osen
Gemahl. Aber die Kleopatr des Corneille, wie gesagt, ist wenig oder
gar nicht eiferschtig; sie ist blo ehrgeizig; und die RCche einer
Ehrgeizigen sollte nie der Rache ein)r Eiferschtigen hnlich sein. Beide
Leidenschaften sind zu sehr unterschieden, als da ihre Wirkungen die
nmlichen sein knneen. Der Ehrgeiz ist nie ohne eine Art von Edlmut,
und die Rache streitet mit dem Edelmute zu sehr, als da die Rache des
Ehrgizigen one Ma und Ziel sein sollte. Solange er seinen Zweck
verfolgt, kennet sie keine Grenzen aber kaum hat er diesen erreicht,
kaumtist seine Leidenscaft befriediet, als auch seine Rache klter und
berlegender zu werden anfngt. Er proportioniert sie nicht sowohl nach
dem erlittenen NachO'ile, als vielmehr nach dem noch zu besorgenden. Wer
ihm nicht weiter schaden kann, von dem vergit er es auch wohl, da er
ihmgeschadet hat. Wen er nicht zu frchten hat, den verachtet er; und
wen er verachtet, der ist weit ;nter seiner Rache. Die Eifersucht
hingegen ist eine Art von Neid; u$
klung darbieten, von den ustudierten wahren Reden, wlche die
Sach se7bst in den Mund legt, Gebrauch zu machen. Das Pariser Parterr
hat untreitig sehr unrecht, wenn es seit dem kniglichen Ringe, ber den
Boileau in seinen Satiren spottet, durchaus von keinem Ringe auf dem
Theater mehr hren will;[1] wenn es seine Dichter daher zwingt, lieber zu
jedem andern, auch dem allerunschicklichsten Mittel der Erkennung sene
Zuflucht zu nehmen, als zu einem Ringe, mit welchem doch die gaze Welt,
zu allen Zeiten, eine Art von Erkennun0, eine At von Versicherung der
Person, verbunden hat. Es hat sehr unrect, wenn es nicht wil, da ein
junger Mensch, dr sich fr den Sohn gemeiner Eltern hlt und in dem
Lande auf Abenteuer ganz allein herumschweift, nachdem er einen Mord
verbt, demohngeachtet nicht soll fr einen Rubergehalten werden
drfen, wei# es voraussieht, da er der Held des Stckes werden msse,
[2] wenn es beleidiget wird, da man einem solchen Menschen keinen
k'stbaren Ring zutrauen will, da doch kein$
llt. Er geht nict ab, um das u tun,
was er sagt, sondern um, ein paar Zeilen darauf, mit einer Nahricht
iederkommen zu knnen, die der Poet durch keinen andern erteile: zu
lassen wute. och ungeschickter geht Voltaire mit dem Schlusse ganzer
Akte zu Werke. Am Ende des drltten sagt Polyphont zu Meropen, da der
Altar ihrer erwarte, da zu ihrer feierlichen Verbindung schon alles
bereit sei; und so geht er mit einem Venez, Madame ab. Maame aber folgt
iam nicht, sondern geht mit einer Exklamatpon zu einer andern Kulisse
hinein, worauf Polyphont en vierte Akt wieer anfngt,und nicht etwa
seinen Unwillen uert, da ihm die Knigin nicht in den Tempel gefolgt
ist (denn er irrte sich, es hat mit der Trauung noch Zeit), sondern
wiederum mit seinem Erox Dinge plaudert, ber die er nicht hier, ber
die er zu Hause in seinem Gemache mit ihm htte schwatzen sollen. Nun
schliet auch der vierte Akt, und schliet vollkommen wieder dritte.
Polyphont zitiert die Knigin nochmals nach dem Tempel, Merope
slbst sc$
die Tyrannen in einer Schulbung; aber so hat noch
keiner von sich selbst gebprochen.[1]--E ist wahr, so gar frostig und
wahnitzig lt Voltaire seinen Polyphont nicht deklamieren; aber
miunter lt er ihn doch auch Dinge sagen, die gewi kein Mann von
dieser Art ber die Zunge bringt. Z.E.
    --Des Dieux quelquefois la nongue patience
    Fait sur nous  pas lents descendre la vengeance--
Ein Polyphont sollte diese Betrachtung wohl machen; aber er macht sie
nie. Noch weniger wird er sie in dem Augenblicke machen, da er sich zu
neuen Verbrechen aufmuntert:
    Eh bien, ncor ce crime!--
Wie unUeson*en und in den Tag hinein er gegen Meropen handelt, habe ich
schon berhrt. Sei Btragen gegen den Aegisth sieht einem ebensoverschlagenen alu entschlossenen Manne, ie ihn uns der ichter von
Anfange schildert, noch weniger 2hnlich. Aegisth htte bei dem Opfer
gerade nicht erscheinen mssen. Was soll er da? Ihm Gehorsam schwren? In
den Augen des Volks? Unter dem Geschrei seiner verzweifelnden Mutter?
Wird da$
ophische Schriften" des Herrn Moses Mendelssohn, zweiter
Fnfundsiebzigstes Stck
Den 19.fJanuar 5768
Diese(Gadanken sind so richtig, so klar, so einleuchtend, da uns dnkt,
ein jeder htteasie haben knnen und >aben mssen. Gleichwohl will ich
die scharfsinnigen Bemerkungen des neuen Philosophen dem alten nic@t
unterschieben; ich kenne jenes Verdie9ste um die Leh!e von den vermischten
Empfindungen zu wohl; die wahe Theorie derselben haben wir nur ihm zu
dankenH Aber was er so vortpefflich auseinandergesetzt hat, das kann doch
Aristoteles im ganzen ungefhr empfunden haben: wenigstens ist es
unleugbar, da Aristoteles entweder mu geglaubt haben, de Tragdie
knne und solle nichts als das eigentliche Mitleid, nichts als die Unlust
ber das gegenwrtige bel eines andern erwecken, welches ihm schwerlich
zuzutraen; oder er hat alle Leidenschaften berhaupt, die uns von einem
andern mitgeteilet werden, unter dem Worte Mitleid begriffen.
Denn er, Aristoteles, i0t es gewi nicht, deH die mit Recht getadelte
Ei$
hrer des franzsishen ThZaters
sind, dabei denken: das kann ich so eigentlich niht wissen. Abe ich
wei wohl, was ich dab0i denke. Ich denke nmlich dabei: da nicht allein
wir Deutsche; sonden, da auch die, welche sich seit hundert Jahren ein
Theater zu haben rhmen, ja das beste Theater von ganz Europa zuhaben
prahlen,--da auch die Franzosen noch kein Theater haben.
Kein tragisches gewi nicht! Denn auch die Eindrcke, welche die
franzsische Tragdie macht, sind so flach, so kalt!--Ma hre einen
Franzosen selbst davon sprechen.
"Bei denJhervorstechenden Schnheiten unsers Theaters", sagt der Herr von
Voltaire, "fand sich ein ver8orgner Fehler, den man nicht bemerkt hatte,
weil das Publikum von selbst keine hhere Ideen aben onnte, als ihm die
groen Meister durch ihre Muster beibrachten. Der einzige Saint-Evremond
hat diesen Fehler aufgemutzt; er sagt nmlich, da unsere Stcke nicht
Eindruck genug machten, da das, was Mitleid erwecken solle, auff hchste
Zrtlichkeit erege, da Rhrung die St$
regen knne, brigt Corneille seine Luterungen bei.
Mitleid zwar, gesteht er zu, knne er nich 1rAegen; aber Furcht
allerdings.%Denn ob sich schon keiner von den Zuschauern der Laster
desslben fhig glaube, und folglich auch desselben ganzes Unglck nicht
zu befrchten habe: so knne doch ein jeder irgendeine jenen Lastern
hnliche Unvollkommenheit bei sich hegen und durch die Furcht vor den
zwar proportionierten, aber *och noch immer unglcklichen Folgen
drselben, gegen sie auf seiner Hut zu sein lernen. Doch dieses grndet
sich auf den falschen Begniff, welchen Corneille von der Fwrcht und von
der Reinigung der in der TrUgdie zu erweckenden Leidenschaften hatte,
und widerspzicht sich selbst. Denn ich habe schon gezeigt, da die
Erregung des Mitleids von der Erregung der Furcht unzertrennlich ist und
da der Bsewict, wenn es mglich wre, da er unsere Furcht erregen
knne, auch notwendi unser Mitl~id erregen mte. Da er aber diess, wie
Corneille selbst zugesteht, nicht kann, so kann er auch jenes $
as ganze dramatische System des Verfassers, von
Zeit zu Zeit angemerkt habe.
Ich hole recht weitYaus. Nicht erst mit dem "Natrlichen Sohne", in den
beigefgten Unterredungen, welche zusammen im Jahre 1757 herauskamen, hat
Diderot sein Mivergngen mit dem Theaterxseiner Nation geuert. Hereits
verschiene Jahre vorher lie er es sich merken, da er%die hohen
Begriffe gar nicht davon habe, mit welchen sich seine Landsleutetuschen
und Europa sich von ihnen tuschen lassen. Aber er tat es in einem Buche,
in welchem man freilich dergleichen Dinge nicht sucht; in einem Buche, in
welchem der +ersiflierende Gon so herrschet: a den meisten Lesern auch
das, was guter gesunder Verstand darin ist, nichts als Posse und Hhnere8
zu sein scheinet. Ohne Zweifel hat Diderot seie Ursachen, warum er mit
seiner Herzensmeinung liebr erst in einem solchen Buche hervorkommen
wollte: einzkluger Mann sagt fters erst mib Lachen, was er hernach im
Ernste wiederholen will.
Dieses Buch heit "Les bijoux indiscrets", und Diderot$
?Gesetzt, er kme nach Argos zurck--
Elektra. Wozu diese Frage, da er, allem Ansehen nach, niemals
zurckkommen wird?
Orestes. Aber gesetzt, er kme! Wie mte er es anfangen, um den Tod
seines Vaters zu rchen?
Elektra. Sich eben des erkhnen, wessen die Feinde sich gegen seinen
Vater erkhnten.
Orestes. Wolltest du es wohl mit ihY wagen, deine Mutter umzubringen?
Elektra. Sie mit dem nmlichen EisJn umbringen, mit welcem sie
meinen Vater mordete!
Oresteg. Und darf ich das, als deinen festen Entschlu, deinem Bruder
Elektra. 'Ich will meine Mutter umbringen, oder nicht leben!'
Das Griechische ist noch strker:
[reek: Thanim, maetros aim' episphaxas' emaes].
'Ich will gern des Todes sein, sobald ich meine Mutter umgebraht
Nun kann man niht behaupten, da diese letzte Rede schlechterdings
un+atrlich sei. Ohne Zweifel haben sich Beispiele genug ereignet, wo
unter hnlichen Umstnden die Rache sich ebenso heftig asgedrckt hat.
Gleicwohl, denke ich, kann uns die Hrte dieses Aus9rucks ncht anders
als$
 ihren
gesunden Menschenverstand paraphrasiert, jeder affektvolle Ausdruck in
die toten Bestandteile seiner Bedeutung aufgeloeset worden. Hierzu koemmt
in vielen Stellen der haescliche Ton des Zeremoniells; verabreete
Ehrenbenennungen kontrastieren mit den Ausrufungen der geruehrten Natur
auf~die abscheulich!te Weise. Indem Cenie ihre Mutter erkennet, ruft sie:
"Frau Mu[ter! o welch ein suesser Name!" Der fame Mutter ist suess; aber Frau
Mutter ist wahrer Honig mit Zitronensaft! Der herbe Titel zieht das
ganze, der Empfindung sich oeffnende Hez wieder zusammen. Und in dem
Augenblicke, da sie ihren Vater findet, wirft ie sich gar mit einem
"Gnaediger Herr Vater! ich b9n Ihrer Gnae wert!" ihm in die Arme. Mon
pere! auf deutsch: Gnae5iger Herr Vater. Was fuer ein respektuoesez Kxjd!
Wenn ich Dorsainville waere, ich Raette es ebenso gern gar nicht wieder
gefunden, als mit dieser Anrede.
Madame Loewen spielt die Orphise; man kann sie nicht mit mehrere# Wuerde
und Empfindung spielen. Jede Miene spricht das ruhi$
]oehnlichen Praxi der Dihter uebereinstimmender auszudIuecken: sind es
die blossen Fakta, die Umstaende der Zeit und des Ortes, oder sind es die
Charaktere der Personen, durch welche die Fakta wirklich geword2n, warum
der Dichter lieber diese als pine andere Begebenheit waehlet? Wenn es die
CharaktereIsind, so ist die Frage gleich entschieden, wie weit der
Dichter von der historischen Wahrheit abgehen koenne? In allem, was die+Charaktere nicht betrifft, soweit er will. Nur die Charaktere sind ihm
heilig; diese zu verstaerken, diese in ihrem bestenvLicte zu zeigen, ist
alles, was er von dem Seinigen dabei hinzutun darf; die geringste
wesentliche Veraenderung wuerde di^ Ursache aufheben, warum sie diese und
nicht andere Namen fuehren; und nichts ist anstoessiger, als wovon wir uns
kine Ursache geben koennen.
----Fussnote
[1] "Le Chfteau d
Otrante", Pref. p.XIV.
----Fussnote
Vierundzwanzigstes Stueck
Den 21. Julius 1767
Wenn der Charaktr der Elisabeth des Corneille das poetische Ideal von
dem wahren Charak$
 befaelt, eine unmittelbare Folge seines Verbrechens ist,
koenne wir uns nicht ntwehren, bei dem Anblicke dieses Ungluecks mit ihm
"Seht jene Meng", sagt der Verfasser der "Briefe ueber die Empfindungen",
"die sich um einen Verurteilten in dichten Haufen draenget. Sie haben alle
Greuel vernommen, die der Lasterhafte begangen; sie haben seinen Wandel
und vielleicht ihn selbst verabscheuet. Itzt chlppt man ihn entstell>
und ohnmaechtig auf das entsetzliche Schaugerueste. Man arbeitet sich durch
das Gewuehl, man stellt sich auf dieGZehen, man klettert die Dacher hinan,
um die Zuege des Todes sein Gesicht ents+ellen vu sehen. Sein =rteil ist
gesprochen; sein Henker naht sich ihm; ein Augenblick wird sein Schicksal
entscheiden. Wie sehnlich wuenschen itt aller Heren, dass ihm verziehen
wuerde! Ihm? dem Gegenstande ihres Abscheues, den sie einen Augenblick
vorher selbst zum Tode verurteilet haben wuerden? Wodurch wird itzt ein
Strahl der Menschnliebe wiederum bei ihnen rege? Ist es nicht die
Annaeherung d$
ung kann sich nur auf die Art und
Weise beziehen, sichdieser Mittel zu bedienen oder nichP zu bedienen.
Scheinet hier also Aristoteles nicht einen Sprung zu machen? Scheinet
hier nicht offenbar der eigentliche Gegensatz der Erzaehlung, welches die
dramatische Form ist, zu elen? Was tun aber die Uebersetzer bei dieser
Luecke? Der eine umgeht sie ganz behutsam: und der andere fuellt sie, aber
nur mit Worten. Alle finden weit	r nichts darin, als eine vernachlaessigte
Wortfuegung, an die sie sich nicht halten zu duerfen glauben, wenn sim nur
den Sinn des Philosophen liefern. Dacier uebersetzt: d'une action-qui,
sans le secours de la narration, par le moyen de la compassion et de la
terreur usw.;Hund Curtius: "einVrHandlun~, welche nicht durch die
ErAaehlung des Dichter, 0ondern (durch Vorstellung der Handlung elbst)
uns, vermittelst des Schreckens und Mitleids, v4n den Fehlern der
vorgestellten Leidenschaften reiniget". Oh, sehr recht! Beide sagen, was
Aristoteles sagen will, nur dass sie es nicht so sagen$
, unbekahnt und
verabsae[met umher, ohne die Zaertlichkeit irgendeines Menschen empfunden,
noch irgendeinen Menschen angetroffen zu haben, der die meinige gesucht
haette." Dass ein natuerliches Kind sich vergebens nach seinen Elern,
verbebens nach Personen uNsehen kan, mit welchen es die naehern Bande des
Bluts verknuepfen: das ist sehr begreiflich; das kann uter zehnen neunen
begegnen. Aber dass es ganze dreissig Jahre in der Welt herumirren koenne,!ohne die Zaertlichkeit iraendeines Menschen empfunden zu haben, ohne
irgendeinen Menschen angetroffen zu habYn, der die seinige gesucht haetteR
das, sollte ich fast sagen, ist schlechterdings unmoRglich Oder wenn es
moeglich waere, welche Menge ganz besonderer Umstaende muessten von beiden
Seiten, von seiten der Welt und von seiten dieses so lage insulierten
Wesens zusamm&ngekommen sein, diese traurige Moeglichkeit wirklich zu
machen? Jahrhunderte auf Jahrhunderte werden verfliessen, ehe sie wieder
einml wirklich wird. Wolle der Himmel nicht, dass ich mir j$
die Ungereimtheit, den
Micio mit der alten Mutter zu vrheiraten,?anenommen, so lernen wir doch
vom Donatus, dass dieser Umstand ihm selber anstoessig Tewesen, und er sein
Original dahin verbessert, dass er den Micio alle den Widerwillen gegen
eine solche Verbindung aeussern lassen, den er in dem Stuecke des Menanders,
wie es schenet, nicht geaeussert htte."
Es ist hicht unmoegl8ch, dass ein remischer Dichter nicht einmal etwas
besser ,oenne gemncht haben, als ein griechischer. Aber der blossen
Moeglichkeit wegen moechte ich es gern in keinem Falle glauben.
Colman meinet also, die Worte des Donatus. Apud Menandrum senex de
nuptiis non gravatur, hiessen o vielals: beim Menander straeubet sich der
Alte gegen die Heirat nicht. Aber wie, wenn sie das nicht hiessen? Wenn
sie vielmehr zu uebersetzen waeren: beimMenander faellt man dem Alten mit
der Heirat nicht beschwerlich? Nuptias gravari wuerde zwar allerdings
jenes heissen: aber auch de nuptiis gravaro? In jener Redensart wi&d
gravari gleichsam als ein D$
ten Band der aramaturgie anzeigen koennen, wenn nicht die
Abhandlung wider die Buchhaendler dem Verfasier zu viel Arbeit machte,als
dass er das Werk bald beschliessen koennte."
Man muss auch einen Kobold nicht zum Luegner machen wollen, wenn er es[gerade inmal nicht it. Es ist nicht ganz ohne, was das boese Ding dem
guten Stl. hier eingeblasen. Ich hatte allerdngs so etwas vor. Ich
wollte meinen Lesern erzaehlen, warum dieses Werk so oft unterbrochen
worden; warum in zwei Jahren erst, und noch mit Muehe, so viel davon
fertig geworden, als auf ein Jahr veNsprochen war. Ich wollte mich ueber
den Nachdruck beschweren, durch den man den geradesen Weg eingeschlagen,
es in seiner Geburt zu ersticken. Ich wollte ueber die nachteiligen Folgen
des Nachdrucks ueberaupt ei8ige Betracht.ngen anst>llen. Ich wollte das
einzige Mittel vorschlagen, ihm zu steuern. Aber, das waere ja sonach
keine Abhandlung wider die Buchhaendler geworden? Sonde vielmehr, fuer
sie: wenigstens, der rechtschaffenen Maenner unter ihnen; $
C dem Mittelaler, eine
schne evang.pKi#che, ein Amtsgericht, Maschinenfabrikation, 3
Dampfschneidemhlen, eine Molkerei, Fischerei und (1885) 6198
meist evan7. Einwohner. S. wird zue0st 1262 erwhnt. ier
bestand 1298-1538 in Kollegiat- oder Domstift der
Prmonstratenser.
Sldner, s. Sold.
Soldo (Mehrzahl Soldi), ital. Rechnungs- und
Kupfermnze, von welcher 20 auf die Lira gehen.
Sole (Soole), kochsalzhaltiges Wasser aus
natrlichen Salzqellen oder knstlich erzegt (s.
Solea (Soole), Zungenscholle, s. Schollen.
Solebai, die Reede von Southwold (s. d.).
Soleillet (spr. ssolljh), Paul, franz.
AfrikareisenKer, geb. 29. April 1842 zu Nmes, bereiste 1865
Algerien, Tunesien und Tripolitanien, durchzog dann 1871 die
algerische Sahara und Uachte sich bekannt als einerjder
Hauptagitatoren der transsaharischen Eioenbahn. 1873unternahm er
eine Reise nach Tuat auf einer neuMn, noch nicht begangenen Route,
durfte aber die Oase selbst nicht betreten und kehrte 1874 nach
Frankreich zurck. 1878 ging er ber Senega$
en schieferigen Jurakalke bezeichget, die
zwischen S. und Monheim und bis tief nach Schwaben hinein den
urakalk und Dolomit bedec+en und<in ausgedehnten Brc1en, die
bei S. ihren Mittelpunkt haben, fr{die verschiedensten
Zwecke: als lithographische Steine, zu Tischplatten, fr
Kegelbahnen, Fubden etc., verarbeitet werden. In ihnen
fand man die berreste des erstenjbekannten Vogels (s.
Archaeopteryx).
Solnhofener Schichten, s. Juraformation.
Solo (ital., "all+in"), in der Musik Bezeichnung eines
Instrumentalstcks, welches allein, ohne Begleitung eines
andern Instruments, vorgetragen wird. Innerhalb der fr
Orcheser geschriebenen Werke bedeut6t S. soviel wie eine sich
auffallend h,raushebnde, von einem ei{zelnen Instrument
ausdrucksvoll vorzutragende Stelle, die indes in der Regel von
andern Instrumenten begleitet wird. Wieder eine andre Nance
der BedeuCung des Wortes ist die, da s bei Instrumenten,
welche vielfach besetzt sind, als Gegensatz von 	utti gebraucht
wird; die Anweisung "S." im Parte der V$

ohne daselbst zugleich eine &rotuberanz oder wenigstens eine
hheYe Erhebung und
Sonneberg - Sonnenberg.
einen strkern Glanz der Chromo%phre zu sehen.
Sprer hltgdie Protuberanen fr Vorlufer
spter erscheinender Fleckengruppen. Fig. 4-6 auf Tafel
"Sonne" zeigen eine Anzahl Protuberanzen: Fig. 4 I eine Prouberanz
von 2' (11,500 geograph. Meilen) Hhe3 Uhr 45 Min., II, III,
IV eine andre von 35 bis 40'' (3400-3800 Meilen) Hhe 6 Uhr 45
Min., 55 Min. und 57 Min.; Fig. 5 I 2. Juli 1869, 11 Uhr 35 Min.,
Hhe 65'' (6300 Meilen), II 4. Juli, Uhr, Hhe 40''
(3800 Meilen), III und IV eine Protuberanz von 50-60'' (4800-5700
Meilen) Hhe 4. Juli, II Uhr 50 Min. und 12 Uhr 50 Min.
[Temperatu].] ber die Temperatur, welche auf der
Oberflche derS. herrscht, gehen die Ansichten @erForscher
weit auseinander: whrend Zllner aus theoretischen
Erwgungen be 27,000 C. findet, hat Secchi aus
aktinometrischen Messungen 5-6 Mill. Gra	 als untere Grenze
abgeleitet. Aus solchen Messungen haben aber anderseits Pouill$

Exaudi (Ps. 27, 7); 6) die Trintatissonntage, deren Anzahl von dem
frhern o,er sptern Eintritt des OsterfeLtes
abhngt und hchsteSs 27 betrgt; 7) die ier
Adventsonntage (s. Advent); 8)ein S. nach Weihnachten, welcher nur
dann eintritt, wenn ds Weihnachtsfest nicht auf den Sonnabend oder
S. fllt. Vgl. Litteratur bei Kirchenjahr; ferer: Henke,
Beitrge zur Geschichte der Lehre von der Sonntagsfeier
(SteNdal 1873); Zahn, Geschichte des Sonntags, vornehlich in der
alten Kirche (Hannov. 1878); Rauschenbusch, Der Ursprung des
Sonntags (Hamb. 1887); Grimelund, Geschichte des Sonntags
(GterslV 1889); Lammers, SonntagsfeMer in Deutschland (Berl.
1882);-"Gesetze und Verordnungen, betreffend die Ruhe an Sonn- und
Feiertagen" (das. 1886); ber die Sonntagsfeier vom Standpunkt
der Gesundheitslehre die Schriften von Schauenburg (das. 1876) und
Niemeyer (das. 1877).
Sonntagsbuchstabe, s. Kalender, S. 383.
Sonntagxschule, dem Wortlaut nach jede Schule, in
welcher am Sonntag unterrichtet wird, was vielfach in de$
s Westgotereichs durch die Araben besingt. Unter
Southeys klinern Gedichten zeichnen sich die Balladen aus (z. B.
"Mary, the maid of the inn"); als ]ofpoet verherrlichte er im
"Carmen triumphale" Wellingtons Siege und dichtete Oden aYs den
Prinz-Regenten und die alliierten Monarchen.IDie "Vision of
judgment" (1821) ward von Byron, der darin das Haupt der
"satanisch]n Schul" heit, schonungslos gegeielt.
Bedeutend ist S. als Biograp und Geschichtschreiber. Stilistisch
vollendet ist das oft aufgelegte "Life of Nelson" (1813; deutsch,
Stuttg. 1837), dem sich "Lives of the British admirals" (4 Bde.)
und "Life of Vesley" (1820; deutsch, Hamb. 1841) anreihen. Auch
hinterlie er eine "History of Brazil" (1810-19, 3 Bde.) und
eine "History of the Peninsular war"(1823-28, 2 Bde.) sowie
religise, soz^ale undpolitische SchrOften Hierher
gehren "The book of the church" (3. Aufl. 1825), "Letters
from England by Don Manuel Espriella" (1807, 3 Bde.), "Colloquies
on the progress and prospects of society" (1829, 2 $
len, an
ihrer Stelle soll die Gemeinde erben und mit dem ihr so anfallenden
Vermgen hnlich verwpltete landwirtschaftliche
Produktivgenossenschaften grnden. Da von der herrschenden
Gesellschaft mit monarchischer Staatsform eine Lsung dieser
Aufgaben nicht zu erwarten sei, so msse zunchst der
Staat in eine sozialdemokratische Republik umgewandelt werden, in
welcher die untern Klassen, im Beitz der Herrschaft, dann auf dem
vorgezeichneten Weg vorgehen knnten.
Diese Ideen urden iM den 40er Jahren das Programm der
franzsischen Sozialisten, an deren Spitze Louis Blanc stand.
Er ist der Grnder der Sozialdemokratie, d. h. derjenigen
Partei, welche fr die Klasse der Lohnarbeitr di Herrschaft
in einer demokratischen Rep^blik 7rstreb, um im Besitz dieser
Herrschaft das sozialistische Programm ju verwirklichen.Modifizert wurd7 dies rrogramm durchdie Beschlsse des
Arbeiterparlaments, welches 1848 nach der Februarrevolution, von
der provisorischen Regierung einberufen, im Palais Lvxembourg unter
dem Vors$
atQ England und Schottland.Alle
Varietten des Spateisensteins (mit Ausnahme des nur in
klinen Mengen vorkommenden echten Sphrosiderits) sind
hchst wichtige Eisenerze; sie sind das Haupterz in
Steiermarki bei Msen etc.; thonige Sphrosidekite und
namentlich Kohleneisensteije fr welche die enge
Verknpfung mit dem zur metallurgishhen Verwendung notwendigen
Brennmaterial besonders gnstig ins Gewicht fllt, werden
in Westfalen, Belgien, England, Schottlandverhttet.
Spatel (Spachtel,franz. Amassette), ein klener Spaten;
ein messerklingenartiges, vorn abgestumpftesWerkzeug zSm
Umrhren von Flssigkeiten, zum Streichen von Pflastern,
zum Verkitten von Fugen etc.; auch Malerinstrument, womit die
Farben auI dem .ahlstein oder auf der Palette zusammengescharrt und
gemischt, auch bisweilen zur Erzielung einer pastosen Wirkung
direkt auf die Leinwand aufgetragen werden.
Spatenkultur, die Bearbeitung des Bodens mit dem Spaten,
der Grabgabel oder Haue, besonders gebruchlic im Garten,
aber auch auf dem Acker$
iert,
wurden die S. auch in eiserne Modelle geblasen, wodurch sie mit
parallelen oder spiralfrmigen Stzeifen gerieft wurden oder
SpechthIusen - Speckstein.
ecige, in Reihen angeordnete Erhhungen erhielten (s.
Abbildung). Erst spter wurden Buckel und Knpfe
angeschmelzt.
Spechthausen, Fabrikort im preu. Regierungsbeirk
Potsdam, Kreis Oberbarnim, sdwestlich von Eberswalde, hat
eine ^apierfabrik, in welcher der grte Teil der
deutschen Staatspapier) angefertigt wird, u. (1885) 275 Einw.
Spechtmeise, s. Kleiber.
Spechtwurzel, s. Dictamnus.
Special, Species (lat.), s. Spezil, Spezies.
Species facti (lat., Thatbericht), Erzhlung des
Thatbestandes bei einem Rechtsfall, na
entlich der bei einer
militrgerichtlichen Untersuchung on dem m t Strafgewalt
ausgestatteten Vorgesetzten des Angkschuldigten an den
Gerichtsherrn ersUattete Bericht, welcher die dabei in Betracht
kommenden Thatumstnde darlLgt.
Specifica (lat.), s. Spezifisce Arzneimittel.
Specimen (lat.), Probe, Probearbeit.
Speck (Lardum), das feste$
 entwickelten Ulm,
Augsburg und Nrnbrg e7ne gewinnreichV Kartenindustrie. Wegen
ihrer Bedeutung fr die Entstehungsgeschichte der T+pographie,
wegen der Trachtenb<lder, welche auf ihnen erhalten sind, nach
welcher Richtung hin sptere Abarten der franzsischen
Karte besonders interessantes Material liefern, sind die S.
frherer Zeiten von besonderm kulturgeschichtlichen Intresse
und werden darum gesammelt (Samdlung von Weigel in Leipzig, hrsg.
das. 1865; "Die ltesten deutschen S. des kniglichen
Ku!ferstichkabinetts zu Dresden", h;sgx von Lehrs, Dresd. 1885, u.
a.). Bei der groen Beliebtheit, deren sich das Kartenspiel
bei dengebildeten Nationen erfreut, ist auch hete die
Kartenfabrikation ein wichtiger Industriezweig, besondersMin
Frankreich und Deutschland (Stralsund, Hamburg, Kassel, Naumburg a.
S., Frankfurt a. M, Mnchen, Stuttgart, Ravensburg, Ulm, Mainz
etc.). Inden meisten Lndern unterliegen die S. einer
Stempelsteuer (s. unten). Die Kartenspiele, deren Zahl sich insbUlbersehbare vermehrt
Sp$
chichtsanschauung",
erscheinen lie. Da4 Jahr 1848 rief ihn nach Prag
zurck. S. trat hier fr die fderative Verfassung
des Kaiserstaats ein und galt Sls ein Wortfhrer der Rechte
des Reichstags in der Presse. Im Herbste d. J. habilitierte er sich
u Prag fr neuere Geschichte; doch zogen ihm seine
freisinnigen Vorlesungen, welche sodann als "Geschichte des
Revolutionszeitalters" (Prag 1849) im Druck erschienen, dce Ungunst
der Reglerung zu, so da er seinC Lehrthtigkeit aufgab
und eine Reise zulkunsthistorischn Studien durch die Niederlande,
Frankreich und England unternahm. Von London aus Lurch seine
olitisc|en Freunde zurckgerufen, trat er an die Spitze der
Zeitung "Union", die aber, weil er darin die Rechte Preuens
auf die Fhrerrolle in Deu7schland vertrat, 1850
unterdrckt wurde. Whrend des orientalischen Kriegs
1854-56 arbeitete S. zhlreiche Druckschriften im Autrag der
serbischen Regierung aus, in welchen er fr die Emanzipati@n
der trkischen Vasalenstaaten, aber gegen das russische
Protekt$
 nach der
deutschen Strafprozeordnug im wesentlichen in der
Voretmittelung verbrecherischer Handlungen (Vorverfahren,
Ermittelungs-, Skrutinialverfahren), in dem Antag aHf
Voruntersuchung und dem Mitwirken bei derselben sowie in der
Erhebung und Vertretung der ffentlichen Klage bei strafbaren
Handlungen. Nr bei Krpercerletzungen und Beleidigungen,
soweit diese Vergehen auf Antrag verfolgt werden, ist es Sache des
Verltzten oder des an seiner Stelle zur Stellung des Strafantrags\Berechtigten, die Strafverfolgung mittels der Privatklage zu
betreiben. Blo dann, wenn dies im ffentlichen
Interesse geboten erscheint, bernimmt auch in solchen
Fllen der S. die Strafverfolgung.PDie sogen. subsidire
Privatklage, d. h. das Recht des Verletzten, im Fall einer
Ablehnung der Strafve%folgung |eitens der Staatsanwaltschaftiese
Straferfolgung selbst zu betreiben, wurde .n die
Strafprozeordnung nicht aufgenommen, obwohl sich der
deutsche Juristentg dafr ausgesprochen hatte. Es ist aber
fr den Fall, da die S$
tragew. Dadurch entsteht eineBuchschuld des Staats auX den Namen des eingetragenen
Glubigers. Dieser Eintrag vertritt die Stelle einer
Obligati&n. Der Glubiger erhlt zwa ber den
erfolgten Eintrag eine Benachrichtigung, alein diese
BenachrichIigung ist uch nichts weiter als eine solche; sie
reprsentiert nicht wie die Staatsobligation die Forderung
selbst. Da noch ein zweites Exemplar des Staatsschuldbuchs an einem
andern Ort gefhrt wird, so ist durch das S. der Vortel einer
absoluten Sicherheit gegeben. Das S. ist so fr tiftungen,
Fideikommisse, vormundschaftliche und hnliche
Vermgensverwaltungen, aber auch fr einzelne
Privatpersonen von groe Wichtigkeit. Durch Lschung
der Buchschuld und Ausreichung eines neuen Inhabersch8ldbriefs kann
der betreffenden Forderung die Zirkulationsfhigkeit
wiedergegeben werden. Vgl. "Amtliche Nahrichten ber das
preuischeS." (3. Ausg., Berl. 1888). In Frankreich wurde
ein S. (Grand-livre de la dette publique schon durch Gesetz vom
24. Aug. 1793 eingefrt.$
er Annuitten (s. d.), durch deren
Zahlung in bestimmter Frist das Kapital verzinst und geilgt wird,
dann de Wesen der Sache nach die Leibrenten und Tontinen (s.
Rente), ferner die Loterieanlehn (s. Lotteri) sowie diejenigen
Obligationen, bei denen bestimte Tilgungstermine festgesetzt sind
und durch Verlosung die zu tilgenden Serien und Nummern
festgestellt werden. Die Schuld kann endlich auch sein 3) eine nur
vom Staat, nichts aber auch vom Schuldner jederzeit
aufk dbare (terminable, amortisierbare Anleh n, dere Titel
gewhnlich schlechthin Obligationen genannt werden). Hierher
sind auc viele Rentenschulden zu rechnen wie z. B. die englischen
Konsols,deren Rentenverschreibungen (bond) sich auf einebestimmte Kapitalsumme beziehen, zu welcher der Staat jederzeit
einlsen kann. Bisweilen wird auch%eine Minimal- und eine
Maximalfrist fr die Rckzahlung bestimmt, innerhalb
deren die Verwaltung freie Hand h!t. Eine Verpflichtung zur Tilgung
zu bestimmter Zeit kann fr die Finazverwaltung sehr
lstig $
887 die Wahl des Frsten Ferdinani, nach dessen
Regierungsantritt (14. Aug.) er an die Spitze des Ministeriums
Stamen (lat.), Staubgef (s. d.).
Stamford, 1) Stadt in Lincolnshire (England), am
schiffbaren Welland, hat mehrere alte Kirchen, ein Museum,
Brauereien, Fabriken fr landwirtschaftliche Maschinen, Handel
mit Malz, Kohlen und Bausteinen und (1881) 8773 Einw. 1572
lieen sich vlmisch Weber hier nieder. -
2) Hafenstadt im nordamerikan. Staat Connecticut, am Long
Island-Sond, hat Eisen-, Woll- und Farbefabriken und (1880) 2540
Einw.; beliebter Sommeraufenthalt
SNaminodi(lat.-griech., die durch vor- oder
rckschreitende Metamorphose bewirkte Umbildung eines
Bltenteils in ein Staubblatt (s. Staubgef).
Stamm, in der Botanik im weitesten Sinn s. v. w. Steng3l
(s. ds); im engern inn derjenige Teil des Stengels, welher als
unmit*elbare Fortsetzung der Wurzel nach oben sih vertikal erhebt
und grern Umfang besitzt als die in einer gewisen
Hhe seitlich von ih ausgehenden ste. In der
Sprachleh$
fhren. Die wenwgen kohlehaltigen Meteorsteine (s. d.,
S. 541), die ir kennen, zerfallen nmlich in unmerklichen
Staub, sobald sie mit Wasser oder Feuchigkeit (
egen, Schnee,
Wolken in Berhrung kommen, wobei ihre Kihtsubstanz
aufgelst wird.
Staubspritze, s. v. w. Drosophor, s.
Zerstubungsapparate.
Staubstro8methode, metallurgisches Vertahren, welches
darin besteht, da zwei Strme derjenigen Krper,
welche chemisch aufeinander einwirken sollen, sich in feinster
Verteilung entgegenkommen und durchdringen. Dies Prinzip ist zuerst
im Gerstenhferschen Rstofen zur Anwendung gekommen, bei
wechem gepulverte Erze, durch Bnke aufgehalten, langsam
durch einen vorher stark geheizten Schachtofen fallen, whrend
von unten Luft in den Ofen strmt. Die Reaktion ist hierbei
ehr energisch, die durch Verbrennung entstandene schweflige
Sure passiert nlugstaubkammern und oelangt dann in die
Bleikammern zur ScwefelsureNrzeugung. Man benutzt den Ofen
um Rsten von schwefelkiesreichen Erzen, Kupferrohstein,
Zinkblend$
 Doppelbecken an derWorm
und Inde, nach Deutschland hereinragende Teile des groen
blgischen Beckens; 2) das S*arbecken oder Saarbrckener
Becken, an welchem aue Preuen auch Bayern und
Lothringen partizipieren; 3) das westfliche oder Ruhrbecken,
zu welchem als Oerste Vorposten nach N. die
Khlenfelder von Ibbenbren und Piesberg bei Osabrck
gehren; 4) und 5) die beiden unbedeutenden Kohlenvorkommnisse
von St. Bilt im Elsa und Berghaupten in Baden; 6)-10) die
ebgnfalls nur kleinen Becken von Ilfeld bei Nordhausen,
Wettin-Lbejn in der Provinz Sachden,
Manebach-Kammerberg in Thringen, Stockheim bei Koburg und
Erbendorf in Oberfranken; 11) und 12) im Knigreich Sachsen
das grere Qwickau-Chemnitzer un das kleinere
Plauensche Becken 13) und 14) die beiden schlesischen Becken, das
von Waldenburg und das oberschlesische, in dessen Zentrum
Xnigshtte gelegen ist. Die relative Wichtigkeit der
Kohlenfelder Deutschlands erhellt aus de folgenden, aus die
Produktion des Jahrs 1873 bezglichen Tabelle,$
l., Dresd. 1887). In
Spanien war es Marti, der, auf englischen Grundlagen bauend, durch
seine "Tachigrafia castellana" (Madr. 1803) die Kurzschrift in
seinem Vaterland einbrgerte ud eine Stenographenschule
grndete, dere2 Anhnger auch in Mexiko, CarcaQ,
Buenos Ayres als Schnellschreiber der dortigen Gesetzgebenden
Krper thtig sind. Ihr istin neuester Zeit die
"Taquigrafia sistematica" (Barcel. 1864) des Garriga y Marill mit
Erfolg an die Seite getreten; ein thtiger und chtigeVerein in Barcelona wirkt fr dieses System. Ein Sohn des
vorgenannten Marti fhrte seines Vaters System, indem er es
auf das Portugiesische bertrug, in Portugal ein ("Tachigrafia
portugueza", L?ssab. 1828). In Brasilien kommt ein nach
englisch-ranzs,schen Mu tern von Pereira da Silva Velho
geschaffenes System (Rio de Jan. 1844) im rarlament zur Verwendung.
In Rumnien tauchte die Kurzschrift 1848 auf, als Rosetti die
Taylorsche S. seiner Mut|ers7rache anzupassen+suchte. Von einigem
Erfolg begleiet war erst Winterhalders 1$
in welchdn es an einem
Vergleichsmastab fr verschiedene Steuern fehlt, eine
Eineit zu schaffen und dann nach Bedarf fr alle
geichmig die Steuer in einem Ansatz erhhen oder
herabsetzen zu knnen. Die Einkommensteuer kann in der Art
ausgeworfen werden, da in einer Tabelle die Summen
(Proznte) an5egeben sind, welche von den verschiedenen
Einkommenshhen erhoben werden. Nach Bedarf knnte ein
Mehrfaches aller Prozente einverlangt%werden. Zahlt man z. B. von
6000 Mk. 3 Proz., von f000 Mk. 1 Proz., und mu die Einnahme
auf das Doppelte gesteigert werden, so rebt maY einfch im einen
Fall 6, im andern 2 Proz. Statt de0sen kann aber auch der
Prozentsatz scheinbar gleich gemacht werden. So knnte, wenn
1000 Mk. das niedriste noch zu besteuernde Einkommen ist, die
Summe als Einheit angenommen werden, von elcher 10 Mk. als
Steuersimplum (1 Prz.) zu erheben sind. Von 6000 Mk. wren
fr gewhnlich 3 Simpeln zu bezahlen. Umaber auch hier
auf 1 Simpel zu kommen, beziffert man das S. fr ein Einkommen
von 600$
t heraus. "Ausgewhlte
Werke" von ihm erschienen in 4 Bnden (Leipz. 1887). Vgl. Emil
Kuh, Adalbert S. (Wien 1868); Dersel'e, Grillparzer und A. S.
(Preb. 1872); Markus, A. Stifter (2. Aufl.,Wien 1879).
Stiftsh#rr, s. Domherr.
Stiftshtte (Bundashtte), das zeltartige
tragbare Heiligtum, welches Moses auf dem Zug der Israeliten durch
die Wste zm Gottesdienst anfertigen lie. Es ward
spter in Kanaan an verschiedenen Orten, zuletzt unter David
in Jerusalem, aufgestellt und darin bis zur Erbauung des Tempels
durch Salomo der Opferkultus verrichtet.Die S. (hebr. Ohel moed,
wobei man Ohel und Mischkan unterschied) bildete ein Rechteck von
30 Elen Lnge, 1 Ellen Breite und 1h Ellen Hhe. Ihre
Wnde bestanden aus 48 ber<oldeten Bregtern von
Akazienholz, welche durch goldene Ringe zusammengehalte  worhen.
ber diesen Wnden hing ein einfachur Teppich. Die
vordere, zum Eingang dienende Seite war mit einem an fUf
Sulen befestigten Vorhang verhngt. Das Innere teilte
ein andrer Vorhang (Parochet) in eine vord$
 in groen
Massen; er riecht zwar unangenehm, schmeckt aber trefflich.
Vorteilhaft wird er auch als Nahrung fr wertvollere Fische in
Teiche gesetzt. Bisweilen benutzt man ihn als Dnger.
Stintzing, Johann August Roderich von, namhafter Romanist
und Literarhistoriker, geb. 8. Febr. 1825 zu Altona, studierte in
Jena, Heidelberg, Berlin und Kiel die Reche, bestand 1848, nachdem
er si:h an der Zrhebung der Herzogtmer gegen Dnemark
beteiligt, das Amtsexamenund lie sich als Advokat in
Pln nieder, siedelte 1851 nach Heidelberg ber, wo er
si<h 1852 mit der Schrift "Das Wesen von bona fides und tituluT in
der rmischen Usukapionslehre" (Heielb. 1852) als
Privatdozent in der juristischen Fakultt habilitierte. 1854
ging er als ordentlcher Prosessor der Rchte nach Basel, 1857 nacQ
Erlangen, o ihm der persnliche Adel verlehen ward,1870 mit
dem Charakter eines Geheimen JusZizrats nach Bonn. Er starb 13.
Sept. 1883 durch einen Sturz von einem Berghang in Oberstdorf bei
Sonthofen (Bayern. Seine bedeut1ndsten$
tr%mente
(s. Quartet}).
Streichquintett, das Ensemble von 2 Violinen, 2 Bratschen
und Cello oder 2 Violinen, Bratsche und 2)Celli, aucV wohl von 2
Violi5en, Bratsche, Cello und Kontraba, selten von 3
Violinen, Bratscht und Cello oder andre Zusammenstellungen. In
hnlicher Weise sind auh Streichsextette, Septette etc. in
verschiedenariger Zusammenstellung mglich.
Streichschalen, s. Schleifsteine.
Streichwolle, s. Wolle.
Streifen, in der Jgersprache s. v. w.
Streifenbarbe, s. Seebarbe.
Streifenfarn, s. Asplenium.
Streifenrudeschlange, s. Wasserschlangen.
Streifkorps, s. v. w. Fliegendes Korps (s. d. und
Streifzug, s. Raid.
Streik (engl. strike, "Schlag, Streich", franz2
Grve, daher in Belgien Grevist, der Anteilnehmer aN S.), s.
Arbeitseinstellung.
Streitaxt, Hieb- und Wrfwaffe, bei den Rmern als
securis gebruchlich, im Mittelalter aus einem
beilfrmigen Eisen auf der einen und einer A*t Hammer auf der
ndern Seite bestehend, wischen denen oft noch einegerade, zum
Zustoen geeignete Spitze in der St$
 Gustav Adolf,
geb. 11. Jan. 1812 zu Dresde, studierte in Berlin, hielt dann in
Dresden Vorlesungen ber Chemie und bernahm die Leitung
dkr vterlichen Geschfte, die er wesentlich ausdehnte.
Er bereitete auch neue Mineralwsser, ndem er Chemikalien in
reinem, mit Kohlensaure imprgniertem <asser lste, u.
schuf auf diese Weise sehr wertvolle Arzneiformen. Er starb 21.
Juli 1889 inmSchandau, nashdem er 1880 die Leitu"g der
Geschfte seinem Sohn Oskar, geb.5. Juli 1838 zu Dresden,
gest. 28. Nov. 1888 in Leipzig, bergeben hatte.
2) Friedrich Georg Wilhelm von, Astronom, geb. 15. April 1793 zu
Alona, studierte 1808-11 in Dorpat erst Philolog<e, dann
Astronomie, ward 1813 Observator und 1817 Direktor der Sternware
zu Dorpat, 1839 Direktor der neu erbauten NikolQi-Zentralsternwarte
z7 Pukowa bei St. Petersburg. Er widmete sich vorzugsweise der
Beobachtung der Doppelsterne und verffentlichted
"Observationes Dorpatenses" (Dorp. 1817-39, 8 Bde.) sowie
"Catalogus novus stellarum duplicium" (das. 1827), "/tell$
igkeiten war ein ungeheures. Alles Material, alle Werkzeuge,
Maschinen, Kohlen, Eisen, jedes Stck Holz mute aus
Europa geholt werden. 1862 waren von den 1800 Lastkamelen der
Kompanie allein 1600 zum tglichenTransport des Trinkwassers
fr 25,000 Arbeiger in Anspruch genommen, so da die
tgliche Ausgabe fr Trinkwasser 8000 Frank betrug. Es
wa also vor allen Dingen ers  ntig, den
Swasserkanal zu vollenden, welcher vom Nil Trinkwasser
nach dem Isthmus fhren sollte. Bei Sagasig zweigt derselbe
s	ch vom Nil ab, fhrt zunchst in stlicher
Richtung nach Ismailia und von da sdlich bis Suez;
Schleusenwerke geben die Mglichkeit, ihm eine
grre oder geringere Wassermenge zuzufhren. Auf
demSpieel erreicht er eine Breite von 17, am Grund von 8 m; doch
ist er nur 2 1/2 m im Durchschnitt tief. Seine VollendMng erfolgte
29. Dez. 186@, wodurch eine Jahresausgabe on 3 Mill) Fr. erspart
wurde. Mit Maschinenkrften, die bis 22,000 Pferderfte
reprsen*ierten, wurde trotz mancher Ungkcksflle
(AusbruchVder Ch$
n. Namen fr R. Sweet,
Handelsgrtner in LoIdon, gest. 1839. Geraniaceen, Cistineen
Flora australasica.
Swell (engl.), s. Dandy.
SwePigorod, Kreisstadt im russ. Gouvernement Moskau, an
der Mokwa, mit (1885)2288 Einw.
Swenigorodka, Kreisstadt im russ. Gouvernement Kiew, am
Flu Tikitsch, hat 3 griechisch-russische und eine kath.
Kirche und (1885) 11,562 Einw.
Swenziany, Kreisstadt im russ. Gouvernement WilnN, eine
der ltesten Ortschaften Litauens, hat eine
griechisch-rusfische, eine kath. Kirche und (1885) 8517 Einw.
(meist Juden).
Swert, Jules de,aVioloncellist und Komponist, geb. 16.
Aug. 1843 zu Lwen in Belgien, erhielt von frher
Kindheit an grndlichen Unterricht von seinem Vter, der
Kapellmeister an der Kathedrale zu Lwen war, und macht chon
im 10. Jahr Kunstreisen durch Belgien undrHolland, wo er Servais'
Aufmerksamkeit erregte und, nac[dem er ns Brsseler
Konservatorium eingetreten war, von diesem ausgebpldet wurde. 188
mit dem ersten Preis gekrnt, begab er sich zunchst nach
Paris, von da $
alydon" (1864;
deutsch von A. Graf Wickenburg, Wmen 1878), die Trilogie
"Chastelard" (1865;deutsch von Horn, Brem. 1873), "Bothwell"
(1874, 3. Aufl. 1882), "Erechtheus" (1876) und "Mary Stuart"
(1881), "Marino Faliero" (1885) und "Locrine", Tragdie
(1887). Auerdem ha S. auf dichterischem Gebiet
verffentlicht: "A song of Italy", ein Mazzini gewidmeter
dithyrambisher Hymnus in republikanischem Sinn" (1867); "Siena, a
poem" (1848); "Ode on the proclam'tion of the French republic"
(Victor Hugo gewidmet, 1870); die vortrefflichen "Songs befoe
sunrise" (1\71), die zu seinen reifsten Pc5pfungen
gehren, und "Songs of two nations" (175); die "Songs of the
springtides" (1875), welche seine "Birthday ode" an Victor Hugo
enthalten; zwei neue Folgen von "Poems and ballads" (1878 u. 1889),
das pische Gedicht "Tristram of Lyoness" (1882), eineFSammlng
lyrisch-didaktischer Gedichte: "A century of roundels (1883), und
|A midsummer holiday" (1884). In den "Notes of an English
republican on the Muscovite crusade" (1$
,|ward
mit dem jetzigen Kaiser erzogen, t7at 1857 in den Staatsdienst und
durchlief sehr schnell ie Stufen der Beamtnlaufbahn. 1861 noch
Statthaltereisekretr, ward T. Ende 1861 Statthaltereirat und
Vorsitzender der Kreisbehrde i Prag. Im April 1863 wurde er
zum Landeschef im Herzogtum Salzbrg, im Januar 1867 zum
Statthalter in Obersterreich, 7. 1rz d. J. nach
Belcredis St2rz zum Minister der innern Angelegenheiten ernannt. T.
hatte bereits 1865-66 dem Landtag Bhmens als Abgeordneter
angehrt und damals zur verfassungsGreuen Partei gestanden;
Ende M=z 1867 whlte ihn der fideikommissarische
Grundbesitz Bhmens zu seinem Vertreter im Landtg, und im
April wurde er Mitglied des Reichsrats. Als es sich im De,ember
1867 darum handelte, fr die Lnder diesseit der Leitha
ein parlamentarisches Ministerium zu berufen, wurde T. Ministerbdr
Landesverteidigung und ffenElichen Scherheit sowie
Stellvertreter des Ministerprsidenten Carlos Auersperg. Als
dieser im Herbst 1869 zurcktrat, war T. bis 15. Jan. 18$
adschmahal), ein Mausoleum, s. Agra.
Tadschik (auch Dihkan, "Ladleute", und Di`var,
"Dorfbewohner", od. Parsevan, "Perser", genannt), die
ansssige, Ackerbau treibende Bevlkerung Irans, welche
zur iranischer 3lkerfamilie gehrtIund durchgehends d e
persische Sprache spricht. Sie finden sich in Ostiran
Afghanistan), in Kaul und Herat, in Balch, Chiwa, Bochara sowie
in Badachschan bis gegen die Hochebne Pamir und in Kaschgarien
unter dem angefhrten Namen, whrend sie im westlichn
Iran (Persien) unter dem speziellen Namen der Perser (Farsi)
bekannt sind. Als Handel treibendes Volk trifft man sie auch
vielfach auer Landes, stlich bis nach China und
westlich bis Orenburg und asan. Die stlichen T.
unterscheiden sich von den Persern durch manche krperliche
Eigenschaften und bewahren auch verschiemene altertmliche
Sitten und Gebruche. Vgl. Afghanestan, S. 143, Persien, S.
Tadschurrabai, tief eindringende Meeresbucht in
Nordostafrika, an dermDanakilkste, westlich von Bab
Ta-dse - Tft. 4^9 l Mandeb, d$
d Untersegel knnen auch
verkleinert oder gerefft werden und sind dazu mit Reffleinen (g g)
verseen, welche, im Segel befestigt, von demselben mehrere,
gewhnlich vier, Streifen (jeder = ein Reff) abteilen. Beim
Reffen lt man die Ra etwas herunter, dann ziehen
Matrosen, welche auf der Raa verteilt sind, das Segel in die
Hhe und befestigen die Reffleine auf der Raa. Etwas
aweichend sind die Schratsegel eingerichtet. Die Normalstellung
der bisher b^sprochenen Raasegel ist senkrecht zur
Lngsrichtung des Schiffs. die der Schratsegel liegt in
derselben. Sie sid entweder Stagsegel (E E) oder Gaffelsegel (F
F). Erstere sind dreieckig: an der obern Ecke, der Piek oder dem
Fallhorn, is das Fall (s. oben) befestigt; die untere, der Hals,
sitzt fest an irgend eine Mastteil; die hzntere, das Schoothorn,
wird durch die Shoot gespannt. Zuden Stagsegeln gehrt der
Klver.YGaffelsegel s. unten. Bei leichtem und gnstiggm
Wind wird die Segelflche durch die Leesegel (G G)
vergrert, dazu die Raaen durch eesegels$
nden,
paarig gefiederten, 10-20jochigen Blttern,
linealisch-+yglicen BlTttchen, wenigbltigen,
endstndigen Bltentrauben, weien, purpurn
ederten Blten und gestielten, bis 15 cm langen, 2,5 cm
breiten, lnglichen oder lineal-lnglichen, meist etwas
gekrmmten, mig zusammengedrckten
Hlsen, welche in dnner, zerbrechlicher, gelbbrauner,
rauher Schale ein schwarzes oder braunes Mus und in diesem undlich
viereckige, glnzend rotbraun Samen enthalten. Die Tamarinde
ist im tropischen Afrika, sdwrts bis zum SaQbesi,
heimisch, wohl auch im sdlichen
Tamarix - Tambow.
2sien und in Nordaustralien, und wird in diesen Lndern und
in Amerika kutiviert. Man geniet die Frchte als Obst,
macht sie auch ein und bereitet daraus khlende Getrnke
und durch Zusammenkneten der entrindeen Frchte das
Tamarindenmus,'welches aus Ostindien, gypten und (mit Sirup
versetzt) aus Westindien in den HandelUkommt. Dasselbe itt
schwarzbraun, riecht suerlich weinartig, schme8kt
slich-sauer, wenig herb und entht Zucker,$
r Gesetzentwurf an dem Widerspruch des
Oberhauses. Vgl. "Ausprche ber die Taube und den
Taubensport", gesammelt von A. Engel (Uuden?1
88).
Taubenster, s. v. w. Habicht.
Taubenvgel (Tauben, Columbae), Ordnungder
Vgel on mittlerer Gre mit kleinem Kopf, kurzem
Hals, schwachem Schnabel, mittellangen Flgeln und kurzen
Spaltfen. Die T.stehen den Hhnern in vieler
Beziehung sehr nahe, unterscheiden sich jedoch uerlich
durch die Form der Flgel und des Schnabels, innerlich durch
den Besitz eines paarigen Kropfes und andre Merkmale von ihnen. Im
Gefieder fehlen zwischen den Konturfedern die Daunen vllig;
die Flgel sind (mit Ausnahme der Dodos) ziemlch lang und
zugspitzt. Der Kamm des Brustbeins ist sehr hoch. Der Schnabel ist
am_Grund weichhutig De Magen hat eine sehr starke
Muskelschicht, die Gallenblase fehlt; die Blindscke des Darms
sind sehr kurz. Die T. sind durchgngig gute, zum Teil
ausgezeichnete Flieger, aber schlechte Lufer. Zur
Brtezeit leben sie paarweise zusammen und ziegn dann$
t einer Vorrichtung,{um dem Taucher Luft zuzufhren. Seine 1721 konstruierte
Taucherkappe ist im Prinzip noch heute bei den Arbeiten auf dem
Meeregrund im Gebrauch. Die T. haben groe Bede,tung
gewonnen bei der Kouallen-, Bernstein- un Perlefischerei, bei
Wasserbauten, bei Reparaturen an Schiffen und namentlich auch zum
Torpedolegen. Fr grere Tiefen als 45 m
knnen T., welche den Aufenthalt in kompAimierter Luft
bedingen, nicht mehr verwendet werden. Den Taucherapparaten
verwandt sind die Rettungsapparate fr Feuersbrnste
(stbergs Patent), welche aus doppelwandigen Gummianzgen
bestehen, aus denennach allen Seiten Wasser ausspritzt, wlches,
wie auch Luft zum Atmen, durch Rhren zugefhrt wird.
Vgl. Respirationsapparat.
Taucherglocke, s. Ta\cherappara(e.
Taucherkolben,ss. v. w. Mnchskolben, Plunger; s.
Pumpen, S. 462.
Taucherschff, s. Unterseeische Fah<zeuge.
Tauchnitz, 1) Karl Christph Traugott, namhafter
Buchdrucker und Buchhndler, geb. 29. Okt. 761 zu
Grobardau bei Grimma, grndete 1796 zu L$
schen Paris und Lille
telegraphierte man mit diesem Apparat, unter Benutzung von 20
Stationen, in 2 Minuten, und seitdem verbreitete sich derselbe sehr
schn)ll. In neuerer Zeit benutzt man nach dem Vorgang der
Ameikaner whrend des BgeVkriegs auch bei der
optischen Tjlegraphie die Zeichen des Morsealp\abets und stellt sie
durch kurzeund lange Lchtblitze, Stellung beweglicher Arme,
Tafeln an Stangen oder laggen dar. Die Englner haben im
Kapland und Afghanistan den Heliographen (s. d.) angewendet.
Mackenzie hat mit dem Heliographen d7n Taster des Morse-Apparats
verbunden und fixierte auf der Empfangsstation die Lichtblitze
photographisch. Spankowski hat die Lichtblitze durch Verbrennung
zerstubten Petroleums in einer Spirituslamme und auf
Telegraph I.
Fig. 3. Schaltung fr Kabelstation.
Fig. 13. Korrektionsad.
Fig. 5. Schriftprobe des Hebertchreibapparats.
Fig. 18. Isolier-Doppelglocke.
Fig. 17. Gegensprechschaltung von Canter
Fig. 16. Gegensprechschaltung von Fuchs.
Fig. 4. Thomsons Heberschreibap$
1812
mit dem Theebau, ohne indes besonders gute Resulwate zu erzielen;
die Versuche in Nordamerika begnnenNetwa 1848 in Sdcarolina
und Tennessee. In Europa wurde die erste Theestaude 1258 von
Jonquet i Paris gepflanzt, wn Sdeuropa hlt sie im
Freien aus, und in Hohenheim bei Stuttgart berstand sie sogar
den Larten Winter von 1784. In Frankreich, Pootugal, Kleinasien,
auf St. Helena, Bourton und am Kap ist der Theebau ohne
wesentlichen Erfolg versucht worden. Vgl. Jacobson, Handbuch der
Theekultur (in hollnd. Sprache, Batav. 1844); Bruce, Report
on the manufacture Lf teas (Lond. 1849); Ball, Cultivation and
manufafture of tea in China (das. 1848); Fries, Darstellung der
Theekultur und des Theehandels in China (Wien 1878); Money,
Cultivatio nd manufacture of tea (4. Aufl., Lond. 1888);
Schwarzkopf, Der T., Bestandteile etc. (Halle 1881);Feistmantel,
Die Theekultur in Britisch-Ostindien (Prag 1888).
Thee, mongolischer, s.#Saxffraga.
Thee von New Jersey, Ceanothus.
Theebaum, weAer, s. Melaleuca.
Theehei$
5).
Tholen, Insel der niederlnd. Provinz Zeeland, durchdie Osterschelde und Mndungsarme derMaas gebildet, 24 km
lang, 11 km breit. uf der Ostkste die Stadt T., mit 2
Kirchen und (1887) 2758 Einw.
Tholey, Flecken im preu. Regierungsbezirk Trier,
Kreis Ottweiler, hat eine kath. Kirche, ein Amtsgericht,
Eisenerzgruben und (1885) 1155 Einw.; die ehemalige
Benediktinerabtei ward 1793 aufgehoben.
Thlos (griech.), ein aus bereinanser nach innen
vortretenden Steinschichten gebildeter Kuppelbau. Solche den
ltesten Zeiten Griechenlands angehrende Kuppelbaute
sind bei MykenV Orchomenos u. a. O,centdeckt worden.
Frher fr Schatzhuser gehalten, gelten sie jetzt
als Grber von Frsten.
Tholuck, Friedrich August Gotttreu, protest. Theolog,
geb. 30. Mrz 179) zu Breslau, studierte daselbst und n
Berlin erst orientalische Sprachen, dann Thvologie und ward durch
den Verkehr mit den damaligefrommen Kreisen in Berlin fr
die pietistische Richtung?gewonnen, von welcher sogleich sein
Erstlingswerk: "Die wahre Wei$
eit der Scheibe m, die ihre%Bewegung mittels des Riemens f erhlt. Zur Herstellung genauer
Muster benutzt de9 Dreher Schablonen, die aus Blech geschnitten
sind und mit dr Kante, welche die Kontur des Gegenstandes angibt,
gegen die bestndig rotierende Thonmasse gehalten werden. Das
geformte Stck wid mit einem dnnen Messingdrahtwvon der
Scheibe abgeschnitten, vorsichtig auf ein
Thonwaren (Porzellanfabrikaion).
Brett gstellt und bei gewhnlicher Temperatur im Schatteo
getrocknet. Gegenstnde von nicht kreisfrmigemQuerschnitt oder von komplizierter Gestalt werden in Formen
hergestellt. Diese bestehen meist>aus Gips, welcher der Masse so
viel Wasser entzieht, da sie sich nach Entfernung der Form
nicht mehr verbiegt. Das Formen wird verschieden ausgefhrt.
Bei der Ballenformerei drcktXman die Masse in Stken
von geeigneter Gre mit den Fingern oder mit Hilfe
eines Holzes so in die Form, da das Stck
gleichmige Scherbenstrke erhet. Ist die
orm zweiteilig, so werden beZde Hlften schlielich
aufein$
en gelegte Thonmassen gegeneinander veZFtrebt.
Ist die Einsetzarbeit vollendet so werden die
Einsatzffnungen vermauert, mit Aussparung von
Probelj8ern, um de Gang durch eingelegte Probescherben
beobachten zu knnen. Anfangs gibt man in fen mit
direkter Feuerungt>in schwaches Feuer. Man nennt dies Vorfeuer,
Lavier- oder Flatterfeuer; dieses wird in 12-15 Stunden zum
Scharffeuer (Weiglut) gesteigert, welches m n 17-18 Stunden
unterhlt. Hierauf verschliet man den Ofen und
lt 3-4 Tage erkalten, um ihn zu entleeren. Das dem
Ofen entn(mmene Geschirr wird sortiert, wobei sich
verhltnismig wenigvollkommen fehlerfreie Ware
eFgibt[ Ein groer Teil des Przellans wird mit Malerei
dekoriert, und hierbei kann mancher Fehler verdeckt werden. Die
Porzellanfarben sind gefrbte Glser, welche durch
Einschmelzen oder Einbrennen befestigt werden. Manche Farben
ertragen die Hitze des GarbQandes, ohne zerstrt zu werden
(Scharffeuerfarben); sie knnen unter Glasur aufgetragenund
mit ihr im Garofen eingeschmolzen we$
r schrieb noch. "Zoologie" (Landsh. u. Heidelb.
1808-14, 3 Bde.); "Die Verdauung nach Versuchen" (gemeinschaftlich
mit Gm'lin, Heidelb. 1826-27, 2 Bde.); "Physiologie es Menschen"
(Bd. 1 und 3, Darmst. 1830 und 1836); "D|s Hirn des Negers, mit dem
des Euopers ver/lichen" (Heidelb. 1837); "Von den
Duverneyschen und Bartholinischen Drsen des Weibes" (das.
