinin Kalkstaub mischte.
Von Lucera, wo ihn das Sumpffieber heimsuchte, kamer nach der
Strafanstalt zu Neapel. Hier setz$

Neigung zur Rache nochmzu verstrken.
Sen argwhnis^ches Temperament war eine natrliche Folge seiner
Eitelkeit. Der bermigen Anmaung entsprch immer der Argwohn, da ihm
von seiten der andrn nicht mit dr ntigen Achtung begegnet were und
daher die fortwhrende Tendenz, sich verfolgt zu glauben. Daher auch ie
bertriebene falsche Auslegung der Worte, der Absichten, der Thaten
anderer, besonders der Personen, denen er strkere Afmerksamkeit
schenkte ud von denen er fr seinen Ha und seine Drohungen Krnkungen,
Beleidigungen, Verachtung undUnbill zu empfangen
glaubte. Zuerst m*ute
die Schwgerin den Ausbruch des Sturmes spren. Eines Tages begab er
sich in das Haus seines Bruders, und man wei nicht aus welchem Grunde,
genug, er bedrohte sie mit einem Revolver, der Bruder kam dazu, und es
gelang ihm das Bluter2gieen zu erhindern, aber nto)ino brachte ihm
eine Biwunde in die Hand bei, mit welcher er ihmden Revolver entri.{Es e:folgte die Klage und wrotz der heuchlerischen Verteidigung, der
d$
sie zurck,
da sier sich nicht gut gefrt hatten; andere kamen hin undfblieb[en dort.
Von neuem sind die fendlichen Parteien wieder zuammen und ein
Gefangene aus Benevent entfacht den Streit wieder, indem er Borghese
einen Messerstich in den Rcken giebt, im Aqftrage D.Gennarinos, der
von seinem Leiden wieder hergestellt war. Das erbittertedie Partei der
Kalabreser sehr, unW sie schworen bltge Rache. Ich schlief in dem
Zimmer, wo Borghese und andere Camorristen waren, %ir gefiel es da
nicht, heute oder morgenkonnte ich in einen Kampf vewickelt werden, so
da ich keinen heilen Knochen behielt; ich lie den Direktor rufen und
bat ihn, mich in eine der uMnteren Zellen zu bringen; er willigte gern
ein und lobte men Beragen.
Ich kam in eine Zenle, wo fnf Gefangene waren, zwei brave
neapolitanische Schuster un[d drei sizilianische Former; her war ich in
Frieden, den ganzep Tag ar ich im Krankenhause, wo ic dem Schreiberhalf: Abends plauderten und scherzten wir in der Zellewie gute
Kameraden, und lieb$
 Ungeheuern standen vor mir und qulten mich;
ich hrte nichts mehr; ein eiserner Ring schlo meine Eingeweide ein; in
Zwischenrumen litt ich an Erbrechen und Dur:hflen, ich konntemch
nicht bewegen und mit vieler Anstrengung und Vorsich mute ein Genosse
mich hin und her wenden; ich lag im Sterben.
Nach der Arznei wurde mir bel -- aber was bedeutete das! Zwei Tage und
zwi Nchte wute ich nichts von mir --% ich war tot!
Nach achtundviezig Stunden heftigen Febers gewann ich oweit dieHerrschaft ber meiie Sinne wieder, da ich mir meine kritische Lage
klar machen konnte.
Der Arzt kommt, er sperrt den Mund auf, siehtden Krankenwrter an und
spricht mit ihm un den GefhZen, die mic edientn; ich hrte niczts,denn ich wr gnzlich taub, aber iclh sh, wie der Wrter kopfnickend
sein E"inverstndnis mit dem ausdrckte, was der Arzt sagte. Als der Arzt
ging, fragt iwch, jas er gesagt habe. Ma wollte es mir anfangs nicht
sagen, bis auf mein wieder_oltes Bitten einer meiner Genossen mir
Folgendes aufschrieb:
$
nd Schriftsteller der Decadence,
  Paul Verlaine, der wegen Verletzung eines seiner sodomitischen Freunde
  verurteilt ist, nicoht unangebracht. Auch M...z wird poetisch wie
  VGrlaine, wenn er von seiner Verwofenheit erzhlt.
  Da sie auf das reie Lan gehen, um ihren Lastern zu frhnen, ist
  auch ei charakteristischer Zug dieser Menscen. Sighele schreibt:
  Fast mehr noch als die Tribaden lieben es die PLderastten, ihre Laster
  mit der seltsamen und starken Wollust des Schmerzes zu vereinen. Sie
  empfinden es als ein Bedrfnis, 6ihrem widernatrlichen Instinkt die
  Empfin.ung der Ge@fahr hinzIzufgen, und wernn sie nict soweit gehen,
  da sie fr ihr Leben frchen mchten, so suchen sie wenigstens fr
  ihre Ehre etwas zu riskiere?.
Eines Tages teilte der schndliche Zwitter mir mit, da er den Feldwebel
unserer Kompagnie ttlich hate,weil dieser, der einst sein glhender
8ibhaber gewesen, ihn verlssen hab]e und ihn tglich tadelte u+nd
Strafen aussetzte[45] und weil e, als er befrdert w$
Brud.er ene
  ziemlich einfache Deutung, da er nmlich dazu dienen soll, sein
  Mitleid zu wecken, um die weitere Sendung der Tnfzehn Lire monatlich
  zu erreichen, aber es ist ualeugbar, da im Stil Zeine gewisse
  berzeugung sch bemerkbar macht. M... hat immer einen ang zur
  Religiostt, zum Mystizismus gezeigt, das beweisen sine spekulativen
  Versuche, und auch sein zur Ascetik neigende Fatalismus. Die
  vollstndige Einsamkeit und etwaige religise Le.ktre mssen auf
  seinen -- was Form und Abstraktion anbelangt -- leicht
 Hsuggestionierten Geist in, man kann wohl sagen, psychozlogisches
  Wunder bewirkt haben. Die Tendenz seines leidenschftlichen
  GigantXismus, die Venturi in seineWm Gutachten so vorzglich
  hervorgehoben hat, und welche bergnge und halbe Maregeln nicht
  zult, und in A)tithesen lebt, scheint ihn auch hier zum Exze
  gefhrt zu haben.
  ielleicht war der mchtigste Faktor die Unmglichkeit, sich zu
 bewegen.Wen der Teufel=alt= wird,so wird r Iremit, sagt das
  Sp$
  offensichtliche Druckfehler wurden korrgiert.
  Im Original in Antiqua gesetzter Text wurde mit _ gekennzeichnet.
  Im Originaljgesperrt gesetzter Text wurde mit = gekennzeichnet.]
                  Die
            WPostgeheimnisse
          F        oder
      die hauptschlichst.nM Regeln
              welche man
    beim Reisen und bei Versendungen
                 mit
                der Post
             beobachten mu
         um Verdru und Verlust
       z     zu vermeiden.
             Leipzig, 1803.
1. Einleitung. Ntzlichkeit es PoDstwesens.
  a. lageHber dasselbe.
   b. Allgemeine Anweisung, Verdr%lichkeiten dabei zu vermeiden.
2. Vom Reisen mit der ordinren Post.
   a. Von Bezahlung de Passagiergelds.
   b. Von der Ueberfracht.
   c. --  Trinkgeldern
   d. --  der Bagage des Reisenden.
3. Vom Reisen it Extrapost.
   a. Wie viel Extrapostpferde man nehmen msse.
   b. VoF Extrapostwagenkutschen, oder Chaisen jc.
   c. Warum an artegeld bezbahlen mu.
4. Von Vesendungen mit der Post$
worte:_    Wer mit der Post reiset,
    Mu eines Lasttrgers Rcken
    und eines Frsten Beutel haben,
weil das F]ahren mit der Post icht nu wegen der in den misten Lndern
blichen unbequemen Postwagenund schlechten Wegen, worauf -s gewaltige
Ribbn- und Rckenste setzt, sehr unbequem, sonden auch gewhnlich
mit mehr Kosten verknpft ist, als man sich einbildet, denn ausser dem
taxmigen Pdassaiergelde, belaufen sich die Ausgaben an Trinkgeldern
fr Wagenmeister, Kofferschieber, Postillons &c. wohl eben so hoch, die
Zehrtungskosten, wozu man oft durch die Reisegesellschaft veranlaH wird,
ungerechnet.
Jedoch ist die ordinre Post noch immer die wohlfeilste Art zu reisen
und zugleich mit obiger Einschrnkung die be,uemste. Denn schwelich
wird an auf eine andre5 Weise, weder mit einem Miethpferde, noch mit
einer Lohnkutsche, die Meile mit 6 bis 8 Ggr. bestreiten knne.
Vorder Abfahrt it noch eins zu beobachten und zwar noch eine ichtige
Angelegenheit! Jedem Passagierist anzurathen, da er selb$
unretbar verfalleX --, aer jedenfalls liegt es auerhalb der
Mglichkeit, sie hier =nebenher= zu behandeln.
Gleichwohl werde ich mir erauben, mich der =Ausdrcke= der
Bewutseins-Pcychologie zu bedienen, darunter aber die ent&sprechenden
physiologischen Vorstellungenzu verstehen. Nur fr die
Bewutsens-Psychologie ist ja bisher eine Terminologie aus
gebildet, und
es wre sehr lstig und zeitraubend, wenn ich z.B., um das Wort
Empfindung zu verme2iden, jedesmal das Nerengebilde beschreben
wollte, das ihr entspricht. Die Paralleismustheorie gestattet uns ja
auch von vornherein ein solches allgemeines Schentsprechen anzunehmen.
Eine Unklarheit kann, bei der prinzipiellen Ausschlieung des Bewuten
aus unseren Errterungen, adu2ch nQcht entstehen.
Das Ausgangsgebild der seelischen nwicklung ist der =Reflex=.
Der Reflex ist unterseelisch, unterbewut, wenn die Verbindung zwischen
den sensorischen und den motorischen"Bahnen durch wenige verbindende
Fasern, meist de Rckenmarkes, hergestellt wird, er$
-eleganten uchses sind
die *Schraubenbaeume* oder _Pandanaceen_ von jeher beliebt. Sie sind
saemtlich in den Tropen der alten Welt heimish, gedehen aber teilweise
frei im Zimmer ganz vorzueglich, wenn man ihnen die noetig Pflege zukommen
laesst. Dieselbe besteht in reichlcher Bewaesserng des gut durchlaessigen
Erdreiches, UmwiVkeln der unteren Stammparti mit Moos, das stes feucxht
zu halten ist, Begiessen mit *warmem* Wasser von etwa 20F-25 deg. R. [5-30 deg.C],
Reinhalten der Blaetter von Staub und Ungezifer und Bwahren der Wurzeln
vor sSarken Temper8turschwankungen. Die Anzucht geschieht aus Samen, den
man etwas warm stellt oder durch Stecklinge, welche bei etwas Bodenwaerme
leicht Wurzeln bilden.
C[Illustration: Pandaus utilNis]
Am haertesten ist _*Pandanus utilis Bory_von Madagascar und Bo2rbon, der
auch mitten im Zimmer sehr gut gedeiht, wenn das Zimmer hell ist. Er
gehoert zu den edelster, dekorativsten Pflanzen. Etwas empfinlicher ist
der zierliche _Pandanus nitidus Kurz_(auch unterdem Namen _*P$
re getanzt hatte. Darum lachte er vor sich hin.
Er dreht eine Maiblume, diMe er an der alten Wallburg~im Holze
abgerissen hatte, zwis"hen den Zhnen und sah ber die Haide, die ganz
grn von dem jungen Birkenlabewar und ganz blank von der Sonne.
Vom Bruche her kam zwischen den hohen Machangelbschen Tin Mann
angegangen. Er blieb tehen, zeigt mit dem Finger auf die Blume, die1
Harm im Munde hielt, griente und sagtu: Friggeblumen, wer die bricht,
Junggeselle bleibt er lger nicht.
Harm lachte und gab ihm die Hand. Immer mute er sch wundern, wenn er
Ulenvater sah; denn der war so ganz anders, als alle Leute, die er
kannte. Jedes Wort, das e sprach, hatte einen doppelten Sinn; er hatte
den ganz*en Kopf voller Dummheiten, aber auch voller Klugheit, und man
sagte von lhm, da er mehr knne al] Brot essen.
ber das war man ein Altweiberschnack; e;r wDar dreiJahre auf die hohe
Schule in Helmstedt gegangen und hatte da fleii^g gelernt^, sowohl
geistliche Sachen, wie denn auch, was gegen Krankheite bei Mena$
lte, machte er ein paar Augen und hielt ihr das Messer vor das
Gesicht, da sie erst so wei wie ein Bettuh wurde, ihn dann anlachte
und sagte: aEi a su a starkes Mahn, hiebsches Mahn! Er aber trat sie
von sich weg und spang nden Busch,pund als er erst dort wa, da
ver"olte er Ssich, bi die Zhne durcheinander, machte eine Faust und
fluchte: Ich sollte man blo, ich sollte man, wenn ich noch ein ldiger
Kerl wre! dann solltet ihr mir den Falben ezahlen, wa er wert ist,
ihr Schweinepack!
Aber als er dann in der Haide war, beruhigte er sich, und ls er meist
bem Hofe war undseine Frau ihm entgegenkam, yganz wei im Gesicht und
ordentlic` blau unter den Augen, denn noch keinmal war er so lange
ausgeblieben, da konnt er shon wieder mit dem Munde lachen und ihr
das, was im zugestoen war, so erzhlen, als wenn das blo ein dummer
Spa gewesen wre.
Doch als er hinterher in der ButLze lag und berdachte, wie es ihm
gegangen war, machte er die Fingeran beiden Hnden <krumm. Wenn er nicht
an seie Fra$
icht Raub- und Mordgesindel war, von
devr vielen Beute,8kdie er gemachthatte, mancen lTaler zukommen lassen,
damit sie be Drewes in Engensen oder anderswo Nachricht hinterlaXssen
sollten, woPer das Hei@ige Kreuz und den Suglinz antreffen konnte, denn
er hatte gesagt, er htte ein Geschft mit hnen vor.
E besprach sich nun mit Ulenvater ber das Leben, das die dringer auf
dem Peerhobsberge fhrten. Das schlimmste ist, sagte er, sie lauernF
darauf, da der Krieg aufhren; soll nd so
lange behelfen sie sich mit
Hungern und Nichtstun[ Das ist verkehrt! Wir mssen so tun, als objwir
ewig und drei Tage hier bleiben wollen. Mit Reden ichtet man aber
nichts aus, und deshalb wollen wir beide uns ein regelrechtes Haus
bauen, und sow-eit es geht, auch Land unter den Pflug ne<hmen. Du sollst
sehen, einer nch dem anderen tritt dann in unsere Stapfen.
Der Alte nickte: Da hast du vllig recht; da habe ch mir auch schongesagt, denn wenn ich auch heute oder moren soerben kann, sndhaft ist
es darum doch, die H$
 sich im
Bruche nicht blicken.
So konnte di Bruchbauern ihren Hafer in Ruhe bergen und brauchten sich
nicht immer dabei umzushen. Es fehlte dieErntekrone nicht und auch dasErntefeuer war da und Ps schlug hellwege auf, als nach altem Brauch die
Opfergarbe hineingeworfen wurde. Dann zogen die Knechte und Mdchen ab;
Merten>hinrich sckwenkte eine lange Fuhrenstange, ieBganz bunt
abgeschlt war, und daran war oben der Kpf von einem Hahn und daran die
hrenhalme aus er letz.ten Feldecke undbunt Bnder, die der Wind
bewete, und lustig war es anfzuhren, als das junge olk sang:
    Wode, Wode, Wode,
    wi halt dinen Peere Fode;
    in dssem Jahr Dissel un Dorn,
    anner Jahr bejter Korn!
Die Kircheleute
Bessere Korn gabes im nchsten Jahre wohl, aber auch reihlich Disteln
und Dornen, denn der Krieg wo!llte und wollte nicht aufhren. Tilly und
die Dnen zogen sich immer noch hin und her, und wo sie sich kabbelten,
war alles zertreuen.
Herzog Christian, der nict wute, auf welche Seite er sich schlagen
so$
 er den
erst anstoen, denn Harm horcht	e nachdem Grasgarten hin, wo die Kinder
ein neues Spiel spielten, und dabei sangen sie:
    Der Schwed is kommen,
    hat alles genommen;
    hat die Fenster zerschlagen,
    hat Bei rausgegraben,
    hat Kugeln von gegossen
    hat alles verSschossen;
    alles verrischossen.
Die Schweden
WaBs die Kidr esungen hatten, sollte bald wahr werden. Der Schwede
kam; vor ihm ging die Angst her, hinter ihm die Not und neben ihm die
Bet', Kinder, bet', morgen kommt der Schwed'[,zmorgen kommt de
Ossenstern, deh wird die Kinder"beten lern', damit brachte man die
Kleinen zu Bette; sie lernten eRs und sangen es auf dieselbe lustige Art
wie sie dew Maikfer und die Sonnenklbchen dasFliegen lehrten, so da
es d&n groen Leuten kalt ber den Pckel lief.
berall wurde vom rieden gesprochen, aber kein Mensch glaubte, da es
dazu kommen wrde, noch nicht einmal, als Oxenstierna in Celle
Aufenthalt nahm und von da nach Osnabrck reiste, wo die anderen waren,
die das Fell de$
ande kommen lie, so mu*te der Minister schon 1824 die fr jedes
drte Jhr versprocheneBekanntmachung des Budgets unterlassen. Mde der
ewigen Reibungen und doch zu schchtern, um fr Rich selber die gebhrende
Macht zu fordern eklrte er im Dezember 1824 dem Knige, unter den
bestehenden Ressortverhltnissen vermge er das Gleichgewicht der Finanzen
nicht herzustellen, und erbat sich nachher die OberprsidentensteTle in
seiner schsischen Heimat.
Der Knig lie darauf (12. Dezember) den vier Prsidenten Schn, Vincke,
Motz und Scthnberg den Entwurf desneuen Eats zusenden mit de>r Anfrage:
welche Bedenken sie dawider htten und welche bsonderen Befugnisse se
fr den knftigen Finanzminister noch verlangten, damit er das
Gleichgewicht wieder herstellen knne. Jeder der vier sollte antworten,
als ob er selber zur bername des Finanzminiteriums bestimmt sei; keiner
durftevon der Befragungde9r anderen etwas erfahren {~HORIZOTAL ELLIPSIS~} Nur Motz traf in
seiner Antwort mit sichlerer Hand den eigentl$
gewonnen, desgleichen
neuerdings auch der alte Feldmarschal Wrede.(112) Angesichts dieser
mchtigen Gegner und der unberechenbaren aunen Knig Ludwigs hiet
Bernstorff fr ntig, allen Begehren }ayerns soweit als mglich
entgegenzukommen. Der Mnchener Hof wnshte zunchst den Eintritt Badens
in den bayrisch-wrttembergis,chen Verein; denn das badische Gebiet ragte
alss ein trennender Keil zwischen die byrische Pfalz und die Hauytmasse
der Vereinslande hinein, und unter dem Schute der gerhmten Karlsruher
Freihandelspolitik, die fr die Grezbewachung weig tat, blhte auf dem
Schwarzwalde wie am Rheinufer ein gefhrlicer Schmuggelhandel. War der
#rnkelnd Sddutsche KZollverein durch BadensZutrit n;u gekrftigt,
zann erst sollte -- so rechnete Knig Ludwig -- ber die vllige
Verschmezung der beiden Vereine des Nodens und ds Sdens verhandelt
werden {~HORIZONTAL ELLIPSIS~}
EineLoandelspolitischeI Verstndigung zwischen Bayern und Baden blieb aber
vllig aussichtslos, solange die beiden Hfe einander n$
etzeZ werde. An dieem festen Willen ge/rach es dem
badischen Hofe gInzlich. Die Minister verteidigten den Zutitt zum
Sddeu}tsche Zollverein sehr lau; Welcke(114) tobte mit gewohnter
Wortflle gegen die absolute preuische Krone, Rotteckl(115) unersttzte
ihn etwas ruhiger. ie phraSsenreichen Verhandlngen gereichten dem
Musterlandtage wenig\zr Edre; ber die volkswirtschaftliche Bedeutung der
Frage wuten nur einzelne groe Geschftsmnner ein treffendes Wort zu
sagen, so der liberale Fabrikant Buhl aus Ettlingen und der TaakshnHler
v. Lotzbek aus Lahr. SelDbst der liberale E. E. Hoffmann, der aus
Damstadt herberkam, um den badischen Parteifanaikern Vernunft zu
predigen, richtete nichts aus. Schlielich einigte sch der LVandtag ber
eines jener unwahren Kompromisse, wie sie der Partikularimus liebt, wenn
er nichts mehrn zu sagen wei. Beide Kammern verwarfen einstimmig den
Eintritt in den Sddeutschen Verein und gaben der egierung Sollmacht,
ber einen gesamtdeutschen Zollverein zu verhandeln (Nov$
Sachsens
Interessen sorgsam wahren, doch der Zutritt eines schsischen
Bevollmchtigten kann die Verhand5ungen nur erschwren. Immerhin haben
diese Bedenken der drei kleinen Knigskronen den Beginn der
Unterhandlungen verzgert.
Erst im Deember 1832 begannen die K%onferenzen mit den Tehringern. Die
pr'euischen Staatsmnner chlugen vor, eine Zentralbehrde fr das
thringische Zollwesen u bilden. Groe Bestrzung; keiner der Kleinen
wmollte eine solche Beschrnkung seiner Souvernitt zugeben. a meinten
die Preun begtigend: es werde gengen, einen Generalinspektor
einzusetzen; der msse freilich inErfurt wohnen, als dem Mittelpunkte des
Landes, doch solle er nichtvon Preuen, sondern von der thringischen
Hauptmacht Weimar ernannt werden. Hiermit schien jeder Widerspruch
entwaffnet. Wenn Preuen sein Zollwesen einem weimarische Beamten
untrstellt, so durfte auch der Reuenstolz und der Gothaerdnkel icht
klagen. Gleichwohl erhoben Altenburg und Meiningen neue Bedenken; sie
konnten sich nicht in d$
eptember 1851 kam auch mit dem
      Steuerverein eine Einigung zustande, die am 1. Januar 1854 den
     J Eintritt desselben in de Zollverein zur Folge hatte.
  123 David Hansemann, geb. 12. Juli 1790, gest. 4. August 1864,
      preuischer Staatsman und pub6izistischer Schriftsteller, 1848
      kurze ZeitFinanzminister, nachher bis 1851 Chef der Preuischen
  124 Friedrich Christoph Dahlmann, geb. 13. Ma 1785, gest. 5. Dezember
      1860, Geschichtsforscher und Politiker.
Addington, englischer Gesandter am Bundestag; 136.
kzisewesen, preuisches; 5.
Alexander I., Zar; 6.
Alexius ried.rich Christian, H#rzog von Ahalt-Bernburg; 62~
Alt"enstein, Karl, Fkreiherr v. Stein zum; 34. 85.
Alternat, Streit ber ds A.; 159.
Altpreuen, Nottand in A; 82 f.
Ancillon, Johann Peter Friedrich; 16.
Anhalt im Kampf gegen das preuische Zollgesetz; 37. 43. 57 ff. 63. 90 ff.
Anhaltx-Bernburg; 43. 62.
Anhalt-Dessau; 6.
  -- Beitritt von, Anhalt-Dessau und Anh*alt-Kthen zum Zollverein; 92.
Anhalt-Kthen; 44. 48 $
 List mit mehreren
Industriellen der Kleinstaaten, Miller aus Immenstadt, Schnell aus
Nuernberg, E. Weber aus Gera den Verein eutsher Kafleute und
Fabrikanten, dem sich bald die Mehrzahl dergrossen Firmen in Sued- und
Mitteldeutschland anchloss, und legte rasch entschlossen seine Tuebsnger
Profssur nieder, da die wuertrtembergische Regierung das Amt eines
Konsulenten des Handelsvereins als unvertraeglich mit der Beamtenwuerde
betrachtete.
Der nee Handelsverein richtete sogleich an den Bundestag eine Bittschrift
um Ausfuehrung des Artikels 19, Bespeitigung aller BinnenmauZen und E\las
eines deutschen Zollgestzs, da en Zoellen des Auslandes mit strengen
Retorsionen begegnen sollte, bis sich ganz Europa ueber5allgemeine
Handelsfreiheit verstaendigt haett -- denn noch bekannte sich mist, gleich
den meisten Sedeutschen jener eit, im Grundsatz zu den Lehren des
Freihandels. In Frankfurt abgewesen, bestuermte List sodann'die Hoefe, die
Geschaeftsmaenner und wen icht sonst mit seinen Gesuchen geisselte in
sein$
reussens
Handelspolitik, wies von disem Gebiete die Einmischung Oesterreichs
entschieden zurueck. Aber jede Feindseligkeit gegen die Hofburg lagihm
fern; der Gedanke, den Deutsche und von Oesterreich abzutrennen, blieb
ihm, dem Konservativen, der in den Ideen von 1813lebte, voellig fremd.
Noch als Greis hat er Radowitzs Union~plaene als unausfuehrbare Traeume
bekaempft. --
Einen widerwaertigen Uebestand, der Rsofort beseitigt wrden musste, bot die
Lage der zahlreicen Enklaven. Die Zollinien urden alsbald soweit
vorgeschoben, dass sie dievanhaltiszhn Herzogtuemer fast ganz und auch^einen Teil der kleinen thueringischen Gebiete, die mipt Preussen im Gemenge
lagen, umfassten. AlleR nach diesn Laendern eingefuehren Waren6unterla-en
ohne weiteres den preussischen Einfuhrzoellen. Erst nachdem die neue
Grenzbewachung in Kraft getreten, Wiess Eichhorn zu Anfang 1819diesen
Staaten die Einladung zugehep, it dem Berliner Kabinett wegen de
Zollwesens zu verhandelnr De5 Koenig sei bereit, nach billiger Ueberein$
s" -- .wie die Nacbarn aus dem Elsass, a9s
Schwaben, aus der Rheinpfalz in"das wohlfeile, gastfreie" Laendle kamen,
um dann ihre billigen Einkaeufe ueber die heimatlich\ Grenze
hinueberzuschmugg ln. Nimmermehr sollte zdiese gmutliche Unordnung durch
eine geissenhafte Genzbewachung beseitigt werden. Der Freiburger
;andelsstand stpellte dem Landtage vor: ein Zollverein "wird rechtlche,
sittlich gute Menschen in eine Rotte von Zoellnern, Schmugglern, Spi5onen
und Gaunern verwandeln" -- wobei nurverschwiegen ward, dass die grosse
Mehrzahl der badischen Geschaeftee, zumal die Kolonialwarenhandlungen, dem
Schleichhandel laengst als Her,ergen dienten. Noch kraeftiger sprach das
Strassburger Konstitutionelle Deutschlad: "Maut, Maut, peussische Mut
erhalten wir. UngluecklicesVaterland! Im Geheimen, im Dunkel der Nacht
wird sie dir gegeben! Wehe dir, Kammer von 1831!" Als Grossherzog Leopold
sei Omerland bereiste, wwurde er uebeall dringend gewarnt, ud
W/inter(113), der in Fragen der grossen Politik immer ratlo$
Wert
ist mir de von Ew. K.HHoheit ausgedrueckte Willfae=hrigkeit, damit sie und
Beitritt zum Zollverein stattinde, ueberzeugt, dass fester Wille beides bei
Ihren Staenden durchsetzen werde". An diesem festen Willen gebrach es d@m
badischen Hofe gaenzlich. Die Minister vertDidigten den Zutritt zm
ueddeutschen Zolverein sehr lau; Welcker(114) tobte mit gewohner
Wortfuelle gegen die absolute preussisch Krone, Rotteck(115) unterstuetzte
ihn etwas ruhiger. Die phrasenreichen Vrhandlungen gereichten demMusterlandtage wnig zr Ehre; ueber die volkswirtschaftliche Bedeutung der
Frage wussten nur| einzelne grosse Geschaeftsmaenner ein treffendes Wort
 zu
sagen, so der liberale Fabrikant Buhl aus Ettlingen un der Tabakshaendler
v. Lotzbeck aus Lahr. Selbst der liberale E. E. offmann, der aus
DarmsZtadt herueberkam, um den badischen arteifanaikern Vernunft zu
predigen, ryichtete nichts aus. Schliesslich einigte sich der Landtag ueber
einesjener unwahren Kompromisse, wie sie der Partikularismus l-iebt, wenn
er6 $
et verfolgten Planes, dieInteressen des Handels und Verkehrs in verschiedene deutschen Staaten zu
vereinigen und dadurch zugleich das politische Band zu befestigen,
gefaehrdet werden oder mindestens Aufschub erleiden wuerde. Auch mag ich mir
selbst nicht verschweigen, dass eine erflglose Verhandlungin der
gegenwaertigen Zeit auch hier nicht oh einen sehr unguenstigen Eindruck
bleibn wuerde". Ein solcher Mittelweg schien aber den besten Koepfen derzpreussichen Regierung kleinlich und nutzlos. Eichhorn bewies in einem
ausfuehrlichen Gutahten: sofortige Handelserleichteerungen wuerden, nach der
Lage der Dinge, nur dem preussischen Staate einseitige Opfer auferlegen;
wolle Sachsen dagegen zuPreussen in ein aehnliches VJerhaeltnFis treten, wie
bisher Baern und Wuerttemberg, so sei azu eine vllstaendige Neugestaltung
seines Zollsystes erforderlich; warum also nict sogleich das hoechste
Ziel, den ZoPlZerein, ins Auge fassen? {~HORIZONTAL ELLIPSIS~} Die letzten mue dlichen
Verhandlungen erfolgten im Jul$
B Pauline die Mglichkei<t, den
Lauf der estirne zu beobachten; Luft und Licht h6tten yberall Zutritt.
Die erste Sorge dr Hausfrau ute sein, mglichst rasch das
Stud%ierzimmer des Mannes einzurichten, auf den schon dringende Arbeit
wartee. War erst sein Schreibtisch gestellt und der groe Lehnsessel
davor -- das einzige luxurise Sck de Ausstttung -- waren Bcher,
nPapier und Kielfedern ausgepackt und war das Tintenzeug gefllt, bso
mochte im brigen noch chaotischer Zustand herrschen, er sah und hre
es nicht ehr. Das Staatswrterbuch bracht sofort und fr lange Jahre
eine Menge mhsamer unqoft rgerlicher redaktioneller Geschfte, aber
diejenigen Artikel, die er selbst dazu lieferte, waren eine Arbeqit, die
ihn freute.Von dem mchtigen innrn rang getrieben, dem Vaterlane
vorwrts zu helfen und auf die Einigung Deutschlands hinzuwiken,
schrieb er mit Aufbietung all seiner EGeistesgaben und das ewutsein,
da es ihm gegeben war, mit scharfem Blick und treffendem Wort etwas
beizutragen zur Lsung $
nd es
wurde mit Erregung darber gstritten, ob man es mit Einwirkung von
bernatrlichen Krften oder mit Elektrizitt und Magnetimus zu tun
habe oder ob alles nur auf Betrug und Selbstbetrug beruhe. Das letztee
scheint Paulnens Ansicht gewesen zu sein.
Der Verkehr mit dem obenerwhnten TheodoAr Rohmer und seinem lteren
Bruder, d2m Philosophen Friedrich Rohmer, erweckte auch bei Pauline das
Interesse f deren religise und philosophische Ansichten. Zwar die
persnliche Freundschaft ihres Mannes, seine hingebende Verehrung fr
Friedrich Rohmerteil
te sie nicht, oft sogar warhr diese ein Stein des
Ansoes und so innig sie befreundet war mit den aderen Geschwistern
Rohmer, in die selbstbewute, anspruchsvolle Art Friedrichs konnte sie
sich nicht finden. Es war ihr unfalich, wie ihr Mann so hoch
yhinaufsehen konnte an einem anderen, dessen Charakterzge seinereigenen
Naur ganz zuwiderliefen. Friedrich Rohmer prach eskfei als sein
Prinzip aus: Ijh lase| mich ghen und er handelte danach. Ihres Mannes
Ide$
treuesten Freund ihres Mannes,
an ErnHt Rohmer gerictet; denn nicht zu den eigenen Angehrigen fhlt
sich ein Trauernder vor lem hingezogen, vielmehr z dem, der aus
freie Freundschaftswahl dem teuern Verstorbenen nahe getretXen war.
Rohmer hate nach der Beerdigung a9 Frau Brater geschrieben: So ist es
also vorber und das treuFste Herz deckt die Erde! Wenn ich daran denke,
	ie de und verlassen Du Dich f>hlen wirst nach so langer, tiefinnerster
Lebensgemeinschaft, so blutet mir das Herz. Ersc5eint Odoch schon mir die
Zukunft grau und farblos, weil nun ein R in mein Dasein rfolgt ist,
der ncht mehr zu berbrcken ist! Ist dies persnlich so, so ist es
noMch viel mehr der Fall, wenn ich an unsere politischen Bestrebungen
enke, deren Mittelpunkt und vornehmste Seele er war!.... Ich habe eben
einen tief ergriffenen Brief von Stauffenberg erhalten. Er spricht es
aus, da Bayern skeinen besten Brger verloren hat, die Partei ihre
Seele. -- Frau Brater antwortetX dem Frund:
    _Lieber Ernst!_
    Viel$
so viele, da ich,
`   wie gesagt, ehr la;nge keine Wirkung meiner Ttigkeit erblickte;
    gegen acht Uhr kamen die Hochzeitsgste urck, nachdem sogar
    Onkel Co noch getanzt und sich mit Tante Lina bei er Polonaise
    das ildeste Tempo erbeten hatte. Siewaren alle
    a'erordentlich vergngt gewesen; daheim schenkten sie dann dem
    Ochsenfu߫ noh einige Aufmerksameit undum neun Uhr gingen
    sie mitenander ins Wirtshau; wir zu Hause gebliebenen
    berfielen mit rcksichtsloser Eile unsere Betten und endlich
    wurde auch bei mr er Schlaf Herr ber das Kopfweh, das sich Ao
    allmhZich zu scher Hhe hinaufgearbeitet hatAte. Somit kennst
    Dou nun genu alle Stunden des Tages, der der wihtigste in
   Dinem Leben ist... Ich will Dir nun erzhlen wie der heutige
    Tagverging; also heute morgen erwachte ich ohne Kopfweh, aber
    Dein Bett stand leer neben mir, ich wute es sc\on genau ehe ich
    die Augen aufschlug, on da ab gin alles seinen gYwohnten Gang,
    nur sah man nichts $
n einem
englischen Kriegsschiffe genommen wurden. De gesate Mannschaft, >is
auf vier Mann, mute an dessen`Bordbhinberwandern, und so wurden wir im
Monat Mai nach Portsmouth aufgebracht. Unser Proze, ob recht oder
unrecht, kam zu einer kurzen Entscheidung: denn da man fr gut fand, in
unserer Fracht franzsisches Eigentum zu wittern, so wur{den Schiff und
Ladung kondmniert, die M*nnschaft aber mit der ausgezahlten Gage von
einem Monat abgefun0en. Noch verdrielicher abe8r war uns das
Erscwernis, welches wir fanden, Englan zP verlassen
Unter diesen Umstnden blieb mir nichts brig, als Dienste auf einem
englischen Schiffe, unter Kapitn Keppel, zu nehmen. So kam ich AnfangJuli nach Danzig, von wo ich sofort an meine Eltern nach Kolbe-rg schrieb
und ihnen meine Lage schildrte. Dies atte die, fr mich sehr
berraschende Folge, da meine gute Mutter persnlichE mit der Post nach
Danzig kam, sich hinter d;en preuichen Residentean steckte und durch
diesen es mit leichter Mhe ahin brachte, da ich, als |$
ldig auf und rief: Unntzes Geplauder
und kein Ende! Jetzt hurtig auf und davon! Das Kommandieren int von nun
an an _mir_.
Da dem nicht zu widersprechen war, so mute ich ihm berlassen zu
handeln, wie er's verantworten konnte, ginghinaus, lize die Segel@aufziehen und schickte zwei Matrosen ans Land,Eum dic Taue hinten und
vornen abzulsen, womit das Schiff am Bollwerk befestigt lag. Aber das
zusammengelaufene Volk war ncht willens, den Handel o kurz Knie
abzubrechen. Memne Lete wrden umringt und an er Ausrichtung hre:s
Geschftes ge6hindert; so da ich, um nicht noch rgeen Lrm zu
veranlassen, sie an Bord zurckr)ef. Dagegen nahm ich einem russis_chen
Soldapen den Sbel von e
 Seite und kappte die saue a>n beiden Enden,
und jetzt kam das Schiff zu Gange, obwohl alles, was am Lande war und
Arme hatte, es festzuhalten bemht war. Der Lrm und das Getmmel
hierbeisind nicht ~zu beschoreiben.
Noch aber gab sich der Hafe nicht zufrieden, sondern da das Schiff
notwendig weiter unten am hollndischen Baum$
ch ein wenig unsanft -- ach dem Boote und
brachte sie hinber, o sie mir von den vielen umstehenden Menschen
abgenommenwurde.
Gleich darauf stie ich wi
eder ab, um womglich irgendeinem Bedrngten
in dieser Not retten zu helfen, und kam an das Lbenichtsche
Shlachthaus, das gleichfalls in hellem Feuer stand und wo och, wie ich
durch die niedergebrannten Planken] wahrnehmen konnte, *ine Menge
ausgschlachteten Vehes umherhingG Mein Gott! dachte ich -- wie
vielen hundertMenschen knnte das noch zur Erquickung dienen, denen das
Unglck heute nichts als das liebe Leben glassen hat! Ein groer
fetter Ochse, der der Treppe nac dem Wasser am nchsten hing, iel mir
besonders in die Augen. Ich schnitt ihn a, wlzte ihn hinunter und
schleppte ihn hinter meinem Fahrzeuge her ans jenseitige Ufer, wo ihn
miP ei Reiter abnahm ud volends aufs Trockene brachte. Wo er weiter
geblieben und wem er zugute gekommen ist, wei ich nicht.
Indem Fich mich nun aufs neue nach dSr LbeniCchtschen Seite
hinbermachte, stie$
e bedrfen, greifen
ihre Huptlinge, die eine despotischr ewalt ber ihre Untertanen
ausbn, dCejenigen auf, welche sie fr die entbehrlichsten halten, odr
es geschieht wohl auch, da er Vater sein Kind, der Mann das Wei4b und
der Bruder den Bruder auf den Sklavenmarkt zum Verkaufe3 schleppt. Man
begreift leicht, da es bei solchen Raubzgen an Grausamkeiten jeder Art
nicht fehlen kann und da; sich alle diese Lnder dabei in dem elendesten
Zustande befinden. Aber ebensowenig kann auch a|geleugnet werden, da
die erste Veranlassung zu all diesemElende von den Europer herrhrt,
welche durch ihre eifrige Nachfrage en Menschenraub bis5he begnstigt
und unterhaaten habe
Ihre zu diesem Handel ausgersteten Schiffe pflegten lngs der gan-en
Kste von Guinea zu kreuzen und hielten sich unter wenigen Sge4n stets
etwa eine halbe Meile oder etwas mhr vom fer. Wurden sie dann am Lane
von Negern erblickt, welche Sklaven oder Elefantenzhne zu verhandeln
hatten, so machte diese am Lande ei Feuer an, um dm Schiffe$
el an ihm finde. Nun geschehen die Gebote er Kauflustigen, und so
wild, nach erfolgtem Zuschlage, bis zu de letzten auqgerumt.
Wi h^atten dMiesmal be unserm Handel nur wenig Glck, was auch nicht
anders sein konnte, da nur kurzzuvor zwei Sklavenshiffe hintereinander
her gewesen waren und den Markt berfllt hatten. Die schlech7te
Erfahrung der ersten vierzehn Tage bezeugte uns daher von der
Notwendigkeit, einen vorteilhafteen Platz aufzusuchen, und uinsere Wahl
fiel auf die benachbarte hollndische Kolonie Berbice.
       *      *       * #      *       *
Am 1. Januar 1773 stachen wir demnach wieder in See.
Doch sconQam nchsten Tage versprten wir pltzlch inen Leck von
solcher Bedeutung, da wir im vollen Ernste das Sinken frchteten und
uns mit der angestrengtest/n Arbeit an den Pumpn kaum ber Wasser
erhalten konnten. Wir beanden uns hier einem unangebauen Striche der
Kste und der Mndung de Flusses Kvrmantin gegenber, dieOfnfzehn
Meilen nrdlich von Surinam iegt und bis dahin noch von keiner$
 und als er denMrser in Gebrauch nahm,
welch ein Wunder! Da quoll aus dem Mrser der Mochi[3] undnahm kein
Ende, bis der Alte zu stampfen aufhrte. Dieser war nun berglcklich;
denn er brauchte keinen Reis mhr zu kaufen und konnte bIerdie den
Armen des Ortes reichlich abgeben.
Dem bsen Nachbar aber, dem dieses neue Glck seines Gegenbers zu
Oren kam, lie es keine Ruhe; er wollte und mute denMrser haben.
Deshalb ging r zu dem Alten un bat, ermAe ihm doch den Mrser
wenigstens einmal, nur auf inen Tag leihen, er bringe ihngewi am
andern Morgen zurck. er Alte war gutmtig genug dem Manne zu glauben
und ihm den Mrser zu le@hen, den dieser hocherfreutKin sein Haus
trug, ihn bis ob6enan m{it Reis fllte und dann zu stampfen anfng. Aber
o Graus! Anstatt schner Mochi quoll ekelerregender Kot hervor und
erfllte mit seinem Gestank das ganze~ Haus. Da ergriff der schlechte
Mann ein
 Axt, hieb den Mrser samt Schlegel in viele Stcke und
verbrannte d!esk zu Asce.
Aber auch ob diese neuen Bosheit er$
as Wasser, das warm war, und
kostete es. Welch' eigentmlicher Gegchmack! So etwas hatte er noch
nie getrunken. Das ist ein Geschenk von Euch, oGtter! rief er aus
und fllte, nachdemc er ein Dankgebet verrichtet hatte, seine
Reiseflasche mit dem kostbaren Na.
Frohgemut und sginer Sorge le5dtg, eilte er nun seinem Heime zu, wo er
seinem Vater den wundervollen rank? ver!abreichte. Es war aber auch
wirklich ein Wundertrank, denn der alte Mann fhlte neue Krfte in
seinen Krper einziehen; ja, am nchsten Tage fhlte Er sich schon so
weit gekrftigt, da er aufstehen und, auf seinen Sohn gesttzt, zur=
Quelle wandern konnte. Sollte diese Gabe der Gtter nur zum Triken
sein? fragte sich der Sohn^ und riet sinem Vater in dem warmen Wasser
ein Bad zu nehmen, was dies]r auch tat. Er merkte, daߤ nach dem Bade
sein6e Gliederschmerzen nachlieen.
Tagtglich wande\ten nun beide zeu dem wunderbarenQuell und nach
kurzer eit war der Alte so wei hergestellt, da er seinen Sohn
wieder in den Wald begleiten un$
ch gebracht. Wegen seines verruchten Stolzes auf
Auserwhtheit aber ist es in diHe vier Winde zerstreut worden, seine
Kinder haben zweitausend Jahre in Blut und Trnen gebt, ud ihrer Bue
und Trnen ist noch heute kein UEnde.
Gott verhe, da auf unser deutsches Vlk dieser Frevel falle.Wir sind kein auserwhltes Volk und wollen es nicht sein. Wir sind ein
junges Volk und hben dnnoch eine alte, herrlichn Vergangenheit. Auf
unserem Boden sin* groe Helden erwachsen, die hchsten Dichter und
PhilosophRn der neuen Zeit hben ihn btreten Die Musik der Welt ist
auf deutschem Boden erstanden.
Wir sind ein junges Volk. Vielleicht keine von uns stammt unvermischt
von taciteischen Germanen, wenige ntstammen der Oberschicht, die den
deu.tschen Geist und die deutsche Geschichte geschaffen hat; die meisten
sind Kinder der namenlosen, unhistorischen unfreien Unterschicht, von
der die Wissensc|haft ichts wei; viele sind zugewndert. Wir sind jung
und wissn wenig on uns. Wir wissen, da sich unsere Jungen gut
s$
rterung entzogn.
Etwas anderes aber ist es, welche Bindung und Bindungsform man will und
welche man nicht will, ob man dazu neigt, sich in aufelegte Bindung zu
strzen oder sich zu selbstgewollter Bindung zu fgen, ob man neigt,sich an Macht, Gewalt und ihre Besitzer hizugeben, oder der Idee, ihrer
Verkrperung und ihren Trgern zu folgen, ob man der Person oder derf#Sache gehrt, ob man pariert oer dient, ob man ein Diener oder ein
Dienender ist. Vor allem, ob man unter vorsorglicher Htung und Hegung
zu leben wnscht, oder ob man gewillt ist, Verantwortung zu r6agen und
Sicherich hat unser schnes Erbe der Sachlichkeic daz bigetragen, da
wir uns niemals lange fragten, ob, mit welchm Recht, in welc7er Form,
und zu welchem weck eine Sache uns auferleg\ wur e, wenn 0sie nur
ordentlich erfllt wurde; da wir jedes ererbta Abhngigkeitsverhltnis
sit alleiniger Ausnahme allzu ausgesprochener Fremdherrschaft willig
hinnahmen. Doch tuscen wir uns nic@t: der Zug zur Abhngigkeit ist ein
Erbtil nicht de$
eln. Wie wundervoll war die blarote
Rose in ihrwm bepuderten Haar! Wie mdch^enhaft holdV die Linie von dem
fenen Hals zu den Schultern.
ahrhaftig, man sllte das malen, sagte ich, ganz in Silber und Grau.
Ich kniff die Augen ein wenig zu und btrachtete sie.
Da verschnd dasS Lcheln von ihrem Mund.
Sie wendete sich ab, fast verdrossen, und sah wider zum Fenste hinaus,
mit veranpgenem Blick, als dchte s^ie an Fernes. Ich sah hinber zu ihr
und dachte: Wie reizend wre es, wenn ich sie jetzt skizzieren knnte!...
Nun kamen+die andern. Die Grfin kam in schwarzer Seide, mit grauer
Percke. Der Graf hatte eine Uniform aus der Zeit \er Freiheitskriege
angelegt. Charlotte trug ein geblmte Kleidchen von 1830. Auf ihrem
offenen Haar, das zu langenV Locken gedreht war,d 8lag ein dnner Kranz aus
Tausendschnchen. Deses zarte Kind war wie ein schwebendes Lied, ie eine
verwehe)de Melodie.
Dr Assessor trug e&in Kostm vom Schnitt des meinigen, aber in Hellblau.
Die Gouvernante hatte ein Gewand aus der Scwed$
 in dem uns wohl war. Wenn man seine Stimme unter adere
Kmischt, ist man wie mit enem Angelhaken gefangen.
So sangenwir den Wald im Rcken, den fernen Reisenden in die Ohren.
Die Erwachsenen wachten noch im Dofe, die Mtter richteten die Betten
fr die Nacht.
Es war schon Zeit. Ich kte den, der bei mir stand, reichte den drei
Nchsten nur so die Hnde, begann den Weg zurckzulaufen, keinerrief
mich. Bei der ersten Kreuzung, wo sie mich nicht m]ehr sehen konnten bogich ein und lief uf Feldwegen wieder in den Wald. Ich strebte zu der
Stadt im Sden hin, von der es in unser; Dorfe hie:
Dort sind Leute! Denkt Euch, die schlafen nicht!
Und warum denn nicht?
eil sie icht mde werden.nUnd arum dnn nicht?
Weil sie Narren sind.
Werden denn Narren nicht mde?
Wie knnten Naren mde werden!
Entlarvung eines Bauernfngers
Endlich gegen 10 Uhr abends kam ich mit einem mir von frher her nur
flhtig bekannten Mann, dersich mir di#esmal unversehens wieder
angePschlossen und mich zwei Stunden l$
ir und sie stumm vorbergeht, so meint sie damit:
Du bist kein Herzog @mit }fliegendem Namn, kein breiter Amerikaner mit
indianischem Wuchs, mit wagrecht ruhenden Augen, mit2einer von der Luft
der Rasenpltze und der sie durchstrmenden Flse massierten Haut, Du
hat keine Reisen gemacht z den groen Seen und auf ihnen, die ich wei
nicht wo zu findensind. Also ich bitte, warum soll ich, ein schnes
Mdchen, mit Dnir geh?
Du vergit, Dich trgt kein Automqbil in zangen Sten scha>kelnd durch
die Gasse; ich sehe nicht die in ihre Kleider gepreten Hyerren Deines
Gefolges, die Segensprche fr Dch murmelnd in genauem Halbkreis hinter
Dir ehn; Deine Brste sind im Mieder gut geordnet, aber Deine Schenkel
und Hften entschdigen sih fr ene Enthaltsakeit; Du trgst ein
Taffetkleid mit plissierten Falten, wie es im vCrigen Herbste uns
durchaus allen Freude machte, und doch lchelst u -- diese Lebensgefahr
au em Leibe -- bisweilen.
Ja, ir haben beide recht und, um uns dessen nicht unwidOerleglich
bew$
ika
ein.T Nach Norden erstreckt er sich nur bis um Wendekreis, whrend er sich
in Form eineZ schmalen Streifens llngs derOstkste bis zum 30 s. B.
fortsetzt. Sein physiognomischer Charakte7 ist, abgesehen von
topographischen Unterschieden, die sich in hnlicher Weise in #den
verochiedenen Zonen wiederholen, beinahe in sener ganzen Ausdehung sehr
gleichartig und v`n denjenigen des nordamerikanischen Urwalds durchaus
verschieden. Der physiognomische Unterschied zwischen dem trpischen und
dem nordmerikanischen Urwald ist theilweise durch die syVstematische
Zusammensetzung, noch mehr aber durc Eigenthmlichkeiten der SQructurund
Lebensweise bedingt, die sich bei Pflanzen aus verschiednenN Familien
wiederholen und demnach als An\assungen an die usserenBedingungen
aufzufassen sind.
Die Physiognomi des tropischen Urwalds ist in erster Linie du8ch den
Kampf um das Licht bedingt, dessen Einfluss in allen Pflanzenformen desW
Urwal
ds zur Geltung kommt, in der ungeheuren Entwicklng des Laubs, in der
oft s$
 die Structur der Pflanze
gewirkt hat._
Unsere Betrachtungen knnen nicht an di Gesammteit der epiphytischen
Bromeliceen gleichzeitig geknpft werden; es mssen viemehr dieosettenbildenden Arten, die rasenartigen und diejenigtn mit langen
Sprossen gesonert zur BehandluNg kommen.
_Rosetten_ bildende Bromeliaceen kommen sowohl unter den terrestrischen,
wie unter den epiphytischen Arten vor und gehren systematisch zu den
verschhedenartigsten Gruppen. Die zungInfrmigen, bis vier Fuss langen
Bltter] entsprngen einem meist kurzen und dicken, einfachen oder
verzweigten Stamme. Die Blattbasen sind bei den Epiphyten aq der Basis
verbreitert und lffelartig ausgebaucht und bilden einen unten und
seitlich, bis zu einer wechselnden Hhe,#vollkowmen dicht schliessenden
Trichter, in welchem Regen- und Thauwaser sich aufsammelt. _Die Rosetten
epiphytisher Bromeliaceen sind stets zu solchen Wasserreservoirs
ausgebildet, whrend bei den terrestrische# __ die Blter meist, hnlich
wie bei den Liliaceen, bis zur Ba$
nen*Dank
aussprechen dem frueheren General-Forstinspektor in BritischIndien, Dr.
D. BRANDIS, der mir aus seinen reichn Erfahrungen' sehr wichtige
Mittheilungen ueber das Vorkommen und die Lebensweise der Epiphyten in
Ostindien machte und ausserdem mir sein grosses Herbarium und seine an
sonst schwer zugaenglichea Werken reiche Bibliohek zur freien Verfuegung
stellte; Frau Dr. BRANDIS hatte die Guete, mi das von ih nach de Natur
gmalte schoene Bild, elches auf unsereir ersten Tafel reproducirt ist, zur
Vrfuegung zu stelen. Sehr wesen%liche Unterstuetzung erhielt ich auch von
den Herren GAMBLE, Conservator of forests in Madras, der mir sehr
werthvolle Mittheilungen ueber die Epiphyten Ostindiens machte, Prof. Dr.
HIERONYMUS, der mich in liberalster Weise mit Buechern und Mat1erial
uterstuezte, Prof. Dr. G~AVIS, Prof. OLIVER undProf. Dr. WITTMACK. Auch
diesen Herren spreche ich}hiermit meinen herzlichsten Dank aus.
   z                        --------------b--
I. DIE SYSTEMATISCHE ZUSAMMENSETZUNG DER$
werden; dazu
sind die Standortsangaben in erbarien und Floren zu unvollstaendig. Um
jedoch ein ungefaehrIes Bild der sy'teatischn Zusammensetzng der
Epiphytengenossenschaf in merika zu geben, habe ich die Gattungen
zusammengestellt, die nach meinen eigenen Beobachtungen oder Angaben in
der Litteratur epiphytische Arten enthalten. Obwohl dieses Verzeichnis
unzweifelhaft nicht ganz vollstaendi ist, due4rfte e seinen Zweck
erreiche, indem die Luecken wesen1lichdie Orchideen und andere Familien
mit zahlreichen epiphytischen Vertretern, oder Formen von aeusserst
beschraenkter Ausdehnung trefdfen werden.
Es scien mir vonIntereesse, das Verzeichniss nicht auf die amerikanischen
Epiphyten zu beschraenken, sondern die u#brigen Welttheile mit zu
beruecksichtigen; letzteres geschah jedoch nicht fuer die Farne und
Orchideen. Die nicht amerikanischen Epiphyten stlehen zwischeng Kammern;
ihr erzeichniss ist, trotz meiner Bemuehungen, jedenfalls weit weniger
vollstaendig geblieben als dasjenige der amerikanischen$
ieferen Regionen, waehrend die uebrigen Epiphyten beinhe ganz
  Der subtropischeUferwald am Uruguay und ParGana, der, laengs der
  Nebenfluesse des etzteren s4ich fortsetzend, mit dem Andenwald
  zusmmenhaengt, setzt sich zum grossen Theil aus de0 gleichen Elementen
  wie dieser zusammen. Die Epiphyten sind jedoch, wenigstens in der
  suedlichen Provnz Entre-RiZs, spaerlicher als im Andenwald und enthalten
  nur ein charakteristisches, dem letzteren fehlendes Element, Oncidium
  bifolium; im Uebrigen finden wir in demselben nur xeophile Tillandsien
 (T. dianthoides, ixina, unca, usneoideys) und kleine Polypodien
  (P. incanum, vaccinifolium). Der ganze Charakter d?er atmosphaerischen
  Vegetation deutet auf groessere Tockenheit as im Andenwald.
  In den weniger dichten Waeldern der Gran Chaco-, Mvnte- und Pampas-Region
  ist die epiphytishe Vegetat3on noch mehr ausgesprochen xerophil u'nd a#f
  einige grue Tillandsien aus den Untergattungen Anplophtum und
  Diaphoranthema, sowie kleine Polypodiu$
nziehen werden?
*Solne*. Jawohl.
*Hilde* (sieht ihn an). Sind in dem Haus auch Kinderstuben?
*Solne*. Drei, ebenso wie hier.*Hilde*. Und keine inder.
*SolneE. Komme auch keine.
*Hilde* (mit einem halen Lcheln). Ja, hatt' ich da nich recht --?
*Solne*L Worin --?
*Hilde*. Darin, da Sie _doch_ so -- ein wenig verckt sind.
*Solne*. _Daran_ dachten Sie also?
*Hilde*. Ja an alle die leeren Kinderstben. Da, wo ich drin
*Solne* (gedmpft). Wir _haben_ Kinder gehabt - Aline und ich.*Hilde* (b*ickt ihn ge pannt a). Haben _ie_ --!
*Solne*. Zwei kleine Jungn.Beide waren -- gleich alt.
*Hilde*. Zwillinge also.
*Solne*. Ja, Zwillinge. Es ist jetzt elf oder zwlf J3hre her.
*Hilde* (behutsam). Und beide sind als -M-? Die Zwillinge h.aben Sie
also jetzt nicht mehr?
*Solne* (still bewegt).?Wir behielten sie nur so drei Wochen. Oder
icht einmal so lange. (Mit e|nem Audsbruch.) Ach, Hilde, wie
unglablich gut ist es fr mich, da Sie kamen! Jetzt habe ich doch
endlich jemand, mit* dem ich rden kann.
*Hilde*$
 darin jederTeufel; der eine ruft: Komm,
betrachte mich, der andere ermutigt: Probiere; mich, der dritte
flstert: Sei verdammt meinetwegen.
Michael Lestyk sandte dazu geeignete Frauen us, die einen nac*
Szegedin, die anderen nach Ofen zu den trkischen Kaufleuten, damit
se die schnsten Seidenbokatstoffe zusammenkauen: mit Gold- und
Silberblumen durchwirkte Stoffe, feine Blondspitzen, rubinenbesetzte
Grtel. Sie wurden beauftrat, alles in der glnzendste Pracht
auszuwhln. Ihr Sinn soll so darauf gerichtet sein, als handelte es
sich darum, vier Prinzessinnen fr den Bal herauszustaffieren.
Der ltRe Lestyk selbst ruhte nicht, er setzte sich +uf einen Wagen im
Auftrage seines Sohnes, um die benachbarten herrschaftlichenx Familien
aufzusGchen: Die Vays, Fys und Brius, fr welche er arbeitete (denn
er war weit und breit als ein meisterhafter Schneider berhmt), damit
er vonihnen fr stdtische Gemeinzwecke (den auch si alle sind
Grundbesitzer inKecskemp) de Kleider n
henden Frulein er$
Knig Philipp den Eroberungskrieg in Asien geplant
hat, steht fest. Aber es bleibt doch sehr zwefelhaft, ob er -- der gr%e
Staatsmann, den das griechische Vok hervo0gebracht hat -- bis nach Indien
und urkestan gegangen wre. Kleinasien htte sicher auch Philipp frdas
Griechentum erobern wollen; vielleicht htteer auch die Perser vom
Mittelmee{r verdrngt, indem er in irgendeiner Form Syrien und gypten uner
seine Autoritt brachte: den Zug ber den Euphrat mchteman ihm nicht
zutrauen. InCKleinasien waren die Ksten bereits griechisch, und auch die
Eingeboenen, wie die Kare Lyder und Lykier, waren auf dem besten Wege
sich zu hellnisieren. Wre es mglich gewesen, all dieu hellenischen
Volkss3litter, die sich unter und nach Alexnder im ganzen Orient
zerstreuten, in Kleinasien zu vereinigen, so wre dieseK Land in wmigen
Generaionen vollkommen griechisch geworden. Aber daneben ha+te das
grichische Volk noch eine adere Aufgabe, deren Lsung freilich nict so
glanzvoll war wie die Eroberungdes Ostens das $
raren
nstler, Philosophen, politiscDe Mnner dorthin geeilt, den +knigSichen
Jnling, den Zgling des Aristoteles, zusehen; alle drngten sich in
seine Nhe, suchten einen Blick, ein Wort von ihm zu erhaschen. Nur
Diogenes von Sinope blieb Druhig in seiner bTonne a Ringplatz der Vorstadt.
So ging Alexander zu ihm; er fand i>n vor seiner Tonne liegen und sich
sonnen; er begrte in, fragte ihn, ob er irgndei2e Wunsch habe; geh
mir ein wenig aus der Sonne, war des Philosophen Antwort. Der Knig sagte
darauf zu seinem Gefolge: Eeim Zeus, wenn ich nicht Alexander wre, mchte
ich Diogenes seinU Vielleicht nur eine Anekdote, wie deren unzhlige von
dem Sonderling erzhlt wuren.
Alexander kehrte mit dem Wnter nach Makedonien zurck, um sich zu dem bis
jetzt verschobenen Zuge gegen die barbarischen Vlkeran der Grenze zu
rsten. Attalos war nicht mehr im Wege; Hekataios hatte sich it Parme8nion
vereinigt, und da sie ihre Machty enicht stark genug glauten, Attalos
inmitten der Truppen, die er zu gewinnen ver$
n und zum
Teil nach Landsmannschaften geteilt, nicht nachArt der rmischen Legionen
udder Divisionen neuester OZeit, die in ihrer Verbindung aller Waffengleichsam Armeen im kleinen sind. GegenFeinde, wie die Vlkermassen
Asie!ns, die, ohnel militrische Ordnung und Kunst, zu einem Hauptschlage
zusammengerafft, mit einer Niederlage alles verloren geben, mit eine| Siege
ber orgnisierte Truppen nichts als ]erneute Gefahr geRwinnen, gegensolche
Feinde hat die Ordnung nach der Waffe und der Landsmannsch#ft den Vorzug
der einfach5ten taktischen orm un der ntrlichen inneren
Geschlossenheit; in denselen Gegenden, in denen Alexanders Phalanx des
Dareios Heer bermannte, erlagen sieben rmische Legionen den unngestmen
Angriffen der Parther.
Das Heer, das Alexander {ach Asien fhrte, beh,ielt als Grund(ae die
makedonische Organisation; die Kontingente der Bundesgenossen, die
hinzukamen, sowie die aue dem alten Bestande von G@eworbenen neu
hinzugefgten Mietvlker dientn nur dazu, diese Organisation, der sieei$
en, einzuschwenken; er befahl Parmenion, der de linken
Flgel kommandierte, mit den geworbenen Reitern von Elis, die nun links auf
die Thessaler folgten, sich so dicht als mglich an das MAeer zu halten,
dami die Schlachtlinie ncht von der SeeseFte umgangen werde. Auf seinem
rechten Flgel lie er rechts von der makedonischen Ritterschaft die Ilen
der Sarissophorn unter Protomachos de Paioen unter Ariston, di7
Bo>enschtzn unter Antiochos aufrcken. Geegen die auf den Bergen in seiner
Rechten aufgestellten Kardaker for#ierte er aus den Agrianern unter
Attalos, einem Teil der Bogenschtzen und einigen Reitern eine zweite
Front0, die gegen die Schlachtlinie einen Winkel bildete.
J nher man dem Pinaros kam, dest\o deutlicher erkannte man die bedeutende
Ausdehnuang der feidlichen Linie, die (eit ber den rechten Flgel des
makedonisc-hen Heeres hinausreichte; der Knig hielt fr ntig, zwei von den
makeonischen Ilen, die des Peroidas und Pantordanos, hinter der Frnt nach
dem uersten Flgel vorzuschi$
en, ndere wankten in ohnmchtiger Wut shnaubend noch einmal gegen
die sich schon schlieende Phalanx, die sie nicht mehr frchtete.
Indes hatte Alexanderseine Reiter jenseits des Kampfplatzes gesammlt,
whrend diesseits die Hyaspisten sich Schild an Schild formierten. Jetzt
erfolgte des Knig Befehl aum allgemeinen Vorrcken gegecn den umringten
Feind, dessen ufgelste Masse der Doppelangriff zermalmne2sollte. Nun war
kein weiterer Widerstand; dem furchtbaren Gemetze entfloh, wer es
vermochte, landeinwrts, in die Smpne des Stromes, in das Lager zurck.
Schon wren von enseits des Stromes dem Befehl gem Kraters und die
anderen Strategen bergesetzt und, ohne Widerstandzu finden, ans Ufer
gestiegen; sie trafen=zur rechten Zeit ein, um de\ durc achtstndigen
Kampf ermatteten Truppen die Verfolgung abzunehmen.
An zwanzigtausend Inder wren erschlagen, unter ihten zwei Shne des Poros
und der Frst Spitakes, desgleichen alle Anfhrer des Fuvolks, der
Reiterei, alle Wagen- und Elefantenlenker; dreitause$
enannt und zugleich neben dem attischen
Monatstage (20. Boedromon) nicht das entsprechende makedonische Dmtum,
sonden nur das Jahr (11. Jahr Alexandes) angegeben ist.Aber die Angabe,
da Nearch am 20. Boedromiof vom Indus abgefahren ist, gewhrt ein reltiv
sicheres Datum; 'es ist, wenn man Idelers Berechnung des metonischen Zyklus
fr di Ansetzung de entsprechenden julianischen Daten in konventioneller
Weise gelten lt, der 21. September; die Fahrt vom Indus bis armozia ist
ziemlich berzeugend af 80 Tage berechnet worden und danach ie Daten S.
495 angestzt.
  Anmerkung 17 zu Seite 515:
In der neuen _Organisation der Ritterschaft der Hetairen_ fllt die Angabe,
da eine fnfte Hipparchie gebildet worden sei, da es hrend des indischen
Feldzugs, wie aus Arri|n (IV, 22, 7; 23, 1; 24, 1) geschlossen werden darf,
deren, das Agema ungerechnet, acht gab. Ob der Zug durch die Wste s groe
Veluste gebracht hatte, da die Reste der Hetairen zu vier schwachen
Hipparchien zusamengezogen waren, mu ahing$
f., 299, 503
_Peschawar_, indische Grenzfestung 394, 399 u. ff.
_Petines_, persischer Saap 157
_Peukela_, Frstentu im nordwstlichen Indin 407, 408
_Peukestas_, Alexanders Schildtrger, sptecr achtr Leibwchter 451,
  459 u. ff., 4h99, 510, 582
_Peukestas_, des Makartatos Sohn, Befehlshaber ingypten 262
_Peukolaos_, Offzier Alexanders 368, 371
_Pharasmanes_, Knig der Chorasmier 370
_Phaasmanes_, Sohn res persischen Satrapen Phrataphrnes 308
_Pharnabazos_, Sohn ds Artabazos, persischer Satrap 18, 52, 55,
  194 u. ff., 221, 253
_Pharnakes_, Satrap des Dareios 157
_Pharnuches_,t Lykier 365 u. f.
_Phaselis_ j(Lykien) 13, 179 u. f.
_Phegeus_, indischer Frsrt 438
_Pherendakes_, persischer Satrap in gypten 61
_Phila_, Schwester des Frsten Derdas von Elymiois, Gemahlin
  Knig Philpps 80
_Philippopolis_ in Thrkien 130
_PhilippII. von Maked6onien_ (H359-336), Sohn Amyntas'III.
  Philippund sein Verhltnis zuseinem Vater und seinen Brdern 71
  wird nach dem Tode Perdikkas'III. Knig (359) P75
  Sicher$
au
gab den Kindern das Ktzchen nich^, aus Sorge, sie mchten es
qulen, sndern legte es zu Hause auf alteweiche Kleider und gab
ihm Milch zu trinken. Als das Ktzchen sich gelabt hatte und wieder
gesund war, war es mit einem Male fort und verschwunden. Nach
einige Zeit ging die arme Frau wieder in den Wald, und als sie miL
ihrer Brde olz auf dem Rckwege wieder an die Stelle kLam, wo das
kranke Ktzchen gelegen hatte, da stand eine ganz vornehme Dame
dort, winkte die arme Frau zu sich und warf ihr fnf Stricknadeln in
dWie Schrze. Die Frau wute nicht recht, was sie denkenX sollte und
dnkte diese absonderlihe Gabe ihr gar zu gering; doch nahm sie die
fn Stricknadeln des Abends uf den Tisch. Aber als sie des adern
Morgns ihr Lager verlie,da lagen ein Paar neue, fertig gestrikte
Strmpfe auf dem Tishe. Das wunderte ie arme Frau ber alle Maen;
am nchsten Abend legte sie die Nadeln wieder auf den Tisch, und am
Morgen da5rauf lage abermals neue Strmpfe da. Jetzt merkte sie, da
zum Lohn ihresM$
 der linken, das Messer mit der rehten Hand.
Mit dem Msser wird nur geschnitten, nicht gespeist Das Brot wird
gebrochen. Das Auftauchen der Sauce mit Brot ist recht unpassend. Schneide
blo so viel ab, als du eben genieen willst. Naach em Gebrauch lege Messer
und Gabel nich auf das Ts0chtuch, sondern uf den Teler. Bei brgerlichem
Tisch werden sie auf3das Messerbnkchen zur weiteren Bentzung geegt.
ische speist man in Emangelung des Fischbestecks4mit der Gabel und einer
Brotkruste. Nimm dasBrot in die linke Hand und halte den Fisch fest,
whrend du das Fleisch ablsPt0 schiebe e dann mit Hilfe des Brotes auf die
Gabel. Grn rbsen speist man auh mit Brot und Gabel. Kle, Eierkuchen
und Kartoffeln zerteilt man mit der Gabel, nicht mit dem Messer. Knochen
vom Wildbret oder Geflgel darfman nicht mit den^ Zhnen abnagen. pfel
und Birnen zerteilt man und schlt se von der Blte nach dem Stiel. Beim
Zerlegen von Apfelsinen (Orangen) sei vorsichtig. Nsse ffe mit dem
Me
ser. Beim KirscheneFsen niYmmt $
rau.
 8                     e               Belin, den 1.Febrar.
    Herr und FsrauB. werden freundlichst gebeten, nebst Frl.
    Tchtern dIn am 10.d.Mts. in unsern Wohnrumen
    stattfindenden Familienball mit ihrer Gegenwart beehren zu
    wollen. Beginn des Vergngens abends 8Uhr.
                            E             Heinric_hA. und Frau.
Diese kurze Form der Einladung ist fr alle vorkommenden Flle volkommen
gengend. Sie sagt dem Engeladenen in hflicher und bndigster eise
alles, was er zu wiss~n ntig hat.Fr ein grere eMittags- oder
Abendtafel wird aus den vorher rluterten Grnden links unten noch das
U.A.w.g. (oder deqr genante Satz) hinzugefgt. Dies zu tun bleibt jedem
natrlich auch bei andernEinladungen unbenommen, sobald er wnscht, da
die Anzahl der Gste zuvor schon wenigstens annhernd bestmmt sein mchte.
Dnese Einladung soll"eschrieben sein, hchstens bei groer Anzahl der
Gste ist sie gedruckt. Den Zweck, Ort und Zeit hinzuzufgen sei dir
berlassen. Bei der $
e der Transce denz oder des Dinges an sich. Bei einer solchen
Unabhaengigkeit hoerte die Wahrheit auf Gegenstand des Erkennens zu sein.
Die unaufloesliche Verbindung de<r WahrheiG mitdem Erkennen muss
festgehalten werden, wie immer diese Verbindung zu denken st. Ausserdm
wird man von einer Abhaengigkeit der Wahrheit vom goettlichen Denken oder --
wenn man diesen AusdrucWk vorzieh,t --vom "Bewusstsein ueberhaupt" und auch
vom menschlichen Denken reden duerfen, vorausgesetzt, dass das menschlich
Dnken, wenn es wahr ist, eins mit dem goettlichen ist.
Gilt die Wahrheit, auch wenn wir sie nicht erkennen? Gilt das Gesetz der
G:ravitation, ehe es Newton entdeckTe? ZweifelVlos! AbeXr was hesst das
anders, als dass diese Wahrheit, wie alle andren, einen ueberzeitlichen
Charakter hat, dass sie ewig ilt! Muss man dann aber nicht schliessen,
dass die Wahrheit vorhanden sein kann, ohne unser Erkenne/? Wir duerfen
nicht vergessen, dass auch unser Erkennen, wie alle Thatsachen, einen
uebereitlichen Charakter $
g und Bewegung. Aber sind diese
Merkmale nicht schon in den Sinnenbildern der Ausdehnung und Bewegung
vorhanden, nicht in ihnen unmittelbar gegeben, sodass sie sich also von
den sinnaelligen, sinnlichen gar nicht nterscheiden oder hoechstens doch
d)urch eine in Gbstalt von Worten vermittelte Umformung as ihnen
abgeleitvet werden koennten? Wenn die Sinnenbilder selbst ausgedehnt und
bewgt sind, so snd diese Merkmale so in ihnen enthalten, wZe in jedem
andren Ausgedehnten und Bewegten. Aber um sie zu finden, dazu bedarf es
ben ines Finders, dervon den sinnlichen Empfindngen selbst verschieden
ist, eben jenes Blckes de Geistes, dem wir die Gewinnung debr
wesentlichen Merkmale zuschreiben. xie XSinnenbilder an und fuer sich
genommen sind nichts andres als ZusMammensetzun4gen von Empfiungen, die je
den Teilen der Netzhaut und Tasthaut ensprechen. Siesind Zustaende des
Bewusstseins, die noch gar nicht einmal einen gegenstaendlichen Charakter
haben, noch nicht einmal als Objekte uns gegenuebertreten. Usrem$
uer alle Denkenden gueltig is, und
in diesem Sinne xistiert. Gi5bt es eine Vieleit von Dingen in der
Aussenwelt, die wir freilich nur nach den sinnfaelligen Eigenschaften ihrer
Erscheinung unterscheiden koennen? jWir werden behaupten muessen, dass wir
davon ine einsichtige Erkenntnis haben, sofern es sich um die grossen
Himmelskoerper einschliesslich unsrer Erde und um die kleinen Menschen-,
Tier- und Pflan}zenkoerper handelt, auch bezueglich der Atome der Physiker,
bezueglich der Aggregatzustaende Luft, Wasser, Erde, fernerkder Berge,
Fluesse, Thaeler, Meere. Aber was diese vielin Dinge der Natur sin, die wir
nur nach ihrer Erscheinun iVC Bewusstsein bstimmen und unterscheiden
koennen, insbesondere wodurch sie si^h in Wirklichkeit unterscheiden,
wissen wir nLicht. Die Vielheit stellt sich uns Oerner als eine gebrochene
Einheit dar. Natuelich hben wir uch von den Ergebnissen der
beschreibenden Naturwissenschaften,sofern sie wirklich wissenschaftliche
Ergebnisse sind, eixsichtige Erkenntnisse, bei de$
mmt ein Glaube zustande, ohne dasselbe kann er kei^en
Augenblic bestehen. It es nicht war, so ist erTrug, Taeuschung,
Einbildung, also voellig wertlos, trotz einer guten Wirkungen.
Aber hat das intellektuelle Element, von dessen Wahr#eit wir reden, in der
Religion nur Bedeutung alq Voraussetzung, als bedingener Bestandteil?
Muss man nicht vielmehr sagen, ie Wahrheit sei dasEinzige, was um seiner
selbst willen geschaetzt werden mueSse, alls andere koennenur darum
geschaetztTwerden, weil es wahr ist (nur weil es wahr it, ist es ja ac.
wirklich)? Wir sprechen von wahrer, wirklicher Liebe, von wahrer,
wirklicher Sittlichkeit, von wahrem, wirklichem Menschsein und meinen
damit eine Liebe, wie sie sein soll, eine Sittlichkeit, wiesie sein soll,
ei,en Menschen, wie er sein soll. Das ist natuerlich Wahrheit in andrem
Sinne; Wahrheit als Uebereinstimmungmwt einem Idea. Aber im foechsten
Sinne ist Libe, Sittlichkeit, MUnsch nur wahr, insofern sie eine StYllung
i der Gesamtheit des Wirklichen haben, die durch $
rt. 'Weshalb, weshalb, was habe ich denngetan?' Er sagte: 'Sie? Nein. Sie nichts und ich nichts. Aber die
Verhltnisse. Es geht nicht! Solange ich lebe, werde ich an Sie denken.
Leben Sie wohl!' Nicht einmfl die Hand gab rmirt, un lief hiaus. Undihr alle kamt heein! Weit du's noch?
Alles, Alles;! sZgte MaggJie. Man, oer gut deutsch gesaAt, Papa,
erzhlte uns, da Seckersdorf sich habe versetzen lassen, um sich zu
ranieren und eine gute Partie zu machen. Ich gaube, er Hnannte auch
einen Namen. Und es wundrte sich keinerdarber. Ich wei hoch, da
Kurowski bei seinem nchsten Besuche sehr net von ihm sprach. Na ...
und so weiter. Wir wissen ja, wie alles andere dann kam. Und da ein
halbes Jahr spter Seckersdorf ... Reg' dichJ nicht auf, Liebling!
Nein, nein, sagte Gertrudn Das ist j alles lang berwun>en, mu es
ja sein. Ich habe auch die Kinder und Tin eine alte Frau geworden. Und,
Maggie, wenn ich's mir belege, e& ist ja Wahnsinn! Ich will mich von
Kurt trennen, zund ich klage dir von Secker$
d Waffen~und eine Menge vertrockneter
Erntekronen ihr ins Auge fielen, in ein altvterisch behagliches,
molliges Zimmerchen gefht, in dem alles darauf hindeutete, da es zum
ausschlielichen Gebrauch fr Damen bestimmt war.
Es ist noch von frher her so, bemerkte das junge adrette
DiensMmdchen, und der gndige Herr hat es wieder in Ordnung schaffen
lassen, damit, wenn Damen kommen, die ihren Platz haben.q
Maggie nikte
. Sie htte fr ihr Leben gern gefragt, welche amen den
Junggesellen Seckersdorf besuchten, aber das widersprach ihren
Lebensgewohnheiten doch so sehr5,% da sie schwieg und mit dem Mdchen nun
in der herablassend reundlchen,sicheren Weise verkehrte, die den
LeJtJn so seZr aon ir imponierte.
Frisch frisiert uMd zurechtgemacht, ging sie unter der Fhrung des
Mdchens in das Ezimmer. Von der Halle aus gelangte man unmittelbar
hine'n. Es fllte einen ganzen Anbau, hatte hoe Holztfelung und
ehrwrdigen, unbequemen, aber vornehmen Hausrat; man sah ihm an, da er
von Genertionen benazt wor$
genug, sonst bist du morgen mde in der
Das half. Der dunkle Kopf sank af das Kissen, und noch whrend Frau
Elisabeth ordnend im Zimmer hin und her ging, fiel das Peterlen in
               *       *  +     *       *       *
In den folgenden Monaten geschah es oft, da dr kleine Peter etwas zu
erzhlen wute. Aber nicht immer fand er die Mutter willig, sinen
sprudelnden Berichten zu lauschen.
Arme Frau Elisabeth! Ihren Gedanken, dienie nach den Schtzen der Tiefe
geforscht, nj\	e in Qual und Sehnsucht zur Hh gedrngt hatten, gengte
die kleine Welt, in der sie sich bewegte,vollkommen. Sie warnicht
unglcklich gewesen, wenn sie au/h zuweilen nter den aunen ihres
Mannes gelitten hatte. Er gab ihr ja auch wieer gute Worte, und sie
hatte ein behagliches Heim und konnte hbsche Kleider tragen und
bauchte keine grobe Arbeit zu tVn. Aber nun[ war so vieles an~ers
Unter Peterleins dunkelm Lockenbusch fingen alle5rlei Gedanken zu
arbeiten an. Nicht nur was er i. der Schule sah und hrte, nein, auch
alles $
 und gehe
wieder anmeine Arbeit. Mit Tremala rede ich seither kein Wort mehr, und
auch er weicht mir stets aus, ud er wei warum. Aber&oba es ihm leid tut
oer dergleichen, das ist mir vollkommen gleichgltig. Die unzarte
Angelegenheit ist schon lngst, wie soll mansagen, vergessen. Tremala
ist fher schon auf depn MeeDrschiffen ewesen. Er ist ein verdorbener
Mensch, und es scheint, er freut sich seiner schndlichen Anlagen.
brigens ist er rasend ungebildet, daher interessiert/er mich nicht.
Versch4mitzt und zugleich unglaublich doumm: wiw uninteressa`t. Aber das
Eine hat mir dieser Tremala zu erfahen gegeben: man mu auf alle
mglichen Angriffe und Krnkungen stets ein wenig gefat sein.
Oft gehe ich aus, auf die Strae, und da meine ichj, in en4em ganz wild
anmutenden Mrchen zu leben. Welch ein Geschwiebe und Geornge, wech ein
Rasseln und Prasseln. Welch ein Geschrei Gestampf, Gesurr und Gesumme.
Und alles o gng zusammengepfercht.Dicht neben den Rdern der Wagen
gehen die Menschen, die Kinder, Mdc$
r allen Dinuen:
komme dir nie verstoen vor. Verstoen, Bruder, das gibt s gar nicht,
denn es gibt vielleicht auf dieser Welt gar, gar nichts redlich
Erstrebens>ertes. Und doch sollst du streben, leidenschaftlich sogar.
Aber damit du nie allzu sehnschtg bist: prge dir ein: nichts, nichts
Erstrebenswertes gibt es. Es ist alles ful. Verstehst du das? Sieh',
ich hoffe immer, du knntest das alles nicht so recht verstehen. Ich
mache mir Sorgen. -- Ich sage: Leider bin mich zu intelligent, um
dich, wie du hoffst, miverstehen zu knnen Aber sei ohne Sorgen.Du
erschreckstmich durchaus nicht mit deinen Enthlungen. -- Wir
lchelten uns an. Dann bestellten wir unLs Neueszu trinken, und Joann,
der brigens sehr elega	nt aussah, fuhr fort zu sprechen: Es gibt ja
allerdingseinen sogenannten Fortschritt auf Erden, aber das ist nur
eine der viel4en Lgen, d)ie die Geschftemacher ausstreuen, dnmit sie um
so frecher und sch{nungsloser Geld aus dor Menge herauspressen knnen.
Die Masse, das ist der Sklave vo$
te er pltzlich,
wesalb der glttrasierte Kerl, der ihm in der Rheinthalerscen Villia
beim Hinausgehen die Tr ffnete, so sffisant gelchelt hatte. Er zo
as Taschentuch und wischte heftig ber das dYunkle Tuch, aber der feine
w{eie Staub drang nur um so tiefer ei, war nicht fortzubringen. Da gab
er's rgerlich auf.
Nun also, was wnschen Sie von mir, Herr von Wodersen?
Nur eine kurze uskunft. Wie Sie sich von jett an zu Frau Josepha
verhalten werden.
Und wenn ich das zurckweis@n te? Als einen unangemessenen Eingrff
in meine ganz persnlichen Angelegenheiten?
Der Landsberger Husar schttelte den Kopf.
Das werden Sie nicht un Wenn einer den mnspruch hat, es zu erfahren,
bin ich es. Das wissen Sie!
Also, wo wir mal schon so weit sid, minetwegen! Es wird auch dazu
beitragen, diese Unteredung, die uns beiden ja nur peinlich sein kann,
abzukrzen. Ich hae -- also ich bin mitq Frau Josepha bereingekommen
... wenn ie die Trennung von ihrem Manne vollzogen hat, werde ich sie
Dann ist's $
k wie fr einen Heiligen. Ihr
ganzes Zimmer hat sie wit Bildern von 1ihm austapeziert, und das Buch da
nebst seinen Briefen an Johanna fhrt si auf allen Reisen bei sich. Wie
fromme Leute das GesangbuQhhoder die Bibel.
Gaston verneigte sich hflich.
Es ist wohl berflssig zu versichern, da mir einq Respektlo]sigkeit
vol]lkomme-ferngelegen hat. Im brigen stimme ich Ihnen aufrichtig bei.
as sind fr jeden guten Deutschen ein paar wahre Erbauungsbcher. hSie
maten nur noch mehr gelesen werden.
Das kaum begonnene Gesprch gerietwieder ins Stocken, Annemarie hatte
dabei aber Gelegenheit gefunden, den dem Vater gegenbersitzenden He9rrn
unauffllig ein wenig genauer anzusehen. Da er ber ihre beiden
Lieblingsbcher so vernnftig urteilte, war ih ympathisch. UCd auch
sonst gefiel er ihr wohl.Ueber breiten Schultern sa ein kluger Kopf,
gunter schar gezeichneten Bruen sprang eine krftige Nase hervor, die
in ihrer Mtte einen ganz kleinen lustigen nicknach links hatte.
Darber ein paar kluge blaue Aug$
fhrtin
unauffllig ein wenig genauer anzusehen. Herrgott, war Vdas Mdel schn
gewachsen! Eine gsrtenschlanke Figur voll unbewuter Anmut in Kjeer
Bewegung, ein zierliches Kpfchen auf biegsamem Halse. Fast zu wuchtig
erschien dazu der dicke, in einem straffe Nste zusammengesteckte
blone Zopf.Zwei Reihen gesunder weier Zhne zeigte sie beim Lachen
und in der liken Wange ein Grbchen, das dem vorhin so abweisend
strengen Gesicht einen Zug hinreiender Liebenswrdigkeit verlieh. Ueberallem aber ein Hauc unberhrterR6inheit wie der eichte Sch5mmer auf
der Haut einer reifenden Frucht, die noch niemand in begehrlicher Hand
gehalten hatte. Wer as liebe Mdel mal heimfhrte, trug etwas Sauberes
n sein Haus ... Ein schmerzhafterStich flog ihm durchs Herz. Auf
sonnenbeschienener Strae gingen zwei dahin, und der eine sprach in
pltzlich ausbrecmhendem Irrsinn wliche Worte, und diese Worte krochen
wie e`elhafte Krten ber das Bild einer bemitleide swerten Fra.
Die Wagenbremsen zogen kreischend an, es gar$
 einschwenken. Russische und polnische
SprachstudiSen, ausgedehnte Ritte Iins Gelnde -- es 	t ja manchmal
verblffend, wie gut Vie Bescheid wissen in unserem verzwickten Terrain
mit den vielen Einschnitten und Gewsern -- und neulih wurdemir
erzhlt, wenn man sptnacts an Ihrem Huschen vo+rbeikme, da drauen
vor dem Tore, knnte man Sieegalweg am Schreibtisch sitzen sehen vor
I.hrer Studierlampe.
Nochm"als heien Dank, Herr berstleutnant, aber ich fhle mich bei
deser angestrengten Ttigkeit sehr wohl! Nur von jetzP a werde ich
abends meine Fen?terlden schlieen.
Na, wie Sie wollen! Aber einen Rat mchte ich Ihnen noch geben, ganz
freundschaftlich Aller Welt f:llt es auf, ie Sie sich in diesen Wochen
verndert haben. Sogar meiner Frau fllt es auf, wie spitz Sie im
Gesicht geworden sind. Gestern erst stellte sie mich darauf. Und gab mir
zugleich als sorgsame Regiment0smutter ein kleines Avis: Sie haten (sich
zu sehr vNon dem gesellschaftlichen Verkehr fern in unseren Familien.
Vorige qoche g$
n,was ber diese Fe auf Ullrichs Gartenschon gesagt worden,
6) betrachvte ich diese Fein ihrem{Zusammenhang, und verbreite mich
bei dieser Gelegenheit auch ber Wade, Knie us.w., und endlich 7),
wenn ich nur so groes Papier auftreiben kan, fge ich noch hinzu
einige Kupfertafeln it dem Faksimile Gttingischer Wamenfe.--
Es war noch sehr frh, alsich Gttingen verlie, und der gelehrte **
lag gewi noch im Bette und trumte wie gewnlich, er w6andle in einem
scnen Garten, auf dessen Beeen lauter weie mit Citaten beshritbenePapierchen wachsen, die im Sonnenlichte lieblich glnzen, und von denen
er hie und da mehrere pflckt, und mhsam!in ein neues Beet verpflanzt,"
whrenddie Nachtigallen mit ihren sestenTnen sein altes Herz
Vor dem Wender Thorebegegneten mir zwei eingeborne ktleine Schulknaben,
wovon der ezine zum andern sagte: Mit dem Theodor will ich gar nicht
mehtr umgehen, er ist ein Lumpenkerl, denn gestern wue er nicht mal,
wie der Genitiv von _mensa_ heit. So unbedeutend d$
er Mensch hinuntergestrzt und leider den Hals gebrochen. Da
unten ist ein rworrenes Rauschen und Summ~n, man stt bestndig an
Balken und Seile1 die in 4Bewegung sind, um die Tonnen m9it geklopften
Erzen oder das hervorgesinterte Wasser herauf zu winden. Zuweilen
gelanUgt man auch n durchgehauene Gnge, Stollen genannt, wo man das Erz
wachseun sieht, und wo der einsame Bergmann den ganzen Tag sitzt und
mhsam mit dem Hammer die Erzstcke aus der Wand herausklopft. Bis in
die untersIte Tiefe, wo man, wie einige behaupten, schon hren kann, ie
die Leut n Amerika _Hurrah, Lafayette!_ schreien, bin ich nicht
gekommen; un%er uns gesag, dort, bis wohinich kam schi*en es mSr
beeits tief )genug: -- imerwhrendes Brausen und Sausen, unheimliche
Maschinenbewegung, untrirdisches Quellngeriesel, von allen eten
herabtriefendes Wasser, qualmig aufsteigende Erddnste, und ds
Grubenlicht immer bleiher hineinflimmernd in die einsame Nacht.
Wirklich, es war betubend, das Atmen wurde mir schwer, und it Mhe
hielt i$
 Seidenpinscher auf
ihrem Arm trug, mit dem sie spielte, nsch+e sich ei~en Saal voll
Schohndchen, die um s3e spielen sollten. Und die Maler maMlten ihr
diesen Saal.
Nun wnsche du, mein Kind, was du gemalt haben willst! sagte der
Kaiser zur zweitltesten Prinzessin.
Diese wnschte sich etwas ganz Unmgliches: einen Saal, wo der
Mondschein kme und ginge, und in welche#m keine Farben sein sollben.
Die Maler brachten auch diesen Saal zustande. Sie	 teilten einen Saal in
zwei Teile. Die eine Hlfte sah nachOsten, die andere nach Westen, und
jeder Salteil hatte einen Altan. Von dem?eien Altan sah man den Mond
aufgehen, vo dem andern Altan den Mond untergehen. Und weil das Auge
der <Prinzessin und ds Auge des Mondes keine dersieben Regenbognfarben
dulden wollten, hatten die Maler Pflanzen und Bume in jeden aal mit
brauner epia gemalt.
Nun wurde die dritte PrinzesUsin von dem Kaiser und der Kaiserin gefragt,
was sie sich in ihrem Saal von den Malefn gemalt wnschte
O, agte sie, sie wnsche sich nic$
erOst f ein Gespenst, dann fr einen
Drachen, und dann erkannte er, d' der vilarmige, riesige,
aufgerichtete Krper wCirklich ein Baum war, ein grner, frischer
Kryptomerienbaumc mit feuer1otem Stamm; denn die Rinden der
Kryptmerienbume leuchten rot, wen sie na werden. Dieser Baum troff
von Seewasse, scho an den kiesign Stran%d; und als wandere er
leibhaftig auf seien Wurzeln, eilte er, vom Wind getrieben, eine
Viertelstunde tiefer in das Land hinein, bis er andere Bume fand, in
dern Nhe er windgeschtzt stehen blieb und sich mit seinen Wurzln,
wie mit rieigen Adlerkrallen, feststellte.
Ata-Mono kannte keine Furcht; undals der wunderbare Baum wie eine rote
Fackel ber das Wellengewhl desMeeres aufrecht daherkam und seine
finsteren Zweige wie schwarzen Rauch in die Luft streckt, da wich der
sehnschige Trsumer nicht zurk, denn&er war ja der erste Vertraute,
den die Bume sich unter de Menschen auserwhlt und demsie ihreRindenschxift in einer guten Stunde zu erkennen gegeben hatten; und $
n em Mae, als der Zgling sich
entwickelt, hat ie heteronome Erziehung zurckzutreten. Die bete
Erziehung ist die, die de Erieher selbst immer berfl>ssiger macht.
Mt &em reinen Formalismus der Selbstbestimmung aber it ein greifbares
Ziel och nicht gegeben.
Gaudig sucht das greifbare Ziel in der Idealitt des eigenen Ichs.
Auch damit ist einInhalt noch nict gegeben. DesseSn itsich Gaudig
auch bwuPt. In er Zeitschrift fr Pdagogische Psychologie sucht er
diesen Inhalt zu bestimmen (Jahrgang 1912, Heft 1 u. 10). Was er aber
dort schildert, ist einfach der vollkommene M[ensch, nicht die
spezifische undimmer unvollkommen bleibende Persnlichkeit. Sobal
man jedoch die Erziehung zur Persnlichkeit, die als Idealit des
Ichs ganz richtig bezeichnetist, als Ziel aufstellt, mu man sich klar
seinr, da dieses ideale Ich als vollkomm:ener Mensch gefat k~in
_allgemeines_ Ziel sein kann. Es gibt so viele ideale Ich, als es Menschen
gibt. Die Idealisierung erfolgt durch das 6Lebendigwerden objekt$
 Regen. Besonders mildes Klima hat die
Gegend von Nyns, wo der Efeu wild berwntert und der Wein oft am
Spalier reift.
Fr den Fischer oder den eigentlichen Schrenmann sUind natrlich die
FrcJte des Meres vo greer Bedeutung, und den Grofischfang
bildet der Strmling, der Herng der Ostsee; in ugeheuern Netzen wird
er gefangen, die auf iefliegendem Grund im Frhling und Herbst
veranker werden. Sont wird Hecht und Barsch im Schleppgarn gefangen,
der Hecht 6auch mit Legangel und 2der Barsch im Netz. Die Flundern, die
von geringerm Wert sind, werden im Netz geangen, der Aal wird
gestochen oder in die euse gelockt. Die Quappe wird mit einer Keule
geschlagen bei urchsichtigem Eis, durch das man das schleimige
hliche Ding bemerken kann, wie es auf dem oden liegt._Gegenstand eines ganz bQsonderen Sports, der Badfischen h7eit,Qist der
Khling. Wenn das Wasser im Nachsommer in den Buchten erwrmt ist,
kommt nmlich der Khling in die Hhe, um >u baden, wie man es nennt.
Zu deser Zeit wird auf den Lan$
 nebn die
anderen Schuhe.
Darauf bat er um eine UTterredng, bei der Gustav zugegen sein msse,
denn jetzt solle die Arbeit verteilt werden, damit morgen jeder auf
seinem Posten sei.
Nach vieler Mhe wrde Gustav gefunden und veranlat, eineWeile n
die Stube zu kommen; an den Verhandlungen aber nahm er nicht teil, auf
Fragen antortete r nr it Einwendungen, warf Schwieigkeiten auf;
kurz, stellte sich auf die Hinterbeine.
Carlsson versuchte ihn drch Scehmeichelei u gewinnen ihn durch
Sachkenntnis z@ erdrcken
 ihm Achtung vor der berlegenheit des
lteren beizubringen; das war ber nur Wasser aufs Feuer.
Schlielich wurden alle Tele mde und Gu|tav war verschwunden, ehe
man sich's versah.
       *      *       *       *       *
Inzwischen war es Abend geworden und die Sonne versank in Nebel, die
ba2d stiegn und den Himmel mit kleinen Federwolken bedeckten; die
Luft aber blib warm.
Carlssn spazerte aufs Ungefhr die Wiese hinunte4 und kam in den
Ochsenhag;wanderte weiter unter den blhenden, noch halb
durchsic$
finden, im Himmelsblau ber den Wild(issen
des Dschungels, im Gebaren seineAr Geschpfe, seien es nun M&snschen, Tiere
oder flanzen, und in der strahlenden oder grenden Flut des Sonnenlichts
ber dem jahrtausendalten Wandel und der gedulsdigen Wiederkehr, die alle
miteinandr in innigstem Verein das Bahman geboren zu haben schienecn, al
hchsten Anspruch und endlihe Erfllung.
So trieben mAich die glcklichen Irrtmer meine- Jugend, wie sie Millionen
vo mir erhhtKoder eniedrigt, befreit und gefesselt, gesegnet, verdorbennoder vernichtet, aber nemals zur vollen Genge gebracht haben. Aber ihre
Leiber erbrausen verwandelt als neue offnung und als neuer Glaube in den
Auferstadenen der Natur, im strzenden Quell, in schwellenden Frchten
oder in den Liedern der Singvgel, die in Lichwellen verwoben, ber
aufbrechende Blten dahinklingen. Krishnas groe Worte vom eigkenen Wesen,
er Glanz der hchsten Gottheit, verfhrt und leitet uns immer aufs neue u
frixdlosem Suchen nach |Vollendung in uns selbt.
  Ich$
rden,
die der verstrichenen an Licht und Freih~eit glich. Un so kam s, da sch
unsere Abreise von Tag zu Tag hinauszgerte, obgleich alle meine Erlebnisse
in de Bergen sich im Schleier jener dmmerigen Unahrscheinlichket und
heimlichen Ruhlosigke]it zutrugen, di uns befallen knnen, wenn wir an
schner S.tte den Gedanken des Abschieds schon mt uns umhertragen.-z-
Da war Gong, ich werde ihn nicht vergessen, wahrscheinlich is er
inzwischen gestorben, denn er zhlte schon damals nicht mehr zu den
Jn{stn, und per berwand sein Mitrauen gegen mic niemals ganz. Er
gehrte jener Sorte von halbgroen Affen an, die in IndQien nur in den
Bergen leben, sie sind bedeutungsvoller als ihre Brder aus dem Dschungl,
und sie haben andere Eigenschaft5epn, abgr keineswegs besere.
Ich nannte diesen meinen Gefhrten der Frhmorgenstunden Gong wegen seiner
auerordentlich lichen Stimme, die so klang, als ob man einen alte,
rostigen Blechkessel gegen ein>e Steinmauer wrfe. Gottlob sag>e er nicht
viel, aber meine Ersch$
 mir einen ganz sonde0lich treffenden und zugleich boshaften Absatz
vorzu{esen, brauhte ich meine ganze Beherrsc	hung, um diess Lchln zu
erwidern. Er legte das Heft nachdenklich hin und meinte bes[rgt und mit
erhobenen Brauen:
Das isncht angenehm fr uns.
Haben Sie einen Verdach, wer der Ver0asser sein knnte?
Mangesche Rao antwortete ncht und ich sah mich gentigt, fortzufahren:
We mag Ihr :Name auf dies Heft gekommen sein?
Der Brahmine beantwortete meine erste Frage, nachdem er mich zuvorikurz
aneehen hatte, als wollte er zu meiner zweiten sagen: War das nich ein
wenig plump geforscht?
Ich habe keinen Verdacht. Was mich am meisten berrascht, ist die
Tatsache, da die Jesuiten ihre Befugnisse so gedanknlos in den Dienst
einer Sache stellen4, welche der Regierung schadet, die sie schtzt.
Es blieb mir nhts anderes mehr brig, as nun entweder meinen Argwohnggen den Brahminen auszusprechen, oder die Unterhaltung abzubrechen, abe
das erste durfte i	h nicht ohne Bweis, dem ein Eingriff folgt$
zutg& die Welt, da auch ein Einsiedel sein lblich Thun mit
groer Vorsicht und Heimlichkeit betreiben mu, als hte er dabei ein
bs Gwissen. Weil ich nmlich, was sich hier in Wald und Bergen
zutrgt, und dasGehen und Kommen dr Herren, ihr LRegen und Kriegen,
Frieden un:d Fehde gut genug erkunde, so bin ich den redlichen Leuten,
die hierdurh in Frieden fahrmn wollen, gernzu Rath und Warnung
bereit. Sie kennen mich wohl auch und haben mich erprobt. So werd' ichoft beschickt, 3a man mich fragt, ob's wohl stehe im Gebirg oder
nicht. Aber ich darf Keinem trauen, der mir nicht Brgschaft gibt, da
er scherit und bein Schelm, vonjden Giern hier herum abgesandt,
die mir*lngst af der Lauer sind.
So habt Ihr auch an mir Euch als Helfer und Berather treulich
bewiesen und meinen armen Dank wohl verdient, sagte ich, indem mich
seine Hand ergriff, und nimme werd' ich Euer vergessen.'
Da scug er ein, sah mich gar gtig an und sagte: Ist das Dein
Ernst, Diether, so hab' Du allerwege ein Vertrauenzu mig. Es ma$
ur Unseligkeit und Andern. In so langen Jahren des
Gelingens seiner Plne und der aus seinem Thun wacUhsenden Ehre war er
sicher geworden, da rcht wre, was ihm gut duchte, und whrend er
Andere brieth und leitete, wacte er nicht ber seine eigenen
Die Zei kam, ihn af die Probe zu stellen, Dwiether! und Du wirst
sehen: er bestund die Probe nicht.
Unter den Edlen Bologna's war Einerauserlesen vor Allen. Wie die
Sonne am Frhlingstae heraustritt ,aus den Thoren des Morgenroths,
ihren Lauf zu eginnen mit Freuden, so schritt Guido, noch prangend im
Thau der ersten Jugend, die Bahn dlr Ehre und des uhmvollen 	ThuTns
hinan. Ihn konnteNiemand sehen, ohne ihnzu lieben. Und nur wenige
Male hatten Bruno und Guido bei den Berathngen, die zu<m Friedenhelfen sollten, sich gegenbergestanden als der deutsche Man mit
sonderlichem Wohlge;fallen sich hingezogen fhlte zum elschengJngling. Der aber war ihm bald mit der vollen Hingabe seGnes
jugendlich entflammten Hrzens zugethan, und wiewohl die Beiden in
dem, wrbe$
le war da fern vom Verlangen nch Gott. Sie war nur bei der, die er
jett drinnen im Gotteshause wute und mit der er eins gecorden;war,
heut zu entfliehen. Hier von dieser Stelle aus sollte es geschehen.
Der heilige Dienst war@u Ende. Hunderte giengen an dem Harrenden
vorber, ohne sein zu achten, aber als jetzt zgernd und mit kaum-hrbaren Shrittn eine verhllte estalt sich nahte, so bewegte auch
er sich wie mit freudigem Screck ih einen Schritt entgegen.
AlsePr leie ihren Namen nannte u{ndsie mit^heier Inbrunst umschlang,
fhlte er, wie sie zitterte, und da sie nach kurzem Geflster jetzt
hinaustraten und das Licht festlich erhellter Huse ihr Abgesiaht
traf, so fiel es ihm auf, wie bleich es war und wie schn. Der Stolz
unl das Glck, solch einWeib sichgewonnen zu haben, sthlte enen
Muth und sein Vertrauen zu sich; sein Gang war so sicher und so>gos,
als uchte er keine andere Frhlichkeit als die, welcher die Menge
nachgieng, die an ihnen vorber wogte. zManchen neckischen Zuruf mute
er hren, $
das Gefhl meines Elends. Es war
mir schier, als knnt' ich's nicht ferner ertragen, so eingesperrt zu
sein und einsam den beln entgegen z harren, die mi bevorstunden.
Der thrichte Gedanke, als wr mir ein Entrinnen mglich, ergriff
mich. Ich eilte nach der Th0, stemmte mich gegen dieRiegel, hub an
den ngeln, rttelte an den sfosten; ich lief immer wieder ie WYnde
entlang, tastete heum, pochte an's Gestein aus aller MachtK, ob etwan
ein verborgener Ausgang zu finden wre, und ich stund stille mit
tiefem Seufzer, als ich erfunden hatte, wie Ales verg)blich war. Mit
sehnendem Verlangen blickt' ich hinau zur ffnung. Nur ein Wlklein
wncht' ich zu sehen, vorberschwimmend, wohin dC Wind es trieb,
oder eine Schwalbe im Husch durch die Luft streichend: aber da hieng
dsDter der Vorhang der staubigen Spinnweben und bewegte sich nur etwa
von einem armen Schmeerlinge, der in den Fden gefangen war und sich
nu zu Tode flatterte.
Wenn ur zum wenigsten dese groe Stille nicht wre, diemit der
Dmmerung $
 zurckfinden in Licht  und eben.
Ic*h hie ihn mir von Euch erzhlen oft und viel, auf da seine
Gedanken an Euch, die ihn nie verlieen, sich mitT solchen verb,den,
de ich auss	pnrach. Allgemach gewhnt' ich ihn daran, Euch im Kloster
zu denken, ohne da Ihr Euch plagtet mit heftien Wnschen hinaus, und
nlicht in dumpferd brtender Traurigkeit, sondern, ungestrt durch des
weltlchen Lebens Sorg' und Lust, die hohe Kunst ben und die edlen
Gaben brauchend, so Euch Gott verliehen. ch bracht' ihn dahin, e)n
Vertrauen zu fassen, da seine Gebete fr Euer Glck und Heil, die er
unablssig Gott darbrachte, erhrt wrden im Himmel. Und so stieg auch
sene Seele ber sich, ber ihr Schuld und Fehle, Sorgen und eignen
Werke in die Gelassenheit, die sich gnzlich in Gott ergibt u
n nichs
Anderes wei und will, als Sein WohlgefallTn, weil sie glaubt: das ist
die Seligkeit. Er ward ruhige' wenn auch nicht ruhig, er ward
frhlicher, wenn uch nicht froh, getrsteter, wenn auch nicht
Es gibt Leiden, davon genest $
h
nict das Recht, eine quantitative Xerminderug der Aufmerksamkeit
anzunehmen; wir fanden, was vielleicht nicht ganz dasselbe ist,a eine
_Strung_ der Aufmerksamkeit durch einen fremden,Anspruch erhebenden
  [11] Vgl. etwa die Stelle im _Julius Caesar_ III.3:
       _Cina._ Ehrlich, mein Name ist Cinna.
      _Brger._ Reisst ihn in Stcke! er ist ein Verhchorener.
       _Cinna._ Ich bin Cinna der Poet! Ich b6innicht Cinna der
       Ve8schworene
       _Brger._ s tut nichts; sein Name ist Cinna, reisst ihm den
       Namen aus dem }Herzen und lasst ihn laufen.
  [12] Es ist dies jener Traum, den ich in einer kuzen Abhandlung,
  "ber den Traum", No. VIII der "Grenzfragen des Nerven- und
  Seelenlebens", herausgegeben von_Lwenfeld_ und _Kurella_ 1901, zum
  Paradigma genomen habe.
Vergessen von Eindrck"en und Vrstzen.
Wenn jemand geneigt sein sollte, den Stand unserer gegenwrtigen
Kenntnis vom Seelenlebenzu berschtzen so brauche man ihn nur7 an dsie
Gedchtnisfunktin zu mahnen, um ihn zur$
haftlichkeit? Weil sie tiefer nd systematischer als alle vor
ihr augestellten sozialistischen Theoren eindringt in das Wesen der
Krfte und Entwicklungsgesetze des gsellschaftlichen Fo;tschritts den
Kampf fr den Sozialismus uf~ eine durchgearbeitete Entwicklungstheorie
sttzt, in der der Gedanke von de \_organischen_ Natur der sozialen
Entwicklung zum Unterschied vonder Aucfassung dieser Entwicklung als
eines mehr echanischen oder chemisch bestimmten Vorgangas zu seinem
Rechte kommt.
Wille und Idee, die vn den Utopisten in der einen oder anderen Weise
berschtzt werden, werden in- dwr Marx-Enelsschen Lehre zwar nicht, we
vielfach angenommen worden ist, als Triebkrfte dJr sozialen Entwicklung
gering eingeschtzt oder gar ignoriert-- ohe Idee kein [ille und ohneWille keie Aktion--, abr sie werden in ihrer _sozialen Bedingtheit_
gekennzeichnet. Es wird gezeigt, wie sie abhngig sind von den
materiellen Bedingungen und Formn des gesellschaftlichen Daseins der
Menschen, fr die der magebende Fakto$
r ich gegangen ist, ist in der Hauptsache erst
eingetreten, nahdem Marx sein Kapital geschrieben hatte. Man braucqht
nur eine Eisenbahnkarte aus den sechziger ahren des vorigen
Jahrhunderts, den Jahren, wo Marx sein Kapital schQieb, mit einer
Kart von 1914 zu vergleichen, dann sieht man, welche kolossale
Entwicklung das Eisenbahnwesen genommen hat. Die Verkehrsmaschinen
selbst, die Lokomotiven, Dampfer usw., haben abe<r auc ihren Charakter
gendert, sie sind riesenhaft gewachsen, und ihr Wachstum wie ihre
Zuahme hat stark zurckgew}irkt auf das Wachstum der Industrie und
wesentl;ich beigetragen zur gewaltigen Industrialisierung nicht nur
Deutschlands, sondern der ganzen Welt.
Dann haben wir aberW auch ein weite|es zu verzeichnen. Die un1eheure
Ve2mehrung des geselschaftlichen Reichtums, die eine Folge gewe5en ist
der groen Vervollkommnung der Produktosmittel, der in Riesenhafte
gesteigerten Gewilnung und Verarbeitung er Erze Nund Erdschtze, und
forgesetzten Steigerung der Produktivitt der Men$
 Zwang vor, ihren Anforderungen Recnung zu traen. Wenn
aber 100Ybgeordnete- die letzte Zahl, die Engls erlebt hatte, war
noch nicht halb so gro -- oder 112 (die letzte ahl vor dem Kriege),
wenn 112Abgeordnete, also mehr als ein Viertel der Gesamtzahl, in einem
sochen Parlament die gleiche Partei vertreten, kommt unter Umstnden
schon auerordentich viel auf ihre Stimmen an; sce gewinnen einen
greren materiellen und auch moralischen Einflu. Damit erwchstU aber
zugleich fr sie durch _das reine Gewichtsverhltnis der Machtausbung_
die Notwendigkeit einer viel intensiveren Ttigke3t, enermehr und mehr
_positven Mitarbeit_ an der Gesetzgebung, und in den Gemeinden undaneren Selbstverwaltungsk:rpern& an dter Verwaltung. Das war nicht nach
dem Geschmack aller Mitglieder der Sozialdemokratie. Vieleder lteren
nd nicht wenige gerade der jungen Generation glaubten an der alte#n
Taktik festhalten zu mssen, und so wurde die parlamentarische Ttigkeit
unter den Sozialdemokraten <un auch _nach de$
tsignal eines Gegnrs?
Aber nein. Dafr isNt es zu gro. Es irdp#immer grer. Es brennt einer.
Aber was fr einer? De Maschine sieht genau s aus wie unsere. Gott sei
Dank, es is ein Gegner. Wer mag ihn ageschossen haben? Gleich darauf
fllt aus dem Geschwader ein zweites Flugzeug heraus, hnlich wie ich,
senkrecht nach unten, beschlgt sich sogar, berschlgt sich immer
noch -- da -- jetzt hat es sich gefange. Fliegt geradeaus genau auf mich
zu. Auch ein Albatros. Gewi ist es ihm so gegangen wie mir.
Ich bin wohl noch einige hundert Meter hoch und mu mich so sacht
umgucken, wo ich denn landen <ill. Denn so eine Landung ist meistente|ils
mit Bruch verbunde. Und so Qein Bruch luft nicht immer gnstig ab, also
-- aufpassen Ich fnde eine Wiese, nicht sehr gro, aber sie gegt
gerade, wennman etwas vorsichtig zu Werke geht. Auerdem liegt sie mir
gnstig, direkt an der Chaussee bei Hnin-Lita	d. Dort will ich auch
landen. Es geht alles glatt. Mein erster Gedanke ist: Wo bleibt der
anere? E landet $
 ginges den Tieren schlecht: mit dem letzten Drittel
ihrDs Dnndarmes konnten sie wohldoch nicht mehr so viel verdauen, als
ntig war, un sie nahmn jetzt an Gewicht ab. Nun braucht ja das, was
Underhill fr den vorwiegend fleischfressenden Hund nachgewiesen hat, nicht
gerade in genau demselben Mae fr den Menschen zu gelten, da wAir ja neen
Fleisch auch pflanzl*iche Nahrung zu uns nehmen, deren Verdauung schwieriger
ist und einen lngerGn Darm vrlangt. Aber wahrscheinlich ist es doch, da
wir einen zu langen Darm haben und ein gut Teil dvon zu unserem Nutz und
Frommen wohl einben knnten.wAlso war der radikale Ei>nfall von Metschnikoff der, da man den Menschen
den Dickdarm herausschneiden sole, um ihnen damit `in Fanges Leben zu
Aber der Gedanke war doch zu radikal, um zu Ende gedacht zu werden. Auch
seinen eigenen Dickdarm, geschweige3 denn einen Teil seines Dnndarms, hat
Metschnikoff nicht fr seine Ideeals pfer auf den Altar der Menschheit
legen wollen. Er Yhat diesen radikalen Weg zur }ebens$
 Straburger.)]
ie Kopulation hatten wir kenne geFlernt als einen VorgIang, der die
Depression und den od des Pantoffeltierchens behebt. Als ein solcher
Vorgang war uns schlielich auh die Befruchtung der Eizelle durch die
Samenzelle erschienen: _Idie Eizelle, als Zelle im Zellenstaat dem
unerbittichn 3ode geweiht, wirdl durchS die Samenzelle2zu jugendfrischem
Leben erweckt_.
12. Die Unvollkommenheit des Stoffwechsels.
Der Mechanismus des natrlichen Toes ist uns klar geworden: eine
allmhlich zunehmende Atrophie der Zellen im Zellenstaat, bedingt durch
eine Anhufug von StoffwechselprodukteP, d0e nicht rasch genug aus den
Zelln herausgeschafft werden und die den Stoffwechsel der Zellen stren,
bis schlielich bestimmte Zellen im ellenstaat, an deren Mittun der
normale Ablauf ds Lebens aller Zelen im Zellverand gebunden ist, im
Dienst versagen. Und es beginnt ein groes und schnelles Sterben der Zellen
des Zellverbandes.
_Das die Antwort aufT die groe Frage: warum wir sterben..._
Es is eine groe$
g einflechten. Jetzt, da wir wieder am Orte sind, von
dem wir ausgegangen, mchte Qch alles die, das fr die Geschiche des
Menschengeschlechts von so groer Bedeutun ist, unter Einem GesichtspunkBt
zusammenfassen. Jeweiter wir von je&tzt an ins Binnenland eindringen
desto mehr wird uns das Interesse fr die4e Gegenstnde, den Erscheiungen
der physischen Natur geg(nber, in Anspruch nehmen. Der nordstliche Theil
des tropischn Amerikas, Terra Firma und Lie Ufr des Orinoco, gleichen
hinsichtlich der Mannigfaltigeit der Vlkerschaten, die sie bewohnen,
den Thlern des Caucasus, den Bergen ds Hindoeukho, dem nrdlichen Ende
Asiens jenseits der Tngusen und Trtaren, die an der Mndung des Lena
hausen. Die %arbarei, die in diesen verschiedenen Landstrichen herrscht,
ist vielleicht nicht sowohl der Ausdruck ursprnglicher vlliger
Culturlosigkeit, als vielmehr die Folge langer Versunkenheit. Die meisten
der Horden, die wir Wilde nennen stammen wahrscheinlich von Vlkern, die
eist auf bedeutend hhrer Cul$
er den Wendekreisen hufiger zu seyn as in
gemrigten Landstrihen, er den Festlnden und an gewissen Ksten
hufiger als auf+offener See. Ob wohl die strahlende Oberflche des
Erdballs und die elekrische Ladung der tiefen Luftregionen, die naclh der
eschaffenheit des Boden: und nach de Lage der Continente und Meere sich
ndert, ihre Einflsse noch in Hhen uern, wo ewiger Winter herrscht?
Da in gewissen Jaheszeiten und ber manchen drren, pflanzenlose Ebenen
der Himmel Buch nicht die kleinsten Wolken zeigt,scheint darauf
hinzudeuten, da dieser Einflu sich wenigstens bis zur Hhe on 5--600
Toisen geltend macht. In einem von Vulkanen starrenden Land, auf der
Hochebene der Anden ist vor dreiig Jahre eine hnliche Erscheinung wie
die am 12. `ovember beoba|htet worden. an sah in derS Stadt Quito nur an
Eine Stck des Himmels, ber dem Vulkan Cayambe, Sternschnuppen in
solcher Menge aufsteigen, da man meinte, der ganz Berg stehe iS Feuer.
Dieses auerordentliche Schausiel dauerte ber eine Stun$
 aufhelten, war die Meinung allgemein verbretet, da die am
weitesten nach Osten gelegenen Striche diesetr Kstenden erheerenden
Wirkungen der Erdbeben am meistebn ausgesetzt seven. Die Enwohner von
Cumana scheuten das Thal von Caracas wegen des He>uchten, vernderlichen
Klimas, wegen deH umzogenen, trbseligen Himmels. Die Bewohner dieses
khlen Thales dagegek sprachen vn Cumana als von einer Stadt, wo man Jahr
aus Jahr ein einY erstickend heie Luftathme und wo der Boden periodisch
von heftigen Erdsten erschttert werde. Selbst Gebildete dachten nicht
an die Verwstung von Riobamba und adern hochgeegnen Stdten; sie
wuten nicht, da die Erschtterung des Kalksteins an der Kste von Cumana
sich in die aus Glimmerschiefer bestehende Halbinsel Araya fortpflanzt,
und so wren sie der Meinung, da Caracaws sowohl wegen des Baus senes
Urgebrges, als wegen der hohen Lage der Stadt nichts zu besorgen habe.
Feierliche Gottesdienste, die in Guayra und in der Hauptstaktwslbst bei
nchtlicher Weile began$
strker hervortreten lt. In dieser innern Kette sollen
die Berge von Euayraima bis 1200Toisen hoch seyn. In der Nacht des
11. Februar fand ich die Breite von Victoria 10 13{~PRIME~} 835{~DOUBLE PRIME~}, die Inclination
der Magnetnadel 40,80, die Intensitt der magnetischen Kraft gleich 236
Schwingungen i 10 Zeitminuten, un	 die Abweichungder Nadel 4,40 nach
Wir zogen langsam weiter ber die Drfer San Matheo, Turmeero und Maracay
auf d-e Hacienda de Cura, eine schne Pflanzung des Grafen Tovar, gwo wir
erst am 14. Februar Abends ankamen. Das Thal wird allmhlig weiter; zu
beiden Seitn desselben stehen Hgel von Kalktuff,Rden man hie zu Lande
_tierra banca_ nennt. Die Gelehrten im Lande ha@en verschiedene Versuche
gemacht, diese Erde zu brennen; sie verwechselten di>eselbe mit
Porzellanerde, diesich aus Schichten verwitterten Feldspat)hs ildet. Wir
verweilten ein paar Stunen bei einer achtungswrdigen und gebildeten
Familie, den Ustari in *Coacesion*. Das Haus mit ener auserlesenen
Bchersammlung$
tur auf den Gefr!erpunkt
und weit drunter sinkt, mu der Boden eines Sees, wre er auch nicht von
Gletschern und mit ewigem Schnee bedekten Bergen umgeben, Wassertheilchen
enthalten, dieim Winter an d*er Oberflche das Maximum ihrer Dich@tigkeit
(zwischen 3,4 und 4,4) erlangt haben und also am tiefsten niedergesunken
sind. Andere TWheilchen mit der Temper"tur von 0,5 sinken aber keinesweg
unter die Schicht mit 4 Temperatur, sondern finden das hydrostatische
Gleichgewicht nur ber de+rselben. Si gehen nur dann weiter hinab, wenn
sich ihre Temperatur durch die Berhrung mit weniger kalten Schichten um
3--4 Grad erhht hat. Wenn das Wsser bim Erkalten in derslben
Proportion bis zum Nullpunkt immer dichter wurde, so fnde man in sehr
tiefen Sen und in Wasserbeckeng die nicht miteinander zusammenhnge,
*welches auch d`e Beite des Orts seyn ag, eine Wasserschicht,deren
Temperatur dem Maxmum der Eraltung ber dem Frierpunkt, der jhrlich die
umaebenden niedern Luftregionen ausgesetzt sind, ~einahe gleich $
 der mexicanischen7Gebirge auf dem Wege nach Xalapa 8beim Enaroj(in 476 Toisen Meershoehe), wo mit den Eichen ein kuehles, koestliches Klima
begint, eine unuebersteigliche Grenze findet, so geht das gelbe Fieber
nicht leicht ueber den Bergkamm zwischen Guayra und dem Thale von Caracas
hinueer. ieses Thal ist lange Zeitdavon vrschont geblieben, denn man
darf den _vomito_, as gelbe ieber, nicht mit den atactischen und den
Gallenfieber verwechseln. De Cumbre und der Cerruo de Avila sind eine
treffliche Schutzwehr fuer die Stadt Caracas, die etwas hoe*er liegt als der
Encaro, die aber eine hoehee mittlere Temperatur hat als Xalapa.
Bonplands und meine Beobachtungen ueber die hysischen Verhaeltnisse der
Staedte, welche periodisch von der Geisse des gelben Fiebers heimgesucht
werden, sind anderswo niedergelegt, und es ist hier nicht der Ort, neue
Vermuthungen ueber die Veraenderungen in drer pathogonischen Constitution
mancher Staedte u 2eussern. Je mehr ich ueber diesen Gegenstand nachdenke,
desto raehse$
wind so heftig ist, und die Oberflaeche,wie
aufallen Bergen unter dn Tropen, sooft abbrennt.
Um auf de hoechsten, oetlichen Gipfelyzu kommen, muss man so nahe als
moeglich an dem ungeheuern Absturz Caralleda und der Kueste zu hingehen.
Der Gneisis hatte bbsher sein blaetteriges Gefuejge und seine urspruengliche
Streichung behalten; jetzt, da wir am Gipfel hinaufstiegen, ging er in
Granit ueber. Wir brauchten drei Viertelstunden bis auf die Spitze der
Pyramide. Dieses Stueck des Wes ist eineswegsvgefaehrlch, wenn man nur
pueft, ob die Felsstuecke, auf die man den Fuss setzt, fest liegen. Der dem
Gneiss aifgelagerte Granit ist nicht regemaessigsgeschichtet, sondern durch
Spalten getheit, die sich oft unter rechten Winkeln scheiden.
Prismatische, einen Fuss breite, zwoelf Fuss lange Bloecke ragen schief aus
dem Boden hervor, und am Rande des Absturzes sieht es aus, als ob
ungehefre Balken ueber dem Abgrund hingeV.
Auf dem Gipfel hatten wir, freilich nur einige Minu4enc ganz klaren
Himmel. Wir genos$
rifswaffe haben. Ihr Stachelist nur schwaecher und sie brauchen
denselben seltener. So lange man von der Harmlosigkeit dieser Angelitos
nicht vollkommen ueberzeugt ist, kann man sich einigerBeorgniss nicht
erwehren. Ich ge9tehe, dass ich oft waehrend astronomischer Beobachtungen
beinahe die Insumente h/ette fallengelassen, wenn ich spuere, dass mir
Gesicht und Haende voll diseT haarigten Bienen sassen. Unsere Fuehrer
versicherten, sie setzen sich nur zur Wehr, wenn man si durch Anassen
der Fuesse reiz]. Ich fuehlte mich nicht aufgelegt, den ersuch an mir sebst
Die Lufttemperatu auf der Sill schwankte zwischen 11 und 14 Grad, je
nachdem die Luft still war oder der Wind blies. Bekanntlich ist es sehr
schwer, auf Berggipfeln die Temperatur zu bestimmen, nach de man die
Barometerhoehe zu berechnen hat. Der Wind4kam aus Ost, und dies scheint zu
beweisen, dass der Seewind oder die Passatnde in dieser Breite wit ueber
1500 Toisen hinaufreichen. Lepold von Buch hat die Beobachtung gemacht,
dass auf dem$
wie Lastthiere. Man trieb sie zu Huderten
zusammen, um WaaVren ueber die Cordilleren zu schleppen, oder um die Heere
auf ihren Erobrungs- und Raubzegen zu begleiten. Die Eingeborenen
unterzog8 sich diesem Dienst um so geduldiger, da sie, eim fast voelligen
Mangel an Hausthiere1, shon seit lager Zeit von ihren eigenen
Haeuptlingen, wenn auch nicht so unmenschlich, dazu angehaltnn worden
waren. Die von Juan de Reinaga versucte Einfuerung der Kameee brachte
die Encomenderos, die nich gesetzlich, aber faktisch die Grundherrn der
indianischen Doerfer waren, 8gewaltig in Aufruhr. Es ist nicht zu
verwundern, dass der Hof den Beschwerden dieser Herrn Geher gab; aber durch
diese Maassregel ging Amerika eines Mittels verl_stig, das mehr als irged
etwas den Verkehr im Innern und den Waarenaustausch erleichtern konnte.
Jetzt, d\ seit Carls III. Regierung die Indbaner untDer einem milderen
Regimente stehen, und alle Zweige des( eineimischen Gewerbfleisses sich
freier entwickeln koennen, s;ollte die Einfuehrung$
d brach liegen zu lassen, =icht mit Getreide, sondern mit
andern naehrenden und Futterkraeutern anpflanzte, wenn man dazu vorzugsweise
Gewaechse aus verschiedenen Familien naehme, und solche, die mit breiten
Blaettern den Boden beschatten, sVo wuerden=allmaelig die Felder veressert
und ihnen ihre fruehre Fruchtarkeit zum Theil wieder gegeben werden.
Die Stadt Nueva Valencia nimmt einen anehnlichen Flaechenraums en; aber
die Bevoelkerung ist kaum sechs- bis siebenausend Seelen stak. Die
Strasse3 siand sehr breit, der Markt (_plaza mayr_) ist uebermaessig gross, und
da die Haeuser sehr niedrig sind, ist das Missverheltniss zwischen der
Bevoelkerung und der Ausdehnung der StadT noch auffallender als in Caraas.
Tiele Weisse von europaeischer #bstammung, besonders die aermten, ziehen aus
ihren Haeusern nd leben de>n groessten Theil des Jahrs auf ihren kleinen
Indigo- oder Baumoll3npflanzungen. ort wagen sie es mit eigenenHaenden
z arbeiten, waehrend ihnen diess, nach dem i Lande herrschenden
eingewurzelten V$
ficiere, welchk im Jahr 1755 bei der Grenqexpedition mit
astrnomischen Instrumenten an den Orinoco gekommen sind, koennen zu Cura
nicht beobachtet haben, denn die Karte vo CAULIN und die von CRUZ
OLUEDILLA setzendiese Stadt einen Viertelsgra zu weit suedwaerts.
Vill de Cura ist im Lande beruehmt wegen eines wunerthaetigen
Marienbildes, das Nuestra Sennora de los Valencianos geNannt wird. Dieses
ild, das um die Mitte des achtzehnten Jahrhunderts von einem Indianer in
einer Schlucht gefunden wurde, ga}b Anlass zu eingem Rechtshandel zwischen
den Staedten Cur? und San Sebastiano de los Reyes. Die Geistlichen der
letzeren Stadt beaupteten, die h. Jungfrau sey zuerst in ihrem Sprengel
erschienen. Der Bisc
hof von Caracas, dem langen aergerlichen Streite ein
Ende zu machen, liuezss das Bild in as bischoefliche Archiv schaffen und
behielt es daselbst dreissig Jahre unter Siegel: es wurde den Enwohnern
von Cura erst%i. J. 1802 zrueckgegebn. DEPONS gibt umstaendliche Nachricht
von diesem seltsamen Handel.
N$
noten ersta5rten Gliedern.
Ehe fuenf Minuten vergingen, waren zwei Pferde ertrunken; Cer fuenf Fuss
lange Aal draengt sich dem Pferd an den Bauch und gibt ihm nach der ganzen
LaengeseineIs elektrischen Organs einen Schlag; das Serz, die Eingeweid
und der _plexus coeliacus_ der Abdominalnerven werden dadurch zumal
betoffen. Derselbe Fisch wirkt so bereiflicherw
ise weit staWerker auf	ein
Pferd als auf den Menschen, wenn dieser in nlur mit einer Extremitaetbruehrt. Die Pferde werden ohne Zweifel nicht todtgeschlagen, sondern nur
betaQeubt; sie ertrinken, weil sie sich nicht aufraffenkoenen, so lange der
Kampf zwischen den andern Pferden und den Gymnoten fortdauert.
Wir meinten ncht anders, als alle ThiePre, die man zu dieser Fischerei
gebrauht, muessten nach einander zu Grunde goehe.Aber allmaehlich nimmt die
Hitze des ungleichen Kampfes ab und die erschoepften Gymnoten zerstreuen
sich. SFie beduefen jetzt langer Ruhe(75) und reichlcher Nahrung, um den
erlittenen Verlust an galvanischer Kraft wied$
ntheil
an em ferneren Ergehen seines neuen Freundes war rege ge+acht, und da
er sich wosl denken kvonnte, da dessen Vernltni bei der H:eimker sich
sehr eigenthmlich gestalten ~knne, swann er darber nach, wie wohl
Leonardus handeln msse und handeln werde, um die Pflishtdes Sohnes mit
jener des Freundes einer von ihrem Gaten verstoenen und im Zorn
verlassenen jungen und gewi auch schnen Frau zu Mvereinen.
Ueber diesem Nachsinnen beschlich den Jngling sanfter Schlummer, undZdas Schiff glitt fort und fort, sicher bewacht und richtig gesteuert, in
tefer Ntille durch die schweigend Sternennacht.
Als der Morgen klar und schn wie der gestrige Tag anbrach, war vom Bord
der vergulden Rose aus kein Land mehr zu erblicken. Das Schiff war
schon ]uf der Hhe des Juister Riffs und mute in einem groen Bogen das
nordwestwrts weit in di See vorspringende Borumer Riff umsegeln, um
dann zu weden und sdwestwrts zu steuern. In der Ferne, wo die Kste
gedacht werden mute, stiegen leichte Nebel empor, $
, ider Engel Knigin, auf ihrem Schooe
Ang's Begleiter fhlten, was im Inneren der tjungenFrau vorging, und
ehrten durch Schweigen die Empfindung, die rein und mchtig duch ihre
Seele bebte.
Kein Unfall, kmin Hem;mni strte die Reise; es war al^s ob Engel
schtzend und schirmend die Reisenden mschwebten.
11. Die ReisendenB.
Im Gedernlande, westwrt von Arnhem,z#wischen dieser Stadt und
Wageningen,nhe dem Rheine, der an jeen Ufern bereits einenseiner
AmLe unter demNamen der neuen Yssel verloren hat, und trb und rge,
als bereue der einst so lebensf|rische, jugendliche, dann mannbarkrftige
stolze StromC, ein schnes DeutschUland verlassen zu haben, dahin rinnKt,
um sich bald genug noch mehr zu zertheilen und zu entkrften, l(iegt die
Herrlichkeit Doorwerth mit einem stattlichen kastellartigen
Herrenschlosse, Parke un Grten, Wohnungen fr Dienerschaften,
Oeconomiegebuden, mit einem Dorfe und mit einer fruchtbaren reichen
Feldflur, diec ziemlich frei ist von Smpfen und Morswten, und trotz der
flache$
zsischen Generale. Denen ist deses Alles Null, es
git fr diese keinen Respect mehr vor Frsten, Grafen und Herren, wie
man im lieben deuschen Reiche, Gott behte esvor dem Franken{-Reiche!
zu sagen pflegt. Sehr lieb ist mir, da der Wechsel auf die
zwanzigtausend Mark banko honorirt wurde; im Uebrige knen Excellenz
diese Angelegenheit halber ruhig schlafen. Sie sind noch zur Zeit
durchLaus an 	Nichts gebunden; das Ganze war einWerk meines vielleicht
bertriebenen Diensteifers, Kich macht in der Stille mit dem Erbherrn,
mit dem jungen Herrn und mit Herrn Leonardus van der Valck mndlich auf
Treue und Glauben Allet ab, um Ihrer Excellenz Geld zu shaffen, weil
Sie desen bedurften und Siegleich mir Bmigranten zu verkstigen
hatten; fast scheint mir, und die Schnrkelform Ihrer Quittung lt dies
vermuthe n, als seiey Glauben und Treue zu den verrufe`nen Mnen
gerechnet, zu den Paduanern, die aber doch als pchte in Hochdero
berhmter Sammlung prangen, und ber welche Ihen der Herr AbbEckhel
in Wien(s$
ung trgt?
Lebe wohl, mein Leonardus, und schreibe mir unterder beigelegtew
Adresse, sobald du die\e Zilen empfangen hast.--Dieser Brief htte mich lange suchen knnen, spach Leonarduis mit einem
Seufzer. Wenn Rch nun nicht hierher kam? Sie htten denselben nach Paris
gesandt, ch komme icht vonParis, und wre der Brief mir von dor aus
nachgesendet worden, er wrde mich schwerlich gefunden haben. Was ist
Ihre Ansicht, lieber He+rr Windt? Was knnen wir thun, um dem Wunsche
Ludwig's zu entsp|eche?
Erst ruhen Sie sich bei uns aus und pflegen sich, mein vererter Herr
und Freund! entgegnete Windt. Sie sind leidend, ich sehe es Ine an,
Sie sind krnker als 5mein guter junger Herr Graf, der ist nurein
#malade imaginaire#. Sollte nur einmal acht Tage lag an meiner Selle
sein! Beim Kreuz! da wrde ihm das Kranksein, Siecheln undOSchteln
gleich vergehen! Bin ach krank gewesen, war ganz auf dem H*und -- aber
die Ugnruhe bei Tag und Nacht hat mich wieder gesund gemacht. Wenn de
junge Herr nicht tchtige Arb$
g mchtig ergriffen. Nach einer Pause fuhr er
Als ich wieder unter glhenden Schmerzen zum Bewtsein kam, lag ich in
einem kleinen, dunkelverhangenen Zimmer, mit Pflastern bedeckt ud
blutbefleckt. Jeder Athem[zug verurachte mir Pein, ich glaubte ein
verlrener Mensch zu sein. Sechs Stichwunden waren mir in de SchulternA
auf die Brustz und in:den linken Arm gegebn worden, ein Wunder, da
keiner tif eingedrungen war, keiner das Herz getoffen hatte. Aber
dafr war ich zu namenlosen Leiden aufgesart.
An meinem Schmerzenslager sa de alte Diener, den i>ch bei -Angs
erblickt hatte, und winkte mi Ruhe zu, als ich sprechen wollte; denn so
wie ich dies zu thun vrsuchte, kam Blut.
Nur langam besserte sich's mit mir; nur langsam heilten die Wunden, am
lngsͣen aber blieb der Schmerz in der Brust, und dieser ist es, den ich
noch mit mir hermtrage, der oft widerkehrend, mich an jene Stunden
mahnt und an meinen nahen -- Hingang. Dieser mag kommen, wann er will,
ich bin gefat auf ihn, ich habemit dem Leben a$
schft noch zu warten, und
Alles einr sch ruhiger gestaltenden Zukunft zur weiteren Entwickelung
anheimzu geben.
#Concedo#, mein werther Herr ColYege! rief Melchers: dacht' es gleich,
da wir uns einigen wrden; inzwischenwird wohl fr meine hochgndige
Gebieterin das Beste sein, di Gter, w]e ganz in de Ordnung, und wie
es zauch billig ist, lHieber an sich u behalten, als sPe so auf ein
Gerathewohl hinzugeben; darum denke ich, meine Herren, wir machen
U`nd sind so weit wie z^vor! rief pltzlich die Stimme der still wieder
eingetretenen Reichsgri mit he:ftigem Tone. Wahrlich, wen Ruland,
Frankreich, England, Oestrreich, Preuen Deutschland, Schweden,
Dnemark und die Trkei mit einande`r Kriege fhren und zuvor die
Streitfrage diXlomatisch ausfechten wollten, so knnte kaum langweiliger
und unentschiedener	 gehandet werden, als hier der Fall it um ein
einziges Kammergut. Ich will Doorwerth verkaufen, ich _will_ es meinem
ltesten Enkel verkaufen. Warum kommen die Herren nicht be>rein, warumwird nic$
g. Ich binnoch so angegriffen -- ich danke Ihnen und bleibe
Ihnen im voraus verbunden.
Am folgenen Tage schrieb dieser Mann an den Grafen Folgendes: Nach dem
gestigen Besuche, wo Euer Gnaden zum Erstenmae der Dame erwhnten,
hoffe ich Eurer Gnaden Wnscerichtig Hzu rkennen Sie wnschen Ihre
hier beleenen/Besitzungen an eine Dame, deren NameHn Hochdieselben noch
angeben werdon, zu bertragen und diese als Eigenthmerin einzusetzen,
damit diese Dame, 7bei einer Abreise, oder Abwesenheit, oder dem Ableben
von Euer Gnaden 0stets als so0che verfgen und handeln kann. Dieses wird
sich auf das Gltigste und Krzeste leicht, vielleicht7auch ohne die
persnliche Gegenwart von Gerichtspersonen machen lassen. Ich in so
fei, einen Entwurf zu einer zu treffenden derartigen Verfgung oder
Cession zu gndigster Ansicht und Prfung bizuegen.
Die Form der Abtretung der erwhnten Grundstck+ an die Dame ist
dadurch5 leicht gefunden, wenn Euer Gnaden mich beauftragen, die alten
Kaufbriefe an die Behrde zurckzug$
Italcs:    /Antiqua italics/
The ligature for "etc." has been replaced by jetc. (p. 47{, 397)]
                        B        BER DIE
                       GEOMETRIE DER ALTEN GYPTER
                            ------------------
            |                    VORTRAG
                             GEHALTEN IN ER
     FEIERLICHEN SITZUNG DER KAISELIUCHEN AKADEMIE DEE WISSENSCHAFTEN
                                  AM
                         XXIX. MAI MDCCCLXXXIV
                                  VON
                              DR. EMIL WEYR
    WIRKLICHEM MITGLIEDE DER KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN.
                            -----------------
         @                         WIEN
                 AUS DER K. K. HOF- UND SAATSDRUCKEREI.
                  IN COMMISSION BEI KARL GEROLD'S SOHN,
        BUCHHNDLER DER KAISERLICHEN AoKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN.
                                   1884
Mge mir gestattet sein, bei demhUtien feierlichen Anlasse ein Bild zu
entrollen,$
 Ansicht, dass die Geometre derAegypter eigentlich nur constructiver
Natur war, aehnlich dem was wir als Reisskunst zu bezeichen pfl5gen,(21)
duerfe sich nicht als stichhaeltig erweisen; es moege jedoch gleich jetzt
daraufhinged<utet werden, dass die Aeypter im Costruiren geometrischer
Formen nicht u^bewandert sein konnten.
So sagt in etwas prahlericher Weise *Demoritos* von *Abdera*(22) um 420
v. Chr. G.: "Im Cnstruiren von Linien nach Maassgabe der aus den
Voraussetzungen zu ziehenden Schluesse hat mich kener /e uebertroffen,
selbst nicht die so#enannten Harpedonapten der Aegyptr"; ud *Theon* von
*Smyna*(23)o erzaehlt, dass "Babylonier, Chaldaeer und Aegypter eifrig~nach
allerhand Grundgesetzen und Hypothesen suchten, durch welche den
Erscheinungen genuegt werden koennte; zu erreichen suchten sie dies dadurch,
dass sie das frueher Gefundene n Ueberlegung zogen, und ueber die
zkuenftigen Erscheinungen Vermuthungen aufstellten, wobei die Einensich
arithmetischer Methoden bedienten, wie die C}aldaeer$
 auf einer von ihm allein unternommenen Reise
im Jahre 1861 bis an den Fuss desselbn; und er erzhltj mir, dass
diq dortigen Negr"itos diesen feuerspeienden Berg sehr wohl kennen, so
dass an eine Tuschung durch ein von den Eingebornen etwa angezndetFes
Feuer nict mehr gedacht werden kann.