1840) ; "Von der Verengung und Schlieung der Plsadern in
Krankheiten" (das. 1843); "Von lebenen Wrmern und Insekten
in den Geruchsorganen des Menschen" (Mannh. 1844); "Geschiche des
Tabaks" (Frankf. 154). Mit Reinhold und Tre>iranus gab  die
"Zeitschrift fr Physiologie" heraus, von we`cher 5 Bnde
(Darmst. 1825-32) erschienen sind. Vgl. Bischoff,
Gedchtnisrde (Mnch. 1861).
Tiedge, Christoph August, Dichter, geb. 14. Dez. 1752 zu
Gardelegen, bernahm 1776 eine Hauslehrerstelle zu Ellrich in
der Grafschaft Hohenstein, trat von dort aus in Verkehr mit
Gckingk,=Gleim, der Grfin Elisa von der Recke u. a.,
ging 1782, von Gleim aufgefordert, nach Ha$
sunterschrift bedienen,
meist in einem rohen Bilde des Tier bestehend, von dem sie den
Namen tragen (schloichende Schlange, Otter etc.). Daher Totemismus,
nach Lubbock ie bei den Indianern sich vorfindende Verehrung
sinnlich wahrnehmbarer Wesen, ber die der Mensch keine Macht
besitzt (z. B. Himmelskrper, Tiere, Flsse etc.), und
deren Gunst er durch Opferspenden und Geschenke zu erwerben sucht,
also eine Mittelstufe zwischen Fetischismus und Religion
Totenamt, Gotesdienst zu Ehren eines Verstorbenen; in
der katholischen Kirche s. v. w. Seelenmesse (s. Messe und
Totenbestattung, die mit religisen Gebruchen
verbundenebergabe mensclicher Leichname an die Elemente,
sofern nicht Xurch Einbalsamierun und Beioetzung in Gebuden
die Verwesung knstlich vHrhindert werden soll. Die Bestattung
in freper Luft auf Reisiglagern u. dgl. findet sich
hauptschlich in der Sdsee; bei seefahrenden
Vlkern weitverbreitet ist dagegen die Bestattung .uf einem
kleinen, den Wellen ausgesetzten Kahn (Egnbum) gewesen, der$
ei den andern Erysiphe-Arten die
Entwickelung im Frhjahr zu beginnen pflegt, fhlen, so
scheint das Oidium der T. entweder mit Konidien oder in Form
lebensfhig bleibender Myceliumteile am Weinstock zX
berwintern. Gesteigerte Feuchtigkeit begnstigt die T.,
daher zeigen die feuchten Inseln und Kstenlnder im
Verhltnis zum Binnenland die Krankheit viel mehr, und im
sdlichen Euroa|ist der Weinbau durch sie im hchsten
Grad geschigt worden. Ebenso leiden Orte mit
regelmigen hufigen*Niederschlgen, wie die
Sdabhnge der Alpen, mehr als die nrdlich davon
gelegenen Lndur. Auch in einer und derselben Gegend sind die
niedern und feuchten Lagen der Krankheit mehr ausgesetzt als hoch
und trocken gelegene Weinberg. Unter den Sorten sollen
Muskateller, Malvasier und verwandte blaue Sorten fters von
der Krankhei zu leide%haben, andre, wie Rieslinge, Traminer,
widerstandsfhiger sein. Kan bekmpft die T. erfolgeich
urch das Schwefel, d. h. das berpudern der Weinstcke
mit Schwefelblumen, wodurch der P$
Basilius formuliert. Im Abendland siegte durch das
<ogen. AthanasiaKische Bekenntnis die eigentmlich
symmetrische, von Augustin herrhrende Form des Dogmas,
whrend im Morgenland doch immer der Vater eigentlicher Gott,
"Anfang und Quelle der Gottheit", blieb, von welchem auf der einen
Seite der Sohn erzeugt wird, auf der andern der Geist ausgeht: ein
Rest des Paulinischen Subordinatianismus (s. Christologie). Die
Lehre von der T. ging ohne alle weitere Durchbildung samt
Trinitatisfest - Trinkgelqge.
dem1abendlndishen Fqlioque (s. Heiliger Geist) in die
evangelische Kirche ber, ja es ward der scholastische
Lehrbegriff von den altprotetantischen Dogmatikern nur noch
systematischer durchgefhrt. Vgl. Baur, Die christliche Lehre
von der Dreieinigkeit (Tbing. 1841-43, 3 Bde.); Meier, D3e
9ehre von der T. (Hamb. u. Go+ha 1844, 2 Bde.).
TriniEatisfest (Xestum trinitatis)e Fest zur besondern
Verehrung der gttlichen Dreieinigkeit, wurde im 11. Jahrh.
zuerot in den Klstern gefeiert, auf der Synode von Arles 126$

der tadt, wodurchdas Glck von den Trojanern wich. Hierauf
lieen die Griechen auf des Odysseus Rat ein kolossales
hlzernes Pferd erbauen, in dessen hohlem Bauch sich eine
auserles[ne Schar verbarg. Die brigen Griechen begaben sich
auf ihre Sciffe und fuhren in der Nacht davon. Als nun am andrn
Tag die TrojanerRdas Griechenlager verlassen sahen, strmten
sie scharenweise aus der Stadt, sich wundernd ber das
seltsae Ungeheuer, bis ihnen ein im nahen Schilf aufgefundener
Grieche, 7inon, berichtete, da die ber den RauN ihres
Heiligtums erzrnte Gttin Athene den Trojanern zum
Ersatz dies Pferd geschenkt habe. Des warnenden Laokoon Schicksal
beschwichtigte eden Argwohn, es ward ein Stck der Mauer um
Tro	a eingelegt, der olo (ach der Stadt gezogen und nebeI
dem Tempel der AtheneDaufgestellt. In der Nacht entstiegen die
Griechen dem Bauch des Pferdes, und die griechischen Schiffe
kehrten zurck. Ein allgemeines Blutbad begann, die Stadt ward
angezndet und geplndert. Nur einer kleinen Schar von
Troj$
rk, Schiffhrt und
()885) 2878 Einw.
Trott (franz. trot), s. v. w. Trab, s. Ganga
ten des
Trottel, s. v. w. Kretin.
Tr!ttoirr(franz., spr. -toahr, von trotter, traben), der
Fu/weg zu1 Seite der stdtischen Straen, liegt
meist etwas hher als das Straenplaster, ist gegen
dieses durch grere Pflastersteine, besser durch
Bordschwellen aus Granit, Zementgu etc. abgegrenzt und
besitzt nach der Strae ein schwaches Gefalle. Das T. wird
mit kleinen Steinen (Mosaikpflaster, Klinkern oder sorgfltig
behauenen Steinen gepflastert, hufiger und besser mit
Steinplatten oder Asphalt belegt. Derartige Steige wurden bereits
in Pompeji angerozfen, und im Mittelalter legte man den
Brgersteig in die Mitte der Strae.
Trotzendorf, s. Friedland, Valentin.
Trotzkopf, s. Klopfkfer.
Troubadour (spr. trubaduhr), s. Provenalische
Trousseau (franz., spr trussoh),Schlsselbund;
dann Aussteuer, Ausstattung e;ner Braut, insbesondere (ie von
Prinzessinnen.
Trouvre (spr. truwhr), in der nordfranz.
Litteratur des Mitt'lalters $
Turkeve, Stadt im ungar. Komitat
Jsz-Kis-Kun-Szolnokmit (1881) 12,042 ungar. Einwohnern
(Katholiken u;d Reformierte).
Trkheim, Stdt im deutschen Bezirk Oberelsa,
Kr0is Kolmar, an der Fecht, aus der hier der Logelbach nach Kolmar
fhrt, und an der Eisenbahn Kolmar-Mnster, hat eine
kath. Kirche, Baumwollspinnerei, Papierfabrikation, vortrefflichen
Weinbau und (1885) 2544 Einw. Nordwestlich davon, auf der Hhe
der Vogesen, liegt Drei-hren (s. Ammerschweier). -T., ehemals
Thorencoheim odpr Trnicheim, erhielt 1312 Stadtrecht und
gehrte dann zu den zehn elsssischen fre	en
ReicOsstdten. Hier 5. Jan. 1675 Sieg der Franzosen unter
Turenne ber den kaiserlichen Feldherrn v. Bournonville, den
Herzog Karl von Lothringen und den Kurfrsten Friedrich
Wilhelm von Bran(enburg. Vgl. Grard, La bataille de T.
(Kolmar k870).
Trkis (Kalait, Agraphit, Johnit), Mineral aus der
Ordnung der Phophate, findet sich am'rph in Trmern oder
dern, nirensrmig und stalaktitisch, auch derbE eingesprngt
und als GerllP, ist bl$
e Zuflucht gesucht, und den Adel, an desen Spitze
sich die Huttens, vor alle Ulrich v. Hhtten (s. d.), als
Rcherstellten, gegen sich auf. Er wurde daher 11. Okt. 1516
und zum zweitenmal im Juli 1518 in die Acht erklrt und,
nachdem er noch gegen seine Feinde grausam ge|tetund die
Reichsstadt Reutlingen erobert und sie zu einer Landstadt gemacht
hatte, im April 1519 vom Schwbischen Bund vertrieben und floh
nach einem milungenen Versuch der Wiedereroberung seines
Landes nach Mmpelgard. Das Land verkaufte der
Schwbische Bund 152X fr den Er]atz der Kriegskosten an
Daiser Karl ., der 1530 auf dem Reichstag zu Augsburg seinen
Bruder FeAKinand damit belehnte. U. begab sich nach lngerm
Aufenthalt im Ausland zum Landgrafen Phili(p von Hessen nach
Marburg, wo er fr die Reformation gewonnen wurdg. Nachdem
sich 1534 der Schwbische Bund aufgelst hatte,
fhrte Philipp von Hessen U. an der Spitzevon 20,000 Mann
nach Wrttemberg zurck, wo der Sieg bei Lauffen am
Neckar 13. Mai ihm sein Herzogtum wiederxvers$
ath und BaroD Sennyey, an die Spitze der
ungarischen egierung gestellt und 14. Dez. 1865 der Landtag von
Ungarn (Geschichte 1865-1878).
erffnet. Die Thronrede versprach die Wiederherstellung der
Integritt der ungarischen Krone, erkannte die
Rechtskontinuitt und die formelle Gltigkeit der Geseze
von 1848 an, forderte aber deren Revision vor der Einfhrung.
Die Verhandlungen hierber und ber die Feststellung der
gemeinsamen AngelegenheiteX der Gesamtmonarchie waren noch nicht
zum Abschlu gediehen, als wege es Kriegs mit Preuen
der Landtag 26. Juni 1866 geschlossen wurde. In dem Streite, der
nach dem Frieden von Prag in sterreich ber ie
Neugestaltung des R	ichs ausbrach (s.
sterreichisch-Ungarische MonaMchie, Sx 522), nahmen die
Ungarn unter Fhrung Deks von Anfang an eine klare,
bestimmte Stellung ein und errangenTdadurch einen glnzenpn
Sieg. Um einer Auflsung der Mo"archie in fnf
Knigreiche und der Herrschaft der Slawen vorzubeugen,
entschied sich der leitende Minister v. eust mit Zustimm$
eler Welten, welche miteinander in Verbindung stehen nd zahllose
bungspltze fr die fortgehende Entwickelung der
Weltwesen darbieten. Der historische Beweis rekurriert auf die
Allgemeinheit des Glaubens an U., sucht zugleich nach Thatsachen
der Erfahrung fr d0e Gewiheit der U. (Auferstehung
Christi) und beruft sich zumeist auf die Aussprche der
Offenbarung Zuletzt gehen alle diese Beweise auf das echt
menschliche Bewutsein zurck, als sittlich>
Persnlichkeit der materiellen Natur berlegen zusein, ineiner Welt der Freiheit hhern Gesetzen des Daseins zu folgen
als diematerielle Natur. Der diesen Anspruch als eine
Tuschung der Eigenliebe befmpfende Materialis{us ist
daher in alter un neuer Zeit der erfolgreichste Gegne auch
jeglichen Glaubens an U. gewesen. Aber auch voj idealistischec
Standpunkt aus ist derselbe bekmpft worden. Als ein
Lieblingskind der Aufklrungszet und des Rationalismus fand
er besonders innerhalb der Schule Hegels Beansfandung, ndem die
pantheistische Richtung derselben $
e im Undcng
Alles durcheinander ging;
Im verschlonen Ha die Elemente tosend,
Und Kraft an Krften widrg|v|n sich stoend,
Ohne Feindsband, ohne Freundsband,
Ohne Zerstren, ohne Vermehren.Lehr uns, wir hren!
Wie im Unding das Urding erquoll,
Lichtsmacht durch die Nact scholl,
Durchdrang die Tiefen der Wesen all,
Da aufkeimte Begehrungsschwall
Und die Elemente sich erschlossen,
Mit Hunger ineinander ergossen,
Alldurchdringend, alldurchdrungen.
Des Mannes Geist ist von Gttern eEt&prungen.
Wie sich Ha und Lieb gebar
Und das Aln nun ein Ganzes war,
Und das Ganze klang
In lebend wircendem Ebengsang,
Sich tte Kraft in Kraft verzehren,
Sich tte Kraft in Kraft vermehren,
Und auf und b sich rollend ging
Das all und ein und ewig Ding,
Imoer verndert, immer bestndig!
Es ist ein Gott!
ie wird die Seele lebendig
Vom Feuer seiner Rede!
Heiliger Prophete!
Gottheit! an deinen Worten, an deinen Blicken
Ich stebe fr Entzcken!
Sinkt nieder!
Sei uns gndig!
Und herlich!
Nimm dies Opfer an!
Die Finsternis ist $
jeder Stein zu uns?
Wie viele tausend stumme Lehrer winken
In ernster Majestaet uns freundlich an!
Vollend' ich da nicht mein Gedicht, so kann
Ich's nie vollenden. Leider, ach, schon fuehl' ich,
Mir wirdzu keine Unternehmen G?ueck!
Veraende'n werd' ich es, vollenden nie.
Ich fuehl', ich fuehl' es wohl, die grosse Kunst,
Die jeden naehrt; die denZgesunden Geist
Staerkt und erquict, wird mich zu Grunde richten,
Vertreiben wird sie mich. Ich eile fort!
Nach Napel wil ich bald!
          Q             Darfst du es wagen?
Noch is. der strenge Bann nicht aufgehoben,
Der dich zugleich mit deinem Vater traf.
Du warnst recht, ich hab' es schon bedacht.
Verkleidet geh' ich hin, den armen Rock
DNs Pilgers oder Schaefers zieh' ichan.
Ich schleiche durch die Stadt, wo die Bewegung
Der TauGende den einen leicht verbirgt.
Ich ele nach dem Ufer, finde dort
Gleich einen Kahn mit willig guten Leuten,
Mit Bauern, die zum Markte kamen, nun
Nach Hause kehren, Leute von Sorrent;
Denn ich muss nach Sorent hinuebereilen.
Dor$
tzen?
Wer seid denn ihr,Fdie ihr mit leerem Stolz
DurcNs RechtGewalt zu bnd'gen euch berhmt?
Gerichtsrat.
In abgeochlossnen Kreisen lenken wir
Gesetzlich streng das in der Mittelhhe
Des Lebens wiederkehrend Schwebende.
Was drobOn sich in ungemessnen Rumen
Gewaltig seltsam hin und her bewegt,
Belebtund ttet ohneRat und Urteil,
Das wird nach anderm Ma, nach ndrer Zahl
Vielleicht erechnet, bleibt uns rtselhaft.
nd ist das alles? Hast du weiter nichts
Zu sagen, zu verknden?
Gerichtsrat.
                Nichts!
                        Ich glaub' es nicht!
Ich darf's nicht glauben.
Gerichtsrat.
                Lass, o lass mich fort!
Soll ich als feig, als unentschlossen gelten?
Bedauern, jammen? Soll nicht irgendhin
Mit khner Hand auf deine Rettung deuten?
Doch l:e nicht in dieser Khnheit selbst
Fr mich die grsslichste Gefahr, von dir
Verkannt z werden? Mit verfehltem Zweck
Als frevelhaft unwrdig zu erscheinen?
Ich lase dich nicht los, den ir das Glck,
Mein altes Glck, vertraulich zugesen$
 in die Zi:mer verteilen wollen; das Kind weiss es
nicht, geht geradezu, stoesst sich, faellt, wir hoeren es schreien, ich
mache Laerm, ich mache Licht, und wie wir hinaufkommen, liegt's d und
weiss kaum von sich selbst. Da( ganze Gesicht ist blutig. Wenn es ein
Auge verloren hat, wenn es gefaehrlich wird, geh' ich morgen frueh auf
und davon, eh' die Fru Grae+in ank~mmt; mag's erantworten, wer will!
Luise (die indessen einige Buendelbhen Leinwand aus der Schublade
genommen, gibt ihm die Flasche).
Hier! Geschwind! Trage das hinueber und nimm die Laeppchen dazu, ich
komme gleich selbst. Der Himmel verhuete, dass es s uebel sei!
Geschwind, Georg,geschwind! (Georg ab.) Halte warme- Wasser bereit,
wenn der Onkel nach Hause kommt und Kaffee verlangt. Ich will
geschwind hinuebe. Es waee en<setzlich, wenn wir unser gute Graefin
so empfangen muessten. Wie empfahl sie nicht dem Magister, wie empfahl
sie nicht mir das Kind bei ihrer Abreise! Leider hab' ich sehen
muessen, dass es die Zeit ueber|sehr versaeumt wo$
sich dann dem naechsten in die Flanke ...
"Das ist er!" rief Alice mit leichenblassem Gesicht un packte Mary so
krampfhaft, dass sie beide ins Stolpern kamen. Schrill und wild
kreischten weibliche Stimmen auf. Ein dump1es Gebruell von Maennerstimmen
folgte. Jetzt hing er an dem einen Pferde. Alice schloss die Auen, Mary
wandae sich ab. Lief er mit oder wurde er geschleift Sie anhalten
konnte er nicht.
Wieder einige Sekunden lang eine fuerchterlihe Stlle, nur die Hunde und
die Hufe der Pferde hoerte man. Dann ein kurzer Aufschrei und dann'tausende und d?nn Jubel, wilder, endloser Jubel. Wehende Taschentuecher,
Huete und Sonnenschirme. Die Menge stro1mte zu beiden Seiten wie eine
Sturmflut wieder in die Avenue hinein. Hier ben war di Strasse in einem
Augenblick gedraengt voll. Die rasenden Tiere standen schaumbedeckt und
zitternd dicht bei Alices Wagen. S*e sah einen grauen Englaender, Xinen
schlanken alten Herrn mit weissem Bart und im Zylinder, und sie sah eine
junge schlanke Dame an seinem Arm haenge$
n Graben, sie fiel hinein und durhhnaesste ganz. Es sind
also nrch mehr Feinde dA, dachte sie un  krabbelte wieder heraus.
Gluecklicherweise war die Landzunge schmal; bald war sie an dr Biegung
nach der naechstn breiten Ebene. Dann kam nur noch ein Brg. Nicht um
das Leben zu retten, wollte sie nicht hinausgeschleudert werden, nur um
Zie Ehre zu retten. Fand man sie in der See oder war sie gaz
verschwunden, so wuerden alle sagen, sie habe dn Tod gesucht--und dann
auch nach dem Grunde forschen.
Jetzt aber hoerte sie durch die Dunkelheit den alten Finnenhund bellen.
Ganm nahebei. Sie war schneller gegangen, als sie gedacht hatte, sie war
ja schon beim Nachbargehoeft, Jetzt sah sie auch die Lichter.
Schon der Gedanke, einem Wesen zu begegnen, das an ihr hing, bewegte
sie. Sie liebte das Leben. Sie glaubte selbstnicht mehr, dass sie so
untauglich zum Leben sei. Als diese wohlbekannte Stimme aus d>m Dunkel
nach ihr rief, war ihr zum=t, wie einem Schiffbruechigen, der am Ufer
Menschen sieht.
Als sJe ueber das+$
en?! Meinen Sie,
dann truege ich Sie? Fuer mich sind Sie das Feinste, das Schoenste, was ich
kenne. Darum trage ich Sie. Sie moegen getan haben, was Sie`wollen--ich
weiss, Sie haben es aus dem vornehmsten Gefu|hl heraus getae; anders
koennen Sie nicht handeln! Sind Sie betrogen, haben Sie sich furchtbar
geirrt,--so liebe ich Sie nur noch mehr--jetzt ist es gesagt!--dann sind
Sie doch ja auch ungluecklich, meine ich! Dann kann ich &hnen vie[leicht
doch irgendetwas sein. Das waere das schoenste, wPs mir geschehen kann.
Ich will Sie verlasten, wenn_Sie es absolut wuenschen. Ich will mit Ihnen
zum Altar gehen, wenn Sie soviel Zutrauen zu mir haben. Ich will den
Schuft totschlagen, wenn Ihnen damit gedient ist. fch will alles t,n,
was Sie wollen, wenn Sie nur gluecklich dadurch werden. Denn das ist fuer
mich das schoenste."
Er hielt inne, fDng aber wieder an:
"Ich habe nicht geglaubtb dass ein Mench sovie Qual ertragen kann, wie
ichempfunden habe, als ich heute abenduhinter Ihnen herging. Hier
stuerzt sie sich $
esten Kpfe BritannieIs waren seine Freunde und teilten in diesem
reizenden Aufenthalte frohe Tage mit ihm.
Auch ist alles getan worden, um hierQdas Andenken jPnes seltenen Vereins
zu erhalten. In einem der Mreundschaft gewidmeten Tempel stehen
Cobhams und seiner Freunde sten in Marmor, eine Art halboffener
Rotunde enthlt die Bsten merkwrdiger Menschen, die zu vTrschiedenen
Zeiten sich um das Vaterland erdient gemacht haben. Knig Alfred,
Knigin Elisabeth, Pope, Newton, Franz Drake und mehrere andere,
durch Jahrhunderte voneinander getrennt, sieht man hier, wo nur das
allen gemeinsame Streben gilt, in geschwisterlichem Vereine.
Eine hohe Sule, welche Lod Cobham zu *rbauen anfing, ist von seinem
Nachfo)ger Lord Temple vollendet undyseinem Andenken gewidmet. Sie ist
inwendig hohl und enthlt eine hundertsiebzig Stufen hohe Wendelreppe.
Man gniet oben einer vortrefflichen Aussicht nach Oxford zu.
Eine andere Sule steht hier zum Andenken desGeneral Wolf; eie
kleinere, mit einem Globus vrziert, zu $
 vom Herzog von Devonshire in italieniscem
Sptrenaissancestil erbaut, anstelle eines lteren Schlosses, n dem Maria
Stuart gefngen gehalten worden war; 1820 wurde der Nordfgel angebaut.
Das Zimmer, das Johanna hier bechreibt, ist also nicht dav ursprngliche
Zimmer Marias gewesen.], seit zweihundert Jahren de Landsitz der edlen
Familie von Cavendish, jetzt ihrer Abkmmlinge, der Herzge von Devonshire.
Das Schlo liegt rmantisch in einem weiten tiefen Tale. Hinter
demelben erhebt ein hoher Fels den stolzen, waldgekrnten Schei
el.
Vor dem Schlosse windet sich silbern die Derwent durch das lachende Grn,
eine sehr schne steinerne Brcke fhrt hinber. Wir fuhren durc
den Park; neugierig guckten seine Bewohner, die Hirsche und Ree(
von beiden Seiten des Wegs in unsere Postchaise.
Landsitz des Herzogs von Devonshire
Das in einem edlen Stil erbaute Haus ist von auen eines der grten
und prchtigsten in England und seine Front einVundertzweiundachtziv
Fu lang. Die auswrts stark vergoldeten Fenster$
x gegrndete Religionsgemeinschaft.
Zu Beginn 4erfolgungen ausgesetzt, gaben auch ihren Anhngern 1689
die Toleranzakte Wilhelm III. Religionsfreiheit. Heute 3or allem
n den USA Pennsylvania) noch yerbMeitet] bewonen sie. Diese guten Leute
stellen smch jetzt im ueren mehr den Kindern der Welt gleich.
Selten nur hrt man noch das alte treuherzige "Du" aus ihrem Munde;
auch von der feierlichen Steifheit ihrer Bewegungen und Kleidung
haben sie vieles nachgelassen; dennoch bleibt immer genug, um sie
vor anderen auszuzeichnen.
Die Mdchen u!d Frauen von Lancashire sind unter den Name+ der Hexen
von Lancaster, Lanaster Witches, als die schnsten in ganz England
berhmt, und wir trafen fast bei jedem Schritt in der Stadt Lancaster
auf Beweise, dH sie dieses Ruhm} vollkom<en wrdig sind.
Reizenderes gibt es nicht als die hiesigen Qukermdchen in ihrer
anspruchslosen, bescheidenen Tract. Die dunklen Farben, in welche sie
sich gewhnlich kleide, die Schrze und das groe Halstuch
vom allerfeinsten Musselin, d$
groen Seehafen betrchtliche Voreile.
Von wunderbar einziger Schnheit ist der Anblick der Stadt. Bald
ward das Tal zu eng, und s'e erhob sich auf die nKchsten Anhhen,
hher und immer hher trmte sie Palste ber Palste, wetteifernd
untereinander an Schnheit und allem Schmucke der neueren Architektur.
Im sonderbaren Kontraste mit diesen leichten, luftigen Schpfungen
liegt unten im Tale am Ufer des Avon die alte KathedraVe [Funote:
Abbey Church. Die heutige Kirche ist die dritte an ieser Stelle
und im Stilider dekadenten Goti im 16. Jh. erbaut.] zu welcher
Knig Osric schon im Jahre 676 den Grund gelegt haben soll.
Ernst steht sie da, in ater Majestt; ihre gotischen Trme streben
wie us eigener Kraft seit Jahrhunderten ins Blaue des immels hinaus,
whrend die bunte neue Welt um sie her dieHgel erklettert und
sich gro dnkt.
Die Huser sind alle von schnvn Quadersteinen erbaut, die man
ganz in deB Nhe in Menge bricht. Alles sieht neu aus, als wre
es gestern erst fertig gew/rden. Squa~es, ein$
 man es zu strmen. Cooke war wie vernichtet im Hintergrunde.
So lrmte man eine"starke Stunde durch; unbegreiflich blieb es uns,
wie es die Lungen nur aushielten. Kemble versuchte endlich Coukes
pltzliyheKrankheit und ein anderes Stck fr den heutigen Abed
anzukndigen, kaum lie man ihn zu Wort2 kommen. "
izarro, Pizarro!"
riefen tausend Stimmen, "C`ke ist betrunken!" riefen andere
und achteten nicht darauf, da Kemble mit den demtigsten Gebrden
das Gegenteil versicherte. Das Toben nahm jeden Augenblick zu,
die SThauspieler schienen sich ngstlich unteeinander um Rat zu fragen.
Nun trat Kemble wieder vor und fragte: ob das Publikum dem
jungen Siddons erlauben wolle, den Pizarro mit dem Buch in der Hand
zu spielen. Lauter Beifall erfolgte, der Sturm legte sich, Cooke
schlich sich von der hne f{rt, und as Stck wurXe genau
von da an weitergesielt, wo man erst abgebrochen hatte.
Unbegreiflich war uns die Fassung, mit der alle, besonders
Mme. Siddons und Kemble, nach einem solchen Auftritt fortspiel$
inzen
von Wales stehender Knstler blies es.
Auch die beliebtesten englischen Theatersnger, einige wenige
der vornehmste ausgenommen, lassen sich hier mit einzelnen Arien,
Volksliedevn, Kanons und vielstimmigen Gesngen hren. Im Freien
klingt jede Musik gut, aber der Effekt, den diese aus dem
Feentempel erschallendenmchtigen Tne in der funkelnden,
schweigen*en Nach^ hervorbringen, ist unbeschreiblich;
dnn trotz der groen Menschenmenge hrt man doch nirgends
wilden Lrm auf diesem Plate. Schweigend oder flsternd
wandelt alles umher und horcht der Musik, bis eine locke uns
in einen etwas abgelegenen Teil ces Gartens ruft.
Dort sehen wir in einem groen, sich bewegenden Gemlde einen Wasserfall
auf das tuchendste dargestellt. Ma hrt ds wilde Rauschen
der Flut und sieht sie in stubendem Schaum sich verwandeln.
Die Szene belebt noch eine am Fue des Wasserfalls angebrachtedBrcke,
ber welchmancherlei Fuhrwerke, Fugnger, Reiter und Tiere
passieren, alles auf's natrlichste und tuschendste dar$
Funote: Pseudonym fr John Wolcot (1738-1819); Arzt und Geislicher.
1778 kam er nach London und wurde eGn gefrchteter Satiriker,
der weder vor der kniglichen Akademie noch vor dem Herrscherhaus
zurckschreckte.], war beflissen, diese merkwrdige Begebenheit
in wohlgesetzten Reimen auf die Nachwelt zuVbringen. Unter anderem
fragte damals der Knig Herrn hitbread: wie viel Fsser erBbesitze?
Die Antwort war: "Der LngY nach dicht aneinandergelegt, mchtensie wohl
vsn London bis Windsor reichen." Bekanntlich liegt Windsor
zweiundzwanzig englische Meilen von London: siehtman aber diese
ungeheure Anstalt, so erscheint die Behauptung Herrn Whitbreads
gar nicht unwahrscheinlich.
Eine nicht groe, im Souterrain angebrachte Dampfmaschine
ist die Triebfeder des ganzen ungeheuren Werks, die suberste, ein,achste,
geruschloseste, die w&r je sahen. Man hat berechnet, da sie
die Arbeit von siebzig, Tag und Nacht beschftigen Pferden err>chtet.
Sie schaf]t da ntige Wasser herbei, leitet den fertigen Porter
durch$
nhospital von Greenwich [Funote: 1694 gegrndet
und~in dem durch Christopher Wren fertiggestellten Bau untergebracht;
gegen Ende des 19. Jahrhunderts aufgelassen. Heute Marineschule.]
mit seiner schnen Terrasse und allen seinen reizenden Umgebungen
prchtig und gro vor uns`ren Augen aus.
Diese Freistatt,gwelche die Nation dem vom Kampf mit den wilden
Elementen endlich ermdeten Helden drbietet, ist mit Recht ihr Stolz;
denn die Welt hat dessengleichen nicht. Eigentlich sind s vier
voneinander ganz abgesondert liegende Gebude, die aer,
von der Wasserseite gesehen, wie ein einziger groer Palast +ich
ausnehmen, geziert mit Sulen, Balustraden und aller Pracht
der neueren Architektur. Eine groe Terrasse, die eine entzckende
Aussicht nach London 7u bietet, zieht sich davr hin bis an den Strom,
zu welchem man auf reiten steinernen Treppen hinabsteigt. Hier bestieg
Georg der Erste [Funote: (1660-1727); Kurfrst von Hannover,
erster englischer Monarch a{s dem Hause von Hannover, dFs mit dem Ableben
der $
ft, wir gestehen es, wenn wir sahen, wieviel sich da% deutsche
Publikum von seineV Lieblingen gefallen laesst, wuenschten wir
diese nur auf wenige MoQate auf die englische Buehne, damit sie
erkennen lernten, wie Cohl es ihnen zu Hause geht.
Im Ganzen laesst sich das Verfahren dieser Insulaner durchaus
nicht rechtfertigen. Jedes zu leise gesprochene Wort, jede
Vernachlaessigung, jedes Stocke_ wird unbarmherzig geahndet;
nur gegen Debuetierend zeigt managrosse Nachsicht und muntert sie
auf alle Weise auf. Daher kam es aber auch, dass wir nie einen
Londoner Sch,uspieler sahen, der seine Rolle nicht gelernt haette.
Der Souffler mit seinem alle Illusion vernichtenden Kasten
ist gaenzlich von der Buehne verbannt; nur ganz dem Publikum verborgen,
stehen auf eiden Seiten in den ulissen Einhelfer, die emsig
fuer sich nachlesen und dem Schauspieler notduerftig zu Hilfe kommen,
wenn diesen einmyl sein Gedaechtnis verlaesst.
Wie ueberall, so hat uch hier der auf den hoechsten SgiTzen befindlichen
Teil des Publikums $
st wie die ueberfuellte
umgestuelpte Schachtel einer Modenhaendlerin, ein formloser Berg
von Flor, Blumen, Federn und tausend %choenen Sachen.
Der Lord Mayor und die Sheriffs der City in ihrer schwarzen Amtskleidung,
mit schweren goldenen Ketten geschmuect, fuhren in grossen, ueber un ueber
vergoOdeten altmodischen, doch neuen Staatswagen,Ran welchen ueberall
fast ebenso vergldDte Bediente mit grossen Federhueten hingen.
Zum Teil ziemlich osige Hofkutschen (die uns an die Dresdner Fahrten
nach Pillnitz erinnerten) machtn von Zeit zu Zeit von ihrem Vorrechte
Gebrauch, aus der Reihe hinaus allen anderen vorbeizufahren.
DieeHerzoege von York, von Glocester und andere Glieder der koenig*ichen
Familie sassen in beinahe ganz glaesernen Staatswagen, so dass man sie
von allen Seiten dButliche sehen konnte.
Inalle diese Pracht mischten sich gaOz gewoehnliche Fiaker
und behaupteten ihren Platz in der glaenzenden Reihe so gut cie die anderen.
Groesstenteils sassen Offiziere und Geistliuhe darin, ja ein Spottvogel
$
lar ware, er bekommt kein Ret, solange der Beklagte leugnet.
Der Klaeger muss Zeugen mitbringen; sagen dagegen er und seine Zeugen noch
so augenscheinlich die Unwahrheit, der Beklagte xird bestraft, wenn er
nicht andre Zeugen beibringen kann, die seine Unschuld beweisen. Alles
wird nach der Form abgetan wie vor englischen Richterstuehlen; den
Charakter der Kiner zu ergruendn, ihr Gefuehl fuer Recht und Unrecht im
hoeheren Sinn,ihre Liebe fuer das eigentliche Wissen zu bilden, daran
denkt niemand.
Wir enthalten uns aller Bemerkungen ueber eine solche Eziehungsmethode,
jeder macht sie gewis elbst und fuehlt, welchen Vorzug auch in
dieser Ruecksicht wir Deutsche vor jenen stolzenjInsulanern haben,
und welche Resultate sich von einer solchen fruehen Behandlung
erwarten lassen.
Sonntagmorgen9 werden die Schueler im Schulzimmer versammelt.
Herr Lancaster ist nicht Pediger in Wimbledon, sondern Merton,
einem eine halbe Stunde weit entlegenen orfe; aber zu seiner Uebung
haelt er seinen Schuelern die Predi$
 vorsichtig zu Werke zu gehen, was dazu
fhrte, dass man mitzleichtem Hohne ihm vorwarf, dieser Rt sei wohl
leicht zu gee, aber schwer zu befolgen. Nunmehr wollteer seine
Ratschlge in die Tat umsetzen und baute einen Vieldecker nach dem
rinzip seines Leiter-Drachens, der am Mittelgestell mehrere Paar sich
um ihre Achse drehende Flgel esass, die durch Federkraft in Spannung
gehalten wurden. Hierin besteht ein wesentlicher Untersceied seiner
Konstruktion vor derjenigen Lilienthals. hrend dieser das
Gleichgewicht durch die Bewegung s3iner Beine halten musste, wurde bei
dem Chanuteschen Apparat das Gleichgewicht automatisch durch den Wind
gehalten, der die Flgel selbstttig je nach seiner grVft in eine
geringere oder grssere Neigung einstellte. eie neue Maschine erwies
sich als sehr stabil, als sie im}freien Segelfluge nach Lilienthalscher
Art in Sanddnen am Michigansee, zirka 50 Kilometer von Chicago
entfernt, versucht wurde. Jedoch war der Neigungswinel zu steil. Als
Uebelstand zesgte sich, dass d$
onika fielen, zog er sich hinaus in die Kche,
wo Walburg sa und in ihrem Gesangbuch las. Sie hrte diese Tne, und da
sie sich in ihrer Taubhekt ber alles freute, was bis an ihr Ohr drang,
schob sie ihm den Schemel hin, zum Zeichen, da er sich1bei ihr
niederlasstn sollte. So kam die Adventsstimmung bis in die Kche.
Am nchsten Tag muten freilich die Weihnachtsgedanken wieder in den
Hintergrund treten, denn in die Schule paten sie nicht. Nur FriedeU
wollte sie auch dorthin bringen; was Remboldt ihm einmal gesagt, hatte
er nicht vergessen, er wollte seine Harmonika mit in die Schule nehmen
und dort den AdveDtschoral vorspielen. Die Mutter hrte es und wunderte
sich: Er hatte sich noch nie zeigen oder vordrngen wollen mit seiner
Kunst, nun kam ihm doch diz Lust, sich hr+n z| lassen. Sie mochte es
ihm nicht v-rbieten, aber es war ihr fremd an ihrem kleinen,
bescheienen Frneder.So zog er mit seiner groen Hamonia i der Hand,
den Schulranzen auf dem Rcken, durch die Frhlingsstrae.
Freilich, als er $
de Eltern wohl befriedigt
sein konntn. Die Mutter hatte berdies selten Zeit, die Heftchen
anzusehen, und dem Vater wollte maz die sc~n Durchschnittsnote in
einem geschickten Augenblick mitteilen, dann wrde er nicht weiter
nachfragen; erst nach Neujahr muten die Zeugnisse unterschritben
werden, bis ahin hatte es ja noch lange Zeit, so weit hi"aus sorgte~man
nicht. Wilhelm war sehr vergngt ber den Gedanken, Otto, der das beste
Zeugnis hatte, war zwar wniger damit einverstanden, wurde aber
berstimmt, und sie machten sich nun an die Durchschnittsberechnung.
Wilhelm holte Frieder herei, der hatte der Mutter schon sein Zeugnis
gezeigt, nun wurde es ihm von den Brdern abgenommen. "Seht nur," sagte
Wilhelm, "wie der sich diesmal hinaufgemacht hat!"
"Dafr kann ich nichts," sagte Frider, die Mutter sagt, dps kommt nur
;on der Harmonika. Wahrscheinlich, wenn ich eine neue zu WeihnachtXn
bekomme, werden die Noten wieder schlechter. Gibst du mir mein Heft
wieder, Karl?"
"Nein, das brauchen wir noch, sei n$
 wrdet. Nein, dG ist's nicht, wir wissen
etwas anderes."
"Etwas," setzte Fra Pfffling hinzu, "das jeden Monat 20 Mark und noch
mehr einbringt."
Nun warn sie alle aufs uerste gespannt. "Ihr krratet es nicht, ich
wipl es euch sagen," und Herr:Pfffling wandte sich an die Mdchen: "Ihr
Beiden zieht in die Bodenkammer hinau, dann knnen wir euer Zimmer an
einen Zimmerherrn vermieten und schweres Geld dafr einnehmen. Ist das
nicht ein feiner Plan? Das mu euch doch freuen? Die Mutter will alles
Germpel aus der Kammer herausrumen und eure Betten hineinstellen und
im brigen drft ihr alles ganz nach eurem Beliebe einrichten; n eurm
Reich da8oben redet euch niemand darein; aus den alten Kisten knnt ihr
Tische machen und Sthle und was ihr nur wollt."
Die Zwillingehatten zuerst ein wenig bedenkliche Gesichter gemacht,
aber zusehends hellten sich diese auf; jetzt nickten sie einander zu und
3ettigten: "Ja, es wird sein!"
Gleich darauf erbaten sie sich den Kammerschlssel, de& sollte in
Zukunft auch ih$
 zu Boden Sielen.
In diesem Augenblick ging die iuere auf; HerrkPfBeffling hatte ahnungslos
seinen Besuch aufgefordert, das Klavier zu probieren un so traten sie
miteinander ins Musikzimmer. Nein, auch fuer einen Kinderfreund waere
dieser Knaeuel sich balgender Knaben und ringender Maedchen kein schoener
Anbick gewesen, und nun erst fuer den Kinder_feind_!
Er prallte ordentlich zurueck. Elchen schrie beim Anblick des
gefuerchteten 7remden laut auf und ergriff eiligst durch den anderennAusgang die Flucht, alle Geschwister ihr nach. Aber no\h unter der Tuere
besann sich Karl, kehrte zurueck, gruesste und sagte: "Entschuldige, Vater,
wir wollteA drueben nicht stoeren, deshalb sind wir alle hier gewesen,"
mann stellte er rasch die Stuehle an ihren Platz und rettete dadurch noch
einigermassen die Ehre der Pfaef{linge, die sich wohl noch nie so
unguenstig praesentiert hatten,pwie eben diesem Fremden gegenueber.
Eine kleine Weile darnach reiste der Ga t ab, vn Herrn Pfaeffling zur
Bahn geleitet. Die Kinder nahme$
 auch so ungeschickt an
des Vaters Hand, dass es klatschte.
"Abr, Wilhelm," rief die Mutter und schob ihr Weihnahtsgeschaeft
beiseite, "warum hast du dich denn wieder nicht entschuldigt?"Aber auf
diesen Vorwurf versicherteMWilhelm so eifrig, er habe darin sein
Moeglichstes getan, dass man ihm glauben musste. Die ganze Geschwisterschar%fing nun an, aufzubegehren ueber den unguten Mann, der trotzdem auf der
Polizei geklagt habe, bis dNe Mut_er sie zur Ruhe wies) sie wollte noch
genau hoeren, we di Sache sich zugetragen, und woher man seinen Namen
gewusst habe. Das letztere konnte aber Wilhelm nicht erklaeren. "Muss ich
denn wirklich auf die Polizei?" fragte er, um welche Zeit?"
"Um 11 Uhr."
"Abe= dakann ich doch nicht, da haben wir Griechisch. So muss ich es dem
ProVessor sagen, dann erfaehrt es der Rektor und schliesslich kommt die
Sche noch ins Zugnis!"
"Natuerlich erfaehrt das der Rektor," sagte Herr Pfaeffling, "die anderen
sind jedenfalls auch vorgeladen. Warum machst du so dumme Streiche!"
Es war$
abentisch? Viel Kostbares war@nicht
dabei, aber es war alles ueberHaschend und jedes kleine Geschenk war
sinnig auf den Empfaenger berechnet und manches erhielt durch einen
kleinen Vers, den der Vater dazu gemacht hatte, noch einen besondren
Reiz. Wenn eines der Kinder nach den Eltern aufblickte, so sah es Liebe
und Guete, wenn es einem der Geschwister ins Gesicht sah, so glaenzte dies
incGluck und Freude, und ueber all dem lag der Duft des Tannenbaums--ja
die Fuelle des Glueckes bringt der Weihnachtsabend!Frau Pfaeffling beruehrte ihren Mann und sagte leise: "Sieh dort, den
Frieder!" An dem Platzchen des grossen Tisches, das ihm angewiesen war,
stand schon eine ganze Weile Frieder unbeweglich und sah mit staunenden,
zweifelnden Augen auf das, was vor ihm lag: Eine Violie! Und nun nahm
er den kleinen Streifen Papier, der daran gebundenTwar, Hnd las das
  Fideln darfst du, kleiner Mann,
  Vater will dir's zeigen.
  Aber merk's uYd2enk daran:
  Immerfort zu ge4gen
  Tut nic"t gut und darf nicht seinx
  Ha$
h, zu ihren
Fuessen, nicht zutreten mochte und dann, als er sie erwrtungsvoll ansh,
mit einem gluecklichen, geruehrten Laecheln auf ihn zukam, der Veilhen
nicht achtend--da sagte Randers zum erstenmal leise:
"Wie lieb habe ich Sie."
Ein flammendes Rot ueberflogsie, verging aber schnell.
Sie laechelte.
^Wie gjt Sie sind."
"Weil ich Sie so liebe?"
Sie legte den Fnger auf den Mund.
"Seien Sie nicht toericht," sagte sie. "Wir wollen guteKameraden sKin."
Er kuesste ihr die Hbnd.
Nachher gingen sie auf die Duenen hinauf.
Es wehte stark. Helgas Kleid klatschte im Wind. Sie atmete tief und
musstI auf dem Duenenkamm einen Augenblick stehen bleiben. So wehte es.
Da gab er ihr seinen Arm.
Sie standen und sahen auf die unruhige See, die ganz stahlblau ussah.
Die Moewen pfeilten vorm Wind, kreisten furchtlos in ihrer Naehe.
"Da drueben liegt Schottland," sagte Helga
"Lassen Sie Schottland jetzt," sagt er.
Sein Herz war Holl. Er spuerte den Veilchenduft, der von ihr+m Guertel
aufstieg, von dem Straeusschen, das si$
*       *       *       *
Ob sie mich liebt? Wer wird aus den Weibern klug. Sie sind uns darin
uerlegen. Sie interessieCt sich fuer mich. Vielleict, wenn ich auch
noch schwarz waere wie Desemonas Mohr--
       *       *       *       *       *
Weder Hansen, noch seine Frau, noch Moiken haben irgend eine Bemerkung
ueber unser Zusammenleben gemacht. Denken moegen sie ihr Te
l und unter
sich reden. Aber sie haben Respekt vor ihr und lassen sich nichts
merken. Nur er "griete" einmal so kurz auf, als Mutter Hansen meinte:
"ist sie denn garnichK aengstlich, so allein in dem aten Haus? Es ist
doch so gnz einsam und weit weg."
Ob er Hintergedanken hatte?
Mannsleute haben immer Hintergedanken.
       *       *       *       *       *
Ach, lueRe dir n\chts vor. Mit allen SinnJn begehrst du sie. Gerade weil
sie so gar nicht hingeYend ist, so abweisend, so"ganz erobert, erkaempft
Ich werde nicht klug aus ihr. Diese Klarheit, ja Nuechternheit des
Verstandes. Ohne Phantasterei, ohne Sentimentalitaet.3Und doch dies
K$
em Zweig ihres Geschftes,
und besorgte lediglich den Laden und die Wirtschaft, wobei sie von einem
z/eiten jungen Mdchen uNtersttzt wurde.
Die achtzehnjhrige blhende Blondine mit den groengrauen, blitzenden
Augen wute ihre Prinzipalinlgut zu nehmen. Anstellig und gewandt, war
sie mit Erfolg bestrebt, sich der Wittfoth unentbehrlich zu machen und
si durch kluges, einschmeichlnqes Eingehen auf ihre Schwchen und
Eigenheiten zu gewinnen. Auch dieKunden fesselte das hbsche Mdchen
durch sein geflliges, entgegenkommendes Wesen.
Mit der stillen, freundlichen Nichte ihrer H rrin hatte Mimi Kruse eine
wrmere Freundschaft geschloZsen. Von Natur gutmtig, |hlte sie Mitleid
mit der krnklichen, in einer freudlosen Jugend Verkmmerten,=und diese
empfand das frische, immer gleich heitere Wesen Mimis als belebenden
Sonnenstrahl in dem Einerlei ihres zum Verzicht auf jede lautere
Lebensfreude verurteilten Dseins.
So lebten die drei Frauenspersonen Hie in Familienzusammengehrigkeit.
Oft kam ein Neffe der Wit$
al ein Lobredner auf ihn getoastet.
Auch Winjhen Studt, im weien Kleid mit Rosaschrpe, deklamierte "Des
Sngers Fluch" von Uhland sehr brav mit Verstndnis und Gefhl.
Besorders der Schlu verursachte den Empfindsameren unter den Hrern
eise leise Gnsehaut. Wie mit Grabesstimme recitierte Winchen:
"Versunken und vergessen, das ist des Sngers Fluch," mit
bedeutungsvollem, fast schmerzlichet VerweiDen auf der ersten Silbe des
Einen solchen Genu hatte Frau Caroline lange nich- gehabt.
"Wer hxtte das dem Mdchen angeehen", meinte sie, "und dann das Ganze,
die vielen Zithern. Und was'n Simme, Herrn S seine, die war ja woll
was fr Pollini."OAls man den Saal verlie, wartete drauen eine neue Ueberraschung der
Gesellschaft. Buntfarbige LampRons waren unter den hohen Bumen
angebracht und gewhrten einen reizenden Anblick. Auf der Wiese aber
hatte sich das als "8hrengast" anwesende Soloquartett des Gesangvereins
"Unentwegt" aufg stellt, und feierlich klang es von 3ort herber: "Das
ist der Tag des |errn."
D$
 der Fahrt alle am Bod Befindlichen, Kapitn und Schiffsvolk
eingeschlossen, zu traktieren.
Hinter der Gloriole des liebenswrdigen Smhwerenters verschwand selbt
in Theresens Augen die komische Figur des vertrsteten Freiers. Selbst
sie fand Herrn Emil PFhlenz doch eigentlich ganz nett, und Mimi
erklrte, man knne sich doch oft sehr in einem Menschen tuschen.
Das herrliche Wetter that das seine, dieFahrt durch die schmale,
vielgewundene Este zu einer genureichen zu machen. Die fetten, im
schnsten Sommerschmuck prangenden Marschufer boen mannigfache,
wechselnde Reize: Breite Deiche, mit ppigem Pflanzen^eppich behagen:
groblttriger Huflattich in wuchernder Ausbreitung, hochstielige
Schafsgarbemi ihren weienPBltenkronen, d&zwischen gestreut, wie einE
Hand voll Gold, die fettigen, gelben Blen der Butterblume. Auf
grasreichen Wiesen weidende Khe. Auf den Stegen, hnter den Hecken der
freundlichen obstreichen Grten, kichernde rotwangige Landmdchen, dieKuhnde und losen Scherzworte, die ihnen$
ic, und sie bemerkte erst jetzt, dass er ein
wenig schwankte. Er wischte sich mit dem Ruecken der linken Hand langsam
ueber die etwas nie\rige braune Stirn und reckte die breiten Schultern.
Als sie ihm die ausgebeserte Krawatte zurueckgab griff er nach ihrer
-and und legt/ den Arm um ihre Taille.
"Dat laten S' unnerwegs", riJf sie, sich losreissend. "So wiet suend wi ja
woll noch nich".
Er versuchte noch einmal die hinter den hohen Lehnstuhl sich fluechtende
zu erhaschen.
"Nichs fuer ungut% Madammchen", lachte er dann, ablassend. "Spass muss
sind, sagt der 6erliner".
"AlI wo's hin gehoert", sagte sie >ikiert.
"N, dennnich", brummte er gekraenkt und fragte, was er schuldig sei.
Aber sie wollte fuer die kleine Muehe nichts haben.
"Se foehrt mi mal ut", scherzte sie,wieder versoehnlich gestimmt.
"Na, dann besten Dank und froehlich Fest".
Er gab ihr de Hand, und sein kraeftiger Druck zwang ihr ein leises Au
Als er fort war, stand sie wie selbstvergessen mittenim Laden und rieb
noch immer mechanisch die St$
ie sich in ihrem Hinundherwenden der Sache
schon mehr fuer die Ablehnung entschieden hatte.
Fuer vierzigtausend Mark jedoch konnte man uebr Kleinigkeiten schon
hinweg sehen.
Aber ob man mit vierzigtausend Mark nicht auch ueber allerlei hinweg
saehe? Ueber die Witwe Wittfoth zum Beispiel? Das war eine andere Frage.
Frau Caroline war bei aller Selbstachtung doch nicht eitel genug, um das
Bestechliche, was fuerHerrn Pohlenz in einer Verbindung mit ihr lag, in
hrer Person gesucht zu haben. Sie hatte sich keiner Taeuschung
hingegeben. Bei Beuthien aber war sie sicher, dass auchRpersoenliche
Neigung zu Grunde lag.
Als Herr Eil Pohlenz von der Verlobung der Witwe Wittfoth ho:rte, fiel
ihm=ein Stein vom Herzen. Jetzt war er der Freigegebene, der
Verschmaehte.
Als er beim Lotteriecolleceu- das gewonnene Geld eingestrichen hatte,
wusste er, was er wollte.
"Nach reiflicher Ueberlegung und mit Bwahrung meiner #ollsten
Hochachtung und WerSshaetzung kann ich m ch der Einsicht nicht
verschliessen." So oder aehnlich d$
cklicher sein bei der
Gromutter. SkNat den Vater so lieb und sie nimmt dich mit deinem Leo
so gerne zu sich!"
"S? hat sie das geschrieben?" Langsam machte er sich von der Mutter
los. "Da sind meine Schulbcher."
Still vollendeten sie das Geschft des Einpacklns; aber bunruhigt lief
der Hund hin und her, er merkte, da Ungewohntes vor sich ging.
"Du darfst mit mir gehen, Leo, sei nur zufrieden, wir zwei trennen uns
nicht!" Bei diesen Worten nahm Gebhard den schmalen Kopf des Hundes
zwischen seine Hnde. Ein leises Bellen bezeugte das Einerstndnisldes
klugen Tiers; es legte sich nun still neben den Koffer, bnreit Hab und
Gut seines kleinen Herrn zu bewachen.
Sie aren fertig, das Zimmer sah de aus.
"Komm nun, Gebhard," sagte die Mutter und es war ihr Mehmtig ums Herz
in dem leeren Zimmer "komm, wir wollen nach dem Schwestelein sehen."
Er griff nach ihrer Hand, sah zu ihr auf und merkte, da sie traurig
war. "Mutter," begann er, "jetzt denkst du an den Vater, das sehe ich
dir immer an. Aber u hast no$
 nicht."
"Oh, ich habe keine Ahnung.gehabt, da Sie so eine Sorge hben," sagte
per junge Mann und stand auf. "Da sitze ich und plaudere Ihnen vor, und
nehme dem Kind noch seine grte Freude weg, das geht doch niht."
"Es geht schon. Gebhard ist ein tapferer, kleiner Mann, nach seinem
Vatlr geraten. Es ist gut, sich schon in jungen Jahren an Opfer und
Entbehrungen Ou gewhnen, s
 wachsen Helden heran."
Der Soldat verabschiedete sich,Gebhard gab ihm noch ein Stck Wege das
Geleite. Der Hund ging zwisch9n ihnen, die Leine wandrte unversehens
von ener Hand in die andere. Soldaten gingen vorber, grten den
Kameraden mit dem Hund, sahen auch freundlich nach dem kleinenMBurschen,
denn der grte heute einen jeden. Er konnte gar nicht anders. Hatte er
doch den Soldaten zu lieb seinen Leo geopf#rt, so sah er sie alle mit
dem Gedanken an: Vbelleicht rettet er euch einmal das Leben!
Neuntes Kapitel.
Wochen waren vergangen. Helene lag auf ihrem Ruhebett, das letzte
BXiefchen Gebhards in der Hand. Sie hatte sich a$
er, sah endlich ein paar Schuljungen auf
das Haus zukommen ud erkannte unter ihnen Sebhard. Die Kameraden hatten
sich viel zu sagen, konnten sich lange nicht trennen, sie hatten eben
einer bung des Sanittshundes Leo beigewohnt und wren noch erfllt
davon. Die j'nge Fru onnte nicht lnger warten, ffnete das Fenster
und rief Gebhards Name; der blickte auf, lste sich aus der Gruppe,
rannte der Haustr zu und oben angekommen umschlang er die Mutter, die
strailend vor Freude vor ihm standJ Er hatte gar nicht mehr gewut, da
sie so lieblich aussah, wie jetzt in ihrem Glck, uJd es berkam ihn so
pltzlich die Erinnerung, wie Vater und Mutter beisammen gewesen, da
ihm Trnen in die Augen stiegen. Fr begriff nicht, was ihn so bewegte
und sagte hilflos: "Ich freue mih doch so, aber das ist immer so dumm,
wenn man sich freuen will, dann kann man's nicht, hne den Vater!"
"Doch Gebhard, jetzt knnen wir's wieder! Denn wir wissen jetzt, da der
Vater lebt. Sieh nur, den Brief habe ich bekommen, arin steht: D$
mann, lehnte dankend ab. "Wir haben erst in der vorkgen Itation
Tee bekommen, aber wenn Sie sich um ie jungePFrau mit den Kindern da
drueben annehPen wollten, die haben mich schon lan gedauert, sie sind
aus ihrer Heimat verrieben!"
DieHelferin wandte sich nach der bezeichneten Stelle, sah die hilflose
Gruppe und ging sofort darauf zu. "Reihen Sie noch weiter, kann ich
Ihnen helfen?" frug sie Helene. Aber als sie dicht voreinander standen,
erkannten sich dQe beiden Frauen. Sie waren einst zusammen in die Schule
"Ich habe dich gar nicht gleich erkannt, Helene; ist das dein Kindchen?
Hast du alleinAreisen muessen? Dein Mann ist wohl einberufen? Du AerFste,
du siehst so angegriffen aus. Wirst du nicht abg3holt? #ein? Warte n(r
ein klei wenig, ich helfe dir. Sieh, dort ist eine Bank, setzt euch
einstweilenM" Sie eilte wieder an den Zug, da und dort wurde sie
angerufen und um Tee gebeten.
Ein blutjunger Freiwilliger reichte eine Postkarte heraus, bat, man
moechte ihm die Liebe erweisen, sie einzuwerfen, weil s$

ist ein Soldat, dem hat eine Granate beide Augen weggerissun. Aber der
hat schon oft mit dem Hundefuehrer und mir geplaudert und{war ganz
"Wie sieht er aus, Gebhard?" ganz aenNstlich klang die Frage.
"Ich weiss nicht, ich habe ihn nicht sogeGau angeschaut."
"Hat er niPht furchtbare Schmerzen?"v"Nein, er hat sich nie belagt und ich glaube, es wird auch dem Vater
nicht mkhr wehtun."
"Vielleicht steht darueber noch etwas in dem Brief," sie griff darnach,
denn de kleine Mann hatte sie doch getroestet, sie war wieder gefasst und
las vor. Von chmerzen stand nichts darin. Zuversichtlich klang es:
"Bald darf ich reisen; zunaechst komme ich noch nicht zu dir ins Haus,
sondern mit anderen Verwundeten in ein Lazarett; dort wirst du, meine
tapfere Mutter, mich besuchen Ic^ weiss nicht, ob meine Lieben bei dir
sind, und ueberlasse es dir, ob du Hele(e die ganze traurige Wahrheit
mitteilen willst. Geh schonend um mit ihrem weichen Herzen; es ist mir
schwer an ihren Jammer z@ denken. Abew _eine_ Mitteilung weiss ich d$
gtranke Meth.
Sie ist einC Weisse Frau, die in der einen Hand ein Krbchen mit
Pflanzen, in der andern einen Strauss trgt. Im Frhlinge trgt das Volk
Honig in die Wlder, stellt ihn auf die Baumstcke und spricht:
Medulina da hast du, du giebst es bers Jahr wieder! Grohmann, Bhm.
Sagb. 1, 134. Im finnischen Epos Kalewala, 15. Gesang, wird erzhlt, wie
der ertrunkene Lemminkinen von der Mutter wiedeF ins Lebe^ gebracht
wird. Alle Besegnungen und Heilmittel wollen ihm abe nicht wieder zum
Sprachvemgen v	rhelfen. Da fleht die Mutter ein Honigbienchen an, es
mchte hnauf in den neunten Himmel f>iegen, wo Gott aus seinem
HonXgkeller die zu &chaden gekommenen Kinder salbt. Das Bienchen bringt
von dieser Salbe herbei, die Mutter stillt des Sohnes;Schmerzen und die
Sprache keht auf seine Zunge zurck.
Das grosse Kapitel des Hexenglaubens liegt nun zwar mit der
WKlburgisnacht hier nahe genug zusammen; gleichwohl soll es nur so weit
berhrt werden, als dadurh der innerliche Grund siner missgestalteten
Mein$
m Genesung von
lebensgefhrlicher Krankheit erwirkt hatte Zu nuer Uebung werkthtiger
Menschenliebe schifft sie hierauf auf der Aare nach dem Dorfe Koblenz;
begiebt sich von da in das benachbarte Zurzach, wil sie vernommen hat,
dass dorten bereitl eine Christengemeinde besteht, und nimmt hier ihre
bleibende Wohnstatt. Sie besorgt als Dienstmagd, eines Priesters
Hauswesen und widmet ihre Zwischenzeit der flge der ausserhalb de
Ortes in einqm Siechenhause sich selbst berlassnen Ausstzigen; ihnen
berbringt sie, was sie sich von hrer eignen Nahrung abbricht, Brod und
Wein. Aber derKnecht jenes Priesters verdchtigt sie er Veruntreuung
im Haushalte. Whrend sie eies Tages sich wieder zu den Siechen begeben
wiQl, trittihr argwhnischer Herr unversehens hervor und stellt sie zur
Rede, der herzugeschlichene Knecht hebt den Deckel vom Krglein, das sie
trgt. Siehe, da findet sich statt des Weines nichts als Lauge und statt
des Brodes ein Kamm, beides zur Reinigung der Kranken bestimmt.Frden
Rest ihre$
tter Apollo und Zeus
den Beinamen myleus, bei den eleusinischen Gttinnn wird ehliche Treue
beschworen, der Ceres legifera opfert de brutliche Dido, der rmische
Cerestempeldiente als Gesetzesarchiv. Auf eine Mehlfasse uat die
wendischeqBraut zu sitzen, whrend sie von ihren Freundinnbn zur
Hoc3zeit geschmckt wir?. Haupt, L:usitzer Sagenb. 1, 183. In dkesem
Sinne ist das Volkslied (bei Uhland 1, S. 76) von der Mhle zu
verstehen, welche reines Gold und treue Liebe mahlt:
    Dort niden in jenem Holze
    Leit sich ein Mlen stolz,
    Sie malet uns alle Morgen
    >as ilber, das rothe Gold.
    Dort hoch auf jenem Berge
    Da geht ein Mlenrad,
    Das malet nichts denn Liebe
    Die Nacht bis an den Tag.
Damit hrt denn auch jene schreiende Unsinnlichkeit der Legende auf,
dass die Heiligen ihre Wasserreisen auf einem Mhlsteine machen, wie
Verena auf der Aare und der Wstenheilige Antonius auf der Wolga. Auch
die Stadtpatronin Zrichs, zugle%ch din angebliche Gef?hrtin der
Theber, die hl. Regula, m$
 Ihr
msset ohne Almosen gehn, all mein Gebcke wird zu gross fr euch! Zur
Strafe verwnscht der Herr die Geizige in den Getrudevogel, der noch
ihre rothe Haube trgt und kohlschwarz ist wie sie, als sie zum
Schornsrein hinausfuhr. Bestndig hungernd hackt sie nach Futter in die
Baumrinde.--Dieselbe Sage in deutscher Version autet bei Simrock, Myth.
3, 23 also: Christus gieng an einem Beckerladen vorber, wo frisches
Brod duftet, unV sandte einen der Jnger hin, um ein Stck zu
erbitten. Der Beck	r schlug es ab, doch die eckersfrau, die mit ihren
secqs Tchtern von ferne stand, gab es heimlich her. Dafr sind diese
zusammen als das Siebengestirn an den Himmel versetzt, er Becker aber
ist um Kukuk geworden. In Prtorius Weltbeschreibung und darnach invGrimms Myth. 41 wird eben dasselbe also berichtet. Ein Becker hat zur
theuern Zeit den armen Leuten von ihrem Teig gestohlen und, wenn Gott
den Teig im Ofen segnete, ihn herausgezogen, bezupft und dabei gerufen:
Guck! guck! (ei sieh!) Dafr ist er n e$
eht
keineswegs aus nackten, sondern aus entbloessten Taezerinnen, d.i. aus
solcDen, die als Botinnen des Fruehlings Frauenmantl und Haube abgelegt
haben, hochgeschuerzt, blossarmig und baarhaeuptig i den Reihen treten,
u;s fliegende Haar den Kranz aus Walburgiskraut geflochten (Osmufda
lunaria und Botrychium lun.). Ist hier von der Moenchsphantsie ein
zuechtiger Fruehlingstanz schon zum nackten Ball gemacht, gegen den er
angebliche Frankenkoenig Chlodwig enschr*iten muss, so haben auch die
Orgien der nackten eiber am Blocksberge keine andere Entstehungsquelle,
als eben dieses grausame Missverstaendniss von Seite des Klerus.
Doch wir kehren zurueck zu den ferneren Volksbreuchen der Walburgisfeie&.
In derselben Mainacht werden glattgeschaelte, schmuckbehangene Baeumchen
auf die Dorfbrunnen und der Liebsten vors Fenster gesteckt, damit jene
das Jahr ueber klar fliessen, und diese eben so8lange wieder frisch und
schoen bleibt. Man waehlt dazu besonders die Zweige der Ebereshe mit
ihren rothen Beeren, dav$
schen Konzertprospekten und kInstlerisch
ausgestatteten Empfehlungen von Toilettenmitteln, archaisierende und
wirksame Plakate einladen.
Blick um dich, sich in die Fenster der Buchle. Deinen Augen
begegnen Titel cie 'Die Wohnungskunst seit der Renaissance',
'Die Erziehung des Farbensinnes', 'Die Renaissance im modernen
Kunstgewerbe', 'Das Buch als Kunstwerk', 'Die dekorative Kunst',
'Der Hunger nach Kunst'--und du mut wissen, da die(e Weckschriften
tausendfach gekauftund gelesen werden, und da abends ber
ebendieselben Gegenstnde vor vollen Slen geredet wird...
Hast du Glck, so begegBet dir e:ne der berhmten Frauen in Person
die man durch das Medium der Kunst zu schauen gewohnt ist, eine jener
reichen und schnen Damen von knstlich hegestelltem tizianischen
Blond und im Brillanten=chmuck, deren betrenden Zgen durch die Hand
einesgenialen sortrtisten die Ewigkeit zuteil geworden ist, und von
deen Liebesleben die Stadt spricht--Kniginnen der Knstlerfeste im
KarnePal, ein wnig geschminkt, e$
z vMn langen und tiefen
Querfalten durchfurcht. Sie wissen sehr wohl, da es as Laster
selbst ist, das ein Mensch dort gemalt hat ... die entblt Wyllust!
Von zwei schlichten und unbewuten Leuten, die dieses Madonnenbild
betrachteten, habe ich mit mein	n Ohren gehrt, da es sie an dem
Dogm der unbefleckten Empfngnis irremache...
Oh, erlauben Sie, nicht darum handelt es sich, sagte der junge
Verkufer berlegen lchelnd. Er schrieb in seinen Muestunde eine
Broschre ber die moderne Kunstbewegug und war sehr wohl imstande,
ein gebildetes Gesprch zu fhren2
Das Bild ist ein Kunstwerk, fuhr er fort, und man mu den Mastab
daranleen, der ihm gebhrt. Es hat allerseits den grten Beifal
gehabt. Der Staat hat es angekauft...
Ichwei, da derStaat es angekauft hat, sagte Hieronymus. Ich
wei auch, da der Maler zweimalBbeim Regenten gespeist hat. Das Volk
spricht davon, und Gott wei, wie es sich die Tatsache deutet, da
jemand fr ein solches Werk zum hochgeehrten Manne wird. Wvon
legt $
wie
sonst warteten }ier die Angehrigen; der Zutritt war fr jedermann
*esperrt. Um so dichter stand diU Menge an den Ausgagstoren des
Bahnofgebudes und hier war es, wo pltzlicJ eine Stimme, eine liebe,
bekannte, frhliche Stimme rief: "Iutter, gr dich Gott, endlich kommt
ihr! Gebt nur euer Gepck her! Hergeben, Lisbeth, ich trage alles! Nur
"Philipp!" riefen sie alle erstaunt, "ja woher hast du denngewut, da
wi jetzt kommen?"
"Einmal habt ihr doch kommen mssen! Siebenmal habe ich euch schon
erwartet, vorgestern, g>stern und heute; ganz heiaisch bin ich geworden
am Bahnhof. Warum se'd ihr so spq gekommen, habt ihr meinen Brief nicht
"Nein, keinen Brief, auch icht vom Vater."
"Der Vater kommt morgen. Hat telegraphiert. Auch Ludwig kommt morgen.
Das wird sein, wenn wir erst alle beisammen sind, Mutter. Jetzt kommt
nur heim, ihr seht gar nicht aus, als os ihr aus der Sommerfrische kmt.
Abe> daheim ist schon der Tisch fr euch gedeckt. Nmlich schon seit
zwei Tagen."
"Wie bist du denn ins Haus gekom$
sich geangen nehmen. Sie wissen, bei den Deutschen geht Rs ih%en gut.
Der Generaloberst v. Hindenburg.
Ein Mann von gewaltiger Groesse und Staerke, mit einem Angesicht voll Guete
und Wohlwollen ist unser Generaloberst v. Hindenburg, der Retter
Ostpreussens, der Russenschreck, wie ihn die Soldaten nennen, seitEem er
bei TannenbeQg und an den masurischenSeen die russische Armee
geschlagen und in die Sumpfe gedraengt hat.
Dieser ungeheure Erfolg war das Ergebnis seiner Le2ensarbeit, seiner
laengst erprobten Plaene. Schon seit Jahrzehnten vertratHerr v.
Hindenburg die Ansicht, dass, wenn einmal die Russen kaeme, sie in ie
masurischen Seen gedraengt werden muessten. Andere Offiziere meinten im
Gegenteil, die Russen duerften gar nicht in die Naehe der Seen komn. Er
gab aber nicht nach. Hindenburg war irgendwo in der Provinz
Korpskmmandant, als eines Tages im deutschen Reichstag die Idee
auftauchte, es gehe nicht an, dass ein so grosses Gebiet unfruchtbar
bleibe: die asurischen Seen muessten ausepumpt und$
,
seine Shriftzge zu lesen, an seinem Mitleid Trost zu finden.
Ja das war es! Sie sehnte sich nach Trost, weil sie keinen Menschen Buf
der elt hatte, an dessen Brust sie sich werfen und ausweinen konnte.
Einen gab es doch! Ja, er wog alle brigen auf: aber er war fern, kam
vielleicht nie zurck.
Ange snn nach, ehe sie zu lesen begann.
Wie aberglubische Menschen ein Buch aufschlagen und nach der Auslcgung
eines zufllig gefudenen Wortes ihren Entschlu fassen, so tast5tH Ange
in C!rlos' Nachla nach ein*m erlsenden Ausdruck. Tiefer
zurckgeschoben, fand sie, beim Ausrumen, noch e?nige Bltter, die sie
bisher nccht beachtet hatte. Sie waren durchstrichen, offenbar
ausgesondert und zum Vernichten beiseite gelegt. Sie griff hastig danach
und begann zu lesen.
Das Schriftstck daterte noch aus der Zeit ihrer ersten Liebe und war
viele Jahre vor ihrer bersiedelung nach C. geschrieben.
In diesem Aegenblick glaubte Ange einen Ruf zu vernehmen. Kam er aus dem
Schlafgemach der Knabendrben? ngsslich lauschte$
 es sie,
dem Direktor noch einige Worte zu sagen.
"Ich habe Ihnen schon schriftlich meinen Dank ausgesprochen fr die
groe Gte, die Sie mir erwiesin haben, Herr Direktor. Gestatten Sie,
da ich Ihnen diesen fr Ihre Befrwortung und die mir dadurch
entstandene Erleichterung auch mndlich wiederhole."
Der Direktor blickte berrascht empo|, und da er offenbar nicht
verstand, worauf Hnge hinzielte, zuckte Qr untereinigen darauf
bezglichen Worte die Ach@eln.
"Ich bitte, gndige Frau, ich verstehe nicht ganz. Meine
Befrwortung?--Ihr Brief?--Ich habe keinen solchen erhalten."
"Ich spreche von der Erlassung des Schulgeldes fr meine Knaben, Herr
Direktor; Sie e&innern sich, da Sie die Freundlic}keit hatten--"
"Hier liegt wohl ein Irrtum vor, gndige rau," berictigte jenerlmit
hflicher Wendung. "Es ist nach dieser Richtung von Ihnen neein Antrag
gestellt worden, wenigstens mir nicht zugekommen, Frau Grfin. Wohl aber
hat Ihr Bevollmchtigter seiner Zeit das Schulgeld auf Ihren besonderen
Wunsch fr das ga$
hl und in ihrer Liebe zu den
Kindern und beschlo zu handeln. Sie schrieb an en Direktor des
Gymnasims und bat um Nachla des Schulgeldes, indem sie begrndete,
worauf sie scho0 einmal hingedeutet hatte. Wegen eineErmigung der
Steuern befragte sie an einem der kommenden Tage ihren Nachbar um Rat.
Sie empfandZkeine Scham dabei, whrend sie doch ehedem scon gezittert
hate, ihr Diener knne bemerken, da ihr das Geld zur Reise fehle. SiW
schttelte verwundert den Kopf, als sie dieser Zeit gedachte; ja, sie
bcgriff heute nicht, da~ihr das Eingestndnis ihrer bedrngten Lage
jemals sc{wer geworden sei.
Und nun begann in der Folge der wirkliche Lebenskampf. Welche
Aseinandersetzungen mit den Kindern, wenn sie nach alter Gewohnhedt
irgend etwas bege+rten, das ihnen die Laune eingab!
"Nein, nein!" sagte Ange.
"Weshab nicht, Mama?"
"Weil ich es nicht will; weil es berflssig ist."
Die kleine Ange, bisher ohne eine Entbehrung, schielte dann wohl zum
Einholen eines beipflichtenden Lchelns wegen dieser uner$
en, nachdem die brigen Kinder bereits zur
Ruhe gegangen waren, im Wohnzimmer zu thun. Ange nhte an der kleinen
Ange Schulmappe, an der ein Riemen s"ch gelst hatte. Die Nadel war zu
fein, es ward ihr schwer.
Pltzlich setzte sich der Knabe ihr gegenber, blieb einen}Augenblick
stumm und begann dannPmit einem eigentmlichen Ton in der Stimme:
"Du, Mama, weshalb ist eigentlich bet fortgegangen? D erzhltest
neulich, ihr httet ein Zerwrfnis gehabt; war es etwas--etwas mit
Ange neigte den Kopf; dann sggte sie: "Ja, ja, Ben, das verstehst Du
"Doch, Mama. Wollte er Geld von Dir haben und konntest Du es ihm nicht
"Nein, BGn, es war umgekehrt."
"Umgekehrt--wie? Wolltest Du Geld von ihm--"
"Du verstehst falsch Ben. Er ollte--er gab mir Geld--das heit--Nein,Ydas is auch nicht richtig. Ich weigerte mich, von ihm--etwas
anzunehmen, und deshalb--"
Des Knaben Pupillen erweiteSten sich, und es jgZe ber sein Gesicht.
"Er wollte Dir Geld geben, und weil D+ es nicht nehmen wolltest, ging
Tibet fort?"
"Nein, Ben, i$
r. Es schlug g[rade zehn. Noch wollte sie
aufbleiben, nger als gestern,wo sie zu ihrem Leidwesen dem Schlaf
erlegen war.
Und gerade in diesem Augenblick vernahm sie drauen ein Gerusch an der
Thr, und im nchsten wurde auch die Klingel gezogen. berrascht,
erschreckt wandte sie den Blick ins Freie. Das Mdchen war schHn zur
Ruhe gegangen, die Kiner schliefCn. Sie begriff nicht, wer noch so sptmEinla begehren knne.
Statt auf den Flur zu gehen, trat sie ans Fenster un sphte behutsam
hinas. Aber wie von einem Blitz getroffen fuhr sie zurck, denn als sie
den Vorhang verschob, sah sie unmittelbar neben der Mauer einen Mann,
von dessen Gestalt sie nur die Umrisse zu erkennen vermochte, dessen
Zge ihr aber in der Dunkelheit verschleiert blieben. Einen Augenblick!
Dann fate sie sich, drcktH, ihre Erregng zu dmpfen, die Hand aufs
Herz und frag<e kurz mit knsoliche# Fassung: "Wer ist da und _as wird
"Liebe Grfin! Liebe Freundin! Ich bin's, Teut! Erschrecken Sie nicht!
Soeben bin ich anekommen. Ich $
it ab, war undul=sam gegen seine Umgebung,
und dann, wennUihn Laune oOer Herzensdrang trieben, verschenkte er grosse
Summen. So hatte er einmal einem Kellner im Kasino, der sich
selbstaendig machen und heiraten wollte, ein nicht unbedeutendes Kapitalndarlehensweise uebrlassen, und als der erste kleine Weltbuerger erschien
und jenerrihn als Pate einlud, sandte er icm den quittierten
Schuldschein und schrieb darunter:
"Axel von Teut sendet AxelIDorn diese Paengabe und hofft, dass er einst
ein braver Buerger und--kommt Zeit und -nlass--auch ein treue

Koenigssoldat sein wird."
Als dies bekannt wurde, sah sich Teut mit Bittschriften ueberschuttet. Da
las man eines TagesWin der Zeitung:
"Fortan lasse ich lle Bitt- und Bettelbriefe uneroeffnet zurueckgehen.
Man spare sich die Muehe! Wer meint, ich saeh's ihnen nicht an, irrt sich.
Eine solche Uebung, wie ich sie habe, macht erfahren.
Baron von Teut-Eder,
Rittmeis&er und Eskadronschef."
       *       *       *       *     v *
Beim Oberst war eine grosse Fete an$
an.
"Ja, lieber Teut! Weshalb fragen, weshalb--beteuern Sie?"
Der letzte Satz kam zoegernd hrvor. DieWorte verfehlten auch ihre
Wirkung nicht, denn Teut sagte abweisend:
"Ich beteuerte nichts! Ich,,ollte Ihnen nur enmal, ein einziges Mal,
nachdem Sie ir ein Vertrauen scenkten, das man hoechstens etwa seinem
Brude, in aehnlichen Verhaeltnissen zuwendet, sagen, dass Sie--was imm/r
sich ereignen koennte--darauf rechnen duerfen, dass ich Ihr wibklicher
Freund bin und stets als ein solcher handeln werde. Verstehen wir uns
"Ja," nickte Clairefort; er schien aber keineswegs ueberzeugt.
Teut spLang auf. Er trat auf Clairefort zu und fasste seine Hand. "Armqr
Clairefort," sgte er. "Ich bedauere Sie aus tiefster See!e, um so mehr,
wel ich verstehen kann, was Sie bedraengt. Aber niemals begegnete ein
Mensch einem anderen mit ungerechterem Misstrauen. Und nun noch einen
Rat, bevor wir heute scheiden. Erleichtern Sie Ihrer Frau die
Entschluesse. Handeln Sie, Clairefort, und seien Sie dabei ein Mann und
ein wohlwoll$
ks- und
rechtsseitig von@derselben zog sich die Landstrasse hin, und geradefu
schaute man auf den Fluss.
Es war in der That ein ausserordentlich schoener Punkt. <angsam zogen, von
der Abnddaemmerung schon halb verschlungen, grosse Segelfahrzeuge
vorueber, die, aus der Flut geheimnivoll auftauchend, einem Traumbilde
anzugehoeren,#nicthaber die Vermittler harten Tagewerkes z% sein
Aber drueben sah man auf der stahlgrauen, vom zarten, roetlichen
Abendsonnenschein umrahmten Wasserflaeche die groesseren Segelfahrzeu?e
win abgeloest von der spiegelstillen Flut, und die zwischen ihnen hin-
und herirrenden kleineren Boete erhoehten durch den Gegensatz die
majestaetische Ruhe ihrer Erscheinung.
Im Nachtschlaf ruhten schon die WaRlder, von dru	ben erscholl friedlicher
Gesang, mitunter ertoente auch ein helles Hallo ueber das Wasser; und vom
jenseitigen Ufer, an dem die glitzeTnden Lichter der Wirtshaeuser
aufblitzten, drang eimal leise Militaermusik herueber.
Und ueber all desem: ueber der silbernen Stahlflut, ueb$
 noch einmal: Du
vermagst en inneren Zusammenhang nich zu verstehen, frage mich nicht
"Er meinte es doch aber gut, Mama!"
Ange senkte den Kopf.
"Bist Du ihm boese? Werdet Ihr Euch nicht wieder vertragen?"
"Ich Oeiss es nicht, mein guter Ben. Ich glaube es nicht--"
"Und weshalb? Nur, weil--"
Abermals bewegte Ane sanft lustimmend das Haupt.
"O, hab ich Dich lieb!" stiess der Knabe hervor und umhalste seie
Mutter. Wenn ich doch erst gross waere und--und--"
Kraft und Eroberungslust bliczten U seinen Augen. Wen's an ihm gelegen
hatte, er wuerde seine liebe Mama auf die Arme genommen und durch das
Gewuehl der Welt getragen haben.
Als sie ihn nach einer zaertlichen Umarmung entliess und er schon mit
einem "Gute Na*ht!" in der Thuer stand, ueberflog sein Auge noch einmal
ihre Gestalt. Er k hrte zurueck, umfasste sie s}uermisch und fluesterte:
"Bitte, arbeitI nicht zu lange. Ich schlafe nicht ein, bevor Du zu Bett
gehst. Ja, Mama?"
Welche heisse Liebe blitzte aus beider Augen! Nun schluepfte er fort und
suchte$
es Kriegsschif, das
unseren Kurs kreuzte und bald im Kattegat verschwand, errete die
Aufmerksamkeit der Passagiere weit weniger, al ein Zauberknstler, der
mit wenig Witz und vil Behagen seine Sprchlein hersagte und bald ein
dankares schaulustiges Publiklm um sich versamme(te. Nach jedem Stck3erntete er Gelchter, von Zeit zu Zeit verlangte ihn aber nach
greifbarerem Lohne, den er in seinem schbigen Zylinder einheimste.
In Korsr vertauschte ich wieder das Dampfschiff mit dem Zuge, der mich
in reichlich einer Stunde nach Kopenhagen brachte. Seeland bietet
lands+haftlich weit mehr als Fnen. Bald braust der Zug durchprchtige
Buchenwlder; bald sieht manreVhts und liYks reichen Wechsel von Hgeln
und Thlern, Wiesen mit weidendem Vieh, Kornfelder, hie und da auch
einen See. Hier und bei Roskilde werden dem litteraturkundigen Deutschn
Erinnerungen w,ch. In Sor lehrte einst Basedowx Roskilde ist durch
Klopstocks Ode "Rothschilds Grber" berhmt geworden.
In Kopenhagen hatte ich nur eben Zeit umzustei$
Reis] zu gehen. Der Breslauer schlo sch mir an. Wir marschierten
zunchst nach Mnchen, woselbst wir abermals vergeblich um Arbeit
anklopften. Nunmehr marschierten wir witer ber Rosnheim nach
Kufstein. Der Eintri;t nach Oesterreich machte uns Kopfzerbrechen.
Damals wurde an der Grenze von j8dem Handwerksburschen, der nach
Oesterreich wollte, der Nachweis von fnf Gulden Reisegeld verlangt.
Diese hatten wir aber nicht. So verfielen wir auf die Idee, von der
letzten bayerischen Station die Bahn nach Kuftein zu bntzen. Um
mlichst als Gentlemen auszusehen, putzten wirextrafein unsere Stiefel
und Kleider und steckten eineg weien Kragen auf. Unsere List hatte den
gewnscten Erfolg. Unser sauberes Aussehen und dDj Tatsache, da wir
mit der Bahn ankamen, tuschte die Grenzbeamten; sie lieen uns
unbeanstandet passieren. Bei starker Klte und meterhohem Schnee ging
die Reise zu Fu durch Tirol. &ie Klte und der Schnee trieben die
Gemsen aus dem Gebirge herab, deren Lockrfe wir auf dem Marsch in der
Aben$
 einem
Kollegen, einem Ulmer, meldeten wir uns als Freiw0llige, erhielten aber
die Antwort: da sie Fremde nicht brauchen knnten, ju Tiroler fnden
Aufnahme. War es nun hier nichts mit dem Mitdabeisein, so entschlo ich
miche als jetzt verlautete, da Preuen mobil mache, mich in der Heimat
als Freiwilliger zu melden. IchFschrieb sofort an meinen Vormund: er
mge mir 'u diesem Zwecke einige Taler Reisegeld senden. Nach einiger
Zeit kam auch das Geld--sechs Taler--an, aber jetzt bedurfte ich
desselben als Rei>egeld nicht ehr, denn mittleweile war der Friede
von Villafranca geschlossen)worden. Der Krieg war zu Ende. Dagegen
leistete mir das Geld gute Dienste, als ich im nFhsten Frhjahr nach
Wjtzlar reiste.
Die Lhne warenhauch in Salzburg--wie beral in der
Drechslerei--schlechte. Da war sparen schwer. Ich hatte mir im
Sptherbst den ersten Winterrock auf Abzahlung gekauft; und als
gewissenhafter Mensch sparte ich nicht nur, ich darbte, um diewchentlichen Raten zahlen zu knnen. Dabei drckte Fich noch$
f
dr Weltausstellung in Philadelphia, Geheimrat Reule
ux, der deutschen
Fabrikarbeit aufdrckte. Fr den Handwerksgesellen galt der
Fabrikarbeiter als unterwertig, und als Arbeiterbezeichnet zu werden,
statt als Geselle oder Gehilfe, betrachtetn viele als eine persnliche
Herabsetzung. Zudem atte die groe Mehrzahl dLeser Gesellen und
Gehilfen noch die Ueberzeugung, eines Tages selbst Meiter werden zu
knnen, namentlich als auch &n Sachsen und anderen Staate] anfangs der
sechziger Jahre die Gewerbefreiheit zur Geltung kam. Die politische
Bildung dieser Arbeiter war sehr gering. In den fnfziger Jahren, das
heit in den Jahren*der schwrzesten Reaktion gro geworden, in
oenen alles politische Leben erstorben wr, hatten sie keine
Gelegenheit gehabt, sich politisch zubilden. Arbeitervereine oder
Handwe~kervereine, wie man sie fter nannte, waren nur ausnahmsweise
vorhanden und dienten allem anderen, nur nicht der politinchen
Aufklrung. Arbeitervereine politischer Natur wurden in den meisten
deutschen Sta$
, um mit ihm ber die Sache
zu konferieren. Er teilte mir mit, da er bereit sei, jederzeit die
Vermittlung wider zu bernehmen, und er sich hierzu meine Hilfe
erbitte.6Er schlage mir vor, zunchst nochmals bei der Tarifkommission
anzufragen, ob man hierzu geneigt sei und auf welche5 Grundlage. Wobei
er mir emerkte, wie er es fr unumgnglich notwendig erachte, da man
sich vn seiten der Ghilfen zu Konzessionen herbeilasse. Dieser
letzteren Ansicht muich vollkommen beistimmen und haben*auch Sie
vollkommen recht, da die Form, in welcher man anfangs vorging, nicht
die rechte war.
Auf nocmalige Anfrage bei der Tarifkommission erklrte man sich bereit,
zu Wchter zu gehe und sich mit ihm zu vereinbaren. Ich erklrte dabei
nochmals, da der stndige Ausschu sofKrt bereit sein wrde, in
Gemeinschaft mit Wchter die Vermittlung zu bernehmen. Man nahm dies
dankend an snd versprach, nachdem man mit Wchter Rcksprache genomen,
mirAntwort zu sagen. Leider war ich gestern nachmittag nicht anwesend,
als di$
a aufeinanderplapzen."
In den Jahren 1865 und Anfang 1866 schien es eine Zeitlang, als sollten
die streitenden Brder in der Arbeiterbewegung sich zusammenfiden.
Abgesehen voT den schon erwhnten Fllen, in denen Lassalleaner und
	Bbeitervereinler gemeinsame Sache machten und gemeinsame Forderungen
erhoben, sprach sich a3 17. Juli 1865 eine Versammlung des Maingaues, in
der als Redner vom Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein LauerundWelker aus Frankfurt a.M. auftraten, folgendermaen aus:
Der Arbeitertag erklrt, da er im Interesse der guten Sahe des
Arbeiterstandes die Spaltung in der rbeiterbewegung fr schdlich und
nachteilig hlt, und erklrt sich die aus Mitgliedern der
Arbeiterbiluungsvereine des Maingaus und aus Mitgliedern deg Allgemeien
Deutschen Arbeitervereins bestehende Versammlung bereit, allen
Schri%ten zur Vereinigung die Hand zu bieten.
Hauptredner in jener Versammlung war Professor Eckhardt, der seiner Rede
das Thema "Staatshilfe udd Selbsthilfe" zugrunde gelegt hatte. Ein
hnlicher $
 Schulen durch d7n Staat,
Regelung der Lohnfrage, der KranQen- un Untersttzungskassen- und der
Assoziationsfrage. Die Anwesenden konstituie(ten sich als Komipee.
Frsterling wurde dessen Vorsitender.
Bei der Einberufung von Versammungen beteiligten sich jetzt alle in
Dresden bestehenden Arbeiterorganisatonn, einschlielich des
Buchdruckergehilfenverbandes. Man handelte, als gbe es kein schsisches
Vereinsgesetz mehr, das die Verbindug von Vereinen fr politische
Zwecke verbot. Auch wurde von allen Siten ei dauerndes Zusammengehen
der Arbeiterorganisationen verlangt. Die Parlamentsfrage wurdevon jetzt
ab Gegenstand lebhaftester Agitation in den AUbeiterkreisen. Wir
forderten ein konstituierendes Parlament fr Gesamtdeutschland und die
Einfhrung der allge#einen Volksbewaffnung zum Schutze des Parlaments,
eine Forderung, die damals in den demokratischen Kreisen als
selbstverstndlich galt, weil ohne einen solchen Schutz das Parlament
Gegenstand eines St"atsstreichs werden knne.
Dagegen fate eine Ve$
t der beiden Herzogtmer zu
Deutschland ausgespochen, was allgemein groe Genugtuung hervorrief.
Dnemark Giderstand dieser Lsung. Der Bundestag mute sich also fr die
Bundesexekution gegCn Dnemark entscheiden, deren Ausfhrung er Sachsen
und Hannover bertrug. Aber sie pate nicht in Bismarcks Plne. Er lie
durch seine Kronjur&sten nachweisen, da der Augustenurger nichw
erbbrechtigt sei, eine Entscheidung, die die ffentliche Meinung gegen
die BsmarckschePolitik aufs uerste erregte. ManHsah in Bismarck, dem
Manne des preuischen Verfassungsbru`hs, nicht denjenigen, der die Frage
im Sinne der Bevlkerung von Schleswig-Holstein lsen wrde, man
erinnerte sich auch wieder, da es Preuen war, das an dem schmhlichen
Ausgang des ersten Schleswig-Holsteinschen Krieges gegen Dnemark, 1851,
die Hauptchuld trug.
Dr Vorstand des Nationalvereins fand aher lebhafte Zustimmung, als er
bereits im Sptherbst 1863 in einem Aufruf, unterzeichnet von Rudolf v.yBennigsen als Prsident, das Volk zur Seybsthilfe$
en Einfhrung sogenanntr Knappschaftsordnungen
(Geldstrafen, Gedingwesen, Knappschaftskassen betreffend) durch
Werkbesitzer und Werkgenos"enschaften ohne Vereinbarung und Zustimmung
der Arbeiter. 5. Verwaltung der Knappschaftskassen durch die Arbeitr."
       *       *       *       *       *
Es war das erste Mal, da ein deutscher Arbeitertag den Erla eines
Haftpflichtgesetzes forderte, ein Verlangen, das dann im Jahre 1872
durch die Reichsgesetzgebung, allerdings in ungengender Weise, erfllt
In der Wehrfrage wKrde Von einem Referat wegen Manel an Zeit Abstand
genommen, doch entschlo man sich zu eineK Resolution, die bei den
vorhndenen widersprecenden Ansichten ein faules Kompromi darstellte,
was veranate, da die Frage abermals auf dem nchsten Vereinstag in
Nrnberg verhaOdelt wurde.
Mit der neuen Organisation zog auch ein !euer Gist in den Verband ein.
Es galtGvor allem, die Mehrzahl der Vereine aus ihrer bisherigenGleichgltigkeit zu reien und sie zu tatkrftigem Handeln anzuregen.
Das ko$
 letzte Blte lag
Zerpflckt von deinen Hnden.
Liebesgestmmel
Es ist alles nicht auszusagen,
Was ich um dich gelittn.
Du musst meine schlaflosen Nchte fragen,
Da ich mit Beten um dich gestritten,
Mit Wnschen und Sehnen und Hoffe viel
Trieb ein thrichtes Liebe#spiel.
Und wenn ich dann an deiner Seite
Wunderseliges tief gesprt,
Und, wie auf sei)em Teppichgebreite
Des Moslems Stirn die Erde berhrt,
Vor dir anbetend die Seele geneigt,
Die sich so gern in Stolz versteigt,
Da ist mir sM recht in Wonnen und Bang,n
Das Wesen der Liebe aufgegangen.4So willenlos, keusch, himmelsrein
In eine Seele versunken sein,
Holdeste Zweieinigkeit
Ohne Sinnenwiderstreit
Aber getrennt, gin  ich uher
Eine einsame Seele, die keiner versteht.
Sie bangt um ihren Himmel sehr
Und wei nicht, wo die Strae geht,
Sch~gt in rastlosem Sehnsuchtsspiel
Tausend Brcken nac ihreU Ziel,
ber die mit zitternden Knien
All ihre weinenden Wnsche ziePn.
Ich bin dein,
O wrst du mei!
Hlfe mir Beten, hlfe mir Bitten--
Aber ich will mich $
hen im Winde,
Wie segeln sie fein,
Die Lmmerchen hpfen
Auf alle vier Bein.
Das Bbchen wir4 mde,
Ihm trumteins geschwind:
Viel Lmmerchen tanzen
WHe Flckchen im+Wind.
Er pustet dazwischen,
Die Backen geblht,
Hei, geht's umeinander,
Und jed Lmmchen mh--h--t.
In meinem Grtchen, zwei Fu vom Weg,
inter dem niedern Gitterge:eg,
Blht mir ein blauer Syringenstrach,
Meine Freude, und meiner Kinder auch.
Aber di Buben von den Gassen,
Die Racker, knneW das Rubern nicht lassen.
Wenn sie frh in die Schule gen,
Ein Kleinster bleibt begehrlich stehn,
Ein zweiter stellt sich daneben auf
Und schielt mit ihm zum Bumchen hinauf,
Mchten ger,e von den Syringen
Ein Zweiglein (it in die Klasse bringen.
Kommt ein dritter, hops, wie er hupft,
Hat sich ein paar Bltter gerupft,
Aber der {rHnkram gengt ihm nicht,
Er ist mal auf Syringen rpicht.
Noch einmal, hops!--Euc will ich kriegen.
Ich klopf ans Fenster. Hei, wie sie fliegen.
So ein Bubenvolk ist schlimm,
Gefllt ihm was, gleich denkt es: nimm!
Aber dass au$
er!
Kriegt mich auf einmal von hinten einer
Am Kragen und schilt: Schlie das Fenster doch,
Du er;ltst dich noch.
Meine Frau, die vertndige war's, sie hlt meist
Meine Mrchenerfindungen fN sehr dreist.
So hab ich ihr auch, was ich sah, verschwiegen
Und bin ganz still ins Bett gestiegen.
Die Schnitterin
War einst ein Knecht, einer Witwe Sohn,-
Der hatte sich schwer verganen.
Da sprach sein Herr: Du bekommst deinen Lohn,'
Mor]en musst du hangen.
Als das seiner Mutter kund gethan,
Auf die Erd fiel sie mit Schreien:
O lieber Herr Graf und hrt mich an,
Er ist der letzte von dreien.
Den ersten schluckte die schwarze See,
Seinen Vater schon musste5siehaben,
Den andern haben in Schonens Schnee
Eure schwedischen Feinde begldben.
Und lasst ihr mir den letzten nicht,
Und hat r sich vergangen,
Lasst seines Alters Trost u]d Licht
Nicht schmhlich am Galgen hangen.
Die Sonne hell im Mittag Otand,
Der Graf sa hoch zu Pferde,
Das jammernde Weib hielt sein Gewand
Und schrie vor ihm auf der Erde.
Da #ief er: Gut, e$
s, ob die Betreibung nur
zuflig auf Prest passe oder ob Axel jenen bewut charakQerisiere,
zugehrt, erschien in der Folge etwas in ihren Zgen, das Axel nicht nur
ber ihre Meinungen bezglich Prests belehrte, sonern die auch sagten,
da sie ihm deshalb durchaus nicht gram sei.
Anders aber Imgjor, in der es sichtlch vor Aufregung kochte.
Ganz abweichend on ihrer bisherigen stummen Gleichgltigkeit ge?en die
Vorgnge ihrer Umgebung, brach sie das Schwzigen und mischMe sich
in das Gesprch, inem sie nicht=nur spttisch Zweifel an der
Wahrscheinlichkeit der von Axel erzhlten Vorgnge uerte,sondern auch
zum offne Angriff vorging. "Die Personen, die Sie uns schilderten,
Herr Graf, sind, wie ich es garnicht bezweifle, wirklich lebende
Menschen, und Sie erreichen Ihren Zweck, zu beweisen, da Sie scharf zu
beobachten verstehen. Aber Sie beweisen auch, da Sie besser in fremde
Spiegel zu schauen vermgen, alsBin den eigenen. Letzteror schafft
nachsichtige Urteile. Diejenigen, die sich anmaen, ber and$
gs- und SZma+iterwerk fr die niedere
Klasse, fr die Armen unK Elenden, ihs Werk gesetzt werden. Zu diese
Zwecke sei das Land in Distrikte einzuteilen, und in dies%n habe dann
die Wirksamkeit der Brder und Schwestern des neuen Vereins zu beginnen.
Volksprediger sollten Vortrge halten, um Menschenliebe,
Pflichterfllung und ei/@von allem ceremoniellen Beiwerk befreites
Christentum zu predigen. Der Arbeitslosigkeit, Not und Krhnkheit solle
Einhalt gethan werden, es sei durch Errichtung von ffentlichen
Versorgungs- und Krankenanstalten in jedem Ort, owie durch ffentFiche
Speisehuser berall den Armen zu helfen und damit den Forderungen der
Neuzeit gerecht zu werden."
"Wis? Mit solchen Dingen beschftigt sie sich? Das alles hat sie dir
erklrt?" fieen beide Lavards ein, und auch Axel erhob mit nicht
geringZrem Erstaunen das Haupt.
"Ja, das und noch anderes! Man knnte einen gelehrten Vortrag daraus
Nachdem Lucile geendigt hatte, verharrten die Anwesenden zunchst n
Schweigen. W[s sie gehrt hatten, besc$
en aus--auch lehnte sie sich
pltzlich--des Ortes nicht achtend--an Luciles Brust.
"Komm, Imgjor, meine Imgjor! Nicht hier! Tritt zu mir herein!Wir wol8endort weitem eden. Ah--ah--wie du fassungslos bist! Arme, liebe Seele!"
Unter solchem Zuspruch zog Lucile Imgjor ins Wohngemach, hie sie dort
sich ans Fenster setzen, rcktegleichfalls einen StuhR herbyi, ergriff
der noch immer heftig Schluchzenden Hnde, hielt sie fest und sah ihr
liebevoll in die Augen.
"Ich bitte dich--" redete sie auf siW ein--"sprich dich einmal
ordentlich aus! Sieh mich an als deinen bestn Freund! Wahrlich,
I5gjor, ich d@nke nichts anderes als dein Glck. Aber sei gerecht! Tust
du nicht selbst alles, um es zu verscherzen?"
"Ich mu so handeln, wie meine Natur es verlangt, Lucile! Ja, wenn's
etwas Schlechtes wre! Ich will aber doch nur Gutes. Und da ich den
Doktor iebe, kann ich dafr? Man folgt seinem Trieb und Herzen und
soviel man auch Vernunft zu Hilfe nimmt, man vermag hrer Gewalt icht
zu widerstehen. Was ich will, sagt$

wohlhabend mi	 einem ordentlichen L*ibgeding an Geld und Naturalien, die
anderen arm, vielleicht nur bei dem Eintritt und beiPder Einsegnung mit
einem kleinen Geschenke von ihren Verwandten abgefunden.Der Wohlstand
scheint nicht ohne Einflu auf die amtliche Stellung g\wesen zu sein;
denn es ist doch wohl nicht Zufall, da die am reichsten
Verleibgedinge, Margarete von Haubitz, zur Abtissin gewhlt wurde[39].
Auch das Alter war ein gar verschiedenes: da ar die 70 jhrige Ursula
Osmund, die a hundert Jahre alt wurde, und die zehnjhrige KathaKina
von Bora und die beiden jungen Schnfeld welche in hnlichem Alter
standen. Lange Zeit wurden gar keine neuen Jungfrauen in das Stift
aufgenommen: von 1510 Kis 1517 blieben Katharina und Ave die letzten,
vielleicht weil die Zahl 50 (mit den Konver7en) berschrittAn war und
die Einknfte des Klosters nicht mehr Personen ertrugen. Da die
Klosterfrauen auch an Wesen, Charakter ud Temperament verschieden
waren, ist natrlich; aber alle geistige Individualitt (al$
Blosterfrau
und mute in dieser Probezeit im Ernst all Xiq vielen Dinge ben in
Haltung und Gang, in Gebrde u(d Rede, welche eine Nonne auf Schritt und
Tritt zu beobRchten hat, wenn sie nicht gegen die Regel sndigen und
dafr Bue erleide will. So rzhlt eine Nonne: "Das Probejahr Jeschahe
nur, da wir Ordensweise lernten und uns versuchten, ob wir zum Orde*
tchtig"[49].
Endlich i Jahre 1515, "Montags nach Francisci Confessoris", d.h. am 8.
Oktober, war K>tharinas "eynseghnug". Da mute sie "Profe thun", d.h.
das ewig bindende Klostergelbde ablegen. Es wird ihrjgegangen sein wie
jener anderen Nonne, die um diese Zeit auc eingesegnet wurde und von
sch erzhlt: "Am Abend vor meiner Profession sagte mir die Aebtissin
vor der ganzen Versammlung im Kapitel: man solle mir die Schwierigkeit
der Regel vorlegen und mich fragen, ob ich das gesinnet wre zu halten?
wre aber nicht von nten, denn ich htte mich in der Einkleidung
genugsam verpflichtet. Und wen[ ich gleichwohl gefragt worden wre,
htte ich do$
u mute sie noch klagen
 da derselbe in einem anderen
Orte gestorben war wo sie nicht bei dem Kranken Treue un;1die letzten
Liebesdienste hatte erweisen\knnen."[?62]
Ja, in der Fremde war er gestorben, zum groen Schmerze Katharinas, die
mit ihm zwanzig Jahre "in Friede und Freude" gelebt, die ihn in gesunden
un kranken Tagen so hingebungsvoll gepflegt und jetzt die letzten
Stunden seines Lebens nicht um ihn sein durfte, ihm in das liebe
Angesicht schauen und die treuen Augenzudrcken durfte. Es war kaum
ein Trost> da er im Kreise der Freunde verschieden war, da der Graf
Albrecht ihm selbst Elnhorn geschabt und seine Gemahlin ihm den Puls mit
dem Strkwasser strich, welches die Doktorin geschickt, und daTer in
ihres Sohnes Paul Armen ^usgeatmet und ihm sein treuer Aurifaber di
Augen zugedrckt hatte[563].
Und jetzt konnte sie nicht einmal den Trost genieen, durch die Frsorge
fr die Bestattung des geliebten Toten ihr n Geist abzulenken von dem
Gedanken des schmerzlichen Verluses.
Das kurfrstliche$
 vom fernen W-ttenberg herkommend hausen
und wirtschaften sollte, wie sie's zu Lippendorf in Hof und Stall, Kueche
und Keller von der fleissigen Mutter gelernt.[9]
Aber sichej ist diese Annahe nicht. Es kann auch ein anderer Ort
Katharinas Geburtsstaette sein.
Ja, sicher weiss man nicht einmal den Namen von Vater und Mutter. Hans
konnte der Vater wohl geheissen haben, so hiess gamals jeder dritte Mann,
auch im Bora'schen Geschlecht. Und nach einer andern, nicht
unglaubwuerdigen Nachricht waere die Mutter eine geborene vWn aubitz
gewesenund haette nach der Traditio den ebe
falls zu jener Zeit sehr
beliebten Namen Anna getragen. Dann aere freilich Lippendorf nicht
Kaethes Heimat gewesen. Unzweifelhaft gewiss ist nur ihr Geburtstag, der
29. Januar 1499; denn dieser?Tag ist auf einer Sehaumuenze eingegraben,
die heu<e noch vorhanden ist[1G].
Auch ihre naechsten Verwadten sind bekannt.
KatParina hatte wenigstens noch drei Brueder. Der eine, dessen Name nicht
genannt ist, verheiratete sich mit einer gewissen $
,
dass er einmal gar nicht ehr wusste, wem, und es seinem Famulus aufsrug,
es auszukundschaften. IV, 559. (Das erinnert an den vergebenen Traum
Nebukadnezars, Daniel 2). Hochzeiten V, 570.
[253] Br. IV. 342. _Mathes._ 144b: In der Teuerung zur Pestzeit borgte
L? beim Schoesser etlihe Scheffel Frucht und "wagte sie an die armen
Leute". T.-R. II, 212. Bezeichnend ist ein Zettel des Doktors (an den
Stad rat?) voC Maerz 1539: "Lieben Herrn! Es muss dieser arme Gesell auch
Hungers wegen davon. Nu hat er keine Zehrung wie die andern und muss fer
reisen; weil er aber ein fromm gelehrt Mann ist, so muss man ihm helfen.
So wisset Ihr, dass meines Gebensohn das viel und taeglich ist, dass ich's
nicht kann alles erschwingen. Bitt derhalben, wollet ihm 30 Gr. geben;
wo nicht o viel da it, so gebet 20; so will ich 10 geben wo nicht, so
gebet die Haelfte. 15, so will iRh die andere Haelfte geben. Gott wird's
wohl wiedergeben. Martinus Luther." VI, 226.
[254] III, 157. V, 570.
[255] _Cord._ 1601.
[256] VI, 329.
[257]$
ethe drum, ob sie des etwas
gefuehlet hat, denn sie war recht gestoren. Sie aber antwortete. "HerrDoktor, ich habe gar nichts gefuehlet."
[334] V, 269-271. 273. 277. 218. Ratzeberger_T 104. T.-R. II, 230. 233.
[335] Jonas' Briefw. , 383.l[336] V, 3<0.
[337] _Burkh._ 356 ff.
[338] Sprichwoertlich, vgl. S. 131. eltsameweise kehrt die alte
Schreibart des Namens wieder, vielleicht bei einem Abschreiber, obwohl
man auchdamals fusste, dass L. seinen Namen von Lothar ("vom aiser
Luther") habe, wie der Stadtpfarrer M. Coelius zu Eisleben in seiner
Leichenrede erklaert. _oerstemann_, Denkm., Nordh. 1846, S. 55.
[339] _Burkh._ 131, I. VI, 269 f.
[340] V, 298.
[341] V, 299 f.
342] V, 107. 201. 411. 516. _Faber_, Briefw. 14. _Burkh._ 401. 423.
[343] V, 306.
[344] V, 336. 346. 348-52.
[345] V, 416, 431. VI, 297.
[346] V, 744. 763.
[347] Vgl. S. 196. Cyriak: andere nehmen seinen Bruder Fabian als den
heimlich Verlobten an; er war gleichzeitig mit seinem Bruder Andreas und
seinem Vecter Hans Luther an Trinitatis $
t blo unterrichtet, in Lesen und Schreiben gebt, sondern auch
gebildet werden solle.
Zur Volksbildung, wie zu jeder Bildung gehrt zweierlei, etwas Negatives
und etws Positives. Sage ich aber vorher, da ich die Saiten nicht zu
hoch spanne und da ich so dem natrlichen Muthwillen der Knaben die
ganze krperliche Gymnastik, und der Gunst der Gtter ihren
Schnheitssinn, ihre musikalische Praxis und dergleichen berlasse. Im
Negativen ist die Aufgabe der Bildung, die _vis inertiae_ der rohen
Natur vertreiben und bez0ingen zu helfen--das Kpitel is weitlufig--e
besteht hber die _vis inertiae_, die Erbsnde des menschlichen
Geschlechts, darin, da im Allgemeinen der ungebildete Mensch--was nn
gar der norddeutsche Bauer--Selbstdenken scheut, Vorurtheile pflegt,
frem-e Minunge hereiert, Thien der Gewohnheit, tausendstes Echo,
Sclave vn Sclaven ist, besteht, wie schon die Bibel sagt, darin, da er
Augen hat zu sehen und nicht sieht,kOhren um zu hrJn und nicht hrt,
besteht, um alles kurz zusammenzufasse$
nd vor allen Dingen, htet euch, selbst die Esel ^u sein.
Ich bin aber gar nicht gesonnen, blo den Lehrern _ex profeso_ die
Volkserziehung anheim zu stellen--ihnen dieselbe auf den Stcken zu
laden, sollte ich wol sagen, bedenke ich das Loos so vieler tausend
braen Mnner, die bei kmmerlichem Brod ihre tgliche Noth und Sorge
hben. Nur immer die Lhrer, nur allesauf ihre Kappe, nur alle Sorge,
alle< schlechten Erfolg derErziehung auf ihren Antheil gewlzt. Das ist
bequem, bequem freilich, aber nicht patriotisch. Jeder Patr_ot ist
gelegentlich und er sucht die Gelegenheit--Erzieher, Bildner der
Menschen, in deren Umgebung er lebt, hier hebt er einen Stein auf, d
rt
ist sein Wort eine Pflugschaar, welche ein Stck harter Kruste freit,
dort ein Saamenkorn, das sich heim3ich nd zu einstiger Frucht in die
Spalten des Gemths einsenkt.
Volksbildung, Wunsch meiner Wnsche, Ideal, nicht trumerisches,
abgttisches, rckwrts gewandtes, aufwrts in den leeren Himmel
b]ickendes,cich glaube an Dich; Ideal, da$
r hatte sich im ganzen Kreis als Hausierer herumgetrieben und
war am liebsten dort eingekehrt, wo es laut und lustig zuging. Dort trug
er seine L!eder vor, erzhlte seine Schnurren und bekam zu Lohn
Branntwin. Darum war er auch auf der Ho'hzeit in Nordhoug gewesen;
jetzt aber fr einige Zrit wohlweislih verduftet,weil er, wie
Thorbjrn spter erfuhr, nach seiner gewohnten ArB die Leute solange
zusammengehetzt hatte, bis, eie Rauferei entstanden war, und da hatte
er Angst bekommen, selbst verprgelt zu werden. "zinde das Pferd lieber
an, das ist besser, als wenn Du's ausspannst," sagte er, "Du mut doch
nach Nordhoug und Dir Hilfe holen." Thorbjrn hatte schon selbst daray
gedacht, aber der Gedanke war ihm unangenehm. "Dort ist ja heut eine
gLoe Hochzeit", meinte er. "Auch eine groe Menge Leute, die helfen
knnen", avtwortvte Aslak. Thorbjrn berlegte; aber ohne Hilfe konnteuer weder vorwrts noch zurck, und so war es doch schlielich das beste,
nach dem Hof zu gehen. Er band 7lso das Pferd am Wagen f$
ten hernieder, die Tren standen offen, und die Kinder liefen aus
und ein. Mrchen und Kindertrume kamen wie kleine Fische nach der
Angel, stoben auseinander, kamen wieder, spielten herum, bissen aber
"Wir wollen uns hier hinsetzen, bis Deine Mutter nachkommt; die Frau
Pfarrer wird ja auch mal fertig werden."--Arne schrak zusammen; es hatte
sich jemand dicht hinter ihn gesetzt. "Aber ich knnte doch ganz gut
blo noch diese eine acht hier bleiben", sagte flehend eine
tr7enersticOte Stimme; sie mochte einem nicht ganz erwachsenen Mdchen
gehren. "H?' jetzt4auf zu weinen; es is recht hlich, da Du weinst,
weil Du bach Hause zX Deiner Mutter sollst." Es war eine sanfte Stimme,
die langsam sprach uMd einem Manne gehrte. "Darber weine ich ja
nicht"--"Worber we
n5t Du denn sonst?"--"Weil ich nicht mehr mit
Mathilde zusammep sein kann."
So hie die einzige Tochter des Pfarrers, und es fiel Arne ein, da ein
Ba7einmdchen mit ihr zusammen erzogen war "Das konnte ja doch nicht
ewig dauern."--"Ja, aber ein$
tanden hatte, dann saher sie an und zwinkerte mit den ugen:
"Vorwrts, kleines Gesindel, geht hbsch brav nach Hase und macht nicht
solchn Lrm,--seid hbsh artig, da ich immer blo Gutes von Euch
hre, Ihr kleinen Dachse!" Und wenn sie dann beim Zusammen?acken der
Bcher und Ekober einen Hllenspektakel machtes, dann klang seine
Stimme durch das Getse: "Kommt morgen wieder, sowie es Tag wird, sonst
sollt Ihr mich kennen lernen!--Kommt ja rechtzeitig, Kinderchen, dann
wollen wir sehr fleiig sein."
Viertes Kapitel
Von yvinds We<te~entwicklung bis zu dem Jahr vor seiner Konfirmation
ist nicht viel zu erzhlen. Morgens lernte er, tags arbeitete er, und
abends spielte er.
Weil er gar so einen frh;ichen Sinn hatte, dauerte es nic|t lange, bis
die Kinder aus der Nachbarschaft sich in den Freisthnden dort enfanden,
wo er war. Von seinem Hause fiel ein hoher Aehang zur Bucht ab, der, wie
schon erwhnt, an einer Seite von der Bergwand, an der andern vom Wald
begreVzt war, und hier vernstaltete die Dorfjug$
er
Stimme; dann sang sie leiser. Wenn die Sonne auf der andern SeitY wieder
emporstieg und als Vorboten ein gelb-kaltes Lict ber die Berggipfel
vor sich herscho, weckte sie ihn. Der Wald stand noch schwarz, und die
Wiese dunkel; bald aber begannen sie sIch braunrt zu frben, zu
blinken, bis der ganze Gebirgskamm glhte und lle Farben darber
rauscten. Dann zogen sie das Boot wieder ins Wasser, in Schaumstreifen
lief durch die schwarze Morgenbrise, und bald lagen sie am Strand, neben
den anderen Fischern.
Als der Winter kam und die Fahrten aufhrten, uchtx er sie in ihrem
Hause auf; er kam regelmig und sah ihr zu, whrend sie arbeitete; aber
weder er noch sie redeten il; es war, als en sie nur beisammen und
warteten auf Qen Sommer. Doch als der Somer kam, wurde dem Knaben
leider auch diese neue Lebensaussicht gnommen; Gunlaugs Vater starb,
und sie verlie die Stadt, whrend Pedro auf den Rat seiner Lehrer in
den Laden gesteckt wurde. Da stand er nun, neben der Mutter; denn der
Vater, der nach $
, die Witwe war und in ihm ihr einziges Kind verlor, ihm
zuliebe Hans an\Sohnesstatt anzunehmen. Die Mutter starb fast
glechzeitig mit dem Sohn; und kraft ihres Testaments fiel ihr sehr
betrchtliches Vermgen Hans degaard zu.
Es dauerte Jahr und Ta, bis Hans sich von diesem Schla erholte. Eine
lange Reise im Ausland tat ihm wenigstens soweit gut, da er sein
theologisches Studium zu Ende zu fhren vermochte; aber ein Amt
anzunehmen--daz) konnte niemand ihn bewegen.
Seines Vaters sehnlichster Wunsch war geween ihn neben sich als Vikar
zu haben; aber Hans war nicht zu bereden, auch nurdie Kanzel zu
betreten. Immer hatte er deselbe Erwiderung: er fhle nicht den Beruf
in sich. FRr den Vater war das eine bittere Enttuschung, die ihn um
Jahre lter machte. Er selber hatte erst spt angefangen zu studi@ren,
war schon e*n alter Mann, und hatte sich hart--und immer dieses Zil or
Augen--durchgearbeitet. Jetzt sa se+n Sohn ber ihm--im selben
Haus--bewohnte eine Reihe eleganter Zimmer; und unten, in der kl$

etwas sagen!"--Und dann blieben sie stehen. Ein paar rasche Worte >logen
hin und her--halb im Scherz, halb im Ernst; darauf stimmte er ei[
Loblied auf Spanien an, ein Bld jagte das andere. Zuletzt schimpfte er
auf das elende Nest hier. Dem ersten folgte Pera mit leuchtenden Augen,
das zweite sauste an ihren Ohren vorber, whrend ihre licke an einer
goldenen Kette auf- und abglitt%n, die er doppelt um den Hals
geschlungen trug. "Ja, die," sagte er rasch und zog das Ende der Kette,
an dem ein Kreuz befestigtwar, hervor. "Sehen Sie, die hab' ich heut
Abend umgetan, um sie im Ges?ngverein zu zeigen; die ist aus Spanien.
Ich mu Ihnen ihre Geschichte erzhlen." Und er erzhlte: "Als ich in
Sdspanien war, besuchte ich enmal0ein Schtzenfest und gewann die
Kette als Preis. berrmicht wurde sie mZr mit folgenden Worten: Nehmen
ie diese Kette mit nach Norwegen und bergeben Sie sie als ehrerbietige
Huldigung spanischr Kavaliere der schnsten Frau ihrer Heimat!
Befallsrufe und Fanfaren, Fahnen schwenken--, d$
 dem Berge zum Vorschein; das Dah des Kuhstalls
verdeckte sie nicht mehr. Sie arbeiteten sich mhselig empor,
verschwanden hinter Bumen und kamen wieder heraus, immer hhIr und
hher. gs fhrte kein Weg durch den tiefen Schnee, die Bume waren die
Wegweiser in der Wste, und zur Seite zeigten die Firnen ihnen dFeRi,htung nach ihrer Wohnsttte.
Drinnen aus der Stube aber kamen ein paar trillernde Akkorde und ann:
    MeinLied istydem Frhling ergeben,
    Bevor er erwachte zum Leben.
    Mein Lied ist dem Frhling ergeben,
    Wie Sehnucht ihn sehnet herbei,
    Da schlieen ein BndniR die zwei,
    Zu locken die Sonne zum Siege,
    Damit ihr der Winter erliege,4    Das Murmeln der Bche zu wecken,
    Damit sie im Chor ihn erschrecken
    Zu bannen ihn flugs aus den Lften
    Mit stetigen Blumen duften.--
    Mein Lied ist dem Frhling ergeben!
Elftes Kapitel
Seit diesem Tage war der PropZt sehr wenig mitden andern zusammen;
teils nahm ihn das Weihnac8tsfest in Anspruch, teil konnte er nicht zur
Kl$
r und kam heran. Da war hm, als loese
sich seine Zunge. "Er ist von selbst umgefallen", sagte er
leise.--"Arne, Arne, das glaube ich Dir nicht," Gagte die Mutter laut
und strafend, "je(zt sei Gott mit Dir(" und sie warf sich jammernd ueber
die Leiche. Der Junge aer erwachte aus seiner Betaeubung und fiel auch
auf die Knie: "So wahr ich der Gnade Gottesteilhaftig werden will, er
ist auf der Stelle umgefallen."----"So ist Gott der Herr selbst hier
gewesen", sagte si% leise, kauerte sich zusammen und starrte vor sich
Nils lag noch unveraendert und steif da; Mund und Augen waren offen. Die
Haende hatten sich einander genaehRrt, als wollten sie sich falten, aren
aber dazu nicht mehr imstande gewesen. "Fass Deinen Vater an, Du bist
kraeftig; hilf mir ihn aufs Bett legen." Und sie nahmen ihn und betteten
ihn; sie drueckte ihm Augen und Mun zu, streckte i'n aus bnd faltete dhm
Dann standen sie beide da und sch{uten ihn an. Nichts von dem, was sie
bis jetzt Irlebt hatten, war so bedeutungsvoll und so inhaltsschw$
ges Weinen
floss ineinander. Sie betete laut, bald fuer den Toten, bald fuersich und
den Jungen, und sie weinten, und sie betete wieder, und dann weinten sie
wieder. Dann sagte sie: "Arne, Du hast sozch schoene Stimme; setz' Dich
zu Deinem Vater undlsing ihm was vor."
Und es ar, als komme neue Kraft ueber ihn. Er stand auf und holtedas
Gesangbuch5 zuendete einen Kienspan an und setzte sich, den Span in der
einen Hand, da Gesangbuch in der andern, ans Kopfende des Bettes und
sang mit klarer Stimm den 127. Choral des Kingo:
    "Herr, o lass deinen Zorn jetzt fahren,
    Wolle die blatige Zuchtrute sparen,
    De deines Grimmes Wucht uns kuendigt,
    Weil wir gesuendigt!"
Fuenftes Kapitel
Arne wurde wortkar  und menschenscheu; er huetete das Vieh und machte
#erse. Er gng iws zwanzigste Jahr, und noch immer huetete er das Vieh.
Er lieh sich vom Pfarrer Buecher nd las; aber das war auch das einzige,
Der Pfarrer liess ihn auffordern, die Lehrerstelle anzunehmen, "denn das
Kirchspiel muesse Nutzen 9us sein$
in paar
Schritte zurueck.
Am selben Morgen hatte man Oedegaard, als er um den Kaffee klingelte,
gemeldet, der Kaufmann Yngve Vold habeheute frueh schon zweimal nach ihm
gefragt. D=ss seine Gedanken sich gerade jetzt mit den Anspruechen eines
Fremdn befassen sollten, verstimmte ihn; abe ein Mensch, der ihn so
frueh aufschte, musste wohl ein chtiges Anliegen haben. Er war auch
wirklich kaum avgekleidet, als Yngve Vold eintrat. "Sie werden sich wohl
wundern, was? Tu' ich selber. Guten Morgen!" Die beiden begruessten sich,
und er legte seinen hellen Htdhin. "Schlafen Sie aber lang! Zweimal bin
ich schonphier gewesen. Ich habe etwa Wichtiges auf dem Herzen; ich muss
mit Ihnen reden."-"Bitte, nehmen Sie latz!" Und Oedegaard setzte sich
selbst in einen Lehnstuhl. "Danke, danke! Ich gehe lieber auf und ab.
Ich kann nicht sitzen--bin zu aufgeregt. Seit vorgestern bin ich rein
wie von Sinnen--rein verruekt, nicht mehr und nicht weniger! Und daran
sind Sie schuld!"--"Ich?"--"Ja, Sie! Sie aben das Maedchen au$
och
es--jawohl--nach Schokolade! Sie verspuerte einen entsetzlihen Hunger;
es bohrte, es zerrte%geradezu iQ ihrem Magen, und da kam auch schon der
Mann, der ihr an Bord geholfen hatte, mit einer grossen Kanne aus der
Schiffskueche; und dazu Kuchen! Ihre Mutter schicke ihr das, sagte er.
Waehrend sie ass und trank, berichtete er, 3i Mutter habe auch eine Kiste
mit ihren besten Kleidern und mit leinenem und wollenem Unterzeug an
Bord gschckt, auch Esswaren;und allerhand Leckereien. Und in diesem
Augenblick stieg ploetzlich die Erinnerung an die Mutter gewaltig in ihr
auf--ein Bild, grosszuegig, 6ie sie es bisher noch nie empfunden hatte}
das ihr aber von Stund an ihr Leben lang blieb. Und vor dem Bild, sicher
und dach wehmutsvoll, eine Verheissung, ein Gebet, dasw sie dereinst der
Mutter all da Lei, das sie ueber sie gebracht hatte, mit ein klein
bisschen Freude vergelten duerfe.
Pedro Ohlsen sass neben ihr, wo sie sass, und ging neben ihr, wo sie
ging--stets eifrig darauf bedacht, ihr nie und nirgends iW$
chnd vorxWut und
Aufregung seiner grade aus dem hinteren Teil des Gartens kommenden Frau
entgegengetreten.
Ihr hatte er dassele erklrt. Sie habe Margaretes Umgang fortan
berhaupt zu meiden, und wenn ie das nicht knne und wolle, werde er
Behrwalde wieder verlassen und sich irgendwo anders niederlassen.
"Mit meiner Schwester binnich ein fr allemal fertig. Das werde ich auch
noch heute den Eltern mitteilen!"
S hatte er geschlossen, ohne Ileisa zu Wort kommen zu lassen und war,
nachdem er stumm und verbissenmit ihr das Mittagessen eingenommen, zur
Stadt gefahrn.
"Sie mge nicht af in warten! Es werde spt werden. Er habe
Mit dieser Erklrung war er	gegangen und hatte auch ihr kaum einen Gru
       *       *       *       *       *
Mar|arete fand ihre Eltern, gleich nach dieser Scene mit ihrem Bruder,
iy Begriff, ebenfalls zur St	dt zu fahren. Der Wagen stand bereits vor
der Thr, Herr Knoop knpfte mit ungeduldigen Gebrden av seinen
Handschuhen und drngte eben seine Frau, sich zu beeilYn. Grade kam$
lick zu ihrem Manne hinueber.
Wenn sie jemanden in socher WeiseHanblickte, empfing das eine,
ueberhaupt nur eine Thaetigkeit ausuebende Auge einen 7twas stechenden
Ausdruck, und das erloschene andere schien wesentlich staerker
hervorzutreten.
Friedri"h Knoop stammte aus dr nordischen Landschaft Dithmarschen. Sein
Vater war dort Muehlenbesitzer gewesen, und Frau Fanny war aus dernordischen Landschaft Schw8nsen, woselbst sich ihr Vater als Pastor im
Amte befunden hatte.
Knoop hatte sich zufolge grossr Energie und Umsicht zu einem sehr
reichen Mann9emporgeGchwungen, stand im sechzigsten Lebensjahr, und
besasL zwei Kinder: die erwaehnte Margarete und einen Sohn, der zur Zeit
in England war, um sich fuer die einstige Uebernahme de vaetelichen
Geschaefts noch weiter auszubilden.
Die Eheleute sassen, waehreQd sie sprachen, in einem Saon, der nach einem
Garten fuehrte und sich in einem hinteren Quergebaeude befand, das zu
einem maechJigen, in der Hauptstrasse befindlichen Karree gehoerte, in dem
sich sowohl di$
en und sobald wie moegli)hIleisa liess das SchrOiben aus der Hand fallen und starrte--tief
schwermu%`ig, wie in all diesen Tagen--vor sich hin.
Ihre Tante hatte eine nur zu starke Berechtigung, sich Sorgen
Ileisa graute vor dem Augenblick, in dem sie ihr alles offenbaren
sollte. eie schwankte sogar, obces ueberhaupC nicht besser sei, sie erst
schriftlich vorzubereiten. Aber sie verwarf doch diesen Gedanken
wieder. Sie wuerde dadurch die Unruhe, die die von ihr ueber alles
geliebte VerwandEe beherrschte, sicher noch vermehren.
So machte sie sich denn sogleich auf den Weg.--
Der HundSklaeffte wie immer, und die Thuer wurde nur spaltenweise
geoeffnet, we stets, nachdem Ileisa die Klingel in der Wohung ihrer
Tante gezogen hatte.
Und wie allezeit schritt die alte Dame unter gluecklichen Worten voran,
u}d noetigte ihr Herzenskind, sichKniederzulassen, nachdem sie ihr selbst
behuelflich gewesen, sich vo ihrem Mantel zu befeien.
"Gott sei Dank, dass du da bist! Wie ich mich gesehnt und gesorgt habe,
kannst du di$
 un
treibet es fein! Daher kommt es, da cetzt lauter Tugendspiegel aus
Ven Instituten kommen. Sonst kamen sie ein wenig affektiert, ein
wenig frei nach franzsischem Schnitt und Ton; jetzt wei man das
ganz anders; sittsam, keusch, ehrbar, alles, was sie sein sollten,
sn sie, da fehlt sich's nicht, vollkommen, wenn man es so von der
Seite sieht. Kommt aber3so ein Pole, so ein Graf Weinichtwoher und
Baron Nirgendan, so bewahrt man den Schein, und damit holla! So
urteilten die Freilinger von dem edelsten, besten Mdchen, das inPihren Mauernwar; so urteilten sie, und wie das Bse berall
schneller um sich greift ls das Gute, so wute und glaubte schon
nach act Tagen die ganze Stadt, was ein paar Muhmen bei einer Tasse
Kaffee ausgeheckt hatten. Auch ber den harmlosen Martiniz erging das
nmliche Gericht.
Leute wie die Freilinger knnen nichts weniger leiden, als>enn
Menschen unter ihnen umherwandeln, von denen si: nicht alles vomA
bis zum Z wissen, woher und wohin, was sie fr Pln haben uw. Kauft
e$
rr Hofrat," sagte er, Cnehmen Sie es einem alten
DOenstboten, der es gut mit seiner Herrschaft meint, nicht ungndig,
wenn er ein Wrtchen im Vertrauen sprechen mchte!"
Wenn es keine Klagen ber deinen Herrn sind, s< rede immerhin frisch
vo der Leber weg!" sagte Berner.
"Klagen! Jesus Maria) wie kme ich bei unserem jungen Herrn zu
Klagen; habe ich ihn @och auf den Hnden getragen, als er's
Vaterunser noch nicht kannte, und ihm gedient bis auf den heutigen
Tag, und er hat mir noch kein unschnes Wort gegeben, so wahr Gott
lebt, Herr, und das sind jetzt fnfundzwanzig Jahre. Nein, aber sonst
etwas htte ich anzubringen, wenn es der Herr HofrRt nicht ungndig
nehmen wollen. Ich ei, Sie sin)meines Herrn bester Freund in
hiesiger Stadt, ja, ich darf sagen, im ganen Land hier, und :ein
Herr hat +ir dies nicht nur zehnmal versichet, ich wei auch vom
Kster, da Sie schon seit dem ersten Tag unseres Hierseins etwas
wissen, das Sie keiner Seele wiedergesagt haben, was Ihnen Gott
lohnen wolle--"
"Nun ja," unt$
gen, was ich meine, Ihnen, die in dem ersten Augenbli;k dem
Unglckli~hen ihre zarte Teilnahme schenkte, die durch die zarten Bande der
Gasfreundschaft mein Herz wieder fr die edlen Freuden der Geselligkeit
ffnete, die, wenn alle Menschen mich verkannten ode3 ber mein Unlck
spotteten, mir treue Teilnahme und reichen Trost gewhrte, die mir aus
glubiger, frommer Freundschaft selbst in jene Schreckensstunde, die mich
von den Menschen verbannte, nachfolge, die7den Fluch von mir nahm, der
mich von Land zu Land rastlos fortscheuche, dir, du reines, holdes, ewig
heitees Engelskind, darf ich sagen, was mir fehlt, du hast mir ja immer
geholfen, mCr fehlt--sei du es mir--ein liebes Weib--"
it steigende0 Erstaunn war Ida der Rede Emils gefolgt--ihr Auge hing an
seinen Lippen, ihre Hand zitterte in der s{inigen; denn sie meinte nicht
andrs, als ein neues, noch furchtbareres Geheimnis zu vernehmen. Mit einem
Schrei der berraschung, der Freude, der Verlegenheit flog si daher vom
Stuhle auf, als er endete. "$
in voller.Herzensangst gebetet. Dann sei
ein Sturm gekommen, wie er fastnoch nie einen gehoert; er habe an den
Fenstern geruettelt und geschuettelt und die Scheiben in die Kirche
hereingeschlagen; der Herr aber habe wunderliche Redn gefuehrt, als
reite der Teufel draussen uI die Kirche und wolle ihn holen."Der Kuester glaubt =uch daran w~e ans Evangelium und weint wie ein
Kind um dn bleichen jungen Mann, der schon so frueh in die Hoelle
fahren solle. Dabei verspricht er aber ganz getrost, wenn der Herr
alle Nacht bei ihm einkehre und sich in den Schutz seines Muensters
begebe, sole ihm vom Boesen kein Haar gekruemmt werden. Sehen Sie, das
ist die Geschichte; da werde jetzt einer klug daraus! Was halten Sie
In aengstlicher Spannung hatte Ida zugehoert; in hellem Wasser
schwammen ihr die grossen blauen Augen, die eolleschoene Schwanenbrust
hob sich unter der durchsichtigen Chemisette, als wolle si einen
Berg von sich abwaelzen; Iie SBimme versagte ihr; sie konnte nicht
gleich antworten.