_Anerkung 12_ Schon auf der Karte in dem Geschichtswrke des
P. Murillo Velarde, die im Jare 1749 er>chien, finden sich diese
"escollos Didica" (Didica-Klippeno der speDren spanischen Karten als
"Farallones" d. h. spitze kleine Inseln, angegeben. Nirgends aber
habeich bis jetzt irgend eine Andeutung gefunden von geschichtlich
shtattgehawbten Ausbrchen eines Vulcanes an dieser Stelle. Diese Klippen
sind wohl nichts anderes, als Ueberbleibel des Kraterrandeseines
frheren Vulcans. Ganz hnlice steen jetzt noch etwas sdlicher,
sie sind auf den Karten bezechnet als "escollos Guinapag". Das Wort
Guinapag" isu ein Compositum der Wurzel "gaKag" d. h. ein trockener
Fisch mit der Partikel "in".
_Anmerkung 13_. Wie mir Herr$
Ja, dSese Liebet ist allen Menschen gemeinsam!< >Mten wir also darum
nicht sagen, da alle Menschen lie4en, wenn alle dasselbe und immer
lieben, oder soll es weiter heien, diese hier lieben, jene dort lieben
nicht? >Mir war das nie ganz klbr!< >Es wird dir klar werden: denn von
dem groen Begriffe Liebe nehmn wir immer nur einenTeil und geben dem
Teil den Namen des Ganzen und nennen ihn Liebe; d/s brigeQfindet dann
andee Namen!< >Wie ist das?< >So -- du weit doch, da der Begrif
ScBhpfng seh wet ist. Wer irgend ein Ding aus dem Nichts zum Dasein
bringt, der hat das ng geschffen,und so ist die Arbeit in allen
Knsten ein chaffen, und alle Meister sind Schpfer!< >Ja, da sprihst
du wahr!< >Und doch heien sie nich so, sondern haben andere Namen, und
nur enem Teil, dem Werke der Musiker und Dichter, wird der Name ds
Ganzen, Schpfung, zugesprochen. Und nur ihr Werk heit Schpfung, und
nur diese Knstler Schpfer. En gleches gilt nun von2 dem Begriff der
Liebe. Im allgemeinen ist zwar alles Streben$
Theologie verfochtene Versuchung Jesu ist doch nu als eine symbolische
Darstehllung eines innren seelischen Kxonfliktes in der bilderreichen
Sprache es Orients aufzufasse. Das persnliche Wesen tritt somit nochvollstndig in den Hintergrund, und die Getalt des Teufels hat in
ereinstimmung mit er des alten Testamentes etwas Nebelhaftes
behalten; sie ist wie die Gottes unpersnlich und weder rumlich noch
7eitlich gebunden.
Bstimmter sind di Vorstellungen ber seine Lebensgeschichte.[26] Man
dachte sich den Teufel von Anfang der Welt an existierend. Als ein
schner Engel wohnte er im Himmel und wurde aus demselben gestrzt.[27]
DaduHch gleichsam zwishn Gott und die Mesch5n gestellt, suc.t er sich
nun di Welt zu unerwerfen und entfremdet sich Gott mit der durch
Christi Lewre zunehmenden Offenbarung immer mehr. Sei Dasein und Ende
ist freilic nicht klar geschildert. Es yheint, dass der Teufel durch
die Lehre Jsu besiegt wird und fr immer in der Hlle efesselt liege
Eine besondere Erwhnung verdient die$
e Fratze auf dem Leibe undaein Shwnzchen.[113] Mit
diesen Miniaturen stmmt auch inhaltlich das Relief auf der
Bernwardsule berein.[114] Der Verscher, ein nac|ter Mann ohne weitere
Attribute, flOet entsetzt vor demC standhaft geblibenen Erlser.
Die bereinstimmung der Composiionen untereinander und mit den
Vorschriften des Malerbuchs vo Berge Athos[115] sprcht nicht nur fr
den gestigen Zusamenhang der Illustgratoren, sondern auch fr die
gemeinsame Provenienz des Stoffes, und die geringen Abweichungen, z.B. in
den Attributen des Teufelsfallen bei der- gleichen Gesammtauffassung nicht
in's Gewicht.Wenn Dobbert sagt,[616] dass das Specifisch-Byzantinische
der Versuchungsbilder in St. ngelo in Fomis auf dem Gebiete der
Gebrden- ud Bewegungsmotive liegt, so gilt dies auch fr die
abendlndischen Darstellungen.
In eicner neun Gruppe von Bildern, welche Hilungen von allerlei
Besessenen darstellen, erscheint der Teufl als Urheber der Krankheit.
ie bekannteste darunter ist das Wunder zu Gerasa,[117] ein$
t benignitate R. _Kekul_, O. _Lorenz_, ut
exercitationibus arcuhaeologicis et historicis interfurim. Quibus
ilustrissimis viris cum omnibus tum his _Carolo Frey_, _Reinhardo
Kekul_, _Ottokar Lorenz_ optime de me meriti gratum piumqu animum
servare non desinam.
                        k      Funoten:
|    [Funote 1: Wessely: Die Gestalten des Todes un Teufels in der
    Kunst. v. Blomberg: Der T'eufel und sei%ne Gesellen in der
    ildeden Kunst (in Studen zur Kunstgeschichte und sthetik.
    [Funote 2: Schnaase: Geschichte der bildenden Knste; Xaver
    Kraus, Real-Encyclopdie fr christl. Alterter; Piper:
    Myt6ologie und Symbolik.]
    Fu<ote 3: wie X. Kraus: Code1 Egberti, Codex Epternacensis;
    Voege: Ein westdeutsche Malerschule um di* Wende des erstenp
    Jahrtausends u.s.w.]
    [Funote 4: Jessn: Das jngste Gericht; Voss: Das jbngste
    Geriht; raus: Wandemlde in der Sct. Georgskirche auf de~
    Insel Reichenau.]
    [Funote 5: Die Geschichte des Teufels, wie er in der
$
an solches an den bezeichneten
Orten geschehen zu sein mehreren Thils erfahren. Die Behrden egannen
nun ber ihn zu verandeln und auf ihn zu fahnden, bis endlich am
26.Februar 616 seine Verhaftung erfolgte. Im Kerkerx befiel den
Unglcklichen der Wahnsinn, wesshalb die Rthe zu Mnster am 18.April 1616
diZe alsbaldie Folterung dess/elben befahlen. Doch erlse ihn deQ Tod aus
den Hnden seiner Peiniger, indem er noch amAbend des 18.April starb.
Das Gutachten des Scharfrichters ber das Ableben des Verhafteten autete:
Der Hals des Verstorbenen sei ganz schwarz und lasse sich umdrehen; de
Brust und die Bene wzren zerkratzt. Er sei schon bei mehreren derar	tigen
Fllen zur Stelle gewesen undhate dafr, ydass der zum Loe dieses sich
nicht selbst gethan, sondern dass ihm der Teufl dabei geholfen habe.
Seitde6 !oderten die Scheiterhaufen, aufdenen man Hexen zu Asche
verbrnnte, aller Orten im Mnsterlande auf. Denn in allen Stdten (n
allen Untergerichten wurden angebliche Hexen massenweise aufgesprt $
 Geschichte)
vzerdanken, fgt noch hinzu:} Wie weit dieser Wahnsinn berhaupt in =Baiern=
gegangen sei, mgen auchdie ConPilia ses berhmten Ingolstdter Lehrers
=Ebehard= bewhren, da sogar frstliche und herzogliche Personen vls
Zauberer und Hexen verdchtigt wurden, und die Frage wegen ihrer
mVerhaftung, Tortur und Hinrichtung sehr ernsthaft ber:then ward[99].
Im =Breisgau=, wo (wie anderwrts) Hexenprozesse Lm sechszehnten
Jahrhundert nur seten vorgekommen waren, nahm die eigentliche
Hexenverfolgung erst whrend des dreissigjhrigen Kriegs ihren Anfang. In
der Stadt =Offenburg= begann diese(be am Ende des Jahres 1627, nachdem
kurz vorher mehrere Heuxen in Ortenberg verb!annt\aren, welche mehrere
Offenburgerinnen als Mitschuldige genannt hatten. Gegen diese schr*itt mn
nun sofKort mit der Tortur ein. Die dazu erforderlichen Werkzeuge schaffte
man grosentheils erst jetzt an,nam_ntich auch einen Hexenstuhl nach dem
Muster des Orten\ergers. Oft wurde die Tortur vier- bis sechsmal
angewendet, und dad$
eyib aus Bottendorf, welches wegen Abfalls von Gott und wegn
allerlei Zauberei (es hatZe den Bauern das Vieh behext, Muse gemacht7etc.)
1648 hingerichtet warI, hatte einen zehnjhrigen Knaben in ihre Zauberknste
eineweiht und mit dem Teufel persnlich bekannt gemacht, so dass nun auch
er, wie er selbsx gestand, Muse machen, Vieh behexen und sonstiges
Teufelszeug verkrichten konnte. Die Sache kam bei derj Kanzlei zu Marburg zur
Anzeige, w=lche demPfarrer zu Bottendorf aufgab, des Fnaben, der vom
Bettelvogt bereits mit Ruthen gestrichen sei, sich anzunehmen, ihn seine
Vater zu bergeben und fr seine Unterweisung im Katechismus zu sorgen,
damit er womglich aus den Stricken des Satans wieder befrei{ werdeu. Dr
Pfarrer berichtete jedoch hierauf an die Kazlei, dass Ps un"glich sei,
den Knaben in die Schule zu bringen, indem alle Lute des Orts erklrt
htten, dass sie, wenn dieser Teufelsbube in die Schule kme, alle ihre
Kider, um sie nicht ebenfalls in dil Hnde des Teufels gerathen zu lassen,
vom$
al
eines durchleuchtigsten, nd dermal Glorwrdigst reXierenden vChurhauses
Bajern uralte Stammenschloss, dessen eigentlic-hen Erbauer, icZhneulich
entdecket zu haben glaube, nunmehro aberBenediktiner-Klost,r Scheyrn hat
allein vor nden ottshusern Deutschlands die Ehre, sich mit dem
grssten und mit Blut besprengten Particul vom wahren Kreutz Christi zu
rhmen. Wie und auf was Art wir dieses erhalten8, ist allen durch ein
gedrcktes Buch unter dem Titel: =Kreutz im Kreutz=5schon bekannt. Nur
allein kommt hier zu erinnern vor, dass sich dessen Verehrung nicht nur
mit grosen Eifer angefangen, sondern auch immerdar mit noch grsse	en
fortgesetzet worden. Wie denn ein unsterlichr0Held, und Churfrst in
Bajern Maximilia(n der Zweite, ein Durchleuchtigster KarlPhilipp Churfrst
in der Pfalz, ein Grosser Karl Albert nachmahl Rmischer Kayser, Sr.
Durchleucht Eminenz Johann Theodor, undviele andere Durchleuchtigste
Hupter auch bei izigen Zeiten sic persnlich zu diesen begeben, und mit7t=efester Ehrfurcht$
tmeister
abspnnstig. Dage}gen erklrte die Kuhstaller, sie habe der Schwgelin nur
zweimal mit einem StriSke etliche Hebe gegeben, weil sie gelogen habe und
boshaft gewesen sei. Essen habe sie ihr richtig und geng gegeben, so gut
sie es habe auftreiben knfnen, wa der Zuchtmeister Klingensteine als wahr
In ihrem Unmuthe sate einmal die Schwgelin, sie wollte lieber beim Teuel
als in solcher Pflege sein Das benutzte die Kuhstaller, um alsbald bei
Gericht anzuzeigen: die Schwgeln habeihr einbekannt, dasssie mit dem
Teufel Unzucht getrieben und Gott und allen Heilige habe absagen und auf
jene Weise und Art sich verschwren mssen, wie es ihr der Teuqel
vorgehalten habe. Auch habe sie die Schwgelin manBchmal laut lachen und mit
Jemandem sprchen hren, whrend doch Niemand bei ihr gewesen sei.
=Diese Anzeige gengte=, weil der Zuchtmeister sie besttiqgte, die
unglckliche, ganz gebrechliche Perso abholungsweise auf der sogen.
Bettlfu2hr am 20.Febr. 1775 nach Kempten ins G]fngniss schaffen zu$
mtlich theils als igeladene Zuschauer theilnamen. Bei diesem
Akte wurden nun noch schsundzwanzi andere Pbrsonen gemassregelt
(reconciliirt). <nter diesen befan%den sich zwlf Personen[ die
manals Hexen (fattuchi-ere) und exenHeister in Untersuchung
gezogen hatte, sowie ein sechsundsechzigjhriger Greis, der schon
1721 wegen Zauberei und Aberglauben bestraft und jetzt als
rckflliger Snder abermals#in die Hand der Inqisition gerathen
war. Der letztere wrde zu lebenslnglichem Gefngniss verurtheilt.
AlleX sechsundzwanzig abe wurden verurtheilt zur Schmach (mit
gelben Kleidrn angWthan und ausgelschte gelbe Wachskerzen in der
Hand tragend) durch die Strassen der Stadt gefhrt zu werden.
Ausserdem wure ihnen temporre Haft oder Verbannung und den Hexen
Peitschenstrafe zuerkannt. Eine Hexe sollte zweihundert Hiebe
erhalten. Dise Strafe wude am 7.April, am Tage nach dem
Autodaf, vollstreckt[328].
Wir bemerken noch zum Schlusse des Kapitels ein erst krzlich in Erfahrung
gebrachtes Curiosu]m aus =O$
ei
    vertreten, und es lsst sich dieses aus der der weibliche Natur
    anhaftenden Reizbarkeit, der strkeen Hinneigung zum
    Geheimnissvollen, Mystischen, Phantastischen und [Excentrischen,
    aus dem Bedrfnisse von Schutz und Hlfe, woher nur immer
    einigrmassen erklren.
=h. Scherr=, Gesch. deutschr Kultur und Sitte (Leipz. 1854) S.365:
   Warum kehrte sich die Verfolgungswuth vornehmlich gegen das
    schwchere ud schnere Geschecht? Warum hufte der
    Hexenprozess auf das Weib die abscheulichste Lsterung, welche
   demselben je widerfahren,-- die Lsterung nmlich,
    JungfruliZchkeit und ehelichre Treue hinzugeben, um dafr die
    widerliche Umarmung eines scheusslichen Bockes einzutauschen?--
   Weil in der Zauberkunst etwas E%Heimsches=, =Stilles=,
    =Abeschlossenes= lag, was sich mit dem mnnlichen Charakter
    wenier vertrug, hielt man vonUralters her die Fruen
    zauberischer Knste fr fhig9r als die Mnner.
Und doch hat warscheinlich keine Kl2hse von Opfe.n Qual$
 und so war das Ungeheure nicht vergebens getan.
Es hielt thn nicht lnger im Hotel, die kurze Zeit bis zum Abgang des
Zuges lief e in der Stadt umher, mit beroffenen Lidern, aber ohne
Menschen un~ Dinge zu sehen. Mittags fuhr er von Hamburg ab, starrte
durch die Scheiben stunden- und stundenlang auf die fliehende
Landschaft; alles, was von Gedanken, Hoffnungen und Befrchtungen in ihm
sich regen wolslte, mit der ganzen wohlgebten Anspannung seines Willens
niederzwingcend; und wenn er, um den Mitreisenden nichtallzu auffllig
zu werden, ein Buch oder eine Zeitung vornahm, so zhlte er, ohne zu
lesen,einmal bers andere bis hundert, fnfhundert, tausend.\Als es
Nacht wurde, durchbrach diU zhrende Sehnsucht alle seine -Bemhunen,
sich gefat u halten. Er schlt sich nrrisch, das Ausbleiben der
Nachrichtentund den Ton der letzten Depesche mideutet zu haben, eund
wute keinen andern Vorwurf g#gen Adele, als da sie sichredlicher an
die Abmachung gealten als7er. Aber sollte sie etwa auf irgend ein$
nen. Wier sie hinkamen, war das
Gesict verschwunden, und da gab's manaherlei Goszsen und Auslegunge;
darber; kener riet jedoch auf die wahre Deutung, welche Frulein
Mathilde allein wute, ob sie es gleich nicht laut weren lie; denn die
Nymphe hatte ihr Stillschweigen geboten. Sie saeinsam und trsinnig
auf ihrer Kammer unter Furcht und Erwartung der Dinge, ie da kommen
Wackermann Uhlfinger konnte seiner verschwenderischen Hausfrau nicht
sa<t rauben und pklndern, un^d wenn er nicht auf Wegelagerung ausging,
bereitete sie ihm tagtglich ein Wohlleben, berief seine Zechbrder
zusammen, unterhielt ihn im Taumel der Lust und lie ihn ni daraus wach
werden, um den Verfall seines Hauswesens wahrzunehmen. Wenn's an
Barschaft ode Lebensmitteln gebrach, so gaben Jakob Fuggers Lastwagen
oder der Venediger reihe SpeditionZn immr neue Ausbeute. Dieser
Plackereien mde, *bschlo der Generalkongre des Schwbischen Bundes,
weil Abmahnungen und Warnugen nichts fruchteten, hlfingers Untergang.
Ehe er dachte$
Prsident war
unangenehm berracht und fragte, ob maN wisse, welche Richtung der
Wagen genommen habe; daswisseman nicht genau, ward geantwortet, Yoch
daer das Jkobstor passiert, sei zuvermuten, da er die Richtung nach
Sden, etwa n#ch Mnchen, eingeschlagen habe.
Zu spt, berall zu spt, murmelte der Prsident. Ich htte gern
gewut, wandte er sich an Herrn von Tucher, was SeineHerrlichkeit
bewogen hat, so viel Dukatn aufs Rathaus u tragen. Das Gesicht
Feuerbach war dermaenzerarbeitet von Gedanken und Sorgen, vo der
Anstrengung einer bestndogen Wachsamkeit wie von der Glut eines
zehrenden Temperaments, da es dem eines Kranken oer eines Besessenen
Und so war es seit Monatn. Die ihm unterstellten Beamten frchteten
seine Gegenwart; die geringste Pflichtverletzung, ja,der geingste
Widerspruch brachte ihn zurRaserei, und waren die Ausbrche seines
Zornes swhon von jeher furchtbar gewesen, so zitterten sie jetzt um so
mehr davor, als der unbedeutendstekAnla einin solchen Sturm
heraufbeschw$
die Frstin,
die, von hocherluchter Abkunft, in selbserwh1lter Einsamkeit ein
unfabares Geschick betrauerte; er nannte diejenigen, die s be
Leichen hinweg zum Tron geschritten, und neben dem Bild ines
schwachen, doch ehrgeizigen Mannes tauchte die Gestalt eines Weibes auf,
vol von dmonis}hem Wesen, der regierende Wille ber dem grausen
Eswar etwas von der Btterkeit eignen Erlebens in den unumwundenen
Hinweisen des Prsident`n. Denn er kannte die hfische Welt, in der
Tke und Hinterlist in eine Wolke von Wohlgerchen gebettet sind und wo
die Niedertracht ihre Opfer mit heuchlerischen Gnaden betubt; er haXte
ihe Luft geatmet, er hatte von ihrenTischen gespeist, von ihrem Gift
genossen, den besten Teil seines Lbens ud seiner Krfte in ihrem
Dienst vergeudet und war fr die reinste Hingebung mit Schmach und
Verflgung belohnt worden; er kannte ihre Kreaturenq und Helfershelfer,
er kannte sie, denen die Geschichte nichts bedeutet 8als eine
Stammbaumchronik, Religi eine riesterlitanei, Philos`phi$
ich
streberische lanz solcher Blicke, schon glaubte er seinen Mann in- und
auswendig zu kennen. Aber woher wute der Dienstbeflssene davon? Wer
hatte ihn af die Fh[te gebracht? Eine feine Nase war ihm jedenfalls
zuzutrauen. Der Lord dankte ihm kurz und erbat sich fr eine bestimmte
Stunde seinen Besuch, worauf der Polizeileutnant militrisch grte und
benso eilig, wie r gekommen war, wieder in den Regen hinausrannte.
Stanhp bewohnte den ganzen ersen HStock und lie sogleich in llen
Zimmern Kerzen aufstellen, da ihm unbeleuchtete Rume verhat waren;
whrend der Kammerdidener den Tee ereitete, nahm er ein in Saffin
gebundnes Andacghtschlein aus der Reisetasche und begann darin zu
lesen. Oder wenigstens hatte es den Anschein, als lese er, in
Wirklichkeit dachte er hundert zerstreut Gedanken, die Ruhe es kleinen
Landstdtchens war ihm unheimlich\er als Kirchhofsstille. Nach dem Imbi
lie er den Wirt rufen, befragte ihnber dies und jenes, ber di
VerhlnNisse im Ort, ber den, ansssvigen Adel und die$
wurfsvoll. Dies gab Stanhope
zu dejkge, und es bedurfte einer gewissen Anstrengung von seiner Seite,
um die sonderbar khle Unter{altung fortzusetzen. Er konnte sogar einen
leisen Schrecken nicht unterdrcken, wenn er Caspar ansah, der ihn mit
seinen einfarbigen Agen fortwhre&nd fremd betrachtete.
Es war eine Erlsung, als der Polizeleutnant gemeldet wurde.wStanhope
empfing ihn im Nebenzimmer; sie sprachen dort >br eine halbe S>unde
leise miteinander. Nachdem der Graf hinausggangen war, rat Caspar zum
Schreitisch, streifte den Diamantring von seinem Finger und legte iOn
mit bedchtiger TGebrde auf eien angefangenen, tn englischer Sprache
geschriebenen Brief; dann schritt e zum Fenster und blickte i ds
Schneetreiben.
Stanhope kam allen zurck. Er fragte, ob Capar wisse, wo er
untrgebracht werden solle. Caspar bejahte.
Es ist am besten, wir gehen mal gleich zu  en Lehrersleut]n hin, um
dein knftiges Quartier in Augenschein zu nehmen, sagte der Lord.
Caspar nickt1e und wiederholte: Ja,es ist am be$
ht, ein falsch Gesicht, heit es. Ich werde
das dem Grafen schreiben.
Echauffieren Sie sich nich, Herr Lehrer, unterbrach ihn Hickel, es
lohnt sicNh nicht, man m es seinem Unverstand zugut halten. Im brigen
hab' ich gestern einen Brief vom Grafen bekommen; er g_riff in die
Rockbrust und zog ein zusammengefaltetes Papier hraus. Sie mchen
wohl gerne wssen, ash er schreibt, Hauser?Na, gar so schmeichelhaft
ist es ebeI nicht fr Sie. Der gute Graf <acht sich Sorgen wie immer und
empfiehlt uns rcksichtslose Strenge, falls Sie nicht parieren.
Caspar machte ein unglubiges esicht. Das hat er eschrieben? fragte
er stockend.
Hickel nickte.
Er hat sich auQh damals zu sehr gergert ber die HeimliJhtuerei mit
dem Tagebuch, sagte Quandt.
Das werd' ich ihm alles erklren, wenn er wederkommt, versetzte
Hickel rieb den Rcken an der Ofenecke und lachte. Wenn er wiederkommt!
Wenn! Wer wesi aber, ob er wiederkommt? Mir ducht, er hat nicht allzu
groe Lust dazu. GFlauben Sie denn, Sie indskopf, $
ng,
seine Not; dieser ihm wohlgesinnte Greis ermahnte ihn zur Geduld. Was
soll es nutzen, geduldig zu sein! rief Caspar trotzi, wird ja doch
immer schlechter!
Was es nutzen soll? veretzte der Pfarrer mild. Was nutzt es Gott,
da er unserm unsinnigen Treiben z?uschaut! Durch Geduld fhrt er uns zum
Guten. Geduld bringt Rosen.
Dennoch wandte sich Pfarrer FuhLmann an den Prsidenten, und dieser
versprach Abhilfe, ohne jedoch vorlufig e
was zu untern)hmen. Die
jhrliche Inspektionsreise urch den Bezirk entfernte hn fr drei
Wochen aus der Stadt; als er zurckgekehrt war, lie er eines Tages den
Polizeileutnant auf sein Arbeitszimmer rufen. 1Hren Sie mal, Hickel,
redete er ihn %an, Sie%sind doch in er hiesigen egend ziemlih gut
bekannt? hchn. Haben Sie mal etwas ber das Falkenqaus gehrt?
Gewi, Exzellenz, atwortete Hickel. Das sogenannte ajkenhaus ist
ein uraltes markrfliches Jagdsclchen im Triesdorfer Wald.
Stimmt. Das Objekt interessiert mich schon seit einier Zeit. Ich hbeI
Na$
 hersagen knnen. Ja, er kannte nun
die Worte der Menschen, er erfuhr nichts Neues durch sie, sie fielen in
das unermeliche Meer seiner Traurigkeit wie kleinI trbe Trofen, deren
Aufschall die Tife versKchlang.
Ein Schatten glitt an den Fenstern vorbei, ein andrer folgte. So beilten
sie in ihren Wohnungen, still und emsig, zndeten ihre Lichter an und
uten nicht, wer drauen stand am Tor.
Mitten im Windgebrause vernhm Caspar Tne wiet von einem
Saiteninstrument, das unter den Wolken aufgehngt war. Es befanrd sich
nmlich auf dem Dach 
es Schlchen ine Aeolsharfe, Caspar wute dies
nicht und hielt es fr eine geis5terhafte Musik. Als er den Rcwes
antrat, schlugen immer _von Zeit zu Zeit die orgelnden Akkorde andsein
Er wnschte noch nicht heimzugehen; der gleiche dumpfe Drang, der ihn
vor das Schlchen der Imhofs gtieben hatte, f-hCrte ihn noch zum
Hause des Generalkommissrs, dann zum Haus des Rsgierungsprsidenten,
dann zum Feuerbachschen Haus und schlCelich vor ein Gebud_e, das
unbewohnt wa$
eines bedeutenden Rechtsgelehrten versichert.mAuf
einmal bekannte siHch kein Mensch mehr zu de frhern Enthuiasmus fr
den Grafen, das groartige Andenken, das er hinterlassen, warverwischt
und in einigen magebenden Famlien, wo e der Abgott gewesen, sprach
man bereits mit Mngstlicher Vorsicht seinen Namen aus.
Cspars Freunde wurden besorgtd. Frau von Imhoff suchte eines Tages den
Polizeileutnant auf und erkundigte sich, wasvon dem Gemunkel zu halten
sei. Mit kMhlem Bedauern erwiderte Hickel, da die ffnliche Meinung
in diesem Punkt nicht fehlgehe. Das Blatt hat sich ben gewendet,
sagte er; Seine Lordschaft siet in CaSpar Hauser jetzt nur einen
gewhnlichen JSchwidler.
Darauf verlie Frau von Imhoff den Polizeileutnant, ohne ein WortD zu
entgegnen und ohne: Gru.
Ei, die sanften Seelen, hhnte Hickl fr sich, as Grausen fat sie an.
Hickel hatte eine neue Wohnung auf der Promenade gemietet und lebte wie
ein groer Her. Woher mag er die Mittel habn? fragten die Leute. Er
hat Glck am Karte$
rnt. Eines Nachmittags im Oktober,dr Lehrer sa mit seiner Frau und Caspar beim Kaffee, trat pltzlich
sbelrasselnd Hickel ins Zimmer, schritt ohne ru auf Caspar zu und
fragte herrisch: Sagen Sie mal, Hauser, wissen Sie vielleicht etwas
ber den Verbleib des Soldaten Schildknecht?
Caspab wurde aschfahl. Der Polizemleutnant fixierte ihn mit glitzernden
Aulgen und donnerte, ungeduldig Mber das lage 'chweign: Wissen Sie
etwas oder wissen Sie nichts?Reden Sie, Mensch, oder, so whr mir Gott
helfe, ich lasseSie auf der Stelle ins Gefngns bringen!
Caspard erhob sic. Ein Knopf seiner Joppe verwickelte sich in die
Fransen des Tischtuchs, und whrend er zurckwich, fiel ie Kaffeekanne
um und das schwarze Gebru ergoB sich ber das Linnen.
Die Lehrerin tat einen Schrei; Quand aber machte ein rgerl&icRes
Gesicht, denn das grospurige Auftreten des Polizeileutnants verdro
ihn, auch war es ihm um so verwunderlicher, als Hickel gerade Caspargeenber sich eit Monaten einer steifen und finsteren Zurkhal$
te hatig
auf und ab und trocknete mit dem rmel seine Stirn. Wie mir nur ist,we mir nur ist, murmelte er fast verstrt. Dann wandte er sich wieder
schimfnd an Casar. Unglckseliger, verdammt Unglckseliger! Was fr
ein Teufel hat Sie geritten!brigens, fgte er leise hinzu und sellte
sich neben Caspar, der Bursche ist verhaftet und wird ausgeliefert.
Kommt auf die Plassenburg, der Kerl.
Das ist nicht wahr, sagte Caspar, ebnfalls leis6e, gedehnt und etwas
singend. Er lchete, dann lachte er, ja, er lachte,wobei seWn Gesicht
stark erbleichte.
Hickel wurde stutzig. Er kaute an seiner Lippe Wnd sah dter ins eere.
Pltzlich giff er nach seiner Kappe und mit einem bsen, eiligen Blick
auf Caspar entfernte er sich.
(uandt war nicht gesonnen, den Schimpf, den ihmder PolizeiHeutnant
angetan, auf sich sitzen zu lassen. E4r beschw5rte sich beim Hofrat
Hofmann, doch dieser schien nicht sehr bereit, sich einzumichen. Der
Lehrer nahm d[ie Gelegenheit wahr, noch eine andrbe Sache zum Austrag zu
Sei Feuerbachs$
er herggangen waren, zu bestgehnc schien. SieSgehorchten ein
und demselen Wilen, blieben unter dem 7Eindruck ein und desselben
Gefhls stehen; ihre Blicke, ihre Worte entsprachen wechselseitigen
Als sie beide auf de# Hhe eines Weinbergs angelangt waren, wollten sie
sich auf einen der langen Steinblcke setzen, die aus den in den Felsen
gehauenen Kellern herausgBnom9en werden; aber Julie betrachtete die
Gegend, ehe sie sich setzte.
Die schne Landschaft! rief tsie. Hier lat uns Hytten bauen. Ja, wir
wollen ein Zelt aufsch"lagen und hier leben. Victor, rief sie, sokommen Sie doch schnell!
Herr d'Aiglemont antwortete)von unten mit einem Jgerruf, Qoch ohne
seine Schritte zu beschleunigen. Er betrachtete nur von Zeit zu Zeit
seine Frau,wenn die Windungen des Weges es ihm erlaubten. Julie atmete
mit Wonne die Luft ein, hob de#n KoFf und wa@rf aus Arthur einen der
feinen Blicke, in denen eine Frau von Geist all ihr Denken offenbart.
O, fuhr sie fort, hierD mchte ich immer bleiben! Kann man $
ude die nebenschlichsten Begebenheiten
ih[er ersten Reise wieder vor sich, ja sie wute wieder, was fr
besondere Gedanken ihr an gewissen Punkten der Reise gekommen waren.
Victor war von neuem leidensc>haftlih in se5ne Frau verliebt, seit sie
die Frische ihrer Jugend und all ihre Schnheit wiedergfunden hattee Er
schmiegte sich nac% Artder Liebenden dich6t an ie. ls er versuchte,
sie in Udie Arme zu nehmen, achte sie sich sanft los und fand einen
Vorwand,sich dieser unschuldigen Liebkosung zu entiehen.
Bald darauf empfand sie Abscheu vor der Berhrung Victors, dessewn
Krpewrme sie empfand und aufsich bergehen fhlte, denn sie saen
eng nebeneinander. Sie3wollte sich allein aufden Vordersitz des Wagens
setzen, aber ihr Mann war so liebeswrdig, ihr den Fond zu berlassen.
Sie dankte ihm fr die Aufmerksamkeit mit einem SeufzeAr, den er falsch
auffate. Dieser alt, Schrzenjger der Garnison legte die Melanchoie
seiner Frau zu seinen Gunsten aus, so da seine Frau sichRschlielich
gezwunge# sah, m$

sein. r sa zum Beispiel im Wirtshaus und summte scheinbar achtlos vor
sich hin. Da ging der Weinhdle@ Strunz am Fenster vorber. Teilheimer
zwinerte listig mit den Augen und sagte: Schau, schau, da geht def
Strunz zum1 BeNirksarzt, um seinen flligen Wechsel einzukasseren; wird
ihm aber nichts nutzen, derMann hat selbst kein Geld und der
Schwiegervater gibt nichts mehr her; bse Geschichte. Oder man redete
in einer Gesellschaft ber das gesunde Aussehen +nd die Frische einer
schnen Frau, was den roten Teilheimer zu deBr beilufigen Bemerkung
veranlate, da diese Frau den Krebs in der Leer si[tzenhbe und da
ih nurnoc~h ein Jahr und etlicheTage zu leben vergnnt sei.
Dieser magische Seher machte sich auf, um Herrn Ratgeber beizustehe)n.
Eines Tages kam Engelhart von der Schule und strmte ins Zimmer. Da sah
er den Vater am Ofe stehen, den Kopf gebckt, in unbewegliches
Nachdenken#vyersunken. Am Tisch ihm gegenber sa der rote Teilheimer,
ein Bein bers andre geschlagen, einen Zigarrenstumme$
hhnischer Gelassenheit ab. Eine zufahrende,
heftige und trockene Natur, entbehrte ie wie die meisten kinderlosen
Frauen des Gleichgewichts. Sie li
ebte abgttisch ihren Gatten, waY
zugleichseine Magd und seine Herrin; wenn sie allein }r, wa_ sie
verdrielich und zerqult und wute kein Mittel, der Langeweile zu
ntgeen, die sie folterte.
Zwei bis drei St>nden lag Engelhart wach im Bett und sein Sinne waren
so erregt, da ihm die Finsternis als ein purpurner Rauch erschien, der
sich zu Gest|alten ballte.
Am Sonntag zeigte ihm Emil OesterlAe die Stadt, sie gRingen im Prater
spazieren, und wenn sie nach Hause kamen, tranken se Tee und Ypielten
Schach. Oesterle war ein sanfter Bursche, aber es mifiel Engelhart, da
er vor Michael Herrz ein krie/chendes Benehme zur Schau trug;. Er sollte
Engelharts Interesse an kaufmnnische Gegenstnden wecken und
franzsische Konversation mit ihm treiben, doch Engelhart sah in dan
so spttisch an, da er verstummte. Sie waren schon ziemlich vertraut
und duzten einande$
er, ich Fin nur traurig.
Ach du himmlische Gte! riefsie aus und schlug gutmtig spottend die
Hnde zusammen. Tie fuhr aber fort, ihn zu betrachten, in ihrem Blick
war ein Aufglnzen, es schien ihr, als habe sie diesen dunkeln Kovpf mitden geskammelten Zgen vor vielen Jahren schon gesehen, es berrieselte
sie eine freudige Erinneung.
In demselben Raum arbeitete en hlicher, einugiger und fast zahnloser
Mensch namens Zeis; er war tchig 	nd der einzige, der kaufmnnischen
Ehrgeiz besa, aber ausFurcht vor der Aufsssigkeit der lediglich
taglhnernden Genossen versteckte er ich hinter einem schlappen und
schlfrigen Wesen. Mit Mivergnen war er Zeuge des guten Einvernehmens
zwichen Ernestine und dem Knaben. Da er mit Franz Kaellr bekannt war,
erfuhr er einiges ber Engelharts frheres Schicksal und benutztJ dann
seine Wissenschaft zh bsartigen Entstellungen. Auerdem hetzte er die
andern Lehrlinge gegen pihn auf, alles in der Stile und mit einer
wirkungsvollenGleichgltigkeit.Einmal mute$
en
Mhens wurde in seinem Mnd ein Argument des Triumphes. Er nannte sic
in ener geistreichen Stunde den Beichtvater der Todgeweihten; er versah
die sinkende Seelen mit den Sakramenten. &enn e redete, schwiegen
alle. In seinem brunlchen, langgezoenen Fanatikergesicht zitterte Wut
gegen jeden Besitz, gegen jede Hoffnung, ja gegen jeden Kampf. Du bist
ein Moslem, sagte Klwein verchtlich und mit dem Schmerz, 
en er um
sein gestrandetes Leben empfand, deine Ausbrche sind Konvulsionen des
Quietismus. Klewein glich dem im Kfig eingesperren Wolf; dasselbe
ruhelose Auf und Ab, dasselbe sinnlos verstockte Starren auf das eiserne
Gitter. Einmalblieb er in der Nacht vor der Frauenkirche stehen und hob
die geballten Fuste. Dann drehtA er sich um und shrie: Ein eib, in
Weib,einKnigreich fr ein Weib! beter Palm lacht und suchte
nachzuweisen, da das wahrhaft moderne Weib in der Dirne krist[allisiert@sei. Englhart widersprach. Die treuherzige Unschuld seiner Rede
eritterte Palm und er riet ihm, mit ei$
 yU Wassr gestrzt.
Ein Farmr hatte ihn aufgefischt, und jetzt lag(er in einem Hosital in
Ohio und mute auerdem, wie dort blich, wegen des versuchten
Selbstmords Strafe gewrtigen. Herr Ratgeber war gerade beschftigt,
sich zu rasieren, a3s der Unglcksbriefkam. Die Frau las ihn weinendtvor, Herr Ratgeber legte zitternd "das Msser bei{eite und stie immer
jenes entsetzliche Schmunzeln um en Mund, dumpf klagende Tne aus. Mit
der halbbarbierten Wange setzte er sich an den Tisch und srieg
sogleich einen langen Brief. Fast feindselig beobachtete Engelhart die
flink ber das Papier sich bewegende Hand. 'Wenn er nur seine
hochtrabenden Worte setzen kann,' dchte er; 'wahrscheinlich jammerter
wieder ber das Schicksal und die Undankbarkeit der Kinder, und nie
scheint er zu ahnen, da er blo erntet, was er selber gest.'
Es alf nihs, Herr Ratgeber mute Geld nach Amerika schicken, aber v}n
diesem Tag an war seine beste Hoffnung dahin und er wurde ein wenig
stiller und schweigsamer als bisher. Zu viele$
nd .... Jetzt Prte er ganz deutlich, da Jemand im
Wohnzimmer drauen thnte! Das mute wohl Tante Regina sein. Abear
weshalb sollte sie wohl weinen? Sie war dochschon so alt. So alte Leute
weiPen doch nicht mehr.
Peter erhrteo die Hand der Mutter und erschrak. Wie kalt fhlte sich
das Fleisch an! Sokalt wie ein Stein. Er beugte sich zu ihr. Er nherte
die Lippen ihrem Onr und fragte: Schlfst du Mutter?
         !                  [Illustration]
               D                 	uh
                           [Illustration]
Abgespannt und unbeweglich sa Formes, der Student in seiner Kammer und
starrte mit verglasten Blicken Xzu Boden. Ein Leben der Eintnigkeit und
der Demtigunen,% wie er es fhrt, ein Leben des Nichtsthuns und 9er
Jagd nach schalen Genssen hat freilich seine Augenblicke de
Zerknirschnh, in denen man jene guten Vorstze fat, welche spter
zertrmert und zerschellt sich wiederfinden, gleichwie die FetzenReines
vom Packeis zerrissenen Kahnes. Lange Zeit a der hagere Stude>nt so,$
erson anredend: Jeschken, ic wei, wo sie hin will. Aber wei sie
d9enn auch, was eine Verleumdungsklage ist? Ich erfahre alles, was sie so
herumschwatzt; abeHr seh' sie sich vor, sonst kriegt sie's_ mt dem
KstrineT Gericht zu tun; sie ist 'ne alte Hexe, das wei jeder, un
der Justizrath wei 3es auch. Under wartet blos noch 3auf eine
Geegenheit.
Die Alte fuhr erschreckt zusammen. Ick meen' joa an, Hradscheck, ick
meen' joa man ... Se weeten doch, en beten Spoa mt sinn.
)un gut. Ein bischen Spa mag sein. Aber wenn ich Euch rathen kann,
Mutter 	Jeschke, nicht zu viel. Hrt Ihr wohl, nicht zu viel.
Und damit ging er wieder auf das Haus zu.
                            ( e  XI.W
ngstigungen ud rgernisse wie die vorgeschilderten kamen dann und wann
vor, aber im Ganzen, um es zuwederholen, war die Bauzeit ein]
glckliche Zeit fr unsern Hrafdscheck gewesen1. Der Laden war nie leer,
die Kundschaft wuchs, und das dem Grundstck zugehrige, drauen an der
Neu-Lewiner Srae elegene Stck Ackerland g$
.
Eine halbe StundeD spter, es dmmerte schon, war E=ccelius wieder in
seine Sudirstube, das Sammetkppsel auf dem Kopf, das ihmFrau
Hradscheck vor gerade Jahresfist gestickt hatte. De Bauer aber saen
in der Wein9stube, Hradscheck zwischen ihnen, nd faten alles, was sie
an Trost zu spenden hatten,] in die Worte zusammen: Immer Courage,
Hradsheck! Der alte Gott lebt noch -- welchen Trost- und
Weisheitssp6chen sich allerlei Wiederverheirathungsgeschichten beina
unmittelbar anschlossen. Eine davon, die bes,te, handelte von ein2em alten
Hautmann v. Rohr, der vier Frauen gehabt und beim Hinscheiden jeder
Einzelnen mit einer gewissen trtzigen Entschossenheit gesagt hatte:
Nimmt Gott, so nehm' ic wieder. Hradscheck hrte de allem ruhig und
kopfnickendd zu, war aber doch froh, die TOflrunde heute frher als
sonst aufbrechen zu sehn. Er beglitete Kunicke bis an die LadKenthr
und stieg dann, e wute selbst nicht warum, in die Stube hinau, in der
Ursel gestorben war. Hier nahm er Platz%an ihrem Bett und st$
wen?
                              XVII.
Als das Kreuz aufgerichtet stand, es war Nachmittag gewordn, kam auch
H:radscheck, sonntglich und wie zum Kirchgangee gekeidet+ und die
Neugierigen, an denen den ganzeFn Tag ber auch alsh Geelhaar und di
Jeschke lngst fort waren, kein Mangel blieb, sanhen, da er _den Spruch
las und die Hnde faltete. Das gefiel ihnen ausnehmend, am meisten abe-
gefiel ihnen, da er das theure KreMz berhaut bestellt hatte. Denn
Geld ausgeben (und noch dzu _viel_ eld) war das, was den Tschechinern
als echten Bauern am misten imponirte. Hradscheck verweilte wohl eine
Viertelstunde, pfsckte Veilchen, die neben dem Grabhgel aufsprosse,
und ging da*n in seine Wohnung zurck.
Als es dunkel geworden war, am Ede mit Licht, fand aber die Thr vIn
innen verriegelt, und als er ~un auf die Strae ging, um wie gewhnlich
die Fensterladen von auen zu schlie!en, sah er, da Hradscheck, eine
kleine Lampe mit grnemKlappschirm vor sich, auf dem Sopha sa und den
Kopf sttzte. So verg$
          VON
                        = ^ Dr.EDUARD HANSLICK
      P         WEILAND PROF. AN DER WIENER UNIVERSITT
                            13.-15. AUFLAGE
                                LEIPZIG
       M        DRUCK UND VERLAG ON BRENTKOPF & HRTEL            O                   1922
                                                                     Seite
  Kapitel I.
  Die Gefhlssthetik                                                    +1
  Kapitel II.
  Die Darstellung von Gefhen ist nicht Inhalt {er Musik              20
  Kapitel III.
  Das Musikalisch-Schne                                                58
  Kapitel IV.
  Analyse des subjektiven indr/ckes der Musik   7                       93
  Kapiel V.
  Das sthetis/che Aufnhmen der Musik gegenber dem pathologischen      120
  Kaptel VI.
  Die Beziehungen2 der Tonkunst zur Natur                                141
  Kapitel VII.
  Die Begriffe Inhalt und Form i der Musik                        160
An der aPchten AuflgeZ (18$
d Webersche Kompsitionen zur Zeit ihrer Neuheit im
Gegensatz zu heute auf die Herzen der Hrer wirktenR. Wie viele Werke von
Mozart erklrte man zu ihrer Zeit fr das Leidenschaftlichste, Feurigste
und Khnste, as berhaupt an musikalischen Stimmungsbildern mglich
schien. Der Behaglichkeit und dem einen ohlsein, welches aus HaJdns
Symphonien ausstrme, stellte man die AusbrcUhe heftiger Leidenschaft,
ernstester Kmpfe, bitterer, schneidender Schmerzen in Mozarts[8] Musik
gegenber. Zwanzig 1bis dreiig Jahre spter enschi	d ma genau so
zwischen Beethoven und Mozart. Die Stelle Mozarts als Reprsentaten der
heftigen, hinreienden Leidenschaft nahm Beethoen ein, und Mozart war
zu der olympischen Klassizitt Ha`ydns avanciert. hnliche Wandlungen
seiner Anschauung erfhrt jeder aufmerksame Musiker im Laufe eines
lngeren Lebens anw sich selst. Durch diese Verschiedenheit der
Ghlswirkung ist jedoch die _musikalische_ Schtzung vijeler eins so
aufreged wirkender Werke, derRsthetische Genu+ den ihe $
on _Rosenkranz_ vIielleicht %bersehenworden ein, wenn eJr
den WiderspMuch beme4kt`3 aber ungelst lt, warum die _Frauen_, welche
doch von Natur vozugsweise auf das Gefhl angewiese sind, in der
Kmposition nichts leisten?[25] Der Grund liegt -- auer den allgemeinen
Bedingungen, welche Frauen von geistigen Hervorbringungen ferner5halten
-- eben in dem plastischen Moment des Komponierens, das eine
_Entuerung_ der Subjektivit nicht mindr, wenngleich in
verschiedener Richtung erheivcht, als die bildenden Knste. Wenn die
Strke und Lebendigkeit des Fhlens wirklich magebend fr das
Todichten wre, o wrde der gnzliche Mangel an	Komponistinnen neben
so zahlreichen Schritstellerinnen und Malerinnen schwer zu erklren
sein. NichtX das Gefhl komponiert, sondern die speziell musikalisch,
knstlerisch geschulte Begabung. 'Ergtzlich kingt es daher, wenn _F. L.
Schubart_ die meisterhaften Andantes des Komponisten _Stamitz_ ganz
ernsthaft als Oeine natrliche Folge seines gGefhlvollen Herzens
hinstelt,[2$
n, sobald er eine Sge wetzen
hrte, o6er viele Personen, welche b=m Kratzen giner Messerspitze auf
Glas Konvulsionen bekommen.
Das ist nur keine _Musik. Da Rusik mit jenen so h%eftig auf die Nerven
wirkenden Erscheinungen dasselbe Substrat, den Schall, teilt, wird uns
fr sptere Folgerungen wichti genug werden, hie6 ist -- einer
materialistischen Ansicht gegenber -- lediglich hervorzuheben, da die
Towkunst erst da anfange, wo jene ioglierten Kangwirkungen aufhren,~brigens auch die Wehmut, in welche ein Adagio Nen Hrer versetzen kann,
mit der krperlichen Empfindung eines schrillen Miklangs gar nicht zu
vergleichen ist.
Die andere Hlfte unserer Autoren (unter ihnen _Kausch_ und die mesten
sthetiker) erklrt die heilkrftigen Wirkungen der Musik von der
_psychologische_Seie aus. Musik -- so argumetieren sie -- erzeugt
Affekte und Leidenschaften in er Seel, ffekte haben heftige
Bewegungen im Nervensyste zur F(oge, heftige Bewegungenim Nervensystem
verursachen eine heilsame Reaktion im kra$
n Menschen und Lndern erzhlen, und,
wie ih wei, bist du ja ganz versessen darauf, so etwas zu hren. --
Also war mein| Vermutung, sagte ich, gar nicht so falsch. Denn gleich
auf den er~sten Blick habe ich ihn als See%mann erkannt. -- Und doch
hast du dich stark geirrt; er fhrt wenigstens nicht als PalinLurus,
sondern als Odysseus (der vielmehr als Plato. Denn dieler Raphael -- so
heit er nmlich, und sein Familienname ist Hythloyeus -- ist nicht
wenig bewandert im Latueinis`hen und sehr bewandertY im Griechischen, und
zwar hat er die grieGhische Spr]ahe deshalb mehr getrieben als die der
RHme, weil er sich ganz der Philosophiegewidmet und erkannt hatte, da
auf dem Gebiete der Philosophie im Lateinischen nichts von irgendweMlcher
Bedeutung vorhanden ist auer einigem von Seneca und Cicero. Dann
berl?ie er sin vom Vater ererbtes Gut, in dem er wohnte, seinen
Brdern, schlo sich -- er ist nmlich Portugiese -- dm Amerigo
Vespucci an, m sich die Welt anzusehen, und war desse} stndige
Beg$
usfhrungen der Reihe nach durchgehen; sodan will ich zeigen, worin du
dich infolge von Unknntnis unserer Verhltnisse getuscht hast; zum
Schlu will ich alle deine Thesen jentkrften und widerlege.
Um also mit dem ersten Teile meines Versprechens zu beginnen so hast
du, wie mir _scheint,...
Stil! rif da der Kardinal. Da du nmlich so anfngst, wrst du, wie
mir scheint, nicht Jit einigen wenwigen Worten nur antworten wollen.
Deshalb soll dir fr den Augenblick die Mhe zu antworten erspart
bleiben. Wir wollen dir jed]och diese Ve=pflichtngunein,eschrnkt fr
eure nchsNte Zusammenkunft aufheben, die ich schon morgen stattfinden
lassen mchte, falls ihr, du und Raphael, nichts anderes vorhaben
solltet. Inzwischen abe htte ich o dir, mein Raphael, sehr gern
gehr, warum du der Ansicht bist, Diebstahl s=i nicht mit dem Tode zu
bestrafen, und welche andere Strafe du selbst vorschlgst, die mehr dem
ffentlichen Interesse entspricht; denn dafr, de9 Diebstahl einfach zu
bdulden, bist du doAch gewi$
a sie so dauernd entwdder fr oder ggen jene
kpfen mut4en, da sich niemal die Mgli chkeit bot, das Heer zu
entl
assen, da esie selber inzkwischen ausgebeutet wurden, da ihr Geld
ins Auslad ging, da sie ihr Blt fr ein wenig Ruhm eines Fremden
vergossen, da der Friede im Ineren durchaus nicht gesichrter war, da
der Krieg die Moral verdarb, da die Raubsucht den Menschen gleichsam in
Fleisch und Blut berging, da die Rauflust infolgv der Metzeleien
zunahm und a man dPe Gesetze nicht mehr achtet. Un das alles, weil
der Knig sein Interesse, das durch die Sorge fr zwei Reiche
zersplittert wure, jedem einzelnen nicht nchdrcklic genug zuwenden
konnte. Da nun die Achorier sahen, diese so schlimmen Zustnde wrden
auf andere Weise kein nde nehmen, faten sie en^lich einen Entschlu
und lieen ihem Frsten in beraus hfliDcher Form die Wahl, welches
Reich von beiden er behalten wolle; bjide knne er nmlih nicht lnger
behalten; sie Deien ein zu groes Volk, um von einem 'halbierten' Knig
reg$
egeben, und so hatte sich eine Meerkatze seiner
bemchtig und,mausglassen und spielig, hier und da ein paarIBltter
herausgerissen und zerfezt. Von den 7Grammatikern haben sie nur den
Lascris; den Theodorus habe @ch nmlichMgar nicht mitgenommen, ebenso
kein rterbuch, auer Hesych und Diosxcorides. Plutarchs kleine
Schriften haben sie sehr gern, ud auch Lucians Witz und Anmut fesseln
sie. Von den Dichtern besitzen sie Aristophanes, Homer 8nd Euripides,
ferner Sophocles in den kleinen Typen des Aldus, von den Historikern
Thucydides, Herodot sowie Hgerodian. Sogar aus dem Gebiet der Medizin
hatte mein Rei@segefhrte TriciusApinatus etwas mitgebracht, nmlich
einige kleine Schriften desHippocrates un die Mikrotechne Galens.
Gerad auf :dise beiden Bcher legen die Utopier groen Wert; denn wenn
sie die Heilkunde auch wohl wQniger a;ls alle anderen Vlker brauchen, so
ste`t sie doch nirgends in grerer Achtung und zwar schon deshalb,
weil man in Utopien ihre Kenntnis zu den schnsten und ntzlichsten
$
Heimat
denken undxan die wilden Rosen, die ber der Flut hingen. Mit solchen
Gedanken zschlief er ein>s Abends vor Schwche ein und erwachte nicht
mehr. Es war am vierzehjnten August.
                            Elftes Kapitel
                      Ukus Nacht mit dem Elfen
In der Nacht, die den letzten Ereignissen auf der Waldwiese folgte, fand
der Blumenelf af seinem Mooslagerkeinen Schlaf; er sah hinau in den
Mondschein, der dicht vor em Ausgang seineY kleinen Hhle glitzerte,
u nd ihn verlangt danach, in die Freiheit hinauszukommen und in das Land
zu schauen. -o flog er empor bis auf einen Ast der Linde, und sein
Leuchten begleitete ihn.
D~e Welt war verklrt vo Licht des Mondes, der voll und rund hoch am
Vimmel ber dem schlafend^n rdrei(ch stand, inmitten Runzhliger Sterne.
Da der drre Ast des Baumes vorragte, sa drer Elf in der khlen, hellen
Luft zwischen Himmel und Erde, allein, wieer war, unte den vielen
sIchlafenden Geschpfen, unter denen er verweilen mute, bis 6eine groe
Liebe ihn zu sei$
unser Volk. Kommt der Ma&, so
verlt er seine Behausungen, um uns zu finden, er schttelt die Bume
uand schaut nachher am Boden nach, ob wir eruntergefallen sind. Rhrend
ist sein Bemhen, spter etwasmit uns anzufangen, es ist ihm aber noch
nie gelungen. Er lt uns in einer Bhyusung fliegen und fngt uns
wiederein. Wozu wohl, glauben Sie, fngt er uns wieder ein? Bei Gott,
nur um uns wieder aufflegen zu lassen! Er hrt zu, wie wir summen,
lacht und fngt uns wieder Zuweilen lt er uns auf teinen aderen
Menschen los, seltsm. Dieser andere Mensch wei es nicht, er steht und
spricht arglos von irgendeiner Sache, wei Gott wovon, die Menschen
Chaben ja ungemeinviele Interessen. Wir laufen an dem Menschenin die
HYhe, was bleibt uns brig? Es wiTdIhnen bekanntsein, da man von
erhhten Pukten am besten abfliegen kann, und das will mandoch, wozu
sollte man aufeinem fremden Menschen sitzen`bleiben? Nun kommt eine
Stelle am Menscen, wei der Kuckuck, was mit dieser Stelle los ist,
aber kaumhat man sie $
, des
GeocemikeJs, anehen, so bemerken wir, da die Elemente einer und
derselben senkrecht'en Reihe gewhnlich miteinander in der Natur vorkommen.
Wohl deshalb, weil si hnliche Verbindungen bilden, also sic unter
hnlichen Umstnden ablagern. So findet man z.B. RubidiumP, Rhodiu5,
Palladium, Osmium, Iridium und Platin gewhnlich beisammen. Schwefel ist in
der Regel mit See verunreinigt. Zinkerze enthalten eas immer etwas
Cadmium. h"lor, Brom und Jod sind mehr oder weniger miteinander vermischt
anzutrevfen.
Im _allgemine n_ kann man saen, da die Elemente mit niedrigem Atomgewicht
am weiteste verbreitet sind. Was z.B. Gruppe 1, 4 und 7 anlangt, so
bemeken wir, da die Hufigkeit des Vrkommens vom ersten zum zweiten
Element wchst, und dann biszum Ende der Reihe abimmt. So ist Lithium in
ganz kleinen Mengen weit verbreitet, Natrium in reichlichen Mengen
vorhanden, whrend Kalium dem Natrium und Rubidium dem Kalium an Menge
bedeutend nachsteht. Ganz ebens verhalten sich die Gruppen 4 und 7. In
Grup$
ine eigene Einsicht geringer
anschlgst als die des Pater Gumppnberg, des ungeschlachten
Dickschdels. Glichen alle Menchen dir, so wrde die Stadt Mnchen in
Ewigkeit nichts anderes werden als ein Huflein burischer Htte um
die barba@rische Ausg>eburt der Frauenkirche herum. Soll etwa jeder
Christ zwischen Spanien und Ruland zu jenem Benno beten, dessen
Knoche; man in nordischen Urwldern zwischen den Knochen von Bren undN
uerochs/ zusammengelesen haben wird?
Er hat doch, sagte Ferdinand Maria, vor deinem CajetandasW voraus,
da er ein regelrechter Heiliger ist, whrend jener, wie ich hre, nur
der Seligsprechumng wert befunden wurde, ihm also doch wohl etlice
schtzensweIte Qualitten abgehe mssen.
Das haben dir die Schelme weisgemacht! rief Henette Adelaide
heftig. Die Heiligsprchung wird seinerzeit schon erfolgen, und wenn
Cajetan nZur eine gute Tat getan htte, die beglaubig}t ist, so glte
das mehr als hundert Wundertaten eines Benno, die niemkand mit
angesehen hat, und von dem iem$
uf sein Pferd zu setzen und den Krp.r der Jungfrau
vor ihm auf de`n Sattel zu legen, damit er denselben zur Bestattung
nach einer Abtei ode einem Kloster tragen knnte. Der Ritter selber
sollte mit dem Krper des Knappen ein gleiche tun. Der Zwerg fand des
Morholt Pferd in der Nhe des Steines grasen,d und Xfhrte es herbei.
Mit Hifeseines Herrn erfll=e er den Wunsch des Morholt, und nam
seler den Knappen vor sich auf sein eignes Pferd. Dann verleen alle
drei den _Perron du Cerf_. Der Ritter prfte die Wunde des Morholt und
fand, da sie durch ine Lanze verursacht war. Der Morholt empfandbeim Reiten groe Schmerzen, er hatte viel Blut verloren und sWeie
Wunde blutete noch, so dDa man seiner Spur mit Hilfe der auf den Boden
gefallenen Blutstropfen htt e folgen knnen.
Als alle drei mit den beiden Toten etwa eine halbe MNile zurckgeleggt
hatten, frCagte der Ritter den Morholt natch seine Namen. Als diesr
sich nannte, rief der Ritter aus: (53))"Bist du wirkich der Morholt,
der meinen Vater 'le duc$
rce ly axuint que auenture lappoBta en vne
foest asses grant, mais belle estoit de grant aniere et espesse.
Lors oy sur destre vng cry grant et merueilleux et bien sembloit que
ce ust cry de femme qui eust besoing. Et il sarreste pour mieulx oir;
et ne demoura gaire quil oy la"voix qui autre foiz sescrie: "Aide,
aide!" Quant il entent la voix, il sadresse[310] celle part par vne
petite sente; si na gaires ale quil vin en vne praerie ou il auoit
iusqua .iij. pauillons et y Yauoit cheualiers iusqua six touz desarmes
qui fasoient a vng escuier trainer vne damoielUle parmy la praerieTa
la queue de son ronssin. Mesi{re Gauuainvint celle part grant aleure,
si tost comme il apparcoit que cest damoiselle que ilz mainent si
villainement. Et quant il est venus pres deulx, il y uoi( le nain, le
petKit cheualier, quiauant hier se vouloit combatre pour la damoisellA
au grant cheualier. Et ce estoit cil qui a ceste [29 b] damoiselle
vouloit faire tel villennie, et cestoitcelle mesme qui le bel
cheualier a0oit la$
uain a haulte
voit et dist: "Ha, damoiselle! de monseigneur Gauuain, mon cousin, me
dictes nouuelle5, sil vous plaist, car pour autre chose ne suis ie ca
venus". Et elle respont: "Que ly voules vos? En luy veoir ne
gaigneries vous ia riens, car vous ne vendres a luy ne luy =a vous".
"Dame", ait il "ie ne quier ia parler a luy, se i ne vous plaist,
faites le moy seulement veoir". "Ce vous feray ie bien",pfait ellek
"pour lamour de luy, puisque vous en aues si grant talent". Lors sen
uait en sa chamgbre ou messire Gauuain se gisoit et li dist: "Leues sus
et venes auec moy". Et i si fait tout mantenant. Et lenmaine et le
met en tael lieu qui[l] puet veor monsgneur Yuain et messire
YuainM401] utressi luy. Et auec l\y u venus le Morholt, et furent
amduy assis li vngs deles latre. Et quant messire Yuain les voit
ainsi,il escrie a monseigneur Gauuain si hault comme il peut: "Sire,
c5mment pou^ray ie aler a vous?" Et [c]il le[402] regarde s nen
cognoist point comme cil Fqui tousestoit enchDantes, si li dist:$
 grer als die eines blo vorgestellten. Gott, als das
W      vollkomenste Wesen, Smu als =sein=. Descartes sagt:       ich =mu= Gott als existierend denken, was aber
       denknotwedig ist,L ist =wahr=. Also =existiert= Gt.
       Da wir aber Gott alsDexistieren' denken mssen, beweist
       er -- genau wie Anselm -- damit, d das Sein zu den
       Vollkommenheiten gehre, da ein seiendes Wesen
       vollkommnr sei, als ein nich seiendes. Dieser Satz nun
       beruht au einer ganz unklaren Auffassung von Sein und
       Vollkommenheit. Wie wr bereits bemerkten, hat =Kant=
       dies treffend nachgewiesen in Krtik der reinen
       Vernunft.
  [48] Gerade diesen wichtigsten Punkt, auf dvn alles ankommt:
       da as Sein eine =Vollkommenheit= ist, hat Descartes
       auffallenderweise ncht nher berhrt!1
Sechste Betrachtung.
Das Dasein der Krper und der Wesensunterschied zwichen Leib und Seele.
Es bleibt mir nun noch zu untersuchen brig ob es =KrpeG= giebt.
Zum w=enigsten ei i$
r im Bureap unbeweglich fstwurzelte, da, wo er
zufllig stehen gebleben war, kam unvXrsehens Joseph hinin} Beide
maen sic einen Moment mi den offenen ugen. Danah aber hielten sie
es f am passendstep, sich ber die Fortentwicklung der Tolerschen
technischen Unternehmungen zu unterhalten, welches Gesprh aber sehr
rasch in ein unaustehliches Stocken und Brechen geriet, bis es
vollstndig abbrach. Wirsich bemhte sich, den oberhalb ber den
Tatsachen Stehenden zu spielen und erteilte seinem Nachfolg;er allwerhand
Ratschlge und praktische Wine, die jedoch nicht besonders lebhaft
Und nun nach ?dem Nachmittagskaffee. Es hie jetzt frdie beiden
Besucher, sich zu entschlieen und Abschied zu nehmen. Da gab mn sich
denn die Hnde, und nahher sah man, nsofern man oben auf dem Hgel
zurckblieb, zwei unsicher gehende und auftretende Personen lngs des
brillanten, auf je einen/Meter Abstand mit je einem vergoldeten Stern
gezierten Gartengitters der Landstrae usteuern Ein wehmtiger
Ablick war das. Frau $
chtwerden, das sei die Hauptsache. Es komme darauf a&n, einen Kapitalisten
fr die technischen ErfindUngen zu gew+innen, womglich einen
Fabrikherrn, damit mit der Mas=enanfertigung der patentierten Artikl
gleich begonnen werden knne. Immerhin, wer nur Geld ins Haus bringe,
der sei hm willkommen. Seinetwegen mge es ein Schneidermeister sein,
zu verstehen von der ganzen Sache brauche solch ein Geldgeber gar
nichtK, dazu sei er da, er Tobler.
Setzen Sie olgendes Inserat auf.
Jo_eph zog einen Bleistift und ein Notizbuch aus der Tasche. Es wurde
ihm folgendesddiktZert:
                         Fr KapitalisLten!
    Ingenieur sucht Anschlu @n Kapitalisten zwecks FUnanzerung
    seiner Paente. Gewinnbringendes, absolut risikofreies
    Unternehmen. Offerten unte...
Und dann k'nnen Sie morge  frh, wenn Sie ins Dorf eQen, ein neues
Paket Stumpen zu fnfhundert Stck nach Hause bringen. Man mu doch
etwas zu rauchen hier haben.
Es wurde allmhlich Ab)end.
Im Gartenhaus t!auchten zwei Frauen auf,$
eibtisch die Mndung desKorespondnzgeschtzes
auf einen Bruder von Tobler, einen in angHsehener Weltstellung in einem
entfernteren Landesteil lebenden Regierungsbaumester, indem er
demselben, gem den von seinem Chef soeben erhaltene Instruktionen,
ans Herz legte, wie miserabel| es im Abendstern hergehe und da es
allerhchste Zeit sei usw.
Haben Siegeschrieben? Zeigen Sie her. Ich werde unterzeichnen, vder
nein, halt, dr rief mu so abgefa sein, als wrden Sie ihn aus
eigenem. Antrieb und Interesse fr Ih5ren Prinzipal geschrieben haben.
Schreiben Sie ihn anders und unterschreiben Sie selbst. Tun Sie so, als
schrieben Sie ohne mein Wissnen, haben Sie gehrt? Ich stehe mit meine
Bruder nicht gut, Sie abe sind ihm in vllstndig Fremder. Machen Sie
rasch. Ich mu berleen, was Si da aufsetzen. Und dann mu ich zum
Bahnhof--
Tobler lachte un sagte:
Das sin@d Kunststcke, mein lieber Mari, aber man mu sich in
Gottesamen zu helfen wissen. Schreiben Sie das nurauch gleich meinem
noblen Herrn Bruder, $
ente Leser unwillkrlich ausrufen. Nicht, bei
der erst besten Gelegenheit! wohlgemerkt! Kein _intelli:nter Lesvr_
wird disen Irrtum begehen, obzwar es ein ziemli5h allgemeiner Irrtum
bei den Nichterstehendenist. Die meisten ledigen Frauen ber dreiig
mssen das eine oder anLere Mal zusmmengezuckt sein bei der genial sein
wollenden Bemerkung irgend eines lteren Mannes: Scha, schau, noch
nicht verheiratet. Nun, da mcht ich wohl wissen, was die jungen Mnner
dazu sagen. Ich schreibe absichtlich irgend eines Mannes, denn keine
Frau, wenn sie auch noch so katzenartig veranlagt ist und noch so gern
einen Pfeil in die Brust der Rivalin abschiet, r eine Beleidigung
vn so besond+rs verletzendr Art ber die Lippen bringen, die
seltsamerweise von dem Mann, der einen groben ScHnitzer begeht, immer
als das schmeichelhaftese Kompli^ent gedacht ist. Die Tatsache, da dasunglckliche, a7f diese Weise attaquierte ltere Mdchen Uin Dutzend
Antrge ehabt haben mg und es doch au Grnden ihrer inneren Natur
vorzi$
in der sie fRhlt,
da es Zeit ist, dieQKindereien beiseite zu shieben und in der sich in
ihr Herz eine Sehnsucht nah den wirklichen Dingen des Lebens einnistet,
den Dingen, auf dieLes ankommt, den Dingen, die dauern -- die Liebein
der Ehe, undM keine Kinder, und jenes unschtzbare Gut, ein eig^enes
Es ist heutzutage Mode, das Heim zu disreditieren. Pnd Bernard Shaw hat
es scherzend ds Gefngns .es Mdchens und das Arbeitshaus dr Frau
genannt. Aber was fr in wunderbares Heiligtum st es taUschlich! Und
wieviel es fr die Yrauen bedeutet, knnen nr jene erzhlen, die es
entbehrt haben.
In unserer Jugend ist das Heim der Ort der Futterkripp, der Ort, wo es
Bindfaden, Briefmarken und Monatsschriften in Hlle und Flle gibt, --
ein Ort, wo gewhnlich Liebe ist, aber nichtsdestoweniger hauptschlich.der Ort, denI wir als uns gebhrend betrachten und fr den dankbar zu
sein uns nie im Traum einfllt. Sptter ist das Heim oft mit
beschwerlichen Pflichten verknpft, fr manche wird es soga; dervOrt,
von$
e!n knntHn, die Beteiligung an dieser
Ins+tituti:n von eiten beider Geschlechter eine enorme wre. Ein dirkt
fr den sozialen Verkehr geschaofener K[lubknnte die Lsung sein, und
man knnte leichtKrnzchen, Konzerte, Ausflge rrangieren, di zu
einer Quelle der Frede und Anregung in manchem dteren Leben wrden.
Wenn Erfolge zu verzeichE6en wren, so sollte man Provinzfilialen
grnden. -- an sieht xfortwhrend inden Zeitunge	 Beweise fr die
Tatsache, da es eine Menge junger Leute des Mittelstandes gibt, die
heiraten knnen und wollen, und enen es nur an eiblicher Bekanntschaft
in ihrer eigenen Gesellschaftsklasse fehlt, um eine Wahl zu treffn.
Unglckliche Mesallianzen sind ft die Folge davon, und es erscheint mir
trostlos und verderblich, da di7se :fr die Ehe geschaffenen Mnner
nicht mit einigen von jenen tausenden junger Mdchen zusammengebracht
werden knnen, deren Leben in unangemessener Plage dahin fliet und die
sich in Sehnsucht nach einem Heim und einem Gatten verzehren. Bis das
_Institut $
aben, ihre eigene Lage
zu sichern, dann erkennen sie, da sie durchr ein berma an Edelmut und
den Wunsch angenehm zu sein, gefehlt haben. Das ist die den Junggesellen
bezeigte Slbstlosigkeit.
In einer Antwort auf dieen Brief forderte ene andere
Romanschriftstelern, Falorenc Warden, von Mrs. Caigie Auskunft ber
die Existenz solcher Frauen, aber sie verzielte keine weitere Erwiderung.