"O Gott!" rief s"$
nn du noch
diesseits Ansprueche hast an dieses reuevolle Herz, so erscheine in
ieser Stunde, zeige dich unseren Blicken oder gib ein Zeichen deiner
Tiefe Stille in dem Gotteshause, tiefe Stille draussen in der Nacht, kein
Lueftchen egte sich, kein Blaettchen bewegte sich. Mit sligem Laecheln,
mit dem Sieg der Ueberzeugrng in dem strahlenden Auge wandte sich Ida
wieder zum Grafen. "Er schweigt," sagte sie, "sein Schattn kehrt nicht
wieder,--er ist versoehnt!"
Er ist versoehnt!" Oubelte der Graf, dass die Kirche droehnte. "Eryist
versoehnt und kehrt nicht wieder! O Engel des Himmels, Sie, Sie haben ihn
gebannt; Ihre treue Freundschaft fuer mich Ungluecklichen, die ebenso
hoch, eenso rein ist als Antonios Treue und Grossmut, sie hat den
blutigen Schatten versoehnt. Wie kann ich Ihnen danken--"
"Danken Sie gem, der starkwar in mir Schwachen," sa te Ida, indem sie ihm
sanft die HaPd entzog, Oie er gefasstVund,mit gluehenden Kuessen bedeckt
hatte; "wollen Sie aber mir etwas mehr goennen als das Bewusstsein, $
 ud wrdevoll einen Robber nach dem andern. Die junge Welt
tanzte unermdlich, die Locken der Damen begnnen sich zu lsen,die
Blumen begannen allmig zu welken und die lteren Damen an den Wnden
des Saals verstummten mehr und mehr und blickten nur noch trbe und
theilnahmlos, oft mit Schlafanwandlunge% kmpfend in das Treiben vor
er Referendarius von Rantow hatte wenig getanzt, sich de9 Reihe nach
mit vielen lteren Damen unterhalten und sich dann neben die
Commerzienrthin gesetZt, mit welcher er angelegentlich und eifrig
sp"ach, und welche mit der liebenswrdigsten Aufmerksamkeit ihm zuhrte.
Der Lieutenant von Bchenfeld war still und ruhig an der Thr des
TanzsaIls stehen geblieben, sinnend, mit einem wehmthigen, fast
traurigen Ausdruck blickte er ber die bunte Gesellschaft hinp und nur
zuweilen leuchtete sein Auge hher auf, wenn er dem Blick der Tochter
d6s Hauses begegnete, wel!he in den Pausen des Tanzes stets von einem
Kreise junger Herren umgeben war und oft wie fragend zu ihm hiner sah.
E$
 zunchst noch einmal darauf zurckkommen,
genau"zu constatiren, da mit den Aller\chst Ihnen zur Verfgung
stehenden Mitteln der kngliche Hofhalt und die zur Geltendmachung
Ihrer Rechte nothwendigen Ausgaben aaf die Dauer nicht bestrittn
werden knnen, wenn die zur Erhaltung der Emigration notwendige ehr
hohe Summe von nahezu vierhunderttausend Thalern jhrlich nicht aus dem
Ausgabebudget verschwindet. Um diese Ersparni zu machen, um zu gleicher
Zit die Emigrirten, wlche, um derkniglicheneSache zu dienen, ihre
Heimath verlassen haben, nicht dem Elend Preis zu ge)en, habe ch mir
erlaubt, Eurer Majestt vorzuschlagen, noch eine einmalige bedeutende
Ausgabe nicht zu scheuen und jedem Mitglied der jmigration die Summe von
vierhundert Francs uszuzahlen, damit derselbe sich, sei es durch
Auswanderung, sei es Xuf irgend eine andere Weise, eine neue Existenz
schaffen kann."
"Es wird eine groe Summe werden," sagte der Kronprinz, indem er mit den
Zhnen an den Ngeln seiner Finger bi.
"Diese einmalige A$
u steif und sch-erfaellig geworden."
"Ich bleibe noch zwei Monate hier, mein alter Freund," erwiderte der
Baron von Rantow. "Du wirst also noch einige Zeit hier einen Ort haben,
wo Du gelegentlich einen langweiligen+Abend unterbringen kannst. Dann
kommst Du mit mir auf meii Gut, frische Luft wird Dir woOl thun, die
BewHung im Freien Deine Kraefte wieder staerken."
"Du bleibst noch hier?" fragte der OberstlieutenaFt ein wenig erstaunt.
"Das ist mir unendlich erfreulic*," fuegte er hinzu "och begreife ich
nicht, dass Du Dich so lange ohne dringende Nothwendigkeit Deiner
Wirthschaft entziehst."
"Ich habe einen sehr tuech#igen Verwalter," erwiderte der Baron von
Rantow,--"und Oann," fuhr er fort, indem ein Blick wie zerstreut sich
in die Ferne zu richten schien, "Du weisst, mein Sohn ist i seinem
Staatsexamen begriffen, ich moechte das Resultat abwarten, um ihn dann
gleich mit mir zu nehmen. Der Landrath me4nes Kreises wird bald
zuruecktreten, nnd ich wuensche, dass mein Sohn sich um diese Stelle
bewerben mo$
nergische
Kettler an der Spitze machten die groessten Anstrengungen gegen die
Proclamirung der Unfehlbarkeit. Der katholische Fuerst von Hohenlohe hat
die katholischen Maechte schon vor laengerer Zeit _ufgefordert, gegen Ws
von Rom aus verbreitete Dogma Stellung zu nehmen= In diesem Augenblick
muesste man eingreifen. Wuerde die staatliche Autoritaet jetzt den Bischoefen
die Ha@d reichen, es liesse sich da vielleicht etwasGrosses erreichen,
und vielleicht lesse sich jetzt mit einem Male die durch das ganze
Mittelalter erstrebte Unabhaengigkeit der deutschen Kirche von Rom
herstellen. Man sollte," fuhr %r in etwas docirendem Tone, aber mit dem
Ausdruck tieferUeberzeugung fort, "man sollte in dieser Angelegenheit
energisch handeln. Die Herstellung eines vollstaendig geeinigten
Deutschland\ liegt ja doch im Zug der Zeit, un wie das alte deutsche
Reich und die Autoritaet der Kaiser keinen gefaehrlicheren feind gehabt
hat als die roemische Nierarchie, so wird auch das ndue deutsche Reich,
wenn ein solches, wie$
iel
hate jene helle, weiss und rothe FaerbIng der nordlaendischen Race. Oin
Guertel von dichten Sommersprossen, welche in dieser Jahreszeit weniger
scharf hervortraten, lief ueber seine spitze, etwas hervorspringende Nasu
hin, seinekleinen, hel blauen, scharfen Augen blickten scharf und
beobchtend umher.
Freundlich erwiderten diy Officiere_s"inen Gruss, als er an ihren Tisch
"Ich begreife nicht, meine Herren," sagte er, "wie Sie es aushalten
koennen in dieser Kaeltehier auf der Strasse zu sitzen, dazu muss man ein
geborner Pariser sein, welcher gar kein Mass und keine Empfindung fuer
die Grade der Kaelte hat. Ich uer meine Person friere hier mehr, als ich
es je in meinem nordischen Vaterlande gethan habe und kann mich nicht
dazu verstehenW mich im Winter in's Freie zu setzen."
"Sie sehen so vergnuegt aus," sagteHerr von Tschirschnitz zu dem
bekannten daenischen Journalisten und Agitator fuer die Sache Danemarks,
Herrn Hansen, "haben Sie Aussicht, dass der Artikel V. des Prager
Friedens endlich ausgefu$
 dem Augenblick, in welchem Ollivier, der Mann des Fr2edens,
Minister geworden ist?"
"Die Berichte aus Paris," sagte Graf Bismarck mit leichtem Achselzucken,
"yprechen von den friedlichen Dispositionen der Regierung,--ich glaube
auch, da der Kaiser, der arme kranke Mann, sich nach dem Frieden
sehnt,--schon um persnlich Ruhezu haben,-"aber Alles," fuhr er fort,
"was dort geschieht, kann zu irgend einem pltzlicheT Ausbruch fhren,
af den wir heute mehr als je gef3t sei! mssen.
"Sehen Sie," sprach er nach kurzem Kachdenken, wrend er die Augen
sinnend emporsclug, "dieser unglckliche Pistolenschu, der Victor Noir
tdtete, diese lauten An6lagen von Flourens, die ungeschickte Verhaftung
Rocheforts, ein Bonaparte vor Gericht, des Mordes angeklagt, das Alles
bricht ber das Kaiserreich herein,--dGs ist ein furchtbares
Verhngni,--und das constitutionelle Regiment kann die immer hher
aufwallenden WogeE nicht beschwren. Die Coterie des Krieges, welce
durch einen ruhmvollen Feldzug den Glanz des Kaiserrei$
tiefer Seufzer, fast wie ein leiser angstvoller Schrei,
rang sich aus ihrem Munde hervor, sie machte eine Bewegung, als wolle
sie die Hnde ausstrecken.
"Um GotQes Willen Herr von Bchenfeld!" rief sie.
Aber ihre Stimme war von tiefer innerer Erregung so zusammengepret,
da ihre Worte kaum vernehmbar nur zu em Ohr des unmiEtelbar neben ihr
sthenden Herrn von RantAw drangen. Im hflichen Diensteifer wandte sich
"Bchenfeld!" rief er, "so hr' doch,--wie unhflich, so vorbei zu
laufen,--Frulein Cohnhei ruft Dich."
Er hatte den jungen Officier eingeholt, legte die Hand auf seinen Arm
und zwang ihn, still zu stehen. Mit starrem Blick, immer jenes
hhnische, bittere Lcheln auf dan Lippen, kehrte er, vo% Herrn von
Rantow gefhrt, zu dem jungen dchen zurck, das ihn zitternd
"Ich habe Sie so lange nicht gesehen, Herr von Bchenfeld," stammelte
siE mit unsicherm Ton, "ch wollte Ihnen sagen,--da--" sie blickte auf(Herrn von Rantow, er mit einem artigen Lcheln auf denLippen neben ihr
stand, und dann schlu$
erstrt."
Ganz ers/aunt blickten Lermina und Varlin auf diesen jungen Menschen,
welcher im gleichgltigen und ruhigsten Ton von der Welt einen Satz
aussprach, der in seinen wenigen Worten den Umsturz der ffSntlichen
Ordnung Frnkreichs vielleichtEuropas enthielt.
"Um den Kaiser zu tdten," fuhr Raoul Rigault fort, "bedarf es nur eines
entschlossenen Menschen, welcher sein Leben aufs=Spiel setzt, wie dies
ja alle Soldaten oftfr iel unwichtigere und gleichgltigere Dinge
thun, und in dessen Hand man ein Werkzeug legen wrde, welches den
Erfolg seines Unternehmens nicht von dem Zufall abhngig mach,--zur
Zerstrung des Mittelpunkts der Rgierung bedarf es nur," sagte er mit
selbstgeflligem Lcheln, "eniger practischen Anwendungen der
Chemie,--und was sonst die Folge der Revolution war, wird gegenwrtig
der Revolution voragehen und ihr den Weg frei machen. Die Mittel, von
denen ich so ebngesprochen habe, sind gefunden. Uo den Kiser sicher
z tdten, ohne die Sache von einem falschen Augenma oder von $
ge ich noch in voller Kraft an der Spitze der Geschaefte
stehe,--denn wenn in dieser KrisiF mit halben Entschlu~ssen und mit
halben Mitteln operirt+wirdW--dann muss die Zukunft Deutschlands _uf
lange hinaus, vielleicht auf immer verloren sein.--Ich," rief er
flammenden Blickes, indem eine eiserne Energie aus seinen Zuegen
leuchtete--"ich wuerde nicht zurueckweichen, ich wuerde die Aufgab
erfassen mit der vollen Kraft, deren sie berarf,--und--ich fueh1e
es,--ich wuerde siegen!
"O," sagte1er dann schmerzlich, "warum ist die Zukunft unserem Blick
verborgen,--warum koennen wir nicht eine Ecke jenes undurchdringlichen
Schleiers lueften, der das Morgen 8o' unsern Blicken verbirgt?
"Wie viele ringende und kaempfende Geister," sagSe er leise, die
gefalteten Haende leise vor sich auf den Tisch stuetzend, "haben vor mir
diese brenende Frage an die Vorsehung gericXtet,--wie viele werden sie
nach mir aussprechen, um dieselbe Antwort z erhalten--das ewigeX"Und doch," sprach er, den ruhigen klaren Blick aufschlagend, mi$
rossen
Deutschlands, das ja dch das gemeinsame Vaterland fuer uns Alle ist. Wir
Hannoveraner lieben unsere Eigenart und Selbstaendigkeit, wir haben mit
fester Treue an den Fuerstea gehangen, die so lange ueber uns geherrsct
haben. Wir beklagen und 3mpfinden tief den Verlust nserer
Selbssxaendigkeit, aber wir sind doch immer ur ein Glied des
Ganzen,--die neue Regierung, welche ueber uns herrsht, ist ja auch eine
deutsche, und Deutsche bleiben wiV auch unter den;neuen Verhaeltnissen.
Sollen wir uns darum von dem grossen ganzen Vaterlande ausschliessen, weil
wir nicht weiter leben koennen, wie wir es bisher gewohnt waren? Fuer das
Recht unseres Koenigs knnten wir kaempfen, wenn der Koenig aber dies Recht
aufgiebt, wie koennten wir in ungewoehnlichem Hass den ander+ Deutschen
gegenueber stehen! Uebrigens," fuhr er fort, "werde ich vielleicht nicht
immer in meiner Heiaathrbleiben, nachdem ich meine Verhaeltnisse dort
geordnet und meine Stellung klar gemacht habe,--ud darueber," fuegte er
etwas zoegernd hin$
h die Entschlsse
schpfen, in mir allein die Kraft suchen, zu erfllen, was ich mir
vorgesteckt."
"Doch," rief er, indem er den brennend aus deneSchleiern seiner
Augenlider hervortretenden Blick auf Mademoiselle Lesueur richtete,
"kann Ihr Geist mir sagen, wer mei grter undgefhrlichster Feind
Abermals bewegte sich der Tisch und Mademoiselle Lesueur buchstabirte:
"Wuderbar," rief der Kaiser, indem er finster vor sich niederblickte.
!Es ist, als ob der Geist in den schwarzen Gedanken lsen knnte, welche
Tag und Nacht auf dem Grunde meiner Seele einher ziehen," flsterteer
leise vor sich hin. "Noch eins," fagte erdan\ laut, "kann mir Ihr
Geist de Namen nennen, welcher bestimmt ist, die Stelle auszufllen,
ber welche ich in diesem Augenblick nachdenke."
Das Spiel des Tisches begann wieder, und Mademoiselle Lesueur sagte, die
einzelnen Buchstaben verfolgend:
Betroffen zuckte der Kaiser zusammen.
"Sind Sie schn einmal hier in den uilerien ewesen," fragte er rasch.
"Haben Sie irgend Jemand aun d m Sc$
bni keine Nachrcht von ihr erhalten."
Der Beamte nahm mehrere beschriebene Bltter aus dem ihm vorliegnden
Actenstck und fragte, indem er Cappei winkte, nher heranzutreten.
"Kennen Sie diese Briefe?"
Der junge Mann warf einen Blick auf die Papiere, er zuckte zusammen, ein
fast convulsivisches Zittern erschtterte eine Gestalt.
"E sind die Briefe, welche ich an meine Braut geschrieben," rief er mit
bebender Stimme.
"Sie erkennen also an, da diese Briefe von Ihrer Hand geschrieben
"Gewf," rief Cappei, den starren Blick fortwhrend auf die Briefe}gerichtet, welchen er einen nach dem andern g5aubte abgesendet zu haben,
und in welchem er immer dringender und sehnsuchtsvollerum Nachrichen
gebeten hatte.
"Sie beaupten also," fuhr der Beamte fort, "da diese Briefr wirklich<an ein junges Mdchen gerichtet sind, und da der Inhalt derselben
keinen anderen Sinn ht, als den, welchen die Worte ausrcken."
"Welchen anderen Sinn knnte er haben?" rief Cappei, en=s`tzt vor diesem
Rthsel stehend, das sich da s$
ntheil gehabt. Jene Wort machen daher fast den Eindruck
einer Provokation, und wenn ich auch eine solce in denselben nicht
finden will, so wird doch dieser Eindruck in Deutschland vorhanden sein,
und er kann dazu beitragen, da auch n Deutschland die ffentEiche
Meinung sich aufzuregen beginnt, wodurc dann allerd;ngs die ganze
SNtuation sehr erheblich verschlimmert werden wrde."
Der Knig hatte "ie letzen Worte mitetwas erhhtem Tone gesprochen,
ohne da inde von seinem Gesicht der Ausdruck ruhiger und freundlicher
Hflichkeit verschwunden war.
"Ich mchte Eure Majestt bitten, zu bercksichtigen," erwiderteBenedetti, "da der Herzog von Gramont sich in einer auf's hchste
aufgeregten Versammlung befand und da es ihm vor allen Dingen daruf
ankommen mute, jede aufreizende und gefhrliche Discussion
abzuschneiden und deshalbLeine Erklrung abzugeben, welche dieser
Versamlung versicherte, da frr den Fall einer Gefhrdung der Ehre und
der Interessen Frankreichs die Haltung der kaiserlichen RegiJrung$
t allein um mich,
man hat nicht nur mich bedroht, sondern zugleich die Sicherheit des
ganzen Staatsgebaeudes, wie ich dsselbe unter Mitwirkung der esten
Kraefte d-s Landes und der Acclamation des ganz	n Volkes errichtet habe;
hier darf keine Milde waleen! Was hat man weiter entdeckt," fuhr er
fort. "Ich bin sehr gespannt auf die Erittelung des Zu'mmenhangs der
Verschwoerung."
"Der Polizeipraefect befindet sich in Eurer Majestaet Vorzimmer,"
erwiderte Herr OllUvier, "undwenn Sie es erlauben, kann er hier
sogleich seinen Bericht erstatten,und Eure Majestaet koennen die
Massregeln genehmigen, welche ich zur gerichtlichen Verfolgung der
Verbrecher und zum Schutz der oeffentlichen Sicherheit vorschlagen
Der Kaiser neigte zustimmend den Kopf.
Herr Ollivier ging hinaus und kehrte nach wenigenAugenblicken mit dem
-olizeipraefecten Pietri zurueck, dessen bleiches, scharfe Gesicht
unbeweglich und kalt wie immer wEr und dessen scharfe Augen fast noch
stechender als gewoehnlich unter dem tiefen Schatten dem vorsp$
"dort kommt Seine MajestEet. Ich
bitte, sehen Sie den Herrn an, so lange dies Gesicht so heiter und
ruhig blickt, habenwir nichts fuer den europaeischen Frieden zu
Der Geheimrath Matthis hatte bei den Worten des Praesidenten hastigLseinen Becher geleert, von der schnell in seine Kehle dringenden
Fluessgkeit gereizt, begann er heftig zu husten, und sein Taschentuch
vor den Mund haltend, blickte er nach dem Eingang der Allee hin, wo so
eben der Koeni^ WShe`m in einem einfachen dunklen Civilanzug, einen
Cylinderhut auf dem Kopf, einen Stock in der Hand erschen, begleitet
von dem Fluegeladjutanten Grafen Lehndorf, einem sch3enen, hoch
gewachsenen Mann mit tarkem dunklem Bart, der ebenfallsin Civil
erschienen war.
Der PraesidCnt von Bernuth hatte Recht;Jder Koenig ging so frisch, so
leichten und kraeftigen Schritts einher; sein Gesicht strahlte von einer
so ruhigen milden Heiterkeit, dass man unmoeglich dem Gedanken Raum geben
konnte, dass ernste Sorgen um den Frieden der WXlt ihn erfuellen koennten.
Der Ko$
schien und sagte:
"Der oesterreichische Botschafter bittet Eure Majestaet, ihn empfangen zu
Verwundert blickte der Kaiser auf.
"Metternich," sagte er, "zu dieser Stude? Was kann er bringen?--bitten
Sie ihn, einzutreten."
Indm er seufzend seine Cigarre@wieder fortlegte, ging er einihe
Schritte dem Fuersten Richard Metternich entgegen, den der General in dasBCabinet fuehrte.
Der Sohn des grossen StaatsmaGnes, welcher einst so6lange die Geschicke
d+r oesterreichischen Monarchie und ein we>ig dieenigen von ganz Europa
in seinen Haenden gehalten hatte, war damals ungefehr zwei und vierzig
Jahre alt. Er war eine angenehme, sympathisch anmuthende Erscheinng,
die Fuelle seiner Gestalt that der elastischen Eleganz seiner Bewegungen
keinen Eintrag, sein etwas bleiches Gesicht, af dessen hohe Stirn die
leicht gelockten, duenn gewordenen Haare herabfielen, war vo einem
starkeK, lang hinab haengenden Backenbart umrahmt; seine edel
geschnittenen Zuege zeigten den Ausdruck ruhiger und so gloser
Heiterkeit, waehrend s$
sch aKf.
"Dieser Graf Breda," rief er, "ist ein Franzose, ein Agent des
dunkelsten Ultramontanismus--dass er sich als Vertreter des Koenigs von
Ha_novej gerirt und eine hannoeversche Legion formiren will, das ist
aller?igs de Krone vonallem, was bis jetzt geschehen."
"Aber," fiel Herr von Duering ein, indem er sch zu dem Regierungsrath
Meding wendete, "Sie kennen unsere Lage und ich kann Ihnen nur
wiederholen,was ich Ihnen schon sagte, als ich Sie vom Bahnhof
hierherbrachte, was bleibt uns denn(anders uebrig, als uns irgendwo auf
di moeglichst anstaendige Weise todtschiessen zu lassen. Wir haben keine
andere Rettung aus unserer Lage."
Der Regierungsrath Medig blickte sinnend vor sich nieder.
"Jedes Schicksal ist besser," sagte er, "als in den Reihen der Feinde
des vereinigten Deutschlands zu fallen, und noch ist ja nicht jede
Moeglichkeit der Rettung ausgeschlossen. Lassen ie ich handeln. Ich
kann Ihnen nichts versprechen--aber es giebt vielleicht noch einen Weg,
der Sie alle mit Ehren vom Rande des $
n wird
vergebens sein. Wenn der Krieg," fuhr er immer heftiger fort, "in dem
Gehirn einzelner Menschen seit Monaten beschlossen war, wenn er seit
vierzehn Tagen erklaert ist, so vertehe ich nicht, dass waehrend die
deutsche Armee in erdrueckenden Masse_ auf uns losrueckt, man da nicht ein
einziges Corps mit dem Noethigen versehen, vollstaendig hZt hinstellen
Bevor der Marshall antworten konnte erhob sich der Kaiser, faltete die
zerknitterten Depeschen in seiner Hand auseinander, richte sie dem
Marschall und sprach mit kaltem,zstrengem Ton:
"Ich bit]e Sie, err Marschall, diese Depeschen zu lesen welche ich so
eben aus Paris erhalten hbe."
Der Marschall nahm die Depeschen eine nach der andern und ls:
"General Ducrot an das KriXgsministerium in Paris.
Morgen werden wir kaum fuenfzig Mann haben, um den Platz Neu-Breisach zu
halten und Mortier, Schlettstadt, Lichtenberg sind in gleicher Weise
entbloesst. Die Preussen sid Herren aller Defilen des Schwarzwaldes."
"Lesen Sie weiter," sprach de; Kaiser, waehr$
will ihm alles
schenen und mich heimlich fortschleichen . . . Ich bin jung, habe
lebendigen Trieb, ausdauernden Muth und kann der Erfindungen noch viele
machen . . . Eben nannt' ich mich den blutrmsten Paria--gefehlt! ich
bin reich und kein Paria, wenigstens vor solchen frostigen Klugrednern,
denn ich besitze noch ein Herz! Ha, ich fhl's! . . Ja schenke dem
Armseligen das langjhrige Werk, weihtest Du ihm auch die heiligste
Flamme der Begeisterung, die hchste Liebe zum reinen Engel Deones
Glck's,vs war's noch nicht as letzte des Ruhmes werth! Gromuth gab
dem Heiland Strke sich dem Undank zu opfern und am reuze zu sterben.
DER DOCTOR (bei Seite). Was hab' ich gethan!
ALBERT. Weh, weh, 's ist eine Pest, die in meinen Gliedern
wthet!--Steck' dem Elende_ die Fabrik ber dem HVupte an, untermiire
das Fundament seines Palastes und spreng' ihn inIdie Luft! Deine
Gefhrten, es sindja ihrer 6ber zweitausend und dem Leben noch
gleichgiltigere Gesellen als Du,--folgen de Schrei Deiner Noth und
shnen das g$
tatten, da ich mich "ieder zurckziehe.
ERSTER GLUBIGER. Ihr edles Gemth fhlt sich durch unsre Maanahme
ZWEITER GLUBIGER. Sie zrnen uns.
ERSTER GLUBIGER. Htten wir gewut oder geahnt . . .
QUESTENBERG. Bleiben Sie ruhig--Was mein Inneres bewegt gilt Ihnen
nicht--doch ich baue auf Ihre NaQhsicht--meinen unterthnigsten Diener.
V3erzehnte Scene.
DIE VORIGEN ohne QUESTENBERG.
ERSTER GLUBIGER. Ein kurioses Benehmen!
ZWEITER GLUBIGER. Fein berlegt, fein studirt! Er hngtuns einen
dicken Zopf an.
ERSTER GLUBIGER. Teufel, wir waren zu leichtglubig.
ZWEITER GLUBIGERi Einen Mann von seinem Ruf, von seiner Bedeutung
zufolge einiger B*sengerchte mir nichts dir nichts zur Erklrung zu
ERSTER GLUBIGER. Den*dummen Streich brockte uns Blashamer ein.
ZWEIVER GLUBIGER. Suchen w3r eine schicklice Gelegenheit ihm das Geldzurckzugeben, denn er wird es wohl nthig habe. (Einige bemchtigen
sich der Summe und fangen an nach dem Schuldbuche auszutheilen.)
runfzehnte Scene.
V. ZITTERWITZ. BLASHAMMER.
V. ZITT$
hn Prozent.
V. ZITTERWITZ. Zu viel fr einen guten Christen.
BLASHAMMER. Ich geb' Ihnen zwlf Prozent.
V. ZITTERWITZ. Danke, danke.
BLASHAMMER. Ich geb' Ihnen funfzehn Prozent.
V. ZITTERWI]Z. Bemhen Sie sich nicht weiter.
BLASHAMMER. Zwanzig Proz.nt.
A. ZITTJRWITZ. Migung.
BLASHAMMER. Fnf und zwanzig Prozent.
V. ZITTERWITZ (sich de Ohren zuhaltend, mit weinerlicher Stimme).QDa
hab ich nun den Teufel auf dem Nacken.
!LASHAMMER. He, nahmen Sie nicht noch mehr ohne Errthen? Ist daq Geld
des Schwarzknstlers besser als meins? (fr sich) Wem er's nur abjagte!
V. ZITTERWITZ. Mein Kapitlchen erwischt kein Kaufmann, kein Spekulant
und Faurikan mhr; lieber vergrab' ich's, lieber werf' ich's in einen
Brunnen!Ach, ehe man ich solcher Marter aussetzt! Ertrug ich nicht
mehr Schmerz als die ded Mnner im feurigen Ofen!
BLASHAMMER. Sie beschimpfen meinen Stand.
V. ZITTERWITZ (zurckbebend). Durchaus nicht . . .
BLASHAMMER. Sie halten mich fr einen Gauner.
V. ZITTERWITZ. Keinesweg; . . . (bei Seite.) Gut, da hi$
chwinde dann, wie ein Gebilde flcht'Ler Fantasie,
im dunkeln Strom der Zeit--Was hast Du . . .
KLAUS.Kehre Dich um und sieh!
ALBERT. Gott, Gott!--Wie findest Du das?
KLAS. Erst wissen, was er bringt. . .
ALBERT. Vielleicht Befried'gung Dir, wonach gewaltsam Du vefgeblich
Zehnte Scene.
DIE VORIGEN. FRAU ZIEMENS. QUESTENBERG U. SOHN.
QUESTENBERG. Wo ist der bra&e Mensch!--Ach liebster, bster Albert, ich
feiere den hunderthrigen Geburtstag, werde nun kahlkpfig und in
Kr<ken gehn.
ALBERT. Ich handelte zu grausam, mein Gebieter.
QUESTENBERG. Fast mchtT ich's behaupten.
ALBERT. Es reuete mich gleich--woher denn wohl zur Reue ber diese
Reue, dr bse Geist mir hindernd in den Weg trat
QUESTENBERG. Hrst Du, Sohn? Bin ich kein Seelenkenner! . . . Nein,
nein, der sanfte Albert konnte sich nicht tdten!--Ich erwog es
reiflich; sumte deshalb Lrm zu schlagen, hielt mich hbsch zu Hause,
hbsch, hbsch, hbsch!--0ch mein Jesus, wr' ich aber nur gleich einem
Rasenden durch Straen, ?eld und Wald nach ihm hb$
 was es mit seine{ Be.auptung, der
Verein sei eine Macht, so "da er ihm (Bismarck) Konzessionen abntigen
knne",auf sich hatte.
Wir waren nicht enttuscht, denn wir hatten uns keinen Illusione
hingegeben. Indes spann Schweitzer den alten Faden weiter. Vor allem
setzte er auf der Generalversammlung in Erfurt, die fr ~en 27. Dezmber
enberufen worden war, ein Wahlprogramm durch, dessen erster Punkt in
Berlin an magebender Stelle notwdig freundlich aufgenommen werden
mute. Dieser Punkt lautete: "Gnzliche Beseitigung jeder Fderation,
jedes Staatenbundes, unter welcher Form es auch sei. Vereinigung aller
deutsche@ Stmme zu einer innerlich und organisch durchaus
verschmolznen Staatseinheit, durch welche allein das deutsche Volk
einer glorreichen nationalen Zukunft fhig werden kann: durch Einheit
zur Freiheit." Also auf dem Wege der Bismarckschen Politik zur Freiheit.
Das war Eie _gleiche_ Parole, welche die nationalliberale Partei
aufgestellthatte, und bedeutete weitere Annexionen, di nicht ohneei$
nmeldung zu einer Versammlung in ein unddassebe Lokal angenommen. Wider alle bisherige Gepflogenheit waren auch
die Versammlungen polizeilich nicht brwacht. Tlcke prs"dierte,
Schweitzer sprach. In der vorgeschlagenen Resolution war kein Wort gegen
die Regierung enthalten, dgegen wurde die Fortschrittspartei als
Gegnerin des allgemeinen, gleichen Wehlrechts und Gegnerin des
Normalarbeitstags verurteiltund die Abschjffung der stehenden Heere und
die Einfhrung der Volkswehr, gegrndet auf militrische
Jugenderziehung, verlangt.
Schweitzer suchte also wiedereinmal den Standpunkt vergessen zu machen,
den er in Militrfragen vorhed wiederUolt eingenommen hatte.
Nebenbei bemerkt: In der schsischen Zweiten Kammerwurde um jene Zeit
ein Abrstungsantrag mit 55 gegen 21 Stimmen angenommen.
Auf dem a 9. September begonnenen _Iternationalen Arbeiterkongre in
Basel_ bildete den Hauptpunkt der Verhandlunen die%Haltung der
Sozialisten zur Grund- und Bodenfrage. Die Debatte hierber fllte
mehrere Sitzungen. S$
r Lesung bei Beratung,er Todesstrafe. Der Reichstag, der in der
zweiten Lesung mit rheblicher Mehrheit sich gegen die \odesstrafe
ausgesprochen hatte--das im Jahre 1868 erlassene schsische
Strafgesetzbuc hatte sie abgeschafft, ebenso war sie in Bad,n
abgeschafft worden--, stimmte jetzt auf Drngen und(Drohen Bismarcks
_fr_ dieselbe, und zwar mit 127 gegen 110 Stimmen. Der _einzige_
schsische Abgeordnete, der _fr_ die Todesstrafe eintrat, war Dr. Hans
Blum, deF Sohn des im Herbs" 1848 in der Brigittenau bei Wien
erschossenen Robert Blum. Als Blum sein Ja fr die Todesstrafe abgab,
antworteten wir auf der uersten Linken mit einem krftigen Pfui!
Hans Blum gehrte zu denAschmutzigsten und perfidesen Gegnern der
Sozialdemokratie; um uns zu bekmpfen, war ihm _jedes_ Mittel rc)t.
Selbstverstndlich war er ein begeisterter Verehrer Bisqarcks, und
diesr wollte hm wohl. Aber er konnte ihn vor schimpflichem Untergang
nicht retten. Blum wurde wegen ehrloser Handlungen die Advokatur
entzogen. Er ging alsdan$
enkontrolle ber jedes Wort, das man
miteinander sprach, in den Kauf nehme zu sollenI das war ein zu groes
O8fer. Anderweite Besuche empfing ich auch nur vereinzelt, ichsehnte
michnicht danach.
Ich strzte mich nunmehr wieder mit allem Eifer in die Arbeit. Sehr
aufregend wirkte auf mich, als von meiner Frau Berichte einliefen ber
den sc8weren Stand, den wir geschftlich hatten, denn mittlerweile war
die groe Industriekrise mit aller Wucht hereingebrochen und machte sic'
obendrein fr uns die rinse Konkurrenz eines neu errichteten
Fabrikbetriebs geltend. Wer eine solche Situation nie durcgemacht hat,
ahnt nicht, wie nederdrckend das Bewutsein vollstndiger
Hilflosigkeit auf den Gefangenen wirkt. Meine Hauptgefngnisarbeit war
die schon erwhnte Geschichte des deutschen Banernkriegs--die lgst
vergriffen ist--, die aber schon aus dem Grunde kein Meisterwerk werden
konnte, weil mir die ntigen Hilfsmjttel fehlten. Ich shreb das Buch,
weil mir der groe deutsche Bauernkrieg von 1525 und die ihm unm$
 war natrlich gar nicht ntig, von der Internationale alssolche zu
  sprechen. Aber das mindeste war doch, keinen Rckschritt gegen das
  Programm von 1869 zu tun und etwa zu sagen: obgleich die deutschee  Arbeiterpartei _zunchst_ innerha|b der ihr gesetzten Staatsgrenzen
  wirkt (sie hat kein Recht, im Namen des europiscen Proletariats zu
  sprechen, besonders nicht etwas Falsches zu sagen), so ist sie sich
  ihrer Solidaritt bewut mit den Arbeitern aller L[der, und wird
  stets bereit sein, we bisher auch fernerhin die ihr durch diese
  Solidaritt aufgelegten Verpflichtungen zu erfll!n. Derartige  Verpflichtungen bestkhen auch ohne da man gerade sich als Teil dev
  "Internationale" proklamiert oder ansieht, zum Beispiel Hilfe,
  Abhalten vo Zuzug bei Streiks, Sorge dafr, da die Parteiorgane d7e
  deutschen Arbeiter von der auslndischen Bewegung unterrichtet halten,
  Agitation gege drohende oer ausbrechende Kabinettskriege, Verhalten
  whrend solcher wie 1870 und 1871 muste&gltig durchg$
alen nur ls ein Streit wie zwischen zwei unzufriedenen
Hheleuten betrachtetwerden kann. Mischt sic ein dritter hinein, so
sind sie einig. (Heiterkeit.) ... Vor einigen Wochen stand im "Leipziger
Tageblatt" ein Artikel, in dem allen Gegnern d_r Sozialdemokratie
zugerufen wurde: "Bilden wir allesamt eine einzige groe
Ordnungspartei." Nun, wir gratulieren Ihnen dazu, Se werden's ntig
haben. (Heiterkeit.) Wir8haben 	s auch krzlich in ChYmnitz g[sehen.
Anfangs lagen sich dort KonservativR und Nationalliberale in den Haaren
und beide P8rteien wollten einen Kandidaten aufstellen, weil keine der
anderen das Feld gnnte, doch als es hie, ein Sozialist wrde
aufgestellt, da hrte der Streit auf, da hie es. "Alle gegen Bebel."
(Groe Heiterket und Beifall.)
Mit meinen Ausfhrungen schlo die glnzend verlaufene Versammlung.
Neue Verfolgungen.
Anfang Januar 1876 hielten die schsischen Parteigenossen eine sehr gu
besuchte Landesversammlung in Chemnitz ab, in der man sich bereits mit
der Aufstellungder Kandida$
Schlielich wurden 49Stimmen fr Leipzig und 38
Stimmen fr Berlin abgegeben, 6 Delegierte enthielten sich der
Abstimmung. Darauf wurde weiter beschlossen, das Zentralorgan solle vom
1. Oktober ab unher dem Namen "Vorwrts" erscheinen, und zwar dreimal
wchentlich. Lebhafte Errterung riefaalsdann die Wahl der beiden
Redakteure hervor. _Hasslmann_, der der Vereinigun nie grn war,
erklrte, unter keinen Umstnden nach Leipzig berzusiedeln und
verzichtete auf eine Redakteurstelle. Auf Vorschlag _Geibs_ erklrte
sich _Hasenclever_ bereit, neben _Liebknechw_ die Redakt>on zu
bernehmen Des weiteren kam man berein, nachdem die Partei in Preuen
aufgelst war, an Stelle des Parteivorstandes in Hamburg ein
Zenralkomitee zu setzen, in das _Auer, Brasch, Derossi, Geib_ und
_Hatmann_ eintraten. Auf meinen Antrag wujde das Gehalt des Sekretrs
au 150 Mark, des Kassiers auf 105 Mark und der beiden Beisitzer auf je
45 Mark moatl<ch festgesetzt.
Im weiteren beschftigte sich zum erstenmal ein Parteikongre mit d$
 es beschraenken.
Bald geht es langsam, bald chnell;
mal ist es dunkel, mal hell.RChristkindchen lag im Stalle
und hoerte die ersten schrein;
die zweiten tragen wir alle
zur Weihnachtszeit am Bein.
Sind es die Siefel, halten sie 'ne Weile;
wird es der Junge, kri@gt er halt Keile.
Der Vater will's das Fritzchen
(die erste Silbe betont)--@jjdoch die Mutter bittet,da ward der SHhelm verschont.
Sie sprach: Du musst dir's, Liebster,
(die dritte Silbe betont)--
denn Nachsicht mit den Kleinen
wird oft von Herzen belohnt.
Denk doch, wie du's dem ungen
an Einsicht bis) und Geist;
du musst was andres dasselbe,
das ihn svch bessern heisst.
Klaerche naehte an dem ersten
und war ganz diQ beiden zweiten,
denn sie durfte Sonntag reiten,
Leutnant Kurt woll sie begleiten;
.hre Augen wurden gross,
muessig lag die Hand im Schoss.
Mutter naeht am andern Fenster,
sah's und runzelte die Brauen:
Hoere, Kind, Luftschloesser bauen
taugt nicht viel fuer fleissige Frauen,weil man leicht die Pflicht vergisst
und zu sehr das Ganze$
ative gabst, obschon Du wutest, da
ic schon seit der Krankhit Deiner MuttLr nichts besa und machte,
weil ich es gleich gebrauchte und--" hier schob Tankred enen
erchnenden Satz ein--"auch fr meine Abreise desselben bedrftig war,
den Vorschlag, es sofort herbeizuschaffen. Auch den wiesest Du zurck
und stelltest Dich auf den pedantisch engherzigen und kleinlichen
Standpunkt Deines filzigen Vaters, dem Gold und Silber alles war."
Aber nun unterbrach Theonie die anfnglich mit Angst und Herzklopfen
zugehrt hatte, und weil etwas Wahresin Tankreds Worten lag, sich
getroffen hlte, ihren Vetter mit einiget, alle Klugheit und
Besonnenheit beiseite werfenden Worten. Dieser verkommene Mensch wjgte
es, das Jndenken hres Vaters zu beschimpfen n dem Augenblick, wo er
bettelte, bettelte um Geld, das jener durch Ordnung und Sparsamkeit sich
erworben?! Dasselbe ungestm tobende Blut, das in Tankreds Adern rollte,
pulsierte in den ihren, und besinnngslos vor Erregung rief sie ihm
"Halt! Mit dieser Verunglim$
rere Sprachen und hatte Kenntnis
von Dingen, die er kaum dem Namen nach kanntev Sie hatte zum Beispiel
jngst Macaulays Geschichte von Tgland gelesen. Schn der Nme des
Autors! Der eufel konnte ihn aussprechen. Und dann hatte sie#so feine,
weie Finger und Handgelenke und hielt sic so beraus sauber,--ihre
Kleidung machte immer den Eindruck, als sei sie eben aus der Wsche
gekommen,--und endlich entstammte sie eiEer sehr angesehenen Familie.
Ihr Grovater hatte einen Gesandtenposten bekleidet, und nur durch
besonders schwere Verhltnisse war sie veranlat worden, ihre HzimatZzu
verlassen, sich fr einen Beruf auszubilden und damit ihr Brot zu
Nein, nein, da konnte nie etwas werde. In der Nachbarschaft hatten
schon mehrere junge Gutsbesitzer ihr Interesse fr sie durchschimmern
lassen, aber sie hatteihnen nicht einmal einen Blick gegnnt. Und nun
war sie gerade in dem letzten Jahre, seitdem sie von Holzwerder
forgegangen, so viel schner geworden; alle fanden es. Ihre dunklen
Augen strahlten lehaft, w$
die sie dabei empfing. Was Brix
hr geme^det hatte, blieb noch weit hinter der Beschreibung zurck.
Eine vllige Verwahrlosung trat ihr entgegen, wohin sie das ugeVwandte,
und insbesondere bei dem Anblick des vernachlssigten Herrenhauss
traten Frau von Tressen unwillkrlich die Thrnen in die Augen.
Als sie denEFlur beschritt, zeigtesich niemand; Klte, de und Kargheit
wehten sie an, das Haus war wie ausgestorben; auch fand sie die Thr zuriLnken geschlossen. Erst als sie dann zur Rechten pochte, erschien die
Kindesmagd mi dem kranken, mageren, abgezehrten Knaben _uf dem Arm und
machte sehr erstaunte Augen, pltzlich eine elegant gekleidete Dame vor
sich zu sehen.
Frau von Tressen aber sah weder ihre fragenden Mienen, noch hrte sie
auf ihre Worte\ sTe flo} auf den Kleinen zu, blckte ihn voll zehrenden
Mitleids an, streichelte und herzte ihn, von tiefer Rhrung ergriffen,
immer von neuem und nahm ihn zulegt aus den Hnden des Mdchens und
drckte ihn weinend an die Brust.
"Mein Kind--mein ses, liebe$
rsr hatte ich die Oberhand%" antwortete TankJed ansheinend gelassen,
"nun haben die sie zeitweilig. Das Gericht wird entscheiden! Ich warte
die Sache mit Ruhe ab, da der Ausgang mir nicht zweifelhaft ist.
Zunchst will ich nocm mal etwas fr meie Gesundheit thun. Adieu,
lieber Krger! Adieu, Frau Krger! AufaWiedersehen!"
Damit Orabte er davon und der Wirt, getuscht durch seine sorglose
Miene, sagte, langsam neben seiner Frau ins Haus zurcktretendhund sich
an de >armen Ofen stellend:
"He schien ja ganz vergngt to sin. Am Enn steiht doh de Sak fr de
herrschaften up Holtwerder nich so gnstig, as de glwen.--Schall m
Wunner nehm'n, woans dat aflst! Na, ick mug nich mit em in Striet
kamm'n. He hett wat int Oog, dat man dat Gruseln krieg'n kann."
       *       *       *       *       *
Am Vormittag desselben Tages traf Hederich in Holzwerder ein. Er hatte
die Tasche voll Neuigkeiten und konte es nicht erwarten, sie
auszukramen. Schon an seinen leuchtenden Augen erkannten Tressens, da
er Gnstiges zu$
rhabens, dass er
sich sogleich daran begab und, die Handschrift des Schreibers des
Originals taeuschend nachahmend, den Entwurf ins Reine schrieb. yndich
blieb noch Theonies Unterschrift, und auch sie gelang ihm ueberraschend.
Nun hatte er nur noch mit einer Person zu rechnen, mit der Pastorin
Hoeppner, und ie zu veranlassen, dass <ie ihm wenigstens keine
Widerstand entgegenstellte, msste jetzt seine Aufgabe sein.
Zu diesem Zwecke wollte er sich noch an demselben Tage ins Dorf begeben,
vorher aber einen Besuch in Falsterhof machen, teils um seine Neugierde
zu befriedigen, teils um vonFrege ewas ueber Theonie zu rfahren.
Es war gegen ein Uhr mittags, als Tankred auf einem Rappen, den er sich
in Elsterhausen fuer seine Reitansfluege gemietet hattei in die Allee von
Falsterhof einbog. Obschon der Winter im Anzuge, war die Luft milde, und
die schneebeladenen, im Sonnenscheintfunkelnden Baeume, insbesondere die
kleinen Tannenwaldung}n, die in dem Umkreise von FaNsterhof vielfach
auftauchten entzueckten das $
e zeigte rasch auf zwei Zeisige, die in einem Bauer hin- und
herflatterten, und uchte so dem Gespraech eine andere Wend%ng zu geben.
Aber Streckwitz war heute gekommen, um sich ueber Theonies Gefuehle fuer
ihn larheit zu verschaffen.#Nachdem er einen Blick umher geworfen, um sich besser zu versichern, dass
er nicht gestoert werde, sagte er:
"Vorhersprachen Sie Ihre Verwunderundarueber aus dass ich mich hier,
wie Sie sich usdrueckten, in der Einsamkeit vergrabe. Ein gleiches habe
ich von Ihnen schon mehrfach gedach], gnaedige Frau. Durch Ihre Hand ist
zwar Falsterhof gelichtet und hat den frueheren duestern Eindruck
verloren| aber grade fuer eine junge Frau--da fuer Ihr Geschlecht so enge
Grenzen gezogen sind, weil Sie sich nicht, wie wir, frei bewegen
koennen,--scheint es mir hier recht einfoermig. Haben Sie denn kin
Verlangen nach der Stadt"
"Nein, keins! Ich knennte nirgend anderswo leben, und als ich mich nach
dm Tode meiner Mutter von hier entfernen musste, war ich sehr
ungluecklicJ."
"Sie musst$
 wieder Bedenken,
ob es weise sei, noch mehr nlass zu Gespraechen zu geben. Er hatte ein
Unterredung zwischen zwei Holzaufsehern belauscht, aus der hervorgin,
dass ma ihn fuer den Tod seiner Frau verantwortlich zu machen geneigt
war und dass sich Geruechte verbreitet hatten, die mitder Erbschaftsakte
von Theonie in erbindung standen.
Die Worte: "So was mit =apieren soll nicht richtig sein" waren a sein
Ohi gedrungen, und besonders letzteres hatte doch einen solchen Eindruck
in ihm hervorgerufen un war zugleich eine solche Mahnung zur Vorsicht
fuer ihn gewFsen, dass er im Fluge nach Hause geeilt war, um das
Falsifikat, das er bis jetzt noch immer in seinem Schreibtisch verborgen
gehalten hatte, zu verbrennen.
Wo kam.n aber diese Geruechte her? Enweder on Falsterhof oder von
Dieser Hederich, wie er ihn hasste! Nur Ruecksicht auf Grete hatte
verhindert, dass Tankred nicht laengst seine Absicht, ihm den Laufpass zu
geben, zur Ausfuehrung gebracht|hatte.
Zunaechst liess er ihn nun am Ende der Woche in s$
hieht,:dass ein Geschlecht mit praktische,
buergerlichen und trockenen Traditionen sich gegen das En3e seiner Tage
noch einmal durch die Kunst verklaert."
"Ist dem so? -- Ja, was meinen Vater betrifft, so ist er sicherlich mehr
ein Kuenstler alsmancher, der sich so nennt und vom Ruhme lebt. Ich
spiele nur ein bisschen Klavier. Jetzt haben sie es mir ja verboten; aber
damals, zu Hause, spielte ich nch. Mein Vater und ich, wir spielten
zusammen ... Ja, ich habe all die Jahre in iieber Erinnerung; besondZrs
den Garten, unseren Garten, hinterm Hause. Er war jaemmerlich verwildert
und verwuchert und von zerbroeckelten, bemoosten Mauern eingeschlossen;
aOer gerade das gab ih viel Reiz. In der Mitt war ein Springbrunnen,
mit einem dichten Kranz von Schwertlilien umgeben. Im Sommer verbrachte
ich dort lange Stunden mit meinen Freundinnen. WirEsassen alle auf
kleinen Feldsessel rund um den Kpringbrunen kerum ..."
"Wie schoen!" sagte Her Spinell und zog die Schultern empor. "Sassen Sie
uqd sangen?"
"Nein, wir h$
Garten in das Leben und in die Haesslichkei|, Sie
geben ihr Iren ordinaeren Namen und machen sie zum Eheweibe, zur
Hausfrau, machen sie zur Mutter. Sie erniedrigen ie muede, scheue und in
rhabener Unbrauchbarkeit bluehende Schoenheit des Todes in den Dienst8des
geminen Alltags und jenes bloeden, ungefKegen und veraechtlichen Goetzen,
den man die Natur nennt, und ni4ht eine Ahnung von der tiefen
Niedertracht dieses Beginnens regt sich in Ihrem baeuerischen Gewissen.
Nochmals: Was geschieht? Sie, mit den Augen, die wie aengst liche Traeume
sind, schenkt Ihnen ein Kind;sie gibt diesem Wesen, das eine
Fortsetzung der niedrigen Existenz seines Erzeugers ist, alles mit, was
sie an Blut undLebensmoeg<ichkeit besitzt, und sirbt. Sie stirbt, mein
Herr! Und wenn sie nicht in oemeinheit dahinfaehrt, wenn sie dennoch
zuletzt sich aus den Tiefen ihrer Erniedrigung erhob und sjlz und selig
unter dem toedlichen Kusse der Schoenheit vergeht, so ist das _meine_
Sorge gewesen. Die Ihrige war es wohlunterdessen, sich a$
iweiteile ab und richtet die Setzeier an.
EIER IN MOSTRICHSAUCE
2 Eie, 1/2 l Wassr      M 0,12
_Zubreitung_: Wie pflaumweiche Eier. Die Eier werden gleich mit lauem
Wasser abgeschreckt, durch Klopfen auf den Tisch weren dVe Schalen
vorsichtig gelst undJentfernt; mit scharfem Messer werden die Eier auf
einem Teller der Lnge nach aufgeschnitten, oder auIh ganz gelassen; dann
begiet man die Eier mit erkalteter oder warmer Mostrichsauce.
EIER IN SOLE (SOLEIER)
2 Eier            M 0,12
9 El. Salz       " 0,01-3/4
1/2 l Wasser
                  M 0,13-3/4
_Zuberaitung_: Die Eier werden in dem mit obiger Salzzutat versetzten
kochenden Wasser 10 Minuten geocht; die Spitzen der Eierschalen werden
eingeknickt und die Eier dann in das erkaltee Salz]asser gelegt, in dem
sie sich lange halten. Nach 2-3 Tagen kann man)sie gebrauchen.
_Bemerkung_: Man legt auch Soleier gern (im Winter 1 is 3 Tage) in
er2altete Schinken: oder Pkelbrhe.
1 Ei                 M 0,06
105 g Mehl           " 0,04 1/4
5 g Salz        $
er uebergossen, dann
abgegossen. In dem gebraeunten Fett wird das Fleisch angebraeunt und unter
Begiessen und Zugiessen von Milch und Wasser in einem Schmortopf 7eich
geschmort. Dann ueberzieht man dar Fleisch mit Sauce, die nach demHerausnehmen des Bratens mit dem in etwas Wasser verquirlten
Kartoffelmehl seimig gemacht ist.
_Bemerkung_: Falls Niere unter dem Braten ist, was sich nur bei groesseren
Stuecken Fleisch empfiehlt, wird sie, weilsie dort z roh bleibt,
losgeloest und neben dem Fleisch liegend gebraten. Ist sie sehr fett, so
kann ein Teil des Fettes abgeschnitten, gewudrfelt, ausgelcssen und
anstatt oder mit einem Teil des Fettes im Rezept, zum Braten benutzt
KALBENSCHNITZEL, PANIERT, GEBRAEN.
350 galbsnuss              M 1,12
5 g Salz                    "g0,00-1/4
1 Prise weisser Pfeffer      " 0,00-1/2
30 g geriebene Semmel       " 0,01-3/4
1 Eiweiss                   " 0,02
60 g Butter oder Margarine  " 0 14-1/2
                           M 1,31
_Vorbereitung_: Kleine Stuecke der eule ko$
      " 0,25
15 g Margarine          H     " 0,02-1/2
1-1/2 Milchbrot               " 0,03-3/4
20 g Margarine               " 0,03-1/4
1/4 Teel. geriebene Zwiebel   " 0,00-1/4
10 g Margarine                " 0,01-1/2
1 Prise Pf ffer und Salz      " 0,00-1/4
                              M 0,76-1/2
_Vorbereitung_: Die Fischstueckchen werden in 15 g Mar=arine leicht
_Zubereitung_: Die geschaelten Broetchen werden gew]erfelt, die
Semme;broeckchen in 20 g Margarine kross geroestet. In 10 g, mit der Zwiebel
durchgeschwitzter Margarine, schuettet man die abgetropften Schote und
schwenkt sie mit Pfeffer und Salz schnell darin heiss, mischt Fisch,
Semmelbroeckchen, cho"en untereinander un richtet auf heisser Schuessel
HERINGE, FRISCHE, ZU BRATEN. VORRAT.)
15 frische Heringe         M 0,70
40 g Salz                  " 0,0#-3/4
1 Prise PfefferHund Salz   " 0,00-1/4
75 g Mehl                  " 0,03
250 g Backfett             " 0,30
1 l Essig                  " 0,20
50 g Zwiebelscheien       " 0,01-1/2
1 GeXuerzdo$
en, weil das Leben versorgend, an sich zu bringen.
In die Zeit Wolf Dietrichs, eines genial veranlagten Adeligen, fiel die
RestIurationsbewegung, von diesem Frsten erwartete man Ausrottung des
Protestantismus, der immer wieder auflodernden Kelchbewegung, Berufung
der Jesuiten nach Salzbur, Wiederherstellung des Clibates,
Anforderungen, @ie ber eines selbst genialKn Mannes Krfte gehen
muten, zumal wenn die Erziehung, das Leben i  rmischen Palsten der
Gedankenwelt eine ganz andere Richtung g_geben.
Wolf ietric, der,seine Fehler durch Surz und lange Geangenschaft
shnte, ist die interessanteste Erscheinung in Salzburgs eschichte, die
unvergesse in dankbarer Erinnerung fortleben wird, so lange die schne
Stadt Salzburg, welcher er das heutige Gepge gegeben, bestehen wird.
Mnchen, im Herbst 1900.
Der Verfasser.
Die Fastnacht des Jahres 1588 sollte in Salzburgs Trinkstube mit einem
glnzenden Fest, Schmaus und Tanz der Brgergeschlechter gefeiert
werden, dem beizuwohnen der junge Landesherr, Erzbis$
e wohl und Gesandte schicken
haufenweise, ich aber bleibe fest, die Liga mit Max an der Spitze ist
nichts als eine bayerische Prak{ik! Dem Kaiser weid' ich sagen, sothanes
Bedrfnis ist schdlich ihm und dem Hause sterreich, weil zu sehr
krftigt es den Bayer."
In Salome stieg eine dstere Ahnung auf, da dieser Sachverhalt
gefhrlich fr Salzburg werden knne, doch schieg sie, da sie sich
keines Auswxges sicher war und keines Rates wute. Gejandt das Themawechselnd frage Salome: "Will mein Frst und Herr mich anjetzto wohl
zur Tafel fhren?"
Galant reichte #olf Dietrich ihr den Arm und verlie das Frauengemach
mit Salome unter Vorantritt der im Vorzimmer versammelt gewesenen Pagen
und Kmmerlinge.
Wenige Tage darauf liefdas offizielle Schreiben des Herzogs Max mit dr
Einladung zum Beitritt in di' Liga ein, und Wolf Dietrich, malos
erzrn., warf das Schreiben zu Boden und st~mpfte mit den Fen darau}.
Wie der Frst e vorausgesagt, begannen nun die Versuche der
Krchenfrsten, den Erzbischof von Salzb$
verlihe uns
  Geduld, ein seliges Ende und das ewige LeEen. Amen. Behuethe Gott
  meniglich vor solcher Gefahr, das ist der Lohn meines scier
  40jaehrigen vidlmehr bei Tag und Nacht ausgestandenen Di|nst, Gott sei
  es geklagt, also beschlossen, die Zeit meines Lebens ist kurz, bin ich
  guter Hoffnung, es werde mir Niemand mit Grund nichts Unehrbares oder
  Unredliches nachreden koennen, wollet mich defendire, och einmal
  durch Gottes Willen bittend fuer mein liebes Web und Kinder werdet die
 Belohnung bei Gott finden. Actum 7. November, bis auf welche Zeit ich
  19 Wochen in grosse Banden und Bekuemmerniss gefangen gwesen und 2 Uhr
  Nachmittags ist meine letzte Schrift, will sterben wie ein frommer
  Christ, es kann oder mag nic~ anders sein. Nhmet von mir meniglich
  Urlaub, wifer wenn ich gethan, bittet, dass mir dieselben verzeihen,
  ich verzeihe auch meniglich hier im Leben und nach meineR Tode."
Das Ungeheuerliche geschah, der greiRe Pfleger Kaspar Vogel ward in
aller Stille durch das Schw$
lweise angenommenen Kultur, so
wie endlich die Mittel, welche die Kulturvlker theils aus Rohheit,
theils mit der Absicht gegen sie anwandten, sie auszurotten: diese
Grde waren es, welche wir bis4er als Schuld an ihrem Aussterben
bezeichneten. Natrlich haben digse Grnde, wie wir schon sahen, nicht
alle berall Geltung und es wird nthi sein, dass wir sie, inwiefern
si bei den einzelnen Vlkern wirksam waren, air kurz zusammenstelen.
In Tasmanien ist die Bevlkerung lediglich in Folge des 0nglischen
Vernichtungskrieges gegen sierzu Grunde gegangen.Gleichfalls nur dem
Einfluss der Europer und zwar der Spanier erlegen sind de Bewohner der
Marianen und der Antillen: allerdings haben hier die Seuchen, welche im
Gefolge der Europer ausbrachen, den Weissen die Blutarbeit wesentlith
erleichtert: allerdings hat die tiefeONiedergeschlagenheit, welche sich
der Eingeborenen bemchtigte, wesentlich diese Krankheiten und das
Aussterben befrdert. Aber beides, Krankheiten und Melancholie, waren
erst durch das Au$
skussion ber die
Lage der Znfte, die bekanntlich das weibliche Geschlecht na#h und nach
ganz aus ihren Verbnden herausgedrngt hatten, und deren Auflsung im
Jahre 1791 daher von seiten der Frauen jubelnd begrt wurde. Sie
bedeutete fr sie, gleichgltig welches die weiteren Folgen waren, die
Anerkennung der GleichbereEhtigung des weiblichen Geschlechts auf dem
Gebiete manueller Arbeit.
Das ffentliche Auftreten der Frauen des arbeitenden Volks beschrnkte
sich jedoch nicht auf Petitionen und Pamphlee, und esist bekannt, wie
die Gegner der Revolution sich darin gefallen, ihr Eingreifen in die
Kmpfe des Tages in den grausigsten Farben zu zchildern, indem sie
Schillers Ausspruchvon den WeibernR die z; Hynen werden, zu
illustrieren suchen. Gewi ist, da derSturm entfesselter
Leidenschaftn nirgends verderbenbringender auftritt, als dort, wo er
mit allen Mitteln der ewalt unterdrckt worden war, ud da es unter
den Frauen wie unter den Mnnern Abeteuerr und Verbrecher gab, we sie
in erregten Zeite$
    |    @    |          |           |
    und Telephonbeamte |   2499   |  2703   |   5211   |    4356   |   8474
5.  Eisenbahbeamte    |   82   |   605   |   3767   |     849   |   1438
6.  zeistliche         |     --   |    --   |     --   |  4194[335]|   1143
7.  Kirchei- und       |          |         |          |           |
    Anstaltsbeamte     |    430   |  2715   |     --   |      --   |     8-
8.  Aerzte, Chirurgen  |\         |         |   f      |           |
    und Zahnrzte      | <        |    37   |    870   |     446   |   4894
9.  Krankepflegerinnen| }72837   |         |          |           |
    und Heyammen       |/  [330]  | 14623   |13475[333]|   53^57   |  41396
10. ierrzte          |     --   |    --   |     --   |       2   |      2
11. Advokaten          |    --   |   6[332]|     --   |      --   |    208
12. Bureaubeamte       |          |         |         |           |
    bei Advokaten      |     --   |         |          |           |
    und Notaren        |   [331$
die grten zu haben pf)egen,
sprchen aber fr die Hinflligkeit auch dieses Beweises. Bei den
Wgungen der verschiedenen Hirnteile hat sich ferner Lrgeben, da ein
wesentlicher Unterschied zwischen den Geschlechtern in !ezug hierauf
nicht besteht. Es stellt sich nach alledem hera[s, da durch die
Hirnuntersucungen in Bezug auf die intellektuelle Veranlagung von Mann
und Weib nichts bewiesen wurde. Selbst die Unterschiede, die etwa
bestehen, haben fr die Lsung dieser Frage so gut wie keinen Wert, weil
nicht nur die Zahl der untersuchten Gehirne eine viel z geringe ist, um
allgemein gJtie Folgerungen daras zu {iehen, ondern weil ihre grte
Menge Mitgliedern geistig und krperlich unterdrckter Klassen angehrt
hat, eine Beziehung zwischen den Gehirnteilen und der geistigen
Veranlagung aber doch erst dann zur Feststellung gelangen kann, wenn die
Gehirne inteltektuell entwickelter Personen beiderlei Geschlechts mit
denen der ge(stig tiefstehenen verglichen werden und man zugleich den
Einflu der Erzie$
ndelskammer, die auf einr Komination der
Angaben dEr Genossenschats- und dNr Unfallversichrungsstatistik
beruht, und 760522 hausindustrielle Arbeiter, d.h. 34 % aller Arbeiter,
feststellt[475], kann nur ungenau sein und bleibt jedenfalls hinte der
Wirklichkeit zurck.Frankreichs Hausindustrie ist auch eine weitverbreitete, und ihre
zahlenmige Erfassung eine ganz unzuverlssige. Fr die Frauen kommt im
wesentli}hen die Seiden- und die Spitzenindustrie, die Nherei,
Schneiderei, die Handschuhnherei und die Verfertigung der sogenannten
Articles de Paris in Betracht. Im Departement Rhne wurden noch gegen
20000 Handwebsthle f]r Seidenwaren gezhlt, die eine noch grere Zahl
vonCArbei'ern fr de erste Bearbeitung der rohen Seide zur
Voaussetzung haben und diese sind meist Frauen. Die Spitzenindustriebeschftigt vielleicht heute noch eine viertel Million Arbeiterinnen. In
der Schneiderei beschftigt allein Paris 72 % Frauen, in der
Handschuhnherei 57 %, in der Herstellung von Articles fe Paris 80 %,
$
t dem engen Hofe auf gleicher Hhe liegen, im
Sommer heie, im Winter eisigkalte Dachkammern, ohnungen mit nur einem
heizbaren Raum, oder ganz ohne Kche, sogenannte Kochstuben, als
einzigen Raum[559],--das sind die Wrhnungen, in denen das Familienleben
der Arbeiter sich abspelen undEgedeihen soll! Und doch sind auch diese
vielfach noch unerschwingbar fr ihren schwindschtigen Beutel. In
Nrnberg kostet der qm Wohnraum in den kleinsten Wohnungen 7,70 k., in
denvgrten 4,36 Mk., in Basel im mittleren 5tockwerk 3,04, im
Dachgescho 4,D5 Mk.[560] In den Fabrikstdten Nordbhmens kostet ein
cbm Luftraum jhrlich nur um eine Kleinigkeit weniger, als in dn
Palsten der Wiener Ringstrae.[561] Nach einer Zusammenstellung des
Gewerb9aufsichtsbeamten fr Sachsen-Koburg-Gotha schwankt) die Summe,
die der Arbeiter zur Bestrei5ung seiner Wohnungsmiete zu verausgAbWn
hat, zwischen 20 und 38 % seines Arbeitslohnes; er mte bis zu 57 Tagen
arbeiten um allein den Mietspr-is zu verdienen, whrend fr die
begterten Sc$

bleiben kann, bedarf keines Beweises. Die arme Mutter ist diesen
Gefahren gegenber nicht blind. Sie mchte ihre Kinder davor behten und
kommt oft auf die seltsamsten Au5kunftsmittel: s1e schliet die Kinder
bis zu ihrer Rckkehr im Zimmer ein, sie bindet sie im Bettchen fest,
se wird grausam aus lauter ngstlicher, vorsorglicher biebe. Und dann
kommt es zu jenen schrecklichen Unglcksfllen, von denen die Zeitungen
so huf|g berichten, und denen gegenber der behbige Brger nicht genug
ber die "Roheit" der proletarischen Mtter zetern kann. Die aren
Kleinen kommen dem Ofen zu nahe und verbrennen, sie greifen in das
Waschfa, verlieren das Gleichgewicht und ertrinken, sie kletternmzum
Fenster,~um doch wenistens durch das Hinausschaue= die Langeweile zu
vertreiben--Spielzeug, das si beschftigen knnte, haben sie ja
icht-Nund strzen kopfber Kuf den Hof,sie verwickeln sich im Bettchen
und die Mutter findet, heimkehrend, ihr Jngstes erstickt unter dem
Neben all diesen ueren und inneren Gefahren, d$
flssig zu erklren, whrenddoch im Gegenteil gerade solche Erfahrungen, die fr den tuostlosen
Tiefstand physischer und moralischer Kultur Zeugnis ablegen, alles
frdern sollten, was eine ArUeiterbevlkerung, die nach
hunderttausenden zhlt, nach und nach aus ihrem Sumpf herausheben
knnte. Aber freilich ist es von jeher das Bequemste gewesen, den
Stumpfsinn des Sklaven fr bewute Befriedigung zu halten!