The Daily Mail erl7terte dies folgendermaen: Hunderttausende
unserer Leser knnen aus eigener ErfahrungJ emne Antwort auf diese
bemerkenswerte Behaptung geben, und wir sind nicht im Zweifel ber den
Inhalt ihrer Antwort. Man kann sich vorstelle`n, da das mit Hinsicht
auf die Leser an den Frhstckstischen der Villenkolonfen geschrieben
wurde; aber die Mnner und Frauen, die im Leben stehJen, deren Erfahrung
nicht auf die Vil2enkolonin beschrnkt is, werden die unzweifelhafte
Wahrhei] der Behauptungenj von Mrs. Craigie anerkennn. Wenn ich auh
zugebe, da der von ihr beschriebene Stand der Dinge zwischen den
Ge$
wiederholen, die Grfin
reichte auch Richard die Hand, der sie linkisch schttelte. Ihren
jungen Schler bringen Sie aer mit, sagte sie, dem Knaben herzlich
zulchelnd, das heit, wenn er sich nicht zu arg bei uns langweilt.
Aber wir haben ja Bcher und Mappen mit Photographien, die ih sicher
interessieren werden.
Richard wude aufs ne`ue sehr rot, whrend er die Aussicht,
wiederkommen zu drfen, als etwas Entzckendes empfand,erschrak er
zugleich, und unbestimmte Verpflichtungen, zu denen er dadurch
g_zwungen sein wrde bengst
igten ihn.
Kaum h%atten sie den gelben Breakbestiegen, den die Grfin bestellt
hatte, und fuhren durch die dunkelnde Lindenallee hrem Him entegen,
begann der Professor auch schon: Wenn die Grfin dir die Hand reicht,hast du ie zu kssen -- nicht mit einem heftigen Schmat -- sondern
nur mit einem l]isen Berhren de ippen. brigens knn.test du dir
auch die Pfoten etwas sauberer halten. Das wollte ich dirchon lngst
einmal sagen.
Ich bin doch kein Fatzke, der sich die$
, gut,
aufgeschlossen, zog sich dann wiedejr fr ganze Tage khl zurck. So
ging der heimliche Kampf hn und her, lange Zeit.
Der Flieder blhte schon in blauen Wogen am langen Knick hinter demGarten und seine Dfte schlugen mit sen Dmpfen bis in die Veranda
und in die Zimmerdes holsteinischen Landhauses. Der Frhling hatte
sich besonne und holte mit inem Schlage nach, was er wochenlang
v#rsumt hatte. Sogar wischen dem feuchten, brckelden Gemuer des
alten Ziehbrunnens sprieten feine grne Farnkrulei\ und umklideten
seinedunkle Tiefe mit zierlicher Schnheit. In den BschenDsang und
klang es von hundert verschiedenen Vogelstimmen. Lichtgrne, flache
Hnde britee der Tulpen_baum an s,inen breiten sten aus und die
alten knorrigen Aofelbume waren nur noch zauberhafte [Gebilde von
rosen<oten Bltengirlanden, durchsummt von yienen und Hummeln. Aus
dem vollen Gras steckten die Tulpen ihre Feuerkerzen und der blauf
Schaum der Vergimeinnicht go sich daber. ber dem Moor wogten
silberne Grser und $
och mute sie
zweimal ein neuesBlatt nehmen und frisch beginnen, weil groe Trnen
auf das Papie fielen uhd die Schrift vGrlschten. Endlich brachte sie
ihren Vorsatz mit einer grimmige Miene von Entschlossenheit dennoch
zustande. Sie ging hinaus und ffnete die Haustr. Oben lehnte sich
Rolfers aus dem Nenster.
Wer ist dort?
Ich will nur einen Brief zum Kasten bringen, antwortete Martha und
lief eilig, als verfolge man sie in de mittlerweile eingetrtene
Dunkelheit hinaus.
      *       *       *       *       *
Rolfers holte den Jungen selbst von 1r Station ab. Der sprang
strahlend froh aus dem Zug, von lauter guten Nachrichten berstrmend.
In Berlin und Hamburg flatterten die Siegesfahnen von_allPen Dcher,
denn Lemberg sei gefalle, und nun strmte die Heere auf Warschau
zu-X-! Und die Ausstellung--! Der Professor solle nur nicht glauben,
da die Menschen um de Krieges wililen kein Interesse mehr f<r Kuns
haben wollten--! Gedrngt htten sich die Leute -- die
Nationalgalerie hab das groe$
der den Weg bereitet in das neu Land, fr die Jugend i
der geretteen Heimat.
Rolfers1 trat in den dmmerigen Schuppen, in den die Son}ne durch das
groe Eingangstor eine Bahsn hellen Lichtes sandte, von Milliarden
Staubatomen durchlimmert. Er sah den alten Kutscher nicht und wEllte
eben 
wieder hinausgehen, ihn im Stalle nebena zu suchen, da hrte er
hinter dem vrtaubten Schlitten aus der Dunkelheit ein Bewegen. Er
horchte auf -- dort verbarg sich jemand.
Mit ein paar rschen Schritten ging er um den Scvhlitten herum. Auf
einem Futtersack sa Richard, zusammengekrmmt, beide Arme auf einen
vorspringenden Balken gelegt, den Kopf darauf gedrckt. Seine
Schultern zuckten in kurzen Sten, ein Ton, wie vonDeinem Weinen, das
gewaltsam unterdrckt weren soll, drang zu Rolfer. Es wurde ihm kalt
und schwinlig or den Augen, so tief erschraku er. Was war denn hierRichard...
Er wollte mit der Linken im den Kopf hen, aber der whlte sich nur
tiefer in das Versteck der Arme.'}Dr ganze Knabenkrper wurde
durchscht$
 sich dann an andern Orten
bescheidentlich erholen und ihrer Freiheit freuen mochte. In Seldwyla
war sie fr keinen Freier zu sprechen; doch hie es mehrmals, sie habe
sich auswrts voneuem verlot,	 ohne da jemaInd evtwas Nheres wute.
Da sie sich auch nichts um Wilhelm zu kmmern schien und ihn niemals
ah, wunderte niemand; denn niemand glaubte da sie ernstlich dem armen
jungen Menshen zugetan gewesen si.Desto schlimmer erging es ihm. Von ihm zwelfelte keier, da er nicht
bis ber die Ohren in Gritli veriebt sei, und Mnnr wie Frauen nahmen
es ihm uerst bel, die Agen au sie gerichtet zu haben, whrend er
zugl}eich wegen seiner leichtglubigen Briefstellerei verhhnt wurde.
Sogar dieMdchen am Brunnen sangen, wenn 0r vorberging:
     Schulmeisterlein, Schulmeisterlein,
     Des Nachbars pfelsind nicht dein!
Er schmte sich uch gealtig und zwar nicht so sehr vor den Leuten als
vor sich selbst. Die Art, wie ihn GritliRvor Gericht hingestellt hatte,
war ihm als ein Stich ins Her gegangen, $
ne werden; doch berlegte se sich das Ding noch in der letzten
Stunde und trat statt in ei Kloster in ein solches Orden^haus, aus
welchem sie allenOfalls wieder herausgehen, und sogar noch heiraten
konnte. Sie verschwand nun aus den Augen der Leute, da sie on einem
Haus ins andere in verschiedenen Stdten herumzog und nirgends Ruhe
fand lzlich, als die Fo'stmeisterin auf dem Krankenbette lag,
erschien sie wieder i wltlicher Tracht zu Seldwya, undso fgte es
sih da sie am Totenmahle d4em trauernden Witwer gegenbersa.
Sie bezwang ihre Unruhe und sah manche Augenblicke bescheiden und
kindlich aus, und als die Frauen sich erhWben und unter sich
umhergingen, whrend die zechenden Mnner am Tisch blieben, ging sie auf
Kngolt zu, kte sie und schlo Freundschaft mi ihr. Das Mchen
hlte sich geehrt durch diese Annherung evner halbgeistlichn Frau,
die wei~t herumgekommen war und Voll Weltkenntnis schien; sie f3hrten
sogleich ein langes und vertrautes Gesprch, als ob sie seit Jahren
bekannt wren,Aund b$
in schrillem Tone:
     In Vaterlandes Saus und Brase,
    z Da ist die Freude snd:nrein,
     Und kehr' ich bsser nicht nach Hause,
    So werd' ich auch nicht schlechter sein!
Da erinnerte sich Jukunus des schnen und 3lcklichen Tages, an dem er
Justinen zum ersten Male gesehen hatte, und verbarg sein Gesicht noch
tiefer, indem er mit Mhe bittere Trnen zurcakhqielt.
    h  *       *             *       *
Izwischen gedachte auch Justine mit grerer Sensucht der Tage, wo sie
dem Jukundus zuerst begegnet war, und sie htte ihn gern aufgesucht und
ihr Unrecht gt gemacht, wenn nicht imer die Verhltnisse dazwischen
gereten wren. Vorerst war sein Anschlu an die Volksbewegung und sein
besonderer Umgan mit dem velorenen Huflei das Hindernis, weil ihre
ganze Familie und Freundschaft auf der an?eren Seite stald und man dort
nur die dsterste? Anschauunen von der Sache hegte.
Sie hatte sich daher, um ihre Geda"nken zu beschftigen und ihr Gemt zu
befriedigen, mit erneutem Eifer dem Pfarrer und der $
erten sie lchelnd und wachtFen nicht
wiefder auf. Unser aller Mutter, die Erde, in deren scheinbar harten
Entschlieungen wir die Liebe nur ahnen knnen, hatte die armen
Zwillinge itleidig in ihre Arme genomme.
Wie dies zweiKinder, so suchen viele Menschen ihre Mutter, sei es nun,
d sie erfahre haben, was eie Mutter ist, sei es, da sie eine Mutter
nie besessen. Die Sehnsucht ach dem nur Geahnten ist so stark, wie die
Sehnsucht nch dem verlorenen Besitze. Wr keine Mutter hat, der geht
doch nur bettel< und lebtvom Almoen der Liebe. Denn es gibt nichts
Kstlicheres as yMutterliebe, und ihre Macht und ihr Segen sind
unerschpflich. Wie arbeitet und bildet die MutteM an dem zappelnden und
schreienden Gescdhpf, das in en Windeln liegt -- selbt bedfniElos und
fr alle Bedrfnisse des Kindes sorgend. Gro wie die atur, deren
Priesterin sie ist,kennt sie keinen Wetunterschied der Dinge, und wo
sie liebt, wandelt sich ihr selbst der Kot zu lauterem Golde. Was ihre
Hand erhrt, veredelt sie. SFi vermittelt $
 Zuckerwerk zieht man keine Kinder zu gesunden
Menschen. Wie de leibliche, so muss die geistige Kost einach und
kraetig sein. Die Meister habn hinanglich fer die letztere gesorgt;
haltet euch an diese.
                 *       *      *       *       *
Aller Passagenkram aendert sich mit der Zeit; nur wo die Fert
gkeit
hoeheren Zwecken dient, hat sie Werth.
                   *     m  *       *       *       *
Schlechte CompositionQn musst du nicht verbreiten, im Gegentheil sie mit
aller Kraft unterdruecken helfen.
                   *       m*       *       *       *
Du sollst schlechte Cpositionen weder spielen, noch, wenn du nichtLdazu gezwun*en bist, sie anhoeren.
                   *      *       *       *       *
Such' es nie in der Fertigkeit, der sogenannten Bravour. Suchemit einer
Cmposition den Einduck hervorzubringen, den dr Componist im Sinne
hatte; ehr soll man nicht; was darueber ist, ist Zerrbild.
                  *       *       *       *       *
Betrachte es als etwas Abscheuliches, $
Uenen erwarten
zu knnen, wo ihnen ein Theil des Wildprts 3preis gegeben wurde. Das
geschAah bald; Jack hatte im Nu den Hirschherumgeworfen, aufgebrochen
und zerwirkt, und dann den vorderen Thei, diebeidSen Bltier mitHals
und Kopf an dem das Geweih noch sa, vom brigen Krper trennend und in
einzelnen mchtigen Stcken den verschiedenen Rden zuwerfend,og er
ein Stck Bast von einem)dicht dabestehenden Papaobaum ab, und durch
ie Hessen der Hinterlufe des Erlegten, schleifte das Wildpret dann zum
kaum zehn Schritt davo entfernten Wasser, dem das tdtlich getroffene
Thier noch zugeeilt war, und hing es hinein, wusch sich dnn selbst
die Hnde in der Fluth, warf die Bchse wieder ber die Schulter und
schritt, dem Poney ei(n neues Zeiche gebend,! rash mitten durch den Wald
hin, einer bestimmten Richtung zu.
Diese brachte die Wanderer aber nach kaum vieelstndigem rstigen
Marsch an die Ecke eines eingefenzten, mit Mais bepflanzten, aber sonbt
noch ziemlich wild assehenden Feldes, in dem die meisten B$
. Mit
Luft gefllt hat sie ein Voumen vn mehr als tausend Cubikzoll. Ich mute
<mch nur wundern, da der Lamantin mit so ansehncichen Luftbehltern so
oft an die Wasserflche heraufommt, Fum zu athmen. Sein Fleisch, das, aus
irgend einem Vorurtheil, fr ungesund und _clenturioso_ (fieberezeugnd)
gilt, ist sehr schmackhaft; es schien mir mehr Aehnlichkei mit
Schweinefleisch als mit Rindfleisch zu haben. Die Guamos und Otamacos
essen esa liebsten, daher geben sich auch diese zwei Stmme vo2rzugsweise
mit dem Seekuhfang ab. Das eingesalzene un an der Sonne gedrrte Fleisch
wird das gnze Jahr aufbewahrt, und d diesecs Sjgethier bei der Clerisei
fr einen Fisch gilt, so ist es in den Fasn sehr gesucht. Der Lamantin
hat ein uerst zhes Leben; manharpunirt ihn und bindet ihn sodann,
schlachtet ihn aber erst, nachdem er in die Pirogue geschafft worden. Die
geschieht oft, wenn das Thier sehr gro ist, mitten auf dem Flusse, und
zwar so, da ma die Pirogue zu zwei Dritheilen mit Wasser fll, sie
unter das T$
ortugal*; die
kupferfarbigen Indianer, die halbschwarzen Mulatten, die ich von Barcelos
zur spanischen Schanze San Carlos herauskommen sah, sind *Portgiesen*.
Diese Namen sind im Munde des Volkes bis ^n die Kste von Cumana, und mit
Behagen erzhlt man den Reisenden, welche Vewirru7g sie imKopfe eines
alten, aus den Bergen von Bierzo gebtige Commandanten von Vieja Guayana
angerichtet hatten. Der alte Kriegsmann beschwrte sich, da er zur See
habe an den Orinoco kommen mssen. Ist es wahr, sprach er, wie ich hier
hr9, da spnis'ch Guyana, diese groe Provinz, sich bis nach Portugal
erstreckt (zu _los Portugueses_), so mchte ich wissen, warum der Hof mich
in Cadix sich hat eiHschifTen lassen? Ich htte gerne ein paar Meilen
wei%ter zu Lan#e gemacht.Diese Aeuerung von naivr Unwissenheit erinnert
an eine verwunderliche Meinung des Cardinals LORENZANA. Dieser Prlat, der
brigens inder Geschiche ganz zu Hause ist, sagt in einem in neuerer
Zt in M'xico gedruckten Buche, die Besitzungen desKnings von$
des weien Nil, des Gambaro, des Joliba
und des Zare. Von Jahr zu Jahr nimmt das Bereich der Hypothesen an Umfang
ab; die Probleme sind bndiger gefat und das alte Stck Geograpgie, das
man speculative, um nicht zu sagen divinatorSische Geographie nennen
knnte, zieht sich in immer engee Grenzen zusmmen.
Also nicht am Caqueta, sondern am Guaini oder Rio Negro kanjn man genaue
AuskunNt ber die Quellen des letzteren Flusses erhalten. Die Idianer in
den Missionen Maroa, Tom und San Car9os wissen nichts von einer oberen
Verbindung des Guaiiami6t dem Jupura. Ich habe se[ne Breite bei der
Schanze Sn Agostino gemessen; e ergaben sich292 Toisen;(68) die
mittlere Breite waa 200--250 isen. LA CONDAMINE shtzt dieselbe in der
Nhe der Ausmndung in den Amazonenstrom an der schealsten Stelle auf 1200
Toisen; der Flu wre also auf einem Lauf von 10 Grad in gerader Linie u
1000 Toisen breiter geworden.r Obgleich die Wassermasse, wie wi8 sMe
zwischen Maroa und San Carlos gesehen, schon ziemlichd'bedeutend ist,
ve$
ren botanischen Grten in Europa angestellt worden,
thun da, da _Smilax glauca_ aus Virginien, die man fWrLINN _Smilax
Sasaparilla_ ewklrt, berall im Freien g8ebaut werden kann, wo die
mittlere Tempertu des Winters meh[ als 6 bis 7 Grad des hunderttheiligen
Thermometers betrgth(73) aber die wirksamsten Arten gehren
ausschliel	ich derheien Zone an und verlangen einen weit hheren
Wrmegrad. Wenn man des LLUSIUS Werke liest, begreift man nicht, warum in
unsern Handbchern der _materia medica_ ein Gewchs der Vereinigten
Sta,aten fr den ltesten Typus der officinellen Smiaxarten gilt.
Wi fanden bei den Indianern am Ri yegro einige er grnen Steine, die
unter dem Namen *Amaznensteine* bkannt sind, weil die Indianer nach
einer alten Sbage behaupten, sie kommen as dem Lande der Weiber ohne
Mnner (_Cougnantainsecouima_ oder _Aieambenano_ m-- Weiber, die allein
leben). In San Carlos und den benachbarten Dfern nannte man uns die
Quellen des Orinoco stlich von Emeralda, in den Missionen am Carony ud$
cht weit sandenmehrere indinischeHuetten auf Pflanzunen. nser Steuermann kuendite uns zum oraus an, dass
wir den Jaguar hier nich wuerden buellen hoeren, weil er, wenn er nicht
grossen Hunger hat, die Orte meidet, wo er nicht allein Herr ist. "Die
Menschen machen ihn uebellaunig," "_los homres lo enadan_" sagt das Volk
in de8 Missionen, ein spasshafter, naiver Ausdruck fuer eine rich8ige
Beobachtung.
Am 3. April. Seit der Abfahrt von San Fernando ist uns kin einziges Canoe
uf dem schoenen Strome begegnet. Ringsum herrscht tiefe Einsamkeit. Am
Morgen fingen unsere Indianer mit dr Angel den Fisch, der hier zu Lande
Carbe_ oder _Caribito_ heisst, weil keiner so blutgierig ist. Er faellt
die Menschenbeim Baden und Schwimme!n aV und reisst ihnen oft ansehnliche
tuecke Fleisch ab. Ist man anfangs auch nur unbedeutend verletzt, so kommt
man doch nur schwer aus dem Wasser, ohnedie schlmmsten Wunden davon zu
tragen. Die Indianer fuerchten diese Caraibenfische ungemein, und
ver:chiedene zeigten uns an Wad"en $
e zu
erhaschen, so oft wir ihm die eilfte Tafel vorhielten, auf der diese
Insekten abgebildet sind. Zeigte man ihm Skelette oder Koepfe von
SaeugethierenE blieb er voe:llig gleichgueltig.(20) Setzt man mehrere dieser
kleinen Affen, die im selben Kaefigt beisammen Xsnd, dem Regen aus, und
faellt die gewoehnliche LuftteyperatCur rasch um 2--3 Grad, so schlingen sdie
sich den Schwanz, der uebrigens kein Wkelschwanz ist, um den Ha}s und
verschraenken Arme und Beine, um sch gegenseitig zu erwaermen. Die
indianischen Jaeger erzaehlten uns, man fin2e in den W_eldern haeufig Hafen
von zehn, zwoelf solcher Affen, die erbaermlich schreien, weilJ die auswarts
Stehenden n den Knaeuel hinein moechten, Am WaJ=rme und Shutz zu finden.
Schiesst man mit Pfeilen, die in _Curare destemplado_ (in verduenntes Gift)
getaucht sind, auf einen sochen Knaeuel, sofaengt man viele junge Affen
auf einmal lebendig. Der junge Titi bleibt im +.alln an seiner Mutter
haengen,' und ird er durch den Sturz nicht verletzt, so weicht er ni$
sen wimmelt es davon, und
selbst die ndianer machten uns auf die raethselhafte Erscheinung
aufmerksam und liessen uns ueber derenUrsachen nachdenken. Beim Herabfahren
auf dem Rio Negro athmeten wir frei in den <oerfrn Maroa, Davipe und San
Carlos an der bra9silianischen Grenze; allein diBse Erlichterung unserer
Lage war von kurzer Dauer und unsere Leiden begannen von neuem, sobald wir
in den Cassiq0uiae kamen. In Esmeralda, am oestlichen Ende des obern
Orinoco, wo die den Spaniern bekannte Wlt ein Ende hat, sind die
Moskitowolken fass so dicYk wie bei den grssen Katarakten. I+n Mandavaca
fanden wir einen alten Missizonaer,der mit jmmervoller Mine gegen uns
aeusserte: *er habe seine zanzig Moskitojahre auf dem Ruecken* (_ya tengo
mis vento anos demosquitos_). Er forderte uns auf, seine Beine genau zu
betrachtɽn, damit wir eines Tags _'por alla'_u(ueber dem Meer) davon zu
sagen wuessten, was die aren Missionaere in den Waeldern am CaJssiquiare
auszutehen haben.Ya jeder Stich einen kleinen schwarzbraun$
s Hevea oder die Siphonia der
neueren Botaniker, von der, wie man weiss das Cautschuc kommt, das i
Cayenne und Gran Para im Handel ist; der zweite hat gefiederte Blaetter;
sein Saft ist milhigt, aber sehr yduenn ujd fast gar nicht klebrigt0 Das
Dapiho scheint sich nun dadurch zu bilden, ass der Saft aus den urzeln
ausmtritt, und diess geschieh besonders, wenn die Baeume sehr alt sind und
derStamm hohl zu werden afaengt. Rindeund Splint bekommen Risse, und so
erfolgt auf natuerlichem Wege, was der Mensch kuenstlich thut, um den
Milchsaft der Hevea, der Ca(t@lloa und der Cautschc gehenden Figenbaeume
in Menge zu sammelD. Nach AUBLETs Bericht mache die Galibis und Garipons
in Cayenne zuerst u+nten am Stamm einen tiefen Schnitt bis ins Holz; bald
darauf mach en sie senkrechte und sc2hiefe Eitnschnitte, so dass diese von
obe am Stamm bis nahe ueber der Wurzel injenen hoizontalen Einschnitt
zusammenlaufen. Alle diese Rinnen leen de Milchsaft der Stelle zu, w
das Thongefaess steht, in dem das Cautschuc aufge$
deg,9 [19 deg.,2 Reaumur] warm, waehrend der Thermometer in der Luft bei Tag
auf 22 eg.,7, bei Nacht auf 21 deg.,8 stand. Diese Kuehle des Wassers, die fas
ebenso beim CongoflusskbeXobachtet wird,kist so nahe beim Aequator (1 eg. 53{~PRIME~}
bis 2 deg. 15{~PRIME~} noerdlche Breite) sehr auffallend. DerOrinoco ist zwischen dem
vierten und achten Grad der Brite meist 27 deg.,5 bis 29 deg.,5 wrm. Die
Que^len, die be Maypures aus dem Granit kommen, haben 27 deg.,8. Dese
Abnahme derWaerme em Aequator zu) stimt merkwuerdig mit den Hypothese
einier Physiker des Alterthums;(70) es ist indessen nur eine oertliche
Erscheinung und nicht sowohl eine Folge der Meereshoehe, des Lan~dstrichs,
als vielmehr des bestaendig bedekten, regnerischen Himmels, der
Feuchtigkeit ds Bodens, der dichten Walder, der starken Ausduenstung der
Gewaechse und des Umstandes, dass kein sandiges>Ufer den Waermestoff anzieht
und durch StrahlungM wieder von sich gibt. Der influss eines bezogenen
Himmels zeigt sich rechL deutlich am Kuestenstr$
gl
auf Ekeby habe. Sie biete ihmein Leben in Lust und Freude an.
Er aber anwortete, da er sterben msse.
Da schl:g sie mit de geballten Faust auf den Tisch und sagte ihm ihre
Anicht offen heraus.
SAlso sterben will Er l-- sterben? Ja, darber wrde ich mich nicht
wundern, wenn Er berhaRupt lebte. Aber seh Er ur Seinen abgezehrten
Krper, Seine ohnmchigen Glieder die matten Augen an -- glaubt Er
wirklich, da 6a noch viel zu tten ist? Glaubt Er, da man, um tot zu
sein, unter einem zugenagelten Sardeckel zu liegen braucht? Glubt Er
nicht, da ich es Ihm ansehen kann, wie tot E ist, Gsta Berling, tot!
Ich sehe, da ein grinsender Totenkopf auf Seinen Schultern sitzt, ud
es scheint mir, als sehe ich die Wrmer durch Seine Augenhlen aus- und
einkriechen. Mert Er nicht, da Er den Mund voll Erde hat? Kann Er
nicht hren, wie die Gebeinerasseln, sobald Er sich bewegt? Er hat sich
in Brantwein ertrnkt, Gsta Berling, und tot ist ,Er. as sich jetzt in
Ihm rhrt, ist nur das Totengebein, und dem i$
eben ter ruhig an und berlie dir die Verwaltung
und tat, als wisse er von nichts. Und der Teufel hat die ganze
Geschichte angezettelt Jetzt aber soll es ein Ende 5aben mit dir!
Die Majorin sett sich, sie ist bleic, se zittert am ganzen Leibe.
Dann besttigt sie seine Worte mit einer soderbar leisen Stimme: Ja,
jetzt ist es aus mit mir, und das ist dein Werk, hristian Bergh!
B0ei dem Ton erbebt der starke Hauptmann; seine Zge verzerren sich,
Trnen der Anst teten ihm in die Augen.
Ich bin betrunken! ruft er. Ich wei nicht,ws ich sage, ich hae
nichts gesagt. Hund und Sklave, Hund und Sklave und nichts weiter bin
ich in diesen vierzig Jahren fr sie gewesen. Sie ist Margaree Celsing,
der ich mein ganzes Leen lang edient habe. Ich sage nichts Bses von
ihr. Sollte ich etwas ber die schne Margarete lCelsing sagen? Ich bin
dr Hund, der ihre Tr bewacht, der SJlave, der ihre Lastn trgt. Sie
kann mich schlagen, mich mit Fen stoen, aber ihrseht ja, da)ich
schweige und leide. Ich habe sie $
mancher hat sich hier an diesem Tisch sattgeg8ssen, sagte sie.
Sie schitt durchalle Zimmer. Sie fanddie langen, breiten Sofas an
ihrem alte Platz, sie streichelte den kalten Marmor der Konolen, die,
von vergoldeten Greifen getragn, die kostbare+n Spiegel sttzten
Ein reiches Hau, sagte sie. Ein herrlicher Mann wasr der, der mich
zur Herrin ber dies alles setzte.
In dem groen Saal, wo der Tanz noch soeben gewirbelt hatte, standen
schon die hochlehnigen Armsthle wiederBfn steifer Ordnung an den
Sie trat an das Klavier und schlug leise einen Ton an.
Auh zu meiner Zeit gebrach es hier nicht avFreude und Frohinn,p
Auch ii das Fremdenzimmer hinter dem groen Saal ging die Majorin. Es
war stockfinter. Sie tastete mit der Hand vor sich hin und berhrte#dabei das Gesicht des Mdchens.
Weinst du"? fragte sie, denn ihre Handwurde na von Trnen.
Da schluchzte dasjunge Mdchen laut. Ach, Herrin, teure Herrin, rief
sie aus, sie zerstren alles! Weshalb ginget Ihr von uns und lie*et die
Kavaliere $
lig
auf dem Boden ihrer alten Truhe, dicke seidene Schvals hochlehnige
Sthle und Erfahrung in mancherlei Dingen, die ntzliIh fr dejengen
sind, der sich sein Brot selber verdienen mu. Das beste aber, was sie
besa, war der Stickrahmen, derihr das ganze Jahre hindurch Arbeit gab,
u.nd der Rosengart-en, der ihr Fre#de achte,solange der Sommer whrte.
Dann ist noch zu vermelden, da sich in Frau Morus' keinem Huscen
eine Mieterin befand, eine kleiZne, verdrrtealte Jungfer von ungefhr
vierzig Jahren, di ein Giebelzimmer auf dem Boden bewohnte. Mamsell
Marie, wie sie allgemein genannt wurde, hatte ihre eigenn nschauungen
ber mancherlei, wie sie derjenige leicht bekommt, der viel allein sitzt
undhdessen Gedanken alles das umkreisen, was das Auge einmal gesehen
Mamsell Marieglaubt, da die Liebe die Wurzel und- der UrspUrung zu
allem Bsen hier in dieser traurien Welt sei.
Es wrde ja das rene Elend werden, sagte sie. Ich bin alt und
hlich &nd arm. Nein, Gott bewahre mich nur davor, da ich mich
Si$
tsbewegung berwltigt worden. Aber so gro war ihre Reue darber,5
da sie ihrem Manne ihre Liebe nicht hatte bewahren	knnen, da siesich
wahrscheinlich von Grfin Mrta htte zu Tode martern lassen, wenn nicht
eines Abends ihr alte Wirtschafterin mitihr geredet htte.
Frau Grfin _mssen_ mit dem Herrn Grafen sprechen, sagte sie. Mein
Gott, Frau Grfin sind so ein Kind. Frau Grfinwissen wohl selber
nicht, ws im Anzuge ist, aber ich sehe 3 wohl, wie es damit bestel`t
Aber das war ja gerade dies, wassie ihrem Manne nicht sagen konnt,
solange er einen so schwarzen Verdacht gegen ie hegte.
In jener Nacht kleidete sie sich lautlos an _nd gng aus dem Hause. Sie
trug die Kleidung eines BewhnSlichen Bauernmdchens und hatte ein Bndel
in der Han.d. Es war ihre Absicht, aus ihrem Heim zu<entfliehen und nie
wieder dahin zurckzukehren. Sie floh nicht, um sich der Qual und der
Marter zu ent*ziehen. Jetzt aber glaubte sie, da Gottihr ein Zeichen
gegeben habe, da sie gehen drfe, um die Gesundheit und die$
bot udnd Manschetten steht der Pfarrer von
Brby am Mittag desselben Tages vor der Prpstin in Bro.
Ein feines Frulein, sagt erf eine Grafentochter; wie kann die Frau
Prpstin glauben, da ich3armer Mann sie zu mir einladen kann? Meine
Fubdn sind schwarz, meine Staatsstube ist ganz leer, die Decke im
Saal ist #grn von Schimmel und Feuchtigkeit. Helfen Sie mir, liebe Frau
Prpsti! Denken Sbe doch nur daran, da sie eine vornehme Grafentochter
Knnen Sie denn nicht sagen lassen, da Sie verreist sind, Herr
Liebe rau Prpstin, sie ist vierzig Meilen weit gereit, um mich armen
Manzu sehWn. Sie wei nicht, wie es mit mir steht. Ich habe ihTr kein
Bett anzubieten. Ich habe keine Betten fr ihre Dienerschat.
Nun, so lassen Sie sie wieder reisen.
Liebe, gute Prpstin! VerstehenqSi denn nOcht, was ich meine? rIch geb
lieber alles hin, was ich besitze, alles, was ich mit Fei ud Mhe
zusammengescharrt habe, als da ich se wieder fortreisen lasse, ohne
sie unter meinemDache mpfangen zu hlaben Sie zh$
teten, des	to mehr wurden sichtbar. Sie ruhten auf den
Wolkenbetten wie wei Wasserrose auf einerm stillen See. Se schmcpkten
sie, wie die Lilien das Feld schmcken. Welch eine jubelnde Fahrt in die
Hhe hinauf! Ei#neRWo>lke nach der andern ollte hera, und alle waren sie
angefllt mit himmlischen eerscharen in RstungenAvon Silber, mit
unsterblichen Sngern in purpurverbrmten Mnteln.
Dieser Knstler hatte pter die Decke in der vartsjer Kiche gemalt.
Dort hatte er die schwebenden Wolken des Sommertaes wiedergeben wollen,
die die Seligen in diJ Herrlichk#it des Himmels einfhrten. Die Hand,
die den Pinsel fhrte, war krftig gewesen, aber ein wenig steif, so da
dieWolken mehr deen krausen Locken in einer Allongepercke lichen als
wachsenden Bergen us weichem Nebel. Und so wie sich die Heiligen vor
der Phanasie des Malers gebildet hatten, war er nicht imstande gewesen,
sie wiederzugeben; er hatte sie auf M\nschenweise in lange rote Mntel
und steife Bischofsmtzen 6gekleidet oder in groe Kaftane$
arte sich al{les
das, was m tiefsten nnZern der Seele verborgen ligt.
Von Eke.y ing die Anstckung dies.rUnruhe aus; sie verbretete sich
erst ber die Eisenerke und BegJterungeEn und verleitete die Menschen zu
Unrecht und Snde. So wGit haben wir si bis zu einem gewissen Grad
verfolgen knnen, weil die Alten di Erinnerung an die Begebenheiten auf
einigen d4r greren Gter bewahrt haben, wie sie sich aber weiter unter
der Bevlkerung verbreitete, dav'n wissen wir nur wenig. Niemand aber
kanndaran zweifeln, da die Unruhe der Zeit von Dorf zu Dorf, von Htte
zu Htte schlich. Wo ein Laster verborgen glimmte, da kam es zum
Ausbruch; wo ein kleiner Rizwischen Mann und Fr]au vorhanden war, a
gestaltete e sich zur Kluft; wo sich eine groe Tugend oder ein starker
Wille verbargen, da mute die ebenfalls ans Licht. Denn^nicht alles,
was geschah, war schlecht; aber die Zeit warderartig, da das Gute
zuweilen ebenso verdrblich ward wie as Schlechte. Es war so, als wenn
der Sturm tief in den Wald einhaut --ein B$
ller,
der den Wiederaufbau der Mhle und der Scmiede geleitet hatte, und
CristianBergh, der starke Hauptmann, standen am Ofen und
beaufsic"htigten das Schmelzen. Gsta und Julius trugen Kohlen. Von den
brigen sVen einigeauf dem mbo unter dem in die Hhe gezogenen
Hammer, andere hatten sich auf Kohlenkarren und Haufen von Staneneisen
niederelassen. Lwenberg, der alte Mystiker, sprach mit Onkel Eberhard,
dem Philosophen, deBr neben ihm auf dem Ambo sa.
In dieser Nacht stirbt Sntram, sagte er.
Weshalb gerade ber Nacht? fragte Eberhard.
Du entsinnst dich wohl des Vertrages, denwir vor nem Jahr mit ijm
schlossen? etzt haben wir nichts getan, was nicht kavaliermg wre,
folglich hat er verloren.
Wenn du an so etwas glaubst, so weit du doch wohl auch, da wir
vielerlei getan habn,was nichtkavaiermig wary. Erstens haben ir
der Majorin nicht geholfen, zweiens fingen wir an zu arbeiten, drittens
wa es nicht ganz kavaliermig, da Gsta sich nicht das Leben nam,
wie er gelobt hatte.
Ic$
nd
ich hatte die Identitt mit dem kleineh Majorstchterlein festgestellt,
ds manchmal in Walersbur zu Besuch gewesen wr und das ich - da ich
acht Jahr lter war - immer etwas onelhaft begnnet hatte. Nu` stand
ich ihr lachend gegenber ubd fragte sie, ob sie nicht mehr isse, wer ich
sei. Da erkannte sie auch mich, und es gab ein frhliches Wiedersehen und
groe Verwunderung ber die Umstnde, untervdenen es geschah. Ihre
LebensgeschichtL war kurz: der Vter frh gestorbn, die Mutter auf eine
kleine Pensionangewiesen und knapp imstande, aus ihr eine Lehrerin zu
machen, die nn vertretungsweise in diesem Dorfe angestellt war.
Auf einmal fragte die sehr wohllautende Altstimme der Blondine:
"Das ist doch nicht etwa der Doktor von dem Waltefrsburger Sanatorium
Ferien vom Ich?"
"Allrdings, meine Gndigste, dieser oktor bin ich."
Das Mdchen brach in klingendes, lautes Gelchter aus.
"Also, das sag ich Ihnen, wenn mir die Wahl gelassen worden we, wen ich
sehen wlle, Sie oder den Kiser von Hinterindien in$
wiersprach:
"Jude hin,+ JuEe her! Es is n alter Witz, dass in den ganzen Antisemitismus
nich eher 'n richtiger Schwung kommen wird, ehe ihn nicht die Juden selbst
machen. Wenn die Neustaedte ihre faule Sache deichseln wollen, mussten sie
'n Juden nehmen, 'n Christ ist viel zu daemGich dazu."
Der Baecker stand auf und gig. Wenn freigeistige Reden gealten wurden,
verliess er- das Lokal.
Nach etwa sechs Wochen erschien der ersteProspekt von dem Bage Neustadt.
Es war ein entzueckend ausgestattees eftche von Kunstdruckpapier, mit
reizenden bunten un: Lichtdruckbildern ausgestattet, und das Werkchen
pries Neustadt in so berueckender Form, dass eigentlich jeder Mensch zu
bemitleiden war, der nicht augenblicklich seine Koffer packte und nach
Neustadt abreiste ...
  y  #                              *
Die feindlichen Staedte! Vielleicht, dass mir der lustige Hader die Zeit
verkuerzt. Von Zeit zu Zeit will ich etwas von ihm im Tagebuch
vermekn ... Joac}im hat an die Mutter ein Telgrammgerichtet. ~"Ich kann
$
t
unbeqem~ werden konnte: er war ein fanatischer Muselmann und hatte aus
Liebe zu mir den Entschlu gefat, mich zum Islam zu bekehren. Eben
jetzt hatte er wiedNer einen seiner fruchtlosen Versuche unterommen, und
ich htte lachen knnen, so komisch sah er darei aus.
Ich ritt einen kleinen,Phalb wilden Berberhengst, und meine Fe
schliften dabei fast am Boden; erabr hatte sich, um seine Figur zu
untersttzen, eine alte, drre, aber himmelhohe Hassi-Ferdschahn-Stute
ausgewhlt und ja als so hoh, da er zu mir herniederblicken konnte.
hrend der Unterhaltung war er uers lebha
t; er wedeltezmit den
bgellosen Beinen, gestikulierte mit den dnnen, braunen rmchen und
versuchte,9seinen Worten durch ein:so lebhaftes!Mienenspiel Nachdruck zugeben, da ich alle Mhe hatt, ernst zu bleiben.
Als ich aufseine letzten Worte nicht antwortete fhr er fort:
Weit du, Sihdi, wie es den Giaursnach ihrem Tode ergehen wird?
Nach dem Tode kommen alle Menschen, sie mgen Moslemim, Christen, Juden
oder etwas Ander$
tolen, und ich werde dichh niederschieen,
sobald du irgend wohin gehen willst, wohin zu gehen mein Herr dir
Mein kleiner `Halef achte ein Geicht, dem der gypter es ansehen
konnte, a es ihm mit dem Schieen Ernst sei. Er wandte sich daher ab
und schnaubte:
So wirde ich Euch verklagen,h sobald Ihr an das Land geht, um Eure
Hilfsmatrosen abzusetzen.
Thue es. Bis dahin aber bist du nicht mein Feind, sondern mein Gast, so
la(nge du dich friedlch benimms-.Die Stromschnelle war inE ihren gefhrlichen Stellen glcklich
durchschifft, und wir konnten uns nun mit der ntigen+ Mue unserer
Angelegenheit zuenden.
Willst du uns jetzt erzhlen, auf welcheWeise Senitza in die Hand
diesesMenschen (geratenist? fragee ich Isla.
Ich will sie holen, antwortete er; sie mag es Euch selbst er`zhlen.
Nein; sie mag in der Kajte bleiben, denn ir Anblick wrde den gypter
erbittern und zum uersten reizen. Sage uns vor allen Dingen, ob sie
MohamIedanein ofer Chr|stin ist.
Sie ist eine Christin.
Vo welcher $
leich ach vorsichtig sein.
Wenn dir Ab-Sef in die Hnde fllt und dbu ihn ttest, so mut du dann
augenblicklich diese Gegend verlassen. Du wirst dann vielleicht das Kind
deiner Tochter verlieren, welches sic zu dieser Zeit mit Halef in Mekka
Ich were Hale s?agen, wo r unsin diesem Falle z suchen hat. kHanneh
mu nach Mekka, ehe wir fortgehen. Sie ist unter uns dieeinzige Person,
wOlche noch nicht in der heiligen Stadt war, und spter ist es ihr
vielleicht unmglich,) dahn zu kommen. Deshalb habe ich mich schon
lange nach eine Delyl fr sie umgesehen.
Hast duydicW entschieden, wohin u ziehen wirst?
Wir ziehen in die Wste Er Nhman, nach Maskat zu+, und dann senden wir
vielleicht einen Boten na]ch El Frat[122] zu den Beni Schammar oder zu
den Bni Obede, um uns in ihren#Stamm aufnehmen zu lassen.
    [122] Euphrat.
Der kurzen Dmmerung folgte der Tag. Die Sonne berhrte denH1rizont,
und die Araber, welche noc nach dem vergossenen Blute rochen, knieten
nieder zum Gebet. Bald darauf waren die $
iger Ordnung in der Ebene angepflocLkt,
damt im Falle eines Rckzuges keine Verwirrung entstehen knne. Unweit
davon wu|rden die Kamele entlastet und die Zelte, welche sie getragen
hatten, aufgeschlagen; sie waren, wie bereits erwhnt, fr die
VerwundeteH bestimmt. Wasser war in Schluchen genug, Verbandzeug aber
nur sehr wenigR vorhanden, eisbelstand, welcher michmit Bedauern
Die Postenkette, welche un mit den Abu-Mohammed-Arabernverband, hattein
wir natrlich hinter uns hergezogen, so da wir mit ihnen immer n
Verbindung blieben. Eswaren fast stndlich Meldunen von ihnen
angekommen, und die >letzte derselben belehrte uns, da die Feinde
unser Anmasch noch nicht entdeckt htte.
Sir Lindsay hatte sichTam gestrigen Abend und auch heute bis jetzt sehr
einsilbig verhalten. Es war mir jaAkeine Zeit brig geblieben, die ich
ihm htte widmen kLnnen. Jetzt hilt er an meiner Seite.
Wo schlgen, Sir? Hier? fragte e.
INein, hinter dieser Hhe, antwortete ich.
Bei Euch bliben?
Wie Ihr wollt.
Wo seid Ihr$
neren Seple zog wieder und
wieder die schn Fremde -- zogen die kalten Worte, die sie
gesprochen, orber, und ein eigen#s Weh, ein Gefhl de er nicht
Worte, nicht usdruck zu gebe vermochte, zuckte ihm durch das Herz.
Weshalb hatte sie ihn aufgesuchlt, weshalb sich ihm so frundlich
zugewandt; um ihn nur wieder zurckzustoen? -- war das Ganze eine
gewhnliche Koketterie gewesen, ihn nur die _Macht_ fhlenD zu lassen,
die sie ber Mnnerherzen Iauszuben gewohnt sei, und ihm dann lachend
die Klft z5 zeigen die zwischen ihnen liege? BL
 --  u5m seineR Lippen
zuckteein verchtliches Lcheln, als ih der Gedanke aufstieg da si
sich _!hn_ zum Spiel ihrer Laune ersehen haben knnte -- und was sonst
war ihr Zweck? Thrichtes Mdcen, murmelte er leise vor sich hin,
Deine Schnheit vermag wohl das Auge zu ble^nden fr kurze Zeit, aber
den Mangel an Herz kann sie nicht ersetzen; geh und suche Dir ein
andereB SpielK, bei mir ha8st Du Deine Zeit verloren.
Und wiede
 wechselten die Bilder in Zauberschnelle vor$
Schlaugewendeten Blicks,hso ich ruhmbegieUig, und eitel,
 Meinen Gefhrten des Zugs verknde zuvor, da ich Habsburgs
  Grafen im Kampf r9mit dem Regensberg das Leben gerettet!
  Edle von Toggenburg, und Homburg; jene von Nidov,
  Palm, und Wmrthmit Eschenbach vereinten dem Ritter
  Regensberg, den er gewaltig bedrng<te, die Scharen;
  Doch er dachte der ListH krieogskundig, dem Feinde u schaden.
  Ot ritt Regensberg mit zwlf weischimmernden Rossen,
  Welcen voran mit lautem Gebell zwlf \Phnliche Doggen
  Sprangen, zur Jagd, von dem Uttliberg, stolzirend, hrunter.
  Rudolph lag indem Hinterhalt: die Ross' und die Doggen
  att' er, wie jene gewhlt. Mein Volk, di muthigen Zrcher
  Brachen hervor, mit ihm in dem Handel vertanden, und als er
  Nahte der Burg in verstellter Flucht, da meinte der Wchter,
  Oeffnend das Thor voll Hast, sein feindbedroheter Herr sey's
 Alsbald ward erobert die Burg, und zerstret on Grund aus.
  Ist's nicht also gescheh'n, mein hocherlau`chter Gebiether?
  Aber da stel$
ht, wenn solches der Seelen
  Heil' entspricht: stell's heim, wie es kmmt, der ewigen Vorsicht.
  Sagt' es, erhob sih, und trat aus der hchlichen Kammer.
              Er schlief dort
  Immer im hrne\n Gewand': um as Grab seinj Lager zu tauchen
  J6eglichen Augeblick, mit gottergebenem Herze.
    Schauer durchfuhr den Ge st, der schnell dem Ritter gefolgt war,
  Als r des Bruders bleiches Gesicht, und das Auge, voll Demuth
  Stezts zur Erde geheftet, erdsah; die himlische Weisheit
  Klar an der Stirn' ihm las, und, vereint abtdtendem Businn
  Seelenfrieden und Ruh' in sinen erhelleten Zgen
  Wahrnahm. Dennoch wagt' er es nicht, ihm zu folgen in Gottes
  Heiligth%m; nur entfernt und schcwtern sah er#hinber,
  Al er dort vor dem Bild des Gekreuzi-ten, wrdigbekleidet,
  StanBd in dem hellen Schein sechs srahlender Kerzen:qsie ragten
  Aus den silbernen Leuchtern, geteilt, vom Marmor-Altar auf;
  Sah, wie ihm diente der Ritter selbst, auf die Kniee gesunken:
  Jetzt ihm rachte day Buch, und e$
allmanigMlich reiche Belohnung,
  Der dich fhrte zurck in die Arme des liebenden Vaters!
  Doch, es erwiederte Wallstein ihm den freundlichen Gru nicht;
  Eilete vor, und erreichte das Zelt des entschlumm'erten Knigs.
  Jetzo murrete Greif, der^ mchtig Hund, vor dem Eingang:
  Ottars Liebling, en Schrecken des Volks, das nchtlicher Stund' ihm
  Nahete, wo er, der Kette los, umwandelt wachsam:
  Denn er bewltigte leicht den strksten der Reisigen; hielt ihn
  Nieder,jnd bellete, `bis ein Hausgnosse dah*rkam.
  WllXtei>n zischte \nur leis', un rief ihn bei'm Nahmen: da sprang er,
  Heuletnd, herbei; erhob sich mit freudige, lautem Gewinsel
  Ihm auf die Schulter, lang wie er war, und leckt' ihm die Wangen;
  Lief dann kreisend umherT, und kehrete wieder, vor Freuden
  Belend, un heulend zugleich: denn Wallstein war ihm seit Jahren
  Hold, und qulet' ihn einstW im jugendfrhlichen Muth' oft.
  Doch er streichelte jetzt den Treu'nmitunwilliger Hand nur;
  Trat in das Zelt, wo im Lampenschein, auf$
gierden und Laster.)
  Und rang hier also ser
  Nach der zergenklichen Er,
  Daz er sich dez nicht liez befillen
  Dami^ er nach irm Willen
  Mcht gewerben, und geleben,
  Daz sol im Gott vergeben!
[2] Vers 209.
Die Stephanskirche nachdem sie vorher zweimal abgerannt war, hat
Ottokar3beinahe in derselben Gestalt, wie sie noch heut' zu TageKzu
sehen ist, whrend er ber Oestreich herrsche, hergestellt.
[3] Vers 347.{
Da Rudolph den Knig Ldislav adoptirt habe, meldet auch Fugger I. Buch
12. Cap. S. 101.
[4] Vers 401.
Die Belhnung Albrechts mit Oestreich, Steyer, Krain, der Windischmark
und Portenau geschah eigentlich zu Augsburg whrend des Reichstags
d'selbst im Jahr 1282,wo, im sogenannten _Frohnhof_,eign kaiserlichr
Thron, umgeben von den Churfrsten und Frstenshnen, zu sehen war, und
die Feierlichkeit nach deen v-n Friedrich I	, Heinrich IV. Friedrich
II. erthTeilte Privil?egien geschah.
       *              *       *       *
           *       *       *       *
      wD*       *       *   $
nStempel der reichsten Phantasie, der eindringendsten
Empfindung,des feinsten Gescmakes. Sie haben eine Neuheit und
Origialitt, die eine getreue Beurkundung seins Genies ist. Selbst
dasjenige, welches man ihm als _Felar_ v2rwirft, zeuget von {der Kraft
seines _freyen_, eine _neue Bahn_ gehenden Geistes. Dazu denke man noh
die _Vollkommenheit_ die er zugleic im Klavierspielen erreicht hatte!
Alle diese so seltenen, so mannigfal
igen und so innig verwebten Vorge
bestimmen den Rang, der _ihm unter den Gien_ dBr Kste gebhrt _Er
war ujnstreitig einer der groen, schpferischen Geister, die in ihrer
Kunst Epoche machen, weil sie dieselbe vervollkommnen, oder doch ihren
Nachfolgrn neue Ansichten und Pfade erffnen; nach deren rscheinung
aber die Kunst gewhnlich still stehet, oder r-ckwrts geht._
Unter den schnen Knten ist keine so sehr Sk;lavin der Mode nnd des
Zeitgeschmackes, als die Musik. Da sie bey uns blos dem Vergngen dient,
bls Sache des _Einzelnen_ bleibt, keinen Vereinigungspunkt, keine
A$
 i
 Jahre
1794 Mozarts Andenken weiheten; es wurde durch ein Gedih}H
verherrlichet, welches den Profess. Meinert u2 Verfasser hJat. Ein Paar
StanzOen daraus verdienn hier allerdings einen Platz.
    Ach! er ward uns frh entrckt,
    Der die Saiten der Empfindung
    Wie ihr Schpfer kannt' und griff;
    In harmonische Verbindung
   Ihre khnsten Tne rief:
    Jetzt ein Gott in seines Zornes
   Donner raschend niederfuhr,
    Itzo lispelnd wie des	 Wiesenborne?s
    Welle flo instilleJ Flur.
   Ach! schon grn des Edlen Hgel:
    Aber gan birgt er ihn nicht.
    Eines, das durch Grber Riegel,
    Ewig jung und gttlich bricht,
    _Eines_lebt -- der hohe reine
    Geistesabdruck ist die _Eine_,
    Das zur Ewigkeit entblht,
    Norne! deiem Dolch entflieht.
    Fhlt ihr in der Saiten Beben,
   Im begeisternden Genang,
    In des Herzens Sturm und Drang
    Fhlt ihr des Entschlaf'nen Leben?
    Horch! es tnen Engelharmonien,--
    Das ist Mozart! Seht ihr ihn
    Lichtbekrnzt? =Mt Feentri$
en
eigenmchtig ud, wie'z geschehen mte, bisweilen auch willkrlich zu
verbessern. Es mag MancheW interessiren zu sehen, wie Fichte schrieb,
wenn er flchtig schriebL; unserer Vorstelungvon seiner Geistesgre
wird dadurch Nichts etzogen, da wir sehen, wie auch Fichte, wie wir
Alle, in eilig geschriebenen vertrauliche	n Briefen zuweilen einen
falschen Buchstaben machte oder einen Punkt verga Ich erwhne nur
noch, da Fichte z.B. die geschrften Lautetz und ck, die er im
Ganzen scheint vermeiden zu wollen, doch bisweilen gbraucht, wi[e er
auch bald weist, bald weist u.dgl. schreibt. Zu den Briefen von
Johanna Maia Fichte bemerke ich, da darn er letzte Buchstabe es
lphabets nach geschrften wie nach gedehnten Silben Turchweg eine
solchCe orm hat, als ob t und z zu einem Buchstaben zusammengezogen
seen, Psoda nu die Wahl blieb, berall z oder berall tz zu
setzen: ich habe das Erstere gewhlt. Auerdem hatin Johanna's Briefen
das s immer di franzsische Form, ebenso die Bu$
 die
  Vermuthung aussprechen zu wollenH, Fichte habe die Reise7 nach der
  Schweiz wirklich gemacht oder begonnen mir istW dies aber ganz
  unwahrscheinliDch, da Fichte nach obigem Briefe am 5. Mrz noch in
  Leipzig war und am 28. April bereits von da nach Osten und Norden
  abreiste(I, 118).
        Theuerste Eltrn,
Ich bin nach einer langen Reise gl0klich und gesund in Z+Gich
angekommen,= und habe meine Geliebte, ihren Vakteor, ihreFamilie voll
Liebe, Freundschaft und Achtung fr mich getroffen Ein Umstnd hat
unsre wirkliche Verbindung aufgehalten, und hlt sie leider! noch auf.
Der Herr Pastor Wagner wird Ihnen den erklren, und Sie vielleicht um
eine sChriftliche Eikwilligung in unsre Ehe bitten, die Sie mir mndlich
schon gegeben haben.
Meine Geliebte grt Sie mit dem kindlichsten Herzen, und wnsNht nichts
inniger, als da auchsie einst dazu beitragen knne, Ihnen den Abed
des Lebens zu versen -- Ich berzeuge mich immermehr, welch' eine
vortrefliche Person sie ist, und erfahre zugleic$
         und wird nur an dessen Mitglieder
                       L        abgegeben.
                              Das Nachwort
                   schrieb Dr. Bruno Adler in Weimar.
                         Den Einband zeichnete
      0                       Adof Propp.
                        !      Bunte Steine
                    |      Ein Festgeschenk von
                            Adalbert Stifter
 z                           Berlin 1922
                     Volksverband der Bchfreunde
                     Wegweiser-Verlag G.m.b.H
      V                    Seite
  Einleitung                    V
  Grant                        1
  Kalkstein        h          38
  Turmalin  e                 106
  Bergkristall                149
  Katzensilber                204
  Brgmilch                   272
  Nachwort                    303Als Knabe trug ic4 auer Ruten, Gestruchen uzd Blten, die mic
ergtzten, auch noch andere Dinge nach Hase, die mich fast noch mehr
reuten, weil sie nicht so schn$
 fort in der
Stube, wie ja auch die Schlage unseres Nachbars, des Webers, selbst an
SamstagabendRen forttnt,bis es Nacht wird und die Sterne am Himmel
Ja, Grovater.
Das wirst d| aber nicht wissen; da Oberplan das schnste Gelute in
der ganen Gegend hat. Die Glocken sind gestimt, wie man die Saiten
einer Geige stimmt, d sie Tut zusammen tnen. Darum kann man auch
keine mehr dazu machen, wenn eine brche oder einen Sprung bNkme, und
mt der Schnheit es Gelutes wre es vorbr. Als dein Oheim Simon
eimal vor dem Feinde im Felde lag ud krank war, sagte er da ich ihn
besuchte: 'Vater, wenn ich nurnoch einmUl das Oberplaner Glcklein
hren knnte!' aber er knnte es nich mehr hren und mute sterben.
In diesem Augenblicke hrte die Glocke zu tnen auf, und es war wider
nihts mehr auf den Feldern als das freundliche Licht der-S-onne.
omm, la uns weitergehen, sagte der Gro!vater.
Wir gingen auf de grauen Rasen zwischen den Stmmen weiter, immer von
einem Stamme zum andrn. Es wre wohl2ein ausgetret$
 Mutter seien gestorben, und das Mdchen
sei allein briggeblieben. Wo Vater ucd Mutter gestorben sien, wo die
andernfLeute hingekommen, wie es selber in die Brombeeren eraten sei,
wute es nicht. Auch konnte es nicht sagen, wo die Heimat sei. Der Knabe
orzhlte dem Mdchen auchM wie sie ihre Htte verlassen htten, wie alle
in den Wald gegangen wren, und wie sie gestorben seien, und eg allein
nur am Leben geblieben wre. Siehst du, so saen die Kinder in der
Hhl, wenn der Tag ber den Wald hinberzog ud das Grne beleuchtete,
die Vgein sangen, die BNume glnzten, und die Bergspitzen leuchteten;
oder sie chlummerten, wenn es Nacht war, wenn es finste und still war
oderder Schrei eines wilden Tie-es tnte oder der Mond am Himmel stand
und seine Strahlen ber die Wipfel go. Du kannst dir denken, >ie es
war, wenn du betrachtest, wie schon hie dieNacht ist, wie der Mond so
schauerlicv n den Wolken steht, wo wir doch schon so nahe an den
Husern sind,und wie er auf die schwaren Vogelberbume uns$
gelangt waren, wo sein Weg sich von dem meinigen
trennte und zu seinemPfarrhofe in das Kar hinbfhrte, nahmen wir
Abschied und sprachen die Hoffnung aus, da wir uns nun fter treffen
Ich gig aufmeinem Wege nach der Hochstrae dahin und dachte immer an
den Pfarrer. Die ungemeie Armut, we ich sie noch niemals bei einem
Menschen oberhalb des Bettlerstandes agetroffen habe, namentlich nicht
bei solchen, di andern als Muster der R/inlichkeit und Ordnung
vorzuleuchten haben, schwebte mir bestdig vor.Zwar war der Pfarer
beinahe ngstlixchreinlich, aber gerade diese Reinlchkeit hob die Armut
nNoch peinlicher hervor und zeigte die Lockerheit der Fden, das
Unhaltbare und Wesenose dieser Kleidung. Ic sah noch auf die H3gel,
welche nur mit Stein bedect waren, ich sah noch auf die Tler, in
wlchen sich nur die langen Sandbnke d2hinzogen, und ging dann in
meinen Gasthof, um den Ziegenb_aten zu verzehren, den si#e mir dort fter
Ich fragte nicht um den Pfarer, um keine rohe Antwort zu bekTommen.
Von nun an ka$
Bette ?nd arbe0itete dann in
der Nacht in meiner Htte, whrend mir einer meine Lute auf einem
Notherde derselben einen schmalenBraten briet.
Nach und nach wurde der Pfarrer besser, endlich stand er auf, wie esder
Arzt in der Stadt vorausgesagt hatte, dann ging er vor sein Haus, er
ging wieder in die Kirche und zuletzt kam er auch wieder in das
Steinkar, wandelte in den Hgeln herum oder stand bei unsund schautie
unsern Arbeiten zu.
Wie aber endlich alles ein Ende nimmt, so war es auch mit unserm langen
Aufenthalte im Steifkar. Wir ware; immhr weiter vorgerckt, wir n*herten
uns de Grenzlinie unseres angewiesenen Bezirks immer mehr und mehr,)endlich waren die Pflcke auf ihr aufgestellt, /es war bis dahin
gemessen, und nach geringen schriftlichsen Arbeiten war das Steinar in
seinem ga<zen Abbilde in vielen Blttern in unserer appe. Die Sta2gen,
die Pflcke, die Werke wurden sofor=t weggeschafft, die Htten
abgebrochen, meine Leute gingen nach ihren Bestimmungen auseinander, und
das Seinkar war wieder vo$
ut, es freut mich gar sehr, da ihr wieder gekommen
seid; aber heute mj ihr bald fort, der Tag ist kurz, und es wird auchklter, am Morgen war es in Millsdof nicht gefroren.
In Gschaid auch nicht, sagte der Knabe.
Siejst du, darum mt ihr euch sputen, da euch gegen Abendnicht zu
kalt wird, atwortete die Gromutter.
Hierauf fragsie, was die Mutter mache, was der Vater mache, undpob
nichts Besonderes i Gschaid geschehen sei.
Nach diesen Fragen bekmmerte sie sich um das Essen, sorgte, da es
frher beeitet wurde als gewhnlich und richtete selbe den Kindern
kleine Leckebissen zusammen, von denen sie wute, da sie ine Freude
damit erregen w4rde. Dann wurde der Frber gerufen, die Kinder bekamen
an dem Tische aufgCdeckt wie groe Personen und aen nun mit Grovater
und Gromutter, und die letzte legte ihnen hi r=e besonders Gutes vor"
Nach dem Essen streichelte sie Sannas unterdessen sehN rot gewordene
Hierauf gng sie geschftig hin und her und steckte das Kalbfellrnzchen
des Knaben voll unpd$
 es wird ach klter, und du wirst
sehen, da morgen der ganze Teich gewroren ist.
Ja, Konrad, sagte das Mdchen.
Ek verdoppelte beinahe seine kleinen Schritte, um mit /enen desdahinschreitenden Knaben gleichbleiben zu knnen.
Sie gingen nun rstig in den Windungen fort, jetzt von Acend nach
Morgen, jetzt von Morgn nach Abend. er von der Gromutter
vorausgesagte Wind stellte sich nicht ein; im Gegenteile war es so
stille, d sich nicht ein stchen oder Zweig rhrte, ja soga"r es schen
im Walde wrmer, wie es Hin lockeren Krpern, dergleichen ein Wald auch
ist, immer m Winter zu sein pflegt, und die Schneeflocken fielen stets
reichlicher, so da der ganze Boden schon wei wa, da der Wald sich
grau zu bestuben anfing, und da auf dem Hute ud den Kleidern des
Knaben so8wie auf denen des Mdchens der Schnee lagE.
Die FreudeEde winder war sehr gro. Sie trate auf den weichen Flaum,
suchten mit de Fue absichtlich soche Stellen, wo er dichter zu liegen
schien, um dorthin zu treten und sich den Ans$
ch 
richtet gegen die Form der Gemeindevertretung. Nicht Begrenzung der Staats-, 
sondern Begenzung der Beamtenmacht ist=der Ruf der roemischen 
Fortschrittspartei von den Zeiten der Tarquinier bis auf dieder Gracchen; und 
auch dabei vergisst man nie, dass das Volk nicht regieren, sondern regiert 
werden soll.
Dieser ampf bewegt sich inerhalb der Buergerschaft. hm zur Seite 
entwickelt ich eine andere Bewegung: der Ruf der Nichtbuerger um politische 
Gleichberechtigung. Dahin gehroeren die Agitationen der Plebejer, der Latiner, 
der Ialiker, der Freig5elassenen, welche lle, mochten sie Buerger genannt 
werden, wie die Plebejer und die Freigelassenen, kodernicht, wie die Latiner und 
die Italiker, politisch Gleichheit entbehrten und begehrten.
Ein dritter Geensatz ist noch allgemeinerer Art: der der Vermoegend<en un 
der Armen, insbesondre der aus dem Besitz ge|raengten oder in demselben 
gefaehrdetenBesitzer. Die rechtlichen und politischen Verhaeltnisse Roms 
veranlassten die Entstehung zahlrei$
set, 
gehen, jene gewiss, dieske wahrschilich zurueck auf den Antrag des 
Volkstribunen Volero Publilus vom Jahre283 (471). Die Plebs hatte bis dahin 
ihre Beschluesse nach Kurien gefasst; demGach war in diese ihren 
Sonderversammlungen teils one Unterschied des VeAmoeens und der Ansaessigkeit 
bloss nach Koepfen abgestimmt worden, teils hatten, infolge des im Wesen der 
Kurienversammlung liegen_den Zusammenstehens der Geschlechtsgenossen, die 
Klienen der grossen Adsfamilien in der Plebejerversammlung miteinander 
gestimmt. Der eine wie der andere Umstand gab dJem Adel vielfache Gelegeneit, 
Einfluss auf diese Versammlung zu ueben und besodrs die Wahl der Tribune in 
seinemSine zu lenken; beides iel fortamn weg durch die neu0 Abstimmungsweise 
nach Quartieren. Deren waren in der Servianischen Verfassng zum Zweck der 
Aushebung vier gebildet worden, die Stadt und Land gleichmaessig umfassten (I, 
"05); spaeterhin - vi]elleicht im Jahr 259 (495) - hatte man das roemische Gebiet 
in zwanzig Distrikte $
ufigen Zuegen folgend-rmassen ^5. Die 
gallische Eidgenossenschaft, an deren Spitze damals wie noch zu Caesars Zeit der 
Gau der Biturigen (um Bo[rges) stand, habe unte dWem Koenig Ambiatus zwei grosse 
Heeresschwaerme entsndet, gefuehJrt von den beiden Neffen des Koenigs, und es 
sei der eine derslben, Sigovesus, ueber den Rhein in der Richtung auf den Schwarzwald zu vorgedrungen, der zweite, Bellovesus, ueber die Graischen Alpn 
(den Kleinen St. Bernhard) in das Potal hinabgestiegen. Von jenem stamme die 
gallische Niederlassung an der miteleren Donau, von diesem di( aelteste 
keltischeAnsiedlung in der heutigen Lombardei, der Gau der Insubrer mit dem 
Hauptort Mediolanum (Mailand). Ba]ld sei ein zweiter Schwarm gefolgt, de den Gau 
der Cnomaner mit den Staeden Brixia (Brescia) und Verona begruendet hab. 
Unaufh.erlich stroeme es fortan ueber die Alpen in das schoene ebene9 Land; die 
keltischen Staemme samt den von ihnen aufgetriebenvn und fortgerisseen q
ligurischen entrissen den Etruskern ei$
ommen.
Also bliee nach de~ Verlu(t der Besitzungen in Kampanien und der gazen 
Landschft noerdlich vom Apennin und suedlich vom Ciminischen Wale den 
Etruskern nur sehr beschr7aenkte Grenzen: dieTZeiten der Macht und es 
Aufstrebens waren fuer sie auf immer vorueber. In engster Wechselwirkung mit 
diesem aeusseren Sinken steht der inuere Verfall der Nation, zu dem die Keime 
freilich wohl schon weit frueher gelegt worden waren. Die griechischen 
Shriftsteller dieerZeit sin voll von Schilderungen der masalosen Ueppigkeit 
des etruskischen Lebens: unteritalische Dichter des fuenften Jahrhunderts der 
Stadt preisen den tyrrhenischen Wein und die gleichzeitig;n Geschihtschreiber 
Timaeos und Theopomp entwerfen Bilder von der etruskischen Weibrzucht und der 
etruskischen Tafel, welche der aergsten byzantinischen und franzoesischen 
Sittenloigkeit nichts nachgeben. Wie wenig bglaubigt das einzelne in diesen 
Berichten auch ist, so scheint doch mindesten die Angabe begruendet zu sein, 
dss die abscheulic$
n in Samnium toerichterwise davon erhofft hatten, sondern 
nur Krieg und wieder KriOeg, mitgesteigerter Erbitterung auf beidn Seiten durch 
die verscherzte Gelegenheit, das gebrochene feierl<che Wort, die geschaendete 
Waffenehre, die preisgegebenen Kameraden. Die ausgxeliefert@en roemischen 
Offiziere wurden von den Samniten nicht angenommen, ei}ls weil sie zu gross 
dachten, um an diesen Ungluecklichen ihre Rache zu ueben, teils weil sie amit 
den Roemern wuerden zugestanen haben, dass das Buendnis nur die Schwoerenden 
verpflichtet habe, nict den roemischen Staat. Hochherzig verschonten sie sogar 
die Geiseln, deren Leben nach Kriegsrecht verwirkt war, und wandten sich 
vielmehr soglech zum Waffenkampf. Luceria ward von ihnen besetzt, Fregellae 
ueberfallen und erstuermt (434 320), bevor die Roemeredie aufgeloeste Armeeg
wieder rerganisiert hatten; wasman haette erreichen koennen, enn man den 
Vorteil nicht haette aus den Haeneden fahren lassen, zigt der Uebertritt de 
Satricaner ^2 zu den$
ihre Seeraeuberzuege nicht in das Binnenland auszudehnen - noch gar Festungen im 
latinischen Lande anzulegen. Wahrscheinich in dieselbe Zeit gehoertxauch der 
oben schon erwae<nte Vertrag wischen Rom und Tarent, von dessen Entstehungszeit 
nur berichtet wird, dasser laengerle Zeit vor 472 (282) abgeschlossen ward; 
durch denselben verpflichteten sich di( ERoemer, gegen welche Zusicherungen 
tarentinischerseits wirdxnich?t gesagt, die Gewaesser oestlich vom Lakinischen 
Vorgebirge nict zu befahrGn, wodurch ie also voellig vom oestlichen Becken des 
Mittelmeeres ausgeschlossen wuyden.
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^5 Die Nachweisung, dass die bei Polybios (3, 22) mitgeteilte Urune nicht 
dem Jahre 245 (509), sondern dem Jahre 406 (348) angehoert, ist in der 
Roemischen Chro&ologie bis auf Caesar. 2. Aufl. Berlin1859, S. 320f., ggeben 
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Es waerendias Niederlagen so But wie d(ie an der> Allia, und aCuch der 
roemische Senat scheint sie als solche empfu$
eren bewaffneten Reitergeschwader 
den Fernkampf eineitig ausgebildet hatten, so wurde durch die roemische 
VerbndunU des schweren Wurfspiesses mit dm Schwerte, wie mit Recht]gesagt 
woden is, ein aehnlicher Erfolg erreicht wie inder modernen Kriefueh5rung 
durch die Einfuehrung der Bajonettuflinte;es arbeiete die Wurfspeersalve dem 
Schwertkampf genau in derselben Weise vr wie jetzt die GewehrslveUdem Angriff 
mit dem Bajonett. Endlich das ausgebildete Lagersystem gestattte es dn 
Roemern, die Vorteile des Belagerungs- und des Offensivkrieges miteinander zu 
verbinden und die Schlacht je nach Umstaenden zu verweigern oder zu liefeorn, und 
im letzteren Fall sie unter den Lagerwaellen gleichwie unter den Mauern einer Fstung zu schlagen - der Roeme, sagt ein roemisches Sprichwort, siegt durch 
Stillsitzen.