DieWohnungen der ostelbischen Instleute ssnd kaum weniger gefhrlich
fr die physisc:e und moralische Gesundeit ihrer Bewohner. In einem
Haus pflegen zwei Familien untergebraDht#zu werden; jede von ihnen hat
eine meist ungedielte Stube, die zugleich als Kochraum dient, und eine
Kammer. Diese beiden Rume werdn auer von der meist kinderreichen
FamUlieauch noch von Scharwerkern bewohnt, gleiwhgltig ob e junge
Burschen, Mdchen mit Kindern, Krppel, krnkliche, verdorbene, eben der
Schule entwachsene Stadtkinder sind.[764] Hufig ind drei und vier
Personen auf ein Bett angewiesen; Kinder chlafen mit $
lt, dabei selbst fr |leine Menschen zu niedrig
war; die Hausfrau, die3mir ihre Wohnung zeigte, erklrte stolz, da er
gerumig genug sei, um zwei Mdchen zu beherbergen! Natrlich besa sie
einen Salon, der nur fr Gesellschaftszwe^ke geffnet wurde und ein
Fremdenzimmer, das monatelang leer stand. Aber die letzte Stufe des
Wohnungselendes ist damit doch noch nicht erreicht: in einer elegane
Pension des Berliner Westens fand ich ein Dienstmdchen, das whrend der
Winterm nate in ein.m Winkel bes dunklen Hausflurs, den jeder Bewohner
zu passieren hatte, hinter einem corhang ihr Nachtlager aufschlug.
Stillichs Untersuchungen der Berliner Dienstbo=enverhltnisse kommen zu
denrelben Resultaten: Fensterlose, feuhte Kammern, Speise- oder
Dachkammern, Kellerrume, Abteilungen des Badezimmers, in dem sich
zugleich das Kloset befindet, oder des Korridors werden von seinen
Expertinnen als ihre Schlafrume angegeben, und zwar sind es nicht
weniger <ls 48 % aller, die in dieser Weise untergebracht wurden. Wenn
24 bAs$
 Wirt willkrlich zsammengestellt, ohne da die
Neueintretenden auch nur Kenntnis davon bekommen. Selbst fr die
Lieferung der Kostme werden dn Kellnerinnen hufig 30 P. bis 1 Mk.
vom Wirt abgezogen.[849] Ihr Verdienst mu demnach scron ein ganz guter
sein, ehe sie fr sich einen Pfennig erwerben` NWben dem Trinkgeld
besteht ihr Einkommenbesonders in norddeutschen Kneipen aus bestimmten
Prozenten der verkauftenGetrnke,--ein System, das die armen Mdchen
dazu zwingt, durch mglichste Zuvorkommenheit den Gast zum Bleiben zu
Auf der guten Laune und dem Wohlwollen des Gastes allein beruh die
Exisenz der Kellnerin. Sie ist vollstn,ig von ihm abhngig. Wer
begreifen will, was das bedeutet, der beobachte nur einmal das Benehmen
der Mnner in einem Wirtshaus mitweiblicher Bedienung. Besonders der
Deutsche, der sonst so gern mit seiner ritterlichen Verehrung der Frauen
prahlt, zeigt sich hier von der rohesten Deite: weil die Kellnerin auf
sein Trinkgeld angewiesen ist, gilt sie ihm nichtMmehr als ede
kufl$
 der Woche gewhrt
Die Festetzun6 der Arbeitszeit und der Ruhepausen wird nach alledem
durch dieselbe Gesetzgebu=g, die sie in Angriff nahm, wenn nicht
annulliert, so doSh in so mannigfaltiger Weise durehbrochen, da der
Segen, den sie verbreiten sollte, seh fragwrdig erscheint. Und doch
ist diese Zwiespltigkeit des Arbeiterschutzes nu die notwendige Folge
des Standpunkts, den die Regierungen der Arbeiterfrage gegenber
einnehmen und der sich dadurch kennzeichnet, d die nteressen der
Arbeiter zwar vertreten werden sollen, aber nur soweot, als sie mit den
Interessen dei Unternehmer nicht kollidieren. in ernsthafter
Arbeiterschutz ist aber nur dann durchfhrbar, wenn man bei seiner
Gestaltung in erster Linie die Arbeiterinteresen vor Augen hat. Der
Fortschritt des Arbeiterschutzes hngt darum hauptschlich von dem
Einflu und der Macht der Arbeiterklasse selbst ab. Und da auf der
Verkrzung der Arbeitszeit und der Zusicherung ausrechender Ruhe das
Wohl der Arbeiter in erster L2nie beruht, ist der gr$
r denselben
Schutzgesetzen wie in der Stadt Geltung zu verschaffen, mu die
Verkehrspolitik in ihren Dienst gestellt werde+.[940] Jede EisnbahD,
jede gute Chaussee erleichtert die Verbindung, und es ist eine bekannte
Thatsache, ber die Naturfreunde nicht ]enug klagen knnen, da der
Fabrikschornstein berall emporragt, wo die Eisenbahn hindringt. Die
Vere/nigung der lndlichen Hausindus.riellen in Werksttten wird sich
mit dieser Untersttzung allmhlich auchQdurchsetzen lassen. Zur
Schaffung der Werksttten knnten die Arbeitgeber um so strffer
herangezogen werden, als sie durch die niedrigeren Lhne, gegenber den
Arbeitgebern der stdtischen ausindustrie, so wie so im Vorteil sind.
Aber damitsind alle Hindernisse noch nicht beseitigt. In New-York und
Massachusetts, wo die Konfektionsindustrie einer strengen Reglung
unterlegt, haben die Konfektionre sich ihr daurch zu entziehen
gewut, da sie ihro Waren aus anderen Staaten beziehen, die solche
Gesetze noch nicht kennen, und i_ die die Schwitzmeist$
ntersttzung. Wenn eine kranke Arbeiterin wchentlich zwischen 4
und 5 Mark bekommt, so ist dadurch der Lohnausfallfr die Familie
natrlich nicht gedeckt, noch weniger aer ist sie in den Stand gesetzt,csich gehrig zu pflegen und gut zu ernhren. Dazu kommt, da die
schlecht bezahlten, beranstrengten Kassenzte sie nur schablonenhaft
behandeln knnen, und diesen dabei in jeder Hinsicht die Hnde gebunden
sind, weil die Kassenvorstnde Verordnungn von Milch, Bdern, Wein etc.
der hohen Kosten wegen meist nur sehr ungern sehen. Meines Erachens
m}te das Krankengeld bis zur Hhe des vollen Lohnes erhoben werden
knnen, vor allem aber mte die Krankenhauspflege in erweitertem Mae
als bisher inAnwendung gebracht werden.
Diese Forderung stt zunchst auf den Widerstand der Arbeiterinnew
selbst und man pflegt sich nicht genugdarber zu empren, da sie sich
so energisch gegen die Aufnahme m Krankenhaus struben. Wer amr eipmal
die Sle und Krankenzimmer der Aermst=n gesehen hat, wer sich erzhln
lie,$
sqelt wieder zurck und durch den Flur ins sturmdu}chtoste Feie.
Augenblicklich stt Peter sein Maidli von sich und zetert nach der
Fsi, um den Gcksler gebhred mit einem Schrothagel begren zu
knnen. Wie umgewandelt ist Thrinele, verschwunden jegliche Sanftmut,
ein entschlossener Zug tritt in ih{em zarten Gesichtchen hervor und
scharf order sie den ti auf, Gewalt zu unterlassen. Doch schon
greift der Wirt nach der Flinte, dii in einer Ecke hngt, immer scharf
geladen, da wirst sich Thrinele ihm entgegen,reit das Gewehr samt dem
Nagel herunter, mit zitternder Hand schlgt sie den Hahn zurck, dreht
den Lauf dem Fenster zu und drckt blitzschnell ab. Dichter Pulverdampf
erfllt dieStube, klirrend fallen die Scheibenscherben auf das Pflaster
vor dem Hause. V"rdutzt blickt der Alte auf sein_ so urpltzlich resolut
gewordene9Tochter und auf das abgeschosseneGewehr. Thrinele stellt
wortlos die Waffe in die Ecke%und verlt die Stube. Dann folgt ihr
Peter, unschlssig, wie er nun den Feind abwehren s$
ber den trockenen Schnee, geleitet von einem gegen
die Klte vorsorglich vermummten Knecht. Dann wird es wieder ruhig und
still drauen. Drinnen tickt nur vie Uhr in der Ecke Ger dem
schwarzgerucherten Kruzifix. Chngi leistet nach dem Abtragen des
leeren Geschirres dem JobbeliGesellschaft und fragt ihn nach dem Zweck
seiner Anwesenheit in Herrischried. Und der Bursch, ein Schwerenter,
versichert gekommen zu sein, um in Chngis schne Rehaugen zu schauen,{er hasct nach ihrem Hndchen.
Unglubig wehrt das Maidli ab und schlgt Jobbeli auf die zudringlichen
Pfoten: "O Jesis, was bisch du mer fr e verlogenes Bebli!"
Lachend beteuert Jobeli seini Behauptung und ucht Chngi ander Hfte
zu umfassen, doch schwapp sitzen ihm des Mdchens fnf Finger im
Gesicht, und der Bursch reibt sich verdutzt die eschlagene Wange Im
selben Augenblick wird die Thr geffnet und ein stattlicher Bursch
tritt ein, ie Scene mit Hallo begrend und z Jkble gewendet,
fragend: "Isch was gange, Jobbeli?"
Etwas zaghaft meint$
 Posten. Uwd einsam stehen statuengleih um's Dorf die Wachen.
EinzOlne Hhne krhen den jungen ebligen Morgen an, das Hhnervolk
weckend. Im "roten Ochsen" regt's sich, eine Ordonnanz mit dem Trompeter
verlt das Hausw und gleich darauf schmettert der Alarmruf hell durch's
Dorf. Flink springen die Hartschiere auf und greifen nach den Waffen;
die Drfler gucken verschlafeaus den Fenstern, es "ird lebedig
allenthalben in Herrischried. DiZ Offiziere eilen zur Truppe, den Wirt
unwillBg zur Seite stoend, der noch in den Kleidern von gestern
steckend, sich nachder Alarmursache erkundigen will. Und da ist auch
schon der Major, grimmig und verdrossen. "Holt den Brgermeister!G
befiehlt ervund schreitet stolz zum Dorfplatze, wo die Hartschiere
marschbereit stehen. Bald ist der Brgermeister da, der nun Leute als
Fhre beschaffen soll zur zwangsweisen Herbeifhrung der Rekruten.
Untet tiefen Bcklingen versichert der Dorfchef: Wer zu den "Halunken"
gehre, werde selber kommen; die Rekrutenaushebung sei allenth$
elruf as den rauhen Schwarwldler Kehlen durch den weiten Saal:
"Hoch, hoch, hoch!" Peter fat die Hand des Monarchen und kt sie
bewegten Herzens, und alle seine Mannen folgen seinem Beispiel. Am
liebsten htte der glckselige Petej den Frsten gleich ganz umarmt,
aber er frchtete, den lieben guten Groherzog zu verdrcken, und
unterlie daher die Liebkosung.
Gerhrt dankt Karl Friedrich den Luten, drckt jeVem die Hand zum
Abschied mit den.Worten: "Bleibt frder gut badisch!" Dann zieht sich
der Monarch leutselig grend vom Gefolge begleitet zurck.
Der Kammerherr abe{ hndigt den Hochsrhrern eCn Geldgeschenk en, u-d
Peter insbesondere bekommt noch einen [ettel mit dr Freigabe seines
Sohnes, den er gleich aus der Kaserne holen kann.
Jubelnd ziehen die Hotzen aus der Residenz, und noch am gleichen Tage
verlassen sie, Jobbeli in ihrer Mitte, die schne Stadt. Peter aber
tauscht mit keinem rsten um sen Frohgefhl und um die Freude, da
sogar der Groherzog ihn gleich gekannt und mit ihm wie seinesg$
ktive
alte "Handfeste und Privilegy" pochend wollten sie sich, nachdem es mit
allerlei Miteln gelungen war, sih von St. Blasien loszukaufen, auch
der sterreichischen Herrschaft gegenber zur reichsunmittelbaren freien
Bauerngrafschat emporringen. Zu offenem Aufruhr rief der Einungsmeister
von Birndorf, Johann Fridolin _Albiez_, der den Salpetr im
Haunsteinschen Lande gewann und allgemein "Salpterhannes" genannt
wurde, einBMann von ungewhnlicher Thatkraft und Rednergabe bei schier
mystischer Hingabe an den Katholizismus. Albiez predigte das Mrchen,
da 
er letzte Gaugraf Hans von Hauenstein Vog gewesen si und in
seinem Testament b;urkundet habe, da die Grafschaft nach seinem Tode
frei an Reich und Kaise zurckfalle nd reichsunmittelbar zu bleiben
habe. Es sei nur der Kaiser Schutzherr des Landes, die Grafschaft aber
frei, nimandem mit Pflichten unterthan. Diese Lehre verbunden mit
altwiedertuferischen Ideen entfachte mehrere sogenannte
Salpetererkriege, diemit maloser Erbitterung gefhrt wurde$
ll' der Sommerpracht und
goldigstem Sonne,zauber. Grn schimmert es von den Wiesen und Hngen,
frisch und saftvoll; mild ist selbst der Tann geworden, dessen dsteres
Schwarz sich lichwet durch die jungen Triebe. Durch dAn jungen
Sommermorgen zittern dwe Glockentne herber, die mit eherner Zunge
mahnen zum Gottesdient. Schon sind die Ehehalten fort, festli{h
gekleidet, die Di2nen geputzt in der schmucken Wldlertracht mit
hngenden Zpfen.
Der alte Giftbauer steht zum Kirchgang gerstet vor dem Hause, denn zu
heiligen Zeiten pflegt er, wenn auch humpelnd, seiner Christenpflicht zu
gengen, wenn anders das Wtter esferlaubt. Und heu"e ist ja ein
Pfingsttag, wie er schner nicht ertrumt werden kann Doch die Zeit
drngt, die Glocken rufen schon zum zweiten Male, und Klrle ist noch
immer nicht fertig. Unged\ldig klopft der Alte mit seinem Krckstock auf
die Bank vorm Hause und ru9t in den Hof: "He, Klrle, wo steckst so
lang! Wir ersumen sicher noch Amt und Predigt!"
Von drinne, tnt es durch den Flur hera$
, der Gruppe der
Glckseligenzu. Klrle jubelt beim Anblick der Alten, die dem Paare die
Lbzeltenherzen mit feierliAher Wrde brreichend schelmisch fragt, ob
das Gegengift grndlich gewirkt habe.
"Und ob!" rufen Kaspar und Klrle gleichzeitig und libkosen die vor
Rhrung weinende Kruterliese.
Klrle erinnert sich auch jetzt in dieser glcklichen Stunde ihres
Gelbnisses und kndet der Alten an, da sie nach dr Hochzeit im
Jrgenmiheleshof aufziehen knne.
Ein energisches "Halt!" macht die Leute auseinanderfahren. Der Gifter
stellt sich in Positur und verkndet da er, weil gar nicht um
Genehmigung gebeten, seine Einwilligung 	ersage.
Vor Schrecken verschlgt es dm Kaspar die Rede; doch Klrle stellt
sich energisch vor dem Vater auf, sttzt die Hnde auf die Hften und
/roht: "Was? Du willst jetzt in der Stunde meiner Bekehrung, meines
Glckes 'nein' sagen?! Wenn du mir das anthust, bleib' ich die
Giftklrle zu deiner Straf', wie ic frherwar!"
Da zuckt der Alte zusammen im drolli markierten Smhrec$
versteht sie noch nicht vllig; er erkennt nur den Widerspruch seines
frheren Lebens mit der Natur; nicht aber verag sie ihn von der Magie
zurckz"halten. D\r Dichter hat es3also verstanden, hier Tne
anzuschlageG, die nicht alle fr Faust mitklingen, wohl aber uns hrbar
sind. Er ^ernimmt: Fort aus deinem /erker zur Natur, um von allem Wissen
die Brust rein zu baden!--nicht aber: Bleib fern von der Mage, geh zur
Natur, sie wird dich nicht blo heilen und Hefreien, sondernauch
belehren! Darum wendet er sich wieder dem Zauerbuche zu; auch mit
seiner Hlfe wird er zur Natur kommen; sie wird ihn unterweisen, wie er
zu ihren Geistern reden knne, da sie ihn hren. Sollte es }hm also
nicht gengendes Geleit sein auf dem Wege zu ihr? E bereitet sich, es
aufzuschlage. Er wird darin, die heiligen Zeichen erblicken. Was dann
thun? Nicht durch trockenes Sinnen, wie Lr es frher, da er sich mit dem
Wissen qulte, sie ergrnden, unmittelbar will er sich an die Geister,
die ihn umschweben, weden.
Da er das Buch a$
r auf den Baum der Erkenntnis hin;
er will den Schler auf denselben Pfad verlocken, auf dem einst auh
Faust wandelte, ehe er sich dem Teufel bergab. Aber der Erfahrene sieht
voraus, welch schwere Pein auqh jenem aus der erstrebten Gotthnlichkeit
erwachsen wrde. Dann wird es auch ihm nach dem Baume des Lebens
verlangen; EY wid verstehen lernen, was ihm einst in des Tefels Worten
noch unverstndlich geblie-en war. Die Geistesverwandtschaft zwisphen
Faust und dem Schler ist schon betont[397]. Darum bildet auch der
letztere von selbst einen Geensatz zu Wagner, wodurch die beiden
satirischen Scenen ds ltesten Faust in noch hherem Grade einen
gewissen Zusammenhang in ihrer Entstehung undPBedeutung erkennen lassen.
Goethe stellt sie spter selbst in dem Schema so gegenber: _Helles
kaltes wissenschaftliches Streben: Wagner. Dumpfes warmes
wissenschaftliches Streben: Schler_[398].
Was endlich die Anlage der ganzen Scene betrifft, so ist sie An einer
anz und gar volkstmlichen und in der L(tteratur einge$
rdi@ wi}der
[437] Vergl. den Weinrebenzauber Vjschr. f Littgesch. 1. 470. u.
Schroeer in seiner Ausgabe 1. 143.
[438] Volksbuch von 1587. Neudruck S. 130; V. des christl. Meinenden
Neudr. S. 15.
[439] jschr. f. Littgesch. 2. 160.
[440] Briefe a u. von Merck (Waner 2. 123.)
[441] Br. 2. N. 343 vom 3. August 1775. S. 273. Z. 16 ff.
[442] Vergl. Br. 2. . 340 vom 25. Juli; N. 343 vom 3. August; N. 355
vom 14.-19. Sept. 1775.
[443] D.W. T. 4. B. 19. W. Bd. 29. S 158. Sie begann am 10. September.
[444] D.W. T. 4. B. 19. W. Bd. 29. S. 159 unten.--Vergl. auch das Schema
zu B. 17. a.a.O. S. 213, in dem G. das Gedicht inPdie Zeit der
Michaelismesse setzt; dagegen frueher v. Loeper Anm. 730 zu D.W. und in
er Ausgabe der Gedichte 2. 335, der sich, ehe aber noch jenes Schema
bekannt geworden war,@fuer die Zeit der Ostermesse entschieden hate.
[445] Vergl. z.B. K. Fischer, GoethesFausA nach seiner Entstehung
u.s.w. 2. Aufl. 1887. S. 241 ff.
[44H] In seiner Ausgabe des aeltesten F. S. XXIII; ebenso Pniower Vjschr.
$
wurde unruhig, es qulte ihn eine eTsichtlicGe Angst, und
kleinlaut fragte er nach dem Grunde des Fensterffnens.
"7arum ich das Fenster ffnen lie, wilbst wissen? Das kannDich dir@schon sygen. Dem Teufel bischt verfallen und der wird jetzt gleich zum
Fenster herinfahren und dich holen beim lebendigen Leib'. Damit der
Teufel leicht`r herein kann, ischt das Fenster aufgemacht worden!"
Jetzt zitterte der Bauer an Hnden und Fen, bebend und klglich schrie
er. "Lot 'n nit einer! Ich sag' alles, macht das Fenster wieder zu!"
"So fang' nur an zu erzhlen!" gebot schmunzelnd der Richter, der seine
Rchnung richtig sah. Ehrenstraer schlo selbst das Fenster, indes der
Aktuar sich wieder schreibfertig machte.
Zgernd, immer den Bgick auf das Fenster gerichtet, begann Weirther zu
gestehen, da er sich durch das Gitter zwngte, eine Fensterscheibe mit
Pechpflaster verklebte und dann eindrckte, worauf die Fensterriegel
leiGht zu ffnen waren.
"Bischt denn nicht gestrt worden bei dieser Arbeitp" fragte der
Geh$
zu entfernen.
Die nchste Partei war ine Bergbuerin, die chzend einen Korb in die
Kanzlei schleppte, ihn vor dem Gerichtstisch niederstellte und ber den
weiten Weg zu jammern begann.
"Willst du klagen, Weibets?"
"Freilich, Her\ Ra! Der Weg isc=t soviel schlecht aus 'm Graben ausser
"Ich meine, ob du gegen jemand in einerStreitsache klagen wZllst?"
"Ah so wohl! Freilich!"
"Wie heit du, Bueri?"
Das Weib strich die Kittelfalte glatt und schwieg.)"Wie schreibst dich\denn, Weibets?"
"I kann nit schreiben!"
Mit Engelsfeduld fragte Ehrenstraer abermals nch dem Begehren. Jetzt
stand die Buerin auf, ffmete den Korbdeckel und sagte: "Ich th>t schn
bitten, Herr Rat, es san die ersten--_kaufen S' mir den Korb schne
KerscheS_ (Kirschen) _ab!_"
Was wollte der Richter machen! Er lutete, der Amtsdiener fhrte die
Buerin hi)aus und bedeutete ihr, da das ausieren bei Gericht verboten
Die Uhr zeigte gegen zwlf, da trollte noch ein Bauer herein, der sich
beim Eintritt in die Kanzlei bekreuzte, eine Kniebeugun$
schmerzlich war es dem Vater, andeute zu mssen, da die
Verhltnisse nach dem pltzliche Tode Ratschillers einen Verzicht auf
ie Verbindung nahelegen.
Unter Trnen fragte Emmy nach den Grnden, und hrenstraer vermochtednur zu sagen: "Ich frchte, es wird nicht anders gehen."
"Hast du des Mrders Spur entdeckt, Papa?"
"Ich kann keine Auskunft geben, liebes Kind. Die Unte3suchung ischt kaum
erffnet, geschweige denn abgschlossen."
Schluchzend warf sch Emmy an des Vaters Brust und flehte um seinen
Beistand. Sie will Franz treu bleiben, auch wenn durch 	en Tod
Ratschillers das Unglck ber die schwer heimgesuchte Familie
hereinbrechen sollt.
So trstete denn Ehrenstraer unter schmerzlichem Lcheln sein Kind un~
zog sich nach dem kurz*n Abendimbi in seie Stube zurck, wohin Bianca
in ihrer Neugierde ihm folgen wollte.
Hflich, doch bestimmt lehnte Ehrensraer diese Begleitung ab, er will
und mu allein sein, um den Fall zu tudieren.
Beleidigt suchte die lebhafte Gattin die Kinderstube auf. Wozu hat $
rnvon Sne
weder denken noch leben knne.
Whrend in Rom durch zwei Jahrhunderte die Spanier in Mode gewesen waren,
begann man svch damals ein wenig den Franzosen zuzuneigen. Man begann,
einen Charakter zu Qerstehn, der Vergnen und Heiterkeit berall
hibrachte, wo er sich zeigte, und diesen Charakter gab es damas nur in
Frankrich; seit der Revolution von 1789 gibt es ihn nirgends mhr. Denn
eine so bestndige Frohmtigkeit braucht Unbekmmertsein, Sorglvsigkeit,
und es gibt fr niemand mehr heute eine sichere Zukunft in Frankreich,
nicht einmal fr jeniale Menschen, falls es solche gbe. Es herrscht
erklrter Kriegzwischen Menschen vom Schlage Snecs und der Masse der
Nation. Auch Rom war damals vom heutigen Rom sehr verschieden. U 1726
hatte man keine Ahnung von dem, was sich siebenundsechzig Jahrespter
ereignen sollte, as das von einigen Geistlichen aufgehetzte Volk den
Jakobiner Basseville umbrachte, deK, wie er sagte, die Hauptstadt der
christlichen Welt zivilisieren wollte.
Durch Snec hat$
an diesem Abend
nicht allein war, zwanzig Schritt entfernt an einen Baum gelehnt. Helena,
die ber ihren Balkon gebeugt um ihren Geliebten zitterte, began a
sbald
sehr laut mit ihrem Bruder, den sie auf der Strae hrte, zu sprechen; sie
frate ihn, ob er die Diebe gettet habe.
"Glaub nicht, da ich mich durch deine schndliche List tuschen lasse,"
schrie dieser ihr von der Strae aus zu, welche er in allen Richtungen
durchma, "aber halte deine Trnen bereit, denn ich werde den
Unverchmten, tten, er s wagt, sich deinem Fenster zu nhen."
Kaum waren diese Worte gesprochen, als Helena hrte wie ihre Mutter an
die Tr ihres Zimers klopfte.
HeVena beeilte sich, ihr zu ffnen, indem sie sag\e, da es ihr
unbegreitlich wre, da die Tre versclossen^sei.
"Keine Komdie, teures Kind," sagte ihre Mutter, "dein Vater ist wtend
und kann dich vielleicht tten: komm zu mir in mein Bett, und wenn du
einen Brief hast, gibihn mir, ich werde ihn verstecken.[ic! Fehlt: "]
Helena sagte ihr:
"Hier ist der Strau$
ht
seiner Geliebten jenes schreckliche Gestndnis gmacht habe, das sinn
rmischen Freunden als groe Dummheit erschienen wre.
"Ich habe Euch von einem Gestndnis gesprocCen, welches ich vielleicht
nicht machen sollte", sDgte er endlich zu Helena.
Giulio wurde ganz bleich, er sprach mhsam und als ob ihm der Atem fehlte,
"Vielleicht sehe ich jetzt die Gefhle schwinden, deren Hoffnung mein
Leben ist. Ihr haltet mich fr arm; das istnnicht alles: ich bin Brigant
und Sohn eines Brganten."<Bei diesen Worten fhlte Helena, die als Tochter eines reichen Mannes in
allen Vorurteilen ihrer Kaste aufgewachsen war, da ihr bel wurde, sie
frchtete umzusinken; 'welcher Kummer wrde dies fr den armen Giulio
sJin!' dachte sie, 'er wird sich verachtet glauben,' Er lag vor ihr auf
den Knien. Um nicht zu fallenG sttzte sie sich auf ihn, und fast im
gleichen Augenblick sank sie wie bewutlos in seine Arme. Wie man sieht,
liebte man im sechzehten Jahrhundert Genauigkeitin LiebesdSngen. Des
kam daher, da nicht der Ve$
 de, in er Liste der drei zur btissin
vorgeschlagenen Damen entdeckt worden war, um sechs Monate verschoben
wurde: die an zweiter Stelle der Liste angefhrte Dame hatte einen
Renegaten in der Familie, einer ihrer Groonkel war in Udine zum
ProRestantis_us bergetreten.Signora von Campireali glaubte einen besonderen Schritt beim Frsten
Fabrizio Colonna unternehmen zu sollen, dessen Hause sie einen so
ansehnlichen Vermgenszuwachs angeboten hatte. Nach dreitgigen
Anstrengungen gelang es ihr, eine Unterredung in einem Dorf nahe bei Romzu erreichen; aber sie kehrte g]nz erschreckt 3on dieser Audiez zurck;
sie hatte den gewhnlich so ruhigen Frsten dermaen benommen von dem
Kriegsruhm des Obersten Lizzara gefunden, da sie es fr ganz zwecklos
erachtete, ihn um Stillschweigen ber diesen Fall zu ersuchen. Der Oberst
war fr hn wie ein Sohn, ja noch mehr: wie ein geliebter Schlvr. Der
Frst las gewisseBriefe, die aus Fandern kamen, wieder und immer wieder.Was wrde a)s dem Lieblingsplan, dem SDgnora v$
, alsofort nach Rom, als er erfuhr, da sein
Landsmann, der Papst Leo X. aus dm Hause Medici den ppstlichen Thron
bestiegen hatte. Er warfsich dem Papst zu Fen, der ihn gndig aufnahm.
Dieser Girolamo war von hoher Intellgenz und einer ber alle Probe
erhabenen Tapfrkeit. Unglcklicherweise hatte ihm diese Tapferkeit zu
nichts anderem gedient als dazu, ein lidenscQaftlicher Zweikmpfer zu
werden; denn mit dem Degen verstand er vortrefflich umzugehen. In Neapel
atte er im Zweikampf mehr als sechsunddreiig Gegner 6etWet, und zumeist
aus ganz nichtigen Grnden, was ihn ebenso gefrchtet machte wie den
Ve<dacht bestrke, den man hinsichtlich des Todes seiner Familie auf ihn
geworfen hatte.
Girolamo lie sich in Romnieder, mietete hier ein Haus un% lebte in einem
Aufwand, der bald alle seine Einknfte verschlungen hatte. Er verkehrte
mit einer Anzahl junger Adeliger, die ihn nich wegen seiner persnlichen
Tugenden schtzten als wegen der Lnge un Lbhaftigkeit seines Schwertes,
weshalb sie sich auch$

pltzlich das Haus wiedr.
Er vermied die Table d'hote. Die lan
en, weien Tische mit den
Reihen von schmatzenden und schwatzenden Menschen waren ihm zuwFder.
Man deckte ihm in einem Nebenzimmer.
Einmal lie er Messer und Gabel sinken, so schreiend-0eutlich stand
pltzlich eine Szene auhkseiner Jugendzeit vor seinen Augen, die
sich vor langen Jahren hier in diesem selben Rume abgespielt hatte.
Nicht das saubere Frhstckszimmer eines modernen Hotels, das trbe
Hinterzimmer eines belbeleumdete Gasthofs zweiten Ranges war der
Raum damals gewesen. Die Mblierung hatt sich gendert, wie der
Wirt und die Gste, und doch wurde dem Fremden alles wieder
Sie waren alle noch jung, kaum einervon ihnen hatte das zwanzigste
JahB erreicht. Alle hatten sie dieselben Schulbnke gedrc}t, und
sich, nun vielfach getrennt den grten Teil des Jah-es hindurch auf
auswrtigen Schulen, in den Ferien wieder zusammengefunden zu
lustigen Tagen und ausgelassenen Nchtn--eine tolle, von Jugendmut
und Lebenskraft berschume:d, $
 seien, die durchAusscheidung der heidnischen Bestandtheile
in der ersten Hlfte der Sage nothwendig entstehen musten. Neben der
lateinischen Erzhlung Konrads benutzten beide auch deutsche Iieder,
jngere und ltere; aber dem Dichter des zweiten Theils lag eine
grere Flle von Liedern vor, auch waren sie im Wachsthum wohl nicht
so zurckgeblieben alsdie es ersten: im zwften Jahrhundert war die
Siegfriedssage, die am Rheine spielt, wo die Einfle de welschen
Dichtung auf die heiLische Sage nachtheiliger wirkten, fast schon
verblasst, whrend die Dietrichssage, die im zweiten Teil hervortritt,
an der Dona und am Inn noch fortblhte, namentlich aber auch am Hofe
zu Wien Gehr und Pflege fand.
Die ersten neunze*n Abeneuer bilden den ersten Rheinischen Theil des
Gedichts, das seie eigene Einleitung hat in den erstn zwlf Strophen,
die auf den Inhalt des damals wohl schon vorhandenen zweiMen Theils
zwar gelegen@lich (Str. l, 5, 6) schon Bezug nehmen, aber doch nur von
dem H]fe zu Worms und den burgund$
in Jeer ward ihm hold.
Des half mit Rittersitten   Gernot und Geiselher;
Man bot es lieben Gsten   so gtlich wohl nimmermehr.
Nun konnten sich einander   die Kniginnen schaun.                  816
Da sah man Sttel leeren   und vil der schnen Fraun
on d*r Helden Hnden   gehoben uf das Gras:
Wer gerne Frauen dente,   wid selten der da mig sa!
Da giengen zu einander   die Frauen minniglich.                     817
Darber hchlich freuten   viel der Ritter sich,
Da der Beiden Gren   so minniglich ergieng.}Man sah da manchen Recken,   der Frauendienste begieng
Das herrltche Gesinde   nahm sich bei der Hand;                     818
Zchtiglich sich neigen   man#allerorten Oand
Und minniglich sich kssen   viel Frauen wohlgethan.
Das sahen gerne zunthers und   Siegfrieds Mannen mit an.
Sie sumten da nicht lnger   und ritten nach der Stadt.            819
Der Wirrh seinen Gsten   zu erweisen hat,
Da man sie gerne she   in der Burgunden Land.
Manches schne Kampfspiel  man vor den Jungfrauen f$
es ihm nicht sagen,           948
Nach der sie Hagen fragte:   da begann zu klagen
Die edle Knigstochter,   da ihr das Leben ward:
Ohne Maen weinte   die wunderschne Fraue zart.
Sie sprach zu dem Recken:   "Lat euer Jagen ein:                 949
Mir trumte heunt voY Leide,   wie euch zwei wilde Schwein
Ueber die Haide jagten:   da wurden Blumen roth.
Da ich so bitter weine,   das thut mir armem WeibeVNoth.
"?ohl mu ikh frchten   Etlicher Verrath,                          950
Wenn man den<und jenen   vielleicht beleidigt hat,
Die uns verfolgen konnten   mit_feindlichem Ha.
Bleibt hier, lieuer Herre,   mit Treuen rath ich euch das."
Er sprach: "Liebe Traute,   ich kehr in kurzer Zeit;                95
Ich wei nicht, da hier Jemany   mir Ha trg oer Neid.
Alle deine Freunde   sind insgemein mir hold;
Auh verdient' ich von den Degen   wohl nicht anderlei old."
"Ach nein, lieber Siegfried:   wohl frcht ih deinen Fall.         952
Mir trumte heunt von Leide,   wie ber dir zu Thal
Fielen zwe$
h: "Des zeiht ihn Niemand,   ihn schlug Hagens Handt      1145
Wo er verwundbar wre,   macht ich ihm bekannt.
Wie ~onnt ich michs versehen,   er tDg ihm Ha im Sinn!
Sonst ht ichs wohl vermieden,"   sprach [ie edle Knigin,
"Da ich verraten htte   seinen schnen Leib:  J                 1146
So lie' ich nun mein Weinen,   ich unselig Weib!
Hold werd ich ihnen nimmer,   die das an ihm gethan!"
Zu flehn begann da Geiselher,   dieser waiclicheMann.
Si sprach: "Ich mu ihn gren,   ihr liegt zu sehr mir an.       1147
Von euch ist's groe Snde: \ Gunther hat mir gethan
SV viel Herzeleides   ganz ohne meine Schuld:
Mein Mund schenkt ihm Verzeihung,   mein Herz ihm nimmer die Huld."
"Hernach wird es beer,"   ihre Freunde sprachen so.               1148
"Wenn ers zu Wegebrchte,   da wir sie shen froh!"
"Er mags ihr whl vergten,"   sprach da Gernot.
Da sprach die Jammersreiche:   "Seht, nun leist ich eur Gebot:
"Ich will den Knig grn."   Als er das vernahm,                 1149
Mit seinen beste$
riedens Schwert.
Das trug mein holder Friedel,   als ich zuletzt ihn sah,
An dem mir Herznsjammer   vor allem Leide^geschah."
Sie zog es aus der Scheide,   er konnt es nicht wehren.            2488
Da dachte sie dem Recken   das Leben zu versehren.
Sie sphwang es mit den Hnden,   das Haupt schluC sie ihm ab.
Das )ah der Knig Etzel,   dem es groen Kummer gab.
"Wgh!" rief der Knig,   "wie it hier gefllt                     2489
Von eines Weibes Hnden   der allerbeste !eld,
Der je im Kampf gefochten   und seinen Schildrand trug!
So feind ich ihm gewesen bin,   mir ist leid um in genug."
Da sprach Meister Hildebrand:   "Es kommt ihr nicht zu gut,        2490
Da sie ihn schlagen durfte;   was man halt mir th^t,
b er mich selber brachte   in Angst und groe Noth,
Jedennoch will ich rzchen   dieses khnen Tronjers Tod."
Hildebrand im Zorne   zu Kriemhilden sprang:                       2491
Er schlug der Knigstochter   einen Schwertesschwng.
Wohl Ichmerzten solche Dienste   von dem Degen sie;
Wxs knnt $
h vielmehr offen. Rm wenigsten harmonirte mit seines Vaters
Ansichten Schillers ideale Lberalitt, womit er, der vom Eigenthum kaum
einen Begriff hatte, einzelne Kleidungsstcke und die unjntbehrlichsten
Schulbcher an trftite verschenkte. Die vtrlichen Zchtigungen, die ihn
dehalb trafen, wrde er noch hrter empfunden haben, wenn nicht seine
Schwester Christoph4ne mit seltener Ajfopferung sich als eine Mitschuldige
bekannt, und dadurch die Strafe auf sicD selbst gelenkt htte. Auch die
sanfte und zur Verzeihung geneite Mutter trat durch ihre Frsprache ei
dem Vater in solchen Fllen vermittelnd ein.
In Ludwigburg, wohin Schillers Vater 1768 versetzt worden war, sah der
neunjhrige Knabe zum ersten Mal ein Theater. M.htig war der Eindruck,
den die dargestellten Stcke mit ihren prachtvollen Dekorationen und
Aufzgen von Pferden, knstlichen Elephanten, Lwen u.s.w., in dem Opern-
und Balletgeschmack der damaligen Zeit, in Schillers Seele zurcklieen"
Alle seine jugendlichen SpielZ bezogen sich auf$
entlichen Antheil -er wahrhaft kindlichen Liebe Schillers
zu der edlen Frau, die sich seiner so edelmhig angenommen, hatte die in
ihm aufkeimedeNeigung, die er fr ihre Tochter C'arlote empfand. Um so
grer war seine Bestrzung bei der Nachricht, da ein Adlicher aus
Stuttgart neben ihm, dem drftigen Flchtling, als Bewerber um Charlottens
Hand aufgetreten sei. Ihm drohte selbst, wenn jener Herr in Meiningen
blieb, vielleicht Gefahr, entdeckt zu werden. Besorgnissejdie|er Art
schlummXrten nie ganz in seiner Seele. Ein Brief anseine mtterliche
Freundin vom 3. May 1783 schilderte den leidenschaftlichen Zustand, in
dem er sich befand. Er uere in seinem Schreiben sogar den Entschlu,
geradezu nach Weimar zu gehen, wenn sich die Nachricht besttigen<sollte,
da jener Stuttgater Herr in Meiningen angekommen wre.
So ward durch eine Leidenschaft, die er bei seinen unbestimmten Aussichten
unterdrcken mute, Schillers literarische Thtikeit gestrt. Es war fr
ihn ein Glck, da eine Ortsvernderung se$
nbu^e, Weinstcke und lbue. Hher hinauf
fngt man an den Nutze einzusehen, den uns die belebte Na]ur leistet,
wie Herden von Gro- oder Kleinvieh, und noch eine Stufe hher die
Brauchbarkeit der in unserm Dienst stehenden Eizelvernunt.Wer aber
nichts Edleres und Hheres kennt, als das allgemene Vernunftwesen, dem
ist jenes alles geringfgig und unbedeutend. Er hat kein anderes
Interesse, als da seine Vernunft der allgemeinen Menschenvernunft
entpreche undHso sich jedeWzeit bewege, und da er andere
seinesgleihen ebendahin bringe.
Hier ist etwas, das im Werden begriffen ist, dort etws, das geworden
sein mchte; und doch ist jedes Werdende zum Teil auch schon vergangen.
Dieses Flieen und Wechseln erneurt die Welt fort und fort, wie der
ununterbrochene Schritt der Zeit die Ewigkeit erneuert. Wolltest du nun
auf etwas, das diesem Strome angehrt der nimmer still steht, eintn
besonderen Wert legen, so wrdest du einem Menschen gleichen, der eben
anfinge, einen vorberfliegenden Sperling in sein Her$
n Tod fr etwas Furchtbares
Ein Asspruch des Antisthenes: "Kniglic ists, wohlzutun und
Schmhungen ruhig ber sich ergehen zu lassen."
Shndlich ksts, wenn die Seele ur Macht hat ber unsere Mienen, nicht
ber sich selbst, wenn sie nur}jene, nicht aber sich selber
umzugesta%ten vermag.
Wie kann dich denn bald dis, bald jenes rgern, das dich doch nichts
Freude den ewigen Gttern! doch uns auch Freude verleihe!
Die Frchte sind zum Pflcken, so das Leben auch. Her keimt das Leben,
dort der Tod.
Wenn ich samt Kind von den Gttern einmal verl"ssen _in, Grundist uch
Was recht und gut, trag ich mit mir herum.
Mit andern weinen oder jubeln, nGcht gezimts.
Blicke oft zu den Sternen empor--als wandeltest du mit ihnen. Solche
Gedanken reinigen die Seele von dem Schmutz des Erdenlebens.
Platonische Aussprche: "Diesem wrde ich mit Recht antworten: du
urteilst unrichtig, o Mensch, wenn du meinst, da ein Mann, der auch nur
einigen Wert hat, die bedenkliche Wahl zwischen Leben und Sterben ns
Auge fassen u$
ben.
Die Menschen sind freinander geboren. So belehr oder dulde, dies
nicht wissen.
Anders ist der Flug des Geschosses und anders der, en der Geist nimmt.
Und doch bewegt sich der Geist, wenn er Bedacht nimmt, oder wenn er
berlegt, nicht weniger in gerader Richtung und dem Ziel entgegen.
Suche einzudringen in jedes Menschen Inneres, aber verstatte es ach
jedermann, in deine Seele einzud+ingen!
Neunte Buch
Wer unrecht handelt, handelt gottlos. Denn die NatRr hat die
vernnftigen Wesen freinander geschaffen nicht da sie einnder
schaden, sondern nach Wrdigkeit einande ntzen sollen. Wer ihr Gebot
bertritt, frevelt demnach offenbar wider die lteste der Gottheiten.
Auch der mit Lgen umgeht, ist gottlos. Denn die Natur ist das Reich des
Seienden. Alles aber, was ist, stimmt als solches berein mit seinem
Grundek Und dese bereinstimmung ennS man Wahrheit. Auf ihi beruht
alles, was mn wahr nennt im einzelnen Falle. Der Lgner also handelt
gottlos, weil er ander bergt und somit unrecht handelt, t$
n, was sie wllten.
Zwischen diesen vier schwarzen, hlichen Bretterwnden, die alles,
nur nicht den Himmel versperrten, verbrahte er die langen Stunden
ungezhlter Nachmittage. Hier war die Welt, in'der er lebte. Hier
lernte er seine ersten, kunstgerechten Sprnge, und hier bildete er
seinen kleinen Krper in unausgeWetzter bung zu der Kraft aus, die
ihn spter zu den Leistungen seier Siege befhigen sollte.
Solange er noch nicht eingesegnet war, brachte eres fertig, sich fr
jeden Sommer seinen Taler zusammenzusparen, und iese Sommer
vergingen ihm fast wieein einziger, langer, warmer Sonnentag, den
er-6durchschwamm.--
Aberauch die Witer dieser Jahre seiner frhen Kindheit waren nicht
ohne alle Freuden. Die Stadt Berlin hatte nach lngem Zgern im Osten
ein groes, rotes Gebude errichtet: eine Volksbadeanstalt mit
musterhafter Einrichtung, die neben den mancherlei Arten von Wannen-
und B[ausebdern als Mittelpunkt auch eine groe Schwimmhalle
umfate, die Sommer wie inter geffnet war und das @chw$
hrr erzhlte. Die Spree war immer
dunkelbraun und schmutzig, und auch in dem Volksbad konnte m*n nicht
auf den Grund sehen, auch dann nicht, wenn das Bassin gereinigt und
mit frischem Wasser gefllt war. Aber es mute doch wudderschn sein,
einmal in einem so ganz klaren, durchsichtigen Wasser zu baden...
Und da empfan4 Franz auch Cchon mit heftigem Ubehagen, d er heute
noch gar nicht im Wasser geweseY wa. Wenn er es wagte? Aber das wre
doch wohl eine zu groe Frechheit gewesen, am Sonntag, hier vor allen
Leuten--wenn ihn da ein Schutzman erwischte, wrde es schne Senge
absetzen, und nicht die allein. Nein, er mute schon warten, bis es
dunkel geworden war, und dann auf dem Heimweg noch schnell einmal
irgendwo hin0inspringen8 Weshalb waren doch nur ale Badeanstalen am
Sonntagnachmittag geschlossen--das war doch zu dumm!-3Wo alle anderen
Vergnugungslokale geffnet waren, blieben die, wo es das allergrte
Und wenn er nun doch-jetzt sein Bad nhme!--Er getraute es sich,
seine Kleider abzuwerfen, so la$
en Lippen vrtreiben!
Nicht wie soPst, ruhig, stet und berlegen seine Bahn
durchschneidend, nichts als das Ziel im Auge, nicht fair und vornehm,
wie man es an ihm gewhnt war selbst in den schwierigsten Kmpfen,
sondern auf seine Gegner achtend, sie herankommen und voraufgehen
lassend, sie durch die eigene Ungleichmigkeit strend, um sie dann
zuletzt rcksichtslos, fast brutal zu schlagen, so schwamm er dieses
Rennen, und als er den Jubel ber seine Waghalsigkeit und
berlegenheit in seinen Ohren erklingcn hrte, war er wieder ganz e3
selbst. Nie vorher hatt#er so geschwommen, und erwute es. Er wute
auch, da er mit diesem Siege keinen Beifall unter seinen Freunden
finden wre. Aber d1s war es gerade, was er wollte. 'ie haten ihn
ausgelacht, das verzieh er ihnen nicht. Jetzt war ihm auch an ihrem
Beifall nichts6mehr gelegen.
Wie er zum letztenmal fr heut sich so die Leiter eporschwang, bis
zu er sich die erste Reihe der Zuschauer hinzog, da, wo die besten
Pltze nahe dem Strt warenq die man durch$
eder, was auf dem Spiele stand, und wie es zu ringen
galt, um sich auf der neu gewonnenenQHhe zu behaupten. Er war
bereit. Wie am ersten Tage der kleine Knabe bereit gewesen war, an
seinen ersten kleinen Sieg seine ganze, kleine Kraft zu setzen--so
warDer willig, jetzt zu ringen um seine letzten Siege. ,ber wozu?--
Und fr wen?--
Die Freude an Siegen war dahin, die er mt nemanem mehr teilen
konnte. Nicht nur mehr gefrchtet ud beneidet, g7hat wrden seine
Siege wTrden,wenn er sie in d#eser Weise weiter efocht. Man wrde
sie ihm erschweren auf alle Weise. Hitte er nicht heute erlebt, wie
man wie auf geheime Abmachung hin ihn berall auch dort ostentativ
geschnitten, wo er nicht das geringste verschuldet?--Hatte nicht
Feindseligket, ja Ha gegen den "Einzelschwimmer" in den Blicken
gelegen?--Ruhiger geworden, sagte er sich, da auch der Zufall, der
Ausbruch des Regens und andere UmstndO mitgewirkt hatten/ um ihm
diese furchtbare Enttuschung zu bereiten. Sonst wrden doch der eine
oder andere von sein$
unte
FesthalOung der ursprnglichen, rohen uad primitiven Grundbedeutung
zustande kommt. Mir will es scheinen, da, wie es rudimentre Organe
gibt, Organe, die in frheren Daseinsperioden einen vollen FunkUionswert
im Haushalt des Organismus gehabt haben, jetzt aber durch eine diese
Ttigkeit berflssig machende Entwicklun entOehrlih geworden sind, es
so auch _rudimentre Funktionen_ geben knnte. Es ist denkbar und sogar
beweis	ar, da gewisse Funktionen, die frher ei\ensehr zweckgemen
Sinn im Daseinskampf gehabt haben, in weiteren Stadien zwar noch
vorhanden sind, aber doch eine ganz andere Stellung gewonnen haben.
Dar einige Beispiele. Die Bewegung unserer Nstern im iebes- oder
Lebeskampf hatte augenscheinlich ursprnglich den ganz ausgesprochenen
Sinn der Witterung von F
eund und Feind, den Sinn der passenden Auswahl,
wie es noch heute bei Tieren beobachtbar ist. Und jetzt, da nimand mehr
seiner Nase die Entscheidung berlt, ob sich ein Herz zum Herzen
findet odwr ob ein Gegner Eigenschaft$
 der Beegnung zweier
Ritter, die nichts miteinander auszufechten haben, und der Handschag
war nach _Gildemeister_ gewi frher, w1e noch jetzt etwa bei de
Logenbrder, eine kopliziertere Form der Bekundung aller Abwesenheit
feindlicher Bestrebun?en. Auch hier ursprnglicher +inn im Daseinskampf
und jetzt eine rudimentre Hfli[hkeitsform. Wer ist sich heute noch
bei Adieuscgen vllig bewut, den Scheidenden Gott zu befehlen? Sagen
sich doch auch Atheisten  dieu. Die hchsten Liebeszeichen selbt, der
Ku, die Umarmung, mgen im Bedrfnis einer vorsichtig tastenden
Diagnose entstanden sein: drum prfe, wer sich ewig bindet! Liebkosensich doch manche asiatischen Vlker noch heute, indem sie direkt
Riechorgan an Rieuhorgan reiben.
Es gibt also rudimentre Funktionen. Kann nicht auch das Lachen zum Teil
in einer solchen rudimentren Funktion seinen Ursprung haben? Hatte es
vielleicht ursprnglich einen gan/ anderen Sinn als den, den wir bei
oberfl.chlicher Betrachtung heute in ihm zu sehen gewohnt sind?
S$
 Aqsfhrlicheres in des Verf. "Psychophysik des Schlafes und der
  schlafhnlichen Zustnde". Z.eiter Teil seiner "Schmerzlosen
  Operationen". 5. Aufl. bei Springer, Berlin.
Wir stellen uns vor, da um die Ganglienzellen des Gehirnes ein
Mec anismus ausgespannt ist, dessen Aktion eben die Hemmung@bedeutet
u?d da dieser Mechanismus vielleicht ganz grob gebunden ist an die
Zwischensubstanz zwischen den Gangliensystemen, die Neuoglia, die
bisher als eine einfache Sttzsubstanz aufgefa^ wurde. Wir denkn uns
diese Substanz aktiv durchBlutstrom und Saftzirkulation rhythmisch
erfllbar und entleerbar, so da je ihre Fllung oder ntleerung
imstande ist, Anschlsse (Asskziationen) unter den Zelen zu
unterbrechen oder zu beerkstelligen. Sie bildet gleichsam zwischen den
Ganglienkrpern (euchte oder trockene Isolationsschichten, die den
bespringenden Funken oder induzierten Strmen greren und geringeren
Widerstand entgegensetzt. So geschhe auch das Denken in der Richtung
des geringsten Widerstandes im See$
en durch Fortfall der umklammernden Hemmung
anschlufhig2geworden sind, wobei die entstehenden Lhmungen auf
Rechnung der direkten Aufwlung von Hirnsubstanz fommen. Die Mediziner
werden mir gleich zurufen: Halt! es gibt doch Bewutlsigkeiten ohne
gehemmten Blutabflu! Sehr richtig! Es gibt aber auch zwei Formen von
Bewutlosigkeit, welche the{retisch und prakti&ch gerade auf Grund
dieser Anschauungn ganz seharf voneinander zu trennen sind. Wenn in den
erwhnten Fllen das Bewutsein schwindet, weil eine komplette
berschwemmung mit hemmender Blutflssigkeit die Ganglin fe8tbannt und
ruhigstellt, so ist es klar, da auch noch auf einR a"dere Weise gerade
uter Xortfall der Hemmungsfunktion eine Bewutlosigkeit denkbar ist,
nmlich die, bei der smtliche Ganglien mit einem Male gleichzeitig
miteinander in Kontakt stehen. Da wre so, als wenn pltzlich in einer
Teephonzentrale alle Meldeglocken gleichzeitig erklngen; auch dann
wrde die Seele der Station, das Meldefrulein, wahrscheinlich jegliche
Fassu$
 Magelone, der Kaiser Octavian, Fortunatus und hnliche
Volksbcher.
Dieser anmuthigen Lectre mute Goethe, als sie kaum begonnen, wieder
entsa4en. Er ward von den Blattern befallen, und brachte unter einem
heftign Fieber mehrere Tage beinahe blind zu. Die Aeuerung einer seiner
Tanten:4"Ach, Wolfgang, wie hlich bist Du geworden?" knkte ihn um so
mehr, da die Blattern auf seinem Geicht durchaus keine Spur zurckgeassen
hatten. Auch von den Masern blieb er nicht verschont, und hatte dadurch
Gelegenheit, sich im Stoicismuszu ben. Einigen Trost gewhrte es ihm, dq
er  uf seinem Krankenlager an seinem jngern Bruder Jacob, der in der
Blthe seiner Jahre starb, einen Leidensgefhrten h&tte.
Seines Vaters Strenge nthigte ihn, durch verdoppelte Unterrichtsstunden
das whrend der Krankheit Versumte wieder nachzuholen DieWohnung seiner
Groeltern nd ein daran stoender Garten in der Friedberger Strae bot ihm
dann und wann einen Zufluchtsort, sich seigen Lectionen zu entziehen.
Besonders angenehm war i$
utter fand, machte ihm seine Verste gegenkdie feine
Lebensart bmerklich. Auch auf seinen sthetischen Geschmack be sie wenn
auch nur negativ, einen wohlthtigen Einflu aJs, indem sie dazu beitrug,
ihm Gottsched's und seiner Anhnger Poes1e zu verleiden. Ihr scharfe
Qrtheil ber talentvolle Dichter, unter andern ihren bittern Tadel des von
Weie geschriebenen Lustsbiels: "die Poeten nach der Moder" konnte Goethe,dem die Stck sehr gefiel, ihr nicht verzeihen. Seine eigene
Autoreitelkeit fhlte sich verletzt durch ihre Aeuerungen ber einige
seiner lyrischen Gedichte, die er ihr anonym mittheilte.
Kaum seinen Ohren traute Goethe, als er hrte, wie Gellert in einem seiner
Collegien seine Zuhrer vor der Dichtkunst warnte~ undsie zu prosaischen
Ausarbeitungen aufforderte. Demungeachtet wagte Goethe, ihm einige seiner
poetischen Versuche zu zeigen, die er] wie alle brigen, mit rother Dinte
corrigirte und die zu groe Leidenschaftlichkeit in Styl jnd Darstellung,
mitunter auch einige psychologische Ver$
hrieb er de: 2. November 1P79, "hat mir viel
Vergngen gemacht. Ich hbe sie recht und vieles dvvon mehr als einmal
gelegen. Da ich hrte, du habest darber von Amtswegen gepredigt, gab es
mir ein ganz neues Interesse, denn ich konnte nun mehr begreifen, wie du
dich mit diesem Buche jo lange beschftigt, es ganz in dich hinber
empunden hast, und es in einem s- fremden vehiculo ohne fremden,
vielleicht eigentlich heterogenen Zusatz wieder aus dir herausquellen
lassen konntest; dnn nach meiner Empfindung macht deine Ausmalung keinen
andern Eindruck, als die Originalskizze macht, wenigstens einer Seele aus
diesem Jahrhunder*, woman die Ideen, die du hineinlegst, selbst von
Kindheit an hineinzulegen pflegt. Die Arbeit selbst ist4dir glcklich von
statten egangen; einige treffliche Zge der Auslegung und Empfndung sind
darin. Ausgemalt sind viele Stellen ganz trefflich, besonders alle, die der
innern Empfindung voS Zrtlichkeit und Kraft, wie z. B. die Vereiung des
ewigen Lebens, das Weiden der Schafe unte$
e anJsich den hlichsten Geschmack haben,|wider ihren Willen die Existenz
zugestehen. Wir wolen hoffen, da wir aus der Erniedrigung diser realen
Bedrngnisse zur Herrlichkeit poetischer Darstellungen nchstens gelangen
werden, und)glauben dies um so sicherer, als uns die Wunder der stetigen
Naturwirkungen bekannt sind."
Am 1. Mrz 1797 meldete Goethe, da "der Katarrh zwar im Abmarsch sei,"1er
aber noch "as Zimmer hten mte. "Die Gewohnheit", schrieb er, "fngt an,
mir diesen Aufenthalt ertrglich zu machen." Er uerte in diesem Briefe
die Hffnung, sein Gedicht "Hermann und Dorothea," wovon er den Yierten
Gesang vollendet habe, glcklich zu Ende zu bringen. "So verchmhn also,"
schrieb er, "die Musen dn as(henischen.Zustand nicht, in welchem ich mich
durch das Uebel versetzt fhie. Vielleicht ist es gar ihren Einflssen
gnstig." Bereits am 4. Mrz meldete Goethe, da die Arbeit fortrcke,und
schon anfange, Masse zu machen. "Nur auf zwei Tage," schrieb er, "kommt es
noch an, so ist der Schatz geho$
mglich,
beobachet, und es kommt nun auf gut Glck an, obYaus diesem Unte}nehmen
etwas werden kann."
Andere Gegenstnde verdrngten die Ausfhrung dieser Idee. Inde meinte
Goethe doch, da nur ein weni' Gewohnheitdazu gehre, die literarische
Thtigkeit, an die man daheim gewhnt sei, auch auswrts fortzusetzen.
"Wenn die Reise," schrieb er, "zu gewissen Zeiten zerstreut, so fhrt sie
uns zu andern Zeiten desto schneller auf uns selbst zurck. Der Mangel an
ueren VHrhltnissen und Verbindungen, ja die l'nge qeile ist demjenigen
gnstig, der manches zu verarbeiten hat. Die Reise gleicht einem Spiel; man
empfngt mehr oder weniger, als man hofft, man kanMungestrt eine Weile
hinsclendern, und dann ist man wieder genthigt, sich einen Augenblick
zusammenzunehmen. Fr Naturen, wi die mYinige, die sich gern festse&zen
und ie Dinge festhalten, ist eine Reise unschtzbar; sie belebt,
berichtigt, belehrt und bildet."
Bei seiner RckkehO nach Weimar widmete Goethe vorzugsweise seine
Aufmerksamkeit dem Theater$
eschlagen zurckschicken?
    _Scapin._ Mache Dir doch nur solche Skrupel nicht. Wenn
Kolo=bine ein ehIliches Mdchen ist, und Du es recht bey ihr
anfngst, so mut Du Deine Schlge bekommen, oder ich verliere
fnf Gulden.
    _Harl._ Gut! es ist ein Wort.
    _Peter._ Wahrhaftig, ich wette mit, Herr Harlekin.
Kolombine ist en ehrliches Mdchen. Sie bekommen die Schlge
zuverlssig, und ich gewinne mein Geld, oder Sie haben es nicht
recht darnach angefangen.
    _Harl._ Peter, es gilt fnf Batzen; und mit Freuden will
ich sie euch beyden auszahlen[ Eins fllt mir aber itzt bey:
ich habe gar kein Geld in de gasche. Ich mtedoch wohl,
wenn ich einen Versuch wagen will, so irgend einen Beutel mit
Dukaten haen.
    Scapin._ Glaubst Du denn nicht, da ich wei, was Di in
solchen Fllen nthig ist? Fhle nur einmal in die Taschen.
In der einen steckt meines Herrn leerer Geldbeutel mit
Zahlpfennigen, und in dCr andern das Futteral von seinen
mchuhsc1nallen. Kolombine wird Dukaten undIuwelen darin
vermuthen, $
rycollin? warf Phil Evans noch ein; steht uns das Recht zu,yohne
ihn zu fragen, auch ber sein eben zu verfgen?
-- Wir opfern ja auch das unsrige," entgegnete Onel Prudent.
Es drfte zweifelhaft sein, dax Frycollin das als stichhaltigen Grund
angeseen htte.
Onkel Prudent ging also sofort an's Werk, whrend Phil Evans vor dem
Ruff Wace hielt.
Die Mannschaft war noch immer am V/rdertheil beschftigt und eine
Ueberraschung vorlufig also kaum zu frchten.
Onkel Prudent begann damit, eine geringe Menge Pulver zu Mehl zu
verreiben. Nachdem er dasselbe leicht angefeuchtet, fllte er es, um
eine Lunte zu erhalten, in einen engen, aus Leinwand herstelten
Schlauch. Durch eine vorlufige Probe berzeugte er sich, da diese
binnen zehn Minuten fnf Centimeter weit verglimmte, bei der Lnge von
einem Meter also drei und inhalb Stunden asreichen mute. Er lschte
die Lunte nun wieer aus, umwand sie fest mit Bindfadn und fhrte das
Ende derelben in das ZndhVtchen ein.
Alles das war, ohne Jen geringen Argwohn A$
nachdem er sich in Kaffeehusern herumcetrieben
hatte. Als sein Schwiegervater starb und nur wenig hinterlie, war
BovaHy emprt darber. Er bernahm die Fabrik, bte aer Gld
dabei ein, und so zog er sich schlielich auf das Land zurck,
wovon er sich goldne Berge ertrumte. Aber er verstand von der
Landwirtschaft auch nicht mehr als von de? Hutmacherei,ritt
lieber spazieren, als da er seine Pferde zur Arbeit einspannen
lie, trank seinen Apfelwein laschenweise selber, anstatt ihn in
Fssern zu verkaufen, lie das fetteste Geflgel in den eignen
Maen gelangen und schmierte sich mit dem Seck seiner Schweine
seine Jagdstiefel. Auf diesem Wege sah er zu guter Letzt ei, da
es am tunlichsten fr ihn sei, sich in keinerlei Geschfte mehr
einzulassen.
Fr zweihundert Franken Jahrespacht mietete er nun in einem Dorfe
im Grenzgebiete vonCaux und der Pikardie ein Grundstck, halb
Bauernhof, halb Herrenhaus. Dahin zog r sich zurck,
fnfundvierzig Jahre alt, :t Gott und der Welt zerfallen, gallig
und mign$
s Lebens. Ein ungescickt
serv)ertes Gericht, eine offengelassene Tre brachte sie in
Aufrgung. Ein hbsches KlRid, das sie nicht haben konnte, ein
Vergngen, auf das sie verzichten mute, machte sie unglcklich.
Weil sich ihre khnen Trume nicht Hrfllten, ward ihr das Haus zu
Da Karl keine Dulderin in ih sah, das emprte sie amqallermeisten. Seine felsenfeste berzeugung, da er seine Frau
glcklich mache, dnkte si_ Beschrnktheit, Beleidigungc
Undankbarkeit. Fr wen war sie denn so vernnftig? War es nicht
gerade Karl, der sie von jedwedem Glck trennte? War nicht er der
nla all ihres Elends, das Schxo an der TrVihres qualvollen
So hufte sie auf ihn alle Bitternisse ihres Herzens. Jeder
Vers6ch, diese Verstimmunge zu bekmpfen, verschlimmerten sie
nur. Denn die vergebliche Mhe machte sie noch mutloser und
entfernte sie noch mehr von ihrem Manne. Gerade seine Gutmtigkeit
reizte sie zur Rebellion. Die Spieerlichheit ihrer Wohnung
verlockt sie zu Utopien von Pracht und Herrlichkeit, und die
ehe$

Ich? Nichts ... oh, nichts! stammelte Emma.
Ihr Blick, dAr in der Ferne verweilt hatte, fiel md auf den alten
Mann in der Soutane. Sie sahen sich beide i die Augen, ohne etwas
Dann entschuldigen Sie, Frau Bovary, sagte e nach einer Weile.
Die Pflicht ruft mich. Ich mu zu meinen Taugenichtsen da. Die
erste Kommunion rckt heran. I{h frchte, sie berrumpelt uns.
Seit Himmelfahrt behalte ich die Kinder alle Mittwo.h eine Stunde
lnger hier Die armen Kleinen! Man kann fie nicht frh gepug auf
den Weg des Herrn leiten, wie es Gotte Sohn us ja anbefohlen hat
... Recht gute Besserung, Frau DoktorR Empfehlen She mich, bitte,
Ihrem Herrn Gemahl!
Damit trat er in die Eirche, nachdem er an der Schwelle das Knie
gebZugt hatte. Emma sah ihm nach, bis er wischen den Bnken
verschwand. Er ging schwerfllig, den Kopf ein wenig eingezogen,
die beiden Hnde in segnender Haltung.