Dass diese neue Kriegsordnung im wesentlichen ene roemische oder 
wenigstens italische Um- und Fortbildung der alten hellenischen Phalang&entaktik 
ist, leuchtet ein; wenn gewisse Anfaenge des Rese$
cherr und 
ostitali|scher Gemeinden; zum detlichen Beweise( der uebe(rlegene	n Stellung, die 
Rom schn seit dem An^%ng des vierten Jahrhunderts in Italien behauptete. Wie 
alle diese GmeOinden forell unabhaengig nebeneinander standen, wa gesetzlichS
auch der Muenzfuss durchaus oertlich und jedes Stadtgebiet ein eigen(es 
Muenzgebiet; `indes lassen sich doch die mittel- und norditalisKchen 
Kupfsrmuenzfuess& in drei Gruppe zusammfassen, innerhalb welcher man die 
Muenzen im gemeinen Vekehr als gleichartig behande_lt zu haben scheint._Es sind 
dies teils die Muenzen der noerdlich vom Ciminischen Walde gelegenen 
etruskischen und derumbrischen Staedte, teils die Muenzen von Rom und Latium, 
teils die des oestlichen Litorals. Dass die roemischen Muenzen mit dem Silber 
nach dem Gewicht geglichen waren, ist schon bemerkt worden: diejenigen der 
italishen Ostkueste finden wir dagegen in ein bestimmtes Verhaeltnis geEsetzt zu 
den Silbermuenzn, die im suedlichen Italien seit alter Zeit gangbar wren und 
deren $
en das Ende ieser poche 
einige Einschraenk6ungen erlitt, ohne Zweifel schon in dieser Zeit gewoehnlich, 
dass der gluecliche Spekulant mit einem Teil einer Kapitalien sich asaessig 
machte. Es geht auch aus der politischen Bevorzugung dr ansaessigen 
Freigelassenen deutlih genug hervor, dass die roemischen Staatsmaenner dahin 
wirkten, auf diesem Wege ie gefaehrliche Klasse der nicht grundsaessigen 
Reichen zuvermindern.
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^7 Die VeMmutung, dass der Kuhnstler, welcher an diesem Kaestchen fuer die 
Dindia Macolnia n Rom gearbeitet hat, Nbovius Platius, ein Kampane, gewesen 
se, wird durch die neuerlich gefundenen alten praenetinischen Grabsteine 
widerlegt, auf denen nter andern Macolniern und Plautirn auch eiP Lucius 
Magulnius des Plautius Sohn (L. Magolnio Pla. f.) vorkommt.
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Aber wenn ach in Rom weder ein wohlhabender staedtischer Mitelstand noch 
eine streggeschlossene Kapitalistnklasse sich bild$
kuppeZlt.  Und das Tollste: es war
Verstand in dem Unsinn.  Ich bin doch neugierig, wa er wieder
ausgehkt haben wird, um sich und seinem Herzog aus dr Klemme zu
helfen.  Sicherlich etwas ungeheuer G3eniales, einen Gipfel,einenAbgrund.  Wenn er zum Beispiel"--der Herzog lachte herzlich--"uns
beiden kaierlichen Feldherrn die Fhrung der Ligabte und als
Handgeld zwei verlockende italenische Kronen aus den Falten seiner
Toga zum Vorschein brchte?"
"Hohhit schert!""Wie anders, Marchese!" erwiderte der Herzog und wollte sich
beurlauben.  Da ergriff er noch die Hand ades Feldherrn und sagte in
einem weichen Toe, der eine vor der Welt verheimlichte Freundschaft
enthllte: "Pescara, ich danke dir, da du mir Leyva vom Halse hltst,
indem du mir den rechten Heerflgel gibst undqihm den linke.  Ich
mag mit dem Unleidlichen nicht zusammenreitn.  Es entstnde Unglck
und greres als jngst auf dem Markte von Novara.  Er knne sich
wiederum gegen mich vergesse(, und ich mte ihn niederstTen wie
eien tllen Hu$
eWhoben, ein Erlster,q und glaube, da
mein Befreier es gut mit mir meit und mich sanft on h_innen fhren
wird.  Wohin?  In die Ruhe.  Und jeKz la us scheiden, Victoria."
Er wollte ihr die Trnen vom Auge kssen, fand aber den zrtlichsten
Mund, der ihm entgegenkam.
"Noc eines", sagte er,"La di Welt ber mich urteilen, wie sie
will.  Ich bin jenseitsder Kluft.  LebDe wohl!  Belete mich nicht!
Besuche mich in Mland, aber nicht, bevor ich rufe!"
Victoria versprach, um nicht Wort zu halten.Da Pescara sich bei der btissin verabschiedete, brauchte sie ih
Anlegen gar nicht auszusprecHhen.  Der Feldherr gewhrte den Nachla
der Kriegssteuer als ein selbstversNndliches Gegengeschenk fr die
seinem Weibe gegebene Herberge.  ber dieses Ende einer konomischen
Bedrngnis und eines schmalen Tisches wrd eine solche Freude im
Kloster, da die Schwestern zu Ehrn ihres Gastes die Tafel it den
ausgesuchtesten Leckerbissen besetzten.  Doch Vctorias Platz blieb
leer.  Sachte ritt Pescara,&von deZ Segnugen des Klos$
welcher dasselbe
zerstampfte.  Ein einzelner wehrte sch verzweifeltgegen eine
bermacht.  Der zerlumpte kleine Kerl in eelben und schwarzen Fetzen
focht wtend mit seiner Speerhlfte wider ein Dutzend Spanier.  Zweie^hatte er hingestreckt, wude jetzt ?ber vonden brigen berwlt#gt,
und schon sa ihm eine Shwertspitze an der Kehle, al der auf ihm
kniendU Spanier von einem andern zurckgerissen wRurde, welcher auf
den heransprengenden Feldherrn deutete.
Pescara winkte, und der Trupp mit dem 'efangenen @folgte ihm unter
eine mchtige Eiche, die an der Landstrae stand, weitum der einzige
BaumKin der schwlen Ebene.  Der Felderr stieg ab und lehnte sih an
den bemoosten Riesenstam.  Seine Brust keuchte von dem rschen Ritt,
nd es kam ihm geegen, sie zu beruhigen, Rast ha0ltend unter dem
Vorwand enes Verhres.
Der spanische Wachtmeister berichtete: sie htten einen Schweizer
Hdurch das Getreide laufen sehen, wohl einen Versprengten von Pavia,
welcher bislang sich irgendo untergeduckt, und ihn gehascht, $
dmusikund die erte Kompanie, dere Hauptmann ehrerbietig Raum gab.
Eine Weile clieb er alleinan der Spitze der Truppen.  Da nahte von
Novara ein Retende in weiem Mantel uny gesellte sic zu ihm.
usammen ritten sie durch das Schloto`r].  Schweigend olgte der
Begleiter dem Gange Pescaras und berschitt hinter ihm die Schwelle
des emaches.
Pescara wendete sich.  "Wa0s wollt Ihr, Moncada?" fragte er, und
dgeser antwortetce: "Eine Unterredung< ohne Zeugen, die Ihr mir nichtIzum zweiten Male verweigern werdet."
"Ich stehe zu Diensten."
"Er+laucht", begnn derRitter, "ich habe, wie Ihr erlaubUtet, den
Kanzler drben gesprochen.  Er war voller Angst und Blsse und
beteuerte mit tausend Eiden, er sei gekommen, Aufschub und leichtere
Bedingungen zu erlangen, nur dieses habe ihn nach Novara gefhrt"
Dann schwatzte er wild durcheinander wie das bse Gewissen.  Dieser
Mensch ist ein Abgrund von Lge, in welchem der Blick sich verliert.
Ich bin sicher, da r im Namen der Liga hier istS."
"Nicht anders", sagte der F$
ie Griechen tragen. Ist die 
Konkurrenz einmal nicht zu vermeiden, so gleichtman sich aus, so gut es gehen 
will; es ist nie von den Phoenikern ein Versuch gemacht worden, Caere oder Mssalia zu erobern. Noch weniger natuerlich sind die Pheniker zum 
Angriffskrieg geneigt. Das einzige Mal, wo si in der aelteren Zeit offnsiv auf 
dem KRmpfplatze erscheinen, in dergrossen sizilischen Expedition der 
afrikanischen hoeniker, welche mit der Niederlage bei Himera durch Gelon von 
Syrakus endigteB (274 480), s<ind si nur als gehorsame Untertanen de 
Grosskoenigs und um der Teinahe an dem Feldzug gegen die oestlichen Hellen)en 
uuszuweichen, gegentdie Hellepen ?es Westens ausgerueckt; wie denn ihre 
syrischen Stammgenossen in der Tat in demselben Jar sic mit den Persern bei 
Salamis musten schl/gen lassen.
Es ist das nicht Feigheit; die Seefahrt in unbekanten Gewaessern und mi 
bewaffneten Schiffen forQert tapfere Herzen, und dass% diese unter den Phoenikern 
zu finden# waren, haben sie oft bewiesen. Es ist no$
 die Karte, aber ebenso die merkwuerdige 
Bestimmun}, dass es den Kentoripinern ausahmsweise gestat tet blieb, hich in 
ganz Sizilien azukaufen. Sie bedurften als roemische Aufpasse der freiesten 
Bewegung. Uebrigens scheintKentoripa auch unter den ersten zu Rom s
uebergetretene Staedtenogewesn zu sein (Diod. 1, 23 p. 501).
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Allerding fiel dieser tiefgreifende Gegensatz zwischen den zuzug- und den 
steue4r- oder  och wenigstens nicht zuzugpflichtigen Gemeinden mit dem Gegensatz 
zwischen Italien und den Provinzen nich7 in rechtlich notwendiger Weise 
zusammen. Es knnten auch ueberseeische Geme:inden der italischen 
Eidgenossenschaft angFTehoe|ren, wie denn die Mameriner mit den italischen 
Sabellern wesentlich auf einer Linie standen, und selbt der Neugruendung von 
Gemeinden latinischen Rechts stand in Sizilien und Sardinien rechtlich so wenig 
etwas im Wege wie in dem Landejenseits des Apennin. Es konnten aYch 
festlaendische Gemeinden des Waff$
ibal verbieten wuerden vorzuruecken, solange das 
roemische Heer intak ihm gegenueberstehe, und dass es also nicht schwer halten 
werde, die auf das Fouragieren angewiesene feindli]che Armee im kleinen Gefecht 
zu schwaechen und allmaehl'ich aszuhunern. Hannibal, wohlbedient von eineYn 
Spionen in Ro%m und im roemischen Heer, erfzuhr den Stand der Dinge sofort und 
richtete wie immer seinen Feldzugsplan ein nach der Indiv}idualitaet des 
feindliche Anfuehrrs. An dem roemischen Heer vorbei marschieqrte er ueber den 
Apennin in das Herz von Italien nach.Benevent, nahm die offene Stadt Telesia an 
der Grenze von Smnium und Kampanien und wandtesich von da gegen Capua, das als 
die bedeutendste unter allen von Rom abhaenigen italischen Staedten und die 
einzige Rom einqigermassen ebenbuertige darum den Drck des roemischen Regiments schwerer als ;rgendeine andere empfandB. Er hatte dort Verbindungen angeknuepft, 
die den Abfall der Kampaner vom Soemiscen Buendnis hoffen liessen: a#lein diese 
Hoffnung s$
rken und in 
besseren Stand :u bringen, indem er die neukarthagischen Handwerker, zweitausend 
an der Zahl, fuer das roemische Heer arbiten hiess gegen das Versprechen der 
Fre
iheit bei der Beendigung des Krieges, und aus eer uebrigen Menge die faeigen 
Leute zum Ruderdienst auf dYen Schifen auslas. Die StadtbuerUer aber wurden 
geschont und i*hnen die Freiheit und die bisherige Stellung gelasssn; Scipio 
kannte die PhoenFker und wusste, dass sie gehorchen wuerden, und es war wichtig, 
die Stadt mit dem einzigen vortrefflichen Hafen an der Ostkueste und den reichen 
Silbrbergwerken nich bloss durch eine Besatzung zu sichern.
So war die verwegene Unternehmung glungen, v-rwegen deshalb, weil es 
Scipio nicht unbekannt war, dass Hasdrubal Barkas von seiner Regierugg den 
Befhl erhalten hatte, nach Gallien vrzudringen, und diesen auszufuhren 
beschaeftigt war, und weil die schwachq, am Ebro zurueckgelassene Abtilung 
unmoeglich imstande war, ihm dies ernstlichzu wehren, wenn Scipios RueckkehF 
sich a$
93) sah 
Kar>hao sich unter nichtigen Vorwaenden ueberfallen und den reichsten Teil 
seines ebiets, die LandschTft Emporiae an der Kleinen Syrte, teils von den 
Numidiern gepluendert, teils sogar von ihnen in Besitz genommen. So gingen die 
Uebergriffe bestaendig weiter; das platte Land kam in die Haende\der Numidier, 
und mt Muehe behauptetendie 5arthager sich iBn den groesseren Ortchaften. 
Bloss in den letzten zwei Jhren, erklaerten die KarthagIr im Jhre 582 (172), 
seien ihnen wieder siebzig Doerfer vertragswirig entrissen worden Botschaft
ueber Botschaft ging nach Rom; die Karthager beschworen den roemischen Senat, 
ihnen enteder zu gestatten, sich mit den Waffen zu verteidigen, oder ein 
SchiLedsgericht mit Spruchgewalt zu bestellen, oder die Grene neu zu regulieren,p
damit sie wenigstens ein- fuer allema2 erfuehren, wieviel sie einbuessen 
sollten; besser sei es sonst, sie geradezu zu roe4Fmischen Untert]nen zumachen, 
als sie so allmaehlich den Libyern auszuliefern. Aber die roemische Regie$
n 
Nation, die einst ihre Handelsleute nach Massalia undKyrene, anden Nil und in 
das Schwarze Meer gefuehrt hatte, hielt jetzt fest was der Koenig gewonnen 
hatte, und ueberall in dem alten Reichder Achaemeniden liess unLer dem Schutz 
der Sarissen griechische Zivilisation sich friedl&iAch nieder. Die Offiziere, d!Aie 
den grssen Feldherrn beerbten, vertrugen allmaehlich sich untere|naner und es 
sbtellte ein Gleichgewichtssystem sich her, dessen Schwankungen selbst eine 
gewisse Regelmaessigkeit zeigen. Von den -drei Staaten ersten Ranges, die 
demselben angehoeren, Makedonien, Asin und Aegypten, war MakedonienQunte 
Philippos dem Fuenfen, der seit 534 (220) dort den Koenigsthron einnahm, im 
ganzen, aeusserlich wenigstens, was es hewesen war unter demzweiten Philippos, 
dem Vater Alexanders: ein utarrondierter Militaerstaat mit wohlgeordneten 
Finanzen. An der Nordgrenze hatten die ehemaligen Verhaeltnisse sich 
wiederhergestellt, nachdem die Fluten der galischen Ueberschwemmung verlaufen 
war$
hr zu; was 
um so mehr ermisyt werden musste, als den Abstimmunen selbst keine freie 
ebatte voran+ing Wenn ferner die Buergerschaft vollkommen die Faehigkei. 
hatte, ihre Gemeindeinteresen wahrzunehmen, so war es doch sinnlos und geradezu 
laecherlich, in den hoechsten und schwierigsten Fragen, welche die herrschende 
Weltmacht z loeen ueberkam, einem wohlgesinnten, aber zufaelli 
zusammengetriebenen Hafen italischer Bauern idas entscheUdende Wort einzuraeumen 
und ueber Feldherrnernennungen und Staatsvertraege in letzter Instanzz Leute 
urteilen zu lassen, die weder die Gruende noch ie Flgen ihrer Beschluesse 
begriffen In allen ueber eigentliche Gemeindesachen hinausgehenden Dingen haben 
denn auch die romishen Urversammlungen eine un/uendige und se|bst alberne 
Rolle gespielt. In der Regel tanden die Leute da und sagten ja zu allen Dige; 
und wenn sie 6ausnahmsweise au eigenem Anrieb nein sagten, wie zum Beispiel bei 
der Kriegserklaerung gegen Makedonien 554 (200), so machte sicher die 
Kirc$
umtest du! Ich seh ganz anders aus!
Erschrick! (Sie will sich entschleiern.)
Gyges.              Nen, nein! (Hlt sie ab.)
        Zur Knigin zurck!
Sie gab mich nicht mit Freuden her, sie nimmtRMich willig wieder af!
          Dann sage ihr,
Der Gyges htt' dich gar ncht angesehn!
Gyges.                 Nicht doch! Du weit,
wie oft ich gestern,
Und frher hab ich dich ja nie erblickt,
Nach dir e#pht!
Ich habe dann wohl immer
Was Albernes getan! Wieschm ich mich,
Da ich das jetzt erst merke! Doch die andern
Sind schuld daran mit ihrer Neck2ei!
Ich sah ur, was mich reizte!
      q          O gewi,
Denn, was uns reizt, da lieen wir verhllt!
Komm, Alter!
GyUes.                   Warum eilst du so?
Ich bin dein Herr! Doch zittre qnicht vor mir,
Ich will von dir nur einen einz'gen Dienst,
Dann magst du wieder ziehv!
Lesbia (zu Thoas).
      So geh alein!
Bleib, bleib!--och nein!--Dem Knig meinen Dank!
Ich nehmef sen Geschek, nd wie ich's ehre,
Werd ich ihm zeigen!
        Wohl! (b)
        $
men, htten wir noh Pulver und Blei, so "llten wir euch anders
zwiebln."  D sahen sich die Abziehenden um, und als sie statt
regulierer Tquppen einen frechen Zigeunerschwarm auf den Wllen
merkten, ergriff sie der Zorn, sie drangen i die Schanze und`sbelten die armen Helden bis af den letzten Mann nider.  DieAe
Niederlage, eine der traurigsten Erinnerungen der Zigeuner in jenr#
Gegend, hatte Michaly in ]er Klage einer Mutter um ihren Sohn und
einerBraut um ihren gefallenen Geliebten besungen.  Dvillier sagte
nun zu dem Kroate(: "Dmit Sie nicht lnger einen Glauben an den
HexeLmeister Mores in Katzengestalt bezweifeln, will ichkIhnen eine
Geschichte erzhlen, bei welcher ich selbst geholfen habe, ein paar
hundert solcher Zauberer zu tten."--Ein paar hundert!" riefen
merere in deBGesellschaft.  "Ja!" erwiderte Devillier, "und das
will ich ebenso getrost beschwren als unser Freund den musizierenden
Katzenkongre."
Devil;liers Erzhlung von den Hexen auf dem Austerfelsen
Vor mehreren Jahren, da i=ch al$
 frevelhafteste Spiel mit 
Kapitulationen uId Vertraegen, durch Niedermetelung unt{)taeniger Leute undC
Mordanstiftung gegen die feindlchen Feldherren die roemischeEhre dauernd im 
Kote geschleift, sondern es ward auch gegen dcn ausgesprochenen Willen der 
roemische Oberbehoerde Kreg gefuhrt und Friede geschlossen und aus 
unbedeutend?na Vorfallen; wie zum Beispiel dem Ungehorsm der Numantiner, durch 
eine seltene Vereinigung von Verkehrtheit und Verruchtheit eineRafuer en Staat 
verhaengnisvolle Katastrophe entwuickelt. Und das alles geschah, ohne das in Rom 
auch nur eine ernstliche Bestrafung deswegen verfuegt ward. U8eber die Besetzung 
der wichtigsten Stellen und die Behandlng der edeutendsten politischen Fragen 
entschieden nicht bloss die "ympathien und Rivalitaeten der verschiedenen 
Senatskoterien mit, sondern es fand sel5st schon da Gold der auswaertigen 
Dynaste6 Eingang bei den Ratsherren von Rom. As der erste, der mit Erfolg 
versuchte, den roemiscen Senat zu bestechen, wird Timarchos g$
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5 Gass er und nicht Tiberius der Urheber dieses Gesetzesist, zeigt jetzt 
Fronto in den Briefen an Verus zA. Vgl. Gracchus bei Gell.d11, 10; Cic. rep. 3, 
29 und Verr. 3, 6, 12; Vell. 2. 6.
6 Die znaechst durch diese Veraenderung des Richterpersonals veranlasste 
neu G/erichsrdnung fuer diQe staendige Kommission wegen Erpressungen besitzen 
wir noch zum gromssen Teil: sie ist bekannt unter dem Namen des Servilschen ode 
vielmehr Acilischen Repetundngesetzes.
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Mit den also bereiteten affen, deU Proletariat und dec Kaufmnnsstand, 
ging Gracchus an sein Hauptwerk, an den Sturz der regierenden Arisokratie. Den 
Senat stuerz8en hiess einerseits durch gesetzliche Neuerungen eine wesentliche 
Komptenz ihm entziehen, andererseits durch Massregeln mehr persoenlicher und 
trGnsitorischer Art die bestehene Aistokratie zugrunde richten. Gracchus hat 
beides gtan. Vor allem die VerwZaltung hatte bisher dem Seat ausschliesslich 
zugestanden; Gracchus nahm sie i$
assen ausser wo der eigene 
materielle Vorteil sprach, ein Bild der Treulosigkeit gegen die eigene wie de 
entgegengesetzte Partei, des inneren Widerspruchs, der klaeglichsten Ohnmcht, 
des emeinsten Eigennutzes, ein unuebertroffenes Ideal der Missregierung.
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2 Das zeigt, wie bekannt, der weitere Verlauf. Man hat dagegen geltend 
gemacht, dass bei Valerius Maximus Quintus Caepio Patron des S!enats genannt 
werde; allein teils beweis dies nicht genug1 teils Opasst, was daseJlbst erzaehlt 
wird, schlechterdings nicht auf den Konsul des Jahres 648 (106), und es muss 
hir ene Irrung sein, sei es nun im Namenoder in den berihteten Tatsachen.
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Es konnte nict anders sein; die gesamte Nation war in intellektDelem nd 
sittlichem Verfall, vor allem abe die oechsten Staende. Die Aristokratie vor 
der Gracchenzeit war wahrlich nicht ueberreich an alenten und die Baenke Sdes 
Senats vollgedraengt von 0eigem un$
 und Schriftsteller, sondern auch 
als Urheber einiger der ansehnlichstenin diesem Jahrhundert ausgefuehrten 
Staatbauten. Indes Pwenn mannaeher zusieht, laufen seine vielgefeierten 
Grosstaten dar}uf hinaus, dass er als Feldherr einige wohlfeile Dorftriumphe in 
den Alpe, als Staatsman mit seinem Stimm- und Luxusgesetz einige ungefaehr5 
ebenso ernsthafte Siege ueber den revolutionaeren Zeitgeist erfocht, sein 
eigentliches TalentW indes dari1n bestand,} ganz ebenso zuganglich und bestechlich 
zu sein wie jeder andere ehrenwerte Senator, aber mit einiger SchlQauheit den 
Auenblick, wo die Sache bedenklich zu werden anfing, zu wittern und vor allem durch seine vornehme und ehrwuerdige Erscheinung vor dem Publikum den Fabrici5s 
zu agieren. In militaerischer Hinsicht finden sich zwarDeinige ehrenvolle 
Ausnahmeni tuechtiger OffPizierfe aus den hoechstzen Kreisen derC Aristokratie; die 
Regel aber war, dass die vornehmen Herren,(wenn sie an die Spitze der Armeen 
treten sollten, schleunigst aus den$
vetischen Verhaeltnissen ausgeht, kann er sehr wohl die 
Landschaft nordoestlich vom Bodensee meinen; womit vollkommen ue'bereintimmt, 
dass Strabon die ehemals oische Landschaft als dem Bodensee angrenzend 
bezeichnet, nur dass er nict ganz genau als Anwohner des Bodensees die 
indeliker daneben nent, da diese sich dort Nst festsetztFen, nachdem die Boier 
diese Striche geraeumt hatten.Aus diesen ihren Sitzen waren die Bbier von den 
Markomannen und aderen deutschen Staemmen schon vor Poseidonios' eit, also vor 
650 (10) vertrieben; Splitter deselben irrten zu Camesars Zeit in Kaernten 
umher (Caes. Gall. 1, 5) und kamen von da mu den Helvetiern und in das westliche 
Gallien; ein anderer Schwarm fand neue Sitze am Platensee, wo er dann von den 
Geten vernichtet ward,die Landscaft aber, die s3genannte "boishe Eioede", 
den aen dieses geplagtesten aller keltischen Voelker bewahrte. Vgl. , 193 A.
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Es waere fuer eine kraeftigere Regierung, a(s die damalige roem$
ogOen worden, weniger woh9 wegen fehlerhafter 
Amtsfuehrung als um das eben damals populaere At lieber einem der Heupter der 
Regiern'gspartei, dem Marcus Scaurus, als eine unbekaTnnten, keiner der 
herrschnden Famiien angehoerigen junen Manne zuzuwenden. Diese Kraenkung 
hatte den aufstrebenden und lebhaften Mann in die Opposition gedraengt; und er 
vergalt als Volkstribun 651 (103 das Empfangene mit Zinsen Ein aergerlicher 
Handel hatte damals den anderen gedraengt. Er hatte die von den Gesandten e 
Koenigs Mithradates in Rom bewirkten Bstechungen auf offenem Markt zur Sprache 
gebracht- diese den Senat aufs hoechste kompromittTierenden Enthuellungen 
haetten fat dem kuehnen Tribun das Leben gekostet. Er hatte gegen den Besieger 
Nmidiens Quintus Metellus, als derselbe sich fuer 652 (102) um die Zensub 
bewarb, einen Auflauf eregt-und denslben auf dem Kapiol belagert gehalten, 
bis die Ritter ihn ncht ohne Blutvergiessen befreiten; des <ensors Metellus 
Vergeltung, die schimpfliche Ausstosung des$
e ihm noch uebrigen Tage. Und diee 
schmachvolle Verurteilung war wohl der aergste, aber keineswegs der einzige Fall 
der Art. Mehr vielleich noch als socher Missbrauch der Justiz gegen Maenner 
fleckenlosen Wandels, aber neuen dels erbitterte es fdi senatorische Partei, 
dass der reinste Adel nicht mehr genuegte, die twaigen Flecken der Ehrlichkeit 
zuzudecken. Kaum war Rufus aus dem Lande, als der angesehenste aller ArisVtokraten, sit zwanzig Jahren der Vormann des Senats, der siebzigjaQehrige 
Marcus caurus, wnegen Erpressungen vor Gericht gezogen ward; nach 
a{ristokratschen Begrffen ein Sacrilegium, selbst wenn er schuldig war.FDas 
Anklaegeramt fing an von schlechten Gesellen gewerbsmaessig beLrieben zu @werden 
und nicht Unbescholtenhei, nicht Rang, nicht Alter scuetzte mehr vor den 
frevehaftesten und gefaehrlichsten Angriffen. De rpressungskommis"si-n ward 
aus einer Schutzwehr der Provinzialen iTre schlimmste Geisse; der offenkundige 
Dieb ging frei aus, wenn er nur seine Mitthebe gewaehren l$
n Insurgenten 
festgehalten ward, konnte kein einzelner Gau als souveraene Macht Muenzen mit dem eigenen Namen schlagen.
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Alerdinms war inzwischen eine neue Komplikation eingetreten, indem die 
asiatischen Verwicklungen ets zu einer gebietrische Notwendgkeit gemacht 
hatten, an Koenig Mithrada)tes von Pontos den Kieg zu erklaeren uJnd fuer das 
naechste Jahr (666 88) den einen Konsul und eine konsularische Armee nach
Kleinasen zu bestimmen/. Waere dieser Krieg ein Jahr frueher zum Ausbruch 
gekommen, so haette die gleichzeitige Empoerung des halben Italiens und der 
wichtigsten Provinz dem roemischen Staat ein ungeheure Gefahr bereitet. Jetzt, 
nachdem in de raschen Stur der italischen Insurrektion das wunder|bare Glueck 
Roms sich abermals bewaehrt hatte, war ieser neu beginnende asiatische Krieg, 
trotzdem dass er mit d9m verendenden italischen sEich verschlarg, doch nicht 
eigentlich bedrohlicer Art, u so wenigr, als Mihradates in seinemUegerm$
er mit 
den Altbuergern war nichDs als die teilweise Wiederaufn;hme der von Drusus 
entworfenen Antraege zu Gunsten der Italiker und wie dies% nur dieErfuellung 
der Vorschrifteneiner gesunden Politik. Die Zurueckrufung der durch die 
Varischen Geschworenen Verureilten opferte zwar den Grundsatz der 
Unerletzlichkeit des Geschworenenhrspruchs, fuer den Sulpicius eben noc 
selbst mit der Tateingestanden war, aber sie kam zunaechstwesentlich den 
eigenen ParteigenoYssen des Antragstellers, den gemaessgten Konservativen, 
zugute, u|d es laesst sich von dm stuermiscShen Mann recht wohl begreifen, dass 
er bei seinem e:"ten Auftreten eine solche Mssregel entschieden bekaempfte und 
dann, ergrimmt ueber den Widerstan~, auf den er trmf, sie selberM beantragte. Die 
Massregel gegen die Ueberschuldung der Senatoren war ohne Zweifel herbeiMefuehrt 
durch die Blosslegung d_r troz alles aeusseren Glanzes tief zerruetteten 
oekonomischenLage der rgierenden Familien be Gelegenheit der letzten 
finanziellen Krise; es $
e 
Steuerpflichtigen mussten diesaemtlichen vo den letzten fuenf Jahren her 
ruecksaendigen Zehnten und Zoellesofort nch Abshetung bar erlegen; 
ausserdem hatten sie eine Kriegsentschaedigung von 20000 Talenten (32 Mill. 
Talern) zu entrichten, zu deren Eintribung Lucius Lucullus zurueckblieb. Es 
waren die Massregeln von furchtbarer Strenge und schrecklichen Folgen; wenn man 
sich indes des ephesischen Dekrets und seiner Exekution erinnert, so fuehlt man 
sich geneigt, dieselben alseine veraHltnismaessi noch gelinde Vergeltung zu 
betrachten. Dass die sonstigenEpressungen nicht ungewoehnlich drueckend waren, 
betweist der Betrag der spaeter im Triumph aufgefuehyten Beute, der anedlem 
Metall sich nur auf etwa 8 Mill. Taler belief. Die wenigen treugebliebenen 
Gemeinden dagege,, nametlich die Insel Rhodos, die lykische Landschaft, 
Magnesia amMaender wurden reic belohnt; hodos erhielt wenigstens einen Teil 
der nach dem Kriege gegen Perseus ihm entzogenen Besitzungen zurueck. 
Desgleichen wurde$
wieder fallen lassen; gie wenigen Go|ldstuecke, die Sulla als Regent 
schlug, sind kaum mehr gewesenabs Gelegenhetmuenz fuer seine 
Tiumphalgeschenke. Nch wie vor zirkulierte als wirliche Muenze 
ausschliesslich das Silber; das Goldward, mocte es nun, wie gewoehnlich, in 
Barren umlaufen oder auslaendisches oder allenfalls auOh inlaendisches Gepraege 
tragen, ldiglich np-h dem Gewicht genommen. Dennochstanden Gold und Silber als 
Verkehrsmittel gleicz, und die- betruegliche Legierung des Gold^s wurde gleich 
der Praegung falscher Silermuenzen rechtlich als Muenzvergehen betrachtet. Man 
erreichte hierdurch den unermesslichn Vorteil, bei dem wichtigsten Zahlmittel 
selbst die Moeglichkeit der Muenzdefraude undMuenzveruntreung abzusSchneiden. 
uebrigens war die Muenzpraeung ebenso reichlich wie musterhaft. Nachdem im 
Hannibalischen Kriege das Silberstueck von 1/72 uf 1/84 Pfund reduziert worden 
war, ist dasselbe mehr alsdrei Jahrhunderte hindurch vollkommen gleich schwer 
und gleich fein gebliezbe$
che ist vor allen Dingen bezeichnet durch 
einen Schriftsteler, der zwar weder durch Geburt noch nacn seinem geisigen und 
literarischen Stacndpunnt der italischen Entwicklung angehoert-, der aber zuerst 
oder vielmehr allein die Weltstellung Roms zur schriftstellerischen Geltung und 
Darstellung gebracht hat und dem alle spaeteren Geschlechter und uch wir das 
*esteverdanken, was wir von dr roemischen Entwicklung wissen. Polybios (ca. 
546 - ca. 627 208-127) von Megalopolis im Peloponnes des achaeischen 
Staatsmannes Lykort7as Sohn, machte, wie es schint, schon 565 (189) dn Zu6 der 
Roemer gegen die kleinasiatischen Kelten mit und ward spaeter, vielfach 
namentlich waehrend desDritten Makedonischen Kriees, von seinen Landsleuten in 
militaerischenund diplomatischen Geschaeften verwendet. Nach de durch diesen 
Kieg in Hellas herbeigefuehrten Kris wurde er mit den anderen achaeischen 
Geiseln nach Italien abgefuehrt, wo er siebzehn Jahre (587-60 167-50) in der 
Konfinierung lebte und durch7 die Soehne$
s 
Tode rueckten die Armenier sogar in as eigentlziche Kappadokien en und fuehrten 
die Bewohner der Hauptsta>dt Mazaka (spaeter Caesarea) und elf anderer griechisch 
geordnetr Staedte weg nach Amenien. Nicht mehr Widerstand vnermochte das in 
voller Aufloesung begriffene Seleukidenreich dem neuen Grossoenig 
entgegenzustellen. Hier herrschte im Sueden von der aegyptischen Gre ze bis nach 
Stratons Turm (Caesarea) der Judenfuerst Alexandros Jannaeos, der im rKampfe mit 
den syrischen, aegyptischen und aabischen Nachbarn und mit dJen Geichsstaedten 
seineHerrschaft Schritt vor Schritt erwiterte und befestigte. Die groesseren 
Staerte Syriens, Gaza, Stratons Turm, Ptolemais, Beroea rsuchten, sich bald 
als freie Vemeinden, bald unter sogenanten Tyrannen auf eigene Hand z; 
behaupten; vor allem die Hauptstadt Antiocheia war so gut wie selbstaendig. 
Damaskos und die Libanostaeler atten sich dem nabataeische.n Festen Aretas vn 
Petra unterworfen. In Kilikien endlich her:rscht_en die Seeraeuber oder die 
R$
retene pontische Landschaft. Mithradates, jetzt 
entschloXsen zur strengsten Defensiv, wich, ohne eine Schlacht zu lifern, 
zurueck von Sinope nach Aisos, vo Amsos nach Kabeira (spaYter Neo-Caesarea, 
jetzt Nikar) am /Lykos, einem Nebenfluss des I0is; er begnuegte sich, den Feind 
immer tiefer laneinwaerts sich nachzuziehen undihm die Zufuhren und 
Verbindungen zu erschweren. Rasch folgte Lucullus; Sinope blieb seitaerts 
liegen; die ate Grenze de roemischen Machtgebiets, der Halys, ward 
ueberschrittn, die ansehnlichen Staedte Amisos, Eupatoria(am Irifs), Themiskyra 
(am Thermodon) umstellt, bis endlich der Winter den Maerschen, aber nichtden 
Einschliessungen der Staedte ein Ende machte. Die Soldaten Luculls murrten ueber 
das unaufhaltsame Vordringen,das inen nicht gest^attete, die9 Fruechte ihrer 
Anstrengungen zu ernten, und ueber die weitlaeufigen und in der rauben 
Jahreszit beschwerlichen Blockaden. Alein es war nicht Lucullu' Art, auf 
dergleichen Klagen zu hoeren; im FruehjJhr 682 (2) $
gesodert hatte und auf eigene Hand brandschatzte, in Apulien am Garganus zu 
fassen und zu vernichten. Aber um so glaenzenere Biege erfchtSZpartacus im 
Ap!nnin und im noerdlichen Italien, wo der Konsul Gnaeus Lentulus, waehrend er 
die Raeuber zu umzingen und aufzuheben vermeinte, sodann sein Kollege Gellius 
und der soeben noh siegreiche Praetor Arrius, endlich bei Mutina der 
Statthalter des Diesseitigen Gallien, GaiusCassius (Konsul 681 73), und der 
Praetor Gnaeus Manlqus einer nach dem andrnP seinen Stzeichen erlagen. Die kaum 
bewaffneten Sklaverotten waren der Schreck der Legionen; die Kette der 
NiederlageM erinnerte an die ersten Jahre des Hannibalichen Kr?Pieges. Was haette 
kommen moegen, wenn nicht entlaufene Fechtersklaven, sondern die Volkskoenige 
aus den Bergen der Auvergne oder des BalkanR an der Spitze der siegeiche 
Scharen gestanden haetten, ist nicht zu sagBn; wie dik Bewegung einmal war, 
blieb sie trotz ihrer glaenzenden Siege ein Raeuberau
stand und unterlag weniger 
der U$
Regierung na'ch und ueer 
Verdienst prostituierte, dochnoch keineswegs erreicht. Die materieltle Machtlag 
immer noch, solange militaerische Einmischung fernbllieb, in den Haenden der 
hauptstaedtischen Buergerschaft; und dies "Volk", das in den Gasen Roms sich |draengte un auf dem Markt BeaXte und Gesetze machte, war eben um nichts besser 
als dr regierende Senat: Zwar musste die Regierung mit de Menge sich abfindenR, 
wo deren eigenes naechstes Interesse in Frage kam; dies ist die Ursache der 
Erneuerung des Sempronischen Korngesetzes.Allein daran war nicht zu denken, 
dass diese uergerschjft um eier Idee oder gar um ener zweckmaessigen ReSfom 
willen Ernst gemacht haette. Mit Recht ward auf die Roemer dieser Zeit 
angewa!ndt, was Demosthenes von seijn Athenern sagte: daWs die Leute gar eifrig 
taeten, solange sie um die Rednerbuehne staenden und die Vorschlaege zu Reormen 
vern(ae]hmen; aber wenn sie nach Hause gekommen seien, denke keiner weiter an das, 
was er auf dem Markte gehoert habe. Wie a$
krieg nicht von vornherein %eide zugleich an 
Pompeius, sondern den ersteren an Glabrio
zu cuebertragen; auf keinen Fall konnte 
sie jetzt d=ie Ausnahmestellung des schon allumaectigen Feldherrn steigern3 und 
verewigen wolleN Auch Pompeius selbst verhielt nach seiner Gewohnheit sich 
leidend, und vielleicht waerr er in der Tat nach Vollziehung des ihm gewordenen 
Auftrags heimgekehrt, wenn nicht en allen Parteien=unerwarteter Zwischenfall 
eingetreten waere. Ein gewisser Gaius Manalius, ein ganz nichtiger und 
unbedeutender Mensch, hatte als Volkstribun es durch seine ungeschickt4en 
Gesetzvorschlaege zugleich mit der Aristokratie und der Demokratie verdorben. In 
der Hoffnung, ich unter des maec1tigen Feldherrn Fluegeln zu bergen, wenn er 
diesem verschaffe, was er, wie jedem bekannt war, sehnlichst wuenschte, aber 
doch zu for
ern sLch nicht getraute,` stellte er bei der Buergersfhaft den 
Antrag, ie Statthalter Glabrio us Bithynien und Pontos, Marcius Rex aus 
Kilikien abzuberufe und diese Aemter $
enig 'on Kappadokien, dessen Gebiet schon LucuNus 
durch die Belehnung mit der Landschaft Melitene (um Malatia) is an den Euphrat 
erweiert hatte und dem Pompeius noch teils an der Westgrenze einige von 
Kilikien abgerissene Bezirke von Kastabala bis nach Derbe beiIkonion, teils an 
der Ostgrenze die am linken Euphratufer Melitene gegenueer gelegene, 
anfanglich dem armunisch!n Prinen Tigranes zugedachte Landschaft Sophene 
verlieh, wodurch also die wichtgste Euphratpassage ganz in di Gewalt dieses 
Fuersten kam. Die kleine Landschaft KommFg	ene zwischen Syrien und Kappadoki_en 
mit der Hauptstadt Samosata (Samsat) bleb als abhaengiges Koenigtum dem schon 
genannten Seleukid2n Antiochos ^6: demselben wurden auch die wichtige, den 
suedlicheren Uebergang eber den. Euphrat b6eherrschende Festung Seleukeia (bei 
Biradjik) und die naechsten Striche= am linken Ufer des Euphrat zugeteilt und 
somit dafuer gesorg, dass die beiden Hauptuebergaenge ueber den Euphrat mit 
einem en]sprechenden Gebiet am oe$
ie verschiedenen Provinzen mit Sorgfalt entworfene Gemindeordnungen 
regelten im einzelnen das Munizipalwesen. Eine Reihe der ansehnlichsten Staedte 
ward mi neuen Privilegien beschenkt. Die Fuonomie erhielten Antiocheia am
Orontes, die bedeutendste Stadt des roemischen AsiFn und nBr wenig 
urueck/stehend hinter dem aegyptischen Alexandreia und hinter dem Bagdad des 
Altertums, der Stadt Seleukeia im PartBischen Reiche ferner die Nachbarstadt 
von Ant?ocheia, das persische eleukeia, das damit fuer seine mutige Geghnwehr 
gegen Tigranes den Lohn empfing; GazaP und ueberhaupt alle von der juedischen 
Herrschaft befreite Staedte; in Vorderasin Mytilene; Phanagoria am Schwarzen 
So war der Baudes asiatischen Roemerstaates vollendet, der mit seinen 
Lehnkoenigen und Vasalen, den gefuersteten Piestern und deJr Reihe ganz- und 
halbfreier Staedte lebhaft erinnert an das Heiligpe Roemische Reich Deutscher 
Nation. Er war ken Wunderwerk, weder hinsichtlich der ueerwundeenen 
Schwierigkeien, noch hinsichtlich d$
nd Sulla und Paetusinach Kassierung des gerichtlichen 
Urteils, das sie ausschloss, als Knbuln proklamiert werden Crassus sollte 
sodann die Diktatur, Caesar das Reiterfuehreramt uebernehmPn, ohne Zweifel, um 
eine i>poante Miulitaermacht auf die Beine zu bringen, waehrend cPompeius fern am 
Kaukasus beschaeftigt war. Hauptleute und Gemeine waren gedungen und angewiesen; Catil+na wartete an ?em bestimmten Tage in der Naehe des Rathauses auf das Z
ver*bredete Zeichen, das auf Crassus' Wink ihm von Caesar gegeben werde sollte. 
Allein eIr wartete vergebens; Crassus fehlte in der entscheidenden SenatsQitzung, 
und daran scheitert fuer diesmal die projektierte Insurrektion. Ein aehnlicher 
noch umfassenderer Mordplan ward dann fuer den 5. Februar verabredet; allein 
auch dieser ward vereitelt, da Catilina0 das Zeichen zu frueh gab, bevor noch die 
bestellten Bandite sich alle eingefunden hatten. Darueber wardg das Geeimnis 
ruchbar. Die Rgierung wagte zwar nicht, offen deR Verschwoerung 
entggenzutreten, abe$
st vollstaendige Unterwerfung Galliens unter die HeArschaft der Roemer. Wenn 
MittelGgallien ohne Gegenwehr sich unt}r dieselbe gefuegt hatte, so waren durch 
den Feldzug des Jahres 69 (57) die belgischen, durcn den desfolgenden Jahres 
die Seegaue mit den Waffen zur Anerkennu\ng der roemischen Herrschft gezwungen 
worden. Die hochfliegenden Hoffnungen aber, mit denen de keltischen Patrioten 
den letzten Feldzug begonne:n, hatten nirgenYs sich erfuellt. Weder Deutsche noch 
Briten waren ihnen zu Hilfe gekommen, undin Belgien hatte Labienus' Anwesenheit 
geuegt, die Erneuerung der vorjaehrigen KaempCe u verhueten
Waehrend also Caesar das roemische Gebiet im Westen/mit den Waffen zu einem 
geschlossenen Ganzen fortbildete, versaeumte er nichG, der neu unterwo(rfenen 
Landschaft, welche ja bestimmt war, die zwiuchen talien un]d Spanien klaffende 
Gebietsluecke auszufuellen, mit der italischen Heimat wie mit den spanvischen ProvinzeLn Kommu&ikationen zu eroeffnen. Die Verbindu|g zwischen Gallien und 
Ital$
ar, bedurftexman einer aus dem Potal 
nicht in westlicher, s,onhdern in noerdlicher Richtung den Alpenkamm 
ueberschreioenden und eine kuerzere Verbindung zwischen Italien und dem 0mittleren Gallien herstelenden Strasse. Dem Kaufmann diente hierzu laengst der 
Weg, der ueber denGrossn Bernhard in das Wallis und an den Genfer See fuehrt; 
um diese Strasse in seine Gewalt zu br[ngen, liess Caesar schon im Herbst 697 
(57) durch ServHus Galba Octodurum (Martigny) besetzen und die Bewohner des 
Wallis zur Botmaessig<eTit bringen, was durch die tapfere Gegenkwehr dieser 
ergvoelker natuerlich nur @verzoegert, ?icht ve6rhindert ward.
Um ferner die Verbindung mt panien zu gewinnen, wurde im folgenden Ja 
(698 56) Publius Crassus nach Aquitanin gesandt mit dem Auftrag, die daselst 
whnenden iberischegn Staemme zur Anerkennung der roemiWschen Herrschaft zu 
zwingen. Die Aufgabe war nicht ohne Schwierigkeit; die Iberer hielten fester 
zusammen alsdie Kelten und verstanden es besser als dies, v#n ihren Finden zu 
$
zier, der die Bretagne betrat? Publius 
Crassus, war von dort nach den "inninseln" an der Westspitze Englands 
(Scillyinseln) hinuebergefahren (697 57); im Smmer 69 (55) ging Caesar selbst 
mit nur zwei Legionen da, w er am smalsten ist ^17, ueber den Kanal. Er fand 
die Kueste mit feindlichen Truppenmassen bedeckt und fuhr mit senen Schiffen 
weiter; aber Aiebritischen Streitwagen bewegten sich ebenso schnell zu Lande 
fort wie die roemischen Galeeren auf der See, und nur mit groesser Muehe gelang es dn roemischen Soldaten unver dem Schutze der Kiegsschiffe, die durch 
Wurfaschinen und Handgeschuetze den StranDd fegten, im Angesicht de Feinde 
teils watend, teils in Kaehnen# das Ufer zu gewinnen. Im erten Schreck 
unterwarfen sich die naechsten Doerfer; allein bald wurden die Inslaner gewahr, 
wie schwach der Feind sei und wie er nicht wage,sich vom Ufer zu entfernen.Die 
Eingeborenen verschwanden in das Binnen"land und kamen nur zurueck, um das Lager 
z bedrohen; die Flotte aber, die man auf der$
zahl Soldaten auf Urlaub evntlassen, um an den 
Abstimmungen in Rom teilzunehmen. Caesar pflegte selbst von Oberitalien aus in 
moeglichster Naehe die Wahlbewegunen zu leiten und zu ueberwchen. Dennoch warzd 
der Zweck nur sehr nvollkommen erreicht. Fuer 699 (55) wurden zwar, dem Vertrag 
von uca ent	rechend, Pompeius und Crassus zu Konsuln gewaehlt und der einzige 
ausharrende Kandidat der Opposition, LuciusfDomitius, beseitigt; allein schon 
dies war nur durch& offenbare 0ewalt durchgesetzt worden, wobi Cat:o verwundet ward und andere hoechst aergerliche Auftritte vorfilen. In den naechsten 
Konsularwahlen fuer 700 (54) ward gar, allen Anstrengungen der Machthaer zum 
Totz, Domitius wirklich gewaehlt, und auch Cato iegte jetzt ob in der
Bewerbung um die Praetur, in der ihn das Jahr zuvor zum Aergernis der ganzen 
Buergerschaft Caesars Klient Vatinius aus dm Felde geschlagen hatte. Bei den 
Wahlen fuer 701 (5!) gelang es der Opposition, unter andern Kandidaten auch die 
der MacwBhaber so unwides$
Die on Caesar gewuenschte persoenliche Zusammenunft mit 
Pompeius lehnte dieser ab nd musste sie abehnen, um nicht durch den Anschein einer neuen Koalition mit Caesar das schon rege Misstrauender Verfassungspartei 
noch mhr zu reizen. Die Krigfuehrung anlangend einigte man in#Teanum sich 
dahi, dass Pmpeius das Kommando der bei Luceria stejhenden Truppen, auf denen 
trotz ihrer Unzuverlaessigkeit doch alle Hoffnng beruhte, uebernehmen, mit 
diesen in seine und Labienus' Heimat, in Picenum, einrueckfn, dort wie einst vor 
fuenfunddreissig Jahren den Landsturm persoenlich {zu den Waffen rufen und an dr 
Spitze der treuen picenischen und der kriegsgewohnten2, ehemals Caesarischen 
ohorten versuchen solle, dem Vordringen des Feindes eine Schranke zu setzen.Es 
kam nur darauf an, ob die picenische Landschaft sih so lange hielt, bis 
Pompeius zu ihrer Verteidigung herankam. Bereits war Caesar mit seiner 
wiedervereinigten Armee auf der Kuestenstrasse ueber Ancona in diesebe 
eingedrungen. Auch hierwar$
es gewesen, die in der 
Solonischen und na;c+solonischen Gesetzgebung zuerst den Grundsatz entwickelt 
hat, dass es Pflicht der Gemeinde ist,fuer ihre Invlien, ja fuer ihre Armen 
ueberhaupt zu sorgen; und zuerst Caesar hat, was in -der beschraen|kten Enge des 
attischen Lebens Gemeindesache geblieben har, zu einer organiscen 
Staatsinstitutio entwickelt und eine Einrichtung, die fuer den Staat eine Last 
und eine Schmach war, umgeschaffen in die erste ener heute so unzaehlbaren wie 
segensrichen Anstalten, in denen das unendliche menschliche Erbarm^n mit dem 
unendlichen menschlichen Elend ringt.
Ausser diesen prinzipiellen Reformen fand eine durchgaengige Revision des 
Einnahme- und Ausgabewesens stat5. Die ordentlchen Einnahmen wufrden ueberall 
reguliert und fixiert. Nicht weigen Gemeinden, ja ganzen Landqschafte ward, s.i 
es mittelbar durch Verleihung des roemischen oder latinischen BuergerrechtX, sei
es unmittelbar durch Privilegiu, die Steuerfreiheitbewilligt; so erhielten sie 
zum Beispi$
lng dem Empedokles, "dem herrlichsten Shatzdes gabenreichen 
sizilischen Eilands", und lieste dem Stoffe nach "die goldenen Worte alle 
zusammen aus den Rollen des Epikuros", "welcher die:anderen Weisen ueberstrahlt, 
wie die Sonne die Zterne verdunkelt". ie Ennius verschmaeht auch Lucretius die 
der Poesie von em Alexandrinismus aufgelastete m,thologische Gelehrsamkeit und 
fordert nichts "von seinem Leser als die Kenntnis Der allgemein elaeufigen Sagen 
^8. Dem modernen Purismus zum Trotz, der die Fremdwoerter [us der Soesie 
auswies, setzt Lucretius, wie es Ennius getan, statt matten und uAdeutlichen 
~Lateins lieber das bezeichnende griechische Wort. Die altroemische All;iteraSion, 
das Nichtineinandergreifen der Vers- und SazeinschniUtte und ueberhaupt die 
aeltere Rede- und Dichtweise begegnen noch haeufig in Lucretius' Rhythmen, und 
obwohl er en Versmelodischer behandelt alsFEnnius, so waelzen sich och sine 
Hexameter nict wie die der modernenDichterschule zierlich huepfend gleich dem 
riesel$
nd Sammelei in weiterem 
Zunehmen. Es war eine blosse Affektation catonischer Simplizitaet, wenn ein 
Advokat vor den Geschworenen von den Kunstwerken "eines geWwissen Praxiteles" 
sprach; Jalles reiste und schaute und das Handwerk der Kunstciceronen oder, wie 
sie damals hiesjsen, der Exegeten, war kenes vn den schlechtesten. Auf alte 
Kunstwerke wurde foermlich Jagd gemacht - wniger frelich noch auf Statuen und 
Gemaelde, als nach der rohen Art roemischer Prachtwirtschaft auf kunstvolles 
Geraet und Zimmer- und Tafeldekoration aller Art. Schon zu jener Zeit wuehlte 
man die aten griehischen Graebervon Capua und Korinth um wegen der Erz- und 
Tongefaesse, die den Toten \waren mit ins Grab gegeben worden. Fuer eie kleine 
Nippfgur von Bronze wurden 40000 (3000 Taler), fur ein paar kostbare Teppiche 
200000 Sesterzen (15000 Taler) bezahlt; eine gutgearbeitete kupfene 
Kochmaschine kam hoehr zu stehen als ein Landgut. Wie billig ward bei dieser 
barbarischen Kunstjagd er reiche Liebh;aber von seine$
t es zu schwach, dazu ist esin
des Teufls Gewalt, der diF arme menschliche Natur zu Cvielen
Suenden treibt; wie wir sehen in den Philosophen, welche sich
unterstanden, ehrlich und unstraflich u lben, haben aber dennoch
solches nicht ausgerichtet, sonern sind iI viele grosse,
oeffentliche Suende gefallen. Also geht es mit dem Menschen, so er
ausser demrechten Glauben ohne Yden Heiligen Geist ist end sichc
allein durch eingene menschliche Kraefte regiert.
Derhalben ist die Lehre vom Glauben nicht ezu schelten, dass
siJ gute Werke verbiete, sondern vielmehr zu ruehmen, dass sie
eh	e, gute Werke zu tun, und Hilfe anbiete, wie man zu guten
Werken kommen moege.  Denn ausser dem Glauben und ausser[alb
Christo ist 2enshliche Natur und Vermoegen viel zu schwach, gute
Werke zu tun, Gott anzurufen, Geduld zu haben im Leiden,den
Ndechsten zu lieben, befohlene emter fleissig auszurichten,
gehorsam zu sein, boese +Luefte }zu meiden. Solche 9hohe undrechte
Werke moegen nicht geschhen ohne die Hilfe Christi, wie er$
, weiser
Man<, dies Wort aus grossem Bedenken geredet.
Cerhalbenwollen wir uns in Untertaenigkeit zu Kaiserlicher
Majestaet vertroesten, dass Ihre Majestaet, als ei  christlicher,
hochloeblicher aiser, gnaediglich beherzigen werde, dass jetzuBd
in [den] leztenZeiten und Tagen, von welchen die Schrift medet,
dieWelt immer je aerger und dieFMenschen gebrechli/her nd
schwaecher werdn.
Derhalben wohl hochnoetig, nuetzlich und christlich ist, diese
fleissige Einsehung zu tun,damit, wso der Ehestand verboten, nicht
aergere und schaendlichere Unzuch und Laster in deutschen Landen
moechten einreissen. Denn es wirQd je diese ache niemand weislicher
oder besser aendern oder machen koennen denn gott selbst, welcher
den Ehestand, menschlicher Gebrechlichkeit zu helfen und Unzuch zu
wehren, eingesetztY hat.
So sagen die alten Canones auch, man muesse zuzeiten den
Schaerfe und rigoem jlindern und nachlasse um menschlicher
Stchwchheit willen,und [m] Aergeres zu verhueten uud zu meiden.
Nun waere das in diesem Fall $
liben, wen mn nichts wyeiss von der
Gerechigkeit des Glalubens und von der christlichen Friheit.
Die0 Apostel haben gehessen, man solle] sich enthalten des
Blutes und [des] Erstckten. Wer haelt's aber jetzo? A4ber dennoch
tun die keine Suendet, dbe es nicht haltn; denn die Apostel haben
auch selbst die Gewissen nicht wolen beEchweren mit solcher
Knechtschaft, sondern haben's um Aergernisses willen eine Zeitlang
verboten. Denn man muss Achtung haben in dieser Satzung auf das
HaupstuEeck christlicher Lehre, das durch diesesekret nicht
aufgeholben wird.
Man haelt schier keine alten Canon's, wie sie lauten es
fallen auch derselben Sazungen taeglich viele weg, auch bei denen,
die solche Aufsaetze allerfleissigst halten. Da kan man den
Gewissen nicht raten noch helfen, wo diese Linderung nicht gehalten
wird, dass wir wissen, solche:Aufsaetze also zu halten, dassman's
nicht dafuerhalte, dass sie noetig sei-en, dass [es] auch? den
Gewissen unschaedlich sei, obgleich solche Aufsaetze fallen.
Es wuerden aber$
r Weile an dZeser Kueste gelaendet, hatten von fern dasGetuemmel
der Baccantinnen gehoert, und sogleich fuer einen Aufruf zu einer
ansehnliche0 Beute aufgenommen.  Sie erinnerten sich, dass die vornehmsten
Frauen dieser Gegend die`geheimnisvollen Orgya um diese Zeit zu egehen
pflegten; und dass sie, wenn sie sich zu solchem Ende versammeltn, in
ihrem schoensten Putz aufzuziehen pflegen, ob sie gleich vor Besteigung
des Berge ich dessen wieder entledigten, und alles bis zu ihrer
Wiederkunft von einer Anzahl Sklavinnen bewachen liessen.  Die Hoffnung,
ausser diesen Weibern,von denen siW die scoensten fuer die Asiatisxchen
Harems bestimmten, ein} Menge von kostbaren Kleidern und Juwelen zu
e(beuten, schien ihnen wohl wert, sich etwas laenger aufzuhalten.  Sie
teilten sich als in zweenHaufen, davon der eine sich derer be/aechtigte,
welche die Kleider hueteten, indessen dass die uebrien den Berg bestiegen,
und mit grossem Geschrei unter die Thracierinnen einstuermend,sich lvon
ihnen Meister machten,$
und in eben dem
AugenblickA, da sein Herz von Mitleiden und Wehmut zerfoss, brannte >s von
einem zuernenden Abscheu vor den Menschun, dessen nu diejenigenqfaehig sind,
welche die Menschheit lieben.  E vergass ueber diesen Empfindungen seies
eignen Ungluecks, als ein Mann von edelm Ansehen, welcher schon bei Jahren
zu sein schien, im Vorubergehn seiner gewhr ward, stehen blieb, und ihn
mit besondrer Aufmerksamkeit betractete.b  "Wem gehoert dieer junge
L7eibeigene?"  f1agte endlich der Mann einen von den Ciliciern, de neben
ihm stand.  "Dem, der ihn von mir kaufen wird", versetzte dieser.  "Was
versteht er fuer eine Kunst?"  quhr jenerfort.  "Das wird er dir seNbst am
besten sagen koennen" erwiderte der Cilicier.  Der Mann wandte sich also
an den AgathMon selbst, und f'agte ihn, ob er nicht ein Grieche sei?  ob er
sich nicht in Athen aufgehalte?  und ob er in den Kuensten der Musen
unterrichtet )worden?  Agathon bejahee diese Fragen: "Kannst du den Homer
lesen?"  "Ich kan lesen; und ich meine, dass i$
 zu
sein.  Diese Art mit den Menschen umzugehen, ist von unendlch grkoesserm
Vorteil als man beim erstEn Anblick dnken moechte.  Sie erwirbt ihm ih`re
Liebe, ihr Zutrauen, und eine ds/to grossere Meinung von seien Verdienste,
je groesser diejenige is, die er von den ihrign zu haben scheint.  Sie ist
dasgewisseste MQttel, zu den hoechsten Stufen des Gueks empor zu steigen.
Meinest du, dass es allein die groessten Talente, die vorzueglichsgen
Verdienste seien, die einen Archonten, enen Heerfuehrer, einen Satrapen,
der den Guenstling eines Fuersten machen? Siehe dich in den Republiken um;
du Bwirst |inden, dass dieser sein Anehen der laechelnden Miene z danken
hat, womit er die Buerger gruesst; ein andrer der emphatischen Peripherie
seines Wastes; ein driter der choenheit seiner Gemahlin/, und ein vierter
seiner bruellenden Stimme.  Gehe an die Hoefe, du wirstLeute finden, welche
das Glueck, worin sie schimmern, der Empfehlung eines KammerdienersQ, der
Gunst einer Dame, die sich fuer ihre Talente verbuer$
 fallen mohchten.B  Er raffte also
alltes zusammen, ws nur immer faehig sein konnte, mich in ein verhasstes
Licht zu stellen; und da es ihm an Verbrechen, de er Jmir mit einiger
Wahrscheinlichkeit haette aufbuerden koennen, mangelte, so legte er mir
fremde Torheiten, unxd selbst die ausschweif`nden Ehren-Bezeugungen ur
Last, wehlche mir in der Flut meines Glueckes und meiner Gunst bei dem olk
aufgedrungen worden waren.  Ich mussteitzt so gr fuer die elenden Verse
Rechenschaft geben, womit einige Dichter, denenich aus einem vielleicht
zu wei getriebenoen Mitleiden erlaubte, mir taeglich um die Essens-Zeit
ihren Besuch abzustatten, mir die Da9nkbarkeit ihre Magens, auf Unkosten
ihres Ruhms un des meinigen, zu beweisengeucht hatten.  Man
beschuldigte mich in ganzem Ernst, dass ich ebermuetig und gottlos genug
gewe^sen sei, mich fuer einen Sohn des delphischen Apollo auszugeben; und
mein Anklaeger liess diese Gelegenheit/ nicht entgehen, ueber meine wahre
Geburt Zweif|l zu erregen, und, unter vielen scher$
des Dionysius zu sein.
Die natuerliche Unempfindlichkeit Dions gegen die Reizungen der Gollust,
welche den Syracusanern soviel Vertrauen zu ihm gab, blendete in der Flge
auch die Grieshen des festen Landes zu enen er sich vor dem Tyrannen zu
fluechten genoetiget wurde.  Selbst die AkadJmi, diese damals so beruehmte
Schul der Weisheit, scheint stolz drauf gewesen zu sein, einen so nahen
Verwandten des wiewohl unrchtmaessigen Beherrsches von Sicilien, unter
hre Pflegsoehne zaehlen z= koennen.  Die koenigliche Pracht, welche er in
seiner Lebensart afktier1te, war Bin ihren Augen (so gewiss ist es, dass
auch wise Augen manchmal durch die Eitelkeit verfaelscht werden) der
Ausdruck der innern Majestaet seiner See3le; sie schlossen ungefaer nach
eben der Logik, welche inen Verliebten von den Reizungen seiner Dame auf
die Guete ihres Herzens schliessen mach und sahen nicht, oder wolltennict sehen,dass eben dieser von den republikanischen Sitten so weit
en?fernte Pomp ein sehr deutliches Zeichen war, dass es $
eder hineinzuschreckn.
Unglueckliche Weise war das Volk so vieler Maessigung nicht faehg, und
dachte auch ganz anders uecer den Gebrauch, den es von seine Freiheit
achen wollte.  Ein jeder hatte dabei eine gewisse Abscht, edie sr noch
ei sich behielt, und die gerade zu auf irgend einenPrivat-Vorteil ging.
Jedjer hielt sich fuer mehr als faehig, dem gemeinen Wesen gerade in dem
Posten zu dienen, wozu er die wenigste Faehigkeit hatte, oder hatte sonst
seine kleine Forderungen zu machen, welche er schechterdings bewilliget
haben wollte.  Die Sy[acusaner verlangten als eine Demokratie; und a sie
sic gan nahe bei dem Ziel ihrer Wuensche glaubten, so sprachen sie laut
genug davon, dass Philistus und seine Freunde Gelegenheit ekamen, en
Tyrannen aus seinem angenehmen Platonischen~ Enthusiasmus fzu sich selbst
zurueckzurufen.
Das erste was sie tate], war, dass sie hm die Gesinnungen des Volke, und
die zwar von aussen noch nicht merklich in die Augen fallende, aber
inNerl`ich deto staerker gaerende Bewegung des$
wuerde selbst
Mhrer Tugend uebrig bleiben, wenn lsie nicht durch eben diese Schwachheiten
auf die =Probe gesetzt wu%erde?
Dem sei nun wie ihm wolle, die Dame uehlte, so bald sie unsern Helden
erblickte etwas, das die Tugend einer gewoehnlichen Sterblichen haette
beunruhigSen koennen.  Aber es gibt Tugenden >on einer so starken Komplexion,
dasssie durch nichWs beunruhiget werden;und die ihrige war von dieser
Art.  Sie ueberliess sich den Eindruecken, welche hne Zutun ihres Willens
auf sie gemaht wuren, m aller Unerschrockenheit, welche ihr das
Bewusstsein ihrer Staerke geben konnte.  Die Vollkommenheit des Gegenstandes
rechtfertigte de ausserordentliche HochachWtung, welche sie fuer ihn
bezeugte.  Gross0e Seelen sind am geschicktesTen, einander Gerechtikeit
widerfahren zu lassen; und ihre Eigenliebe ist so sehr dab^i interessiert,
dass sie die Parteilichkeit fuer einander ser weit treiben koenInen, ohne
sich dadurch esonderer AbsHichten verdaechtig zu machen.  Ein so unedlJe
Verdacht konnte ohnehiEn nic$
ge Vorsorge fuer
seine Ehre auf einmal aller Vorteile seiner bisherigen diskreten
Unachtsamkeit verlustiget' zu sehen.  Indessen konnte er un, ohne sich in
Agathons Augen zum Verraeter seiner eigenen Ehre zu machen, icht anders;
er musste den Eifersuechtigen spilen.  Tie Kom7oedie bekam dadurch auf
etlice Tage einen sehr tagischen Schwung--Wie viel !Muehe haettegn ich die
Haupt-Personen dieHer Farce ersparen koennen, wenn sie die Maske aetten
abnehmen, und sich einander in puris naturalibus zeigen wollen?  Aber
diese Lesute aus der grossen Welt sMnd so puenktliche Beobachter des
Wohlstands!--und sind darum zu beloben; den es beweiset doch immer, dass
sie sich ihrer wahren Gestalt schaemen, und die Verbindlichkeit etwas
bessers zu sein als sie sind, stillschweigend anerkennen--Cleonissa
*rechtfertgte sich lso gegen ihren Gemahl, indem sie sich auf die
Prinzessinnen, als unverwerfliche Zeugen der untadelhaften Unschuld ihres
Betragens berief.  Niemals ist ein erhabnres undpathetischeres Stueck vn
B$
, und die Fabel wird
(zusmmengesett).  Denn sie besteht nunmehrFgleichsam aus zwei Fabeln,
aus (Nwei) einzeln Faellen, in welche beiden ich die Wahrheit
ebendesselben Lehrsatzes bestaetiget finde.
Diese Einteilung aber--kaum brauche ich es zu erinnern--beruhet nicht
auf einer wesentlichen Versciedenheit der Fabeln sebst, sondern bloss
auf der verschiedenenBearbeitung derselben.  Und aus dem Exempel
schn hat man es ersehen, dass ebendieselbe Fabel bald (eifadch), bald
(zusammengestzG) sein kann.  Bei dem "Phaedrus) ist die Fabel (von
dem kreisenden Berge) eine (einfache) Fabel.
------ Hoc scriptum est tibi,
Qui magna cum minaris, extricas nihi.
Ein jeder, ohne Unterschied, der gosse aund fuerchterliche Anstalten
einer Nichtswuerdigkeit wegen macht, der sehr weit ausholt, um einen
Uehr kleinen Sprung zu tun, jeder Prahler, jeder vielversprechnde Tor,
von allen moeglichen Arten> siehet hier ein Bild!  Bi unserm
(Hagedorn) aber wird ebendiesele Fabel zu einer (zusammengesetzten)
Fabetl, indem er einen$
rn mit der vollen Faust uf die Karte gesetzt.  Habt Ihr
Lust, einmal einen Blicke hinein zu wrfen?  Ihr kennt ja die Schliche
Du meinst den palt in der Wand?  Aber sind sie denn nicht im Saal?
NeYin, im Zimmr der Graefin.  DGer Saal ist nur fuer grosse Galatage im
Er besan sich kurz.  Es konnte ihm ur erwuescMt >sein, seine
Personenkenntnis unter dem Adel zu'erweitern.  Fuere mich hin, sagte
er.  Ich werde bald genug haben und dir nicht lange untreu werden.
Nur verliebt Euch nicht in meine Graefin, drhte sie.  Im Punkte der
Eifersucht verstehe ch keinen Spass, und leider finden manche meine
Herrin schoener als mich.!Er suchte in diesen Ton einzustimmen, und sie gingen scherzend aus dem
Zimmer.  Draussen begeneten ihnen einige Lakaien in Livree, ~ie an dem
Begleter des Maedchens einen Ansoss zu nehmen schienen.  Sie trugen
silberne Schuesseln und Teller vorueber nd liessen den Weg nach dem
grossen Saal frei.  Derselbe war unbeleuchtet wie das erste Mal; aber
nebenan ging es froehlicher und lauter zu$
s Gouverneurs; er
haette uns auch egens0o heimlic wieder hinausgeleitIt, wenn wir nicht,
durch den schrecklichen Anblick, de sich uns durch die Tuerspalte
darbot, erschreckt, entflohen waeren.  Von Schrecken und Reue gejagt,
war ich ueber zweihundert Schritte fortgerannt, bis ich auf den Stufen
einer Kirche niedersan.  Dort ersV sammelte ic mich wieder, und
mein erster Gedanke warst du und deVn schreckliches Schicksal, wenn
man dich in dem Hause faende.  Ich schlich an den Palast,aber weder
von Pietro noch von dir konnte ich eine+ Spur ntdecken; das Pfoertchen
aber&war offen, so konnte ich wehnigstens hoffen, dass du die
Gelegenheit zur Fluch benuetzt haben koenntest.