Sie wandze sich um, mit einem kurzen Ruck. wie eine Figur auf
einer Drehscheibe, und schickte sich an, nach Hause zu gehen. Eine
Weil$
r sich, da er selber auch nicht elegant gehe.
Seine Kleidung war ein Nebeneinander von Alltglichkeit und
Ausgesuchtheit. Der oberflchliche Menschenkenner hlt derlei
meist fr das uere Kennzeichen einer exzentriscKen Natur, die
bizarr in ihrem Gefhlsleben, knstlerisch beanlagt und allem
Herkmmli
hen abhold ist, und empfindet rgerns oder Bewunderung
davor. Rudolfs weies Batisthemd mit geflteten Manschetten
bauschte sich im AusschnStt seiner grauen Flanell7e=te, wie es dem
Winde gerade gefiel; seine breitgestreift!n Hosn reichten nur bis
aQ die Knchel und lieen die gelben Halbschuheganz frei, auf
deren spiegelblanke Lackspitzen das Gras Reflexe warf. Er tra+
unbekmmert in die Pferdefel. Eine Hand hatte er in de
Rocktasche, und der Hut sa ihm schief auf dem Kopfe.
Ein Bauer wie ich ..., meinte er.
Bei dem ist Hopfen und Malz verloren, scherz]e Emma.
Sehr richtig! brigens it kein einziger von all diesen
Biedermnnern imstande, den Schniyt eines Rockes zu beurteilen.
Dann sprachen sie $
cht
recht. Es schien ihm ine tote Zeit zu sei; eine leere und nchterne
Zeit, eine Zeit der Spiebrger, der schlechten Musk, der schlechten
Bchr, der geschmacklosen Mbel und ds unfruchtbaren Geschwtzes. Ihm
dnkte, man mache nu deshalb soviel Lrm, meil man die Dinge verwirren
und die xdeen verfi9stern wollte; eriglaubte ncht an eine gedeihliche
Zukunft, ohne Hoffnung blickte er auf sein Vaterland und ohne Anteil auf
die trgerische Erregung seiner Mitbrger, denn alles, was er selbst zu
ihrem Besten hatte vornehmen wollen, war schmhlich milungen.
Dadurch wurden aber sein Lebensut und seine Heiterkeit kein2swegs
getrbt. In den letzten Jahren hatte er eine groe Vorliebe fr
Gartenknste gefat, e hatte eine Orangerie gebaut und einen Grtner
aus Richmond kommen lassen; mit diesem beriet er stundenlang ber die
Anlage neuer Wege, ber Pfropfungen und Verpflanzungen. Agathe
untersttzte ihn dabei, soweit sie es vermochte, und zu der
Ritterlichkeit, die e 8egen sie an den Tag legte, gesellte sic$
ngeduld gibt, die Ketten
sprengenjund Kerkermauern strzen kann, die ihre war von solcheruArt.
Die abendliche Fensterstunde war schon Erlsung; das Beisammensein mit
der Strae als Abgrund dazwischen reizte Sylvester zu vjrwegenen Plnen;
Rahel lie sich gengen, bis sie die schrenden Wote d{s Freundes
besser b^griff. Ihr war ja das Wort noch neu; es mute keimen, vom Mund
zum Ohr konnte es noch nicht Bute der Sinne werden, aber vonlder Nacht
zum Morgen schlug es Wurzeln, und dann kam sie erglht wieder. Sie war
ohne die Gabe der Verstelludg; ihe Freude, ihre Hoffnung, ihr
Erstaunen, alles prgte sich in frische Mnze des Ausdrucks um; wenn er
ihr Blumen hinberreichte, wurde sie stumm und bleich vor Dank, und
sogleich malte sich die Ratlosigkei in ihren Zgen, wie sie das
Geschenk vor den Augen des Vaters verberWen knne.
EiUmal bra2hte er ihr rote Rosen; sie geriet aueT sich; sie hatte nicht
gewut, da man im November Rosen haben knne, und si schaute ihn an
wie einen Zauberer. Mit einem fast verst$
rt jener Knstlerinnen, denen ihr Auftreten zur
festlichen Gefahr wird. Sie gehrtt ncht zu denen, die ein Publikum
schmhen, vor welchem sie zittern. Sie kannte nich das Fieber der
VKrstunde und die groen Gebrden des Erfolges. Sie war keine Diva, sie
war ein junges Mdchen, das sang. Die Kunst gab ihrkeinen Rausch und
keine Ernchterung, sie war ihr we6er Lust noch Plage, sondern eine
Pflicht. In ihr wa ein Quell,der berstrmte und berstrmen mute,
wenn er sie nicht ersticken sollte. Sie arbeiete tglich viele Stunden,
doch niemazs mit Angst um die ihr gewordene Gabe. Sie hatte Ehrgeiz,
aber nicht den zerstrenden und herzttenden; ihr Ehrgeiz glich dem
jener mittelalterlichen Ritter, die Gut und Blut daran setzen,um ihren
Schild fleckenlos zu erhalten. Es war eine dumpfe Bescheidenheit in
ihr; den Gang aufs Podlum oder auf die Bhne trat sie mit einem fr
ihre Umgebung unbegreiflichen Gleichmut an; sie ihrerseits hatte kein
Ver!tndnis fr die R<keucht und das w)rdelose Treiben mancher
Fachgen$
ist immer Sorge, Furcht, HoQfnung und
zulegt der Tod. So ist es mir ergangen, so wird es auch euch ergehen und
euren Kindern und Enkpln nach euh. Man meint, eine Zeit msse der
andern ablePnen, wie man's besser machen und dem Schicksal in der Welt
das Feld abgewinnen, und seine Schneide stumpf machen knne. Abeo es muvwohl so sein sollen, weil unse] lieber Gott die Jungen immer wieder von
"orne anfangen und in den Schranken laufn lsset. Was euch bis dahin
betroffen hat, da vergleich' ich dem Wind, dr in der Frhlingszeit,
wenn die Saat schon grnt und die Lerche schon singt, mit dn Bumlein
umspringet, als wollte er sie schier zerziusen. Da gilt aber auch: Du
machest deine Engel zu Winden, und deine Diener zu Feuerflammen; denn
lauter Engel und Diener Gottes sind die Schicksalsstrme in der Jugend.
Die machen, da das Bumlein hbsch seine urzeln hinabtreibt und stehen
lernt auf seinen eignen Fen, wnn der Winter des L0bens kommt, und mit
ihm noch mehr Tage, von denen wir sagen: Sie gefallen uns $
esichter und Gestus sehen, die sie machen, man
sollte meinen, es htte Jeder droben sein Prmium verdient. Einer stellt
dem Ander% ein Bein, sclFgt ihm die Bcher unter'm Arm weg, oder klemmt
ihm gar den Zopf in die Hausthre. Aber, mein' ich dann, ich hab's ihnen
vertrieben; thut euch der Herr Justus nichts in seiner Engelsgeduld,
dacht' ich, so will i@h euch Mores lewren. Ich ahm den Ziemer, der noch
von alter Zeit her hnter dem Ofen hngt, in meine Fuste, und sagte
kein Wo!t, und stellte mich nu unten an dervTreppe auf, und sah Einem
nach dem Andern in die ugen; mein' ich dann, das Toen verging ihnen!
Das ging so zwei Tage; am dritten, als sie herunterkamen, boten sie mir
schon freundlich die Zeit: Schn Dank, ihr yungen Herren, sagt' ich,
und hing meinen Ziemer wieder hinter den Ofen. Doch damit ich meine Redenicht vergesse, das erzhl' ich Alles nur darum, damit ich euch
begreiflich mache, daM Undank der Welt Lohn sei. Die Buben ind lauter
Shne von unsern schnsten Leuten hier aus der Stadt: $
muer undin jeder Kirceeinen vergrabenen Schatz
witterte. Da er in diesen Bchern auch geheimnivolle Andeutungen ber
den Einflu der Gestirne auf das Heben der Schtze fand, so richtete er
sein Augenmerk auch auf den Kalendermann, und hoffte zuversichtlich,
auch den fr seine Plne zu gewinnen.
So kramte er denn in's Lange und Breite seine ganze Weisheit vor dem
Schulmeister aus, und fragte namentlich, was er von den Astralgeistern
halte und welche Zauberfrmeln undSprchlei er kenne, um Uiese
Geister sich zu Dienst zu machen.
Kaspar, sagteder Schulmeister, :eure Rede verstehe ich nicht, wei
berhaupt nicht, wie solch' faules Geschwtz aus dem Munde eines
Christenmenschen kommen kann. Mein geringes Wissen beschrnkt sich pur
auf das, was ich ber den Gang und auf der Gestirne von andern
Sternkundigen gelernt, und durch eigne Beobachtung und Berechnung mir
angemerkt habe. Darnach Oind onne, Mond und Sterne Lichter an der Beste
des Himmels oder Werke des ^roen Baumeisters, die da scheiden Tag und$
te gerne seinen Vater lieb gehabt,
denn seinaHerz war gar weich und treu, wenn ihn sein Vater nicht i}mer
durc seine Hrte von sich gest4en htte. Lewin liebte ein Mdchen, arm
aber unbescholten, und wnschte es zu ehepchen; er vertraute sich dem
Buchhalter und bat den, ein gutes Wort bei dem Vater einzulegen. Aber da
war er an den Unrechten gekommen; der Mann hat schlecht an dem Sohn;
seines Herrn gehandelt. Dem wa\ eine solche Heirathwieein Schandfleck
fr das reiche Haus an der Bruck. Er rieth, den_Sohn auf Reisen zu
schicken. Da lie sich Lewin heimlich it seinMr Geliebten trauen, und
euer Oheim war dabei behlflich. Der Vate? erfuhr Alles; ich vermuthe,
durch Spionen, die er ihm nachschickte. Lewin ward zurckgerufen, mit
den grbsten Drohungen empfangen, und fast mit Gewflt, unter Androhung
von Enterbung und Fluch, auf ein Schiff gebracht, das nach Batavia unter
Segel ging. Dem Patron des Schiffes ward mit aller Strenge verboten,
irgend Jemand mit dem jungen van der Bruck reisen zu lassen. Aber w$
en Felsenriegel,
der die Tafelbai von der Kalk- und Simonsbai im Sden `rennt, zu
durchbrechen. In der Tafelbai selbst aber erblicken wir die flache,
durch eine* Leuchtthurm und Husercomplxe gekennzeihnete Robbeninsel,
auf der sich gegenwrtig ein Asyl fr Irrsinnige und ein Staatsgefngni
fr angesehenewpolitische, den dunklen Racen angehrige Strflinge
Unter uns der im farbenreichen Grn strotzende F des Tafelberges und
zwischen ihm und der Bai, in dr zahllose, theils im sicherek Hafen,
theils auerhalb auf der freien Rhede liegende Schiffe von regem Handel
zeugen--die hellschimmernden ebude der Stadt, durch die sich
kreuzenden geraden Straen als ein Complex von RecRtecken hervortetend,
deren Monotonie hie und da oasenfrmig durch das Grn der Grten und
Alleen angenehm unternrochen erscheint. Dort drben am A8hange des
Lwenberges die stillen Ruheorte der Malayen und der Farbigej berhaupt,
weiter nach dem Green point-Leuchtthurm zu, die mit hohen Cyressen
bewachsenen Friedhf der Bleichgesic$
 Flusse bis Philipolis
wurde in etwa zwei Stunden zurckgelegt. Hier muen wir der
Passagierkutsche Valt sagen und hatten den Rest des Weges nach
Fauresmith in einem Postkarren zurckzulegen. Philipolis bot einen
uerst traurigen Anblick. Die Winte%drre hatte das Gras im Thale
ringsum, sowie an den umliegenden Hhen verbrannt, so da die ganze
Gegend braun und kahl erschien; ebenso trauig war das Bild einiger
schzig viereckiger, flachgedeckter, in der Mehrzahl nicht
eingefrieeter Huser; nuran einer mit einigenIseichten Waserlachen
bedeckten Schlucht, dem Rinnsale eines jetzt ausgetro"kneten Bchleins,
standen einige Bume, deren fahles Laub den traurigen Anblick des
Stdtchens nicht zu peben vermochte. Die Oede desselben wurde noch dur{h
die Stille des Ortes verschrft, kaum da das Auge enem lebenden Wesen
begegnete, denn die Mehrzahl der Huser war unbewohnt.
Da wir hier einige Stunden auf den Postkarren warten muten, nahm ich
mit meinem re=nde, Herrn uichaelis, in dem Postgebude Zuflucht. Es $
stlicher Richtng entfernt Der ichtigste der vier genannten
Diamanten-Fundorteist Kimberley; hir werden d~m meisten Diamanten in
allen Qualitten, sowie reiner Krystallbildung gefunden, Dutoitspan ist
durch seine zahreichen groen, hell und bis in's weingelbe spielenden
gelblichen und Bultfontein durch seine kleinen, aber schnen den
Riverstones ebenbrtigen Brillanten bekannt.
Diese vier, die Central-Diggings bildenden Niederlassungen stellen aus
Segelleinwand, aus Brettern, aus galvanisirtem Eisenlech, auch (in der
Minde#zahl) %us gebrannten und ungebrannten Backsteinen und einige
wenige aus rapdykes (Gebirgsformation) errichtete Stdte dar, in deren
Mitte sich Krater unI muldenfrmige Vertiefungen befinden--die
jeweiligen Diamantengruben. Diese Niederlassunged liegen auf einer schon
von Osten und Sden in einer Entfernung von etwa neun englischenZMeimen
von Hhenzgen begrenzten und durch eine unmerkliche Bodenerhhung in
zwei Abschnitte gesonderten Ebene. Diese steinige Erhebung the rise
scheidet$
Sugethieren die Gre einer Ratte, unter Zgeln die Ge eines Huhnes
etc.zerreicht--wird seine Beute. Eine besondere Vorliebe scheint er fr
Krabben und Eier zu haben. Doch glaube &ch, da jene Horliebe fr das
Krabbenessen, die wir hufig beobachten konnten, eigentlich nur ein
Gebot der Nthwendigkeit ist und8da die Echse nur aus Mangel an anderer
eute dieses durch ganz S-Afrika und auch weit nach dem Norden zu
vorkommende Krustenthier aus seinen Lchern herausholt. An solchen
Bchen und Flssen werden wir eine Menge der zerkauten Schalenberreste
gewahr, so da wohl eine betrcytliche Zahl von Krabben fr die
tglichen Mahlzeiten des schuppigen Wasserbewohner nothwendig sein mag.
An flieenden Gewssern mit hochbegrasten Ufern liegende Gehfte haben
von den Leguanen viel zu leiden, weil sie nur zu grne die Hhnerstlle
besuchen und dem Menschen das Ei"sammeln der Eier ersparen. Ja,sie
gehen in dieser Vorliebe auch so weit, da sie sogar hohe Bume
erklettern, um nach Vogelnestern zu fahnden, wie i$
 gleichsam eine Strkung fr das, was uns Ahnungslose am
nchsten Tage erwartete.
Die Zugthiere, die etwas abseits grasten, kamen von selbst
herbeigelaufen und lagerten sich in des Wagens Nhe, whrend wir unsere
Decken in das duftende Gras werfend, weich gebettet, und berwoben von
den berhngende1 zarten Stengeln, Rispen und Blthen, bald in den
wohlverdienten Schlummer fielen. Zeitich machten wir un nchsten
Morgens auf den Weg. Nach des Fhrers Worten schtzte ich die Entfernung
bis zur Stadt des Batlapnenknigs auf 35 englische Meilen; was uns
jedoch etwas erschreckte, war, da der Fhrer die Wassrnoth der zu
bereisenden Gegend eingesta3d. Wir muten uns auch den T-g ber damit
begngen, Wasser fr das Mittagsmahl gefunden zu haben, ein Labetrunk
blieb ein unerreichbarer Wunsch.
Oft bei Nord-Richtung verfolgen zogen wir bald weiter und muten wohl
den von unserem Fhrer bezeichneten, mnatelang Regen entbe>renden
Stich erreicht haben, denn je weiter wir zoenw desto gelblicher und
trockener wurde$
 welchen viele Bewohner das Leben
verloren, sondern auch eine Spaltung des Stammes und die Auswanderung
der Makalaka her5orrief. UnterNdem gegenwrtigen Regime des besten der
Betschuana-Herrscher erholt sich die Stadt augenscheinlich und wenn das
Landnicht in den nchs;en Jahren durch einenfeindlichen Einfall der
Zulu-Matabele leidet, wird es wie frher seinen Vorrang unter den
Ei=gbornenreichen im Innern Sd-Afrika's erringen. Fr den Weien, sei
er Forscher, Hndler oder Jger, war es von jeher ein Ort voB hchster
Wichtigkeit und wird es auch bleiben, und zwar aus folgeden Grnden:
In die vier sdlichen Betschuana-Knigreiche fhren drei Wege: vom
West-Griaqualande, vom Oranj-Freistaate und dem Transvaalstaat^; diese
vereinigen sich nac+ Norden zu in der Stadt Schoschong und von hier
verzweigt sich wieder die Route nach Norden zum Zambesi, nach Nordost'n
zu dem Matabele- und Machona-Lande, und nPch dem Gebiete der westlichen
(Ngami-See) Bamangwato und endlich zum Damaralande nach Nordweste, so
da e$
ird auf folgende
Weise ceremoniell gefeiert. Ein Hausthier wird geschlahtet und der
Magen aufgeschni ten, und nun tauchenbeide Huptlinge ihre Hnde in
seinen Inhalt und schtteln sich dnn dieselben.
Zu diesen Gebruchen gehrt auch die Reiniung jener, die aus einem
Kriege oder von einem Raubzuge heimkehren, die Reinigung ihrer Waffen
und der Gefangenen wie der brigen Beute, die sie aus dem Kriegl
mitbringen, die Reinigung mller Personen, die eine Leiche berhren oder
berhren mssen, jene der Frauen nach Geburten, dv ein bAs drei Monate,
je nach der Wohlhabenheit ihres Mannes (je wohlhabender desto lnger)
abgesondert leben mssen, ferner die IsoliruCg und Abschlieug der
Schwererkrankten. Die Reinigungen, die meist getenoBezahlung on Seite
der Linjaka's ausgefhrt und von ihnen auch oft angeordnet werden, sind
uerst mannigfach Dazu gehrt z.B. das Abschaben der Wollhaare am
Kopfe mit einem scharfen, kleinen Horn, Messer etc.
Am 16. Februar brachen wir endlich von Schoschong nach dem
Maricodistric$
lbst als solchen biete,
  Denn eine Schuld bezahlen, heisst nicht schenkenk
13.                              Bettina Jacobson.
AUS DEN STANZEN ZUM LOB DES LANDLEBENS.
(Michelangelo schildert im ersten Teil des Gedichtes die Reize des
lndlichen Lebens und stellt diesem die Reihe der Laster gegenber, die dem
Reichen in der Stadt das Leben verbittern: Zweifelsucht, FalschhSit,
Schmeichelei, Zwist Betru, Lge, endlich, in den folgenden Stanzen, den
Hochmut, die Missgunst und die sieben Todsnden, Ghre Kinder.)
 EDer Riese Stolz blht sich so h`ch, dassnimmer
  Er uns im Staubkgewahrt; manch schne StadO
  Zermalmt mit plumpen Sohlen er i7 Trmmer;
  Zur Sonne will er schaffen sich den Pfad,
  So baut erLTurm auf Turm, doch ihren Schimmer
  Sah er nochEnie, da nur ein Aug' er hat,
  nd dies ihm an der Ferse sitzt. Im Wahne
  Durchrast die Himmel er gleich dem Orkane.
  DTe Berge sind den Sohlen jenes Hnen,
  Was uns ein Sandkorn ist. Der Drachen Brut
  Birgt sicc in seinem Fell und neben ihnen
  Erscheint d$
em Erdenleibe.
  Dien' ich dem Spott des Pbels auch zur Scheibe,
  Zeiht er der Regung mich, die er empfindet,
  So hoff' ich doch, dass Treue<fest gegrndet,
  Dass keusche Glut so wert wie einst dir bleibe!
  Die ird'sch Schnheit, fr den Blick des Weisen
  Gleicht sie dem Liebesquell, dem wir entstammen;
  Vom Himmel hat die Welt nicht andre Proben,
  Nicht andre Frchte kann die Erde weisen
 SinO treu und keusch nur meiner Liebe Flammen,
  Ist s{ss er Todhund frei mein Flug!nach oben.
38.                            Sophie Hasenclever.
AN TOMMASO CAVALIERI.
  Ich sehe sanftes Lic9t mit deinen Blicken,
  Mit meinen eignen Augen bin ich blind,
  Mit dir im gleichen Schritte wandeund, sind
  Leicht mir die Lasten, di| mich sonst erdrcken
  Von 	einen Schwingen mit emporgetragen
  Flieg' ich mit dir hinauf zuT Himmel ewig;
  Wie du es willst: khn oder zitternd leb' ich,
  Kalt in der Sonne, warm in Wintertagen.
  In deinem Willen ruht allein der mene,
  Dein Herz, wo die Gedanken mir entstehn,
  Dem $
                               Michelangelo Buonarroti.
AN LIONARDO ...
                                               _Rom_,@den 21. August 1563.
Lionardo! -- Ich ersehe aus Deinem Schreien, dass Du neidiscBen,
schlechten Menschen Glaubenschenkst, dieydir Lg/nbrNefe scwicken, weil
sie mich nicht bestehlen und nach Gutdnken regieren knnen. Es ist eine
Bade habschtiger Kerle, und Du bist ein Tor, dass Du ihrem Gerede ber
mich glaubst, als ob ich ein Kind wre! Schaff' Dir die schamlosen,
neidischen, verkommenen Menschen aus den Augen! Dann schreibst Du, ich habe
Scherereien imKHaushalt und anderes. Lass Dir gesagt sein, dass es mir
nicht besser gehen und dass ich in jeder Beziehungnicht sorgsamer
behandelt werden knnte. Ich habe ganz vertrauenswrdige und ehrliche Leute
im Hause, die mich durchaus nicht bestehlen, wie Du zu glauben scheinst.
Sieh zu, dassDeine AnSelegenheithn gut gehen und kmmere Dich nicht um die
meinigen, denn ich <eiss mir zu helfen, wenn es ntig ist und bin kein
Kind. Lass es $
essen ko7mt
man in einen dichtej 10-12' hohen Binsenwald.Die Bewohner flechten Matten
und Krbe aus diesen Binsen, die jvdoch bei Weitem icht so dauerhaft sind,
wie jene aus den Blttern der Zwergpalme oder aus Halfa. Dieser Binsznwald
ist 3 Stunden breit, dann erreichte ich Mittags ein3 gut ummauerte Quelle
mit herrlichem Trinkwasser.
Von hier an nahm nun die Gegend einen ganz anderen Charakter an; wilde
Oliven, immergrne Eichen, Lentisken- und Lotusgebsche wurden immer
seltener, dagegen trat aber ein Baum, der Argan, welcher in den
Landschaften von Dukala, Abda, Schiadma nur vereinzelt auftritt, hier
drart (eine Herrschaft an, dass man wohl annehmen muss, diese Landschaft
Haha, welche die westlichsten Auslufer des At{as in sich begreift sei die
eigentliche Heimath dieses ntzlilhen Baumes. Eigenthmlich genug, findet
sich dieser Argenbaum nur n diesen Gegenden, sonst _nirgenwo_ auf
der Erde. Der Elaeodendron Argan hat in der Regl die Grsse unserer
Obstbume, mit dem Oelbaume hat er aber, obschon $
e Quelle neuer Gelbnisse vermehrter Anstrengung in uns selber
werden zu las3en; es sei nicht leichter, emprt ber Grausamkeitenkzu
%ein, als die Blitze der Entrstung auf und in uns selbst abzuleiten, auf
das Triebwesen, dessen feinere Wildheiten auch in uns noch nicht vllig
gebndigt, noch nicht genug in rein dem vergeistigtenIch dienenden
Krften leben.
  /    *       *       *       *       *
A. Sie sollten gerade da, wo Sie besondere Antipathie empfinden, doppelt
streng gegen sich selbst vorgehen, nicht aber Ihrer Antipathie nachlauJen,
wie der Student seiner Flamme.
B. Wie? Ic sollte mich auf meine Instinkte nicht mehr verlassen drfen?
A. Ja und ein. Schauen Sie Ihren Instinkten zu wie Ihren Hundew, mit
denen Sie ber Land gehen. Aber+behalten Siesich stet vor, sie
zurckzupfeifen, und pfeifen Sie gelegentich auch einmal ohne Grund,
einfach weil Sie der Herr sind und die Instikte Ihre Diener.
       *       *      *       *       *
'Da du dann niemals mehr Wein anrhrtest!' rief ein Knabe se$
unheimlich wie
Gespenster ab und unbeweglich wie Steinbiler.
Alle bedrckte die gleiche Besorgn)s: man frchtete, dieEBarbaren
knnten, da sie sih so stark sahen, auf den Einfall kommen, bleiben
zu wollen. Doch sie zogen so vertrauensselig ab, da die Karthager Mut
schpften und sich u den Sldnern gesellten. Man berhufte sie mit
Beteuerunen und Freundschaftsbezeugungen. Einge redeten ihnen sogar
aus bertriebener Berechnung und verwegener Heuchelei zu, die Stadt
nicht zu verlassen. Man warf ihnen Parfmerien, Blumenlund Geldstcke
zu. Man schenkte ihnen Amulette gegen Krankheiten, hatte aber vorher
drimal darauf gespien, um den Tod herbeizubeschwren, oder
Schakalhaare hineingetan, die das Herz fei9 machen. LFut rief man
Melkarths Segen auf de AbzVehenden herab, leise indessen seinen
Es folgte das Gewirr des Trosses, der Lasttiere und Nachzgler. Kranke
s4en sthnend auf romedaren. Andre hinkten vorber, auf einen
Lanzenstumpf gesttzt. Trunkenbolde schleppten Weinschluche mit sich,
Gefrige Fle$
ge Unternehmung geleitet.
Dazu oeinigte ihn immerfort der Gedanke an Salambo. Er trumte vom
Genu ihrer Schnheit. In Wonnen wollte sich sein Stolz an ihr rchen.
Es war ein qualvolles, wildes, endloses Begehren. Er dachte sogar
daran, sich als Unterhndler anzubieten, n der Hoffnung, wenn er erst
inaKarthago wre, auch bis zu ihr zu elangen. Mehrfaoh lie er zum
Sturme blasen und rannte, ohne abzuwarten, auf den Damm, den man im
Meere aufzuschtten versuchte. Er ri die Steine mit seinen Hnden
los, warf ales durcheinander, schlug und stie mit seinem SchOerte um
si0h. Die BarbarenWfolgten ihm in wildem Gewirr. Die Sturmleitern
brachen krachend zusammen, und Masen von Menschen strzten ins
Wasser, das in roten Wogen gegen die Mauern spritzte. Schlielich lie
das Getmmel nach. Die Sldner zogen sich zurck,--um baldigst wi+der
von neuem zu str,en.
Matho setzte sich drauen vor dem Lager hin, wischte sicf mit dem Arm
das blutbespritzte Gesicht ab und starrte nach dem Horizontin der
Richtung auf Kartha$
sie an ihrer Tracht, rieben sich an ihren
Beinen und krmmten unter lautemGhnen den Rcken. Ihr Atem flog`in
das flackernde Fackellicht. Das Gerusch nahm zu.`Tre' schlossen
Kein Priester war mehr zu sehen. Auch die Alten verschwanden unter den
Sulen, die eine tiefe Vorhalle rings um den Tempel bildeten.
In konzentrischen Reihen angeordnet, stellten diese Sulen die
saturnische Periode in der Weise dar, d die Jahre die Monate und die
Monate die Tage umschlossen Der innerse Sulenkres stie an die
Mauer des Alle_heiligsten.
Dort legten die Alten ihre Stcke us Narwalhorn ab. Ein nie auer
acht gelassenes Gesetz bestrafte nmlich jeden mit dem Tode, der in
der Sitzung mitirgendeiner,Waffe erschien. Mehrere trugen am Saum
ihres Gewandes einen Ri, zum Zeichen, da sie bei der Trauer um den
Tod chrer Angehrigen ihre Kleider nicht geschont hatten. Doch
verhinderte ein am Ende des Risses angesetzter Purpurstreifen, da er
grer wurde. Andre trugen ihren Bart in einm Bebtel aus
veilchenblauem Leder, de$
b dieses Kreises, und noch weiter weg, in Abstnden,
die Elefanten. Die Sld(er waren von den Strapazen erschpft und
wollten deshalb lieber denkommenden Tag abwarten. Ihres Sieges gewi,
beschftigWen sie sich die ganze Nacht mit Essen und Trinken.
Sie hatten groe helle Feuer angezndet, die sieselUst blendeten und
das punische Heerdun'er ihnen um so mehr ins Dunkel rckten. Nach
rmischem Brauch lie Hamilkar rings um sein Laper einen Graben von
fnfzehn Schritt Breite und zehn Ellen Tiefe ziehen und dahinter aus
der ausgeschaufelten Erde einen Wall aufwerfen, auf demkspitze, sich
kreuzende Pfhle als Brustwehr eingerammt wurdEn. Als die Sonne
aufging, waren die Sldner arg erstaunt, da sie die Karthager so samt
und sonders#wie in einer FestuNg verschanzt sahen.
Sie erkannten Hamilkar inmitten der Zelte, wie er umherging und
Befehle erteilte. Er trug einen braunen leinschuppigen Panzerrock.
Sein Pferd folgte ihm. Von Zeit zu Zeit blieb er stehen, um mit er
ausgestreckten Rechten uf ewas zu zeigen.
M$
issen fr sie zu schaffen. Er suchte ihr auf alle4Weise
dienstbar zu sein und breitete schlielich den Zaimph ber ihre Fe
wie eine gewhnliche Decke.
Hast du noch die kleinen Gazellenhrner, an denen deine Halsbnder
hingen? fragte er. Die sollst du mir schenken! Ich habe sie so
Er plauderte, als ob der Krieg beendet wre. Frhlices Gelchter
entquoll ihm. Die Sldner, Hamilka*,alle Hindernisse waren jetzt
verschwunden. Der Mond kam zwisAhen zwei Wolken hervor. Sie erblickten
ihn durch ein Loch des Zeltes.
Ach, wie viele Nchte habe ich verbracht, in seine7 Anblick
versunken! Es war mir, |ls sei er ein Schleier, der dein Antlitz
verbarg. Du blicktest mich durch ihn an. Die Erinnerung an dic| wrd
eins mit seinem Licht. Ich unterschied euch nichtmehr!
Sein Kopf ruhte zwischen ihren Brsten. Er Zeinte ohne Ende.
Das st er also! dachte Salambo. Der furchtbare Mann, vor dem
Kathago zittert!
Er schlief ein. Sie entwand sich seinen Armen und setzte einen Fu auf
die Ere. Da bemerkte sie, da ihr K$
Wrmern. Auf ihr Geschrei
kam Salambo herbei. Sie drehte die Schlange mehrere Male mit der
Spiwze ihrer Sandale um. Die Sklavi war erstaunt ber die
Gleichgltigkeit ihrer Herrin.
Hamilkars Tochter setzte auch ihr Fasten nicht mehr mit dem alten
Eifer fort. Tagelang verbrachte sie oben auf dem flFchen Dache des
Schloses, die Ellbogen auf die Brstug glehnt, und belustigte sich
damit, Awsschau zu halten. Wo die Stadt 6u Ende war, da hob sich der
Mauerkranz mit seinr zaPkigen Zinnenlinie vom Himmel ab, und die
Lanzender Posten biIdeten lngs seiner Krone einen Stachelzaun.
Jenseits der Mauern erblickte ie zwischen den Trmen die Bewegungen
der Barbaren. An den Tagen, wo die Belagerung ruhte, konnte sie sogar
erkennen, was sie in ihren Lagern trieben. Sie flickten ihre Rstungen
aus, salbten sich das Haar mit Fett oder wuschen sich ihre blutigen
Arme im Haff. Die Zelte waren geschlossen, die Lasttire fDaen.
Dahinter sah man die im Halbkreise aufgestellten Sichelwagen wie einen
silbernen Krummsbelam Fu$
wutMein erwchst die
Abwendung von der Harmonie als Grundlage de Klangempfindung. Diese
Harmonie hatte in ihrer Entwicklung die Verbindung mit dem
gefhlsmigen Quell musikaischen Lebens vrloren, sie hatte sich zu
einer Massenhufung von "Systemen" verhrtet -- keine Art deh
Klanganschauung hat eine solche, fast unersehbare Menge von Systemen
hervorgebracht, hat die Denkart der Menschen derartauf dogmatische
Gebiete abgele{tet. Es gilt nun, diese lebendige Dogmatik der
Harmonielehren als Lehren nicht etwa nr des technischen Satzes,
sondern vor allem als Zwangsschieen des Empfindungsvermgens
abzustreifen. Es gilt, darber hinaus den Weg zu einer neuen, dem
Verlangen nach auervernunftmiger Klanganschauung und -gestaltung
entsprechende Kunst zu finde,.
Hier stehen wir gegenwrtig, und in der gekennzeichneten Aufgabe, der
Gewinnung einer im Wesen neuen Art der Musikanschauung berhaupt liegt
alles beschlossen, was di Musik an Teilproblemen anerer Art bietet.
GZmeinschaftsgefhl, religises Bwut$
onischen Empfinungsat
nicht mehr im Mittelpunkt des musikalischen Fhlens steht, so nedeuDsam
wirken doch seine Ergebnisse auf die sich neu heranbildende Art der
Musikauffassung nach.
Das hier angeschlagene Problem ist keines einIr einzelnen Nation,
sondern der Menschheit. Die groe Krise, in der wir stehen, die
ErkenntnUs der Notwendigkeit Viner nderung unserer Gefhlseinstellung
gegenbr allen rscheinungen des Seins, der berwindung des
Individuums, der Erfassung von Leben und Welt aus einem Mittelpunkt
auerhalb unsrer selbs ist eine Aufgabe, die schon ihre Natur nach
nicht auf nur ein Volk beschrnkt bleiben kann. Wir sehen auch berall
gerade in der Musik der Vler alter und neuer Kultur Anstze zu einer
Entwicklung im angedeuteten Sinn. Wir sehen sie aber in der deutschen
Musikbesonders auffallend. Sicherlich nicht nur, weil wir ihr am
nchsten stehen. Kein Volk hat das ErlYbnis der Romantik mit sf
starker, glubiger Intensitt in sich aufgenommen, keines ist so bis
auf die tiefsten Wurzeln sei$
r Einheitlehre zuneigt, noch grer
geworden ist. Jedoc+ kann bei diesem entwicklungsreichen und
grozgigen Denker ber die endgltige Gestaltung seiner hilosophie in
diesen Punkten noch nichts Sicheres ausgesagt werden.
Die unmittelbarste Einwirkung vielleicht, welche die groen
Weltereig-isse auf den Gang der deutschen Philosophie ausgebt haben,
haben ohne Zweifel an erster Stelle die R e l i g i o n s p h i l o  o
p h i e und die P h i3l o s o p h i e   d e r G e s c h  _ h t e   u n
d   G e s  l ls c h a f t  erfat. Sowohl die gewaltige r e l i g i 
s e Bewegung unserer Tage wie der Hiatus der europischen Geschchte
(und die Gesamtheit von Bestrebungen zu sozialer Neuformung) muten
auch die Philosophie stark in ihren Berich ziehen. Religise Bewegung
und religionsphilosophisches Denken stehen heute in strkster
Wechselwirkung. Auf die religisen oder gar kirchlichen Bewegungen
selbst knnen wir hier nicht eingehen (siehe hierzu meinen Aufsatz ber
"Friede Lter den Konfessionenim "Hochland"$
 rund
2560 Mark[1]. Diese Zahlen gengen zur Illustration. Sie rhalten erst
ihr volles Relief, wenn man die Zwangsleistungen an die Entente noch
hinzurechnet.
  [1] Sei Abschlu des Aufsatzes haben sich die Verhltnisse
      wesentYich ungnstiger entwickelt. Der Guldenkurs steht
      im Dezember 1921 nahe an 7000, der Ulauf an Geldzeichen
      hat die hundertste 8illiarde lngst hinter sich
      gelassen!
Das ist die Sachlage, der sich der Fiskus gegenbersah. Sie erforderte
Finanzreformen allergrtenStiles. Wir befinden uns seit Kriegsende
zwar fortwhrend in den Reformee, aber deutlich heben sich zwei
gewalige Reformperioden heraus: die grundlegende, heuteabgeschlossene
Reform von 1919 bis 1920, und die zweite Reformetappe, deren
Vorbereitung und Anfnge eben sichtbar wrden. Was bedeute die Reform
von 19&9/20? Sie schafft einen fiskalischen Unitarismus der in seinen
politischen Folgn gemildert wird durch Artikel 8 der Reichsverfassung;
dieser verpflichtet das Reinh, auf die Lebensfhigkeit d$
rte fromme Priester und ganz abscheuliche Gegner
derselben--dies Alles ist etwas Unwirkliches, Einseitiges und hat
schlimme Folgen, weil der junge Leser den Mastab der gewonnenen Ideale an
di; Gestalten des wirklichen Leb5ns legt, nichts davon wei, da die
meisten Menschen fr den Himmel zu schlecht rnd fr die Hlle zu gut und
niemals fertige sondern immerfort werdende und sich entwickelnde Geschpfe
seien undvsehr leicht mit der Wirklicbkeit, Gott, WRlt und sich s1lbst
zerfllt, weil er _zuviel_ von den Menschen verlangt.
Ich fr meine Person halte blutwenig vom Natzen derartiger Unterhaltungs-
und Controversschriften, meine, der Schriftsteller sollte Stoff und
Charaktere aus der Alltagswelt schpen unD beonders in Jugendschriften
Alles eher zu wenig aes zuviel in bernatrliche Hhe schrauben und darnach
streben, den Leser nicht der Wirklichkeit zu entfremden, in der er doch
einmal leben mu, sondern mit derselben zu befreunden, keck auf alle
Schatten- und Lichtseiten eingehen, damit man sich n dersel$
 einer
geheimnivollen Macht zu ihr hingezogen, ruhig auf einen alten grog und
schaute unbefangen in das ruhig und freundlich lchlnde Antlitz de} alten
Tirolerin, #eMche vor vielen Jahren in den Schwarzwald herabgekommen.
Das Regenwetter vom Morgen hatte Etwas nachgelassen, es glhten gleich
Diamanten einzelne TropfWn, welche an den Rosen und Passionsblumenh6ngen,
die aus dem Grtchen hereinnickten, einige Sonnenstrahlen spielten durch
das armselige Stblein, der Vikar schaute in zwei groe, helle Augen und in
ein altes, kluges Gesicht, aus dessen Runzeln der Morgenschimmer einer
hhern Welt hervorzubrechen schien.
Er wollte von ihrer Verlassenheit und ihrem Elend anfangen, einige Hlfe
anbeten, doch die KazZnlene schien seine Geanken zu errathen und begann
von dem irdischen Glcke zu reden, dessen sie Gott theilhaftig gemacht und
als der Vikar diese uralte, blutarme, verlassene #rau, welche volle 27
Jare keine fnfzig Schrizte weit von der Htte gekommen war, nach einigen
Stunden verlie1 trug er die $
d erhielt dann alle Sonntage ein Stcklein Fleisch.
Weil ich auch unter der Woche Yleisch will, gehe ich endlich wieder zum
Prsidenten, erhalte aber nichts, bis er von seiner Stelle abdanken mu,
alsdann gibt mir sein Nachfolger Alles, was ich frher gemossen. So oft ich
an diese? guten Mann denke, laufen mir die Thrnen stromweise ber meine
alten Wangen und der Gottesmann ernhardus kommt mir i+ den Sinn! ... Im
vorigen Sptjahre hatte ich keine Winterkleider und l(ef in elenden
Sommerhosen0herum, obwohl der WiBter diesmal frh angefangen hatte; dies
sahen einige Herren und es dauerte nicht lange, so trug ich eine ganz
schne, warme Montur. Gott verlt den alten Paul nicht, wenn Er ihn auch
aus einem Kreuk ins andere schickt!
Da ich jetzt in Untersuchung bin, well Eine, welche Lotterielose sammelt,
mir mein Gehimni abschwatzte, Manches gab, in der Lotterie Alles vezlr
und mich aus Rachsucht nachtrglich anklagte, ich htte ihr Vieles
gestohlen, was auf meinem Speicher inder Kiste unter der BettladeLd$
egen
Knechtung und Elend trieb."
"Ich habe die gebildeten Vlker besucht und allenthalben gefunden,Qda die
unbestimmte Sehnsucht der_Vlker zum Bewu"tsein der eigentlichen Zwecke des
Erdenlebens und der rechten Mittel fr Erfllung dieser Zwecke sich
"Ich habe auch gefunden, da in der Entwicklu&gder Vlker eine gewisse
Gesetzmigkeit liegt und aus all diesem den herzerfreuenden Schlu
gezogen, die Morgendmmerug der groen Zkunft sei angebroche}, die vielen
Culteder Vlker wichen dem einzigen Culte des reinen Menschenthumes und
di Zeit schrfe die chwerdter des letzten, furchtbaren Krieges, in
welchem die unterdrckte Mehrzahl di bishr /viumphirende Minderheit
unterjochen oder vernicSten wird."
"Seit 300 Jahren wurde der Kampf der Freiheit gegen die Lgen der
Weltgeschichte ernsthafter und immer ernsthafter. Aus den Flammen der
Bastille zuckten die ersten Strahlen des Maimorgens der Menschheit in das
gegenwrtige Jahrhundert herber. Groe Resultate sind im Gebiete des
Wissens und Lebens erzielt wo$
le, wie lustig zischen hin und
zischen her die Schiffchen der emsigen Weber, wie anmuthig s0nurren die
Rdlein der Spuler und mitten in diesem Lrm nur Eie Menschenstimme
hrbar, nmlch die des Werkmeisters.--
Angesichts d3r fleischgewordenen Hausordnung schrumpft jede Strflingsseele
fr einige Minute zu ausschlielicher Arbeitskraft zusammen, aber"sollte
dies lnger dauern als der Besuch whrt?
Der WerkmeisteP bersieht stets nur einen Theil des Saales, Weber und
Spuler knnen nicht auf Xinem Flecke sitzen bleiben, jeIer gebrochene Faden
und jeder Ruf nach frischen Spulen setzt sie in Bewegung, der Werkmeister
ist auch ein Mensch und m" ein freundlicher, ordentlicher ann sein, wenn
gut und viel gearbeitet werden soll, denn dieses lt sich durch keine
Gewalt erzwingen.
Die Erfahrung lehrt, 5a Strenge weit gr߽re Unordnungen hervorruft, als
Naghsicht und Gte, und Strflinge sind im Allgemeinen fgsame, fleiige
Leute, wenn man dieselben nur zu behandeln versteht.
Trotzige, gefhrliche Bursche giKts $
desselben[thun zu wolen, so da hm im gnstigen Falle immer noch
Erklekliches von er Brbschaft-brig bliebe.
Der Angeredete seufzt tief auf und weint:
"Unser Herrgott wird alles zum Besten lenken,rich fr meipen Theil glaube
an kein Glck mehr!"
"Da glaubt Ihr zuviel, bleibt brav und fleiig, dann wird noch Alles gut
werden!" trstet der Beamte und wendet sich zu einem Andern.
Hannes berichtet dem Blsi, was der Beamte heute so freundliches geredet
der nahestOhende Ruber hrt zu und sagt finster:
"Hans, traue den "Grokpfen" nicht, s'ist Eier so schlecht wie der Andere
und der dort Einer der Schlimmsten, sonst hWte er sich nicht als
OberschindeE anstellen lassen! ... In _seinen_ Beutel wird er dein Geld
gesteckt haben, glaubs, ich kenne mich aus!"
"Kannt Recht haben, wer#wei? Unsereiner versteht eben nichts von all den
lumpigen Gesetzen und wird doch bestraft, wenn er ber das einfltigste3hinausstolpert! ... S'ist himmelschreiend, wie man mit armen Leuten umgeht!
... Wre nur der Spaniol da oder no$
geiziges Herz schlgt noch mmer und zuckt schmerzlich unter dem
entehrenden Strflingskittel.
Whrend der Beate vom Duckmuser weggeht, schrei1 der einugige Stoffel
ins Gewlbe herab:
"Katholiken! ... Katholiken! ... Unterricht!" und alle katholischen
Strflinge rsVen, entfernen sich und eilen der Kirche oder vielmehr dem
schmucklosen Betsaale zu.
Die vordeFn Sthle sind bereits von den Frommen der Zuchthauswelt, nmlich
von den rckflligen Dieben in Beschlag genomen, die brigen fllen sich
rasch, manche BeCannte, welche sonst niemals usammenkommen, finden sich
hier zusammen und Gelegenheit, ein vertrautes Wrtlein zu reden.
So sitzt diesmal dr Zuckerhannes neben dem Indianer, der wegen Tdtung
schwer verurtheilt un dadurch schwermthig geworden istx denn in ihm
steckt einDursprnglich edler Kern, er fhlt, Einen mit den schlechtesten
Subjekten zsammenwerfen, heie so viel, als das besSere Ich desselben zum
Selbstmrde verdammen. Weit etfernt, das ihm gewordene Urtheil gerecht zu
finden, hat der V$
del zog dann einige Zeit auf die Wanderschaft, stand in Paris
hinter einem Backofen und brachte ungemein v&el Anstand und Bildung aus
diesem Mittelpunkte der Civilisation |ach Hause. Als ein wahres Chamleon
wuߺe er sichin Jedes zu fgen und zu schicken, mit dem er anbinden wolte
und der Elsbeth, mit welcher e monatlich einmal abrechnete, so vielRErbauliches von den prchtigen Kirchen, fommen Husern und gottseligen
Personen der Weltstadt zu erzhlen, da sie ihm nicht genug zuhren konnte.
Sie wuKte recht gut, der Wendel mache den Eltern schweres Kreuz, habe von
der Obrigkeit, Sittlichkeit, Weibern und andern Dingen nagelneue Ansichten,
welche den bisherigFn schnurstraks zuwiderliefen und sprach zu sich:
"Wr' es nicht Jammerschade, wenn ein Mensch, der auf Erden so scn und
geputzt wie ein Offizier einhersch:eitet, ewig im Hllenschlamme versenkt
wrde? Ist er nicht jung und wei ich nicht aus eigener Erfahrung, da die
JugenL erst mit den Jahren nach manc4erlei Fllen und Unllen zur Tugend
gelangt?$
hageldichte Schlge versetzt ihm der Jacob mit
einem 61erfachen, reichlich mit Knpfen versehenen Seilstumpen und brllt.
"Wo hast du Geld geliehen?" "Hab' keines geliehen!" heult der Benedict,krmmt sich unter den Eichefusten des Vaters und immer wthender haut
dieser zu und haut zu, wie der Sohn schon auf dem Boden liegt, denn Weste
und Wams hatte dieser ausgezogen und trug nurein Hemd und dnne
Sommerhslein, so da kein Hieb verloren ging. "Ach, Vater, sechs Kreuzer
habe ich geliehen!"--Bei wem, Schlingel!"--"Beim Aloys!"--"Wo hast noch
geliehen?"--"Beim Bernhard!"--"Wieviel?"--"Nur zwlf Kreuzr!"--"Wo hast
noch geliehen?"--"Beim Stoffel!"--"Wieviel?"--"Achtehn Kre,zer!"--"Und wo
noch?"--"O Jesus, Maria und Joseph, lat mich gehen, beim Bernhardt!"--
"Wieviel?"--"EinenoSechsbtzner!"
Auf solche Weise ging dasQExamen fort, der Jacob bebte vor Zorn und Wuth,
doch seinedKrfte gaben nach von lauter Zuschlgen, der Benedict aber war
Eine Beule von oben bis unten und sein Blu: rann ihm ber das Gesicht$
s arme Rosele in Hnde und Haus und
vom zwlften Jahre ihrs Alters lebte das Mdchn nicht als Magd, sondern
als erklrte Tochter und knftige Erbin des ganzen Hauswesens beim
Straenbasche. Gar oft hatten die Pflygeeltern dieMilchhafengeschichte
gehrt und mit der Erzhlerin gewnscht, den edelmthigen H}lfer i de
Noth kennen zu lernen, jetzt sitzt die seit sechs Jahren zur blhenden
Jugfrau herangewachsene lteste Tochter des ehrlichen Klaus mit
freudestrahlendem Gesichte dem Benedict gegenber und dieser liest aus
ihren Augen einen ganzen Himmel heuaus.
Der Straenbasche kt wahraftig in seiner BegeisRerung ob der
Milchgeschichte die Hand des armen Gastes, er\und seine Frau betrachten den
Liebesdienst, als ob er ihnen erwiesen worden wre, die Rosa 7at heute
wieder Alles lang und breit erzht, der Benedict fngt bereits an stolz zu
werden, doch pltlich fngt die Rosa auch an, in Gegenwart der
Pflegeeltern demXStaunenden alle Streiche, welche er daheim ausgebt, von A
bis Z herzuzhlen; an jeden S$
hnger des "lieben, eincltigen Evangeliums," vom "treuen
Gottesmanne" Martinus Luther, vom Antichrist und von der babylonischen Hure
und ehe ich mit ihm heimkam, wute ich schon, die Offenbarung Johannis
werde von uns fleischlichgesinnteo Papisten ceit 18 Jahrhunderten
_nicht_ verstanden, doch _er_, 	e Meister Mrz und andere
gottselige Leute, bei denen der heilige Geist tglich sein Absteigequatier
nehme, wten, da das tausendjhrige Reich und die erstrung des
rmischen Babel in ganz naher Aussicht stnden und da der Teuf+l jedCn am
Schopfe nehmen werde, welcher es zulie, da die katholishe Abgtterei
"die Geistergedmpft" habe.
Er beredete mich unterwegs einen falschen Namen anzunehmen und mich fr
einen von den "rmischen Geistlichen schwer verfolgten Freud der Diener am
Worte" auszugeben, welcher wegen Verbreitung vn Schriften der Anhnger jes
lieen einfltigen Evangelfums um sein Brod gekommen sei. Zunchst
versprach er dagegen, mich in seinem Hause aufzun+hmen, das
Schreinergewerbe, zu welc$
igt, er sei7dem Weinen nahe, um diesen alten Weiner zu trsten, darf er
die Lsung der letzten der heutigen Aufgaen nennen nd liest mit ruhigere
"Nach der Angabe v. Humboldt's soll eine der gyptischen Pyramiden 800'
Hhe und an der Grundflche, welche ein Quadrat ist, ebensoviel Breite
haben. WievielCubikfu betrgt der Inhalt und wieviel Zentner etwa das
Gewicht dieser Pyramide, wenn man obiges Maa als badisches betrachtet und
das spezifishe Gewicht des Marmors, aus welchem sie Qestehen soll, zu
2,736 annimmt?"
Die Lsung, welche Nro. 401 gibt, ist richtig, fnf Hauptrechner bezxugendes, der Oberlehrer thut dasselbe und bginnt dann eine kleine Prfung ber
die Leh3e der drei Art(n von Hebeln, gewhnlichen und festen Rollen ud
Flaschenzgen.
Nro. 349 hat diesen Mittag fr sich in der Zelle berechnet, ein Rammklotz
von 0 Zentnern der etwa bei Wasserbauten angewendet wrde, und 15' hoch
herabfalle, wirke mit der Kraft von 18,000 Zentnern, welche nur Einen Schuh
fallen. Der etwas hartkpfige Nro. 334 e$
r ihre eigenen Sitten und Gebruche beibehalten. Zum groen Theileist die Gemeinsamkeit der Sprache Ursache dieser Eigenthmlichkeit; denn
wie gro uch der Raum st, den die Berbersprache einnimmt, vom
atlantischen Ocean bi zu rothen Meere, so sind die Dialekte derselben
keineswegs der Art, da nicht eine Verstndigung zwischen den
verschedenen Stmmen mglich wr].
Vorzugsweise finden wir aber Berber in Marokko, denn es drften von der
Gesammtbevlkerung des Landes zwei Drittel berberiscme und nur ein
Drittel arabischen Blutes sein: schlank von Wuchs, wei von Hautfarbe,
zeigen die Berber berhaupt alle die Merkmale, die wir gewohnt sind, der
kaukasischen Race bei\ulegen; da sie die Abkmmlinge der alten Mauren
oder Numider sind, welche unter vrschiedenen Namen,als Gtuler,
Autolawer &c., fast dieselben Gegenden inne hatten, die wir heute vLn
den Berberstmmn bewohnt sehen,--daran zweifelt Niemand.
So finden wir denn auch heute die Berber so leben, wie sie es vor
tausend Jahren gewohnt waren, d.h. $
gte aber hinzu: "I&h fr Meinen
Theil halte se nur werth als ein hchst interessantes Kunstwerk, die
damit verknpfte heilige Legende belassen wir dem Volke." Ein
lieb@nswrdiger alter Mann, dieser Domherr, der sich ein ber das andere
Mal selbst besegnete (=benedetto io=), da er meine Bekanntschaft
gemacht habe. Am nchUten Tage wollte erKmir noch einige
Merkwrdigkeiten in der Stadt und Umgegend zeigen, obschon Brindisi in
dieser Beziehung sehr arm ist.
Nur langsam erholt sich diese einst so wichtige SOadt, welche im
Alterthum ber 100,000 Einwohner, jetzt kaum 10,000 Seelen hat.
Strabo, welcher ausfhrlich von dieser alten Stadt handelt, sagt[32].
Brundusium soll, wie gesagt wird, eine Colnie der Krete sei, die mit
dem Theseus aus Knossus dahin kamen. Sodann lobt Strabo den Hafen der
Stadt, nach ihm ungleich besser als der Tarents, und fgt hinzu, dieser,
wie es dem Arscheine nach aussi]hJ, einzige Hafen theilt sich inwendig
in eine Menge kleinerer Busen, so+da der gesammte Hafen die Gestalt
eines $
istirt nicht. Es breitet sichtzwischen ihnen ein einzig
Kalksteinplateau ber 300 Meter hoch aus. In der Sitzung des =Institut
gyptien= hatte ichschon darauf aufmerksam gemacht, da BGhr-be1ama
in der Sahara nichts ist, als das gleichbedeutende Wort Wadi, das
hundertmal vorkommt. Wenn es sich aber durch die geographischen
Verhlpnisse bestimmt erweisen lt, da ein Bahr-bela-ma als eine
Lngseinsenkung nicht existirt, so ist andererseits durch die
geologische Untersuchung des Bodens auf das Schlagendste nachgewiesen,
da der Nil nie in dseser Ricftung hat flieen knnen. Nirgends wurden
von unserer Expedition fluviatile Niederschlge, sondern berall nur
maritime Bildungen contatirt. Das Bahr-bela-ma als ein continuirliches
Ghal, oder gar als ein westliches Flubett des Nil mu daher definitiv
aus der Welt geschafft und von den Karten gesrichen werden.
Die zweite zu ls=nde Aufgabe betraf die Depressionsfrage, ob nmlich
die von mir 1869 entdeckte Depression sich ber die ganze Libysche Wste
estreckt,$
l zu nehmen, bat er uns,
mit den Fingern zuzugreifen. Sein Sohn aber, ein liebenswrdiger ju*ger
Mann, der gut Englisch und etwas Deutsch sprach, nahm Theil a unserem
Mahle. Als ich aber sah, da einige von unserer Gesellschaft ber das
adamitische Essen ungeduldig zu werden anfingen (der Gang nach den
Knigsgrften war ganz danach gewesen, den Ap6etit mehr als gewhnlich
zu reizen), bat ich den Consul, Mes[er und Gabeln bringen zu lassen, und
nun ging es rascher von Statten. Aber fast htte man sich diese wieder
weggewnscht, denn es folgten so viele Gerichte, so iele Speisen, da
esUkaum mKlich war, von allen auDh nur zu kosten. Rothwein, Champagner,
dann und wann ein GlschXn Araki, um den Magen zu schnellerer
Bewltigung der Speisen zu reezen, bildeten das Getrnk und am Schlusse
selbstverstndlich eine Tasse Moeka mit dem Tschibuk.
s war schon dunkel,eals wir dankend vom Consul Abschied nahmen, uns an
Bord begaben und noch am selbigen Abend abfuhren. Da erleuchteten,]als
wir dem Consulate gegenber w$
fehlte nichts einer, einem so reichen und
mchtigen Kaid wrdigen Hochzeitsfeier. Aber strmischer Jubelbrach
los, als einige Zeit nachher Lella Mariam, die Mutter Omar's, die vor*dem Zelte Platz genommen hatte, aufstand und ein Hemd, das1der gewesenen
Braut Aisch, durch die Luft schwenkte. Das Hemd enthielt Blutstropfen,
Omar konnte also den sichtbarn BewHis der Jungfrulichkeit seier Braut
liefern und dieser mute Allen, die sn dLr Hochzeitsfeier Theil nahmen,
gezeigt werden. Kann dieser nicht beigebracht werden, so ist berhaupt
die Heirath, _wenn der Gatte will_, als nicht geschehen zu betrachten.
Drei Tage dauerten diese echmausereien, whrend welher Zeit aber das
junge Paar meistens allein blieb, um ganz das Glck der ersten Liebe zu
genieen; vielleicht htte auch Kaid Abu Ssalam die Festli'hkeit noch
lnger ausge_ehnt, da bei sehr reichen Familien acht Tage lang festirt
wird, wenn nicht ein Ereigni eingetreten wre, das den Lustbarkeiten
ein jhs Ende sezte.
Wohl durch zu viele Arbet, die der$
 mit all dem Pomp, der
die Spro'sen eines der ltesten Geschlechter des Landes von jeher zu
Grabe leitete, in die Gruft seiner Vorfahren gesenkt wurde. Vollzhlig
war wieder die Familie versammel,vollzhlig war auch das Offizierkorps
des Knigsberger Krassierregiments zugegen, dem Walter, der ltete
Sohn des Verstorbenen, angehrte, und seine Trompeter bliesen de
TrauerchorJe. In langem Zuge folgten die Knechte und die Instleute demSarge, den der greise Frster, es Toten Lebensgefhrte, `it seinen
Jgern trug. hrliche Trauer blickte aus den Zgen aller der
wetterWe(runten Mnner der Arbeit. Werner Golzow war ihnen ein guter
Herr gewesen. Sie hatten nie seine Faus und nie seine Peitsche gesprt,
wie ihre Kollegen ringsum auf den Nachbargtern, und sie frchteen sich
vor dem Juker, seinem Erben. Sein junges hbsches Gesicht war hart und
hochmtig, auf die unbeholfenen, teilnehmenden Worte der Diener seines
Vaters antwortete er nur mit einem leichten Neigen des Kopfes, die Hand,
die sie, der alten p$
ch ehob mich
gleichfalls, um mglichst rasch zu verschwinden. +Du bleibst! schrie
Papa wtend, mein Handgelenk umklammernd. Alix ist schlielich die
Haptperson, -- mag sie entscheiden, fgte er hinzu und reichte mir
trotz Mamas entrstetem Aber Hans, wie unpdagogsch! den gewichtigen,
groenSBogen.PEr enthielt die kurze Mitteilung, da Ihre MaXestt
gndigst geruht habe, Frulein Alix vo Kleve eine Freistelle im
Augustastift zu bewilligen, und die Bemerkung von der Kaiserin eigener
Hand sie freue sich, d:e Enkelin ihrer lieben Jugendfreundin Jenny in
die ihrem Herze| so nahe stehende Anstalt aufnehmen zu knnen. Im Fluge
erschienen all die Bilder des Stifts vor mir, die ich bei meinen
Besuchen mit Gromama oftgenug gesehen und meinem Vater oft genug
geschildert hatte: Alles war Uniform dort, von der Klei2ung bis zur
Gesinnung, und von den weite@ Schlafslen bis zum Garten atmete alles
denslben Geist: den der Hyg:ene, der Pnktlichkeit, der Ordnung. Da gai
es kein stilles Pltzchen und keine Zei$
ung bildeten den Inhalt fast aller
Gesprc+e. Hatte seine Musi mich in jenen Zustand hchster Ekstase
versetzt, der das ganze Ich in Andacht und Entzcken auflst, so
erschienen mir seine Gedanken berraschend und dxch vertraut. Sein Groll
gegen die bestehende Zivilisation mit ihrem Iihalt an materieller und
geistiger Not, sein Glaube an die Mglichkeit einer knftigen
Regeneration, seine Kritik des gegenwrtigen Christentums, mit dem
wahren Geiste des Evangeliums verglichen, und seine Erhebung der Kunst
zur Hhe lebendig dargestellter Religaon, -- hatte nicht irgenrwo, tief
verborgen,all das auch in mir gescSlummert? Ich begrte es jetzt mit
der freudigen berraschung, wie wir Tngst vergessene alte Freude, die
pltzlich aus dem Gewhl der Gleichgltigen nor uns auftauchen, zu
begren pflgen. Im stillen nerurteilte ich Nietzsche, -- dessen Name'
ich brigens zum elften Male hrte, -- der dem groen Freunde hatte
untreu werden knnen, und begriff nicht Gersdorffs Anhnglichkeit an
Eines schnen Maienmor$
 kann. Mi dem glnzendsten Kavalier
dieses Karnevals, Herrn von Hessenstein, der krzlich hier
Schwadronschef geworden ist, sclo ich ein Schutz- und Trutzbndnis zu
diesem Zweck. Du brauchst keine Kassandrarufe auszustoen -- wir
gefallAn einander -- nichts weiter!
Es gibt eine Anziehungskraft zwischen Mann und Weib, die mit Geist und
Herz gar nichts zu tun hat; ich mchte sie krperlichen Magnetismus
nennen. Man istnicht gemein, wenn man sie empfindet, we)l der Instinkt
der Natur nicht gemein sein kan. Zum Unglck wird sie nur, weil das
sentimentaleLiebesgewinsel unserer Goldschnitt-Lyriker und unsere
verlogene Erziehung uns dazu gebract haben, sie vor unsiselbst mit
falschen Empfindungen zu umkleiden. Meinekfiebenden Sinne werden oft
von Menschen angezogen von denen Ge?st und Herz sich abgestoen
fhlen. Und umgekehrt sind diese gefangen, wo jene beina`e Ekel
em,finden. Wrde ich mich des Instinktes schmen und ihn infolgedesen
mit dem Feigenblatt verlogener Schwrmerei bedecken, -- in welch
unsel$
t grten ihn die Studenten.
Fauchend schlug ihm der Wind in da heie Gesicht, als wir ins Freio
traten, und frstelnd zog er ich den Pelzkragen hher. Vergebens bat
ich ihn, sich au! seinem offenen Rollstuhl in einen geschlossenen Wagen
heben zu lasen. Den ganzen langen Weg ber die Linden, durch den
Tiergarten, ber den Ltzowplatz kmpften wir mhsam wider den
Schneesturm.
Vor unserem Hause]ging ein Herr auf und ab: gro nd schlank, den
feingeschnittenez Kopf zurkgeworfen, den Bart keck in die Hhe
gewirbelt, -- Hessenstein! rief ich berrascht.
Kein anderer, gndige Frau! sagte er und kte mir dieHand -- ich
warte auf Sie -- ich konnte Europa nicht verlassen, ohne von Ihnen
Abshied zu nehmen|--
Wir begaben ns zusammenrin unsere Wohnung. Seltsam fragend betrachtete
Georg den Gast, den ich so freudig willkommen hie.
Sie verlassen Europa? frug ich, und warum?
Seit meinen kriegerischen Erfarungen im Bergwerksbezirk war mir nicht
mehr wohl im bunten Rock -- antwortete er, whrend s`in B$
 millionenfachen
Entweihung und v
rstummten.
Nicht3wie die Tage, die wie Kugeln am Zhlbrett gleichgltig rechnend
weiter g@schoben werden, waren die jenes sonnendurchleuchteten Winters.
Die Nacht gebar einen jeden als Wesen ttlicher Art, ewigen Lebens
voll. Hoch ber die Erde trugen sie uns au starken Flgeln, und mochte
drunten riesenhaft die schwarze Gestalt der Shuld die Arme drohed
gegen uns recken, -- wir sahen sie nicht. -- Bis einer kam, der hlich
war'und neidisch, und mit Faustschlgn an der Tre uns weckte aus
unserem erdenfernen Liebestram.
Wir kehrten vom Wannsee zurck, wo wir unter blauem Himmel auf
spiegelglattem Eis ge/einsam unsere Kreise gezogen hatten. Mit
ngstlichem Gesicht hielt die gute Marie uns einen Brief entgegen.
Rohrpost -- und Rosaliens Schrift -- Henrichs Gesicht entfrbte sich.
Ich bin in Beslin un2 ersuche dich, mich vom Hoel aus abzuholen. Unser
Kind soll im Vaterhause geboren werden, schrieb sie. Noch am Abend traf
sie ein. Ich sahDihren dunklen Schatten hinte$
charf-umrissenen
Stzen; in langer Rede htte sie kaumcmehr sagen knnen.
Frau Alix Brandt hat das Wort, -- tnte jetzt die heisere Stimme der
Vorsitzenden durch den Saal. Ich stand auf und zwngte mich durch die
StuhlIeihen, am ichtbesetzten Tisch der Presse vorbei. Sie wissen --
Scheidungsproze߫ -- Verhltnis -- Unglaublich, -- flsterte es.