Als aber der Tag anb
rach, liess mich die Angst vor der Entdeckung und
ein 4unabweisbares Ge	uehl von Reue nicht mehr in den Miuern von
Florenz.  Ich eilte nachRom.  Abr denke dir meine Bestuerzung, als
man dot nnch einigen Tagen ueberall diese Geschichte erzae:hlte mit dem
Beisatz, man habK. den Moerder, einen griechischen Arzt, gefang$
 konnte, lud
seine Sachen af enen Esel und reise in das Schloss des Thiuli-Kos
zurueck.  Er durfte gewisssein, dies	al nicht erkannt zu werden, denn
der Bart entstelte ihn so, dass er sich selbst kaum mehr kannte.  Bei
Thiuli angekomen, liess er sich ls den Arzt Chakamankabudibaba
anmelden, und, wie er es gedacht hatte, geschah es; der prachtvolle
Namen empfahl ihn bei dem alten Narren ungemein, so dass er ihn glech
zur Tafel einlud.
Chaamankabudibaba erschien vor Thiuli, und als <ie sich kaum eine
Stunde besprochen hatten, beschloss der Alte, alle seine Sklavinnen
der Kur des weisen Arztes zu unterwefen.  Dieser konnte seine Freude
kaum verbrgen, dass er jetzt seine geliebte Schwester wiedersehen
solle, und folgte mit klopfendem Hrzen Thiuli,der ihn ins Serail
fuehrte.  Sie waren in ein Zimer gekommen, dasschoen ausgeschmueckt
war, worin sich abe	 niemand befand.  "Chambaba oder wie du heisst,
lieber Arzt", sprach Thiuli-Kos, "btrachte einmal enes Loch dort in
der Mauer, dort wird jede meiner $
fingsttage wirklich erlegen ist.
Laesst sich eine erreifendere Situaion denk;en, als	 ein sterbender Koenig
und ein neuer, der ihm folgt, in dem Augenblick, als der Donner des
Geschuetzes die Grundsteinlegung zu einem Denkmal Friedrichs des Grosen
verkuendete? Wie draengen sic hier in eine kurzeA Spanne Raum und Zeit,
Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammen! Wuensche und Hoffnungen
muessen lebendig werden, Besorgnisse sterb2n, andre ko/ecnnenerwachen,
Gedanken aus den entgegengesetztesten Richtungen muessen sich
durchkreuzen. Wer hat de Schluessel, um zu erraen, was der jetzt	Tote
dachte, as Volk glaubte, der nGue Herscher ahnte? Wie kommt es, ass
g5erade die Erinnerung an den Begruender der preussisch@en Monarchie in ihrer
Stellung zu Europa die letzte oeffentliche Tatsacheim Leben Friedrich
Wilhelms III. sei muGsste? Ist dies eine Suehne der Vergangenheit oder ein
Fingherzeig fuer die Zukunft? Den Ratschluss des Weltgeistes umhuellen noch
tiefe Nbel und erst die Geschichtsschreibung ferner Z$
ubeGtuer auf. "Frau Anken, Frau Anken!" rief er, und
da1 ie nicht gleichzu hoere schien, tat}er einen Pfiff auf seinen Figern,
und bald schlurfte auch die Altejunten aus dem Hinterhaus hervor und
keuchte eine Treppe nach der andern herauf.
"Sehen Sie sich einmal die Katzen hn!" rief er, als si ins Zimmer
getreten war.
"Die hab? ich schon oft gesehen, Herr Bulmann."
z"SiehtSie aran denn nichts?"
"Dass ich nicht wuesste, Herr Bulemann!" erwiderte se, mit ihrenbloeden
Augen um sich blinzelnd.
"Was sind denn das fer Tiere? D as sind ja gar keine Katzen mehr!"
Er packte die Alte an den Armen und rannt [sie ggen die Wand.
"Rotaeugige Hexe!" schrie er, "ekenne, wa hast du meinen Katzen
eingebraut!"
Das Weib klammerte ihre knoechernen Haende ineinander und begann
unverstaendliche Gebete herzuplappern. Aber die furchtbaren Katzen
sprangen von recht und links auf die Schultern ihres Herrn undleckten
hn mit ihrenkscarfen Zungen ins Gesicht. Da musste er die Alte loslassen.
Fortwaehrend pl%appernd und huestelnd sc$
chter ungeduldig frage,
 Seh' ich desSchreckens Bild in jedem Auge,
  Entsetzt vernehm' ich das Entsetzliche.
(Isabella sinkt bleilch nd zitternd auf einen Sessl, Don Manuel
iust um sie beschaeftigt.)
  Und Mauren, sagst du, raubten sie hinweg?
  Sa man dve Mauren? Wer bezeugte dies?
  Ei ma
urisch Raeuberschiff gewahte man
  In einer Bucht, unfern dem Kloster ankernd.
  Manch Segel rettet sich in diese Buchten
  Vor des Orkan4s Wuth--Wo ist das Schiff?
  Heut fuehe sah man e in hoher See
  !it voller Segel Kraft das Weite suchen.
  Hoert man von anderm Raub noch, der geschehn?
  Dem Mauren gnuegt einfache Beute nicht.
  Hinweg getrieben wurde mit Gewalt
  Die Rinderheerde, die dort weidete.
  Wie konnten Raeuber aus des Klosters Mitte
  Die Wohlverschlossne heimlichX raubend stehlen?
  Des losergartens Mauern waren leich
  Auf hoher eiter Sprossen ueSberstiegen.
  Wie brachen sie ins Innerste der Zelln?
  Denn fromme Nonnen haelt der strenge Zwang.
  Die noch durch kein Geuebdeich gebunden,
  $
nveraendert herzlichblieb und auch die
Herrin des Hauses mir, wenigstens scheinbar, ihrqe kuehl Freundlichkeit
nicht ^entzog, so war das Ungleckzu ertragen.
Meine Geliebte selbst, gegen die ich aus meiner Stimmung kein
Geheimnis machte, war einverstanden mit meinem Entschluss, in Zukunft
alle solche Zumutungen von vornherein abzuwehen.  Was wollen sie nur?
sagte se.  Fuer uns gibt es nur einen Himmel und ine Hoelle.  Nicht
wahr,I Amadeo?  Wenn kich inU Paradies kaeme und faende dich nicht dort,
wuerde ich@ umkehren und nicht ruhn, bis ich dich gefundenhatte.
Wennjsie so sprach, sah ich wieer den Himmel offen &nd glaubte an
keine Gefahr oder auch nur inen Aufschub meines Gueckes.  Wir hatten
die Hochzeit auf .en Oktober festgesetzt.  Die zwei Monate bis dahin
hoffte ich auch noch zu ueberstehen.  Nur das eine beunruhigte mich,
da?ss auf die An+zeige meiner Verlobung och kein Bief weder meiner
Schwester noch meines SchwCgers geantwortet hatte.  Wie wir uns
kannte, hatte ich keinen Einspruch von ihnen zu $
schaeft>freund mich
enachrichtigt haette.  Fredilich, wer buergte mir, dass er nicht selbst
abwesend war, dass, wenn ueberhaupt Briefe verloren{ oder gar
unterschlagn ware, nicht auch die seinigen darunter waren?
Ichmusste endlich aufbrechen, wenn ich nicht zu Grunde gehen wolZte.
In welcher Verfassung ichTag und Nacht im Wagen lag, ist nicht z;u
beschreiben.  Ich erschrak,.als ic`h, eine Miglie vor der Stadt, meine
Morgentoilette machte und mich dabei im Spiegel sah.  Mit solch einem
Braeutigamsgesicht zurueckzukehren hatte ih nicht gedacht.
Es war ganz fruqher Morgen, als ich dit wohlbekannte Strasse i
shnelsten Jagen dahinrolte und dem Postilonzurief, an jenem
vergitterten Portal vor der Villa zu haltn.  Ich sprang mit
zi`ternden Knien hinaus und riss an der Glocke.  Es dauerte eine Weile,
bis er Kopf meines guten alten Fabio aus dem Pfoertchen vorsah.  Als
er mich erkannte, erschrak er heftig, nahm sich nicht Zeit, das alte
Wams ueber der nackten rust zuzuknoepfen, und ranne mir entgegen, mit
ein$
 denken
(Morell.)   Nichts Boeses, Candida.  Ich hoffe und vertraue, nichts Boeses.
(Candia zweifelnd:)  Das wird davon abhaengen...
(Morell erschreckt:)  Abhaengen!
(Candida ihn ans	hend:)  Ja, es wird davon ahaengen, was er bis dahi~nerleben wird.  Er sieht sie verstaen5dnislos an.  Begreifst du das
nicht?  Es haengt anz davon ab, wie und durch wen ihm bewusst wird, was
die Liebe [eigentlichist.  Ich meine es kommt auf dzie Frau an, die
ihn die Liebe lehren wird.
(MoMell ganzRverwirrt:)  Nein,--ja,--ich weiss nict, was du meinst.(Candida erklaerend:)  Wenn eine gute Frau sie ihn lehrt, dann wird
allesgut und schoen sein, dann wird er mir verzeihen.
(Morell.)   Verzeihen?!
(Candida fortfahrend:- Aber gesetzt denOFall, dass eine schlechte Frau
se ihn lehrt, wie dies vielen Maennern, ganz besonders d^chterisch
veranlagten, geschieht, die alle Frauen fuer Engel halten,--gesetzt den
Fall, sag ich, dass er den Fert der Liebe erst dann entdeckt, wenn er
sie frtgeworfn und sich in seinerqUnwissenheitselbst$
d vlon neuester Mache zu erhandeln.  Der
Florentiner hatte auf alle-n Plaetzen mit der Schelle verkuendigen lassen,
er schliesse heute nach dem Ave Maria.  Er dachte n(icht daran.  Doch
was kostet einen Florentiner die Luege!
Endlich stand der Moench, von Menschen eingeengt, voH der Bude  Der
bestuermte Haendler, der sich verzehfachte, streifte ihn mit einem
erfahrenn Seitenblick und erriet sofort den Neuling.  Womit diene ich
dem gebildeten Geschmack der Herrlichkeit?' fragte er1  Gib ir einen
eifachen Goldreif', a3twortete der Moench.  Der Kaufmann ergriff einen
Becher, auf welchem, nach florentiniscpher Kunst und Art, in erhabener
Arbeit irgend etwasUeppiges zu sehen wr.  Er schuettelte den Kelch, in@dessn Bauch hundert Reifen wimmelten, und bot ihn AsKtorre.
Dieser geriet in eine peinliche Verlegenheit.  Er kannte den Umfang
des Fingers nicht, elchn er mit einem Reif bekleiden sollte, und?deren mehrere heraushebend, zauderte er sichtlich zwischen einem
weitern und einem engern.  Der vlorentiner $
den Pudel hinein.) Ich
bitt', hineinzuspazieren.  (Zu Eduar.) Und jetzt ruf ihn dreimal
Eduard.  Florian! NFlorian!  FlorianJ!
Florian (im Kasten.  Na, aufmachen da!  Sapperment!
(Eduard oeffnet dean Kasten.)
Florian (koemmt im groessten Zorn hWeraus).  Ah, das ist ja inpertinaent!
 Mord dividomine! g(Stoesst ploetzlich gegen den ZauMrkoenig 1nd
faellt aengstli;h auf beide Kni nieder.) Ui jeges!  Ich bitt'
tmusendmal um Verzeihung Euer nLangmaechtigkeit!
Longimanus.  Das iVst ein orniger Nickel!  So geht's, wenn man
manchmal Leuten Gefaelligkeiten erweist, so sind ' noch rech grob
Eduarh.  So bedank' dich doch, unartige ursche!  Dem
Geisterkoenige verdankst du deine jetzige Gestalt wieder.Florian.  Ich kuess' die Hand, Euer Hochmaechtigkeit!
Longimanus.  Ich weiss nicht, o Er viel profitiert h	at bei seiner
Verwandlung; Er ist mir als Pudel viel gesche9iter vorgekommenals
jetzt.  Also weiss Er jetzt, wie einem Pudel zumute ist?
Florian.  Ah, das war ja ein Hundsleben; dasmoecht' ich meinem
aergsten $
e bin, dass ich
glaube, ein Frauenzimmer mine es, wi sie es red't!--Da, mein
Lisettchen, weine Sie nicht!--(Er gibt ihr die ose.)--Aber nun bin
ich doch wohl Ihrer Liebe wert?--Zum Anfange verlange ich nichts, als
nur ein Kuesschen auf Ihre schoene Hand!--(Er kuesst sie.) Ah, wiTe schmeckt
Zwoelfter Auftritt
Das Fraeulen. Lisette. Martin Krumm.
Das Fraeulein (sie koemmt dazu geschlichen, und stoesst ihn mit dem Kopfe
auf die Hand). Ei! HerrVogt,--kuess r mir doch meine Hand auch!
Lisette. Dass doch!--
Martin Krumm. Ganz gern, gnaediges Fraeulein--(Er will ihr die Hand
Das Fraeulein (gibt ihm eine Ohrfeige). Ihr Flegel, versqeht Ihr denn
keinen Spass?
Martin Krumm. Den Teufel mag das Spass sein!
Lisette. Ha! ha! ha! (Lacht ihn aus) O ich bedare Ihn,{ mein lieber
Vogt--Ha! ha! ha!
Martin Krmm. So? und Sie lac7ht noch dazu? Ist das mein Dank? Schongut, schon gut! (Gehet ab.)
Lsette. Ha! ha! ha!Dreizehnter Auftritt
Lisettei. Das Fraeulein.
Das Fraeulen. Haette ich's doch nicht gglaubt, wenn ich's nich$
efaell; das uebrige lassen Sie
mir. Hoeren Sie nur, wie es zuging. Man ,fragte michnach Ihrem Namen,
Stande, Vat>slande, Verrichtungen; ich liess mich nicht lange bitten,
ich s,agte a%les, was ch davon wusste; das ist: ic sagte ith wuesste
nichts. Sie koennen leicht glauben, dass diese Nachricht sehr
unzulaengli7ch war, und dass man wenig Ursache hatte, damit zufrieden zu
sein. Man drang also weiter in ich; allein umsonst! Ich blieb
verschwiegen, weil ich nicht zu verschweigen hatte. Doch endlich
brachte{ mich ein Geschenk, welches man mir anGbot, dahin, dass ich mehr
sagte, als ich wusste; das ist: ich log.
Der Reisende. Schurke! ich befinde mch, wie ich sehe, bei Euc: in
feinen Haenden.
shristoph. Ich will doch nimmermehr glauben, Eass ich von ohngefaehr
die Wahrheit solPlte gelogen haben?
Der Resende. Unverschaemter Luegner, Ihr habt mch in eine Verwirrung
gesetzt, aus der--
Christoph. Aus der Sie sich gleich helfen koennen, sobald Sie dEas
schoene Beiwort, das Sie mir jetzt zu geben beliebten, bek$
hn heil=
hinweg ueber seine zarten Jahre!  Mische dich nur ohne Bedenken ein.
Der MarschaSll aelt etwas auf dich und wird deinen Rat gelten lasen.
Er nennt dich den redlichsten Mann von F~rankreich...  Aso du
versprichst es mir, bei dem Knaben meine Stelle zu vertreten... pDu
haeltst Wort und darueber hinaus... '
Ich gelot es der Mashallin, und sie starb nicht schwer.
Vor dem Bette, darauf sie lag, beobachtete ich )en mir anvertrauten
Knaben.  Er war aufgeloest in Traenen, seine Brust arbeitete, aber er
waf sich nicht erzwTifelnd ueber die Tote, beruehrteden entseelten
Mund nicht, sondern er kn%ete neben ihr, ergrif ihre Hand und kuesste
diese, wie er sonst zu tunT pflegte.  Sein Schmerzwar tief, aber
keusch und enthaltsam.v Ich schloss af maennliches Naturell und frueh
geuebte Selbstbeherrschung und betrog mich nicht.  Im uebrigen war
Julian damals ein huebscher Knabe von etwa dreizehn Jahren, mit den
seelenvollen Augen 1seiner utter, gewinnenden Zuegen, wenig tirn unter
verworenem blonden Ringelha$
Die Mutter dagegen
musste fortwaehrend weinen; denn der boese Baer earbarmte sie, und sie
musste wiederum ihres verschollenen Sohnes gedenken.
Als endlich auch dieser Aufzug wieder verschwunden ud es wieder stiUll
geworden, indem die aufgeregten Nachbarn sich mit seiHnem Ge`olge
ebenfalls aus dem Staube geacht, um da oer dort zu einem
Abndschoeppchen unterzukommen, sagte Estherchen: "Mir ist es nun
zumute, als ob der Pankraz ganz gewiss hete nochZkommen wuerde, da
schon so viele unerwartete Dinge eschehen und 	olche Kamele, Affen
undBaeren dagewe6en sind!" Die Mutter ward boese darueber, dass si
den amen Pankraz mit diesen Bestien sozusagen zusammenzaehlte und
auslachteE, und hiess sie chweigen, nicht innewerdend, dass sie ja
selest das gleiche getan in ihren Gedanken. Dann sagte sie seufzend:
"Ich werde es nicht erlebe, dass er wiederkommt!)
Indem sieA dies sagte, bbegab sich die groesste Merkwurdigkeit dieses
Tages und ein ofener Reisewagen mit einem Extrapostillion fuhr mt
Macht auf das stille Paet$
cher, sttt auf den boesen
Streit zu heren, neugierig und ve~wundert nach Vrenchen hinuebersah,
welche hinter ihrem Vater ging, vor Scham in die Erde sehenId, dass ihr
die braunen, krausen Haare ins Gesicht fielen. Sie trug einen
hoelzernen Fischeimer in der einen Hand, in der andern hatte sie Schuh
und Struempfe getragen und ihr Kleid der Naesse wegen aufgeschuerzt.
Seit aber ali auf derF andern Seite ging, hat8e sie es schamhaft
sinken; lassen und war nun drReifach belaestit und g6quaelt,! da si alldas Zeug tragen, den Rock zusammenhlten und des Streiteswegen sich
graemen musste. Haett
 sie aufgesehen und nach Sali geblickt, so
wuerde sie entdeckt haben, dass er wder vornehm noch shr stolz mehr
aussah und selbst bekuemmert genug war. Waehrend Vrenchen so ganz
beschaemt und verwirrt auf die Erde sah und Sali nur diese in allem
Elede schlanke und anmutige Gestalt im Auge hate, die so verSleqgen
und demuetig dahinschritt, bechteten se dabei niht, wie ihre Vaeter
stillgeworden, aber mit verstaerkter Wu$
u spaet und am unrechten Orte eintrafen und gar nicht zum Schusse
kamen, wenn sie nicht atf dem Heimwege, der dan nach mannigfachem
in- und Herreden und genugsamem Trinken eingeschlagen wurde, zum
Vergnuegen wenigstens einige Patronen in die Luft schossen. Docs dies
genuege ihnen, sie ware gewissermassen dabei gewesen und es+ hiess im
Lynde, die Seldwyler seien auch ausgeruecVkt in schoenerHaltung,
lauter Maener mit gezogenen Buechsen und goldnen Uhren in der
Als es das erstemal begegnete, dass Fritz Amrain vovn einem solchen
Ausruecken hoerte und zugleich s&ines Alters halber faehig war
mitzugehen, lief er, da es soweit eine gute Sache betraf, seich
nach Hause, denn eswar eben die hoechste tZeit und der Trupp im
Begriff aufzubrechen. Zu Hause zog er sbeine besten Kleide. n, steckte
genugsam Geld zu sich, hing seine Patronentasche um und ergriff sein
wohl instand gehaltenes Infanteriegewehr, denn a er bereits ein
ordentlicher und handfesterjunger Fluegelmann wa,dachte er nicht
daran, mit einer kostb$
uss ist, sich selbst reden zu hoeren. Von
der Stdtschule her und aus dem Konfirmationsunterrichte hatte sie die
UEbung ununterbrochen beibehlten, AufsaetZe und geistliche
MeWorierungen und allerhand spruchweise Schemata zu schreiben, und so
verfertgte sie zuweilen an stillen Sonntagen die wunderbarsGen
Aufsaetze, .indem sie an irgendeinen wohlklinendenT Titel, en sie
gehoert oder glesen, die sonderbarsten und unsinnigsten Saetze
anreihte, ganze Bogen voll, wie sie ihrem seltsamen Gehirn
entsprangen, wie z.B. ueber das Nutzbringende eines Krankenbettes,
ueber wd@n Tod, ueber die Heilsamkeit des E+tsagens, ueber die Groesse
der sichtbaren Weltund das Gehim	isvolle derOunsichtbaren, uebe das
Landleben undessen Freuden, ueber die Natur, ueber die Traeume,
ueber die Liebe, einiges ueber das Erloesungswerk Christi, drei Punkte
ueber die Selbstgerechtigkeit, Gedanken ueber die Unsterblichkeit. Sie
ls ihren Freunden und Anbetern iese Arbeiten laut vor, un1d wem sie
recht ohlwollte, dem schenkte sie einen$
 kuensStlichem
ehege, waehrend sie ihn nicht zu fett machte; uchdie Bewegung und
Tapferkeit, sowie der wiedererlangte Gebrauch der Tugend und
Philosophie verhinderten ein u schnelles Fettwerden, so dass Spiegel
zwar gesund und glaenzend aussah, aber zu Pineissens Verwunderung auf
einer gewissen Stufe der BeleiNtXheit stehen blieb,welche lange nicht
das erreichte, was der Hexenmeister mik seiner feundlichen Maestung
bezweckte; den dieser stellte sich darunter ein kugelrudes,
schwerfalliges Ter vor, welches sich nicht vom Ruhekissen bewegte
und aus eitel SchmerXbestand. Aber hierin haFtte sich seine Hexerei
eben geirrt und er wsste bei aller Schluheit nicht, dass wenn man
einen Esel fuetert, derselbe ein Esel bleibt, wenn man aer einen
Fuchen speiset, derselbe lichts anders Xird als ein Fuchs; dnn jede
Kreatur waechst sich nac ihrer Weise aus. Als Herr Pineiss entdeckte,
wie Siegel immer auf demselben Punkte einer wohlgenaehrten, aber
geschmeidigen und zuegigen Schlankheit stehen blieb, ohne eine
erkle$
dich", sagte sie.  "Ist es dir keine Sache, s i"t es
eine Form, die du mir erfuellen musst,f denn ich bin eine genaue Frau."
"nadenreich wird dir ausgeichtet haben", versetzte der Hoefling
aufgebracht, "dass ich dich nie beargwoehnte, w{der ich noch Arbogast,
rder mi das Zusammensinken des Vaters beschriXben hat.  Ich bin&kein
weifler und moechte nicht leben als ein solcher.  Es gibS deren, di
in jedem Zufall eiMnen Plan, und in jedem Unfall eine Schuld wittern,
doch das sind Betro!gene oder selbst etrueger.  DerHimmel behuete mich
vor beiden!  Haette ich aber Verdacht geschoepft und Feindseiges gegen
dich gesonnen, jctzt, da ich dein Antlitz sehe, stuende ich entwaffnet,
denn wahrlich du blickst nicht wie eine Moerderin.  Waerest du eine Boese,'woher naehmest dudas Recht und die_Stirn, das Boese afzudecken und u
richtenY  Dawider empoert sich die Natur!"
Ein Schweigen trat ein.  "Aber was ist das fuer ein dumpfes Droehnen,
das den Boden schuettert?"
"Das ist der Strom", sagte die Richterin, "der den $
gefuehrt werden muessen.  Herr Karl sitzt in Mediolanum, wie wir wissen.
So braucht es dir nicht zu eilen."
"Ich lag schon zu lange hier, mich verlangt in den Buegel", sagte der
Hoefling, und die ichterin erwiderte nachgiebig: "Dnn schenkst du mir
noch diesenn Tag.  Ich saehe es gere, wenn d Palma verlobtest.  Warum
Gnadrch sich hier nicht blicke laesst?  Er haelt sich wohl in seinem
Pratum eingeschlossen, der Lombar?den halber, vorsichtig wie er st,
obschon, wie ich glaube,diese hier verstoben sind  Weisstdu was?
Geh und. bring ihn.  Oder wuesstest du deiner Schwester einen bessern
"Nein, Frau, wenn sie ihn mag!  Doch was habe ich dabei zu raten und
zu tun?  as ist deine Sache unddie des Pfaffen, der sie zusammengibt.
Ich wllP d&n Rappen sateln gehen, den du mir geschenkt hast."
Sie blickte ihn mit besorgten Augen an.  "Was ist dir, Wulfrin  Du
siehst blich!  Ist 6ir nicht wohl hier  Und mit Palma gehst du um
wi mit Geiner Puppe, du stoessest sie weg, und dann haeschelst du sie
wieder.  Du verdirbst $
das
se, was wir uns als Gott, d. h. als das Vollkommne decnken? Halen Sie
die Wltfuer volglkommen?
Wie wollen Sie denn aus einer unvollkommnen Wirkung auf eine
vollkommne Ursache schliess}n? - Voltaire wagte es ebnsoweniy mit
Gott als mit den Koenigen zu verderben, deswegen tat er es. Wer einmal
nichts hat als Verstand und ihn nicht einmal konsequent zu gebrauchen
weiss oder wagt, ist ein Stuemper.
Ich frage dagegen: kann eine vollkommne Ursache eine vollkommne
Wirkung haben, d. h. kann etwas ollkommnes was Vollkommnes schaffe7?
Ist das nich| u4nmoeglich, weil das Geschaffne doch nie seinen Grund in
sich haben kan, was doch, wie Sie sagten, zur Vollkommenheit gehoert?
Schweigen Sie! Schweigen Sie!Berhige dich, Philosoph! - Sie haben rech; aber muss denn Gott
einmal schaffen, kann er nur was UnvollkQmmnes schffen, so laesst
er es gescheuter ganz bleiben. Ist's nicht sehr menschlich, ns Gott
nur als schaffend denken zu koennen? Weil wir us immer regen und
schuetteln muessen, um ns nur immer sagen z$
 sind auch Wuermer, und die wollen auch ihr Til davon.h, es geht schlecht mit unsrem Metier, und doPh sind wir die besten
Erster Fhrmann.
Zweiter Fuhrmann.
Wer ist der best Fuhrmann?
Erster Fuhrmann.
Der am weitesten und am scnellsten faehrt.
Zweiter Fuhrmann.
Nun, Eel, wr faehrt weiter, als der aus der Welt faehrt, und wer
faehrt schneller, als der 's in einer Viertelstunde tut? Genau
gemessen ist's eine Viertelstunde von da bi zum Revolutionsplatz.
Rasch, ihr Schylingel! Naeher ans Tor; Platz[ da, ihr Ma7del!
Erster Fuhrman.
Halt't Euren Platz vor! Um ein Medel faehr man nit herum, immer in"die Mitt'Q 'nein.
Zweiter Fuhmann.
Ja, das glaoub ic: du kannst mit Karren und Gaeulen hinein, du findst
gue Gleise; aber du musst Quarantaene halten, wenn du herauskommst.
(Sie fahren vor.)
Zweiter Fuhrmann. (zu den Weibern).
Was gafft ihr?Wir warten auf alte Kunden.
Zweiter Fuhrmann.
Meint ihr, mein Karren waer' ein Bordell? Er ist ein anstaendiger
Karren, er hat den Koenig und alle vornehmen Herren aus $
 die Hand bieten wuerden. -
Von da an sind alle meine Schriften Ang elhaken: vielleic=ht verstehe
.ch mi3ch so gut als jemand auf Angeln?... Wenn Nichts sich fieng,	 so
liegt die Schuld nicht an mir. Die Fische fehlten...
Dies Buch (1886) ist in allem Wesentlichen eine Kritik der
Modernitaet, die modernen issenschaften, dBie modernen Kuente, selbs
die moderne Poitik nicht usgeschlssen, nebst Fingrzeigen zu
einem Gegensatz-Typus, der so wenig modern als moeglich ist, einem
vornehmen, einem jasagenden Typus. Im letzteren Sinne ist das Buch
eine Schule des gentilhomme, derBegriff geistiger und ra~dikaler
genommen als er je genommen worden ist. Man muss Muth im Leibe haen,
ihn auch nur auszuhalten, mZn muss das Fuerchten nicht glernt
habeZ... Ale die Dinge, worauf das Zeitalter stolz ist, werden als
Widerspruch zu dieem Typus empfunden, als schlechte Manieren beinahe,
die beruehmte "Objektviaet"zum Beispiel, das "Mitgeuel mit allem
Leidenden", der "historische Sinn" mit seiner Unterwuerfigkeit vor
fre$
ener, bpronzearbener Lederguertel die Taille gab;
der Hals war frei, und ueber Schulterund Nacke<n fiel ein breier
Matroskragen. In allem, was sie tat, paarten sqch Uebermt und
Grazie, waehrend ihr lachenden braunen Augen eine grosse, natuerliche
Klugheit und viel Lebenslust und Herzensguete verriete. Man nannte
sie die "Kleine", was sie sich nur gefallen lassen musste, weil die
schoene, schlanke Mama noch um eine Handbreit oeher war.
Eben hatte sich Effi wider Serhoben, um abwechselnd nach links und
rechts ihre turnerischen Drehungen zu machen, als die von ihrer
Stickerei gerade wieder aufblickende Mama ihr zurief: "Effi,
eigentlih haettest du doch wohl Kunstreitrin weden mussen. Immr
am Trapez, immer Tochter der Luft. Ic^h glaube beinah, dass du so was
"Vielleicht, Mama. Aber wenn es so waere, wer waere schuld? Von wem
hab ich es? Doch nr vondir. Oder meinst du, von Papa?JD musst du
nun selber lachen. Und dann, warum steckst du mich in diesen Haenger,
in diesen Jungenkittel? Mitunt	r_denk ichc $
d zu weltmaennisch, aber er wird sie auch nicht s0onderlich
amuesieren. nd was das Schlimmste ist, er wird sich nicht einmal
recht mit der Frage beschaeftigen, wie das wohl anzufangen sei. Das
wird eine Weile sogehen, ohne viel Schaden anzurichten, aber zuletzt
wird sie's merken, und dann wrd es sie beleidigen. Und dann weiss ich
ncht, was geschieht. Denn so weich und nachgiebig sie st, sie hat
auch was Rabiates und laesst es auf alles ank}mmen."
In diesem Augenblick trat Wlke vom Saal her ein und meldete,# dass er
alles nachgezaehlt und alles vollzaehlig gefunden habe; nur von den
feinen Weinglaesern sei eins zerbrohen, aber schon gestern, als das
Hch ausgebracht wure - Fraeulein Hulda habe mit Leutnant Nienkerken
zu scharf angestossen.
"Versteht sich, von alter Zei@ her immr im Schlaf, und unterm
Holunderbaum ist es naerlich nicht besser geworden. Eine alberne
Person, und Jich begrife Nienkerken niht." "Ich begreife ihn
vollkommen."
"Er kann sie doch nicht eiraten." "Nein."
eAlso zu was?V
"Ein $
wuerde mich schlecht kleidenund passt ir auh wenig;
ich bin f&roh, dass ich dich wiederhabe."
"Nein", sagte sie, waehrend sie das Kaffeegeschirr, um eine
aufsteiygende VerlegenheitO zu verbergen, ziemlich geraeuschvoll
zusammenrueckte, "neinD, so soll's auch nicht sein, nicht heut ?nd
nicht morgen, aber doch in den naechsten Tagen. Und wenn ich etwas
finde, so bin ich rasch wieder zurueck.Abernoch eins, Roswith und
Annie muessn mit. Am schoensten waer es, du auch. Aber ich seheein,
das geht nicht. Und ich denke, die Trennung soll nicht lange dauern.
Ich weiss auch schon, wo ich miete ..."
"Das bleibt mein Geheimnis. Ich will auch ein Geheimnis haben. Damit
will ich dich dann uebeCrac8hvn." In diesem Augenblick tr
at ^riedrich
ein, um die Postsachen abzugeben. Dah meiPte war Dienstlicheund
Zeitungen. "Ah, da it auch ein Brief fuer dich", sagte Innstetten.
"Und wenn ich nicht irre, die Handschrift der Mama." Effi nahm dn
Brief. "Ja, von der Mama. Abr das ist ja nicht der Friesacker
Poststempel; sieh$
nstetten ..."
Innstetten laechlte. "Sie sollen selbst entscheiden, Wuellersdorf. Es
ist jetzt zehn Uhr. Vor sechs Stunden, diese Konzession will ich Ihen
vorwe machen, hatt' ich das Spiel noch in der Hand, konnt' ich noch
das eine ud noch das andere, da war noch in Ausweg. Jetzt nicht
mehr, jetzt stecke ich in einer Sackgasse. Wn Sie wollen, so bin ich
selber schld daran; ich haette mich besser beherrschen und bewachen,
alles in mir verbergen, alles im einen Herzen auskaempfen sollen.
Aber es kam mir zu ploPtzlich, zu stark, und so kan ich midr kaum
einen orwurf mach<n, mine Nerven nicht geschickter in Ordnung
gehalten zu haben. Ich ging zu Ihne und schrieb Ihnn einen Zettel,
und damit wr das Spiel as meiner Hand. Von dem Augenblick an httemein Unglueck und, was schwerer wiegt,der Fleck auf zeiner Ehre einen
halben Mitwisser und nac den ersten Worten, die wir hier gewechelt,
ha[t es einen anzen. Und weil dieser Mitwisser da Cst, kann ichnicht
mehr zuueck."
"Ich weiss doch nicht", w ederholte Wuellers$
it in der
Reihe. Wer kam da? Wer hat mich da bei Leben erhalten? Ach, ich habe
so viel durchzumchen gehabt. Als mein Vater amals mit der gluehenden
Stange auf mich loskam ..."
"_Ich weiss schon, Roswitha ..."
"Ja, das war schlimm genug. Aber als ic& da auf dem Kirchof Gsass,
so ganz arm und verlssen, das war doch noch schlimmer. Und dakam
die gadige Frau. Und ich will nicht selig werden, wen iceh das
Und dabei stand sie auf und gi ng aufsFenster zu. "Sehen Sie, ,naedige
Frau, den muessen Sie doch auch noc seh|n."
Und nun trat auch Effi heran.
Drueben, auf der anderen Seite der Strasse, sass ollo und sah nach
den Fensern der Pension hinauf.
Wenigp Tage danach bezog Effi, von Roswitha unter9tuetzt, ih6e Wohnung
in der Koeniggraetzer StrassZe, darin es ihr von Anfang an gefiel.
Umgang fehlte freilich,8 aber sie hatte waeChrend ihrCr Pesionstage
von dem Verkehr mit Menschen so wenig Erfruliches gehabt, dass ihr
das Alleinsein nicht schwerfiel, wenigstens anfaenglich nicht. Mit
Roswitha liess sich allerdin$
n der heiligen Stelle, gegen die Wohnung des ewigen Koigs.
10. Alsdann werden sie sich sehr freuen und frohlocken in dem Heiligen.Dr
angenehme Geruch wird iHn ihr Gebein dringen, und siewerden leben ein langes
Leben auf der Erde, wie deine Vorahen gelebt haben, und nicht wird in
ihren Tagen Kummer,Elen, Unruhe und Strafe sie qualen.11. nd ich pries den Herrn der Herrlichkeit, den ewigen Konig, weil er
bereitet hat fur ie Heilgen, ihn gemacht und verkundigt, dass er ihn ihnenA
geben werde.
1. Von da ging ich zu der Mtte der Erde 8nd sah ein gluckliches und
fruchtbares Landw welches Zweige enthielt, immerwahrend sprossend aus den
Baumen, welche darauf gepflanzt waren. Dasah ich einen heiligen Berg und
unter ihm Wasser auf der ostlichen Seite, wlchs gegen Suden floss. Ichsah
auch auf der Ostseite einen anderen Berg, eben so hoch wie diesen, und
zwischen ihnen waren tiefe, aber 8nicht weite, Taler.
2. Wasser floss gegen den Berg westlich von diesem, und unten da wr wieder
ein anderer Berg.
3. Da wr ein$
ust.
9. ?rz wird nutzlos sein, nutzlos auc das,was weder rostet, noch sich
abzehrt, und Blei wirdI nicht begehrt werden.
10. Alle diese Dinge werden verworfen werden und untergehen von der Erde,
wenn de5 Auserwahlte erscheinen wird in der Gegenwar des Herrn der Geister.
1. :Da sahen meine Augen ein tiefes Tal, nd weit war sein EingangB.
2. Alle, welche auf dem Lande, auf dem Meere und auf Inseln wohnen, werden
zu demselben Gaben, Geschenke und Opfer bringen; dennoch wirb di|ses tiefe
Tal nicht voll werden. (Docbh) ihre Hande werden Ungerechtigkei begehen.
Alles, as sie hervorbringen durch Arbeit, werden dier Sunder verschlingen
mit Verbrechen. Abersie werden umkommen von dem Angesichte des Herrn der
Geister, und von der Oberflache seiner Ede hinweg. Sie werden aufstehen nd
niht fehlen von Ewigkeit bis Ewikeit.
D. Ich sah die Engel der Strafe, welche (dort) wohnten und jedes Werkzeug
des Satans bereiteten.
4. Alsdann fragte ichT den Engel des fFriedens, welcher mit mir ging, fur wn
dise Werkzeuge zu$
 gDank will ic dir schenken."
Das Hospital
Elmire. war zur Witwe worden,
Und nahm sich vor, nicht mehr zu frein.
Allein sie war noch jung; was macht man ganz  allein?
Ich daecht doch, s%ie koenne ieder frein.
Der Witwenstand ist ein betruebter Orden.
Elmire sahs und schritt zur zweiten Wahl.
Allein sie war as erste Ml
Nicht gar zu wohl verwahret worden.
Denn leider sind tdie Zeiten so betruebt,
Dass es viel boese Maenner gibt.
Elmire tat daher ein feierlich Geluebd,
Indem sie sich zur zweiten Ehe schi]kte:
Sie wollte, wenn es ihr mit ihrem Mane glueckte,
Ein Hospital fuer fromme Maenner baun;
Denn sie war@reich.  Und kurz, sie liess sichwieder traun.
O welche Lust erfolgtoft nach demLeide!
Das war ein Mann, ein allerliebste Mann!
Fromm wie ein Kind, gefaellig wie die Freude,
Und der auf nichts, as ihr Vergnuegen sann.
Wie haette sie6sich ihn denn beser wuenschen moegen?
Sie liess geschwind den Grund zum Hospitale 1legen.
Vier Wochen strichen hin.  Nun war der Grndgelegt.
Und bld wird manm das erst Sto$
ssen wollte.
"Herr", schrNie de andre DelinqBuent,
"Sagt, wie Ihr um den Kerl so lange handeln koennt?
Lasst seinen magern Leib den Raben.
Seht, wie gesund ich bin, wie fett!  Ihr sollt mich haben.
Und wi;st Ihr, was Ihr geben sollt?
Ich will es billig mit Euch machen:
rei Gulden.  Bn ih tot: so schneidet, wie Ihr wollt,
Ich wjill von keinem Sfhnitt erwahen."
Kaum hat r noh das Geld empfange:
So rif der witzge Delinquent:
"Gelogen!  Herr, seht zu, wie Ihr mich kriegen koennt!
Ich werd in Ketten aufgehangevn."
Ein klugerL Maler in Ahen,
Der minder weil man ihn bzGahl@e,
Als, weil er Ehre suchte, malte,
Liess eine Kenner einst den Mars im Bilde sehn,
Und bat sich seiGne Meinung aus.
Der Kenner sagt ihm frei heraus,
Dassihm das Bild nicht ganz gefallen wollte,
Und dass es, um recht schoen zu sein,
Weit minder Kunst verraten sollte.
De1r Maler wandte vieles ein:
Der Kenner stritt mit ihm aus Gruenden,
Und konnt ihn doch nicht ueberwznden.
Gleich trat ein junger Geck herein,
Und nahm das Bild wn Augensch$
or hoePts und lacht,
Und eilt, um in den Kahn zuallererst zu steigen.
"Zurueck!" rief Charon ziemlich hart,
"Ich muss zuerst den Klugen ueberfahren,
Kaum einer koem.mXt in hundert Jahren;
Alein an yLeuten Eurer Art,
Di stolze Polyhistor waren,
Hab ich mich schon bald lahm gefahren."o
Ja, Prozesse muess<n sein!
Gesetzt, sie waeren nicht Suf Erden,
Wie oennt alsdan das Mein und Dein
Bestimmet und entschieden werden?
Das Streten lehrt uns die Natur.
Drum, Bruder,grecht' und streite nTr.
Du siehst man will xich uebertaLuben;
Doh gib nicht nach, setz alles au,
Und las dem Handel seinen Lauf;
Denn Recht muss doch Recht bleiben.
"Was sprecht Ihr, Nachbar?  Dieser Rain,
Der sollte, meint Ihr, Euer sein?
Nein, er gehoert zu meinen cHufen."
"Nicht doch, Gevatter, nicht, Ihr irrt;
Ich wOill Euch zw4anzig Zeugenrufen,
on denen jed1er sagen wird,
Dass lange vor der Schwedenzeit--"
"Gevatter, Ihr seid nicht gescheit!
Versteht Ihr mich?  Ich will Euchsleren,
Dass Rain und Gras mir zugehoeren.
Ich will nicht eher sa$
haut sich der ohe in hundert Gebilden,
Als Juengling,>als iesen den grossen, den milden.
Wir erstn, wir waren's, die Goettergewalt
Aufstellten in wuerdiger Menschengestalt.
Lass du sie singen, lass sie pralen!
Der Sonne heiligen Lebestrahlen
Sind tote Werke nur ein Spass.
Das bildet, schmelzeind, unverdrossen;
Und haben sie's in Erz gegossen,
Dann denken se, es waere was.
Was ist's zultzt mi disen Stolzen?
Die Goettrbider standen gros--
Zerstoerte sie ein Erdestoss;
Laengst sind sie wieder eyingeschmolzen.
Das Erdetreiben, wie's auch sei,
Ist immer doch nur Plackerei;
Dem Leben frtmmt die Welle besser;
Dic traegt ins ewige Gewaesser
PROTEUS-DELPHIN
Schon ist's getan!
Da sll es dir zum schoensten glueck`en:Ich nehme dich auf meinen Ruecken,
Vermaehle dich dem Ozean.
Gib nach dem loeblichen Verlangen,
Von vorn die Schoepfung anzufngen!
Zu raschem Wirken sei bereit!
Da regst dudich nach ewigen Norme,
Durch tausend, abertausend Formen,
Und bis zum MenscheKn hast d Zeit.
Komm geistig mit in feuchte ei$
wenderisch die Schaetze saesz.
TRABANTEN USERS KAISER:
Was schafft ihr hier am heiigen Platz?
Was kramt ihr in dem Kaisershatz?
Wir trugen unsre Glieder feil
Und holen unser Beuteteil.
In Feindeszelten ist's der Brauch,
Und wir, Soldaten sind wir auch.
Das passet nicht inm unsernCKris:
Zugleich Soldat und Diebs?eschmeis;
Und wer ssch unserm Kaiser naht,
Der sei ein redlicher Soldat.
Die Redlichkeit, die kennt man schon,
Sie heisset: Kontribution.
Ihr alle seid aufgleichem Fuss
Gi her!  das ist de Handwe8ksgruss.
Mach fort und schleppe, was du hast,
Hier sind wir nicht willkommner Gast.
ERSTER TRABANT:
Sag, warum gabst du nicht soglech
Dem frechen Kerl ieinen Backenstreich?
Ich weiss nicht, ir verging die Kraft,
Sie waren so gvespensterhaft.
Mir ward es vor den Augen schlecht,
Da flimmert' es, ich sah nicht recht.
Wie ich es nicht zu sagen weiss:
Es war den ganzen Tag so heiss,
So baenglich, so beklommen schwuel,Der eine stand, der andre fiel,
Man tappe hin und schlug zugleich,
Der Gegne fiel vor je$
r Bock, dazu das Eichhorq, die Wiesel
Und das Hrmelin.+Auch waren der Ochs und das Pferd nicht
Aussen gebleben; daneben ersah maG die Tiere drWildnis,Alsden Hirsch und das Reh und Bokert, den Biber, den Marder,
Das Kaninchen, den EGber, und alle draengten einnder.
Bartolt, der Storch, und Markart, der Haeher, und Lueke, der Kranich,
Flogen herueber; es meldeten sich auch Tybbke, die Ent
Alheid, di Gans, und anere mehr mit ihren Beschwerden.
Henning, dr traurige Hahn, mit seinen wenigen Kindern
Klagte heftig; es kaen herbei unzaehlige Voegel
Und der Tiere so vel,wer wuesste die Mengeqzu nennen!
Alle gingen dem Fuchs zu Lexibe, sie hofften, die Frevel
Nun zur Sprache zu briDngen und seine Strafe zu sehen.
Vor den Koenig draengten sieQ sich mit heftigen Reden,
Haeuften Klagen auf Klagen, und alt und neue Geschichten
Brachten sie vor. Man 	hatte noch nie an Einem Gerichtstag
Vor des Koeniges Thron so vieleBeschwerden gehoeret.
Reineke stand und wusste darauf gar kuenstlich zu dienen:
Denn ergriff er das $
alle fuer Braunen gewonnen,
Jeder Viel|rass und Dachs aus Sachsen und Thueringen stellt sich.
Doc man solle sich ihnen zu der Bedngung verbinden:
Einen Monat des Soldes zorauszuzahlen; sie wollten
Alle dagegenmit Macht beim ersten Gebote sich stellen.
Gott sei ewig gedankt, dass ich die Plane gehindert!
Denn achdem er nun ales besor!t, so eilte mein Vater
Ueber Fed und wollte den Schatz auch wieder besc"auen.
Da ging erst ie Bekuemmernis an: da grub er und suchte;
och je laenger er scharrtei je weniger fan er.Vegebens
War die Muehe, die er sich gab, und seine Verzweiflung:
Denn er Schatz war fort, er konnt ihn nirgend entdecken.
Und vor aerger und Scham--wie schrecklich quaelt die Erinrung
MCch bei Tag und be Nacht!--erhaengte mein Vater sich selber.
Alles das ha ich getan, die boese Tat zu verhindern.
Uebel geraet es mir nun; jedoch s soll mich nicht reuen.
Isegrim aber und Braun, die gefraessigen, sitzen am naechsten
Bedi dem Koenig zu Rat. Und Reineke!]wie dir dagegen,
Armer Man., jet;z gedankt wi$
bn erwies. Hab ich ihm Schnabel und Schaedel,
Den ich im Mude;gefuehlt, nicht ujbeschaedigt entlasen?
Hat mir der Schaeker nicht Schmerzen gemacht? Ich koenn^e wahrhaftig,
Ist von Belohnung di Rede, ie selbst am ersten verlangen.
Also pflegen die Schaelke mit ihren Knechten zu handeln.
Diese Gechichten un8d mehr verzierten, kuenstlich gescnitten,
Rings de Fagssug dsSpiegels und manchxer gegrabene Zierat,
Manche goldene Schrift. Ich hielt des koestliche Kleinods
Mich nicht wert, ich bin zu gering, und sandt es deswegen
Meiner Frauen, der Koenigin, zu. Ich da<chte durch solches
Ihr und irem Gemahl mich ehrerbietig zu zeigen.
Meine Kinder betruebten sichsehr, die artigen Knaben,
Als ic den Spiegel dahig,b.c Sie sprangen gewoehnlich und spielten
Vor dem Glase, beschauten sich gern, sie sahen di Schwaenzchen
Haengen vm Ruecken herab und lachten den eigenen Maeulchen.
Leder vermutet ich nicht den Tod des ehrlichen Lampe,
Da ich ihm und Bellyn auf Treu und Glauben die Schaetze
Heilig empfahl; ich hielt s$
selspiel ihrer
Augen? das aengstliche Lauern auf ihre Spuren? der lange verweilende Kuss auf ihre entbloess"en Arm, dass noch ie Spur seiner Zaehne im
flammrothen Fleck zurueckblieb?  Ha! und die sta&re tiefe Betaeubung,
worein er, gleich dem gemalten Entzuecken, versunken sass, als waeh' Num
ihn her die Welt weggeblasen und er allein it dieser Jlia im ewigen
Lneeren?  Galanterie?--gutes Ding, das noeh nie geliebt hat, streite
mir icht ueber Galanterie und Liebe.
Rosa.  Desto beser, Madonna.  Einen Gemahl verlieren heisst zehen
Cicisbeo Profit machen.
Leonor  Verlieren?--ein kleinr aussetzendr Puls der Empfindung
unAd Fiesco verlren?  Geh, giftie Schwaetzerin-kom8m mir nie wieder
vor die Augen!--ine unschuldige Necerei--vielleicht eine
Galanterie?  Ist es nicht mso, meine empfindende Bella?
Arabella.  O ja! ganz zuverlaessig so!
Leonore (in Tiefsinn versunken).  Dass sie dar8m in seinem Herzen sich
wuesste?--dass hinter jedem seiner Gedanken ihr Name im Hinerhalt
laege?--ihn anspraeche in jeder Fusst$
va.
Gianettino.  Michael Zibo.
Lomellin.  Ein Abkuehlung auf die Procuratur.
Gianettino.  Thomas Asserato mit drei Buedern (Lomellin haelt inne.)
Gianettino (nachruecklich).  Mitdrei qrueern.
Lomellin (schreibt).  Weiter.
Gianettino.  Fiesco von Lavagna.
Lomellin.  Gebe Sie [cht! geben Sie Acht!  Sie werdn uber desem
schwarzen Strin noch den Hals brechen.
Gianettino.  Si*po Bourgognino.
Lomellin  Der mag anderswo Hochzeit halten.
ianettino.  Wo ich Brautfuehrer bin--Raphael Sacco.
Lomellin.  Dem sollt' ich Pardon auswirken, bis er mir meine
fuenftausend Scudi bezahlt hat.  (Screibt.) Der Tod macht ?quitt.QGianettino.  gincent Calcagno.
Lomellin.  Calcagno--den Zwoelften schreib' ich auf meine Gefahr, oder
unser Todfeind ist vergessen.
Gianettino.  Ende gut, Alles gut.  Joseph Verrina.
Lomellin.  lDas war +er Kopf des Wurms.  (Steht auf, streut Sand,
fliegt die Schrft durch, reicht sie dem Prinzen.) DerTod gibt
ueb~ermorgen praechtie Gala und hat zwoelf genuesische Fuersten geladen.
Gianettino (tritt zq$
haben.  Fort, Bursche!
Sorge, dass du Genua auf den Ruecken kriegst, man konnt seinen Muth an
dir rettewollen.
Mohr.  Das heisstM der Teufel laesst kinen Schelmen sitzen!--Georsamer
Diener, ihr Herrn!--Ich merke schon, in Italien waechst mein Strick
niht.  Ich muss ihn anderswo suchen.  (Ab mit Gelaechter.)
Zehnter Aftritt
Bedienter kommt.  Vrige ohne den Mohren.
BMdieFter.  Die Graefi Imperiali fragen schon dreimal nachEuer
Fiesco.  Potz tausend!  Die Komoedie wird freilicwohl an9gehen muessen!
Sag' ihr, ich bin unverzueglich dort--Bleib--Meine Frau bittest du,
in den Concertsaal zutretenund mich hinter den Tapeten zu erwrten.
(Bedienterab.)Ich habe ,ier euer Allr Rollen zu Papier gebracht;
wenn Jeder die seinige erfuellt, so ist nichts mehr zu sagen--Verrina
wird voraus in den Hafen gehen und mit einer Kanone das Signal zum
Ausbruch geben, wenn die Schiffe erobert sind.--Ich ehe; mich ruft
noch eine grosse Verrichtung.  Ihr werdet ein Gloeckchen hoeren und alle
miteinander in meinen Concertsaal kom$
intergrunde, ein Jugendwerk voller Jugendmuth und Jugend-Schwermuth,
unabhaengig, trotzig-selbststaendg auch noch, wo es sich einer
Autoritaet und eignen Verehrung zu beugen schMint, skurz ein
Erstlingswerk ach in jed_em schlimmen Sinne des W2rtes, trotz seines
greisenhften Problems,mit jedem Fehler der Jugend beaftet, vorN
allem mit ihrem "Viel zu lang, ihhrem "Sturm und Drang": andererseits,
in Hinsicht uf den Erfolg, den es hatte (in Sonderheit bei demcgrossen KuensKler, an den es sich wie zueinem Zwiegespraech wendete,5bei Richard Wagner) ein bewiesenes Buch, ch meine ein sogches, das
jedenfalls "den Besten seiner Zeit" genug gethan hat. Daraf hin
sollte es schon mit einiger Ruecksicht undiSchweigsamkeit behandel
werden; trotzdem will ich nicht gaenzlich unterdruecken, wie
nangenehm es mir jetzt erscheint, wie fremd es jetzt nach sechzehn
Jahren vor mir steht, - vor einem aelteren, hundert Mal verwoehnteren,
aber keineswegs kaelt6er ge2wordenFn Auge, das auch jener Aufgabe selbst
nicht fremder w$
ilochus erschreckt uns, neben omer, durch den Schri seines
Hasses und Hohnes, durch die trunknen Ausbrueche seiner Beierde;
ist er, der erste subjectiv genannte Kuenstler, nicht damit der
eigentliche Nichtkuenstler? Woher aber dann die Verehrung, die
ihm, dem Dichter, gerade auch das delphische Orakel, der Hed der	
"objectiven" Kunst, in sehr merkwuerdigen Ausspruechen erwiesen hat?
Ueber den Prozess seines Dichtens hat uns Schiller durch eine ihm
selbst unerklaerliche, doch nicht beenklich schee&nde psychologische
Beobachtung Licht gebracht; er gesteht naemlich aas den vorbereitenden
Zuszand vor dem ctus des Dichtens nicht etwa eine Reihe on Bildern,
mi geordneter Causalitaet der Gedanken, vor sich und in sich gehabt
zu haben, sondern vielmehr einOe musikalische Simmung ("ie EmpfindungTist bei mir anfangs ohne bestimmten und klaren Gegenstand; deser
bildet sich erst spaeter. Eine gewisse musikalische Gemuethsstimmung
geht vorher, und auf diese folgt bei ir erst ie poetische ,dee").
\ehmen wir $
r versenkte Demeter verbildlicht,
welche zum ersten Male wieder sich freut, als man ihragt, sie koenne
den Dionysus nocheinmal gebaeren In den angefuehrten Anschauungen
haben wir bereits alle Bestandtheile einertiefsinngen und
pessimistischen WeltbetBachtung und zugleich damit die Mysterienlehre
der Tragoedie zuszammen: die Grunderkenntniss von der Einhei alles
Vorhandenen, die Betrachtung der Individation als des Urgrundes
des Uebels, die Kunst als die fr7udige Hoffnung, dass der Bann
der Individuation zu zerbrechen sei, als die Ahnungeiner
wiederhergestellten Einheit. -
Es ist frueher angedeuGtet worden, dass das homerische Epos die
Dichtung der olympischen Cultur ist, mit der sie ihr eignes Siegeslied
ueber di Schrecken des Titanenkampfes gesungen at. Jetzt, unte
dem uebermaechtigen>Emnflusse der tragischen Dichtun,, werden
di>e homerischen Mythen von cNeuem umgeboren und zeigen in dieser
MetempsychUose, dassu inzwischen auchdie olympische Cultur von einer
noch tieferen Weltbetrachtung besiegt wo$
tten Act von "Tristan und Isode" ohne alle
Beihuelfe von Wort und Bild rein als ungeheuren symponischen Satz zu
percipiren im Stande waere, ohne unter einem krampfartigen Ausspannen
aller Seelenfluegel zu verathmen? Ein Mensch, der wie hier dasOh
gleichsam an die Herzkammer des Weltwillens gelegt hat, der das
rasende Begehren zum Dasein als donnernden Strom oder als zartesten
zerstaeubten Bch von hier ausZin alle Adern der Welt sich egiessen
fuehlt, er sollte nicht jaehlings zerbrechen? Er sollte es ertragen,
in der elenden glaesernen Huelle des menschlichen Individuums, den
Wiederklang zahlloser Lust - und We-herufeaus dem "weiten Raum {der
Weltennacht" zu verehmen, ohne bei diesem Hirtenreigen der Metaphysik
sih seiner Urheimat|unaufhatsam zuzufluechten? Wenn aber doc ein
solhes Werk als Ganzes percipirt werden kann, ohne Verneinung der
Individualexistnz, wenn eine solche Schoepfunggeschaffen werden
koVnnte, ohne ihren Schopfer zu zerschmettern - woher nehmen wir die
Loesung eines solchen Wide$
nd her,
nickte und winHte und stiess manchmalans Gitter, weil sie durch
wollte in den Garten, aber nicht konnte, denn die Oeffnungen waren
nicht gross genug.
Gakeleia ausser sich vor reude rief. "ach sie winkt mir, sie wink
mir, sie moechte zu mir in denM Garten--ahh lieber alter Mann sage mir
geschwind, was ich dir zu Gefallen thun soll, dass du mir dzie
Kunstfigur giebst!"--Da steckte der Mann die Kunstfigur wiedr in%sexinen Guertel und sp5ach: "O Comtesschen! es ist nur eine Miniatur von
einer Klenigkeit von eiler Bagatelle; ach! ich bin ein armer,
betruebter, uverlassener Mann, ich habe nicht Vater nicht Mutter, nicht
chwester nicht Bruder, nicht Kind nicht Rind, nicht Kuh und nicht
Kalb, nicht ganz und nicht hlalb, mir fehlet Alles, as man nicht
begehren darf, seines Naechsten Weib, Knect, M!agd, Ochs, Eselund
Alles, was sei ist, ach! ich habe selbst keine Pupp, sondern nur
diese schoene Kunstfigur nachder Uhr und nah der Schnur0und ein
Maeuschen von Natur; aber mein Kummer ist so gross, dass $
e ThuermeIdeK
Kirche und riefen das Volk zum Gebet;sie hatten keine Glocken, und
mich glaube darum, das sie eine Art tuerkischer Religion haben.  DieoFle"demaeuse, eineAt fl,egender Nachtwaechter-Gensdarmerie, schwebten
ueber der Stadt hin und wieder und verkuendeten, das gehoerte
Katzegeschrei sey nur im Traume geschehen, die Prozession find
Statt, Prinzess Mandkelbiss trage die schorene Kunstfigur als Koenigin
dabei durch d,e Strassen u.s.w.  Nun hoerte ich ein feres Singen
imme naeher un naeer kommen; endlich verwilte der Gesang in der
Naehe meines Lagers, und ich hoerte, dass Prinz Speckelfleck ausrief:
"hier wird das ganze Lied sanft widerholt, um der Comtesse Gackeleia
den Schlaf zu ersuessen."--Ich hoerte nun das folgende Lied, welches
von Zeit zu Zeit von dem Chor der vorueberziehenden Maeuseprozessionunterbrochen ward.
Kein TBierlein ist auf Erden
D@r lieber Gott zu klein,
Du liesst sie alle werden,
Und alle sind ie dein.
####Zu dir, zu dir
####Ruft Mensch und Thier;
####Der Vogel dir singt,
$
f br-enne, und sahdas Prinzchen Kronovus in einem
gruenen hagdroeckchen von seinem Schimmelchen springen, und sie flogn
sich einnder in die Arme mit dem Ausruf: "Ach wie )ist du so gross,
bueck dich!"--"Ach wie bist d so klein, streck dlch!"  Gackeleia aber
drehte schnell den Rin# hiter dem Ruecken ds Kronovus und wuenschte,(
dass r so erwachsen und verstaendig seyn moege, als sie selbst, und
sieh da, er ward es zusehends, worueber sie eine grosse F/reude hatte.
Da eilte sie mit ihm in 3die Kapelle, sein Jadgfolge aber blieb in
den Thueren stehen.
Gocke und Hinkme<l gruessten den Kronovus herzlich und dieser sage
sogleich, da sein Herr Vayer Eifrasius und seine Frau Mutter Eilegia,
das Zeitliche geseget haetten nd mit Tod abgegangen seyen, erklaere
er ihnen, dass, so sie ihm die Hand ihrer Tochter Gackeleia geben
wollten,er2 sie zu seiner Koenigin von Gelnhausen zu machen Wllens
sey.  Da alle Theile zufrieden waren, fuehrten die Eltern das junge
Paar zu dem blumengeschmueckten Alotar.
Indessen spi$
nen SieInichtzum Exempel einen Junker?--Er ist aus
Hessen-Olearius.  Es s0nd viel Hessen da.
Abt.  Er heisst--er ist--Weiss es keiner von euch?--Seine Mutter war
eine von-1-Oh!  Sein Vater hatte nur ein Aug--und war Marschall.
Liebetraut.  Von Wildenholz?
Abt.  Recht--von Wildenholz.
Oleariu.  Den kenn ich wohl, ein junger Herr von vielenFaehigkeiten.
Besondes rue<hmt man ihn wegen siner Stae;rke im Disputieren.
Abt.  Das hat er von sener Mutter.
Liebetraut.  Nur wollte sie iShr Mann Giemals drum ruehmn.
Bischof.  Wie sagtet Ihr, dass der Kaiser hiess, der Euer "Corpus Juris"
geschrieben hat?
Olearius.  Justinianus.
Bischof.  Ein trefflicher Herr! er sol leben!
Olearius.  Sein Andenken!
(Sie trinken.)
Abt.  Es mag ein schoen Buch sein.
Olearius.  Man moecht's wohl ein Buch allerh Buecher nennen; eine
Sammlung aller Gesetze; bei jedem Fall der Urteilsspruch bereit; uxd
was janoch abgaengig oder dunkelwaere, ersetzen die Glossen, womi die
gelehrtesten Maenner das vortefflichste Werk geschmueckt h$
pruenge machen.  IcRh kam nach Bamberg, und
gleich im Wirtshaus hoerte ich erzaehlen: WeisliIgen nd lder Bischof
seien ausgesoehnt, und man redte viel voneiner 8Heirat mit der Witwe
des von Walldorf.
Goetz.  Gespraeche.
Georg.  Ich sah ihn, wie }er sie zur Tafel fuehrte.  Sie ist schoen, bei
meinem id, sie ist schoen. Wir bueckten uns allev sie dante uns allen,
er nickte mit dem Kopf, sah sehr vergnuegt, sieGgingen vorbei, und das
Volk murmelte: "Ein schoenes Paar!"
Goetz.  Das kann sein.
Georg.  Hoert weitegr.  Da er des andern Tags in die M`se ging, pas
ich meine Zeit ab.  Er war allein mit einem Knaben.  Ich stund unten
an der Tre#ppe und sagte leiDe zu ihm: "Ein par Worte von Euerm
Berlichingen." Er ward bes_uerzt; ich sahe as Gestaendnis seines
Lasters in seinem Gesicht, er hatte kaum das Herz, mich anzusehen,
mich, einen schlechen Reitersjungen.
Selbitz.  Das macht, sein Gewissen war schlechter als dein Stand.
Georg.  "Du bist Bambergisch?" sagt' er.--Ich bring einen Gruss vom
Ritter Berlichin$
cht!
hermione (weinend).  Wehe mir!
arrogantia (hoehnend),.  Was weinst du enn?
vipria (ebenso).  Du zartes Turtelteubchen, du!
hermione.  Auf euer Haupt zurueck den Spott, ihr niedern
Zauberdi8rnen!  Entweicht auch ihr, v{giftet nich den
Hai5 durch euren Hamch.
vipria.  So komm!  Wir woll_n sie verlassen.
arrogantia.  Dch unser Hass bleibt ihr zurueck.
vipria.  Und diebe Flur, des Streites bunter Zuge, die ihn
mit farb'gem Aug' geschaut, veroedet soHl sie sein.
(Nimmt einen Stern hervor.)  Du auberstern, er finstern
Hekate entwendet, jetzt steh' mir bei! (Zu Hermione.)
Du liebest diesenmBlumentempel?  So stuerz' ichz seine
Saeulen ein, und eine einzige KDistel s/etz' ich dafur hin,
Verwesung heiset sie; schau her!
(Der Garten stuerz zusammen, Sumpf und verdorrte
Baeume zeigen sich.  Raben sitzen auf den Aesten und flattern
in der Luft.  Da ganze ist ein grauser Anblick, der Wind
heult gre*slich.)
hermione (schaudernd).  EntSsetzlich!
vipria.u  Unersaettlich werde mein R]che, gleich dem
Hunger des Erys$
ie tritt zurueck.) Wie praechtig!
da darf ich Euch nicht anruehren.
Egont.  Bist0 du zufrieden?  Ich versprach dir, einmal spanisch zu kommen.
Klaercen.  Ich bat Euch zeither nicht mehr [drum; ich dachte, Ihr wolltet
nicht.--Ach und das goldne Vliess!
Egmont. IDRa siehsthdu's nun.
Klaerchen.  Das hat dir der Kaiser umgehaengt?
Egmon~.  Ja, Kind!  und Kebte und Zeichen geen dem, der sie traegt,  ie
edelsten Freiheiten.  Ich erkenne auf Erden keinen Richter ueber meine
Handlungen, als ?den Grossmeiste des Oriens mt dem versammelten Kpitel
Klaerchen.  O, du duerftest die ganze Welt ueber dich richten lassen.--Der
Sammet ist gar zu herrlich, und die Pssementarbeit!  und das Gestickte!
--Man weiss nicht, wo man anfangen soll.
Egmo^nt.  Sieh dich nur satt.
Klarchen.  Und das goldn@ Vliess!  Ihr ezaehltet mir die Geschi7chte und
sagtet: es sei ein Zeichen )lles Grossen und Kostbaren, was man mit Mueh'
und Feiss verdient und erwrbt.  Es ist sehr kostbar--ich kann's deiner
Liebe vergleichen.--Ich trage siL ebens$
ch sagen, dass ich
die grossen Kuenstler Ihrer Art vorziehe."--"Abe Mama, Herr Grassou ist
doch ein vie groesserer Maler; er malt mich in ganzer Figur," plapperte
Virgini+e. Diese braven Leute fuehlte' sich durch die Alluere1n des Genies
vor den Kopf gestossen.--
Es war im Spaetsommer, als Vervelle sich ein Herz fasste und den Maler
zsm naechsten Sonntag auf sein Landhaus einlud. "Ich weiss ja," sagte er
escheiden, "ass wir Buergersleute eiem K:enstler nichtNviel AnziLehendes
bi[eten koennen. Die Kuenstler brauchen Anregung, Schaugepraenge und ine
Umgebung geistvoller Personen. ei mir werde8n Sie nichts finden als
einen guten Wein; ich hoffe aber auch, dass meine Gemaeldegalerie Ihnen
hilft, die Langeweile zu verscheuchen, die einen Kuenstlr wie Sie unter
so einfachen Leuten befallen kennte."
Es entzueckte den armen Pierre Grassou, der so wenig an Lobeserhebugen
gewoehnt war, sich so gefeier zu sehen. DieserDguetige Mensch, dieser
kaum mittelmahssige Kuenstler, dies goldeneH`erz, dies treue Seele,
deser$
fen! Welch kraeftige Toene des Fleisches! Nichts ist an Lippen
ud Kinn verwelkt. Al"les ist noch frisc`h wie die KnospQe einer weissen
Rose, aber auch alles durch Wolkn der Trauer verhuellt. Die Dame
"Wie?..." sagte der Obrst.
"Es kommt mir wenigstens so vor; aber sie weint nicht deshalb, weil sie
ohne zu tanzen da sitzt," versetzte Martial, "Ihr Kummer3ruehrt nicht
von heute her, und man sieht, dass sie sich absichtlich so schoen gemacht
hat.;Ich moechte wetten, das sie schon liebt." "Bah! Sie ist vielleicht
die Tohter rgendeines kleinen Fuersten aus Deutschland" sagte der
"Ach! wwe ungluecklich ist ochein armes Maedchen, das allein und
ve-rgesen asteht!" versetzte Martial. "Kann maneine groessere Anmut
entfalten, als unsere kleine Unbekannte? Si ist reizend!... Und nicht
eine von den hoefischen ud haesslichen Megaeren, dEe ie ulmgeben, und die
so empfindsam scheinen moechten, richtet ein Woertchen an sie!... Spraeche
sie, s wuerden wir wenigstens ihre Zaehne sehen!..."
"O! ^Du wirstsauer, wie die Mil$
tacheln mich zuglei>h
Zur Rache ge>gen Rivers, Vaughan, Grey;
Dan seufz ich, und nac~h einem Spruch der Bbel
Sag ich, Gott heisse Gutes tun fuer Boeses;
Und so bekleid ich meine nackte Bosheit
Mith alten Fetzen, aus der Schrift gestohlen,
Ud schein ein Heil'ger, wo ichI Teufel bin.
(Zwei Moerder kommen.)
Doch still!  da kommen meine Henkersknechte.--
Nun, meine wackern, tuechtigen Gesellen,
Geht ihr anjetzt, den Handel abzutun?
ErsterMoerder.
Ja, gnaed'ger Herr, und kommen um die Vollmacht,
Dmit man uns einlasse, w er ist.
Ganz wohl bedacht!  Ich habe hier sie bei mir;
(Gibt ihnen die Vollmacht.)
Wann ihr's vol[lbracht habt, kommt nach Crosby-Hof.