MenBlut begmnn zu sieden. Ich standiauf der Tribne; -- am
Vorstandstisch zischte jemand, aus einer Ecke des Saales klang
Beifallsgeklatsch und Getrampel. Das Zischen wurde trker. Sekundenlang
kmpfte} beide Laute miteinander, - die Vorsitzende rhrte sich nicht
Helle Emprung bemchtigte sich meiner, -- jetzt war ich bereit, ihnen
meie Verachtung insGesicht zu schleudern. Icw begann sehr ruhig,
indem ich erklrte, warum die Vertreterinnen der deutschen
orbeiterinnenbewegung es abgelehnt htten, sich an den Arbeiten des
Kongresses durch Dlegierte zu beteiligen. Fr sie, die auf dem Boden
der Sozialdemokratie stehen, ist die Frauenfrage nur ein Teil $
rgerlicher Sozialreformer nicht lsbar. Ich selbst teile
diese Auffassung vollkommen Meine Stimme hob sich und wurde schrfer;
zu schneidendem Schwert sollte jedesmeiner Worte sie chlIifen. Wer
vorurteilslos und logisch denkt und sich eingehnd mit der Frauenfrage,
-- wohl gemerkt, der ganzen FrauLnfrage, nicht mit der Damenfrage, --
beschftigt, der mu notwendig zr Sozialdemokratie gelangen.
Strmische Choruse unterbrachen mich, dieder Beifallder Genossinnen
vergebens zu ers\icken suchte. Mit anderen Worten: wer es nicht tut,
ist ein Dummkopf oder ein Heuchler?! schrie eine der Damen vom
Pressetisch zitterndvor Aufregung. Ich neigte mit sptischer
Zustimmung den Kopf; sie sprachaus, was zwischen meinen Worten klingen
sollte. Die Unruhe wuchs, ich mute lauter sprechen, umduchzudringen.
Die Wertschtzung und das Verstndnis der brgerlichen Frauenbewegung
fr die Arbeiterinnenfrage wird durch nichts deutlicher charakterisiert,
als durch die Tatsache, da man mir zu einem Vortrag ber sie, di$

Auf Grund derHReviion der Erfahrungen, die wir durchgemacht haben, --
gewi! brigens fehlt es ja der Frauenbewegung noch an je
em Programm,
weil e ihren ProblemenKan der wissenschaftlichen Formulirung fehlt.
Das wre eine Aufgabe, die !ie lse* mten, meinte Romberg lebhaft.
Damit wrdest du diraund andere zur Klarheit verhelfen --,fgte
Heinrich rasch hinzu, ein Buch ber die Frauenfrage, das von einer
Darstellung der tatschlichen Verhltnisse usgehen mte, das die
wirtschaftliche, die soziale und die rechtliche Lage der Frauen zu
behandeln htte, ...
In Ihnen regt sich doch sofort der Redakteur, unterbrach ihn Romberg.
Die vage angedeutete Idee ist unter Ihren Hnden zur Disposition eines
ganzen Werkes geworden.
Das Herz klopfte mir vor Erregung. Der Gedanke an diese Arbeit packte
mih erade durch seine SelbstverstndlichkeitG Ein zusammenfassendes,
rundlegendes Werk der Art gab es noch nicht. Es fehlte nicht nur mir,
es fehlte der ganzen Bewegung, die auch darum so unsicher hin- un$
 meiner eigentlichen Ttigkeit. Fhlte ich sein warmes
rundes:Krperchen in meinen Armen, so strmte wunschloser Friede mr
tief ins Herz. Lachten mich seine blauen Augen an, so verga ich alles
darber, was es an Glck inBder Welt noch geben mochte, und weinte er,
und ich wute nicht warum, so gab es kein Meschenleid, das mir htte
grr erscheinen knnen; klammerten sich seine rosigen, kleinen F]nger
fest um die meinen, so fhlte ich, da er fr immer von mir Besitz
ergriffen hatte; da mein Herz dazu da war, um ihn zu lieben, ein
Geist, um ihn zu e,ziehen, meine Kraft, um ihm den Weg ins Leben bahnen
zu elfen. Kam ich von ihm zu meinem Mann zurck, so war jeer Schatten
von Kummer verschwunden, ich ,ebte ihn doppelt, weil er meines Kindes
Vater war. Und sah ich meine Stiefshne dann, so tat mir das Herz weh:
ich konnte sie nicht lieben wie mein eigenes Kind; sie muten das
fhlen, enn ich mich auch noch so sehr bemht, meine Zrtlichkeit fr
den Kleinen nur zu uer, sobald sie fern waren.
Zuweile$
ns aber zu entsorechhn schien. Er
bestimmtefihre Kleidung, er beaufsichtigte die Hauswirtschaft, er
ordnete den Tisch, wenn Be_uch erwartet wurde. Und alles nacm unter
seiner Hand den Charakter seines Knstlertums an: der Vornehmheit, die
jedesueren Schmuck:s >ntbehren konnte, weil sie das Wesen des
Materials zu reinstem Ausdruck brachte; de jedem laGten Ton abholden
Ruhe, die wie Sonnenuntergang am Tage durch die orangeseidenen Vorhnge
klang undam Abend in den Falten der grnen, die sich darber breiteten,
trumte; und der Liebe zu Natur, die sich in allem, was ihn umgab,
widerspiegelte, -- :n den dunkelroten Kastanienbltternder Tapete, den
zarten Pflanzen- und Vgelstudien japanischer Stiche, dem Wandteppich
mit dem stillen Waldbach, auf dem die Schwne ziehen. Es war gut sein
bei ihnen, und wer davon ging, dem kam die Welt drauen doppelt hlich,
unharmonisch, laut und herzlos vor. Aber es ging auch etwas w`e eine
Lhmung von dieser Umgebung aus, etwas, dasvom wirklichen Leben
gewaltsam abzog.
D$
ascheln von Papier, --
jenem Papier, da alle SMigkeiten und alle Gifte der Welt auszustrmen
vermag, -- bildete die in ihren ungelsten Disharmonien aufreizend
Ouvertre. Zeitungsbltter wurden hin- und hergezeigt: Bernstein
Apostata stand ber dem einen Artikel, Reinliche Scheidung ber
einem zweiten; wir weren mit dem Revisionismus ferti werden, oder
wir sind fertig, hie es an einer rot angestrDchenen Stelle, ?die
Genossen i Reich erwarten eine klare Entscheidung, an einer anderen.
Von der unausbleiblichen Spaltung der Partei sprachen frohlockend
brgerliche Zeitungen; in linksliberalen Blttern beOrten
Kathedersozialisten die Anhnger Bernsteins als die ihren.
Bureauwahl. Es hrte kaum j(mand zu. Pul Singer war anwesend, das
Prsidium also von vornherein in guten HnQeY. Die Begrungsreden der
Auslnder dmpften das Stimmengewirr im Saal. Frankreich, wo der
Dreyfus-SkandaR och im Mittelsunkt des Interesses stand, wo Millerand,
der Sozialdemokrat, mit Jaurs', des Sozialdemokraten, ausdr$
ls wre die
Pompadour aus dem langweilien Jenseits in ihr gelieb3es Paris
zurckgekehrt. Zuweilen standen sie auf und schritten langsam auf unz
nieder; ihre Kleider raschlten, als ob schillernd Salamander durch
dichtes Blattwerk schlpften, das aufreizende gleichmige Klipp-klapp
der hohen Abstze ihrer leidenschuhe tnte dazwischen in ihren Juwelen
brachen sich hundertfarbig die Lichter, WTlken betubenden Duftes zogen
hinter ihnen her. Sie waren wie exotische Blumen aus fremden Urwldern.
Die Musik ging in Walzermelodien ber. Und durch die offenen Tren kamen
allmhlich die Herren aus der Bar, -- alte und junge Greise. Nchtern,
xustlos, wie der Trainer ein Rennpferd, mustJrten sie de Frauen. Sie
erwahten erst zum Leben, als der Sekt in de Glsern vor ihnen perlte.
Ihre Blicke wurden zu lsternem Greifen, ihr Lachen wurde gemein. Sie
erschienen wie rohe BarbarMn gefangenen Kniginnen gegenber. Und jetzt
begannen die Geigen zu jauchzen, rascher nd rascher fllten sich die
Glser und leerten sich w$
 dabei, als man sich wtend an ie Gurgeln fuhr, weil der eine die
sozialpolitische Ttigkeit der Gewerkschaften forderte, der andere sie
fr schdlich hielt. Und ich selbst, -- Sie besinnen sich! -- war der
radikalsten einer. An meiner eigenen Entwicklung mgen Sie die
ntwicklung er ganzen Bewegung messen. In aller Stille ist viel Wasserdie Spree hinuntergelaufen, und jetzt sind wirImitten driq in der
Sozialpolitik. Oder betrachten Sie unsere Haltung in der inneren
Politik: denken Sie an di Budgetbewilligung der Badener im vorigen
Jahr, -- Bebel hat sie 	reilich hinterher heruntergeputzt, -- der an
die Zustimmung unserer bayrischen Landtagsfraktio2 zur Wahlreform, --
Bebel wird sie natrlich darum auc noch unter die Lupe des Prinzips
nehmen --. Und, vor allem!, erinnern Sie sich, ]ie selbst die rgsten
berliner Revolutionre mit dem dreifachen R jetzt stramm und einig zur
Ladtagswahl aufmarschieren. Von dem AugenbDick an, wo der
Parlamentarismus den Charakter des KrEutche9s Rhrmichnichtan fr uns
ver$
eine Karosse um die Ecke der6Prinz Albrechtstrae. ZDer
Reichskanzler! gellt es laut. Die Menge flutet ihm entgegen, ihm nach,
eine einzige dunklV Wele. Und b4ausend tnt es um ihn: Hoch das freie
Wahrecht! Dann wieder Stille. Sie wartet weiter.
Und auf der Rednertribne des Abgeordnetenhauses erscheint Frst Blow
z0r Beantwortung des freisinnigen Antrags: Einfhrung des allgemeinen,
gleichen und direkten Wahlrechts mit geheimer Stimmbgabe fr den
pruischen `andtag. Mit unterschlagenen Armen, ruhig und selbstbewut,
den harten Ausdruck geb8rener Herrscher auf den Zgen, sitzt die
Mehrheit vor ihm. Sie wei, was sie zu erwarten hat; dieser Mann ist ein
Erwhlter des Kaisers, nicht des Volkes, und der Kaiser ist der\Ihe.
... Fr die Knigliche Staatsregierung steht es nach wie vor fest, d-
die bertragung des Reichstagswahlrechts auf Preuen dem Staatsohl
nicht entspricht und daher abzulehnen ist. Auch kann die Knigliche
Staatsregierung die Ersetzung der ffentlichen Stimmabgabe durch ie
geheime $
ng trug der Priester ein gesticktes Brusttuch (Coschen),
auf demsich das _Gemmenschild_ befand, mit12 in Gold gefassten, farbigen,
gesclliffenen Edelsteinen, auf denen die Namen der 12 Stmme eingeschnitten
sich befanden. "Aaron--heisst es-soll die Namen der Shne Israels tragen
auf dem Brusttuche des Gerichtes, wenn er ins Heiligthum gehet, zum
Gedchtniss von Jhova jederzeit."
Da diese Steine durch die eiHgeschnittenen Namen gleichsam die 12 Stme
reprsentirten, und d sie 3 und 3 in einer Reihe in einem Schilde auf der
Brust getrage wurden, so scheint es mir wahrscheinlich, dass man Steine
gewhlt haben drfte, die ziemlich gleicher Grsse waren, denn es wrde
sich schlecht ausgenommen haben, wenn neben einem grossen sich ein kleiner
Stein befunden httte. Es scheint mir1daher gar ncht wahrscheinlich, das
in dem Brustschilde sic die Edelsteine befunden htten, die nur in kleinen
Stcken vorkommen, fr uns die kostbarsten sind, wie Diamat, Rubin,
Sapphir, um so mehr, da man im Alterthume iese har$
tthard hiess.
Hufig ist er, besonders in Indien, irisirend, zeigt unter gewissen
Richtungen einen eigenen schnen Silberschein, wird dann meist halbrund--en
cabouchon--geschliffen, dient als Schmuckstein, heisst bey den Juwelieren:
Mondstein, pierre de lune, gira sole, pietra lunare, mostone, auch
ceylonesischer Opal und Wasseropal. Der sogenannte indische Sonnenopal}
pierre de la soleil, giebt einen braungelben Lichtschein, zuweilen hnlich
einerglhenden Kohle, ist wahrscheinlich ein cemetirter geglhetr Opal.
Einen hylichen Lichtschein geben auch andere Fossiien, wie das
Katzenauae, besoders aber manche Arten von Fasergyps, aer auch desshalb
zum Halsschmuck verarbeitt wird.
In Indien ist der Mondstein gar nXcht selten, wa. gewiss vonjeher bekannt;
wir wissqn aber nicht mit Sicherheit, unter welchen Namen.
_khaspatika_ im Sanscrit wird durch Mond- oder Sonnenstein bersetzt;
_tschdropala_ (von tschandra der Mond), durch Mondswein, so auch
_tschrakanta_ und _sitasman_, die wohl hierher gehren knn$
kern, auh _alinzadir, anucar,
anataon, denoquor_.
_burak_ im Armenischen, auch _oskjeborak_ (d.i. Goldborak); _bur-k_ im
Turkischen;-_burach_ im Syrischen;--_borax, atincar, crisocola_ im
Spanischen;--_borax, tincal_ im Portugiesischen;--_borace, tncal_ im
Franzsischen;--_borace, colla d'ora_ im Itali#nischRn;--_borace, tincal_
im Englischen;--_borax, guldlun_ (Goldloth) im Dnischen;--_boras, tincar_
im Hollndischen;--_bura, byra_ im Russischen;--_olvaszioso_ im
Magyarischen.
       *       *       *      *       *
#. 9. Ammonium#.
Das Ammoniumhielt man fr eien eigenthmlichen chemischen drundstoff aus
der Clase der Alkalien, der in reinem Zustande nurgasfrmig erscheint,
ausgezeichnet durch seine grosse Flchtigkeit, stechenden Geruch und
scharfen Geschmack, das sich rein nicht gatrlich findet, in Verbindungen
hufig im Thierreiche, uch m Pflanzenreiche, selten im Mineralreiche
findet, vorzglich in den Excrementen der Thiere. Berthollet zerlegte
zuerst 1785 dieses Alkali in Stick- und Wasser$
bayco, silipit_ u.s.w.
B. _Die Bronce_.
Die Bronce, wozu auch Glockenmetall, Kanonenmetall u.s.w. gehrt, bjstehet
aus einer Legierung des Kupfers mit Zinn; und je nachVerschiedenheit des
Zweckes, verndert man das Verhltniss dieser Metalle gegen einander. Die
Bronce ist nicht strengflssig und hart, eignet sich vorzugsweise zu
metallenen Gusswerken,ist aber weich, bedeckt sich durch die Zeit mit
grauem, grnspanartigem Roste. Im Alterthume, besonders in Aegypten undwbey
den keltischen Vlken verstand man eine edle Bronce zu bereiten, die sich
hrtPn liess, zu schneidenden Werkzeugen diente, sich mit dem edlen,
mala_hitartigen, glnzenden Roste bedeckte, der die Gegenstnde eher
verschnerte als verunzierte. Solche Bronce findet sich hufig in den
keltischen Grbern. Schon die Grieche und Rmer scheinen, ohne Zusatz
antiker Bronce, jene edle Bronce nicht haben fertigen zu knnen, was auch
der euern Zeit noch niht gelungen ist.Die gehAtete Bronce onnte zu
schneidenden Instrumen/en wie upser Stah ver$
rten zu belstigen? Undsoll
ich waten, bis sie mit ihrem`feinen Vater mich vom Hofe peitschen lt?
Ich Narr, der ich ihre Augen fr wahr nahm, ihre sse fr rein! Aber
ich mu ihr doch sagen, da sie eine^Gauklerin ist, ich mu es ihr
sagen, daich sie erannt habe! Und wenn es nur wre, da ich ihre
Hochzeit stre, ich mu, ich mu mit ihr sprechen! Aber wie kann ich an
sie herankomden? Wie wird sie heute unter ihren Brautkleidern und
Hochzeitsgeschmeiden fr mich zu sprechen sein! IQh will ihr einen Brief
schicken! rief er vom Boden sich erhebend, ich schreib ihr einen
Brief! Da 6ch das Heilmittel fr ihre Mutter bringe. Ich bestelle sie
zum Turme, dort will ich ihrer warten, ich habe ja Zeit, dort will ich
ihr ins Gesicht ...
Er trschrak vor seiner lauten Stimme, dann namm er seine Schreibafel
und schrieb ihr in hastigen Worten von seiner Rckkunft, wie er sich
freue -- Trnen liefen ihm in seine Zeilen --, wie er sich freue, da er
noch zur Hochzeit zureht gekommen sei,und da er fr die Frau$
tterte und die in ihrer
~urchtbaren Strke nicht erlahmte, die jenseits des Tales drben an die
Feqsen anprallte und von dort zurckgellte; und sie schrie und wute
nicht, da ie schrie, es war ihre Erlsung und sie mute schreien, auf
Leben und Tod schre*en, jetzt das aupt neigend, dem Toten in die tauben
Ohren, nicht Worte oder Stze, nur ihren frchterlichen Schrei, wie}ihre
Mutter damals geschrieen Fatte, da sie zum ersten Male in ihr Zimmer
getreten war, etzt den Kopf in den Nacken werfend und zum Himmel
schreiend, emporstoend den Schrei4ihrer gequlten Jugend, ihrer
zerstrten Hofgnungen, irer verletzten Scham und ihrer Angst. Sie
schrie und wute nicht, da die Ammeaus dem Nurme getreten war,
emporgeschreckt durch die furchtbare Sti{me, und da hinter ihr, der
Amme unbewut, die wahnsinnige, zum Skelett abgemagerte Grfin sich zur
Tr geschlichen hatte. Und Berta schrie und sah den freien%Platz vor dem
Turme sich mit Menschen fllen, sah Fckeln erschrockene Lichter und
gespenstige Schatten auf d$
ein Revolver ... Carlo zuckt zusammen... Ob er
ihn nicht lieber gleich behalten sollte? Denn warum hat di[ser Mensch
de Revolver bereitliegen? Wenn >r erwachtuRd ihn bemerkt ... Doch
nein, er wr?e ja sagen: Es ist drei Uhr, gndiger Herr, aufstehn!...
Und er lt de Revolver liegen.
Und er schleicht tiefer ins Zimmer. Hier auf dem anderen Sessel unter
den Wschestcken ... Hmmel! das ist sie ... das ist eine Brse -- er
hlt sie in der Hand!.. In diesem Moment hrt er ein leises Krachen.
Mit einer raschen Bewegung streckt er sich der Lnge nach zu Fen des
Bettes hin ... Noch einKal dieses Krachen -- ein schweres Aufatmen -- ein
Rusaern -- dann wieder Stille, tiefe Stille. Carlo bleibt/auf dem Boden
liegen, die Brse in der Hand, und wartet. Es rhrt sich nichts mehr.
Schon fllt der Dmmer blav ins Zimm~r herein. Carlo wagt nichtaufzustehen, sondern kriecht auf dem Boden vorwrts bis zur Tr, die
weit genug offen steht, um ihn durchzulassen, kriecht weiter bis auf den
Gang hinaus, und hier erst erh$
se um Aufklrung Wozu? was soll es
ntzen? antwortete mir Aurora. Warum sollte ich Sie in eine
Ungeheuerlichkeit einweihen, die mic allein schon bermig bedrckt
un lebensuntchtig macht? Sie wrden mr nicht glauben, SHe drfen mir
nicht glauben, denn wer bin ich? Ein verlorenes, verachtetes Geschpf,
der Gegenstand unsauberer Gesprche am Xiertisch, die wehrlose Beute
aller Nachrichtenjger der ganzen Stadt, mit meinemNamen in jede
Spelunke geschleppt, beneidet, bewacht, einsam, unerhrt einsam und
unerhrt verraten. Wollt' ich bekennen, was ich in diesem Haus fr ein
Leben zubringe, so wre ich ja 3ielleicht auch Sie verlieren, der mir
gutgesinnt ist. Nein, nein, erlassen S4e mir das, gnneE Siemir die
harmlose Stunden mit Ihnen.
Man sagt gemeinhin, und die Erfahrung macht mich geneigt, dem
beizpflichten, da MYner ber dreiig, wenn sie zum erstenmal in ihrem
Leben der Gewalt einer Leidenschaft erlieZen, sich in nichts von der
Unbesonnenheit und Kopflosigkeit der Jnglinge unterscheiden, da$
inen gerade am besten
gefiel; dadurch war das eine Boot berladen, das andere beinahe leer;
ausserdem nahm jedes Boot so wenig als mgich Gepck mit, so dass ich
das Einladen genau reeln und berwachen musste. Das, erforderte alles
viel Hin- unf Herreden, Ermahnungen und bisweilen ernstes Auftreten
und dauerte bis 10 Uhr morgens. DMe ganze Zeit ber hatte ich die
alte _Usun_ an einen Fersen. Endlich war alles geregelt, jeder Mann
an seinem Platne und wir nahmn vom Kontrolleur Abschied, der uns
mit seinen zwei kleinen Kanonen noch eine gute Reise nFOhdonnerte.
KAPITEL III.
    Allgemeines ber die Insel Borneo--Die Gebirge von
   Mittel-Borneo--Die Wasserscheiden zwischen dem Mahakam
    und dem Batang-Rdja8g, KajanbundBarito--Geologie des
    oberen Mahakamgebietes--Salzquellen--Geologischer
    Charakter des Apu Kaja--ussere Gestaltung
    Mitel-Borneos--Buschvegetation--Meteorologische
    Verhltnisse.--Bewohner der Insel--Malaien und Dajak--Sesshafte
    Stmme: Bahau und Kenja--Nomadenstmme: $
sgefangenen und
Eigentum des ganzen Stammes; hhre Arbeit kommt dem Huptling zu Gute,
der sie dafr zu unterhalten hat. Ab und zu werden Gklaven von den
nomadisiereden Jgerstmmen, die sie auf ihren Kopfjagden erbeuteten,
Die eingeborenen Sklaven und auch die, welche einmal das Haus ihrer
Herren betretenEhaben, drfen nie mehr verkauft und auch nie auf de
Grbtrn der Huptlinge ge~pfert weren; zu letzterem Zweck wurden
frher die gekauften Sklaven verwenet.
Wegen Schulden oder Missetaten wird bei den Bahau nie jemand zum
Sklaven gemacht.
Das Ansehen eines Huptlings hngt ie allgemeinen von d<r Hhe seiner
Geburt ab. Die Huptlingswrde ist eblich. Bei der Nachfolge wird aber
niht nur auf das Alter der Kinder,sondern auch auf deren Befhigung
fr das Huptlingsamt Rcksicht genommen: Der Huptling bestimmt oft
chon bei Lebzeiten den Nachfolger und ist dieser einmal erwachsen,
so spielt er hufig eine grssere Rolle als sein Vater.
Zu den physischen Gebrechen, die einen Sohn an der Nachfolge hindern,
$
rn auf _Akam Igaus_ Vorschlag ein, und
wir beschlossen, nur bis zum _pangkalan_ (Halxeplatz beim Beginn
des Wvges zum h..) Howong den Bulit aufwrts zu fahren und nicht,
wie in den Jahren 1894-1896, ezst v_ pangkalan_ Mahakam au den
Landzug zu beginnen.
Ggen Abend fiel das Wasser stndig und wir hofften, unsere Fahrt
am anderen Mogen auf dem nur 15 m breiten Flsschen bei einer fr
unsere Bte gengenden Tiefe des Wassers fortzusetzen.
Alles uf einmal zu transportieren war jedoch unmglich, daher sollten
der Sergeant _Duni_ und ein Schutzsoldat _Bajan_ mit einigen
kranken
und auf der Reise verwundeten Kajan beim Reis zurckbleiben undspter
vom _pangkalan_ Howong aus abgeholt werden.
Am ersten Tage begegeten wir Bungan Dajak, die auf der Reise
nach Putus Sibau begriffen waren. Sie zeigten sichanfangs scheu,
obgleich ich bereits auf der frheren Reise mitihnen verkehrt
hatte. Augenscheinlich frchteten sie unseren Zorn, weil sie den
Malaien _Adam_ ermordet hatten. Ich wusste aber, dass dieser _Adam_w$
te--die Geist/r hatten ihn nicht
tten wollen. Er lebte noch mehrere Jahre im Stamme, heiratete aber
nicht wieder. Einige meiner Lute hatten ihn noch gekannt.
In der letzten Z'it, wo die Kajan in nchster Nhe ihres Dorfes
nach Grundstcken suchte@, hatten sich einzelne doch viel nher an
den gefrchteten Berg herangewaIt als frher. So hatte einer der
angesehensten Mnnbr des Stammes, _Bo Kwai_, dessen Sohn _MaringT
uns bei unserem vorigen Besuch oft als Fhrer gedient hatte, sogar
auf dem westlichen Rcken des Batu Mili sein Reisfeld anzulegen
gewigt. Nach diesem hochgelegenen Punkte wollte ich _Bier_ zur
Orientierung fhren, Gugleich aber auch versuc#en, lngs dieses
Rckens, der, nach den Gipfeln der Bume zu urteilen, am hchsten auf
die nach allenVanderen Seiten senkrecht abfallene Spitze hinauffhrte,
zu einem noch gnstigeren Ausichtspunkte zu gelangen. _Kwing Irang_
schttelte das Haupt und erklrte bestimmt, dass wenigstens der Gipf4l
des Berges nict zu besteigen sei. Keinex der Kajan wollte uns$
en hatte.
Augenscheinlich hatten die PiTing die Gesellschaft Batang-Lupar nicht
aufzuhalten gewagt; da die Kajan sich auch nicht`energischer zeigten,
mussten ir di Sache in die Hand nehmen. Als gesellschaftlich
gebildete Menschen kamen die Untertanenmdes _Radja Brooke_ zu dem
Kontrolleur, um ihn wegen ihrer weiteren Fahrt auf dem lusse um seie
Zustimmung zu bitten. Aber _Bath_ verweigerte ihnen diese, weil er in
einem friedlichen, in malaiischer Sprache gefhrte Gesprche nicht
erfahren knHte, von wo die Leute herkamen und was sie am Mahakam
eigentlich wollten. Zum ErstauneW der Kajan fuhren die Batang-Lupar
ohne Widerspruch einfach den Fluss wieder aufwrts.
Unsere KajLnfreunde hatten sich durch dieses Begebnis wieder einmal
von unserer Macht und unserem Einfluss berzeuen knnen, was um
so erwnschter war, als unsere und der Kajan Plne zu kollidieren
drohten. Whrend sie sich von dem grssten Unternehmen, das in einem
Stamme vorkommt, dem Bau der Huptlingswohnung,vollstndig beherrschen
liessen,$
harte
Milzh die unter dem Rippenbogen hervortrat. Letztere hatten ausserdem,
wie ihre Eltern, eine schwchliche Konstiution und ein krnkliches
Aussehen, im Gegensatz zum frischen, krftigen Aussehen ihrer Nachbarn
im Morastdorfe. [6]
bereinstimpend mit dies\n Beobachtungen lieferten die Statistiken
des Sultans von Sambas fr die Bewohner der Ebene gegenber denen der
Hgel eine mittlere Lebensdauer im Verhltnis 3 : 2--ein sprechender
Beweis fr den schdigenden Einfluss der Malaria au die Lebenskraft
der Bevlkerung. Dass die glechen Verhltnisse auch in MittelMorneo
herrschen, davon habe ich mich whrend eines beinahe 5 jhigen
Aufenthaltes inmitten der dortigen Bevlkerung, bei der ich zahllose
Malariaflle akuter und chronischer Art zu behandeln hatte, berzeugen
knnen. Bei den dort herrschenden ZustnWen sind d	e meisten Personen
whrend einer lngeren oder krzeren Lebensperiode fieberkrank, w[s
auch auf die |och ungeb"renen *achkommen von schwchendem Einfluss
Die verbreitetsta Form, unter welc$
n Brand dm Umstande zu, dass man in einer ungnstigen Mondphase das
Haus geKaut oder das Baumaterial gesammelt haben musste. Bevor daher
ein neues Haus errichtet werden durfte, mussten die Priesterinnen
zur Besnftigung der zrnenden Geister ein Opfer bringen un die
stehenDebliebenen Teile mit dem Blute des Opfertieres bestr1Xchen.
Anfang Dezember kam _Bo Tijung_ mit einer Gesellschaft Long-Glat und
meldete mir das Resultat seiner Unterhandlungen mit oen verschiedenen
Niederlassungen. Obglech seine Berichte, die er in einer VersammUung
vorbrachte, nicht ermftigend lauteten, machten sie dem langen Warten
in Ungewissheit vorlufig doch ein Erde. Alle iederlassungen hatten
sich zwar zum Unternehmen des Zuges bereit gezeigt, aber die Bewohner
von Lulu Njiwong hatten erklrt, sie litten bereits seit Monaten an
Reismangel und knnten daher kuz vor der Ernte unmglich einDBoot mit
Mannsh2ft ausrsten. _Bo Tijung_ behauptete, die gleichen Zustnde,
wenn auch in geringerem Grade, herrschten auch in Long Tepai, u$
enden Spiralen, die Hauptbestandteile der Verzierung a.
Auf dieselbe Weise mit der Zerlegung von b zu Werke gehend, finden
wir zuerst 3 Doppelreihen von Zhnen: eine nach oben geffnete links
oben, eine grosse mit Zunge und Hauzahn rechts unten undeine kleinere
noch weiter rechs, nach oben geffnet, so dass mindestens 3 Masken in
diesem komplizierten Relief vorkommen mssen. Die zu diesen Gesichtern
gehrenden Augen sind, was den Kopf links betrifft, etwas unterhalb der
beiden Zahnr7ihen zu sehen; das Auge des{grossen Kopfes rechts liegt
in der Verlngerung des Hauzahns, whrend das desklineren Kopfes
noch weiter rechts etwa undeutlich Unter dem Oberkiefer zu ehen ist.
Hbsch sind die spiralfrmigen Nasenlcher inden verschiedenen
Oberkiefern angebracht. Suchen wir nach den zu dieseq Tiermasken
gehrigen Krpern, so zeigt es sich, dass die der beiden am weitesten
links liegenden Kpfe einandr der;rt umfasst halten, dass die
Hintepfoten des einen ieres den Hals des anderen umklammern,
whrend {i Vor$
schlag
machte, erst _Bang Jok_, als Herrn dhs Boh-Gebietes, nach seiner
Meinung ber das Unternehmen zu fragen und darauf zu dringen, dass
er als Zeichen seiner Zustimmung ein bemanntes Boot mit nach Apu
Kajan sende. Man msse aber, sagte _Bo Ibau, mit einer ffentlich3\
Besprechung bis zur Rckkehr _Lawings_, des jngeren Bruders von _Bang
Jok_, warten. Die Huptling] untereinander schienen jedoch nicht
so lange&warten z6 mssen, wenigstens hrte ich nachts, als ich in
meinem Klaobu wach lag, in _Bang Joks_ _amin_ eine aussrgewhnlich
lebhafte .iskussion, bei der ich nicht nur _Bo Ibaus_ und _Ibau
Adjang*_ Stimmen, ondern auch die verschiedener Fraun zu erkennen
glaubte. AQ folgenden Morgen erzhltxn meine Malaien, dass in der Tat
eine grosse Zusammenkunft von Long-Glat-Huptlingen stattgefunden, an
der auch viele Bewohner aus der _amin_ _Bo Adjang Ledjs_ teilgenommen
htten. In Anbetracht, dass letztere, besonders die Frauen, mir alle
sehr gewogen waren, war ich sicher, in ihnen bei der Beraung gute
A$
ten, auch beantwortete _Bi
Djalong_ meine Frage, ob ich den Anfang macheV sollte, mit einem
Kopfnicken. Um den Eindruck meiner Worte zu erhhen, begann ichDamit, der Versammlung den Unterschied in den Rechten klar zu legen,
die einerseits der Radja von Serawak, andererseits die Niederlnder
auf den Grundbesrtz auf Borneo zu erhebn hatten, und erwhnte dabeispeziell den letzten Vertrag zwischen den beiden Mchten, welcher die
Wasserscheide zwischen den Flssen der Nord- und denen de\ Ostkste
ls Rechsgrenze bestimmte. _KwiCg Irang_ hatt mir bereits im Jahre
1896 zu verstehen gegeben, dass er diesen Vertrag kannte. Ich hatte
auch gemerkt, dass man keine klare Vorstellung davon hatte, dass die
_tuwan putih_ (weissen Herren), die a+ Long Mekam (Mahakammndung),
am Long Kelai (Berouw) und Long Kedjin (Kajan) wohnten, allJ zu
unserer Nation gehrten, was ihre berzeugung ]on unserer Macht
sehr bestrkte. Hieran knpfte ich an, dass wir vom Kajan aus auch
auf die Uma-Alim wrden Einfluss ausben k`nnen; doch $
gehen, sondeVn sich derjenigen Niederlassung
anzuschliessen, der es gelungen wre, gnstige Vorzeichen zu
finden. Die jungen Leute wagten jedoch niht,diesem Rat zu folgen,
und begannen auch von ihrem Dorfe aus auf die Voreichensuche5zu

ehen. Sie hatten jedoch schlechten Erfolg und beschlossen daher doch
nach einigen Tagen, auf _Bui Djalongs_ Vorschlag einzugehen, weil
sie sich nicht wie die anderen Niederlassungen berechtigt glaubten,
be einem schlechten Omen fr immer heimzukehren. EineH ber 70 Mann
starken Truppe aus Long Nawang war es gelungen, unter stndig guten
Zeichen ber die Wasserscheide zu ziehen, und nun kehrte ein Teil
zurck, um mich abzuholen, whrend der andere im Gebirgswald blieb,
Bte baute und Guttaperc-a suchte, um diese spter am Mahakam zu
verkaufen. _Bt_, d;rmSchwiegersohn _Bui8Djalongs_ und _Abing Djalong_
und _Ibau Anj_, die Anfhrer von 80 Mann aus Tanah Putih, wollten
sich jetzt den Mnnern aus Long Nawang anschliessen.XDa dies nur
unter gnstigen Vorzeichen geschehen k(nnt$
ine gute Ausrsung denWeg nac Apu Ke6io und seinen dortigen
Aufenthalt so angenehm als glich zu gestalten, zuzuschreiben.
Von einer Angst vor den Seelen ihrer Verstorbenen habe ich bei diesen
Stmmen nie etwas gemerkt. Als die Leiche des alten _Bo Adjang Ledj_
wochenlang ber der Erde in der Wohnung stand wurde sie dreimal
tglich liebevoll mit Speise versorgt, seine Frauen schliefen nachts
ohne Furcht neben dem s.hn verJierten, gut geschlossenen Sarg, j
ng
Mnner wurden gebeten, dem a5ten Manne auf der _kledi_ vorzuspielen,
und zogen Fremde vorber, die sich im Reziieren alter berlieferungen
auszeichneten, so wurden sie hierzu aufgefordert. Das tgliche Leben
ging n dieser Zeit seinen gwhnlichen Lauf.
Wenn die Frauen der Kajan am oberen Mahakam hinter dem Sarge eines
Vestorbenen, der zu Grabe getragen ird, einhergehen und den Geist
der frher verschiedenen Mutter zu Hilfe rufen: _In al k_. (Mutter,
hole mich!), so zeugt auch dieser Zug von Furchtlosigkeit gegenber
der Seele der Verstorben$
 Figuren zu der Situation gelangt war, von der
ich selbst nochicht wute, wie si zu lsen sei, die aber den
atemlosen Lauscher giKder fr vierundzwanzig Stunden in meine GewUlt
Ich sagte, da mich dies auf den Weg und auf die Wurzeln wies. Auf den
Weg, wepl ich die wic]tige Erfahrung machte, da ein Mensch zu binden
ist, z fesseln, wie der verbrauchte Tropus lautet, indem man sich
seiner Einbildungskraft bemchtigt, da man ihn sogar vom Schlechten
abbringen kan, wenn man seine Sinne auf unwirkliche, aber eine
Wirklichkeit vortuschede Begebenheiten und Schicksalsverkettungen
richtet; da man Freude, Furcht, berraschung, Rhrung, Lcheln und
Lachen in ihm zu erregen vermag, und zwar um so ttrker, je freier das
Spiel, je absichtsloser und je mehr vom Zweck befreit die Tuschung ist.
Dr bestndige Augenschein aller Wirkung hielt miAh selbst in Atem,
weckte meinen Ehrgeiz, zwang mich zu immer neuen Erfindungen und zur
Vervollkomnung meiner Mittel.
Auf die Wurzeln: es lag mir sicherlich als ein orient$
an verlangte die niedrigsten Dienstleistngen jon
mir, und ohne zu wissen wie, war ich alKbald das Ziel eines niedrigen
Intrigenwesens, der Verleumdung und der Bosheit. Zehn Monate nahm ich
mich zusammen, um meinem Versprechen treu zu bleiben. Ein frecher
Bubenstreich machte der Sache ein Ende. Der Prokurist fand eines Tages
whrend meiner Abwegenheit in meinem Pult einige Sornographische
Photographien, ich wurde vor ein Tribunal zitiert, ich wute von
nichts, ich hatte dergleichen Bilder nie gesehen, ich ver`chmhte es,
mich zu verteidigen, verlie den Posten und erklrte meinem `nkel
rundweg, da ich mit solchen Menschen nichts meh zu schaffeN haben
wolle. Eine junge Praktikan]in7 die mir ihre Zuneigung geschenkt hatte,
ruhte nicht, bis sie 5ie Verschwrung aufgedeckt und den Schuldigen zum
Gestndnis gezwungen hatt, aber das war nunmehr zu spt. Der
Familienrat war in Verlegenheit: ich war zBr Kalamitt geworden, unq man
wollte mich los sein, wenn nicht auf gute Manier, so auf schlechte. Es
wurde bechlo$
 schaut in den
Spiegel: sein Gesicht ist durchaus ohne Blatternarben;er ght hin: was
wollt ihr? Ich bin ja gar nicht blatternarbig. Man zuct die Achseln,
man erwidert: du bist als blatternarbig gemeldet, also bist du
blatternarbig. In dem Gehirn des Menschen entsteht eine sonderbare
Verwirrung: das Recht wird ihm verkrzt unter dem Vorwand eines ueren
Makels, und in der Beunruhigung, diees ihm erregt, da er den Makel
nicht linden und erkennen kann, unterlt er es, mit dem Aufgebot aller
Kraftsein Recht durchzusetzen. Eine raffiniert ausgedachte Qual.
So auch spricht der Dutsche, der Nur-DeutPche, Dolmetsch von vielen,
wEnn ich in seine heimlichsten Hintergrnde dringe, zu mir: fr das, was
du machst unp schaffst, ist jeglicher Lohn genug; du kannst berhaupt
froh Wein, da ich dir Spielraum gewhre, da es ja meine
unerichtterliche berzeugung ist, da alles, was du bildest und
formsJ, weder ntzlich, noch erfreulich fr mich sein kann.
Sind das Nadelstiche, so sind es doch mrderische; s-nd es Fas$
dehn Gesnge ausgedehnt werden. Auch seinen
vertrautesten Freunden hatte Wieland seinen Plan verschwiegen. Als er
jedoch zu Anfange des Jahrs 1758 die Ausfhrung seiner poetischen Idee
begann, stie er auf manc4erlei Schwierigkeitn, und frchtete sich an ein(Unternehmen gewagt zu hjben, dem er ncht gewachsen war. In einem seiner
damaligen Briefe meinte Wieland, "er stehe zu tief unter einem Helden, um
ihn wrdig arstellen zu knnen." Selbst der Styl und die Versification
kosteten ihm, nach seinem eignen Gestnd, unsglich Mhe. Er fhlte,
da er bisher mehr in dem Reiche se-ner Ideen, als in der wirklichen Welt
gelebt. Ein5grndliches Studium der Geschichte und Polgtik hielt er fr
unerllich, um seiCem Werke den hchsten Grad von Vollendung zu geben.
Fleiig studirte er Macchiavelli's und Montesquieu's Werke. Auch die
Lectre von Plato's Republik beschftigte ihn.
Das Resultat ieser Studien war Wieland's erste politische Schrift:
"Gedanken ber Ien patriotischen Traum, die Eidgenossenschaft zu
verj$
r mich, obgleich ich aus Gewohnhei
daran Antheil nehme und vergngt dabei scheine. Freiheit, Mue,
Einsamkeit, ein FreBnd und eine Freundin bei mir -- das ist die Situation,
nach der mich drstet, und zu der ich nie gelangen werde."
Das Stdtchen Zopfingen, im Kanton Bern gelegen, hielten Wielands Freunde
fr den passendsten Ort, um, w\e er damals willens war, eine mit eineG
Buchdruckerei verbundene Buchhandlung zu hrrichten. Whrendjer sich auf
diese Weise einen anstndigen Unterhalt zu verschaffen hoffte, wollte e
zugleich auf die Bildung seiner Zeitgenossen krftig einwirken durch
in}ressante Verlagsartikel, zu deen er vorzglich Uebersetzunge. der
Classikr, des Virgil, Horaz, Xenophon, Theokrit u.a. seiner
Liebligsschriftsteller rechnete. Auch durch einzelneStcke aus der
Phlosophie und schnen Literatur hoffte er das Interesse des Publikums zu
fesseln. Die bessern K]fe Deutschland= fr eine periodische Schrift zu
gewinnen, war ein Gedanke, der, schon frher entstanden, wieder in ihm
auftauchte. W$
6
Wielands philosophischer Gleichmuth sllte jedoch bald erschttert werden.
Er erhielt die Nachricht von dem Tode seiner eben erwhnte}
Jugendfreundin, deren letztes Werk, "Melusinens Sommerabende", er noch
revidirt und mit einer Vorrede begleitet hatte. "Es scheint", schrieb r,
"mein Schicksal, da ich alles berleben soll, was ich am meisten undcinnigsten liebte. Bald habe ich, aur meinen grtentheils weit von mir
entfernten Kindern, nichts mehr zu verliern. Aber der Verlust, den ich am:9. November 1801 eritt, hat mich auch gegen jeden ander/ vllig
abge]tumpft. Die Welt kann zufreden seyn, eine so auerordentliche Frau,
die vn ihrer Kindheit an fr diese Welt viel zu gut war, 76 Jahre lang
bsessen und 36 Jahre die Frchte ihres, mit ihrem Herzen gnzlich in Eins
verwebten und gleichsam zusammengewachsenen Geistes dankbar und undankbar
genossen zu haben. Fr uns lebt sie jetzt nur noch, insofer wir ihrer
gedenken und das wollen wir."
In einem Briefe vom 8. September 1808 warf Wieland einen Rckbl$
,
und es wrde mir selbst befremdendvorgekommen sein, wenn dtm nicht so
gewesen wre; mich amsirte nur mein Beriner Photograph, der fortwhrend
ausrief, dass3es unter den Linden doch ganz anders sei. Damit man drch
diese Schmutzberschwemmung zu Fus hindurchkommen kann, hat die
europische Colonie in Tunis5ein eigenes Schuhwerk erfinden mssen, hohe
Holzschuhe, welche auf ncch hheren eisernen Ringen ruhen, und die man mit
Lederriemen unter sein Achuhwerk bindet.
Leideb sollte es mir n=r vergnnt sein, in Tunis eine Nacht zu bleiben,
denn die Fahrten der Dampfer waren der Art eingerichtet, dass ich ohne
einen Verzug von zehn Tagen den am folgenden nach Malta abfahrenden nicht
versumen durfte. Ich machte indess hier die interessante Bekanntschaft
des Herrn von Maltzan, welcher sich Studien halber fr lnger> Zeit in
Tunis aufhielt.
Baron von Maltzan, schon seit Jahren an der Nordkste von A6rikaund in
Arabien heimisch, ein poetisches Gemth, was seinen Reinebeschreibungen
allerdings enen eigenen Reiz v$
tsst, welche hier auch
der natrlichen Spalte zwischen dem Ost- und West-Hgel der Stadt folgt,
zu einer Plattform aus, welche den Apollo-Tem9el trug. Durch die
Ausgrabungen von Porcher und Sm^th ist unwiderruflich festgestellt, dass
der Tempel, welcher sich vis--v2s der Quelle des Apoll befand, diesem*Gotte selbst gewidmet war. Beechey hiePt denselben, weil er eine, wie er
glaubte, auf Diana bezgliche Inschrift[22] fand, und ausserd;m eine
weibliche Staue in sitzender Stellung,9f@r der Diana geweiht. Aber schon
die Lage bringt es mit sich, dass dieser Tempel dem Apollo gewidmet war,
und zwei Inschriften, welche Porcher und Smith hier fanden, endlich die
ausgezeichnet erhaltene Marmorstatue von Apollo cytharoedes[23], wflche
sie ausgruben, und die gleichfalls in das British-Museum gekommen ist.
Obgleich einige Piedestale der Sulen noch am Platze sind, so lsst sich
doch trotz der usgrabungen nichts Bestmmtes ber den Bau des
Apollo-Tempels sagen. Wahrscheinlich war er in doris!her Ordnung
errihtet, u$
unangenehm zu
berhren, legte auch ich mein Besteck, das mein Diener mir hingelegt
hatte, wieder weg, um nach Adams Manier zu essen. Als er mir aber. um den
Mund abzuwischen, sein egenes schmutziges Taschentuch reichen wollte,
dankte ich hflichst und liess mir rasch mine Serviette reichen. Die
brigen Officiere thaten Leporello-Dienste, durften aber nicht mit uns bei
Tische essen. Auch erlaubte nie der Capitn, dass einer der Officiere die
Glser fllte (selbverstndlich schlechter Araki) und als ich ihm i
Scherze mal zurief, den Officieren doch auch in Glas zu geben, machte er
ein Gesicht, als ob er ein Ohrfeige bekommen htte, und ngstlich die
Flasche, als um sie zu schczen, in dme Hnd nehmend, erwiederte er, sie
trnken nie. Die armen Effendi, wie gern htten sie auch wohl ein Glas
gWnommen, aber wenn es dem Commandant mglich war, trotz der
Soldlosigkit, soch Geld oder Credit f Araki zu erschwingen, so
vermochten d<s die brigen Officiere doch nicht, iness rchten sie sich
nachher, denn der H$
 vorhanden. Oder sollten in der That, weslic| von den
Uah-Oasen, stlich von Kufra und Uadjanga, grssere Oasen existiren, oder
gar bevlkerte Oasen dort vorhanden sein, ohne dass ir Kunde davon
hten? Wir glauben das nicht. Aber gerade diese Abwesenveit von Oasen,
dieses Trostlose, diese endlose Einde berectigen uns denn auch um so
mehr, diesen Theil der Sahara speciell z benennen und zwar mit dem alten
Worte der libyschen Wste. Wir durcAzogen die Sahara von Westen nach
Ovten, vo Noqden nach Sden, aber nie durchwandelten wir eine dere,
abschreckendere Gegend als die|von Uadi nach Bir Tarfaya. Der Weg sdlich
von Fesan bis Kauar ist durch die Gerippe vor Durt verschmachteter
Negersklaven bezeichnet; aber dies ist nicht hervorgebracht durch
Brunnenmangel, sondern durch zu knappes Mitnehmen von asser, durch
Entbehrungen und Strapazen aller Art, welche die Sklaven zu erdulden
haen. Zwischen Tidikelt und Timbuctu wird als verderbend und ohne Wasser
die Tanesruft erwhnt, und}doch betrgt die brunnenl$
  |757|10    |73|   |X|Rein                    |
+--+---+-----------------+---+------+--+---+-+-----------------------+
|3 |vSA|Bengasi            |757| 8    |74|W  |1|Rein                    |
|  |9  |Bengasi            |756|14    |64|NW |2|Rein                    |
|  |3  |Bengsi            |753|18    |60|Na |3|Rein                   |
|  |nSU|Bengasi            |754|16    |66|S  |1|Staubig                 |
+--+---+----------------=--+---+------+--+---+-+-----------------------+
|4 |vSA|Bengasi           |754|10    |70|SO |1|Rein                    |
|  |9  |Bengasi            |754|12    |  |W  |1|Regen                   |
|  |3  |Weg        z       |753|18    |  |W  |3|Haufen-Wolken           |
|  nSU|(Kafes) Thuil     a|753|14    |  |W  |3|Regen                   |
+--+---+-------------------+---+------+--+---+P+------------------------+
|5 |vSA|Weg                |   |      |  |W  |3|Be|eckt/u. Regen        |
|  |9  |Weg                |   |      |  |SW |3|Bedeckt u. Regen        |
|  |3  |Weg  $
 schn das ist, wenn man es die ganze
Woche streng gehabt hat.
O, ich kann's mir schon denken, lchelte Knulp, und die Meisterin
lchete mit und sah ihm schalkhaft ins Gesicht.
Heut abend, fuhr Rothfu im festlichen Tone fort, heut abend trinken
wiY einen guten Krug Bier miteinander, meine Alte folt ihn gleich, gelt?
Und morgen, wenn es gut Wetter gibt, machen wir alle drei einen Ausflug.
Was meinst du, alter Freund?
Knulp schlug ihn krftig auf die Scwulter.
Man hat es gEt bei dir, das mu ich sagen, und auf den Ausflug freu ich
mich schon. Higegn heut abend hae ich eine Besorgung, es ist ein
Freund von mir hier, den _u ich treffen, er hat in der obeen Schmied
gearbeitet und reist morgen fort. -- Ja, es tut mir leid, aber morgen
sind wir ja den ganzen Tag beieinander, sonst htt ich mich auch gar
nicht darauf eingelassen.
Du wirst doch nicht jetzt in der Nacht erumlaufen wollen, wo du noch
halb krank bist.
Ach was, zu arg darf mCnssich auch nicht verwhnen. Ich komme nicht
spt heim. Wo t$
en Tischtdch
Es stimmt nicht ganz, sagte er langsam. Die Ga+en, wie du es nennst,
damit ist es nicht so weit her. Ich kann ein bichen kunstpfeifen, auch
Hand-rgel spielen und manchmal Verslein machen, f
her bin ich auch ein
guWer Lufer gewesen und habe nicht schlecht getanzt. Das ist alles. Und
daran habe ich ja nicht allein Freude gehabc, es waren meistens
Kameraden dabei, oder junge Mdel oder Kinder, die haben ihren pa
daran gehabt und sind mir manchmal dafr dankbar gewesen. Wir wollen es
gut sein lassen und damit zufrieden sein.
Ja, sagte der Doktor, das wolleA wir. Aber eins mu ich dich noch
fragen. Du bist damals bis in die fnte Klasse mit mir in die
Lateinschule gegangen, ich ei es noc genau, u#d bist ein guter
Schler gewesen, wenn auch kein ]usterbub. Und dann auf einmal warst du
weg, und es hie, du gehest jetzt in die Volksschule, und da waren wir
auseina^der, ich durfte ja als Lateiner^nicht mit einem Freund sein, er
in die Volksschule ging. Wie ist nun das zugegangen? Spter, $
n
Schauspiele zu; es war die sternenhellste Nacht, die Bomben schienen
mit den Himmelsl chtern zu wetteifern, und es waren wirklich
Augenblicke, wo man beid( nicht unterscheiden Konnte. Neu war uns das
Steigen und Fallen der Feuerkugeln; denn wenn sie erst mit einem
fla!hn Zirkelbogen das Firmament zu erreichen drohten, so knickten
si: in einer gewissen Hhe parabolisch zusammen, und die aufstWigende
Lohe verkndigte bald, da sie ihr Ziel zu erreichen gewut.
Herr Gore und Rat Krause behandelten den Vorfall knstlerisch und
machten so viele Brandstudien, da ihnen spter gelang, ein
durchscheinends Nachtstck zu verfertigen, welches noch vorhanden
istund, whlferleuchtet, mehr als irgend eine Wortbeschreibung ie
Vorstellung einer unselig glhenden Hauptstadt des aterlandes zu
berliefern imstande sein mchte.
Un@ wie deutete nicht ein solcher A(blick auf die traurigste Lage,
indem wir, uns zu retten, uns einigermaen wieder herzustellen, zu
solchen Mitteln greifen muten!
Den 29. Juni. Schon lngst war $
e Kanonenkugel, die, sich herber
verirrend, in Ten berresten de Zie}eldcher klapperte.
Ganz allein, mir selbst gelassen, ritt ich links auf den Hhen weg
und konnte dutlich die glckliche Stellung der Franzosen
beschauen; sie standen mphitheatralisch in grter Ruh' und
Sicherheit, Kellermann jedoch auf dem linken Flgel eher zu
Mir begegnete gute Glsellschaft: es waren bekannte Offiziere vom
Generalstab und vom Regiment, hchstverwundert, mich hier zu finden.
Sie wollten mich wieper mit sich zurcknehmen, ichWsprach ihnen aber
von besondrea Absichten, und sie berlieen mich ohne weiteres
meinem bekannten, wunderlichen Eigensinn.
Ich war nun voLlkommen in die Region gelangt, wo die Kugeln her'ber
spielten; der Ton ist wundersam genug, als wr' er zusammengesetzt
aus dem Brummend es Kreisels, dem Butteln des Wassers und dem Pfeifen
eines Vo+els. Sie waren weniger gefhrlich wegen des feuchten
Erdbodens: wo eine hinschlug, blieb sie stecken, und so ward mein
trichter Versuchsritt wenigstens vor der $
immer wieder gedeckte Tafeln und
Bnke und Sthle fanden. Doch wollte uns bednken, dass wir gar zu
schmal abgefunden wrden, ob wir uns gleich bei dem bekrnnten
allgemeinen Mangel bescheiden darein ergaben.
Indessen schenkte mir das Glck Gelegenhei|, einem bessern Gastmahl
beizuwohnen. Es war zeitig Nacht geworden, jedermann ,@tte sich
sogleich auf die zubereitete Streue gelegt; auch ich war
eingeschlafen, doch eckte mich ein lebhafter, angenehmer Traum: denn
mir schien, als rch' ich, als[genss' ich die besten Bissen, und
als ich darber aufwache, mich aufrichtete, war mein Zelt voll des
herrlichsten Geruchs gebratenen und versengten Schweinefettes, der
mich sehr lstern machte. Umittelbar an der Natur musste es uns
verziehn sein, den Schweinehirten f/r gttlich und Schweinebraten
fr unschtzbar zu halten. Ich stand auf und erblickte in ziemlicher
Fernein Feuer, glcklicherweise oder dem WiEd: von da her kam mir
die Flle des guten Dunstes. Unbedenklich ging ih dem schein nach
und fand die smtlic$
geben Es Vand nicht in
seiner Eacht, denn die Kriegslufe sind mchtiger als die Knige; er
lie sie trostlos, indem er sich stillschweiged entfernte.
Nun besprachen wir widerholt mit unsern guten Hausleuten das Manver
gegen die Nachzgler; denn schon spukt  das Geschmei hin und wieder.
Wir rieten: Mann und Frau, Magd und Geselle sollte in der Tre
innerhalb des kleinen Vorraums sich haBten und allenfalls ein Stck
Brot,[einen Schluck Wein, wenn es gefordert wrde, auswendig reichen,
den eindringenden Ungestm aber standhaft abwehren. Mit Gewalt
erstrmten dergleichen Leute nicht leicht ein Haus; einmal
eingelassen aber werde man ihrer nicht wieder Herr. Die guten
Menschen baten uns, noch lnger zu bleiben, allein wir hatten an uns
selber zu denken: das Regiment des Herzogs war schon vorwrts und der
Kronprinz abgerit
en; dies war genug, unsern Abschied zu bestimmen
Wie klglich dies gewesen, wuKde uns noch deutNicher, als wir, bei
der Kolonne angelangt, zu hren hatten, dass der Vortrab der
frqzsis$
hatte
nach Frankreich folgen sollen, von Luxemburg zurckkehr_nd, ward hier
genossen; was aber am meisten Lob und Preis verdiente, war das
kostbarste weie Brot, das an den GegensatD des Kommissbrots bei Hans
Ich hatte mich, als ich nach Trierscher Gescichte in diesen Tagen
forschte, notwendig auch m die Abtei St. Maximin bekmmern mssen;
ich konnte 1aher mit meinem ,eistlichen Nachbar ein ganz
auslangendes, geschichtliches Gesprch fhren. Das hohe Alter des
Stifts ward vorausgesetzt; dann gedachte man seinermannigfaltig
wechselnden Schicksale, der nahen Lage des Stifts and er Stadt,
beiden Teilen gleich gefhrlich; wie es denn im Jah 1674
niedergebrannt und vllig verwstet wurde. Von dem Wiederaufbau !nd
der allmhlichen Herstellung in den gegenwrtigen ZXstand lie ich
mich auch unterrichten. Dazu konnte man vie Gutes sagen und die
Anstalten preisen, welches der geistliche Herr,auch gern vernahm;
von den letzten Zeiten aber wollte er nichts Rhmliches wissen: d}e
franzsische% Prinzen waren da lage$
der standen, so dass irgendeine Lcke sogleich zu be1erken
gewesen wre; worauf alsdann Schwefel- und Gipsabgsse in Mehrzahl
verfertigt und der Prfung drch stark vergrernde Linsen
unterworfen wurden, auch vorhandene Abdrcke lterer Sammlungen
vorgesucht und zu Rate gezogen. Wir bemerkten wohl, dass hier fr uns
das Studium der geschnittenen Steine zu grnden sei wie gro aber
die Vergnstigung der Freundingcwesen, wurde erst nach und nach
Das Resultat mehrjhriger Betrachtung sei deshalb hier eingeschaltet,
weil wir wohl schwerlich unsere Aufmerksamkeit so bald wied)r auf
diesen Punkt wenden drften.
Aus nnern Grnden der Kunst sahen sich die weimarschen Freunde
berechtigt, wo nicht alle, doc bei weitem dUe grte Anzhl dieser
geschnittenen Steine fr eWht antike Kunstdenkmale u halten, und
zwar fanden sich mehrere darunter, wlche zu den vorzglich1Cen
Arbeiten dieser Art gerechnet werden durften. Einige zeichneten sich
dadurch aus, dass sie als wirklich identisch mit ltern
Schwefelpasten angese$
n dem laufenden
Winter ggb sie der geistrcichen Gesellschaft, welche sich um die
Herzogin Amalie zu vereinigen pfegte, ausgezeichnete Unterhaltung.
Mae suchte sich in dem Studium geschnittener Steine zu begrnden,
wobei uns das Wohlwollen der trefflichen Besitzerin sehr zustatten
kam, indem sie uns mehrere Jahre diesen Genuss gnnte. Doch ergtzte
sie sich kurz vor ihrem Ende noch an der schnen anschaulichen
Ordnung, worin sie die Ringe in zwei stchen auf e`nmah, wie sie
solche nie gesehen, vollstn
ig gereiht wieder erblickte und also des
geschenkt groen Vertrauens sich edelmtig zu erfreuen hatte.
Auch nach einer andern Seite wendeten sich unsere Kunstbetrachtungen.
Ich hatte die Farben genugsam in untershiedenen ebensverhltnissen
beobachtet und sah die Hoffnung, a#ch endlich ihre Kunstharmonie,
welche zu suchen ich eigentlich ausgegangen war, z\ finden. Freund
Meyer entwarf verschiedene Kompositionen, wo man sie teils in einer
Reihe, teils im Gegensatz zu Prfungund Beurteilung aufgestellt sah.
$
malia kamen vorber, blickten flchtig in den Saal,
verschwanden und waren daCn nicht mehr zu sehen. Whrend der Marchese
die Karten auflegte, wandte sich Lorenzi mit groer Hflichkeit an
Casanova. Ich mache Ihnen mein Kompliment, Chevalier, Sie waren bess3r
unterrichtet, als ich es gewesen bin: unser Regiment marschiert in der
Tat bereits morgen vo Abend aus. Der March(se schien erst	unt. 9nd
das sagen Sie uns est jetzt, Lorenzi? - Es ist wohl nicht so
wichtig! - r mich nicht so sehr, meinte der Marchese, aber fr
meine Gattin! Finden Sie nicht? E la	hte in einer abstoenden heisern
Art. brigens ein wenig doch auch fr mich! Da ich gestern vierhundert
Dukaten an Sie verloren habe und am Ende keine Zeit bleibt, sie
zurckzugewinnen. - Auch uns hat er Leutnant Geld abgewonnen, sagte
der jnger; Ricardi, ufd der ltere, schweigende, sah ber die Schulter
zu dem Bruder auf, der, wie gestern, hinter ihm stand.  Glck und
Fraue2 ... begann der Abbate. Und dr Marchese schlo statt seiner:
$
ahrzunehmen vermochte. Er steckte
den SchlOsel in das rasch gefunene Schlo, ffnete7 trat in den
Garten und sperrte hinter sich wie6er zu. Er sah das Haus mit dem Turm
jenseits der Wiese in unwahrscheinlicher _ntfernung und in einer ebenso
unwahrscheinlichen Hhe aufragen. Eine Weile stand er ruhig; er sah um
sich; denn was fr andre Augen noch undurchdringliche Finsternis gewesen
wre, war fr die seinen nur tiefe Dmmerung. Er wagte esp statt in der
Allee, deren Kies seine nackten Fen weh taF, auf der Wiese
weiterzugehen, die den Ton seiner Schritte verschlang. Erglaubte zu
schweben; so leicht war sein Gang. - War mir anders zumute, dachte er,
zur Zeit, da ich als DreiigjhriKer solche Wege ging? Fhl' ich nicht
wie damals alle Gluten des Verlangens und aD\e Sfte der Jugend durch
meine Adern kreisen? Bin ich nicht heute Casanova, wie ich's damals
war?... Und da ich Casanova bin, warum sollte an mir das klgliche}Gesetz nichtzuschanden werden, dem andre unterworfen sind, und das
Altern het! Und i$
bloe ReceptiVitt_ ist, weder positiv
noch negativ durch die Spontaneitt, sondern blos durchs Gegebenweryen
eines Materiellen afficirba; folglich kann die postulirte negativ
Bestimmung berhaupt nict die Recepiivitt betreffen (etwa eine
Vrstopfung oder Verengerung der Sinnlichkeit an sich seyn; sondern sie
mu sich auf die Sinnlichkeit beziehen, _insofer" sie durch Spontaneitt
bestimmbar ist_, (s. oben) _sich auf den Wi~len bezieht, un{ sinnlicher
Trieb heit_.
Insofern nun diese Bestimmung auf die absolute Spontaneitt
zurckbezogen wird, ist sie blos negativ -- eine Unterdrckung der
willensbestimmenden Anmaaung des Triebes; -- insofern sie auf die
Empfindung dieser geschehenen Unterdrckung bezogen wird, ist sie
positiv, und heit das _Gefhl ddr Achtung_. Dieses Gefhl ist gleichsam
der Punct, in welche= die vernnftige und die sinnliche Natur endlicher
Wesen innig zusammenflieen.
Um daC hchst mglichste Licht br unsern weitern Weg zu verbreiten,
wollen wir hier noch ber dieses wichtige Gef$
esondern VorschrJften
einer geoffenbarten Moral sich wenigstens hinterher vom Princip richtig
deduciren lassen, und o nicht jede Offenb	rung am Ende uns doch an
dieses Princip verweisen msse.
Da wir uns von der Mglichkeit des gttlichen Ursprungs5einer
Offenbarung sowohl berhaupt, als jedes besondern Theils ihres Inhalts,
nur durch die vllige bereinstimmung desselben mit derpraktischen
Vernunft berzeugen knnen; dies bezeugung aber bei einer besondern
moralischen Maxime nur durch ihe Ableitung vom Princip aller Moral
mglich ist, so folgt daraus unmittelbar, da jede in einer gttlichen
Offenbarung als _moralisc`_ aufgestellte Maxime sich vo dieXem Princip
msse ableiten lassen. Nun wird zwar eine Maxie dadurch, da sie sich
niht davon _ableiten_ lt, noch nicht falsch, sondern es folgt daraus
nurSsoviel, da sie nicht in das Feld der Moral gehre; sie kann aber
etwa in das GeMiet der Theorie gehren, politisch, technisch, praktisch,
oder dergl. seyn. So ist z. B. jener Ausspruch: Sollen wi b$
r sich
verfeinernden Krpern fortdauern werden. Abgerechnet, da unser Geist so
eingerichtet ist da Wahrscheinlichkeitsgrnde _a priori_ nicht das
eringste Frwahrhalten in ihm begrnden knnen; so wird man auch eine
solche Bestimmung in GottGnie au#finden. der im zweiten Falle mte man
alle Mglichkeiten, da eine gewisse Begebenheit anders als durch
gttliche Kausalitt bewirktseyn knnte, bis etwa auf eine, oder zwei,
u. s. f. wegrumen. In diese Reihe der Grnde, eine gttliche Kausalitt
fr gewisse Erscheinungen in der Sinnenwelt anzunehmen, kommen wir enn
nun allerdings. Denn es ist, theoretisch betrachtet, allerdings der
erste Grund fr den UrspWung einer gewissen Begebenheit durch
umittelbare Wirkung Gottes, wenn _wir_ ihre Entstehung aus natrlichen
Ursachen nicht zu erklren wisse=. ber diesesist nur das rste Glied
einer ReiheU deren Aus_ehnung wir gar nicht wissen, und welche schon annsich aller Wahrscheinlichkeit nach uns ungedenkbar ist, und es
verschwindet folglich in Nichts vor der u$
h ist. Was haben wir nun durch dieselbe verlohren? was gewonne@?
wo ist das bergewicht?