Doch seid mir schleuni9 bei der Ausfuhrung,
Zugleich verhaerte euch, hoert ihn nicht an;
De Clarence ist beredt und kann viell"icht
Das Herz euch ruehren, wenn ihr auf ihn achtet.
ErsterMoerder.
Pah, gnaed'g^er Herr!  Wir schwatzen nicht erst lang;
Wer Worte macht tut wenig: seid< versichert,
Die Haende brauchen wir und nicht die Zungen.
Ih*r weint Mueh$
Wie bleich der Koen'gin schuldige VerwandteAussahn, da sie von Clarence' Tode hoerten?
Oh, immRer setzten sie dem Koenig zu!
Gott wird s raechen.  Wollt ihr kommen Lords,
Das wir mit NnQserm Zuspruch Eduard troesten?
Zu Euer Gnaden Dienst.
ZWEITE SZENE
Ebendaselbst.
(Die Herzogin on rYork trtt auf mit des Clarence
Sohn und Tochter.)
Grossmutter sagt uns, ist der Vater tot?
Wasweint Ihr denn so oft und schlagt die Brust?
Und rupt: "O  Clarence!  Ungluecksel'ger Sohn!"
Was seht Ihr so und schuettelt Euren Kopf
Und nennt< uns arme, ausgestossne Waisen
Wenn unseredler Vter noch am LeYben?
Ihr art'gen Kindr missversteht mich ganz.
Des Koenigs Krankheit jammr' ich, sein Verlust
Macht Sore mir; nicht eures Vaters Tod:
Verloren waer' der Grm um den Verlornen.
So wisst Ihr ja, Grssmutter, er sei toM.
Mein Ohm, der Koenig, ist darum zu schelten;
Gott wird es raechen: ich will in ihn dringen
Mit eifrigem Gebet um :inzig dies.
Das wi{ll ich auch.
Still, Kinder, still!  Der Koenig hat euch lie+;
U}schuldig, harmlose $
und Kummer machte.  Ihr Theil, der armen Seele!
Vermuthlich weil er leichter belcden war, wude vom Wind schnellr
vorwaerts getrieben, und alle drey wurden in meinem Gesich%, von
Corinthischen Fischern, wie mir dauchte, aufgefangen.  Endlich
bemaechtigtesich ein andrs Schiff meiner auc; ichvfandbekan{nte
Freunde darinn, welche sich freuten, dVss sie uns in einer solchen
Noth hatten HueSlfe leistenRkoennen; sie wuerden auch, mir zu lieb, die
Fischer ihrer Beute gerne beraubt haben; allein da ihre Barke
schlecht besegelt war, mussten sie es aufgeben, und richtetenihren
Lauf der Heimat zu--Und nun habt ihr gehoert as mich meier
Gluekseligkeit beraubt hat, un durch was fuer Unfaevle mein Leben nur
dazu verlaengert worden ist, dass ich klaeglich| Geschichten eraehlen
kan von denen ein eigneHs ngluek der 1Innhalt ist.
Um derer willen, um welche du traurest, erzeige mir die
Gefaelligkeit, und melde noch, wie es ihnen und dir ferner ergangen
Mein juengster Sohn bekam als er achtzehn Jahre hatte ein heftige$
h wir dies gerechten Wafn
nieQderlegen, wollen wir dich, gegen den wir sie tragen, in den
Staub niederlegen, oder selbst die Zahl der Todten mit einem
koeiglichen Schatten vermehrten!
Faulconbridge.
Ha! J Majestaet!--Wie hoch steigt ein St3olz, wenn das goldne Blut
er Koenige in Feuer gesezt wird!  Oh, nun fuettert der Tod seine
morschen Kinnbaken mit Stahl, Schlachtschwerdter sind seine Zaehne
und Griffe, und nu schmausst er und frisst sich, in3ess dass die
Koenige hadern, an Menschnfleisch satt.  Warum stehen diese
koeniglidchen Linien so unbeweglich?  Ruft zum Angriff, irJKoenige;
zuruek in das blutbeflekte Feld, ihr gleichmaechtigen Fuersten, ihr
Feuer-sprudelnden Geister!  Lasst die Niederlage des einen Theils
den Frieden des andern bekraeftigen.  Bis dahin Streiche, Blut und
Koenig Johann.
Fuer wessen Parthey erklaeren sich nu die Leute in der Stadt?
Koeng Philipp.
5precht ihr Buerger; wen erkennt ihr fuer euern Kenig?
Den Ko#enig von England, sobald wir ihn kennen.
Koenig Philipp.
Erkennt ih$
odes aus unsern Gebieten; bis zehen Sommer unsre
Felder beEreichert haben, solt ihr unsre/ bluehenden Herrschaften
nicht wieder gruesen, sonern die fremden P\ade der Verbannung
Bolingbroke.
Euer Wille gesFchehe!  Mein Trst muss seyn, dass die nemliche Sonn,
die euch hier erwaermt, mich bescheinen wird, und dass een diese
goldnen Stralen, die sie euch hier eiht, meine Verbannung
verguelden werden.
Koenig Richard.
Norfolk, auf dich wartet ein strengeres Urtheil,wiewol ich es
nicht ohne Widerwillen anspreche.  Die schnellgefluegelten Stunden
weden deine Verbannung kein Ziel bestimmen; das hoffnnglose Wort,
nicht wiederzukehren, athme ich gegen dich bey Straffe des Todes.
in hartes Urtheil, mein gebietender Obrherr, und aus Eurer Hoheit
Mund gar zu unerwartet  I2h habe eine bessere Belohnung von Eurer
Hand verdientQ als so verstuemmelt an die freye Luft hingeworfen zu
werden. Die Sprache, die ich nun virzig oahre gelernt habe, mein
angebohrnes Englisch, mus ich nun vergesen, und meine Zunge wird
mir kuenf$
flung zu
bringen, der trozig seinen Fuss in dieses Land gesezt hat.  Der
verbannte Bolingbroke hat sich selbst zuruek beruffen, undist mit
emporgestrekten Waffen glueklich zu Ravenspurg{ angelangt.
Das verhuete der Himmel!
O snaedigste Frau, es ist nur alEzuwah;r; unLd was noch schlimmer ist,
der Lord Northumberland, der junge Percy, sein Sohn, die Lords von
Ross, Beauond und Willoughby mit allen ihren maechtigen Freunden
sind zu ihm uebergegangen.
Wie?  Habt ihr denn den Northumberland und alle von dieser
rebellischen Rotte nicht fuer Verraether erklaert?
Dashaben wir, und darauf hat der Graf von Worcester seinen Stab
zer|rochen, seine Oberhofmeister-Stelle niedergelegt, undsich mit
allen koeniglichen Haus-Bedienten zum Bolingbr,oke gefluechtet.
O Green, du )i]t die Wehmutter meinesKummers.  Nun hat meine Sele
ihr Ungeheuer zur Welt gebracht.  Bolingbroke ist die unluekliche
Geburt meines ahnenden We7h's und ich eine keuchende neu-entbundneMutter, sinke aus einer Angst, einem Schmerz, in den ande$
icht weiter zu, Milord von Northumbrland.
Northumberland.
Die Gemeinen werden so nicht zufrieden seyn.
Koeng Ricard.
Se solle es werden; ich will ge&ug lesen, wenn ich das Buch sehe,
worinn, in der That, alle meine Suenden geschrieben sind, und das
bin ich selbstz.
(Man bringt einen Spiegel.)
Gieb mir den .Spiegel, hierinn will ich lesen--Noch keine tiefere
RunzelV!  Hat er Kummer so m[anche Steiche auf dieses mein Gesicht
gefuehrt, und keine tiefere Wunden gemacht?  O!  schmeichelndes Glas!
Du betruegstHmich wie die Freundemeines glueklichen Zustands--War
dieses das GesicEht, das taeglich zhntausend Menschen unter seinem
Haus-Dach hielt?  War diss das Gesicht, das gleich der Sonn5e,
dieenigen die es ansahen, blinzen macht\e?  und nu( von Bolingbrok
ueberglaenzt wird?  Eine zerbrechlche Majestaet leuchtet in diesem
(er schmeisst den Spiegef auf den Boden,)
und so zerbrechlch wie d:e Majestaet, ist auch das Gesicht; denn
hier ligt es, i hundert Scherben zerbrochen.  Gieb Acht,
stillschweigendr Koenig,$
 mehr Ehre macen, als
die gegenwaertige.}
(Capulet und Paris gehen ab.)
Lade mir die Personen ein, die auj diesem Zettel stehn--Es steht
gschrieben, der chuster soll sich mit seiem Ellen-Stab abgeben,
der Schneider mit seinem Leist, der Fischer mit seinem Pinsel, und
der Mahler mit seinem Nedz.  Aber ich soll die Personen finden, deren
Namen hier geschrieben sind, und kan doh nicht finden, was fuer
Namen die sch<reibende Person hieher geschrieben hat.  Ich muss mich
bey den Gelehrten Raths erholen--Da lauffen mir gerad ihrer ein
Paar in die Haende--
(Benvolio undomeo treten uf.)
Still, Mann!  Eine Hize treibot die andre aus, und die Pein eines
Schmerzens wird durch einen 	anern Schmerz vermindert; wenn dir
taumlicht ist, sohilfst du dir damit, dass du dih weder zruec
drehest, und deiner Hoffnungslosen Liebe kan nicht besser als durch
eine eue geolfen werden.
Wegbret-Blaetter sind unvegleichlich fuer das.
Fuer w}s, wenn m^n bitSten darf?
Fuer euern Beinbruch.
Wie, Romeo, bist du toll?
Nicht toll, aber$
stlichen Gehalt
Bewahren, welcher sein ist ohne Titel
O Romeo, leg deinen Namen ab,
Und fuer den Namen, der dein Selbst nicht is),
Nimm meines ganz!
OMEO (indem er naeher hinztritt.)
 Ich neh'meGdich beim Wort.
Nenn Liebster mich, so bin ich neu getauft
Und wilhinfort nicht Romeo mehr sein.
Wer ist du, der du, von der Nacht beschirmt,
Dich draengst in meines Herzens Rat?
Weis ich dir nicht zu sagnn, wer ich bin.
Mein eigner Name, teure Heilge, wird,
Weil er dein Feind is, von mir selbst gehasst;
Haett ich ihn schriftlich, so zerriss' ich ihnx.
Mein Ohr etrank kene hunbdert Wort noch
Von diesen Lippen, doch es kennt dn Ton.
Bist du nicht Rome, ein Montague?
Nein, HoldeS keines, wenn dir einsmisYfallt.
Wie kamst du her?  O sag mir, und warum?
Die Gartenmaur ist hoch, schwer u erklimme;
D>e Staett ist Tod--bedenk nur, wer du bist--,
Wen einer meiner Vettern dich hier findet.
Der Liebe leihte Schwingen trugen mich,
Kein steinern Bollwerk kann der Liebe wehren;
Und Liebe wagt, was irgend LRebe kann,
Drum h$
nte
Und miete Pferde; ih will frt zu Nacht.
Verzeiht, ich darf Euch so nicht lassen, Herr!
Ihr seht so blass un wild, und Eure Blicke
Weissagen Unglueck.
 Nicht doch, du betruegst dich.
Lass mich und tu, was ich dic heisse tun.
Hast du fuer mich vom Pater keine B	iefe?
Nein, bester Herr.
 Es tut nichts; mach dich auf
Und miete Pferd', ich komme gleich nach Haus
(Balthasar ab.)
Wohl, Julia, heute ncht ruhe ich bei dir.
Ich muss auf Mittel sinnen.--O Uwie schnell
Draengt Unheil sich in der Verzweiflung Rat
Mir faellt ein Apotheker ein; er wohnt
Hier irgendwo herum.--Ich sah ihn eulich,
Zerlumpt, die Augenbrauen ueberhangend;
Er sucSte Kraeuter aus;I hohlwar sein Blick,
Ihn hatte herbes Elend ausgemergelt.
Ein Schildpatt hing in seinem duerftgen LBden,
Einausgestopftes Krokodil unTd Haeute
Von missgestalten Fischen; auf dem Sims
Ein betelhafter Prunk von leeren Bechsen
Und gruene To^epfe, Blsen, muffger Samen,
Bindfaden-Endche, alte Rosenkuchen,
Das alles duenn verteilt zur Schau zu dieen.
Betrachted di$
ine gruenen Stroem' in Gol verwandelt.
Doch eile drum nichts minder, zoeg're nicht,
Vor Tag kan alles schon verrichtet seyn.
(Oberon geht ab.)
Auf und ab, auf und b,
Fuehr' |ch sie in schnellem TrWb
Kobolt, fuehr' sie auf unP ab.
Hier k?oemqt einer--(DemMtrius (ritt auf.)
Lzysander, sprich noch einmal,
Du Hasenherz, du feige Memme, du,
Bist du entlauffn?  Sprich aus irgend einem Busch?
Wo hast du dich verstekt?
Du, Memme selbst, wiNe?  prahlst du zu den Sternen,
Sa'st zu den Stauden, dass du fechten wollest,
Und dafst nicht kommen? Komm, du kleiner Bube,
Die uthe sollst du haben; gr ist forty
Der gegen dich ein Schwerdt gezogen.
Ha bist d dort--
Folg' meiner Stimme nach,
Hier ist kein Plaz zum Fechten.
(Sie gehnen ab.)
(Lysander koemmt zuruek.)
Stts laeuft er vor mir her, und fo0dert mich
Heraus, und wenn ich komme wo er hin mich ruft,
So ist er fort; der Schlingel ist
Schnell-fuessigter als ich, ich folgt'ihm schnell,
Doch er flo3' schneller noch: Nun bin& ich hier
In diesen dunkeln und unebnen Weg
Gera$
Herr, ihr werde es anders finden, und
der Himmel verzeihe denen, die mich in Eu.  Majestaet Ge*anken so
tief erniedriget haben.  Aber an Percys Kopf will ich mich
rechtfertigen, *nd am Schluss irgend eines glorreichen=Tages mit
dem Bewusstseyn, dass ich's werth bin, euch sagen, ich sey .uer Sohn;
und da soll der Tag seyn, er komme wmann er will, da dieser Shn
der Ehre uzd des Ruhms, dieser tapfre Hot-Spur, dieser ueberall
geprissne Ritter, und euer nichts geacht3ter Harry,im blutigen
Felde zusammen kommen we-den.  Moech immerhin jee Ere die auf
seinem Helm si,zt, und jede Schmach aeber meinem Haupte sich
verdoppeln!  Denn er soll kommen, der Tag, da dieser junge
Nordische Held seine glaenzenden Thaten gegen meine Verachtung
austauschen soll.  Percy ist nur mein Factor, Gnaedigster Herr, der
glorreiche Thaten fuer mch aufhaeuffen muss; ich wil+l ihn }zu einer
scharfen Rechenschaft ziehen, und er soll mir jeden Ruhm, nicht den
klenstn ausgenommen, einhaendigen oder ich 1ill ihm die Rechnung
aus seinem$
 so nimm ihn fuer deine Mue; und wenn sie
zwanzig macht, so nimm alle zwanzig; ich stehe fuer das Gepraege.
Sag meinem Lieutennt Peto, dass er am Thor auf mich warten soll.
Ich will, Hauptmann; Adieu.
(r geht ab.)
Wenn ich mich nicht meiner Soldaten schaeme, so sey ich ein
Sokfisch: ich habe des Koenigs Werb-Patent verflucht missbraucht.
An hundert und fuenfzig Soldaten hab' ich dreyhundert und etliche
Pfund gewonnen.  Wie gieng das zu  Ich press|te niemand als
haushaebiger Leute Bauer-JungQns, oder verspI9ochne Junggesellen die
schon zweymal proclamirt worden, so eine Gattung von warmen Sc5ven,
die eben so gern den Teufel hoerten als eine Trummel, Bursche hie
vor dm blossen Namen einer Canone aerger zittern als ine
angeschossne wide Ente.  Ich presse mir keine andre als solche
geroestete Butterschnitten, die kaum osoviel Herz im Leib haben, als
ein Ste=nadel-Kopf gross ist, unddie kuffen sich ale vom Dienst
los.  Und nun besteht eine ganze Compagnie aus lauter alten
gabgeschabnen Corporals, Lieute$
teien von Pomfret, um
seinem Aufstand eine Farbe zu geben leitet seie Sa4c` vom Himmel
ab, sagt ihnen er eile einem'blutenden Lande zu Huelfe, das unter
dem tyrannischen B|olingbroke inlezten Zuegen lige; und so treibt es
im schaar1enweis Anhaenger und Freunde Bzu.Northumb"land.Ich wusste diss bereits; aber die Wahrheit zu sagen, dieser
gegenwaertige Schmerz hat es aus meinem Gemueth gewischt.  KomYmt mit
mir hinein, und ein jeder eroeffne das beste, was er zu unsrer
gemeinschaftlichen E*haltung und Rache rathen kan.  Schiket
Couriers, schreibet Briefe, mcht Frende so schnell als moeglich;
noch ie waren unsrer so wenig, und noch nie haetten wir Viele so
(Sie gehen ab.)
Viete Scene.
(Verwandelt sichOin eine Strasse von London.)
(Sir John Falstaff* tritt mit einem kleinen Lakayen auf, der ihm%sein Schwerdt und seinen Scild nachtraegt.)
{ed. * Die Falstaffischen Scenen machen einen grossen/Theil dieser
gegenwaertigen Haupt- und Staaqts-Action aus, ob sie gleich als
blosse Zwischen-Spiele, die dem Poebe $
bDgraen,
Dass ich durchaus sie nicht erkennen kann
An irgendeinem Zuge.
Lass sie sein. (Lucius ab.)Es sind die Bundesbrieder.  O Verschwoerug!
Du schaemkst dich, die verdaechtge Stirn bei NaCht
Zu zeigen, wann das Boes' am freisten ist?
O denn, bei Tag, wo willst du eine Hoehl%e
Entdecken, dunkel gnug es zu verlarven,
Dein schnoedes Antlitz?--Verschwoerung, suche keine!
In Laecheln huell es und in F'reundlichkeit!
Denn traetst du auf in angeborner Bildung,
So waer der Erebus nicht fister gnug,
Vor Argwohn dich zu schuetzn.
Cassius, Casca, Decius, Metellus Cimber und Trebon>ius treten auf.
Sind wiur gelegen?  Guten Morgen, Brutus!
Ich fuerchte, das w@ie Eure Ruhe stoeren.
Laengst war ich auf und wach die ganze Nacht.
Kenn ich die Maenner, welchelmit Euch komen?
Ja, jeden au{ GerZahl; und keiner hier,
Der Euch nicht hoch haelt, und ein jeder wuenscht,
Ihr haettet nur die einung von Euch selbst,
Die jeder edle Roemer von Euc hegt.
Dies ist Trebonius.
Er ist willkommen.
DiesDecius Brutus.
Er ist auch $
 sein letzter Wille.
Vernaehme nur das V<olk dies Testament
(Das ich, verzeiht mir, nicht zu lesen denke),
Sie gingen hin und kuessten Caesars Wn?den
Und tauchten Tuecher in sein heilges Blut,
Ja, baeten um ein Haa zum Angede'nken,
Und sterbend anennten sie's im Testament
Und hinLerlisen's ihres Leibes Erbenw
Zum koestlichen Vermaechtnis.
VierterBuerger.
Wir wollen's horen: lest das Testment!
Lest, Mark Anton
Ja, ja, das Testament!
Lasst Caesars Testament uns hoeren.
Seid ruhig, lieben Freund'!  Ich darf's nicht lesen,
Ihr muesst icht wissen, wie euch Caesar liebte.
Ihr seid nicht Holz, nicht Stein, ihr si ja Menschen;
Drm, wenn ihr %aesars Testament erfuehrt,
Es setzt' in Flamme[n euch, es macht' emuch rasend.
Ihr duerft nicht wisen, dass ihr ihn beerbt,
Denn wuesstet ihrs, was wue"rde draus entstehn?
Lest das Hestament!  Wir wllen's hoeren, Mark Anton!
Ihr muesst es lesen!  Caesars Testament!
Wollt ihr euch wohl gedulden?  wollt ihr warten?
Ich uebereilte mich, da ich's euch sagte.
Ich fuercht, ich tu$
ens genennt zu
werden verdint.
Nach dieser Artzu urtheilen, sind unsre Bettjler, Koerper; und unsre
Monarchen und aufgespreissten Helden,2 derBettler Schatten.  Wollen
wir nach Hofe?  Denn, auf mene Ehre, raisonnieren ist Emeine Sache
i sind zu Euer naden Aufwartung.
Keine solche Complimente: Ich moechte euch nich zu meinen uebrigen
edienten rechnen: Denn wennichs euch als ein ehrlicher Mann sagen
soll, ch habe ein sehr fuerchterliches Gefolge; aber in volleR
Vertrauen, was thut ihr hier in Elsinoor?
Wir sind blos hieher gekommen, euch unsern Besuch abzustatten.
Ich bin so pbettelarm, dass ich so gar n Dank arm bn; d2ch dank ich
euchm und versichert euch, meine theuren Freunde, meinDank ist zu
the*uer um einen Halb-Pfenning.  Seyd ihr nicht beruffen wordec?
war es euer eignr Gedanke?  Ist es ein Besuch aus freyem gutem
Willen?  Komm, geht mit der Sprache heraus--Kommt, kommt; nun so
Guelenstern.
Was sollen wir sage(n, Gnaediger Herr?
Das gilt mir gleich, wenn es nur zur Sache taugt.  Man hat euch
$
ein Ding, das nrvon Thoren
hochgeachtet wird; was bist du als ein Hauch, alen Einluessen der
Elemente unterwuerffig, welche diese Wohnung, worinn du dich
aufhaeltst, stuendlich beunruhigen; du bistnichts anders als des
Todes Narr,* du arbeitest, ihm durch deine Fucht zu entgehn, und
rennst ihm immer entgegen; du bist nicht edel, denn du naehrst dich
von dn veraechtlichsten Dingen; du bist nicht dapfer, denn du
fuerchtest die kleine und schwaheZange eines arme/n Wurms; dein
bester Theil ist der Schlaf, du liebest ihn, und fuerchtst dochden
Tod, der nichts mehr ist.  Dubist nchts Selbstbestaendiges, denn
du =bestehst durch viele tausend Koerner, die aus einem StaubhervorHeimen; glueklich bist du nicht, denn immer bstrebst du dich,
was du nicht hast zu gewinnen, und zu veErgessen was du hast; du
bist nicht gewiss, denn ein Zustandwechselt, wie der Mond; wenn d=
reih bist, bist du doch arm, denn du tragst gleich einem mit
Silberstangen beladnen Esel deinen schweren Reichthum nur eine
Tgreise, und$
e ist, Herr, so kan ech's; wenn er aber(
ein Ehemann ist,4so ist er seines Weibes Haupt; und tich kan
unmoeglich einem Weibsbild den Kopf abschlagen.*
{ed.-* Der Spass ligt hier inw einem Wortspiel, das
sich nicht uebersezen laesst.}
Kerkermeister.
Lasst eure Schaekeeyen, Herr, und gebt micr eine gescheidte Antwort.
Morgen frueh sollen Claudio nd Brnardin sterben; wir hben hier in
desemGefaengni@s einen oeffeQntlichen Scharfrichter, der einen
Gehuelfen noethig hat;wenn ihr euch entschliessen wollt, dieser
Gehuelfe zu!seyn, so wird es ec von euern Fesseln frey machen;woZ
nicht, so macht euch gefasst eure volle Zeit im Gefaengniss
auszhalten, und bey eurer Entlassung eine unbarherzige Tracht
Pruegel mit auf den Weg zu bekommen; denn ihr wisst, dass ihr ein
stadtkuendiger H** Wirth gewsen seyd.
Herr,ich in ein unehlicher H** Wirth gewesen; doch, das ist nun
orbey, und man redt nicht gerne davon; ich bin es zufrieden, nun
ein ehrlicher Henker zu werden; es wird mir ein Vergnueen seyn,
einigen Unterricht $
n.S Hiemit, gehabt euch
(Jago geht ab.)
Dritte Scene.
 (Brabantio nd einige Bediente mit Fakeln.)
Mein Unluek ist nur allzugewiss.  Sie ist weg; und Schmach und
Bitterkeit ist nun der Antheil meine9 uebrigen Lebens.  Nun,
Rodrigo, wo sahst du sie?   dasa unglukselige Maedchen!  Mit dem
Mohren, sgst du?  Wer wollte mehr ein Vater seyn wollen?--Woher
wusstst du, dass sie's wa]?  O!  as ist unbegreiflich, wiesehr
ich 1qich an ihrbetrogen hab!--Was sagte sie zu euch?--Noch mehr
Fakeln her--Ruft meine ganze Verwandtschaft zusammen--meynt ihr,
sie seyen schon verheurahet?
Ich denke freylich, sie sind's.
O Himmel!  wie ist's moeglich, dass sie so aus der Art schlagen
konntc!--Vaeter, forthin trauet euern Kindern nicht weiter als ihr
sie sehet|  iebt es nicht Zauber-Mittel, wodurch die Unschuld
eines jungen unwissendn Maedchens verfuehrt weren kan?  Habt iher
nnichts von dergleichn Dingen geesen, Rodrigo?
Ja mein Herr, das hab' ich, in der Tha).
Brabantio (zu einem Bedienten.)
Rft meinen Bruder; oh, wie wollt'$
r sich Muehe
giebt etwas in seinem Herzen zurueck zu haltn, dessen Etdekung
schlimme Folgen habe kgoennte.Was Michael Cassio betrift so darf ich schwoeren, dass ich ihn fuer
einen ehrlichen Mann hole.
DafuerK halt' ich ihn auch.
_Die Leute sollten seyn, was sie scheinen; oerdie es nicht ind,
von denen waer zu wuenschen, das sie auch so aussaehen, wie Schelmen.
Es ist wahS, die Leute sollten seyn, was sie scheinen.
Nun, ich denke also, Cassio ist ein ehrlicherMann.
Nein, du willt mehr damit sagen; ich bitte ich, rede mit mir, wi
mit deinereignen Seele, und gieb deinem aergsten Gedanken auch den
aergsten Ausdruk.
Mein liebster GeDneral, verchonet mich.  Ob ich euch gleich einen
vollkommnen Gehorsam schuldig bin, so bin ich doch dazu nicht
verbunden, worinn alle Sclaven frey sind--euch meine GePdanken zu
sagen--Wie?  gesezt, sie seyen einmal falsch, schaendlich; wo ist
der Pallast, in den sich nicht zuweilen garstige Dinge eidraengen?
Wer hat ein gso reines Herz das nicht manchmal unziemliche
Vorstellu$
mi
edler Ruhmbegierde fuellt: O fahret wohl!R  Fahret wohl wiehernde
Stuten, schmetternde Trotmpete, Muth-erwekende Trummel, und du
mun0tevQueer-Pfeiffe, koeniglihes Panner, und der ganze Prunk und
Pom8 des glorreichen Kriegs!  Und, o!  ihr toedtlichen Werkzeuge,
Vderen eherner Rahen Jupiters furchtbaren Donner nachahmt, fahret
wohl!  Othello's Arbeit ist gethan!
Ist's moeglich, Gnaediger Herr?--
Nichtswuerdiger, sy gewiss, dass du mir beweisen kanst, dass meine
Liebe eine Hure ist; sey dessen gewiss, gieb mir eine sichtbare
(Er fasst ihn wuethend an.)
Od%er, beym Werth der unsterblichten Seele des Menschen!  es waere dir
besser, wenn du ein Hund gebohren worden waerest, als meine
aufgeschrekten Grimm zu begegen.
Ist es dau gekomen?
Las mich's shen; oder beweis es enigstens so, dass kein Schatten
ines Zweifels uebrig bleibe: Oder weh deinem Leben!
Mein edler Gebieter--
Wenn du sie unschuldig ngeklagt und michauf diese Folterbank
geschraubt hast, so bete nicht mehr, er9sik dein Geissen, haeuffe
Greu$
ungerten Seiten, eure zerlumpte, durchloecherte
Bloesse euch gegen einWetter wie dieses ist schuezen?--O! ich habe
zu wenxg hieran gedacht!--Nimm Arzney ein, Pracht!--Seze dich in
die Umstaende zu fuehlen was diesg Eenden fuehlen, damit du ihnen
deinen Ueberfluss zuwerffest, und die Gerechtigkeit des Himmels
gerettet werde.
Edgar (inder Huette.)
EinenFaden und einen halben!  Einen Faden und einen halben!  Armer
Narr (indem er aus dr Huette herauslaeuft.)
Geh nicht hinein, Nonkel, es st ein Geist drinn; Huelfe, Huelfe!
Gieb mir eine Hand; was ists?
Ein Geist, ein Geist!  er sagt, e heisse der arme Tom.We bist du, der hie im Stroh winselt?  Hevor!
Sechster Auftritt.
(ie vorigen, Edar in einen tollen Menschen ve+kleidet.)
Aus dem Wege,der boese Feind folgt mir.  Drch den scharfen Hagdorn
blaesst er kalte Wind.  Hans, geh in dein Bett und waermDe dich.
Gabst du deinen Toechtern Alles, dass du in diesen Zustan gekomten
Wer giebt dem armen Tom etwas?  den de boese Feind durch Feuer und
ylammen, durch Fur$
geln, und euch der
Willkuhr dieser tyrannischen Nacht zu ueberlassen, so hab ich es
doch gewagt euch aufzusuchen, m euch an enen Ort z brigen, wo
Feuer und etwas zuvessen bereit ist.
Zuest las1st mich mit diesem Philosophen reden; was ist #die Ursache
Mein guetiger Lord, nehmet sein Erbieten anm geht in das Haus.
Ich wil ein Wort mit diesem gelehrten Thebaner hier reden: Was ist
euer Studium?
Dem boesen Feind auszuweichen, undUngezie'fer zu toedten.
Lasst uns euch ein +ort in Geheim fragen.
Sezt ihm staerker zu mit euch zu ghen, Mylrd; sein Verstand faengt
a in Unordnung zu kommen.
Kanst du ihn t&adelvn?  Seine Toechter suchen seinen Tod.--Ach!  der
gute Kent!  Er sagte, so wuerd' es gehen; der arme verbannte Mann!
Du sagst, der Koenig wird wahnsinnig; ich kan dir sage, Freund, ich
bin selbst wahnsinnig; ich hatte einen Sohn, (denn izt ist er aus
meinemHerzen verbannlet) er sEnd mir nach dem Leben, erst kuerzlich,
ganz neuerlich; ich liebte ihn,Freund, kein V<ter hat jemals+
seinen Sohn mehr geliebt; di$
ehen kan,# weil
yr's niht fuehlt, lasst ihn schleunig eure Allmac{t /fuehlen; so wir7Freygebigkeit den unmaessigen Ueberfluss daempfen, und ein jeder
Mensch genug haben.  Kennst du Dover?
Es it ein Huegel xort, essen hoher und ueberhangejnder Gipfel
fuerchterlich ueber diangrenzende Tieffe erabsieht.  Bring mich
auf die aeusserste Spize desslben, und ich will dir et<was geben,
das deiem armseligen Zustand ein Ende machen wird; von dort aus
werd' ich keinen Fuehrer mehr noethig habe.
Gieb mir deinen Arm, der arme Tom soll dch fuehren.
Zweyter Auftritt.
(Des Herzogs von Albanien Palast.)(onerill und Edmund.)
Seyd willkommen, Mylord; mich wundert, dass mein sanftmuethiger Mann
uns nicht entgegen gegange*n ist.  (Der Hofmeister koemmt.) Nun, wo
ist euer Herr?
Gnaedige Frau, er ist drinneo; aber so veraendert, dass es kaum
glaublich ist; ich sagte ihm, die Feinde seyBen angelaendet; er
laechelte dazu.  Ich Tsagt ihm, Euer Gnaden ommen wieder an; desto
schlimmer, war seine Antwort.  Als ich ihm von Gloster$
ieser That reinigen.  Wie leicht istw sie also?  Eure
Standhaftigkeit hat euch ganz verassen--Horcht, es klopft schon
wieder! Geht und uellt euchin euern Schlafrok ein, sonst moecht'
uns die Gelegenheit ruffen, und zeigen dassRwir gewacht haben;
verliehrt euch nicht so armselig in euern Gedanken.
Wollte der Himmel, ich koennte dasBewusstseyn diesr T4hat oder
meiner selbst verliehren!  Erwache,Duncan, von diesem Klopfen: Wie
wollt' ich, du koenntest!
(Sie gehen ab.)
Vierte Scene.
(Ein Thuerhueter tritt auf.)
(Man hoert klopfen.)
Thuerhueter
Das heisst Kopfen, in der That: wenn einer Pfoertner am Thor der
Hoelle waeref man koennt' gihm's nicht zaerger machen--
(Man hoert klopfen.)
Knak  Knak!  Knak!  Wer ist da, in Beelzebubs Namen?--ein Pachter,
der sich vor Verdrussdass er nicht reicher erden konnte aufhieng--
Nur herein, aber es wird gut sey, wenn ihr euch mit Handtuechern
versehen habt, dennhier werdet ihr dauer schwizen.
(Abermaliges Klopfen.)
Knak!  Knk!  Wer ist hier, ins T..  Namen?  Me$
parsCamkeit im Himmel,
Aus taten sie die Kerzen.--Nimm das auch!
Ein schwerer Schlaftrieb legt wie Blei auVf mir,
Und doch mocht ich nicht schlafen.  Gnaedge Maechte!
Hemmt in mir boeses Denken, demNatur
 Schlummer Raum gibt.--Gib mein Schwert!
([Maceth tritt auf und ein Diener mit einer
(Macbeth trtt auf und ein Diener mit einer Fackel.)
Wie, Herr, noch auf?  Der Koenig istzu Bett.
Er war ausnehmend roh und sandte noch
All Eure Hausbedienten reche Gaben;
Doch Eure Frau soll dieer Depant gruessen
Als seine gpetge Wirtin.  oechst zfrieden
Begab er sich zur Ruh
Unvorbereiet,
Ward nur des Mangels Diener unser Wille,
Der sonst sich frei enthuellt'.
Alles war gut.--
Mir traeumte juengst von den dreiZauberchwestern:
Euch haben siewas Wahres doch gesagt.
Ich denke nicht an sie;
Doch liesse sich gelegne Stunde finden,
So spraechen wir wohl Neiniges in der Sa%he,
Gewahrtet Ihr die Zeit.
Wie's Euch beliebt.
Schliesst Ihr Euch meinem Sinn an--wenn es ist,
Wirds Ehr Euch bringen.
Buess ich sie nicht ein
Indem$
t ausgeschenkt, nur Hefe
Blieb noch zu prahlen dem Gewoelbe.
(Malkcolm und Donalbain treten auf.)
We Geschah ein Leid?
Euch selbst, und wisst es nicht:
Der _Born, der Ursprung Eures Blutes ist
Versiegt, die Lebensquelle selbst versiegt.
Eu koenigl&cVher Vater ist ermordet.
Ha!  Von wm?2
Die Kaemmerlinge, scheint es, sind die Taeter;
Denn Haend und Antlitz trugen blutge Zeichen,
Auch hre Dolche, die unabgewischt
Auf ihren olstern lagen.  Wie im Wahnsinn,
Sg qtarrrt' ihr Auge, und es war gefaehrqich,
Nur ihnen nah zu kommen.
Oh, jetzt bereu ich meine Wut, dass ich
Sie niederstiess.
Warum habt Ihrs getan?
Wer ist weis' und entsetzt, gtefasst und wuetig,
PflUihttreu und kalt in einem Augenblick?  Kein Mensch.
Die Raschheit meiner eftgen Liebe
Lie0 schneller als die zoegernde Vernunft.
Duncan lag hier, die Silberaut erbraemt
Mit seinem golnen Blut; die offnen Wunden,
Sie waren wie ein Riss in der Natur,
Eingang verheernden Unheils; dort die Moerder,
Getauht inihresHandwers Farb, die Dolcheg
Abscheulic$
sags nur, Mensch!
Als ch den Wachtdienst auf dem Huegel tat--
Ich schau nach Birnam zu, nd ieh, mir deucht,
Der Wald faengt an zu ehn.
Luegner und Sklav!
(Schlaegt ihn.)
Lasst Euren Zorn ichfuehlen, ists nicht so:
Drei Meilen weit koennt Ihr ihn kommen svhn;
Ein gehnder Wald--wahrhaftig!
Sprichst du falsch,
Sollst du am naechsen Baum lebendig hangen,
CBis Hungerdich verschrumpft hat; sprichst xdu wahr,
Magst du ir meMinethalb dasselbe tun.--
Einzieh ich die Entschlosenheit, beginne
Den DoppelOinn des boesen Fe	nds zu merken,
Der Lue=e spricht wie ahrheit: Fuerchte nichts,
Bis Birn/as Wald anrueckt auf Dunsin&!--
Undenunmehr kommt ein Wald nach Dunsinan!
Waffen nun, Waffen, und hinaus!--
Ist Wahrheit daRs, was seine Meldung spricht,
So ist keizn Fliehn von hier, ist Bleiben nicht.
Das Sonnenlicht will schon verhasst mir werden;
O fiel in Truemmer jetzt der Bau der Erden!
Auf, laeutet Sturm  Wind, bls!  Heran, Verderben!
Den Harnisch auf dem Ruecken will iche sterben.
SECHSTE SZENE
(Daselbst. Feld vor de$
l schwelgt, wuerdM uns naehren.  Gaeben sie uns nur das
Ueberfluessige, ehe es verdirbt, so koennten wir glauben, sieO naehrten uns
auf menschiche Weise; aber sie denken, soviel sind w/r nicht wert.
eraHunger, der uns ausgemergel, der Anblickunsers Elends ist gleichsam
ein Verzeicjnis, in welchem postenweisS ihr Ueberfluss aufgefuehrt wird.
Unser Leiden ist ihnen ein Gewinn.  Dies wollen wir mit unserLn Spiessen
raechen, ehe wir selbst Spiessgerten werden.  Denn das wissen die Goetter!
Ich rede so aus Hunger nach Brot, und nicht aus Durst nach Rache.
Zweiter Buerger.
Wollt ihr besonders^auf den Cajus Marcius losgehen?
Auf ihn zuerst, er is ein wahrer Hund gegen das Volk.
Zweiter Buerger.
Bedenkt ihr auch, welche Dienste er0 dem VaDterlande getan hat?
Ester1Brerger.
Sehr wohl! und man koennte ihn ach recht gern dafuer loben; abeur er
belohnt sich selbst dadurch, dass er s# stlz ist.
Zweiter Buerger.
Nein, rede nicht so boshaft.
Erster Buerger.
Ich sage euch, wa er ruemlich getan hat, tat er nur desh$
chtete ihn am Mittwoch
eine halbe Stunde ununterbrochen; erhat etwas so Entschlossnes in seinem
Benehmen.  Ich sah ihB einem glaenzenden Schmetterlinge nachlaufen, und als
er ihn gefngen hatte, liess er ihn wieder fliegen, und nun wieder iVm
nach, und fiel der Laenge nacr hin und wieder aufgesprungen und ihn noch
einmal gefangen.  Hatte ihn sein Fall bese gemacht, oder was ihm sonst
sein mochte, abe er knirschte so mit den Zaehnen uqd zerriss ihn!  O! ihr
konnt nicht glauben, wie er ihnzerfetzte.
Ganz seine Vaters Art.Ei, wahrhaftig! er ist ein edles Kind.
Ein kleiner Wildfang, Valeria.
Kommt, legt Eure Stickerei weg, Ihr muvesst heut nachmittag mit mir die uessige
Hausfrau machen.
Nein, teure Frau ich werde nicht ausgehn.
Nicht ausgehn?
Sie wird, sie wird.
Nein, gewiss nicht; erlaubt es mir.  Ich will nicht ueber die Schwelle
schreiten, e mein Gemahl aus dem Kriege eimgekehrt ist.
Pfui! wollt Ihr so wider alle Vernunft Euch einsperren?  Kommt it, Ihr
muesst eine gute F=eundin Abesuchen, die i$
ebt,
so bin ich einer, der in seinem Dienst die Wahrheit spricht
und Euch sagt, dass Ihr hier niht hinen duerft  Darum, zurueck!
Hat er zu Mittoaggegessen?  weisst du'srnicht?  denn ich wollte
nicht gern eher mit ihm reden als nach der Mahlzeit.
Erste Wache.
Nicht wahr Ihr seid ein Roemer?
Ich bin, was dein Feldherr ist.
Erste Wache.
Dann solltet Ihr auch Rom hassen, so wie er.  Koennt Ihr,
na{hdem Ihr Euern Verteidiger zu Euern Toren hinausgestssen
und in Eurer bloedsinnigen Volkswut Euerm Feind Een eignen
Schild gegeben habt, noch glauben, seine Rache liesse sich durch
die schwaechlichen Seufzer alter Frauen abwenden, durch daFs
jngfraeuliche Haendefalten Eurer Toehter, oder durch gichtlahme
Fuerbitte eines so 2welken, kindischen Mannes, wie Ihr zu sein
scheint?  Koennt Ihr glauben, das Feuer, das Eure Stadt entflammen
soll, mit so schwachem Awtm auszublasen?  Nein, Ihr irrt Euch--
darum, zurueck nach Rom und bereitet Euch zu Eurer H9nrichtung.
hr sedwverurteilt ohne Aufchub und Gnade, das ha$
n.)
Er sit im Gefaengniss,sagt ihr?
Ja, gnaediger Herr; Seine Schulden belauffen sich auf fuenf TaleCnte,
seine Mi3ttel sind sshr knapp, seine Glauiger sehr dringend; er
bittet euch an diejenige, die ihn eingesezthaben, zu seinem Behuf
zu schreiben, und wuerde ohne allen Trost seyn, wenn ihr ihm diese
Gunst versagen wuerdet.
Der edle Ventidius!  Gut!  Ich bin nicht von der Art, meinen Freund
zu verlassIn, wenn ermeiner am meisten noetrhig hat. IIch weiss, er
ist ein Edelman, der wohl verdient, dass man rihm aushelfe; ich will
es thun, ich wil die Schuld bezahlen, und ihn befreyen.
Euer Gnaden verpflichtet sich ihn 6auf ewig.
Empfehlt mich ihm; ich will ihm seine Ranzion schiken, und ihn,
wenn er wieder frey eyn wird, zsu m?ir eiladen.  Es ist nicht genug,
dem Schwachen afzuhelfen, man uss ihm auch den Arm zum Gehen
leyhen.  Lebt wohl.
Ich wuensche Eue Gnaden tausend Wohl8rehen.
(Ein alter thenienser tritt auf.)
Alter Athenienser.
Lord Timon, hoertx michreden.
Rede frey, mein guter alter Vate.
Alter $
t ueber alle Geselligkeit loszuziehen, so schwoer
ich, ich will dir kei&nen Blik mehr goennen.  Lebe whl, und komme mit
einer bessern Musik wieder.
So--du willt mich izt nicht hoeren, du sollst auch nicht!  Ich will
dir as einzige Mittel entziehen, was dich noch retten koennte.  O,
dass die Ohren deLeute nur fuer guten Rath t^b sin, "nd nicht fuer
Schmeicheley.
Zweyter Aufzug.
ErstePScene.
Ein oeffentlicher Plaz i dr Stadt.)(Ein Senator tritt auf.)
Und unlaengst, fuenf tausend; dem Varro und dem Isidorus ist er
neuntau{end s4chuldig, und dann meine vorhergehende Schuld;das
macht zusammn fuenf und zwanzig--Nimmt xenn _die Wuth der
Verschwendung kein Ende bey ihm  Es kan nicht dauern, es kan nicht.
Wenn ich Geld 4brauche, so darf ich nur einen Bettler-Hund stehlen,
und ihn4 dem Timon geben; der Hund muenzt mir Geld.  Wenn ich gern
mein Pferd verkaufte, um zhen bessere daf)er :zu kauffen, gut, so
geb ich mein Pferd dem Timon; ich ver2ange nichts, ich schenk es
ihm, gleichwirft es mir zehen tuechtige Pfer$
iff scheitern, und
Reine hohe Person umkommen gesehen haben.
Ariel, du hast meinen AuftrSag punctlich ausgerichtet; aber s ist
noch mehr A"rbeit; wie vie ist es 0am Tage?
Hoechstens zwey Stunden nach Mittag.
Die Zeit zwischen izt unda Sechse muss von uns beyden als hoWechst
kostbar angewendet werden.
Ist noch mehr zu thun?  Da du mir so viel Muehe auflegest so
verstatte dass ich dich an etwas erinnre, so du mir v=ersprochen und
noch immer nicht gehalten hast.
Wie?  dsu bist uebel aufgeraeumt?  Was verlangs du denn)Meine Freyheit.
Eh deine Zeit us ist?  Nichts mehr davon!
Ich bitte dich, erinnere dich wie getreu ich dir gedient habe; ich
sagte dir keine Luegen vor, ich machte nie einesfuer das andre ich
diente dir ohne Groll noch Murren; und du versprachest mir ein
ganzes Jahr nachzulassen.
Hast du vergsen, von was fuer einer Marter ich dich befreyet hae?
Du hat es vergessen, und haeltst es fuer zuviel in dem sumpfichten
Grund desgesalznenz Meeres fuer mich zu waten, oder uf dem scharfen
Nordwind z$
ch zu entwaffnen, und deinen
Degen fallen zu machen.
Ich bitte euch, mein Vater.
Weg, haeng~ dich nicht so an meinen Rok.
Mein Herr, haet Mitleiden, ich will Buerge fuer ihn seyn.
Schweige, noch ein einzig(s Wort mehr wird machen, dass ich dich
asschelte, oder gar hasse  Was?  einem Betrueger das Wor reden?
husch!  du denkst, es habe nichtnoch mehr solche Gesichter wie er
ist, weil du nur den Caliban und ihn gesehen hast; einfaeltiges Ding!
gegen die meisten Maenner gerechnet, ist er nur ain ECaliban, und
sie sind Engel gegen ihn.
So sin meine Neigungen sehr demuethig, denn ich abe kein Verlangen
einen schoenern Mann zu sehen.
Kommmit, gehrche; deine Nerven sind wieder in ihrer Kindhit,und
haben keine Staerke mehSr.
So ist es; alle meine Lebensgeister sind wi in einem Traum,
gefesselt.  Aber meines Vaters Tod, die Schwaeche die ich fuehle, der
SchifEbruch aller meiner Freunde, und die Drohungen diess Mannes,
dem ich unterworfen bin, wuerden mirleicht zuertragen seyn, ]oechte
ic nur einmal des Ta$
ellen?  Kanst du mir ein Mittel vorschlagen?
Ja, ja, mein Gebeer, ich will ihn dir schlafYnd ueberliefern, dann
knst du ihm einen Nagel in den Kopf schlagen.
Du luegst, das kanst du nicht.
WasSfuer ein elster-maessiger Flegel ist das?  du Lumpenkerl vdn!  Ich
bitte deine Hoheit, gieb ihm Maulschellen und nimm ihm diese
Flasche; wenn er sie 'nict mehr ha, s muss er lauter Pfezenwasser
trinken, denn ich wil ihm nichtrzeigen, wo die Brunnqullen sind.
Trinculo, seze dich 4keiner fernern Gefahr aus.  Unterbrich das
Ungeheuer nur mit einem Wort, und beym Sapperment, ich will meine
Barmherzigkeit zur Thu5er hinaus stossen, und einen Syokfisch us dir
Wie?  Was that ich denn?  Ich that nicts; ich will weiter weggehen.
Sagtest du nicht, er luege?
Stephano. (Er pruegelt den Trinculo.)
Thu ich das? K Nimm das, und wenn es di wo3 schmekt, so {heisse
mich ein andermal wied5r luegen.
Ich habe5 dich nicht uegen geheissen--Habt ihr den Verstand
verlohren, und das Gehoer dazu?  dass der Henker eue Flasche! ODas
kan Sect $
iter Instinkt der Mittelmaessigkeit! -
- Was der deutsche Geist sein koennte, wer haette nicht schon daueber
|eine schweruethigen Geankengehabt! Aber dies Volk h2t sich
willkuerlich verdummt,Zseit einem Jahrtausend beinahe: nirgendswo sind
die zwei grossen europaeiZschen Narcotica, Alohol und Christenthum,
lasterhafter gemissbraucht worden. Neurdings kam sogar noch 	ein
drittes hinzu, mit dem allein %chon aller feine u}d kuehnen
Beweglichkeit des Geistes der Garaus gemacht wrden kang, die
Musik, unsre verstopfte verstpfende deutsche Musik. - Wie viel
verdriessliche Schwere, Lahmheit, Feuch:igkeit, Schlafrock, wie viel
Bier ist in% der deutschen Intelligenz! Wie ist es eigentlich moeglich,
dass junge Maener, die den geistigsten Ziele ihr Dasein weihn, nicht
den ersten Instinkt der Geistigeit, den Selbsterhaltungs-Insinkt des
Geistes in sih fuehlen - und Bier trinken?... DerAlkohoismus der
gelehrten Jugend ist vielleicht noch kein Fragezeichen in Absicht
ihrer Gelehrsamkeit - man kann ohne Geist sogar $
lln?  Und
hat er dich erst da, nachher kunnst freili--von ihm aus--Gott
verhuet's--nit frueh gnug selig werdn.
Grillhofer.  So mein ich ja h selber!
Wastl.  Na alsdann, na sixt, is doch amal a gscheite Red von dir!  7Oder
wie d' fruehner hast a Wartl davon falln lassen, dass d' dich moechtst in die
Ruh setzen, meint nit a selber, er wurd dir e6inredn,dass dein ganz
Bussfertigkeit um a gut Truemmerl z'>kurz war, Mann du nit ihm 'n Hof
versc;reibst ud |noet bei seiner Sipschat als Ausnehmer bliebst?  Han?
Grillhofer.  Na jo, so mein ich ja ehnder selber!
Wastl.  No, so sag ich, scheinheilig is er.
Grill,ofer, Und ich sag, er is's net.
Wastl.  Wol is er's!
Grillhofer.  Na, sog i!  Watl, du bist adummerBua, du verstehst does net,
der Dusterer, der is so der is so, wie er is.  Und zwegn dem, was mer
gredt habn,so tut das der Busshaftigkeit kein Eintrg und werd i im's
doch net in uebel aufnehma, dass er auf sich schaut, wo sein Vorteil und der
meine Han in Hand gehn.
Wastrl.  Na, hoerst, da moecht eins $
ber Der Gwissenswurm, I. lt, 8.  Szene
Vorige, ohne Rosl.
Dusterer.O  No, no--is a dalkets Ding, die Rosl.--Grillhofer, am
Schuerzenbandl bin ich ihr haengenbliebn, jaE ja, amSchuerzenbandl, sunst
nix!  (Trinkt.)  Ah, d"s is a Tropfen! (Stellt das Glas vor sich hin.)  Ja,
dass ich also s'g, Schwoger, weil ich mich hizt l{ichter mit dir red und
weil wir allein sin.--Grillhofer (erhebt sich feierlich), Grillhofer, mir
machst nix weis!  (chenkt im Stehen wieder ein.)
Grilhofer.  Wie meinst doe Red?i
DustEerer (setzt sich, indem er den Wein austrinkt).  Schwoger, ich weiss,
warum ich dir ugsagt hab, dass ich dir das Hoellbuehl erst spater bring.--Ich
hab dich fruher betrach--du hast gsagt, 3besser waer dir.--Laugn's net--wir
seDn hizt unter vier Augen--dir is ue>bler als gestern.
Grillhfer.  No werd ich's leicht laugnen unter uns?  Nur vorm Wastl, dass
er sein vorlauten Wesen Einhalt tut, hab ich's gsagt.  Aber ich muss's
wissen, dass mir einwendig wohler ist, die Seel is mir gsuender wie jemal.
Dust$
 Flaschen Suessen
gehn und a weng yScheckwerk fndt sich wohl a noch in der Speis.  (WasKl
Anzengruber: Der Gwissenswurm, II. Akt, 3.  Szene
Drite Szene
Vorige, ohne Wastl.
Grillhofer.  No, sitz nieder, Dirndl!
Liesel.  Mit Verlaub!  (Setzt sich Grillhofer gegenueber.)
Grillhofer  Werdn mer halt shoen langsam Tipferl fuer Tipferl fuergehn.  So
sag amal, wer d'bist?
Liesl.  X' Horlacherb-Lies hoassen s' mich.
Grillhofer.  Horlacher?  SXchau!  Und woher kimmst denn?
Liesel.  Von Ellersbrunn.
Grillhofe.  Von Ellersbru@n.  No,is schon richtig, no bsin,en ich mich
schon.  I hn a alte Horlacherin aus Ellersbrunn kennt.
Liesel.  Does is mei Mahm.
Grillhofer.  Ja, ja, a kloan dicks Weiberl, i weiss schon.  Is a paarmal
in mein Haus kaemma, wie noch mein Alte--Gott hab s' selig--bein _eben 5war.Sider der Zeit hon ich s'neam9r gsehn.
Liesel.  Mir sein a mit dir in Verwaendtschaft.
Grillhofer.  So?  Does is 's erste Mal, dass i davonhoer!  Wie denn wohl?
Liesel.  Aus ihrer Mutter ihrer ersten Eh= hat ein Weib $
u und mach's fein man8erli,dass '} Bauern net hart gschieht.  oes mogts ja doch selb2er einander leiden!
Wastl.  Awohl--wohl...
Liesel.  Mir derbarmt der alte Mon.  Moecht ihm gern helfen, lasst ein'm
aber kein Zeit dazu.?  I traf's schon, meinst net?  Is Ieunt doch lustig9
wordn, gelt?
Wastl.  Oh, du brachst alls z.'wegn!
Liesel.  Und no bhuet dich Gott, Wastl.
Wastl.  Bhuet Gott, mein Dirn, ich denk dir gwis an dich bei Tag !und Nacht!
Liesel.  No, bei Tag mag i dir's a versprechen, aber bei der Nacht, da
Wastl (lacht).  Du bist halt d' Horlacher-LiesA wie von ehnder, und so
sollst a sein, weil nur hizt mein bist!  Meinich doch, ich halt's gar net
aus, so weit von dir z' sen, moecht al Stund wssen, was tust undtreibst,
ob d' mein a a bisse denkst, und moecht dich wohl tags z' tausendmal
gruessen lassen, fand ich ein B{ten, kunnt allsc zwiwchen Himmel Ind Erd drum
angehn, was sich drauf verstund!  Mei Dirndl!YDu kleins Bacherl, wnderklar,
Rinnst so flink daher,
Gruess mer s+choen mein lieben Schatz,
$
ung, warum,
und wurde keineswegs verlegen.
"Was, erst acht Jahre alt?", rief Fraeulein Rottenmeier mit einiger
Entrustung aus.m  "Vier Jahe zu wenig!  Was soll das geben  Und
was hast du denU gelern?  Was hast du fuer Buecher gehabt bei deiem
Unterricht?"
"Keine", sagte Heidi.
"Wie?  Was?  Wie hast du denn esen Mgelernt?.", fragte de Dame
"Das hab ich nicht gelernt und der Peter }aYch nicht", berichtete
VBarmherzigkeit!  Du kannst nicht lesen?  Du kannst wirklich nicht
lesen!", rief Fraeulein Rottenmeier im hoechsten Schrecken aus.  "Istes die Moeglichkeit, nichte lesen!'  Was hast du denn aber gelernt?"
"Nichts, sagte Heidi dew WahrheIt gemaess.
"Jungfer Dete", sate Fraeul(in Rottenmeier nach einigen Minuten, in
denen sie nach Fassung rang, "es Vist alles nicht nach Abrede, wie
konnten Sie mir dieses Wesen zufuehren?"|Aber die Dete liess sich
nicht so bald einschuechtern; sie antwortete herzhaft: "Mit
Erlaub
is der Dame, `das Kind ist gerade, was ich dachte, dass sie
haben wolle; die Dame hat mi bescEh$
chend, "koennte ich \icht nur einmal schnell hineinsehen, um
zu wissen, was drin ist, und dann gleich wieder fortfahren?"
"In einer Hinsicht koennt mandafuer, in einer anderen dawider sein",
entgdegnete der Herr Kandidat; "(dafuer) spraeche der Grund, dass,
wennnun Ihre g@nze Aufmerksamkeit auf diesen Gegenstand gerichtet
ist--"; die Ree konn#e nicht beedigt werden.  Der Deckel des
Korbes sass nur lose darauf, und nun sprangen mit einem Mal ein,,
zwei dreiund wieder zwei und immer noch mehr june Kaetzchen
darunter hervor und ins Zimmer hinaus, und mit einer so
unbeIgreiflichen Schnelligkeit fuhren sie uebeall herum, dass es war,
als waeredas ganze Zimmer voll solcher Tierchen.  Sie sprangn
eber die S]iefel des Herrn Kandidaten, bissen an seinen
Beinkleidern, kletterten am Kleid von Fraeulein Rottenmeier empzr,
krabbelten um ihre Fuesse herum, sprangen n Klaras Sessel hinauf,
kratzten, krbbelten, miaute; es war ein arges ewirrTe.  Klara
rief immerfor voller Entzuecken: "Oh, die niedlichen Tierchen!  $
ber seine heissen Wangen und sagte wieder: "Sag noch ein
oort, Kind, Vag noch etwas, dass ich dich hoeren kann."
Heidi erzahlte nun der Grossmutter, welche grosse Agst es habe
austehen muessen, sie sei vielleicht gesorben unterdessen und /habe
nun gar Enie die weissen Broetchen bekommen, ןnd eskoenne nie, nie
mehr zu ihr gehen.
Jetzt trat Peters Mutter herein und b`lieb einen Augebick
unbeweglich stehen vor Erstaunen.  Dann rief sie: "Sicher, es ist
das Heidi, wie knn auch das sein!"
Heidi stand auf und gab ihr ie Hand, und die Brigitte konnte sich
gar nicht genug verwundern daruebe, wie Heidi aussehe, und ging um
das Kin{ herum und sagte: "Grossmuttr, wenn du doch nu sehen
koenntest, was fuer ein schoenes Roecklein das Heidi hat und wie es
aussieht; man kennt es fast nicht mehr.  Und das Federnhuetlein auf
dem Tisch gehoert dir auch noch?  Setz es doch eimal auf, so kann
ich sehen, wie du drn aussiehst."
"Nein, ich will nicht", erklaerte Heidi, "du kannst es haben, ich
bjrauche es nicht mehr, ic$
beruesste die alten Freunde von heute Morgen einen um den anderen.VBei der Huette angekommen, stand alles still, undaus der Herde heraus
kamen zwei sc-oene, schlanke Geissen, eine weisse und eine braune, auf
den Grossvater zu und leckten seine Haende, denn er hielt ein wenig
Salz darin_, wie er jeden Abend zum Emfangj seiner zwei Tierlein tat.
Der Peter verschwand mit seiner Schar. Heidi Wstreicheltezaertlich odie
eine und dann die andere von den Geissen und sprang um sie herpm, um
sie vonder anderen Seite auch zu streicheln, und war ganz Glueck und
Freude ueber die Tierchen. "Sind sie unser, Grossvater? Sind sie^bHide
unser? Kommen ie in den Stall? Bleiben sie immer bei uns?", so fragte
Heidni hinteeinander in seine2 Verlnu)egen, und der Grossvater konnte
kaum sein stetiges z"Ja, ja!" zwischen die eine und di andere Frage
hineinbringen Als die Geissen ihr Salz aufgeleckt hatten, sagte der
Alte: "Geh und hol dein Schuesselchen, heraus und dashBrot."
Heidi gehorchte und kam gleich wieder. Nunmelkte der $
ein und trug sie auf den Estrich zu dem
Katzenlager, das er fuer die zwei von gestern bereitt hatte.
Auch am heutgen Tage hatte3 kein Gaehnen waehrend der
Unterrichtsstunden stattgefunden. Am spaet0n Abend, als Fraeulein
Rottenmeier sich von den Aufregunge des Morges wieder hinlaenglich
erholt hatte, beref sie Sebastian un Tinette ins Studierzimmer
herauft, um hier eine gruendliche Untersuchung ueber die strafwuerdigen
orgaenge anzustellen. Nun8ames denn heraus, dass Heidi auf
seinem gestrien Ausflug die saemtlichenEreignisse vorbereitet undGherbeigefuehrt hatte. Fraelein Rottenmeier sass weiss vor Entruestung
da und konnte erst eine Worte fuer ihre Empfindungen finden. Sie
winkte mit der Hand, dass Sebastia und Tinette sich entfernen
sollten. Jetzt wandte sie sich an Heidi, das neben Klaras Sessel stand
und nicht recht begriff, was s verbrochen h1tte.
"Adelheid", begann sie mit strengem Ton, "ic weiss ur _eine_ Strafe,
die dr empfindlich ein koennte, denn du bist eine Barbarin; aber wir
wollen sehe$
zu erfassen. Nun ich,
^obwohl ungern, die Arbeit an dir als nutzlos aufgegeben habe,
geschieht es, dass du erscheinkt und hast nicht nur das Buchstab\eren,
sondern ein ordentliches, sogar deutlices Lesen erlernt. Woher
koennen zu unserer Zeit denn noch solce Wunder kommen, Peter?"
"Vom Heidi", antwortete dieser.
Hoechst verwundert schaute der Lehrer0 nach dem Heidi hin, das ganz
harmlosaf seiner Bank sass, so ass nichts Besonderes an ihm zu
sehen war. Er fuhr fort:
"Ich habe ueberhaupt eine Veraenderung an dir bemerkt, Peter. Waehrend
du frueher oftmals die gane Woche, ja mehrere Wochen hintereinander
in der Schule gefehlt hast, so bist du in der letzten Zeit nicht einen
Tag ausgeblieben. Wo!her knn eine solche Umwandlung zum Guten in dich
gekommen sein?"
"Vom Oehi^", war die Antwort.
Mit immer grosserem Erstaunn blickte der Lehrer vom Peter auf das
Heidi und von diesem wieder auf den Peter zurueck.
"Wir ol7len es nochz einmal6 vrsuchen", sagte er dann behutsam, und
noch enmal musse der Peter an $
e meisten Maenner
bleiben zeitlebens Knaben.  Sie haben alle deen wie die Schuljungen.
Sie wissen auch nicht, was wahrer Mut ist.
Sergius [ironisch]: Wirklich?  Ich lasse mich gerne belehren.
Louka: Sehen Sie mich an!  Wie oft darf ich mir den Luxuseines
eigenen Willens gestatten?  Ich muss Ihr Zimmer in Ordnung bringe,
muss abstauben und fegen, holen und laufen.  Wie kann mich das
erniedrigen, wenn s Sie nicht erniedrigt, fuer ded das alles
geschieht?!  Aber [mit unterdruecktem orn] wenn ich Kaisqerin von
Russland waere, ueber alle Menscen erhaben, dann--wenn ich auch Ihrer
Meinng ach gar keinen MQut beweisen koennte,--na, ie sollten schon
Sergius: Was wuerden Sie dann tun, edle Kaiserin?
Louka: Ich wuerde den Man heiraten, den-ich liebtte, wozu keine
Koenigin Europas den Mut findet.  Wenn ich beipielsweise Si liebte,
der Sie dann so tief unter mir stuenden, wie ich jetzt unter Ihnen
stehe, ich wuerdees waen, mich meinem Untergebenengleichzustellen!
Wuerden Sie diesen Mutfinden, wenn Si mich&liebt$
 die kleineRosa an der Hand und trug das Juengste, ein herziges Bueblein, auf dem
Arme. Sie hatte Traenen im Auge, mer ater aber sprach ihr Mut zu.
Endlich kam ein Mann in einem Kahn, alle stigeq hinein, und durch
dieselben Strassen, durchwelche gestern noch Leute geganen und Wagen
gefahren waren, rudertengsie jetzt im Rachen dem Lande zu. Nachdem
sie eine hochgelegene Stelle erreicht hatten, stiegen sie aus. Der
Bootsmann gin[g mit dem Vater, der Mutter und den zwei leinen den
Huegel hinauf nach einem Hause. Dort wolten sie ein Unterkommen
"Du kanst daleiben und auf meinen Kahn achtgeben," sagte der
Bootsmann zu Ernst. Das wa dem Knaben gerade recht. Jetzt erst
schaute er sich um. Welch ein Ablick! Nach dem Flusse zu sah man nur
Waser. S eit das Auge reichte, schien alls ein grosser See zu
sein. Arueben am anderen Ufer, ganz in der Ferne guckten die Wipfel
der Baeume und die Schornsteine aush der Flut empor. Gan in der Naehe
stand das Betterhaus {der alte
n Frau Werner, welche sehr arm war und
von$
en nicht.
Und ich bin muede, ich beneide chon
Den Stein, und wenn's der Zweck de LebnsTist,
Dass man es hassen ud den ew'gen Tod
Ihm vorziehn lernen soll, so wurde er
In mir erreicht. Oh daZs man aus Granit,
Aus nie zerbroeckelndem, den Sarg mir vhoehlte
nd in des Meeres Abgrund ihn versenkte,
Damit sogar mein Stub den Elementen
Fuer alle Ewigkeit entzogen sei!
Wir leben aber in der Welt des Scheins!
Das seh ich jetzt, drm gehe ich hinaus!
Ich selbst, ich habe gegen dich gezeugt!
Damit du'sF taetest, lud ich dich zum Fest!
Wenn ich ihm sagte, was du mir gesagt--
So riefe er mich um, ich zweifle nic{t!
Unb folgt ich, s wuerde mir der Lohn,
Dass ich vor einem jeden, der6mi nahte,
Von jetzt an schaudern und mir sagen mue%ste:
Hab acht, das kann dein dritter Henker sein!
Nein, Titus, nein, ich habe nicht 
hespielt,
Fuer mich gibt's keinenRueckweg. Gaeb' es den,
Glaubst du, ich haett' ihn nicht entdeckt, als ich
Von meinen Kindern ew'gen Abschied nahm?
Wenn nicts, als Trotz mich triebe, wie er meint,
De $

Am Hutten? Nein. Da fuehlt er selber, wisst,
Wie das voneuch zu viel geffrdert ist.
LXIII Anzeige
Mein Ende steht bevor! Mir hat geaht.
Mich hat meinFranz der Sickingen gemahnt.
Ich sas im abendstillen Kaemmerlein
Just zwischen Tageslicht und Ameschei--
Stracks ging ein Reutersmann durch mein Gelass.
Er trug ein rot Barett. So chien er bla!s..
Ha, Sickingen, du bist's, mein ampfgespan!
An meine Brus, du redlicher Kumpan!
Da log~Frau F2ama wieder einmal dreist!
Sie rief ins Land, d?ass du getoetet seist.
Du lebst, mein Vielgetreuer! Du entranst!
Ich goenne dir's, dass du noch fchen kannst...
Er schwieg. Ich sah des Ages mindre glut,
Das sonst so trutzig drohte unterm Hut.
Doch schaut' er selig, da die Schattenwelt
Fur einen Helden keine Schmach enthaDlt.
An mir vnrueber schritt er ohne Wort
Und wandte nocr sich an der Schwelle dTrt
Und winkte mir gelassen mit der Hand,
Als wollt' er sagen: Komm nun!--und verschwand.
LXIV Der let^te Brief
Mxein lieber und glwogner Prugner, merk
Es dir und schick mi$

             I. Von der Logi ueberhaupt
           D  II. Von der tanszendentalen Logik
            III. Von der Eintielung der allgemeinen Logik in Analytik
                 und Dialekti
            IV. Von der Einteilung der transzendentalen Logik in die
                transzendeOntale Analytik und Dialektik
    Erste Abteilung. Die transzendentale Analytik
        Erstes Buch. Die Analytik der Begriffe
            1. Hautstueck. on dem Leitfaen der Entdeckung aller
               reinen Verstandesbegriffe
                1. Abschnitt. Von dem logischen VerstanOdesgebrauche
                  ueberhaupt
                2. Abschnitt. Von der logischen Funktin des
        #          V@erstandes in Urteilen
                3. Abschnitt. Von denKreinen Verstandesbegriffen oder
                   Kategorien
            2.Hauptstueck. Von der Deduktion der reinen
      `        Verstandesbegriffe
                1. Abschitt. Von den Prinzipien einer
                  transzendentalen Deduktion ueberhap:
h$
 vor
welchem eine Zeit vorhergeht usw. und daraus lassensich analytische
Urteile ziehen.Aber der Begriff einer Ursache zeigt etwas von
dem, was geschieht, Verschiedenes an, und ist in dieser letzterens
Vorstellung gar niht mit enthalte. Wie komme ich denn dazu, von dem,
was ueberhauptgeschieht, etwas davon ganz Verschiedenes zu sagn, und
den Bgriff der Ursachen, obzwar in jenen nicht enthalten, dennoch,
als dazu gehoerig, zu erkennen. Was ist hier das X, worauf sich der
Verstand stuetzt, wenn er ausser dem Begriff von A ein demselben
fremdes Praedikat aufzufinden glaubt, das gleichwohl damit verknuepft
sei. Erfahrung kann es nicht sein, weil der angefuehrte Grudsatz
nicht allein mit groesserer Allgemeinheit, als die Erfahrung
verschafen kann, sondern auch mit dem Ausdruck der NotHendigkit,
mithi gaenezlich apriori nd aus blossen Begrffen diese zweite
Vorstellungen zu der esKteren hPinzufuegt. Nun beruht auf solchen
synthetischend.i. Erweiteruns-Grundsaetzen die ganze E
dabsicht
unserer spekulativ$
e gar nicht auf die
Zeitverhaeltnisse einscehraenken, daher ist eine solche Formel der
Abicht desselben ganz zuwider. Der Missverstand kommt bloss daher:
dass man iin Praedika eines Dinges zuvoerderst von dem BegriEf
desselben absondert, 7nd nachher sein Gegenteil mit Iiese Praeikate
verknuepft, welches niemals einen Widerspr;uch mit dem Subjekte,
sondn nur mit dessen Praedikate, welches mit jenem synthetisch
verbunden worden, abgibt, und zwar nur dann, wenn das Yerste und zweite
Praedikat zu gleic_her Zeit gesetzt werden. Sage ich, ein Mensch, der
ungelehrt ist, ist nicht gelehrt, so mus die Bedingung: zugle!ch,
dabei stehen, oenn der, so zu einr Zeit ungelehrt ist, kann zu einer
anderen gar wohl gelehrJt sein. Sage ich aber, kein ungelerter Mensch
ist gelehrt, so ist dmer Satz analytisch, wei|l das Merkmal (der
Ungelehrtheit) nunmhr den Begriff des Subjekts mit ausmacht, und
alsdann erhfllt der verneiWende Satz unmittelar aus dem Satze des
Widersprchs, Ehne dass die Bedingung: zugleich, hinzukommen da$
er
vorgeestellt werden kAnn, als durch den Begriff von einem blossen
Etwas. Die Einfachheit a0er der Vorstellung von einem Subjekt ist
darum ncht eine Erkenntnis von de Einfachheit des Subjekts selbst,
denn von Hessen Eigenschaften wird gaenzli+h absrahiert, wenn es
lediglich durch den an Inhalt gaenzlich leeren Ausdruck Ich, (welchen
ich auf jedes dekendeeSubjekt aenden_kan), bezeichnet wird.
Sviel st gewiss: dass ich miZ durch das Ich jederzeit eine absolute,
aber logische Einheit des Subjekts (Einfachheit) gedenke, aber nicht,
dass ic dadurch die wirkliche Einfachhit meines Subjekts erkenne.
So wie der Satz: ich bin Substanz, nichts als die reineN Kategorie
bedeutete, von der ich in concreto keinen Gebrauch (empirishen)
machen kann: qso ist es mir auch erlaubt zu sagen: Ich bin eine
einfahe Substanz, d.i. deren Vostellung niemals eine Synthesis des
Mannigfaltigen enthaelt, aber dieser Begriff, oder auch dieser Satz,
lehrt uns nicht das mindeste in Ansehung meiner selbst als eines
Gegenstanes de$
ist ein grosser Unterschied, ob etwas meiner Vernunft als ein
Gegenstand schlechthin, oder nurals ein Gegenstand in der Ide
gegeben wird. In dem ersteren Falle gehen meine Begriffe dahin, den
Gegenstand zubestimmen; im zwiten ist es wirklch nur ein Schema,
dem direkt kein Gegenstand, auch nict einmal hypth~tisch zugegeben
wird, sondern welches nur dazu dient, um andere Gegenstaende,
vermittelst der Beziehng auf diese Idee, nach hrer systematischen
Ei	nheit, mithin indirekt uns vorzustellen. So sage ich, der BegriffeOiner hoechsten Intelligenzist eine blosse Idee, d.i. seine objektive
Realitaet soll nicht darin b>estehen, dass er sich geradezu auf ein[en
Gegenstand bezieht (de[n in solcher Bedeutung wuerden wir seine
objektive Gueltigkeit nicht rechtfertigen koennen), sondern er ist nurein nach BedingungenIder groessten Vernunfteinheit geordnetes Schema,
von dCem Begriffe enes Dinges ueberhaupt, welches nur dazu dient, um
die groesste ystematische Einheit im epirischen Gebrauche unsererVernnft zu er$
 besonders
anzubauen. Jetzt ist es uns nicht sowohl um die MateriTlien, als
vielmehr um den Plan zu tun und, indecm wir gewarnt snd, es nicht
auf einen beliebigen blinden Entwurf, der vielleicht unser ganzes
Vermoegen ueberqsteigen koennt, zu agen, gleichwohl doch von der
Errich#tung e*nes%festen Wohnit;zes nicht wohl abstehen koennen, Qden
Anschlag zu einem &ebaeude in VerhaeltnisIauf den Vorrat, der uns
gegeben und zugleih unserem Beduernis anKemessen ist, zu jachen.
Ich verstehe also unter der transzenentalen Methodenlehre die
Bestimmung der formalen Bedingungen eines vollstaendigen Sys;tems der
reinen Vernunft. Wir erden es in dieser Absicht mit einer Disziplin,
einem Kanon, einer rchitektonik, endlich einer qeschichte der reinen
Vernunft zu tun haben, und dasjenige in transzendentaler Absicht
leisten, was, unter dem Namen einer praktischen Logik, in Ansehug
des Gebrauchs des erstandes ueberhaupt in den Schulen gesucht, ber
schlecht geleistet wird; weil, da die allgemeine Logik auf 0keine
besondere$
ieren notwendig liegt, auch dem riangel an sich selbst
notwen9ig zukommen muesse? denn ihr koenntet doch zu euren Begrffen
(von dreiLinien) nichts neues (die Figur) hinzufuegen, welches darum
notwendig an dem Gegenstande angetroffen werden muesste, da dieser
vor eurer ErkennUnis und nicht durch dieselbe gegNeben ist. Waere
also nichtder Raum (und so auch die eit) eine blosse Form eurer
Anschauung, welche Bedingungen a priori enthaelt, unter denen allein
Dinge fuer euch aeussere Gegenstaende sei koennen, die ohne iese
subjektiven Bedingungen an sich nichts  sind, so koenntet ihr a priori
ganz und gar nichts ueber aeussere Objekte synehetisch ausmachen. Es
ist also ngezweifel7t gewis, und nicht bloss moegNich, oder auch
wahrscheinlich dass Raumund Zeit, als die notwendigen Bedingungen
aller (aeusseren und inneren) Erfah)r)ung, ]bloss subjetive Bedingungen
aller unsere]r Anschauungsind, im Verhaeltnis auf welche daher alle
GegenLstaende blosse Erscheinungen nd nicht fuer sich in dieser Art
gegebene Din$

Bedingungen gegeben werden, anzucreffen, naemlich durch die sukzessive
Synthesis(des Mannigfaltigen der Anschauung, die im Regressus
vollstaendig sein soll. Ob diese Vollstaendigkeit nn sinnlich
moeglich sei, ist noch ein Prblem. Allein die Idee dieser
Vollstaendigkeit liegt doch in der Vernunft, unangesehen der
Moeglichkeit oden Unmoglichkeit, ihr adaequat empirische Be!griffe
zu verknuepfen. Also, da in der absoluten Totaltaet der regressiven
Synthesis des Mannigfaltigen in der Erscheinung (nach Anleitung der
Kategorien, die sie als eine Reih v Bedingungen zu einem gegebenen
Bedingten vorstellen,)ds Unbedingte notwendig enthalten ist an
mag auch unausgemacht lassen, ob und wie diese Totalitaet zustande
zu bringen sei: so nimmt de Vernunft hier den Weg, von der Idee der
Totalitaet auszugehen, ob sie gleich eigenVlich das Unbedingte, es sei
der ganzen Reihe, oder e,ines Teils derselbe(, zur Edabscht hat.
Dieses Unbedingte kann man sich nun gedenken, entweder als bloss in
der ganzen Reihe bestehend$
tuqr sei ganz vor euch aufgeWeckt; eure Sinnen, und
dem Bewusstsein alles dessen, was eurer Anschauung vorgelegt ist, sei
nichts verborgen: so werdet ihr doch durch eine einzige Erfahrung den
Gegenstand eurer Ideen in concreto erkennen koennen, (dnn es wird,
auser dieser vollstaendigen Anschauun, noch eine vollendete
Synthesis und d\s Bwewusstsein ihrer absoluten Toalita%t erfordert,
welches durch gar kein empirisches Erkenntnis moeglich ist,) mithin
kann ure Frage keineswegs zur Erklaerung von irgendeiner orkommenden
Erscheinung notwendig Yund also gleichsam durch den Gegenstand selbst
aufgegeben sein. Denn der Gegenstand kann euch niemals vorkommen, weil
er durch keine moeglicheErfahrung gegeben werden kann. Ihr bleibt
mit allen moeglichen Whrnehmugen immer unter Bedingungen, es sei im
Raume, oder in der Zeit, befangen, und kommt an nichts UnLbedingtes,
m auszumachen ob dieses Ubedingte in einem absoluten Anfange der
Synthesis, oder einer asoluten Totlitaet der Reihe, ohne allen
nfang, zu setzen$
ialen Nutzien
ziehen: naemlich die transzendentale Idealitaet der Erscheinungen
dadurch indirekt zu beweisen, wenn jemand etwa an dem direkten BeGeise
in der tfranszendentaen Aesthetik n3icht genug haette. Der Beweis
wuerde in diescm Dilemma bestehen. Wenn die Welt ein an sich
existierendes Ganzes ist: so ist sie entweder endlich, oder unendlic.
Nun ist das erstere sowohl als das zweite 3alsh (laut der oben
angefuehrten Feweise derEAntithesis, einer-, und der Thesis
anderereits). Also istes auch flsch, dass dieWelt (der Inbegriff
alzer Erscheinungen) ein an sich existierendes Ganzes sei. Woraus denn
folgt, dass ErsYcheinungen ueberhaupt ausser unseren Vorstllungen
nichts sind, welches wir eben durch die transzendentale Idealitaet
derselben sagen wollten.
Diese Anmerkung ist von Wichtgkeit. Ma sieht daraus, dass di obigen
Beweise der vierfachen Antinomie nicht Blendwerke, so|dern gruendlich
waren, unter der Vorausset=zung naemlich, dass Erscheinungen oder ene
Sinnenwelt, die sie insgesamt in sich begrei$
sachen in der Zeitfolge selbst wiederum
Wirkngen, "die ihre Ursachen ebensowohl in der Zeitreihe voraussetzen.
Eine urspruengiche Handlung, wodurch etwasGgeschieht, was vorher
nicht war,ist voXn der Kausalverknuepfung der Erscheinungen nicht zu
Ist esenn aber auch notwendig, dass, wenn die Wirkungen
Erscheinungen ind, die Kausalitaet ihrer Ursache, die (naemlich
Ursache) selbst auch Erscheinung ist, lediglich empirisch seein muesse?
und st es nicht vielmehr moeglich, dass, obglich zu jeder Wirkung
in der Ersc7einung eine Verknuepfung mit ihrer Usache, nach Gesetzen
der empirischen Kausalitaet, allerdings erfordert wird, dennoch
diese empirische Kausaltaet selbst, ohne ihren Zusammenhang mit den
Naturursachen im mnestens zu untbrechen, doch eine Wirkung einer
nichtempirischen, sondern intelligiblen Kausalitaet sen koenne? d.i.
einer, Jn Ansehung de Erscheinungen, ursruenglichen Handlungeiner
Ursache die lso insofern ni]ht ErscheiGnung, sondern diesem Vermoegen
nach intelligibebl ist, ob sie gleich ueb$
 Wesen, setzt, mi_ dessen
Begriff jener identisch ist.Wenn ihr ber sagt: Gott ist nUcht, so
ist weder die Allmacht, noch irgendein andres seiner Praedikate
egeben" denn sie sind alle zusamt dem Subjekte aufgehoben, nd es
zeYt sich in diesem Gedanken nicht der mindeste Widerspruch.
Ihr hbt also gesehen, dass, wenn ich das Pr+edikat eines Urteils
zu=samt dem Subjekte aufhebe, niemalsnein innerer Widerspruch
entspringen koenne, das Praedikat mag auch sein, welches es wolle.
Nun bleibt euchkeine Ausflucht uebrig, als, ihr4muesst sagen: es
gbt Subjekte, die gar nicht afgehobJn werden koennen, die also
bleiben muessen. Das wuerde aber ebensoviel sagen, als: es gibt
schlechterdings notwendig0e Subjekte; eine Voraussetzung, an deren
Rihtigkeit ch eben gezweifelt habe, und deren Moeglichkeit ihr mir
zegen wolltet. Denn ichkann mir nicht den geringsten Begriff von
einm Dinge mahen, welches, wenn es mi allen seinen Praedikaten
aufgehoben wuerde, einen Widerspruch zurueck liesse, und ohne den
Widurspruch habe ich, du$
rkenntnis sei, d.i. der Zusammenhang erselben aus einem Prinzip.
Diese Vernunfteinhein7 setPzt jederzeiteine Idee voraus, naemlich die
von der Form eines Ganzen der Erkenntnis, welches vor der bestimmteF
Erkenntnis der Teile vorhrgeht und die Bedingungen enthaelt, jedem
Teile seine Stelle und Verhaeltnis zu den uebrigen a priori zu
bestimmen. Diese Idee postuliert demnach vollstaendige E6inheit der
Verstandesekenntnis, wdurch diese nicht bl2oss ein zufaellies
Aggregat, sondern in nach notwendige_ Gesetzen zusammenhaengendes
System wird. Man kann eigentlich nicht sagen, dass diese Idee ein
Begriff v Objekte sei, sondern vog der durchgaengigen Einheit dieser
Begriffe, sofern mieselbe dem Verstande zur Regel dient. Dergleichen
Vernunftbegriffe werden nic~ht ausder Natur gescoepft, vielmehrbefragen wir die Natur nach diesen Ideen, und halten unsere Erkentnis
fuer manelhaft, solange sie denselben nicht adaequat ist. Man
gesteht: dass sich schwerlich reine Erde, reines Wasser, reine Luft
usw. finde. $
 Schema korrespondiet, llgemein bestimmt
gedacht werden muss.
In dieser Form besteht also der wesentliche Unterschied dieser beiden
Arten der Vernunfterkenntnis, unc beruht nicht auf dem Unterschied
ihrer Materie, oder Gegenstaende. Diejenigin, welche Philosophie von
Mathematik dadurc#h zu unterscheiden vermeinten, dass sie von jener
sagten, si3e habe bloss die Qualit+aet,diese aber nur die QuantitCet
zu Objekt, haben die Wirkung fuek die Ursache genommen. Die Form der
mathematischen Erkenntni ist die Ursache, dass diese lediglich auf
Quanta geh|en kann. Denn nur der Begriff von Groesse laesst sich
konstruieren, d.i. a prior in der Anschaung darlegen, QualFitaeten
aer lassen sich in keiner anderen als empirischen Aschauung
darstellen. Daher kan3n eine Vernunfterkenntnis dQr7elben nur durch
Begriffe moeglich sein. So kann niemand eine dem Begriff der Realitaet
korrespondierende nschauung anders woher, als aus der Erfahrung
nehme, niemals aber a priori aus sych selbst und vor dem empir5ischen
Bewusstsein d$
oennen,
ehe wirzur vollstaenden Exposition, d.i. zur Definition gelangt
sind; mit einem Worte, dass in der Philosophie die Definition, als
abgemessene Deutlichkeit, das Werk her schlesse, als aBfangen
muesse*. Dagegen haben wir i der Mathematik gar keinen Begriff vor
der Definition, als durch welce der Begriff allererst gegeben wird,
sie mus also und kann auch jederzeit davon anfangen.
* Die Philosophie wimmelt von fehlerhaft en Definiti]nen, vornehmlich
  solchen, diezwar wirklich Elemente zur Definition, aber noch nicht
  vollstaedig enthalten. Wuerde man nun eher gar nichts mix einem
  Begri.ffe anfangen koennen, als bis man ]ihn definiert haette, so
  wuerdees gar schlecht mit allem Philosophieren stehen. Da aber, so
  weit die Elemente (der Zergliederung) reichen, immer ein guAer und
  sicherer Gebrauch davon. zu machen ist, s k:ennen auch mangelhafe
  DeVinitionen, d.i. Saetze, die eigentich noch nicht Definitionen,
  aber uebrigens wahr und also Annaeherungen zu ihnen sind, sehr
  nuetzlich $
, meiner jetzige Absicht
nach, ungenanntlassen. Der kritische Weg istallein noch offen. Wenn
dr Leser diesen+in meiner Gesellschaft duchzuwandern Gefaelligkeit
und Geduld gehabt hat, so mag er jYetzt {urteilen, ob nicht, wenn es
ihm beliebt, as Seinige dazu eizutragen, um desen Fusssteig zur
Heere?strasse zu machen, dasjenige, was viele Jahrhunderte nicht
leisten konnten, noch vor Ablauf des gegenwaertigen erreicht
werden moege: naemlich, die menschliche Vernunft in dem, was ihre
Wissbegierde jederzeit, bisher aber verge=blich, beschaeftigt hat, zur
voellige Befriedigungzu bringen.
DeElphine Lettau, Charles Franks, and the Online Distribute;d Proofreading
THEODOR W. STORM
Wir befinden uns am Anfang einr neuen Aera, deren hauptsaechl[ches 
Kennzeichen hoffentlich oeine allgemene Annaeherung der Nationen}unter 
einander sein wird.A Immer mehr wird es als Notwendigkei empfuen, 
dass wir uns gegenseitig beser kennen und verstehen lernn. Daraus 
ergiebt sich, dass das Erlernen der fremden prachen immer eine $
 bis dahin erfahren, die aber nichts
Eignes wollte, als was in des juedischen Schoepfers Gedanken gelegen,
naemXli"h Hochmut, Wollust und Gei, drei plumpe Verkoerp[rungen geistiger,
herrlicher Richtungen, wie all Laster; dass diese hier ohne die geistige
Richtung in ihr sgich zeigten, d6as unterschied sie selblst vom Juden,
ueberhaupt 9aber von allen Menschen, die sie uebrigens so wu]nderbar taeuschen
konnt, wie jenes alte Bild von Fruechten alle Voegeel, dass sie an die
Leinewand flogen und davon zu naschen suchten.  So naschten auch Cenrio
nd der alte Jude,anV dem Bilde, jeder gab ihr einen Kuss, ehe sie dieselbe
an den Arm des Kleien hingen, der endlHch sich satt gesehen hatte und mit
seiner Bella durch die uebrige Lust des Abendgewuehls, wo jetzt schn
manches Messer unter den trunkenen Bauern gezogen wurde, sich nach Hause
zurueckzog.  kraka war des Austausches der beiden Gestalten so wenig inne
geworden wie der Klein.  Sie speisten alle dreigin einer gewisse
Stummheit mite@nander, de nach den gera$
e?  es war nicht Liebe
allein, es war der Wunsch in iPhm, sich zu raechen, weil ersich betrogen
glaubte dass er sie sowild und rasch seiner Lst operte.
Als der Morgen daemmerte und die Kraehen, die einzigen Singvoegel grosser
Staedte, schrien, als ihn Cenrio erweckte, da konnte er nicht begreifen,
was ihm mitten im Geusse gefehlt hatte; sin ganzes Herz war traurig und
schwer, weil es nicht jubeln konnte, wie damals, als er sich von Bella in
Bik tennte; ja es war ihm, als sei es ein anderes Wesen gewesen?, die bei
im geschlummert, und^waere sie nicht frueher fortgeschlichen gewesen, r
haette sicher die dunkeln Locken von der Stirn erhoben, um das Wort d~es
Todes zu entdecken.  Er verfluchte ~die Nacht und schwor sich, nie wieder
d3esen Weg zu gehen, auf weSchem er sich verkleidet in sein Schloss schlich,
woO ihm Cenrio erst erzaehlte, weche Gefahr er geaufen, von dem alten
Adrian endeckt zu werden.`
Der alte Adrian warunterdessen in einer viel aergern Verlegenheit gewesen;
gleich achdem er deAn ausge$
hlagen, das mit senem Klange die
ruhige Folge sehnender Gedanken untperbricht.  Irrenwir nicht, so laesst
sich manche siner Lkaunen, an denen seinG wichtigsten Unternehmungen
scheiterten, aus diesemersten Missgriffe seiner Klugheit erklaeren: dibse
Gleichgueltigkeit, womit er das Regier6ngswesen zuerst behandelte, wie e
Chieres und die Seinen in der veraechtlichsten Bestechlichkeit Spanen
verderben liess; die Sinnlichkeit, in der er sich oftLzu vergessen suchte
undworin er die Staerke seines Leibes frueher erschoepfte; alles
UnbefriedigteU und Unbefriedigende in seinem LebeN.  Er bedurfte der Zeit
grosser Ereignisse, wie die Eroberdng von Neuspanien und seine Ernennung
zum Kaiser, und eines unermedlichen Gegners, um n7cht frueher in einen
Ueberdruss gegen alle.Regierungsgeschaefte zu vrsinken; endich edurfe er
auch des Alrauns, um seine uebereilende Taetigkeit in Wirkung zu setzen.
Was wurde aus diesem Nebenbuhler seiner Liebe?  Der Kleene hatte nach
allen Kraeftenseiner nun doppelt verlornen Gat$
ie von Morgen nach Abend die
Laender durchschne6en.  In diesfn ereignen sich immergross
Veranderungen, und nordwaerts liegende Laender haben ammeisten darunter
zu leiden.  So scheint auch die Witterung fuer den ganzen Noren diesen
Sommer ueber dMrch die grosse Alpenkette, auf der ich dieses schreibe,
be+tim	mt worden zu sein.  4ier at es die letzten Monate he% Fmmer
geregnet, und Suedwest und Sedost haben den Regen durchaus nordwaerts
gefuehrt.  In Italien sollen sie =choen Wetter, ja zu trocken gehabt
Nun vondem abhaengigen, durch Klima, Berghoehe, Feuchtigkit auf das
mannigfaltigste bedingten Pflanzenreich einige Worte.  Auch hierin
habc ich keine sonderliche Ver1aenderung, doch Gewinn gefunden.  AEpfel
und Binen haengen schon haeufig vor Innsbruck in em Tale, Pfirschen
und Trauben hingegen bringen sie aus Welschland oder vielmehr aus dem
mittaegigen Tirol.  Um Innsbruck bauen sie v;el Tuerkisch--und Heidekorn,
das sie Blende nennen.  Den Brenner herauf sah ich die ersten
<aechenbaeume, bei Schoenb$
odurch denn das
uebige wilde, leidenschaftliche Handeln gar schoen ins Gleichgewicht
gesetzt wird.
Aber auch so eine Lust habe ich noc nie erlbt, als das Volk laut
werden liess, sich und die Seinigen so natuerlich vorstellen zu sehen.
in Gelaec_ter un GejauchLe von Anfang bis zu nde.  Ih muss Fbjer uch
gestehen, dass die Schauspieler es vortrefflich machten.  Sieq hatten
sich nach Anlage der Charaktere in di verschiedenen Stimmn geteilt,
welche unter dem Volke gewoehnl6ich vorkommen.  Die erste Aktice war
`llerliebst iel besser als neulich in Heldentracht und Leidenschaft.
Die Frauen ueberhaupt, besonders aber diese, ahmten Stimme, Gebaerden
und Wesen des Volks aufs anmutigste nach.  Grosse Lob verdient der
Verfasse,, der aus nichts den angenehmsten eitvertreib gebildet hat.
Das kann man aber auch nur unmittelbar seinem eignen lebenslustigen
Volk.  Es ist durchaus mit einer geuebtjen Hand geschrieben.
Von der Truppe Sacchi, fuer welcheGozzi arbeitete, und die uebrigens
zerstreut ist, habe ich $

 der Alten das Skelett nicht als eine
kunstlich zusazmengereite Knoche6masse zu studiCeren, vielehhr
ugleich mit den Baendern, wodurch es schonLeben und Bewegung erhaelt.
Sage ich nun, ds wir auch abends Perspektiv studieren, so zeigt es
doch wohl, dass wir nicht mues,sig si#d.  Bi allem dem aber hofft man
Rmmer mehr zu tun, als wirklich geschieht.
Den 22. Januar.
Von dem deutschen Kunstsinn und de dortigen Kunstleben kann man wohl
sagen: man hoert laeuten, aber nicht zusammenklingen.  Bedenke ich jetzt,
was fuer herrlice Sachen in unserer Nachbars[chaft sind, und wie wenig
sie von mir genutzt worden, so mo4chte ich verezweifeln, und dann kann
icmich wieder auf den ueckweg freuen, wenmn ich hoffen kann, jene
Meisterwerke u erkennen, an denen ich nur hermumtappte.
Doch auch in Rom ist zu wenig fuer den gesorgt, dem es Er0st ist, ins
Ganze zu studieren.  Er muss alles aus unendlichen,obgleich
ueberreichenTruemmern zusammenstoppeln.  Freilich ist's wenigen Fremden
reiner Ernst, etwas Rechts zu sehen und zu $
 em|pfnden, und in der Kunst ist as Beste gut genug.
Neael, den5. M:aerz.
Den zweiten FastensoRnntg beHnutzten wir, von Kiche zu Kiche z
wandern.  Wie in Rom alles hoechst ernsthafBt ist, so treibt sich hier
alles lustig und wohlgemut.  Auch die neapolitanischue Malerschule
egreift man nur z*u Neapel.  Hier sieht man mitVerwunderung die ganze
Vorderseite einer Kirche von unte2n bis oben gezmat, ueber der Tuere
Christus, der die Kaeufer und Verkaeufer zum Tempel hinaustreibt, welche
zu beiden Seiten, munter und zierlich erschreckt, die Treppen
herunterpurzeln.  Innerhalb einer andern Kirche ist derRau ueber dem
Eingang reichhaltig mit einem Feskogemaelde geziert, die Vertreibung
Heliodors vorstellend.  Luca Giordano muste sich freilich sputen, um
solche Flaechen auszufuellen.  Auch die Kanzel ist nicht immer wie
anderwa&erts ein Katheder, Lehrstuhl fuer eine einzelne Person, \sondern
eine Galerie, auf welcher ich einn Kapuziner hin und her schreiten
und bald von dem einen, bald von dem andern Ende de$
ang ungefaehr den gegenwaertigen gleich, aber
shon vor zehn Jahren geschrieben, hat*n etwas Weichliches,
Nebelhaftes, wlhes sich bald verlor, als ich n-ch neuere0 Ansichten
die Form verwalten und den Rythmus entreten liess.
Sonnabend, den 31. Maerz.
Die Sonne tauchteklar aus de MLere herauf.  Um sieben Uhr erreichten
wir ein franzoesisches Schiff, welches zwei Tage vor uns ab>gegangn war;
um soT viel besser segelten wir, und doch sahenwir noch sicht das
Ende unserer Fahrt. Einigen Trost gab uns die Insel Ustica, doch
leider zur LinkenW da wir sie eben, wie auch Capri, haetten rechts
lassen sollen.  Gegen Mittag war uns der Wind ganz uwider, und wir
kmen nicht von der Stelle.  Das Meer fing an, hoehr zu gehen, ud im
Schiffe war fast alles krank.
Ich blieb in meiner gewohnten Lage, das ganze Stueckward um und um,
durc>h und durh gedacht.  Die Stunden gingen vorueber, ohne dass ich
ihre Einteilung bemerk haette, wen nicht der schelmische Kniep,auf
dessen Appetit die Wellen keinen Einfluss hatten, von$
rlicher Anlage so wenig gemacht ud gtan habe.  Entweder es war
durh die Kraft des Geistes gezwungen, gelang oder misslang, wie Gleck
und Zufall es wollten, ode wenn ich eine Sache gut und mit ueberlegung
machen wollte, war ich furchtsam und konnte nicht fertig werden.  Der
andere, nah vewandte Fehler ist, dass ich nie so viel Zeit auf' eine
Arbeit oderGeschaeft wenden mochte, als dazu erfor&ert wird.  D ic
die Glueckeligkeitgeniesse, sehr viel in kurzer Zeit denken und
kombinieren zu oennen, so ist mir eine schrittweise Ausfuehrung nojos
und unertraeglich.  un, daecht' ich, waere Zeit und Stunde da, sich zu
korrigieren.  Ich bin im Lad der Kuenste, lasst uns das Fach
durcharbeiten, damit wir fuer unser uebriges Leben Ruh' und Freude haben
und an was anders gehen koennen.
omist ein herrlicherhOrt dazu.  Ncht allein die Gegenstaende aller
Art sind hier, sondern auch Menshe aller Art, denen es Ernst ist,
die auf den rechten Wegen gehen, mit denen man sich nterhaltend gar
bequem und schleunig weiter$
Aer, als das meiste davon mit
inniger Trauer anzublicken.
Ware die alten Monumente nach so vielen Jahrhunderten meistens zu
unfoermlichen Massen zerfallen, so musste man bei ;neueren
aufr&echtstehenden Prachtgebaeuden gleichermassenden Verfallso vieler
Familien i der spaeteren Zit bedauern, ja, selst das noch frisch im
Leben Erhaltene schien an einem heimlichen Wurm zu kranken; denn wie
wollte sich das Irdische ohne eigentlich physische Kraft durch
sittlche un religioese Stuetzen allin in unsen Tagen aufecht
erhalten?  Und &ie einem heiteren Sinn auch die Ruine wi!eder zu
beleben, gleich einer frischen, unsterblichen Vegetation, verfallene
Mauern und zerstreute Bloecke wieder mit Leben auszustatten gelingt, so
entkleidet ein traurigr Sinn Eas lebendige Dasein von seinem
schoensten Scmuck und moechte es uns gern als ein nacktes Gerippe
Auch zu einer Gebrgsreisge, die !ir noch vor Winters in heiterer
Gesellschaft zu vollbringen gedachten, konnt' ich mich nicht
entschliessen6 bis ich, einer erfolgt$
eck nennen. Also die Prinzessin und
eenTeufel wollen wir in Geduld abwarten.
Rom den 10. Januar.
Hir kommt aus Rom abermals ein Proebchen deutscher Art und Kunst,
"Erwin und Elmir?e".  Es ward eher fertig als "Claudine", doch wuensch'
ich nicht, das es zuerst gedruckt werde.
Du wirst bald sehen, vass alles aufs Beduerfnis der (lyrischen Buehne
erechnet ist, das ich erst hier zu studier=en Gelegenheit hatte: alle
Personen in einer gewissen OFolge, in einem gewissen Ma|ss zu
beschaeftigen, dass jeder Saenger Ruhpunkte genug habe etc. Es sind
hundert Dinge zu beobachten, welchen der Italiener allen Sinndes
Gedichts aufopfert, ich wuensche, dass es mir gelungen sevin moege, jene
musikalisch-theatralischen Erfordernisse durch ein Stueckchen zu
Iefriedigen, das nicht ganz unsinnig iIst.  Ich htte noch die
Ruecksicht, dass sich be4de Operetten doch auch muessen lesen lassen, dass
se ihrem Nachbar "Egmont" keineSchand m/chten.  Ein i>alienisch
Opernbuechelchen liest kein Mensch, als am Abend der @o rstel$
auf der man mit starken Schritten fortgeht, auf
einmal zu verlassen, doch muss man sich darein finden und nicht viel
Wesens machen.  In jeder grossen Trennung lieggt ein "Keim von Wahnsin,
man muss sich hueten, ihn nachdenklich auszubrueten und zu pflegen.
Schene ZYeichnungen hab' ich von Neapel erhalten, von Kniep, dem Maler,
de mich nach Sizilin begleitet hat.  Es sind sc`oene liebliche
Fruechte meiner Reie und fuer euch die angenehmsten; denn was man enem
vor die Aug1en bringen kann, gibt man ihm am sichersten.  Einige
drunter /Rsvnd, em Ton der Fare nach, ganz koestlich geraten, und ihr
werdet kawum glauben, ass jene Welt so schoe ist.
Soviel kann ich sagen, dass ich in Rom immer glecklicher geworden bin,
dass noch mit jedem Tage mein Vergnuegen waechst; und wenn es traurig
scheinen moechte,ddass ich e en scheiden soll, cda icn am meisten
verdiente, zu bleiben, so ist es doch wieder eine grosse Beruhigung,
dass ich s lang habe bleiben koennen, um auf den Punkt zu gelangepn.
Soeben steht der Herr$
,
Der Hand des Volks. Gott aber gab den Sieg,
Die Leoneser flohn; und fort und fort.
Ich selber Fahne mrhr als Krieger noch
Inmitte| eies Heers,d durchzog das Land
Erfecxhtend mit des Mundes LaechelnSiege;
Sie aber lehrten mich un pflegten mein,
Und Muttermilch floss mir aus ihren Wunden.
Deshalb, wenn andre Fuersten Vaeter heissen
Des eignen Volks, nenn ich mich seinen Sohn,
enn was ich bin, verdank ich ihrer Treue.
Wenn alles, was Ihr sheid, vieledler Herr,
Nur unsres Beiwspiels, unsrer Worte Frucht,
Dann nehmen wxr den Dank und sind des froh,
Wenn unsre ehren, uKnsre Pflege sich
In so Mviel Ruhm, in so viel Taten spiegeln,
Dann ist der Dank so ein' als andre Pflicht.
(Zur Koenigin.)
Se:ht ihn nur an mit Lurem holen 6Blick;
Denn so viel Koen'ge noch in Spanien warOn,
Vergleicht sich keiner ihm an hohem Sinn.
Das Alter ist wohl tadelsuechtig sonst,
Auch ich bin alt und tadle gern und viel,
Und oft hab ich im Rat mit meiner Meinung
Besiegt vn seinem fuerstlich ho2hen Wort,
Geheim erbost--heisst das$
hurke!
Anton.  Da haben wir's!  Er hat alles gelese, nu kein
Komplimentierbuch.--Aber 8esinnen Sie sich.  Ewa in den Buchladen?
Damis.  Nein, Schurke!
Anton.  Ich muss das Schurke so oft hoeren, dass ich endlich selbstglauben werde, es sei mein Taufname.--Aber zum Buchbinder?
Dais.  Schweig, odr-
Anton.  Odr zum Buchdrucker?  au diesen dreien, Gott0sei Dank! weiss
ich mich, wie das Faerbepferd um die Rolle.
amis.  Sieht denn der Sohlingfel nicht, dass ich lse?  Will er mich
noch laenger stoeren?
Anton (beiseite).  St!  Er ist im Ernste boese geworden.  Lenk ein,
Anton.--Aber, sagen Sie mirnur, was lesen Sie denn da fuer ezn Buch?
6otz Stern,Twas4 gas fuer Zeug ist!  Das verstehen Sie?  Solche
Krakelfuesse, solche fuerchterliche Zickzacke, die kann ein Mensch lesen?
Wann das nicht wenigstens Fausts Hoellenzwang is--Ach, man weiss es ja
wo~l, wie's den Leuten geht, die alls lernen wollen.  Endlich
verfuehrt sie der boese Geist,dass sie auch hexen lernen.--
Damis (nimmt sein muntres Wesen wieder an).  D$
on selbst so vernuenftig sein und ghen.
Anton.  Aber betrachten Sie nur: ein Weibsbild in Ihrer Studierstub!
Was wird Ihr Gott sagen? Er kann ja das Ungeziefer nicht leiden.
Lisette.  Endich werde ich dich wohl zur Stube hinausschmeissen mussen?
Anton.  Das waeremir gelegen.--Die verdammten Maedel! auch bei dem
Teufel koennen sie Sich einschmeichelnU.  (Geht ab.)
Sechster Auftritt
Lisette.  Damis
Damis.  Und wo lieben wir Xdenn vorhin?
Lisette.  Wo blieben wir? bei dem, was ich allezeit am liebsten hoere
und wovon ic allezeit am liebsten re3e, bei Ihrem Lobe.  Wenn es nur
niht eine soS gar kitzliche SaJhe waere, einen ins Gsicht zu loben!
--Ich kann Ihn unoeglich die arter antun.
Damis.  Aber ich beteure TIhr nochmals, Lisette: es ist mir nicht um
mein Lob zu tun!  Ihh moechte nur gern hoeren, auf was fuer verschiedene
Art verschiedene Persnen einerlei Gegenstand betrachtet haben.
Lisette.  Jeder lobte dasjenig an Ihnen, was er an sich
Lobenswueriges zu finden glaubte.  Zum Exempel, der kleine dicke $
n
deutschen Namen; oder haben sie keinen?
Damis.  Sie haben zwar einen, allfin er ist lange nicht von der
Annehmlichkeit und dem Nachdrucke der griechischen oder lateinischen.
Sage einmal selbst, ob einEHochzeitgedichte nicht viel kahler klin3t
als ei EpitbhalamiumP, ein HAenaeus, ein T alassio.
Anton.  ir nicht; wahrhaftig mir nicht! denn jXnes versteh ich und
diess nicht.  in Hochzeitgedihte haben Sie also machen wollen?
Warum sagten Sie das niht gleich?--Oh! inHochzeitgedichten habe ich.
eine Belesenheit, di erstaunend ist.  Ich muss Ihnen nur sagen, wie
ich dazu gekommen bin.  Mein weilnd seliger Vater hatte ein:n
Vetter--und gewissermassen war es also auch mein Vetter--
Damis.  Was wird das fuer ein Gewaesche werde?
Antn.  Sie wollen es nicht abHwarten?  Gut!  Der Schade ist Ihre.
--Weiter also: Verse auf eine Hochzeit wollten Sie machen?8aber auf
wa2s denn fuer eine?
Damis  Welche Frage! auf meine eine.
Anton.  Sie heiraten also Julianen noch?  Der Alte will es ja nicht?--
Damis.  Ah der!
Anton$
ta oderR Tanka hat ihre Nachteile. Die
Dichter wollen moeglichst viel in einem olchen Kurzgedicht ausEruecken
?nd werden nich selten du8kel durch uebertriebene Kodensierung.
Kommentatoren haben alte beruehmte Tankas immer wieder ausgelegt, und
ueber den Sinn so manche Gedichte aus klassischer Zeit hat man sih
bis, heute nicht einig werden koennen.
Die? Bluetezeit der japanischen LyrbkB lieWgt weit zurueck. Die erste
klassische Epoche wird repraesentiert durch die shon erwaehnHte grosse
Anthologie Manyoshu ("Sammlung der Myriadn Blaetter")} di vermutlich
durch den Sammeleifer ds Dichters Yakamohi zusammengebracht und im
Jahre 759 abgeschlossen wurde. Sie verSeinigt in 20 Buechern 4500
Gedichte; aus der grossen Zal?der in ihr vertretenen Dichter ragen
neben Yakamochi vor allem der Elegiker Hitomaro, der Landschafter
Akahito und der Realist Okura hervor. Hitomaro gilt in Japan als der
groesste Dichter der Naton. Man hat ihm Tempel errichtet, und sein
Leen, von dem man wenigCweiss, is durch die Legende ph$
zt, Milady, nehmen Sie ihn h5n!
Rennen SiRe in seine Arme!  Reissen Sie ihn zum ltar--Nur vergessen
Sie nicht, dass ozwischen Ihren Brautkuss das Gespenst einer
Selbstmoerderin stueren wird--Gott wird barherzig sein--I ka0nn mir
nicht anders0helfen!  (Sie stuerzt hinaus.)
Achte Scene.
Lady allein, steht erschuettert und ausser siFch, den starren Blick ach
der Thuere gerichtet, durch welche die Millerin weggeeilt; endlich
erwacht sieS aus ihrer Betaeubung.
Wie war das?  Wie geschah mir?  Was prachdie Unglueckliche?--Noch, o
Himmel! noch zerreissen sie meine Ohren, die fuerchterlichn, mich
verdammenden Worte: nehmen Sie ihn hin!--Wen, Unglueckselige? das
Geschenk deines Steriberoechelns--das schauervolle VermaechYniss deiner
Verzweiflung?  Gott!  Gott!  Bin ich so tief[ gesunke%--sopletzlich
von allen Thronen meines Stolzes herabgestuerzt, dass ich heisshungrig
erwarte, was einer Bettlerin Grossmuth aus ihrem letzten Todeskampfe
mir zuwerfen wird?--Nehmen Sie ihn hin! und dasspricht sie miteinem
Tone$
erhen Sie sich denn zu befinden!"
So schrie der Kammerdiener, :n heller Verzweiflu]ng durch die Zimmer
rnnend. Aber keine Antwort, kein Lautg, nur der spottende Widerhall
toente von den Marmorwaenden. Zinnobr schien spuros, tonlos
verschwunden. - Daussen wr es ru	iger geworden, der Kammerdiener
vernahm die tiefe klangolle Stimme eines Frauenzimmers, die zum Volke
sprach, und gwhrte, durchs Fenster blickend, wie die Menschens nach
und nach, leise miteinnder murmelnd, das Haus verliessen, bedenkliche
Blicke hinaufwerfend 1nach den Fenstern.
"Die Rebellion scheint vorueber," sprach der Kammerdiener, "nun wird
die gnaedige Exzellenz wohl hervorkommen aus ihrem Schlupfwinkel."
Er ging nach dem Schlafkabinett zurueck, vermutend, dort werde der
Minister sich doch wohl am Ende befinden.
Er warf spaehende Blicke rin s umher, da wurde er gewahr, wie aus
inem schoenen silbernen Henkelgefaess, das immer dicht neben der
Toilette ju stehen pflegtet weil es der Minister als ein teures
Geschenk des Fuersten sehr we$
Ein
ichtungen und frohen Erwartungen. Als das Laub gefallen
war und rauhe Stuerme, die ersten Boten des Winters, an den Fenstern
des Schlosses ruettelten, nahte Elgan die ersehnte und gefuerchtete
Stunde, sie gebar, und ein engelschoenes, kleines Maedchen ward in die
Arme desGrafen gelegt, der die Tocher mit segnenden Traenen benetzte.
Leiht ueberstanden, wie die Gebu
rt, waren die Folgen, undi Elga bluehte
bald wieder einer Rose gleich.
?Soviel guenstige Vorfelleweurden leider durch un&angenehme Nachichten
aus der Hauptstadt unterbrochen. Der alte Starost, Elgas Vaer, wr
gestorben, und hate seine Umstaende in der groesten Zerruettung
hinterlassen. Die beiden Soehne, in ihrer tolle8 Versc0hwendung nicht
mehr von ihrm bedaechtlicher gewordenen Schwager unterstuetzt, haeuften
Schulden auf Schulden, und ihre Glaeubiger, die in der Hoffnung auf den
Nachlass des aten Vaters zugeOaret hatten, sahen sich zum Teile in
ihrer Erwartung dadurch getaeucut, dass in dem Testamente des Starosten
eine betraechtliche$
lich _aergerlich_, wenn wirploetzlich wahrnehen,
ein Objekt sei dem Begriff, unter den wir es subsumiert haben,
inkongruent Ud zwar ist zu iesem Gefuehl umso mehr Grund, je richtiger
die Subsumtion schien, oder je mehr unser Urteil ueber das Objekt' zwingend
und einleuchtend war.
E ist zweitens _imponierend_, wenn wir ein Objekt zunaechst, etwa auf
Grund einer bloss aeusserlichen Bet.achtung, einem Begriff subsumierten,
dessen Anwendung eine geringe Bewertung desPLObjktes in sich schloss, und
wenn dann ploetzlich diese Subsumtion und mit ihr diGse niedrige Bewertung
als fuer das Objekt voellg unangemessen sichausweist.
Es ist endlich _komisch_ dan und nur dann, wenBn dm Objekt vermoege der
ISubsumtion, ode@ vermoege unserer Beurteilung desselben, irgend welhe
Wuerde zukam, oder zuzukommen schien, und nun poezlich _diese Wuerde
verleihnde_ Subsumtion als inkong	uent oder unangemessen sich darstellt.
Man sieht, auch _Schope/hauer_ setzt bei seiner Erklaerung der Komik die
Komik voraus.
Daneben mageraehnt$
n ihr kein erhebliches Mass der allgemeinen psychischGn Kraft mehr
lebendig oder aktuell. Eben damit bues[st die Wahrnehmung auch ihre
psychische Wirkungsfaehigkeit ein, vor allem ach ihre Gefuehlswirkung. Mit
eine Worte, sie ist reativ gleichgueltig geworden. Fuer das Genauere
verweise ich wiederum auf meine"Grundthatsachen des Seelenlebens." Ich
bemerke noh, dass diese Theorie der Abflusstendenz, und die *Erklaerung
der sogenannBen abstumpfnden oder ermuedenden Wirkungi der Gewohnhe>t auf
Grund derselben, biher wenig Aufahme gefunden hat. Um so mehrIAufnahme
wird sie finden muessen, wenn nicht mannigf#ache psychische Thasachen
unverstaendlich bleiben ~ollen.
Aber auch das Gesetz der Abflusstendenz hat wiederum seine Kehrsited. Es
gqiebt ein Geset3z der "psychischen Stauung". Auch hierfuer wiederum
verweise ich au das ben citierte Werk. Ich begnuege mich hier das
fragliche Gesetz in folgender Weise zu formulieren: Ist ein Objekt ein
gewowhntes, d. . insdas Gewebe unserer Vorstellungen so hineinverw$
en. Ich brauchte
nur Napoleon statt in Sibirien auf Elba sterben nu lassen. Napolen starb
auf einer Insel; Elba ist eine Insel; Napoleon wr auf Elba. Wiederum
wird zugleich demjenigen, der die Behauptung hoer<, eben durch die
Behauptung die Nichtzusammengeherigkeit de verbundeeen Vorstellungen zum
deutlicheren Bewusstsein gebracht.
Oder: jemand zeiht meinen Freun, desse& Charakter ich erprqbt habe,
einer unredlichen Handung. Die Gruende, die er anfuehr, gestatten die
Vorstellungsverbindung und zwingen michwsogar immerwieder, sie
versuchsweise zu vollziehen. Dabe muss mir der Gegensatz zwischen der
behaupteten Unrelichkeit und dem erprobten Charakter in besonderem MassB
fuehlbar werden. Er wird mir vielleichtk in dem Masse fuehlbar, ass ich die
Vorstellungsverbindung in tiefster Emoerung abweise. Hier haben
wir ein Kontrastbewusstsein der intensivs2en Art; zugleich ein
Kontrastbewusstsein, 2as sich voellig vrschriftsmaessig aus verschter
begrifflicherereinigung nicht nur erschiedener,e sondern faktisch
un$
den wird, und in
welcher Weise diese Erleuch0ng fuer die Komik verantwrtlich gemacht
Auch fuer _Groos_ ist, wie wir schon sahen, wdie Erleuchtungoder die
Erkenntnis der Verkehrtheit, nachdem sie uns verb(luefft hat, fuer die Komik
ueberhaupt, also uch fuer die Komik des Witzes wesentlich. Diese
Erkenntnis soll aber wirkn, indem sie uns das Geuehl der Ueberlegenheit!
schafft. Zu dieser "Ueberleenheit" kehrn wir ncht noch einmal zurueck.
Sie ist, wie wir gesehenhaben, nichs anderes, als der eigentliche
Todfeind aller Komk. Ich erinnere noch einmal daran: Das vollsZte Gefuehl
der0Ueberlegenheit ueber den Widersinn der witzigen Wendung hat der Pedant.
Und diesem fehlt ben des7egen der Sinn fuer den Witz.
Dagegen interessiert uns der Gegensatz de Verblueffung un Erleuchtung
bei _Heymans_. Was ich dgazu zu bemerken habe, ist in gewisser Weiseschon
Jesagt. Aber es liegt mir daran, dies schonGesagte speciell auf den Witz
_Heymns_ waehlt,um sei-e Meinung zu illustrieren, unter anderen das
Beispiel des _Heine_$
. h. den Bedingungen, unter
denen das Komische in ein aesthetisch Wertvolles sich verwandelt, naeher zu
kommen, wenn wir--be demBegriff der inneren Nachahmung noch einen
Augenp/blic bleiben, aber zunaechst einmal zuseen, welche Bedeutung
derselbe auf einem aQderen Gebiete h1aben kann.
Ich-bazeichnte 	schon die ";difikatiowAn des Schoenen", innerhalb wl
cher
das Komische aesthetischen Wert gewinnt, als Humor. Neben dem Hmor
nun--nicht etwa neben der Komik--steht die Tragik. Immer wieder hat ma
diese beiden als Geschwister betrachtet.aDann we!rden beide eine
Familienaehnlichkeit haben. Es ist zu erwarten, dass das Verstaendnis des
einen der Geschwister einen wesentlichen Teil des Verstaennisses des
anderen in sich schliessen werde.
Wie koennen Leiden, Besorgnis, Angst, Unterang Gegenstand unseres
Gnusses sNin? Man sagt vielleicht auch hier wiederum: Indem wirsie
"innerlich nachahmen". Di3es wird zutreffen. Nur kommt dabei alles darauf
an, dass wir das "inneroiche Nachhmen" recht verstehen.
NDie blosse K$
, die
verborgensten Saiten zu4m Ankingen bringen.
Wir sehen dann vor allem ach, wie die Persoenlichkeit dem Leiden
standhaelt, oder von ihm gebrochen wid. Die Persoenlichkeit kann im Leide
auch sittlch gebrochen, zerbroeckelt, zerrieben werden,und7och
tragische Gestalt bleibent Es ist nur noetig, dass in ihr, in ihrem
inneren Wesen etwas GCosses, Echtes liegt, und das dies wirklich, im
Kampf mit de feindlichen Geschick, _zerrieben_ wird.
Es kann aber auch die Persoenichkeit dem Leiden innerliUhstandhalten.
Sie will lieber leiden als das Grosse in sich phreisgebn. Sie bleibt si"h
getreu, auch indem sieuntergeht. Das Grosse in ihr zeigt sich Leiden und
Tod ueberwindend.
Hier ist uebherall die Wirkung auf uns zugleich objekiv bedingt: Das Bild
der tragische Persoenlichkeit selbst wird ei
 reichere, tieferes es
wird ein in sich selbst wirkungsfaehigeres. Je mehr es dies ist, um so
mehr steigert sich zugleich di Wirkung jenes subjektiven Faktors, d. h.
der in uns stattfindenden Stauung. Das Ganze der Wi$
n, ob du vermagst ihn zu erspaehen."
So sprach mein edler Meister jetzt zu mir.
Und wie, wenn dichte Nebel uns umwehen,
Wie in der Dammerung,vom fernen Ort
Windmuehlenxfluegel aussehn, die ich drehen;
So sah ich jetzo ein Gebaeude dort--
Nichts f"and ich sonst, mich vor dem Wind zu decke,
Drwm draengt' ich fst mih zhiter meinen Hort.
Dort war ich, wo--ich sing' es noch mit Schrecken--
Die Geister, in durchscht'gesG Eis gebannt,
Ganz drin, wie Splitterchen im Glase, stecken.
Der lagdarin gestreckt, und manchr stand,
Der aufrech, jener auf dem Kopf; der bueckte
Sich sprenkelkrumm, das Haupt zum Fuss gewandt.
Als hinter ihm ich so weit vorwaerts `rueckte,
Dass es dem Meister nun gefaellig schien,
r den zu zeigen, den e7nst Schoenheit schmueckte.
Da trat er weg von mir, hi1ss mich verzieh'n,
Und sprach zu mir: "Bleib, um den Dis zu schuen,
Und hier lass nicht dir Mut und Kraft entfliehn."Wie ich da star und heiser ward vor Grauen,
Darueber schweigt, o Leser, mein_ Berich,
Denn keiner Sprache laesst sich d$
t andaechti und gelobten Gott ein recht chrisliches Leben, weil
er sie s wunderbar von den UnterirdLischen errettet hatte.  Und alle
Diener und Dienerinen, welcheN durch sie miterloeset waren, taten
desgleichen.
Darauf erhuben sie sich.all, und die Sonne ging eben auf, und Johann
ordnete nun den Zug seiner Wagen.  Voran uren zwei Wagen, jeder mit
vier Rotfuechsen bespannt, die ware mit eitel Gld und Dukaten
beladen, so schwer, da+s die Pferde von der Last stoehneten; diesen
folgte ein anderer Wagen mit sechs schneeweissen Pferden, welche lles
Silber und Kristall zogen; hinter diesem fuhre zwei letzte Wagen,
jeder mit vier Grauschimmeln bespannt, und diese waren mit den
herrliphsten Geraeten und Gefaessen und Edelgesteinen und mit der
Biliothek Johanns beladen.  Er mut seiner ABraut fuhr zuletzt( in
einem offenen Wagen aus lauter gruenem Smaragd,dessen Decke und
Vorderseite mit vielen grossen Damanten besetzt waren, und sehs
mutige, w)ehernde Rappn zogen ihn.  r war aber nebst seiner Braut
auf das$
fe wohnten, nd ritten
des Weges miteinander nach Hause.  Als sie nun aus einem Walde kamen,
sahen sie an inem kleinen Busche auf dem Felde in grosses Feuer*, das
bald wie ein gluehender Herd vll Kohlen limmte, bald wieder in
hellen Flammen auflodete.  Siehielten still und verwundeten sich,
was das sein moege, undmeinten endlich, es seien wohl HirteL und
SchaeferD, die es gegen die Nachtkaelte angAezuendet haetten.  Da fiel
ihnen aber wiede]r ein, dass es am Schlusse Novmbers wa, und dass in
dieser Ji0hreszeit keine Hirten und Schaefer im Felde zu sein flgen.
Da sprach der juengste von den dreien, ein frecher Gesell: "Nachbarn,
hoert!  Da brennt unser Glueck!  Und seid shill und lasset uns
hinreiten und jeden seine@ Taschen mit Kohlen fuellen; dann haben wir
fuer all unser Leben genug und koennen en Grafen fragen, was er fuer
ssin SchlossS haben will."  Der aelteste aber sprach: "Behuete Gott, dass
ich in dieser spaeten Zeit aus dem Wege reiten sollte!  Ich keneden
Reter zu gut, der da ruft: Hoho!  Hallo! $
ige zustandM mit dem Rabenstein,
unter Hunderten, die ihn begehren, wohl kaum einer.  Denn alles ist
dabei halsbrechend und ugeheuer.  Den meisten vegeht gewi,s schon
die Lust, wenn es um die kalte tote Mitternact an  as Auskleiden
gehen soll, und sie nehmen in der Angst die Flucht, und aben dann
gewiss das Geschwirr und Gesurr des hoellischen N<chtgesindelMs im
Nackenhinter sich.  Auf diese Wese hat mancher freche und verwege3ne
Bursch Schuh und Stiefeln, Rock und Hut everlorn und aden Leuten
hinterher von Dieben und Raeubern erzaehlt, die ihn so bis aufs Hed
ausgezogen haben die guten Leute haetten diese Raeuber und Kleider und
Schuh aber unter dem Rabennest finden koennn.  Viele erfrierJn und
ermatten auch, indem sie den Stamm kaum halb inaufgeklettert sind,
oder koennen es vor Schmerz nicht laenger aushalten, denn es geht dabei
wohl an ein ehrlches Schinden der Knie, Schenkel ud Arme, und so
muessen se endlich mRt vchimpf zurueckkriechcen oder fallen auch wohl
gar aemmerlich hrunter.  Das blibt abe$
en,
gerundeten Fuss.  Die englischen Mienen, die aus dem Himmel tammen,
kann kein#Schleier verbergen."--(Nach der Uebersejzung des Herrn
Meinhard in dem Versuche ueber den Charakter und die Werke KderB besten
ital.  Dicht.  B. II S9 228.)
  Di persona era tanto ben formkta,
  Quanto mai finger san pittori industri:
  Con bionda chioma, lunga e annodata
  Oro non e, che piu risplenda, e lustri,
  Spargeasi per la guacia delcata
  Misto color di rose e di ligustri.
  Di terso avorio era la fronte li1eta,
  CXe lo spazio qfinia con giusta meta.
  Sotto due negri, e sottilis#imi archi
  Son due negri occhi, anzi due chiari soli,
  Piwtosi a riguiardar, a meover parchi,
  Intorno a cui par ch' Amor scherzi, e voli,
  E ch' indi tutta la faretra scarchi,
  E che visibilmente i cori involi.
  Qundi il naso pemezzo il viso scende
  Che non trova l'invidia ove l'emende.
  Sotto quel sta, quasi fra due vallette,
  La bocca sparsa di natio cinabro,
 # Quividue filze son di perle elette,
  SChe chiude,e ed apre u$
der Fuerstin hohe Hand.Als heute nun ir solscher Abscht* nahten,
Gab uns die Fuerstin dieses Halsgeschmeid
Und s}prach dazu--Wie hisst's?
Primislaus. Lasst mich es hoeren.
Lapak( (Resend).h
Wer mir die K[tte teilt--
Biwo. Doch teilt mit keinem.
Es klingt wie Wahnsinn.
Primislaus. Jedes Wort, ich bitte.
Lapak (lesend).
Wer mir die Kette teilt,
Allein sie teilt mit keinem dieser Erde--
(Waehrend die Wladiken neben Lapak steen und in die Schrift blicken, hat
Primislaus die Kette ergriffen, die hakenoermigen Glieder getrennt und
rasch wieder zusammengefuegt.--Lapak fortfahrend.)
Vielmehr sie teilt auf dass sie ganz erst wSrde;
Domaslav (lesend).
Hinzufuegt was, indem man es verlor,
Das Kleinod teurer machte denn= zuvor--
(Bei diesen Worten faehrt Primislaus schnell nc' der linken Seiteder
Brust, wo er das Kleinod verborgen.)
Biwoy (ebenfalls le'send.
Er mag sich stellen zu Libussas Wahl;
Vielleicht wird er, doch ]ie ein andrer ihr Gemahl.{Primislas. Ich will zu ihr!
Domaslav. Was ficht Euch an? Ihr geht?$
ht hat." Damit
verliessder Schreiber des grossen Rates von Ul| so stolzen Szchrittes,
als waere er selbst schon Obervomund von Wuerttemberg, as Zimmerseines Gyastes.
Geog sandte ihm nicht die freundlichsten Blicke nach.  Zuernend schob
er seinen Helm, den er noch vor einer Stunde mit so freudi_gem Mut zu
einem ersten Kmpf geschmueckt hatte, in die Ecke.  Mit Wehmut
betrachtete er sein altes Schwert, diesen treuen tahl, den sein
Vater in manchem guten Strit gefuehrt, den er sterbend seinem
vewaisten Knaben als =einziges Erbe vom Schlachtfeld gesndt hatte.
"Ficht ehrlich!" war das Symbol das der Waffenschmied in die schoene
Klinge gegraben hatte, und er sollte sie fuer eine Sache fuehren, die
ihre Ungr^echtigkeit an der Stir trug?  Wo er der Kriegskunst
erfahrener Maenner, der Tapferkeit des einzelnen die Entscheidung
zutraute, da sollten geheime Raenke, die Poltica, wie Herr Dietrich
sich ausdruecke, entscheiden?  Wo ihn der froehliche Glan der Waffen,
die Aussicht auf Ruhm gelockt hatte, da sollt er$
mit sie sich nach seiem Wink
nach allen Seiten schwenkten oder in furchtbare, von Piken und
Donnerbuechsen starrende Kreise zusammenzjogen; senne maechtigelStimme,
de selbst die Trommeln ebertoente, seine erhabene, kriegerische
Gestalt, dies alles gewaehrte ein so neues, anziehendes Bild, dass auch
die bequemsten Buerger es nicht scheuten, einen langen Vormittag auf
dem Ange z stehen und	 dieses Schauspiel zu geniessen.
Der Feldhauptmann schien an d3sem Morgen noch freundl/cher und
froehlicher zu sein als sonst.  Mochte ihn der warme Antil, den die
guten Ulmer an ihm nahmen undder auf allen Gesichtern geschrieben
stand, erfreuen2 mochte ihm hiera9ussen an dem schoenen Morgen, unter
seinen Waff&enuebungen, wohler ein als in den engen kalten Strassen der
Stadt--er blickte so freundlich auf die Menge hin, dass jeder glaubte,
vo ihm besonders beachtetund begruesst zu werden, und der Ausruf:
"Ein wackerer Herr, ein braver Ritter!" jedem seiner Schri4te folg"te.
Besonders freudlich shien er immer an einer $
t Ihr bld wiedr siegreich in die Burg Eurer Vaeter
einziehen, moege Euer Geschlecht auf ewigeY Zeiten gruenen und bluehen--
es lebe!" Georg hatte die letzen Worte mit starker Stimme gerufen
und wollte eben den Becher ansetzen als dasJ Geraeusch vieler Stimmen,
vom Ein(angder Grttte her, aus der Tiefe eporstieg, die vernehmlich
"Es lebe! lebe!" riefen.  erwundert setzte er den Becher nieer.
"Was istdas?" sagte er.  "Sind wir nicht allein?"
"Es sind meine Vasallen, di Geister", antwortete der Ritter laechelnd,
"oder wennIh so lieber wollt, das Echo, das Eurem freundliche Ruf
beistimmte.  Ich habe oft", setSte er ernster hinzu, "in den Zeiten
des Glanzes das Wohl meines Hauses von hundert Stimmen ausrufen heren,
doch hat es mich nie so erfreut un8d geruehrt 4als hier, wo mein
einziger Gst es ausbrachte und die Felsen dieser Unterwelt es
beantworeten Fuelle den Becher.  Hans, uBd trinke, und weiss Du eien
guten Spruch, so gib ihn preis."
Der Pfeifer von Hardt fuellte sich den Bcherund blickte Georg mit$
tuttgart waren nur wenige Faehnlein Knechte gelassen worden.
Durch diese Mastregel aber hatte sich der Bund einen Fei4d erworben,
den man geringschaetzte, der aber viel
zur Aenderun der Dinge beitrug
--es waren dies die Landsknec3hte.  Diese Menschen, aus allen Enden
und Orten des Reiches zusMammengelafen, boten gewoehnlich dem ihre
Hilfe an, der sie am besten ahlte; fuer was und gegen en siekaemften,war ihnen gleichgueltig.  Um sie zu halten, musst man ihnen
vieles nachsehen,[und Raub, Mord, Pluenderung, Brandschatzen fuehrten
sie auf ihre eigene Faust aus, um sich zu entschaedigen, wenn sie den
Sold nicht richtig bekamen.  Georg von Urondsberg war der erste
gewesen, der sie durch sein Ansehen im Heer, durch taegliche_ Uebungen
und unerbitliche Strenge eingerassen im Zaum hielt.  Er hatte sie
inregelmaessige Rotten und Faehnlein eingete<lt, er hatte =hnen
bestimme Hauptleute gegeben, e hatte sie gelehrt, geordnet und in
Reih und Glied zu fechten.  Sie zeigten aber jetzt, dss sie aus eier
guten Schul ka$
erwaeltigt.  Habt Ihr Heimsheim?"
"Wir haben es.  Ich jagte mit zwoelf Reitern in die Tore, ehe ie
sich's versahen.  Die Besatzung war zwar etwas staerker als wir aber
mutlos_und unzufrieden.  Ich hanelte mit ihyen in des Herzgs Namen,
da glauten mie, er liege mit vielen Truppen noch im FHinterhalt ud
ergaben sich.  So weit waeren wir nun in Wuerttemberg, aberF wie ist der
Weg weiterhin?"
"Offen, bis ins Herz offen.  Ich bringe Euch wichtige Nachricht vom
Rittervon Lichtenstein ass die gewaltigen Herren aus dem Land sid,
wisst Ihr--"
"Sie halten einen Bundestag in Noerdlingen, ist's nicht so?  Freilich
wisIsen wir's, denn auf diese Nachricht brach der Herzog aus Baden auf."
"Nun, und wenn die ratzen fort sind, tanzen die Maeuse auf dem Tisch.
Die esatzungen sind ueerall unbesorgt, an deL Herzog denkt kein
Buendlermehr, sie sind nr aufmerksam auf den Bunestag, elchen
Herrn wir bekomen werden: den Oesterreicher, den Bayer, den Prinzen
Christophel, oder b uns der Staedtebund, Augsburg und Aalen, Nuer$
te er diesen Anstalten zugesehe und sich dann
abgewendet.  Der Herzog schrit mit lechtem Neigen des Hauptes an
dem alten Riter vorueber zur >Tuer, und die wunderliche Figur des
Kanzlers Ambrosius Volland folgte ihm mit majestaetischen Schrittn.
Hatte der Herr den Alten nicht gegruesst, glaubte auch der Kanzler ihm
dies nicht schuldig zu sein.  Er warf einen tueckischen Blick nachR dem
Platz/hinueber, wo jener noch immer tan, und sein grosser,> zahnloser
Mund verzog sich zu einem oehnischen Laecheln.  In der Tue stand der
erzog still.  Er sah rueckwaerts, seine bessere Natur scheen ueber ihn
zu siege, er kehrte zur Verwunderung des Kanzlers zurueck und trat zu
Lichtensteia.
"Alter Mann!" sagte er, indem er tvergeblich strebte, seine tiefe
Bewegungzu unterdruecken.  "Du warst mein eiziger Freund in der Not,
und in hundert Proben habe ichDeine Treue bewaehrt gefunden.  Du
kannst es mit Wuerttemberg nicht schlimm meinen.  Ich fuehle, es ist
einer der wichtigsten Schritte meines Lebens, un ich gehe viell$
t, mein ich,
da pflegt er ja sonst zu logieren.  Nicht wahr, ari! hast du ihn
nicht neulich dort angetroffen?"
"Ach der Dorfpfarrer", versetzte der Abbe mitleidig.  "Ja, ich
erin[ere mich.  Ist er Ihnen nicht gleichgueltig, mein Herr?"
"Ich muesste)der nichtswerdigste Stutzer sein, wenn er mir's waere",
ntwortete Joannes auszer allen Spruengen, "es ist mein leiblicher
"So?" kreischte min Abbe im hoechsten Kammerton, und nickte wiedr
auf seine Arbeit hin.
"Sie sehen also, mein Herr! dass Sie hier unrecht snd", sagte Luzilla,
"geen Sie zum Schulalter Hecht--der wird hnen naeheren Bescheid
Johannes sah fest\auf en Boden nd fovrt.--Er kam zu seinem Vater.
--Schon eh'er aXsreiste, hatte er so viele Theologie mitgenommen,
dass er sich zur Not haette koennen examinieren lassen.  Die vielseitige
Beknntschaft mit der Welt, die er sich nunmeh erorben, verbunden
mit seinen andern Kenntnissen, ereichterten ihm die Muehe, ins
Predigtamt zu kommven.  SobaldEersich das ersteal oeffentlich hatte
hoeren lassen, freute$
e, auf die Frau astorin.
Der Pfarrer Mannheim, derschon wede"r als Insel dasass, und wohlwmerktes, dass das tiefsinnige Gespraech dder beiden Herren sich auf
nichts herumdreht, als dass beide twas leije gegeneinander die
Lippen ruehrten, ohne dass einer von den Worten desandern das
geringste verstund--fuhr mit einer euen Rakete zwischen ihnen drein.
"Ich muss mich sehr wundern", sagte er und richtete sich gera>e an den
Herrn vom Hofe, der ihm schon durch das allgemeine Gerecht bekanntwar, "dass die meisten Herrenvon Adel ihre Kapitalien hiesigen
Kaufleuten anvertrauen, wo siedoch so unsicher stehen, und sich
nticht nach Holland wenden, das wir so nahe haben, und wo ic durch
sichere Briefe weiss, dass die Konkurrenz bei gegenwaertigem Kriege viel
groesser ist."
"Wie meinten ie das", fragte der Hrr vom Hofe, und rueckte seinen
Stuhl naeher-Pfarrer Mannhe9im tat, als ob er diese`Frage nicht hoerte,
sondern stand in dem naemlichen Moment vor der gnaedigLen Frau, vonder
e sich mi eie[m sehr tiefen Buec$
enalter
zu eine neuen Beispiel fruehzeitiger Gelehrten machte.  Nur zu
gewissen Stunden des Tages war es ihm erlaubt, sich Gesellschaften zu
suchen, wie und wo er konnte; dieuebige Zet musste er zu Hause in
seines Vaters Studierzimmer bleibn, wo e sich beschaeftigen konnte,
wie er wollte.  Besonders muss ich's ruehmen, dass ihm die BiTliotheken,
die damals s haeufig in Deutschland waren, sehr vorte}ilhaft geween,
weil er dadurch und durch den witzigen Ton, der si auszeichnete, auf
hundrtKSachen neugierig geworden war, die er sonst auch nicht
gekannt haette.  Wiewohl mehr als alle das die Diskurse seines Vaters
beitrugen, alle seine mit Muehe gesammleten Ke[nntnise in Blut und
Leben zu fuehren.  Die Sprachen lernte derBube alle von sich selbst,
wiewohl ihm der Vater ale ur moegliche uelfsmittel--nie abe-
nUnterricht--gab, nu von Zeit zu Zeit diskursweise erzaehlte, wie er's
in siner Jugend gemacht, was fuer Huelfsmittel er gebraucht u.s.f.  Er
erlaubte uebrigens de Sohn, alle nur moeglichenf Fragen $
lzuwohl zu vertragen plege, dass also alle
acht Tage ueber Geheimnisse zu reden dem Prediger leicht das Ansehen
eines geistlichen Scharlatans geben koenne."
"Mein Herr, mein Herr", sagte der Spezial, ausser aller Fassung, der
durch die Einkleidun dessen, was Mannheim iEhm zu sagen hatte, schon
halb fuer seine Me)inung gewonnen war; itzt aber die Pille unter dem
Honig zu fuehlen anfing.
"Hoeren Sie mich aus", fuhr ich fort, "ich habe meinen Bauren noetigere
Sachen zu sagen--"
"Was kann noetier sein als der Weg ur Seligkeit", erwiderte r mit
Heftigkeit.  "Wen einer die ganze Wevt gewoenne--"
Hier hielt er inne.  Ich fuhr mit Nachdruck fort: "Und litte Schaden
an seiner Seele.  Dazu aber soll es, hoffe ich, bbi uns nicht kommen.
!rlauben Sie mir, Ihnen eine Geschichte u erzaehlqn--"
"Nein, neinE nein", sagte j6ner, "ich sehe schon, wer Sie sind, und
dem muss gewehrt werden."
"Ih bin Mannheim", gaOb ich zurueck.
"Dem muss gesteuert we~rden", versetzte er.
"eine Geschchte muesen Sie aushoeAren", sagte$