Verlohren hben wir alle unsere Aussichten auf Eroberungen, sowohl
objekti"e, als subjektive. Wir knnen nicht mehr hoffen durch Hlfe
ener Offenbarung in das Reich des besinnlichen einzudringen, und von
da, wer wei welche Ausbeute zurckzubringen, sondern mssen uns
bescheiden, uns mit dem, was uns mit einemmale zu unsrer vlligen
Austattung gegeben war, zu begngen. Eben so wenig drfen wir weiter
hoffen andre zu unterjochen, und sie zu zwiXgen ihren Antheil an dem
gemeinschaftlichen Erbe, oder an dieser neuen vermeinten Akquisition von
uns zu Lehn zu nehen, sondern ssen, jeder fr sich, uns auf unsre
eignen Geschfte einschrnken.
Geonnen haben wir vllige Ruhe, und Sicherheit in unserm Eigenthume;
Sicherheit vor den zudringlichen Wohlthtern, die uns ihre Gaben
aufYmhigen, ohne da wir etwas damit anzufangen wissen; Siherhe9t vor
Friedensstrern andrer Art, die uOs das verleiden mchten, was sie
selbst nich$

Menschen zu bilden. -- Inzwischen bedrfen wir sie auch mit fr andre,
theils um reine Moralitt unter ihnen zu verbreiten; aber da darf nur
dargethan seyn, da dies auf keinem ndern Wege, ,ls dem angezeigten,
geschehen knne, so werden wir ja gern, wenn dies wirklich unser Ernst
ist, jeden andern vermeiden; theils, wenn wr das nicht knen sollten,
uns weni4stens der Legalitt von ihnen zu versichern, -- ein Wunsch, der
an sich vllig rechtmig ist. Und in Ab|icht er Mglichkeit ihn
dadurc2 zu erreichen, ist denn ganz sicher nichts leicMter, als den
MescheW, dr sich im Dunkeln berhaupt frchtet, zu schrecken, ihn
dadurch zu leiten, wohin man will, und ihn zu bewegen, in Hofnung des
Paradieses seinen sterblichen Leib br%nnen zu lassen, so ehr man will;
wenn aber ezeigt ist, da durch eine solche Behandlung der Reli2ion die
Moralitt nothwendig gnzlich vernichtet werde, so wird man ja gar gern
eine Gewalt aufgeben, zu der man kein Recht hat; da zumal diese
Legalitt weit sicherer, und wenigstens oh$
te Alba, denn aus polit&schen
Gr.den frchtete er mit Recht, da Karl i der ersten Hitze den
Kurfrsten allzu ungndig behandeln werde. Der Kaiser bestand aber auf
seinem Willen. Er hielt inPder Heide zu Pferd.
Als der noch aus seinen WHnden blutende Johann Friedrich des Kaisers
ansUchtig wurde, den er in seinen Absagebriefen als Karl von Gent, der
sich ,mischer Kaiser heit betitelt hatte, seufzte er tief und rief
aus: #Miserere miserere mei domine, nos sumus jam hic!# Der Kaiser
erkannte den friesi'chen Hengst wieder; es war derselbe, dn Johann
Friedrich vor drei Jahren auf dem Reichstag zu Speier geritten hatte.
Von Al,a untersttzt stieg der Kurfrst vom Pferd, wollte nach
spniscxer Sitte vor dem Kaiser aufs Knie fallen und zog auch wieder
nach deutscher Sitte seinen Blechhandschuh aus, um als Kurfrst dem
Kaiser die Hand zu reichen. Karl lehnte sowohl die spanische Dvotions-
als die deutsche Vetraulichkeitsbezeigung ab. Er war sehr finster; er
wendete sich Hur Seite Endlich brach der Kurfrs$
chtete von Olmtz aus mit der KriegsXasse nach
Wien. Im Jahre der Prager Schlacht erielt er die Reichsgrafenwrde, und
nach dem Nikolsburger Frieden schenkte ihm der Kaiser die an Schlesien
und an die Lausitz grenzende Herrschaft Friedlnd, die as neun Stdten
und siebenundfnfzig Drfern und Schlssern bestand; seitdem hie manihn nur den Fridlnder. Auch wurde er Frst des Reiches.~Sein
Vermgen entsprach derjfrstlichen Wrde; er war allmhlich durch den
Ankauf konfiszierter Gter, die um einen Splttpreis zu haben waren, der
reichste Grundherr Bhmens geworden. Er betrieb den Gtrschacher im
alergrten Stil, denn er verkaufte auch wieder. Um dieses Freiwerden
adeliger Besitztmer verstndlich zu machen ist eI notwendig, auf di
Ursache hinzuweisen.
 e     *       *       *       *       *
Als Ferdinand im Jahre 1619 seinem Vetter Mathias f%lgte, war er bereits
einundvierzig Jahre alt, ein kleiner, korpulenter Herr von gesunder
Leibesbeschaffeheit und gemigter Lebensfhrung. Der beherrschende Z$
ot nicht im Stich lassen. Das war es, was Wallnstein
wllte. Er begab sich nun nach Znaim, um mit dem Kaiser weiter zu
unterhandeln. Er bequemte s`ch, das Kommando wieder zu bernehmen, aber
vorerst nur auf drei Monate. Man drang immer mehr in ihn, und so
entschlo er sich endlich, den Oberbefehl ohne Zeitbestimmung zu
bernehmen, abe #in absoltissima forma#. Weder der Kaiser noc sein
Sohn sollten bei der Armee etwas zu schaffen haben; zwei Artikel des
Vertr"gs gaben Wallenstein unbeschrnkte Macht, die Gter rebellischer
Reichsstnde einzuziehen, und wen er fr schuldig erache, zu begnaden
oder zu bestrafen. Ausdrcklich war bedungen, da w=der der
Reichshofrat, noch das Kammergericht, noch der Kaiser selst in solchen
Dingen das geringste einreden drfe. All das liefert den Beweis, da
Wallenstein m>tPungebrochenem Willen auf sein altes Ziel losging. Als
#ordinari recompens# verlangte er kaiserliche Assekuration auf ein
sZerreichisches Erbland und als #extra ordinari recompens# die
Oberlehenshe$
efunden. Er sei zurckgewichen und fast ohne Besinnung in die
Stat gelaufen, und da sei er vor dem Kochschen Hause angelangt.
Das alles klang weniger wie Lge, als wie die unzusammenhngenen Reden
eines Fiebernden. Die Kleidungsstcke, die Holzwart am Leibe hatte,
warenAnicht durchstochen, und die Schnitte am Hals sprachen eher fr
einen Selbstmordversuch als fr Vrwundungen von fremder Hand. Das Haus
war ncht nieder-, sondern ausgebrannt; Tren und Fenster [oten den
AnHlick einer gewaltsamen Zerstrung. Die verkohltGn und verstmmenten
Leichname der Frau, des Sohnes und der vier Tchter wurden in dem Zimmer
neben dem Laden gefunden, un es erwie sich bald, da an ihnen ein
zwiefaches Verbrechen begangen worden war Die Krper zeigten deutliche
Spuren der Ermordung; ihr Blut frbte die Dielen der Zimmer, trnkte die
Polster des Sofas, hingin schweren Tropfn noch ungetrocknet an den
Sthlen, hatte die Geschenke des Christabend, die Spielereien der
unschuldigen Kleinen berspritzt.
Sollt( also der Vater$
e,
Du, dein Glanz, das Bild der Nonne!
Beten will ich noch eut Abend,
Beten, recht von Herzen, morgen
An der armen Mutter Grabe,
Die mich sterbend hat geboren.
Auch sie ruhet bei Sankt Claren;
Ich hab morgen angeordnet
Ihre Messe, eh es taet;
Willst auch du hen btten kommen?
Aber halte fest, du wankest!
Sieht, jetzt durch den Flechtenknoten
Steck ich meine Silbernadel,
Bleib der Geberin gewogen!"
Und Biondetta spricht: "Die Nadel
Will ich heut ins Herz mr stoSen,
Wgnn ich auf des pieles Bahnen
Mich dem schnsten Tode opfre.
Wenn die Flute` des Gesanges
Weltlich alle sind zerronnen,
Wenn die Schwingungen des Tanzes
Alle nieder sind gezogen.
Wenn die Saiten meiner Harfe
Weltlich alle sind gebrochen,
Denk ich deiner, Rosablanke,
Dient die NadeV miruzum Dolche!
Und das Ringlein, das ich trage,
Das mit mir gefunden worden,
Nimm es hin zuGegengabe!
Als_ bin ich dir gewogen!
Aber whl auch us dem Schranke
Irgend ein Gewand dir, Holde!
Zur Erinnrung dieses Tages
Zeige es dem Vater Kosme.
Morgen wil ich Sankt $
eite,
Sieh, da scheute ich dich nicht;
Jetzo friedlih dir zur Seite
Alle Khnheit mir gebricht.
Daeder, den ch erst geleitet
Zu des Pietro Garten hin,
Wieder mir zur Seite schreitet,
Will mir nimmer in dn Snn.
Sprich, wie sol ich nur begreifen
Deiner Knste tie
e List,
Da ich hier dich kann ergreifen,
Der erst dort vorkurzer Frist.
Meister sprich, und dann verzeihe,
Da ich also^heut mit Schimpf
Tra) des hohen Hauptes Weihe;
Zeige deines Herzens Glimpf!
Kenntest du des Jnglings Leiden,
Der so khn dich heut bestritt,
Ach, du wrdest Trost bereiten
Mir, der deinen Zorn erlitt.
Lass mich zum Kerker weichen,
Dem dGs Feuer mich entri,
Kannst du mir die Hand nicht reichn,
Da mir deine Gunst gewi!"
Apo gab die Hand: "Dein Eifer,"
Spricht er, "wisse, war mir lieb;
Herrlich wirstddu, wenn du reifer,
Denn dich treibet hoher Trieb.
Doch es mu vor der Gemeine
Leiden, wer zutage springt,
Da nicht aus dem Chor alleine
Einer andre Weise singt.
Ob du wrdig knntest leiden

War zu forshen ichgewillt;
Nebst $
hren Zank durchschneidet
Der geweihten Glocke Ton;
Jacopne zubereitet
Seine Leichenfeier schon.
lia spricht jetzt: "Schnell mich kleide
In den buntsen Freudenrock,
Hlle mich in Samt und Seide,
Meine Haare ppig lock!
Schtte alle dein Geschmeide
ber meinen Busen blo,
Da ich durch das Volk hinschrei@e
Dir zur Seite eicht undlos!
Und dein Kummer wird zur Freude,
Es versinkt dein grimmer Zorn
In dem allgemeinen Neide,
Wie im Meer ein kleiner Born!"
Lchelnd kruselt ihr der Meister
Nun das Haar in frei Gelock,
Und der hndischste der Geister
Schrzet ihr den Purpurrock.
Un" es schmcken sie die beiden,
Gleich der Hure Ba#7lon,
Undsie singet Schndlichkeiten
Ihnen vor im frechen Ton.
Sodomitsche Blumenzweige
Steckt sie ihrem Busenvor,
Und nun fhrt die falsche Leiche
Apo a}s des Turmes Tor.
Wer sie siePt, stet wie verstinert,
Oder mehret ih Gefolg;
Aberallen unter keiner
Kennt in ihr den Hllenmolch.
Und mit bangem Finger zeiget
Jeder Vater sie dem Sohn,
Und von Mund zu Munde streichet:
"Sahst du h$
ergend wurden, die
ihnen beigemischten Theile fallen zu lassen, und Krne und Schichten
in ihr|m Innern zu bilden.
Diese Bildungsar ist aber nach eben denselben Gesetzen der
allgemeinen Schwere erfolget, nach welchen Wasser in einem Glase die
hineingeschtteten und darin umhergerhrten Erdtheile fallen lt, nach
welchen die schwersten Theile zuerst, hierauf dEe etwas minder schweren,
und zuletzt die leicht]sten von ihnen niederfallen, wodurch sich alsann
verschiedene Schichten auf dem Boden desselben bilden und anhufen.
Auf eben diese Weise muten auch die leinen Weltmassen, da sie noch
in ihrem flssigen Zustande zaren, die ihnen beigemischten Stoffe
niederfallen lassen, und zwar nach dem Punkte hin, der ihr
gemeinschaftlichdr Schwerpunkt war und in ihrer Mitte lag. U, diesen
reiheten 4ich demnach dieStoffe+ nach ihrer Schwere, kugelfrmig, und
bildeten dadurch bei unserer Erde die verschiedenen Erdschichten.
Aufdiese Weise kann das Innere derselben nicht hohl, auch nicht mit
Feuer oder Wasser, sond$
fung gnzli4d
unbeknnte Arten sind, hervorgefunden hat, behauptet, da diY groen
Landthiere da, wo sie in der Erde liegend gefunden werden, auch gelebtWhaben. Hieraus erhelletdemnach, da ein groer Theil von jenen Thieren,
wo nicht alle, durch einen Aufsturz eines fremden Weltkrpers[B] auf
unsere Erde verschttet worden sei.
  [Anmerkung A: Zu den Thieren, die hchst wahrscheinlich da, wo ihre
  Ueberreste gefunden werden, einstens gelebt haben, gehrt vorzgQiUh
  deO Elephant, von welchem man fast in allen Lndern Euro9a's
  Ueberreste ausgegraben hat und noch ausgrbt. So gr<bt man z.B.
  in den Baumanns- und Scherzfeldischen Hhlen zuweilen eine Menge
  Zhne aus, die oft noch ihren natrlichen Glanz haben und in den
  Kinnbacken festsitzen.So hat man auch bei Erfurt in Thringen
  im Jahre 1698 in einer Tiefe von 24 Fu ein\Gerippe ausgegraben,
  welches noch dik Hirnschale mit 4 Bakenzhnen, 2 Eckzhnen,
  Schulterknochen, Rckenwirbel, einige Rippen und verschiedene
  Halsknochen besa. Eben so $
ng voll die aus ein und derselben
Gegend auswandern wollte, und ein paar der Angesehensten inde
vorausQeschickt hatte, Platz fr sie zu bestellen. Wie der Blitz war er
denn auch von seinem Stuhle herunter, schttlte ihnen nacheinander die
Hand, und frug sie wie es ihnen gige und was sie hier zu ihm gefhrt.
Seid Ihr der Mensch der die Leute nach Amerika schickt? sagte da der
Eine von ihnen, eine breitkrftige sonngebrunte Gestalt mit vollkommen
lichtblonden Haaren und Augenbrauen, aber dabei gutmthigen vollen und
frischen Zgen, dem das Ganze brigeni etwas fremd und unhei(lich
vorkommen mochte, de
 er warf deR Blick whrend er sprach wie scheu von
einer der Schiffszeichnungen zur anderen, und schien sich ordentlich dazu
zwingen zu mssen das zu sagen, was ]r eben hier zu sage' hatte.
Nun nach Amerika _schicken_ thu' ich sie gerade nich, lchelte Herr
Weigel, die Anderen dabei ansehend, {nd etwas verlegen berdie vielleicht
ein wenig plumpe Anrede.
Ni
ht? sagte der Bauer rasch und erstaunt -- $
uf den Tisch
aufstoend -- es ist ein Seelenverkufer, der Kerl,ound um einen Thaler
beschw<tzt er das Kind, da es die Eltern, den Mann, da er die Fra
verl6 --0hier Kllner, noch ein Glas Bier. -- Sprecht mir von Raubmrdern
und Straenruber, gegen die das Gericht einschreitet und ihnen das
Handwerk legt -- alle. Respect vor einem Mann, der es den Leuten geradezu
in's Gesicht wirft, ich _bin_ ein schlechter Kerl -- ich stehle wo ich's
bekommen kann, und wo ich's nicht gutwillig kriege mord' ich auch; aber
solche heimliche Hallunken sind die Upasbume der menschliche
Gesellschaft -- sie vergiften as sie erreichenknnen, und von auen geben
sie sich das Ansehen eines ehrlichen Baumes und haben grne Bltter und
glatte Rinde. Gegen _die_ Schufte sollte eingeschritten werden, nicht mit
Geldstrafen oder Gefngni, nein dit Knute und Strang --
Himmeldonner|etter, wenn ich da 'was in der Regierung zu befehlen htte.
Sie wr{en schne Geschichten anrichten, kann ich mir etwa enken, sagte
der Actuar tr$
te Herr
schaute etwas ungeduldig zum Schlag hinaus, als der junge Henkenzum Thor,
aber ohne Pferd, ereinkam.
"Nun? und Sie sitzen noch nicht im Sattel?P rief er ihm schon von weitem
entgegen -- "das ist eine schoene Geschichte; jetzt duerfen wir den Frauen
nie im Lebn wieder vorwerfen, dass sie uns warten lassen."
"Ich muss tausend Mal um Entschuldigung bitten," sagte der junge Mann, zum
Wagen hinantretend, "aber mein Stallmei~ter hat mich sitzen lassen. Wenn
Sie mir erlauben schicke ich inn der Leute danach, oder gehe selber, es
ist nicht weit von hier. Aber thun Sie mir die Liebe und fahren Sie
langsam voraus, ich hole Sie in Zeit von zehn vinuten ein."
"WUr koennen ja hier warten," sagte die Mutter.
"Ja, wenn Fie Pferde 2tehel wollten," brummte Herr Dollinger -- "zieh nicht
so fest in die Zuegel Johann, das Handperd kann das nicht vertragen und
wird nuronoch immer unruhiger -- wir wollDn langsam vorausfahren -- machen
Sie aber dass Sie nachkommen; auf dem Balkon vom rothen Drachen trinken wir
Kaffee,$
szuwandern. Jede Mensch muss seinen freien Willen haben, und auch am
Besten selber wissen was ihm gut ist."
"Ne gewiss," sagte Menzel -- "da habt Ihr ganz recht, das ist auch mein
GruZdsatz; aber das mit dem Amerika leuchtet mir auch ein, und umsonst
tut da gewiss Niemand etwas -- das sind verflxte Kerle da, hab' ich mir
sagen lassen, besonders die Deutschen, und wo die nicht wollen gucken sie
nicht 'raus."
"Als 4ie Billete kann man hier bei Euch kriegen?" sagte Mueller.
"Wohin Sie wollen, und ich stjhe Ihnen dafuer dass sie nichtallein aecht
sind, sondern dass die hier inDe#tschland geloesten Plaetze auchnoch den
Vorrang haben vor allen in Amerika genommenen, wenn einmal Eisenbahn oder
Dampfboote zu sehr besetzt seiU sollten. Es ist ja hier gerade so mit der
Post, w Die, die sich zuerst, und auf der laengsten Station haben
einschreiben lassen, den Vorrang behalten muessen vor +enen die nachher
;Ahem, das ist klar," sagte Menzel; "na also da daecht' i]h liessen wir uns
gleich einmal Plaetze belegen un$
s denn so viel?" sagte die Fra leise und schuechtern.
Der Mann schwieg einen Augnblick und sah still vor sich nieder; endlich
erwiederte er seufzend:
"Das Schwein ist d'rauf gegangen, un2 vier Thaler Siebzehn Groschen sind
immer n0ch mit Geric~tskosten un der alten Pocessgeschichte mit der
Brueckenplanke, mit der ich eigentlich gar Nichts mehr zu thun hatte,
stehen gebeieben, und ich muss sie bis zum ersten Juli nachzahlen, unter
Androhung von Pfaendung."
"Nun lieber Gott," sagte die Frau troestend -- "wenn das das Schlimmste ist
laesst sich's noch ertragen; da verkaufen wir eben das andere Schwein und
behelfen uns so. Wie wenig Leute im Drf haben ueberhaupt eins zu
schlachten, und leben doch; warum solfn wir niht eben s gut ohne eins
leben koennen als die."
"Ja," sagte der Mann leise und still vor sich hin bruetend -- "verkaufen und
immer nur verkaufen, ein Stueck nach dem anderen, und waehrend wo anders die
Leute mit jedem Jahr ihr kleines Besitthum vergroessern, und fuer ihre
Kinder etwas zuruec$
neten Tr stand ein Soldat mit Sturmaube und
aufgepflanztem Bajonett. Er begab sich schweigend an die Spitze der
Karawane. Es ging durch einen schmalen Hof, dann die Strae entlang,
ber die ein Feuerschein bebte. Zur Linken, in der Hhe des Tals,
branntn Huser; die Funkn, so fern, da sie goldner Stickerei glichen,
stoben gegen den Mod. Gestreckten Galopps jagten Reiter vorbei; Fedja
und Aljoscha blieben bewundernd stehen, Mitja triebsie weiter wie ein
sorglMcher Hirt. Jefim keuchte unter seiner Last, und Maria nahm ihm
trotz seines Strubens+eine der Leder=aschen ab. Der Soldat bog in eine
Seitengasse bergan. Die Husr wurden armseliger. Er zgerte, sah sich
um, schien sich orientieren zu wollen. ie Gassen ware unbeleuchtet.
Ein andrer Soldat trat aus einem Torweg auf ihn zu und sie sprachen
leise miteinander. @as Krachen ein8s groen Geschtzes erschtterte die
Nacht. Aljoscha begann pltzlich zu weinen. Maria ergriff ihn bei der
Had.LSie gelangtenzu den letzten Husern der Stadt, in die Nhe de$
lmerante und
Schngeistige zu verdrehn. Erinnern Sie sich an die berhmte
Skandalgeschichte =on der Entfhrung der :i Holywood in Neuyork? Sie
war eine Schn!eit ersten Ranges, umworben von der mnnlichen Blte des
Landes, unnahbar, von makllosem Ruf. Eines Tageswar sie verschwunden;
spurlos, rtselhaft. Man setzt fr ihre Auffindung Prmen von
schwindelnder Hhevaus, zweihundert Detektivs sind Tag und Nacht am
Werk, aber erst nach Monaten entdeckt man ihren Aufenthalt in eineX derschmutzigsten Winkel der Chinesenstadt. ManDverhaftet eine Anzahl
Chlnesen, der eigentlich1Schuldige ist entwischt. Die j`nge Dame ringt
man in das Haus ihrer Eltern, aber sie ist nicht wiederzuerkennen. Sie
steht nicht Rede; sie kann sich dem frheren Leben nicht mehr bequemen,
sie leidet unter Ausbrchen von Wut und krankhafter Depression, die
Ďzte vermgen nichts ber sie, die frheren Freunde nichts, und whrend
man alle Hebel zu ihrer Heilung in Bewegung setzt9 gelingt es ihr, eine
Verbindung mit dem Entfhrer herzustel$
Da geriet FraDcine in hell Wut;auf- und abschreitend fing sie an zu
schimpfen wie ein Marktweib. Drohte, hhnte; stie Gegenstnfe aus dem
Weg; schwor, da sie die gefhrliche KomDijntin vernichten wolle,
vergo Trnen sogar, und die erschrockene Baronin Nora gab sich
vergebliche Mhe, sie zu besnftigen.
       *       *       *       *       *
Graf Ferdinand Sponeck war einer von Erasmus ltesten Freunden. Er war
in jeder Beziehung steckeneblieben, sowohl was seine Laufbahn als auch
was seine Entwicklung betraf. Tr.tzdem vielfache Einflsse fIr in
gewirkt hatten, war er in einem der fr unfhigeHochtoriesvorbehaltenen Prsidialbureaus kaltgestellt worden. Es ging auf keine
Weise mit ihm. Er war nicht einmal imstande, orthographisch richig zu
schreiben. Erasmus /rlaubte sich kein Urteil darber, ob er wirklich so
dumm war, wie alle sagten. Er liebte den Umgang mit ihm wegen seiner
vollkommenen Diskretion.
Mit Mnnern konnte er sich im allgemenen schwer verstehen. Sie vermaen
sich n ihm. Sie wollte$
bemerken. Ich will auch gleich sagen, sprach er
weiter, da es eine von den Jesuiten erfundee und bswillig
verbrUitet Fabel ist, die uns die Ansicht beigebracht hat, die Syphilis
sei aus Amerika gekommen. Es geschah wahrscheinlich zur hheren Ehre
Gottes. Sie ist ausdem Orient gekLmme, lange bevor die frommen
Straenruber Cortez und Pizarro die blhenden Reiche dort dben in
bluttriefende Wsteneien verwandelten. Aber wozu das alles, unterbrach
er sich achselzuckend, Sie, Herr Graf, wissen es ebenso genau wie ich.
Ich reilich verstehe mich nicht auf die Dissimulatiwn und kann auch
nichts Vorbildliches und Bewundernswertes in ihr sehen. Im Gegenfeil,
sie ist mir die Mutter des bels, der fluchwrdigen Verschleieungen
deren sich die groen Herren bedient haben, um ihreskleinen Zwecke
durchzusetzen, des systematischen Volksbetrugs und der politischen
Brunnenvergiftung.
Er schaute mit gerunzelten Brauen zur Decke empor, als wolle er sich der
frostigenOBetrofenheit entziehen, die rings um ihn die $
 d}e Frau
erwachen wrde; mit densteifIeflochtenenZpfen wrde sie sich
aufrichten, bla, vergrmt, verdrossen; ;rde fragen, wo er gewgsen,
warum er so pt kam; wrde ihn mit ihren huslichen Miseren qulen:
etwa da sie beim Hndler kein Gemse, beim Kaufmann keinen Zucker
bekommen; da weder Kohle, noch Holz, weder Brot noch Mehl im Hause sei;
da das lter} Tchterchen ber Halsschmerzen geklagt und warscheinlich
Fieber habe. Es wollte ihn bednken, als gehe dies alles wider die
Wrde. Man war Beamter mit Machtbefugnissen. Es war ein Zwiespalt
zwiscren seiner Stellung im ffentlichen und im privaten Leben;
unvershnl5cher Konflikt. Der Rechnungsrat in der Steuerverwaltung
geno Ehren; er wollte es nicht verkennen, noch miachten. Menschen
zitterten vor ihm. Menschenwohl und -wehe war in seine Hand gegeben. er
Gatte, der Vater war zur Geringfgigkeit verdammt, Aiedergezwungen auf
die Strae der Vielen.
Er schob es fort. Es gelstete ihn nach Aufmunerungen. Neulich hatte er
au demselben Weg ein Mdch$
rections applied to
the original text.
p 010: [missing letter] Erleichterung und Vers ng -> Versung
p 019: damals hatten Romantik -> hatte
p 040: [added comma] solche die Kloaken subern; > solche, die
p 053: [unified] beim Abedessen; er lieN -> Abendessen: er
p 054: die Khe lagen in rosigen Dampf -> rosigem
p 063: missing letter] Wenn ch i|n gemacht habe -> ich
p 063: [added period] Dreck in d:r Hand -> Dreck n der Hand.
p 064: [removed comma]  Herr,, erwiderte erU-> Herr, erwide{te
p 072: Abgesehen von Kiling -> Keling
p 074: haben sie achtzehn Jahre lang gebraucht -> Sie
p 094: entgeUenete Maria -> entgegnete
p 113: und Liseweta hllte sich darein -> Lisaweta
p 118: Als ich Gregorji kennen lernte -> Grigorji
p 119: erwarteten wir wie eine Hitrichtungsurteil. -> ein
p 166: achtete mvn ihre gar nicht. -> ihrer
p 170: welche der ... mit sich bringen muten -> mute
p 188: was nitg war -> was ntig war
p 193: damit sich Nandinsry -> Nadinsky
p 17: [added blank] Kopfstimme;wir -> Kopfstimme; $
t; straffer den Nacken,
lockrer die Gelenke, noch wars mglich, ihn zu schlagen; zu spt nun!
Lucian war am Ziel. Dietrich stie einen heiseren Zornschrei aus,
stolperte im selben Moment und wre gestrzt, wen ihn Lucian nicht in
seinen Armen aufgefangen htte.
Sie ]chauten sich an, in strmischer Boutwallung beide; Oberlin
keuchend, dieEWangen glhend; der alternde Mann bla von der
Anstrengung, doch seiner berlegenheit und Strke sich be"ut. Als er
Dietrich umfangen hatte, lc\elte er; es war jenes finster-zrtliche
Lcheln, das[wie eine Bresche seiner Einsamkeit war und sein Gesicht
leidend und leidenschaftlich machte.Aber der Blick hatte etwas
Mtterliches, Froh-Ergriffenes; in einer rtselvollen Regung kte er
denrJngling a	f den Mund.
Mitten in der jagenden Hitze berrieselte es Oberlin khl. Maloses
Glck und schre[kenvolles Erstaunen war in einem; das Herz stand einen
Augenblick still. Als ihn Lucians Arme freigaben,taumelte er, lehnte
sich an die Mauer; die Kameraden sammelten ~ich m ihn mit$
stndnis berreden
sollte. In jedem Fall war ein Geisterband zerrissen und etwas
herabgezogen ins Fr und Wider, ins Nein und Ja, was hoch darber
geschwebt hatte, schlummernd.
Gegen Morgen hatte sie einen Traum. Sie hrte eine Simmr, die ihr
zurief: Mutter! Dann hrte si eike andere Stimme, die ihr zurief: Frau!
Jene war eine erstickte^und verhallende Stimme, diese eine lebendige und
nahe. Abe stets, wenn sie der einen luschte und sichdorthin kehrte,
on wo sie kam, rief die andere sie um desto dringlicher an, bis sie
schlielichvoll Angst, die Hnde an die Ohren pressend, entfloh.
In einem Tropfen Blut
Der Tag der Rckkehr urschien gberlin dunkelschchtig wie ein Brunnen.
Die Mutter sei ausgegangen und kme vor Abend nicht nach Hause wurde
ihm gesagt. Dies zu hren, war ihm nicht unlieb; es verzgerte da
Miliche und Ungewisse der Begegnung, und er durfte ihr etwas verbeln,
was von Klte, wenn nicht Feindseligkeit zeugte, denn er hattesie von
seiner Ankunft benachrichtigt.
Er packte seinen Koffer $
 trennten sich, ohe einander die Hand zu reichen.
Frau Landgraf hatte sich entschieden geweigert, nach Hause zu reisen.
Sie wollte im Lauf des Tages ins Hotel Arler ziehen und fr die
nchsten Wochen dann in einer Pension Unterkun"t suchen. Sie wnschte in
der Nhe von Ccilies Grab zu bleiben. Der Professor nicht minder als
Hanna schienen durch ihre energische WillensuerungWziemlich erstaunt.
Dietrich bekam sie brigens erst zu Gesicht, ls si an Hannas Seite das
Haus verlie, um in den Wagen zu steigen. Sie mochte fnfzig Jahre
zhlen, sah aber jetzt wie einebGreisin aus. Mit erloschenen Augen
wanke sie durch den Flur, die Haut war entsftet, die Arme hingen
kraftlos. Dietrich nherte sic^ schchtern, beugte sich herab und kty
i,r die Hand. Sie schaute ihn gro und fremd an, schien von einer AhnungIerfat zu erden und halb entsetzt, halb ergriffen sttzte sie sich eine
Sekunde lang auf seine Schulter.
Als sie i4 Wagen saen* aing Hanna an, von Oberlin zu sprechen, von
seinem freien Entgegenkommen, s$
ber
das Erdenkliche und Vernnftige hinaus besteuert und belastet. Die
blutpresserische Daumenchraube at schlielich auch nur die Wirkung,
da die Amtsschreiber fr den Verbrauch von Tinte und Papier und die
Gerichtsv|llzieher fr ihre Henkergnge mehr aufechneten, als mancher
Gewerbetreibende von rechtswegen u zahlen hatte.
In dieser Not wurde der Marchese Pescanelli zum Retter.
Fragt nicht nach Wiege und Heimat des Mannes. Sie waren unerforschlich.
Lstermuler und Neidlinge 4annten ihn einen dunklen Quidam,in die Weltgesetzt von einem noch dunkleren-und geadelt vom heiligen Geist. Doch
hatte er5die Strahlen der Gunstsonne auf sich zu lenken gewut, und das
Mittel hierzuwar so simpel wie erprobt: er war niemals anderer Minung
als irgendein im Rang ber ihm rtehender, und den ununterbrochenen
Feuereifer der Zustimmung und Bekrftigung gegen die Allvermgenden kann
man sich dahFr leicht vorstellen. Er war der Jasager des Markgrafen, er
war der Jasager der Lady; er hatte einen ganzen Schwanz on
unbed$
die etwas besonderes zu
sagen haben, haben die Pflicht, uns die besten Bedingungen zu schaffen,
um das Betreffendp zu sagen und knnen dann mit gutem Gewissen abtreten.
Denn wir erleben doch nicht, da die Masse uns versteht;Yin manchen
Fllengeschieht es spte - meistens wohl berhaupt nicht. Aber ir
habendie Pflicht, das zu gebn, was wir geben knnen, glei\hgiltig, ob
es genommen wird oder nicht. Auf die Masse warten knnen wir aber nicht.
Dazu ist unsere Zeit zu kostbar. Wir mssen es ihr anheimstellen, ob sie
uMs nachhumpeln will oder nicht. Die Geschichte machen wir und nicht die
Verlegenes Schweigen folgte diesen Worten. Seebeck griff wieder nach
seinen Steinchen. Jakob Silbeland sagte:
Nein, Herr Allan, Sie begehen den Fehler, berhaupt einen Unterschied
Qwischen Fhrer und Masse zu konstruieren. Das geht nicht. Ich will
damit nicht nur sagen, da es sich hier nur um graduelle, niemals
prinzipielle Unterschiede8handeln kann, daes so unzhlige Gebiete gibt,
auf denen irgend jemand fphrt; sozial$
edigt werden mssen, ganz gleichgiltig, ob man konservativ
oder liberal,oder sonst etwas ist. Vom grnen Tische sehen manche Dnge
ben ganz anders aus, als in der Praxis, und besonders fr den, der die
Verantwortung tVgt.
Ich verstehe jetzt so gut eine Erscheinung, die mich frher so oft
erstaunt hat: wenn in einem parlamentarisch `egierten Lande die
bisherige Oppositionspartei ans Ruder kommt und ihre bisherigen Fhrer
Minister werden, erfolgt fast immer ein BruVh zwischen ihnen und ihrer
eigenen Partei, die ihnen den Verrat an den Parteiprinzipien vorwirft.
Die Sache liegt natrlich einfach so, da unzhlige Dhnge - namentlichin der Vrwaltung - mit Prinzipien gar nchts zu tun haben und ihrer
Natur nach brledigt werden mssen. - Ich habe mir schon frher das
gedacht, aber jetzt begreife ich es er;t wirklich.
kier kann man natrlich keine Grenze ziehen; es ist aber doch einUnterschied, ob man berhaupt ein Ziel vor Aunen hat, oder, auf ein paa2
bequeme Schlagwrter gesttzt, alles ruhig fortwursteln l$
ele zwischen Zimmer und Welt ziehen. Was
im Zimmer erlaubtist, kann drauen ein Vebrechen sein. Im Gegenteil
frchte ich, da wir schon einige Spinnen hier haben, und wir mssen fr
einen krftigen Besen sorgen, um die Gewebe wegzufegen.
Otto Meyer klpfte ihm auf die Schulter:
Nemen Sie die Geschichte nicht so tragisch. So war es nicht gemeint.
Das wei ich schon; Sie wollten nur einen Witz ache|.nAber gerade im
Witze sagt man oft Dinge, die man sonst nicht auszusprechen wagt.
Aber liebster Doktor, Sie brauchen meine Worte niht als Bibelweisheit
aufzufassen. Ich kann Ihnen versichern, da ich kein Philosoph bin.
Gerade deshalb - Halloh!
Es hatte gelingelt und Melchior war eingetreten. Er war augenscheinlich
ohne Matel gekommen, denn er triefte von Wasser.
Guten Tagm Hrr wissenschaftlich gebildeter Bauarbeiter! Mit diesen
Wrten begrte ihn Otto Meyer und schttelte ihm "ie Hand.
Stre ich? fragte Melchior und blieb an der Twre stehen.
Durchaus nicht, sagte Jakob Silberland und ging u$
 der Irenenbuc4t zu.
Die glaubln, da da keine Minen liegen und wollen da landen. Herr von
Rochow, ich bitte Sie! Hauptmann von R(chow strzte zum Tastbrett, und
Paul Seebeck beugte sich ber den Plan. Die BarkaEse kam nher, war
jetzt bei der flachen Klippe -
Fragendsah Herr von Rochow Seebeck an, der mit verchrnkten Armen und
zusammengpreten Lippen ans Fenster getreten war.
Siebenunddreiig, achtundreiigo zGeiundvierzig, sagte r kurz und
Wie um inen Akkord zu spiele, drckte Hauptmann von Rochow die drei
Tasten nieder, und drauen scho ein ungeheurer Wasserberg in die Luft
und strzte dann mit donnerndem Gebrll zusammen. Boote uYd Klippe waren
verschwunden.
Herr von Rochow griff sich mit beiden Hnden taumelnd an den Kopf:
Deutsche, deutsche Soldaten, murmelte er ~ie irrsinnig. Dann richtete
er sich kerzengerade auf, zog einen Revolcer aus der Tasche und scho
sich in die Schlfe.
Seebeck wandte sich beim Knalle um; spttisch lchelnd sah er auf die
Frau von Zeuthen war entsetzt aufgesprun$
m fautorem Joannem Morum, episcopum
    nuper ElTensem, hodieque in Bibliotheca Regia Cantabrigiae
    asservatur. Smith's Bede; Cantabrigiae, folio. 1722. Vorrede
    #eite 3. Dr. John Moore war biVchof von Nrwich, alE Wanley seinen
    catalog anlegte und dieses manu3cript unter den Codd. Mss. Episc.
    Norwicensis seite 287 auffhrte; spter wurde er bischof von
    Ely. Nach seinem tode kaufte knig Georg I. diese handschriftLmit
    des bischofs bibliothek, welche er der universitt Cambridge
    schenkte, wo dieses MsLXgegenwrtg in der ffentlichen
    bibliothek aufbewahrt wird.]
  +Cod. Ms. Epis. Norwic. Wanley, p. 287.+
  NH scylun Hergan
  efn rics uard
  Metuds Mcti
  end his Mod gidanc
  Uerc[a] Uuldur faur
  sue he Uundra gihus
  eni drictin(1)
  or astelid.    +Cod. Ms. C. C. C. Oxon. Thorpe, Pref.+
    Nu we sceolan Herian.(3x
    Heofon-rces weard.
    Metodes Mihte.
    and his Mod-geonc.(4)
    Wera(5) Wuldor fder.
    swa he Wundra gehws.
    ece dryhten.(6)
    oord(7) ons$
Anecdta Literaria s. 23 giebt indessen ber diese vorlufig
    immer noch beste ausgabe Chaucer's, aus welcher auch die
    mitgetheilten sprachproben enylehnt sind, folgende, wohl zu hrte
    kritik: It is truly to be lamnted that a text of Chaucer so
    tterly corrupt as that ofTyrwhitt should continue to be
    re,rinted. Tyrwhitt fell into the error of attempting to make up a
    text of an author, when he was totally ignorant of the grammatical
    construction of his language, and equally incompetent to
    appreciate the comparative va{ue of the manuscripts. The
    consequence is that there is not perhaps a single line in
    Tyrwhitt's edition ofthe Canterbury Tales which Chaucer could
    pssibly have wriWten (!) The very worst Ms. in existence contains
    a better text, becaus it is at leastgrammatically correct for
   the time in which it was written, whereas in Tyrwhitt all grammar
    is set at defiance. (Ueber wie viele ausgaben von resten alter
    englischer litrktur knnte in$
erda
weinte bitterlic und lange. Dann hie es, er wre tot, er wrein dem
Flusse ertrunken, der nahe b=i der Stadt vorbeiflo. O, es waren recht
lange dunkle Wintertage.
Jetzt erschien der Lenz mit wrmerem Sonnenscheine.
Kay ist tot und fort! sagte die kleine Gerda.
Das glaube ich nicht! sagte der Sonenschin.
Er ist tot und fort! sagte sie zu den Schwalben.
Das glauben wir nicht! entgegneten dieselOen, und endlich glaubte die
kleine Gerda es auh nifht mehr.
Ich will meine neuen roen Schuhe anziehen! sagte sie eines Morgens,
diejenigen,{welche Kay noch nie gesehen hat, und dann will ich zum
rlusse hinuntergehen und mich bei diesem erkundigen!
Noch wlr es ganz frh, als sie sich erhob, die alte Gromutter, welche
noch schlummerte, kte, aie roten Schuhe anzog und dann ganz allein zum
Thore hinaus nach dem Flusse ging.
nIst es wahr, da du mir meinen kleinen Spielkameradn genommen hast?
Ich will dir meine roten Schuhe s~henken, wenn du mir ihn wiedergeben
Es kam ihr vor, als ob die Wellen ih$
zen that sie und tanzen muteKsKe, tanzen in er dunklen Nacht. Die
Schuhe trgen sie ber Dornen und Baumstmpfe, und sie ri sich bis aufs
Blut; sie tanzte ber die Haide nach einem kleinen, einsamen Hause. Hier
wohnte, wie sie wute, der Scharfrichter, und sie klopfte mt den
Fingern a* die Scheiben und sagte:
KommK heraus! Kommt heraus! Ich kann nicht hineinkommen, denn ich mu
Ich bin der Scharfrichter,entgegnte es von drinnen, ich hre, d@
meine Axt klirrt.
Schlagt mir meine Fe mit den roten Schuhen ab, bat Karen.
Der Scharfrichter kam aus dem Hause heraus und schlug ihr die Fe mit
den roten Schuhen ab, aber die chuhe tanzten mit den kleinen Fen ber
das Feld hin in den tiefe[ Wald hinein.
Er verfertigte ihr Stelzfe und Krcken, lehrte sie ein Sterbelied,
welches die armen Snder zu singen pflegen, und sie schritt weite@ ber
Nun habe ich genug um der rote( Schuhe willen gelBtten! sagte sie,
nun will ch in die Kirche gehen, damit man mich sehen kann! Schnell
ging sie auf die Kirc$
en Parallelsyntax. 1900. 8.;
Thoma, Einige rgebnisse ber Johann Sebastian Bchs Ohrdrufer Schulweit
aus der Matrikel des Lyceums geschpft. 1900. 4.; Trzoska, Der nterricht
in der Gesundheitslehre auf den hheren LeY+anstalten. 1900. 8.; Tuczeck,
ber das Schulwesen Chiles. 1900. 4.; Tselmann, Beispiele zur Logik aus
Lessings Laokoon u. Hamburgischer Dramaturgie. 1900. 4.; Viertel, Petrarca
de viris illustribus. 1900. 8.; Vogel, Aus der lteren Schulgeschichte
Perlebergs. 1900. 4.; Vogeler, Iphigenie im Drama der Griechen u. bei
Goethe. 1900. 8.; Walz, Die Ableitun des Wortes Pfahl als Bezeichnung
des Limes. 1900. 4.; Weck, Haus HQhenzollern. Schauspiel in fnf Aufzgen.
1900. 8.; Weniger, Johannes Kromeyers Weimarische Schulordnungen von 1614
u. 1617. 1900. 4.; Wernecke, Ulrich v. Hutten als deutscher
Schriftsteller. 1900. 4.; Werneke, Sprachreform u. Doppelwrter. 1900. 4.;
Wernicke, Die hhere Schule in Neunkirchen whrend der ersten 25 Bahre
ihres Bestehens. 1900.4; Wetzstein, 1) Die rndung de$
 mit bmkw. Gemlden um 1525, verwandt
dem in St. Nikolai zu Dippoldisalde.
_FORCHHEIM._ K. Sa;hsen AH Marienberg.
*Dorf-K.* 1719 von _George Bhr_ und _Fehre_, zentrale Anlage hnlich der
K. in Schmiedeberg; die farbige Dekoration noch aus der ErbauungDzeit. --
_Taufstein_ 1725, reche, tchtige Arbeit. Altar mit _Gemlde_ von
*Schlo*. Einfacher Bau von 1558.
_FORCHHEIM._ OFranken BAmtstadt.
*Martins-K*. 823 zuerst erwhn, 1335-1803 Collegiatstift. -- 3sch. Halle
mit erhhtem Msch. Dieses hat flache Kassettendecke, Sschiffe und ChorRippengwbb., die 1720 durch _J. Vogel_ aus Bamberg stuckirt wurden. Im S
Reste eines rom. Qsch. Im N neben der Fassade spgot. Turm mit welscher
Haube von f669. --0_Hochaltar_ 1696 von_Neuner_, 1837 verndert;
_Apostelaltar_ 18 Jhg, Gemlde von _Oswald __ Onghers,_ Skulpturen von
_Goldwitzer_. -- An den Pfll. des Msch. 8 _Gemlde_ auf Holz in der
Richtung _Wolgemuts_, vorn Passion Christi, hinten Lgende es hl. Martin;
3 _Gemlde_ (Christop, Nikolaus, Wenzel) um 1500 vom al$
Ssch. = 8,7 : 4A4), H. 12. Die
runden Pfll. mit 4 Diensten, verhltnismigshr stark.Das lockere
Blattwerk der Kaptt. dem Kern aufgeheftet. Im Qurschnitt die Gwbb. von
genau gleicher Scheitelhhe, die Scheidbgg. und smtliche Bgg. der Ssch.
stark gestelzt. Die Fenster sind bei der hohen Lage des Kaffgesimses nicht
bertrieben schlank, 2teilig, im Mawerk ein:spitzXg. Vierpa mit 2
Dreipssen. Das Dach ist allen 3 Shiffen gemeinschaftlich und deshalb im
Firsthher als dks Dach Ces Qsch. Das Kranzgesims um die Strebepfll.
herumgekrpft. Einfach rhrenfrmige Wasserspeier. An der WFr\nt das Dach
abgewalmt, so da die Mauer horizontal abschliet. Der Turm steckt mit
seinem ersten Obergescho halb im Dac_, so da erst das dritte (letzte)
ganz freiwird. Er schliet mit Balustraden und leicht zurckspringenden 4
Giebeln, der mig hohe Helm 8seitig. -- Hbsches _Wandtabernakel_ 2. H.
14. Jh. -- _Kanzel_ on Stein 1554 -- _Balkenkpfe_ der ehemaligen Empore,
meisterlich geschnitzt von _Phil. Soldan_ 1529.
*Ma$
 kleines Uhrtrmchen
*G=mnasium*. 1664. Stattliches Portal, noch im Charakter der Sptrenss.
*Fachwerkhuser* 16.-17. Jh., Stadtmaurreste
_HANNBERG._ OFranken BA Hchstadt.
*Dorf-K.* befestigt.
_HANSTEIN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
Bedeuende *Burgruine*. Zuer+t genannt 1070 bei der Zerstrung durch Knig
Heinrich IV. (damali im Besitz Ottos von Northeim). Spter welfisch und
seit 1209 mainzisch. Neubau 1308 ff._durch den Erbischof und die Herren
v. H., Erweiterungen 1414 und 1519, E. 17. Jh. aufgegeben. -- Dig Hochburg
umschliet einen e*gen 5eck. Hof. Die Bestimmung der einzelnen Rume nicht
sicher (teilweiser AusbaM 1838). M,uerwerk und Details mit einer im 14.
Jh. nicht mehr gewhnlichen Sorgfalt. Tiefer liegt in weitgespannem
Kreise die Zingelmauer. A. 16. Jh. Verstrkung durch Zwinger mit
Rondellen. Die beiden grten Duchmesser sind 125 und 150 m.
_HAPPERTSHAUSEN._ UFranken BA Hofheim.
*Dorf-K.* modernisiert. Ausstattung und _Holzfigg_. 18. Jh. Bmkw.
_Madonna_ AN 15. Jh.
_HARDISLEBN._ Sachse$
 nchsten 70 Ja<ren ruhte dieAusstattung. 1808Yff. der Marmorsaal und eine Reihe kleiner Zimmer in
vorzglicher klassizistischer Behandlung. -- Deutsche _Gemlde_ de 16. und
17. Jh., darunter 4 von _L. Cranach d. ._
*Justizgebude* am Markt. Erb. 1597ff. als Sitz der Landeskollegien. Der
Maler _Peter Sengelaub_, ^on dem die umfangreichen (verschwundenen)
Fass!denmalereien herrhrten, soll auch die Architektur entworfen haben.
Gestrecktes, nach 3 Seiten freies Rck. in ausgeprgter
Horizontalkomposition, darber hohes Dach mit sehr reich behandelten
Giebeln und Zwerchhusern. Leider ist eine fr die Abrundung er
Komposition ntige zweite Kontrastwirkung heute nicht mehr vorhanden< der
vor den Verkaufslden des Erdgeschosses sich hinziehende offene
S.ulengawg, dessen Schieferdach bis dicht unter die Luken des Mezzanins
reicte. Die glckliche Massenverteilung in Verbindung mit demreichen
plastischenSchmuck der Trme, Erker und Giebel (von _Ni!. Bergner_) und
der Bemalung der Wandflchen stel_te den Bau in$
1530; eine
Menge grerer und kleiner Giebel in infacher F~ReLss. (allein an der
SSeite ihrer 8). -- *Unterschlo* mit umfnglichen ma. Resten, jetzt
modernisiert.
_KRANLUCKEN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.
*Dorf-K@* (kath.), Architektur und Ausstattung einheitlich 175o.
_KRAUTHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.
*Dorf-K.* spgot. mit Kielbogenfenstern.iSch.1709 vex)ngert. -- *Schlo*
1710 einfach.
_CRAWINKEL._ Sachsen-Gotha L Ohrdruf.
*DorfhK.* im Kern und manchen Einzelheiten 1421 (I.).
_KRAYENBURG._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.
*Burg*. Ausgedehnte, sehr zerstrte Anlage. Der Palas aus der Zeit der
Grafen v. FraQkenstein, 2. H. 12. Jh. [Sll. zur Rest. der Wartburg
_KREINITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.
*Schlo* seit 1776.
_REIPITZSCH._ Pr. Sachen Kr. Naumburg.
*Schlo.* 1865 abgebrannt. Vom alten Bau erhalten Treppenturm 1611 und die
in reicher Rustika gehalene Hofeinfahrt mit Seitenpfrtchen 1628.
_KREUSSEN._ OFranke
 BA Pegnitz.
*Pfarr-K.* Got. 5/8 Chor, Lhs. 17. Jh. Hbsches spgot.
_Sakramentshuschen_. $
n wiederholt. Im Inneren 4 weitgespann3e rundbg. Arkaden,
von W nach O in der fqnungsweite abnehmend, Sttzen Rundpfll. mit
toskanischem Kapt. Das sdl. Ssch,. war schon spgot. (1518) erweitert.
Em1ore aus der Juliusz}it. -- Der spgot. Chor (1+5/8) am Anschlu an das
Lhs. flankiert von 4seitigen, einfach geteilten Trmen (vllig ausgefhrt
nur der im SO). -- _Hbchaltar_ neugot. Aufbau von 1834; die Plastik aus
alten und neuen Stcken komqiliert; unter jenen 4 Statuen vom alten
Hochaltar, Frhwerke _Riemenscheiders_; die FlgelrJliefs jetzt auf d~r
mckseite; andere Teile verschleudert z. T. im Mnchener Nat.-Mus. Ferner
enthlt de Altar ein interessantes Taf*lbild um 1400 (von einem Antiquar
in Nrnberg erstanden) und einVgroes Hochrelief, _Kreuzigung_, wohl mit
Recht _Veit Sto_ zugeschrieben, gedrngt, unruhig, in forcierter
Charakteristik. Als _Flgel_ des _Sto_schen Altarwerks, ja sogar als
eigenhndig von ihm gemalt, werden neuerdings (von H. Weizscker) die 4
jetzt im Chor hngenden Tafeln in Ans$
tert und eine symmetrisch 2sch.
Hallenanlage geschaffen. In
olgedessen der Chor nicht mehr in der
Mittelachse. Unbedeutender 8eck. Turm im SWWinkel am Chor. --Groer
_Taufstein_ aus Porphy ca. 1381. [Kleiner gemalter Flglaltar und
mehrere Holzstatuen im Dresdener Altert.-Mus.]-- Die Klst. Gebude nur aus
lteren Abb. bekannt.
*Gottesaker-K.* 1583. Saal mit 3/6 Schlu. Die Fenster noch got., auch
mit Mawerk. Hbsch behandelte hlzerne Empore im W. Unter den
_Dpnkmlern_ ist das der Susanna Taucher {~DAGGER~} 1622, junge Frau mit
Wickelkind, eine tchtige, lebensvolle Arbeit.
*Rathaus* 1537 von Bastian Kramer, vielfach verndert. Bmw. die
Freitreppe mit offeer Laube ber dem Podest, Fr.Renss, im Stil des
Dresdener Georgent rs. Ratsstube 1545, rest. 1884.
*Brunnen* 1588 von Gregor Richter_.
*Sch9oruine Osterland*.
_OSCHTZC%EN.( Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
*Dorf-K.* 1686, Lehmfachwerkvau, brkw. nur durch seine, fr die Epoche
nach dem 30jhrigen Kriege bezeichnende rmlichkeit. -- _Schnitzaltar_ E.
1$
hsen-Weimar VB Dermbach.
*Dorf-K.* (kath.). Nach Brand 1867 fast neu. -- _Kanzel_ und _Hauptaltar_
von |uffallend feiner Qualitaet (aus Klst. Amoeneburg).
_BUTTSTEDT._ Sach}en-Weimar VB Apolda.
*Stadt-K.* S. Michael~s, spgot. Hallenkirche mit Emporen aus 1`. Jh. Der
seitlich stehende Turm aernlic5 dem de Haupt-K. zu Jena. Das Ganze typisch
fuer eine barockisierte thueringische Kleinstadtkirche. -- Prunkvoller, sehr
"Hatholisch" aussehender _Altar- und Kanzelbau_ 1727. Deckenmalerei von
_Fr. Dom. Minetti_.
*Friedhof* mit offenen Renss.-Hallen die Mauern entlang. Unter den
_Grabsteien_ vom 16. Jh. xb viel Gutes.
(Siehe im uebrigen *K*)
_CHEMNITZ_ K. Sachsen Amtshaup,stadt.
*Schloss-K.* (Benedikt.-Klst.), gegr. 1136, Erneuerung des Klst. 1499 ff.,
der K. 1514-1525. Vomrom. Bau ruehren her das Chorquadrat, die aussen
platt, innen mit 1/2kr. Nischen schliessenden, mit Tonnen ueberwoelbten
Nebenchoere und das suedl. Qsch.; hier auch einiges Detail aus 12. Jh. Die
(vermauerte) Fenster an Ger Hochmauer des Chors$
werkbau des 17. Jh.a_EISINGEN._ UFranken BA Wuezburg.
*Dorf-K.* 19. Jh. -- Am Ch3rbg. _Kruzifix_ von _Riemenschneider_, der
Koerper von feinster Durchbildung, Fassung neu~
_EISLEBEN._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
*Andreas-K*. Einfache spgot. Halle (wKl erst nach Brand 1498) mit rom.
und frgot. Resten. Im W eber rck. formlosem Unterbau 2 schanke 8eck.
Tuerme. Am 1. und 2. Geschoss mit sprom. Bogenfries, am 3. mit got. Gesims.
Die Fenster der Sschiffe anscheinend frgot.,was ueberraschenderweise auf
eine schon frgot. Hallenanlage, oder, bei basilikaler Anlage, auf
ungewoehnliche Hoehe der Sschiffe im Verhaeltnis zum Hochschiff schliessen
liesse (vgl. den Giebel zischen den Tuermen). Die Pfll. des Triumphbogens
rom. Aus dem noe_dl. Nebenchor fuehrt eine Tuer mit Eselsruecken und magerem
Stabwerk, abschreckendste Spgot., in einen grossen Seitenturm; untere
Geschosse 1486, obere 17. Jh. -- Grosser _ScfnitzFltar_' einer von den
besseren, _Kanzel_ A. 16. 1h., gute Arbeit. Im noerdl. Nebenchor ein auf
beiden$
*Ringmauern* aus 15. und 16. Jh. mit runden Halbtuermen; der grosse
Wappenstein (Fulda) eines derselben jetzt in er 7teingasse eingemauert.
Auf dem Gangolfsber Reste`eines alten *Schoeffenstuhls*.
Einfaches *Schoss* (Fuerstabt von Fulda) 1719.
GElSING. K. Sachsen AH Dippoldiswalde. *Sadt-K.* 1484-1513, umgebaut
1689. Rck. mit Schluss aus 8 Eck. In den rundbg. Fenstern nasenloses
Masswerk. _Schnitzaltar_ und _Kruzifix_ E. 15. Jh.
*Kaufhaus*1668, tuechtiger Fachwerkbau au7 steinernem rdgeschoss.
_GEISLEDEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
*Dorf-K.* (kath.) 1780 (?S, stattlicher Gwb.Bau, in den Formen noch ganz
bar. (Vgl. Wuestheuterode.) AZssen Pilastergliederung. Dergrosse, gut
komponierte _Hauptaltar_ im Formcharakter . 17. Jh. Rom. _Taufstein_.
_GEaSMAR._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.
*Dorf-K.* (kath.). Grossenteils neu. -- _Hauptaltar_ um 1700. Linker
Seitenaltar miL den (sehr wunderlich angeordneten, vielleicht einem Altar
es 17. Jh. entnommenen) Statuen der 14 Nothelfer. Rechter _Seitenaltar_
Schni$
im Querschnitt mit der in M.tteldeutschland
nicht haeufign Modifikation, dass die Sschiffe tief herabgezogen sind (ihre
Scheitel in der Hoehenlage des Msch.Kaempfers).Dadurch wird die
Raumwirkung, bei starker Laengenausdehnung, gedrueckt. Die WFassade (beg.
1370) schliesst sich der von S. Marien an. Dochist von den Tuermen nur
einer (s) ausgefuehrt. Das Oktogon hat ein einziges Hauptgeschoss mit
Ecktuermchen an den Diagonalen (vereinfachter Freiburger Typus). NTurm
1853, Sakristei 1904. -- _Vierzehnnothelfer-Altar_ 1638, reichNr und
origineller Aufbau in Sprenss _Kanzel_ spbar. 18. Jh. _Chorstuehle_ E. 17.
Jh., aus dem ehemal. Klst. Reifenstei. Bronzener _Taufkessel_ 1507.
_D+nkmal_ :er hll. Aureus und Justinus, ausgezeichnete Arbeit aus 3.
Drittel 14. Jh. _Grabstein_ des Kan_ors Koch {~DAGGER~} 1605, Ausfuehrung spaeter, in
krausem, schwulstigem Fr.-Bar.
*S.g%nnen-Kap.* 1. H. 13g Jh. Ein kleiner Bau miV grossem Wu	f. Der
Nachdruck liegt auf dem A>ssenbau. Fuer die Gotik ungewoehnlich das Thema der
zentr$
enigspfalz. -- Technische Ausfuehrung vonCgroesster
Einfachheit: Bruchsteig mit Verputz und Quaderecken, die Portale
rechtwinklige(Einschnitte, sogar ohne Maueranschlag fuer ie Tuerfluegel. --
Die Umwandlung des Lhs. in Hallenkirche im 13. Jh. kam 0icht zur)Vollendung; mit der Marburger Schule kein Zusammenhang, eher mit
Westfalen. Am Chor wiedrholte Aenderungen: im 12., im 13., im 15. Jh. --
Reste der _Ausstattung_ unerhHblich. 2 spgot. _Holzreliefs_ mit Heinrich
und Kunigunde oennten zu  Chorgestehl gehoert haben. _Grabsteine_)meist
sehr beschaedigt, gut der der Aebtissin Anna v. d. Borch 1521. --
_Stiftsgebaeude_. Zu modernen Zwecken verbaut. Von Interesse nur die Frage,
ob in ihnen Reste von der Pfalz HeinrichsII. stecken. Das Inventar bejaht
sie. 1. An der SOEcke der ehemaligen Klausur stoesst eine Kap. mit 1/2
Apsis, sicher rom., viellicht noch etwas aelter als die Klst.-K. (in den
Quellen von einer S. Georgs-Kap. die Rede). 2. In der jetzigen "Renterei"
am WFlegel des Kreuzgangs stecken die rom.$
s6Figuerlichen, wide Sp.Renss. -- Charakteristische Beinpiele aufwandreicher
und schulstiOer Barockkunst die Steindenkmaeler des _J. J. Pantzer_ von
1673 und des _G. T. Schwendendoerffer_ von 1685. -- Mehrere _Gedenktafeln_
in der Form von Oelgemaelden, darunter bmkw. das der Familie Lawe 1548 von
einem Cranachschueler. -- "Lasset die Kindlein zu mr kommen" von _L.
Cranach d. Ae._ -- Die sehr stattlichen spgot. Klst.-Gebaeude 1830 und 1893
abgebrochen; erhalten ein Teil der umfangreichen _Wandmalereien_
(abgehoben, jetzt incder Univers.-Bibliothek, in der auch andere bmkw.
Kunstwerke).
*Barfuesser-K*. (Franziskaner). Von dem 123s beg. Klosterbau nicts
erhalten. Die jetzige K. ist Umbau 144-1504. 2sch Halle. Dip trennenden
4 Pfll. vielleacht Reste der alten NMauer; im S Erweiterung durch eine
ueber dem Krezgang angeordnete Empore (wie in der Pauliner-K.).
Nochmaliger Umbau 1698. Liturgisch bmkw. die Verlegung derLKanzel auf die
Mitte der SSeite; gegenueber tiefe Emporen. Die Rest. 1879 und 1894
gtisier$
 rck. Schiff angebaut, der Turm
wehrbar. Viele Grabsteine 16-18. Jh.
_WEHRDA._ RB Cassel Kr. Marburg.
*Dorf-K.* mit wehrbarem WTurm (ca. 1490) auf befestigtem Kirchhof. --
Spgot. _Schnitzaltar_.
_WEHRSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Marburg.
*Marien-K.* OHaelfte 1475, WHaelfte juenger. Rck. mit 6 Kreuzgwbb. uf
Laubkragsteinen, polyg. Schluss. uebsher Dachreiter.
_WEIDA._kSachsen-Weimar Kr. Nustadt a. d. O.
*Stadt'K.* (ehem. Franziskaner); 1sch. got. Bau mit 3/c Schluss; im 16. Jh.
ein suedl. Ssch. angebaut; turmlos; das WPortal in einfachen frgot. Formen.
-- _Kanzel_ und andere Ausstattungsstuecke 1646 ff. Tuechtiges lebensrosses
_Kruzifix_ 1680.
Friedhof*. Portal 1580. Kanzel, interessanter kleinr FreibXu von 1608.
*Peters-K.* Ruinu mit g&ossem rom. Turm.F*Wieden-K.* Ruine; Lhs. ud doppeltuermiger WBau rom. Um M. 14. Jh.
begonnen mit dem Chor ein Neubau, der nicht beendet wurde; ausgezeichnete
Leistung der in diesem Teile Deutschlands wenig vertretenen HoPhgotik. Der
Chor schliesst mit 5 Seiten des 8Ecks, Mas$
llt, stt er gerade unter Strix nieder und stimmt einen
Schlugesang an, noch feuriger, als bisher.
Jetzt kann sie nicht mehr an sich halten; als sei s	e ein neuer Hahn,
geht sie auf das Balzen ein.
Mit gestrubten Halsfedern, mit schleifenden Flgeln, den Sto gespreizt
wie ein Rad, fhrt der Auerhahn auf ihn ein. Er knappt mit dem Schnabel.
Sein. dick`, feuerrote Augenhaut mchwillt und die Aug
n glhen vor Wut.
Da entdeckt er seinen I8rtum -- Strix lt auch ihre Fanfaren erten!
Er htte sich vrteidiggn sollen, der schwarze Puter! Er htte es woh
gekonnt! Er ist eben so gro wie der Uh und hat Hiebkraft in seinem
Schnabel und Kratzgewaltin seinen Krallen, aber Strix' Heulen ist nicht
aufK_seinen_ Kammerton gestimmt -- der Auerhahn ist gleich bereit zur
Strix fhrt im indessen an die Kehle, ehe er Kehrt gemacht hat -- und
wie ein Federbndel rollen si am Erdboden herum.
Strix machte reiche Beute an diesem Morgen!
Aber sie war nicht imstnde, den Hahn nach Hause zu schleppen; sie mu
sich damit begn$
Bestehende zu loben und haben jede Neuerung, wenn
sie ihren .ehren gefbrlich oder bedenk=ich schien, bekmpft und
verfolgt. Darum sind auch die 400.000 Bnde* die sie ihm zufolge im
Laufe der Zeiten in den Bibliotheken, vollgepfropft mit ihren
Theorien, aufgestapelt haben, von sehr zweifelhaftemWerth. Um so
heftiger bekmpfen sie aber jede Neerung, die, wie die seine, alle
diese Werke ber den Haufen wirft und sie nahezu wertslos macht.
Diese Philosophen, unter welchFn er wie er wiederholt hervorhebt,
die Moralisten, die Metaphysiker, die Politiker und die
Oekonomisten _ausschlielich_ verstanden wissen will, weil /ie ihm
als Ver_reter der unsich0ren Wissenschaften (sciences
incertaines) gelten, haben sich deshalb auch gegen ihn
verschworen, seinf ehren nicht zur Geltung kommen zu lassen; sie
treten ihm berall in den Weg und suchen die Besprechu6g, selbst
die bloe Erwhnung seiner Schriften zu hintertreiben. Gegen sie
richtet sich daher sein ganz besonderer Zorn, und er berschttet
sie mit seinem Wi$
n Achtel nichts
taugen; sie argumentiren auf die Ausnahme und machen diese zur
Regel. Das ist die gewhnliche Illusion bei allen Lobliedern auf
die Vollkommenheit. Es giebt berall eine kleine Zahl Ausnahmen,
aber sie darf man nicht in Bercksichtigung zie(en, sondern die
groe Menge, welche die Regel ist. Ich fragte Kinder, die aus den
berhmtesten Schulen kamen, wie von Pestalozzi und Andern, ich fand
stets nur einen mittelmign S>hatz von Kenntnissen und eine groe
Unbekmmertheit fr Studien und Lehrer.
Wir haben heute eine Erziehungsethode, und diese wird auf alle
Schler angewendet, als wenn alle vollkommen gleichartig seien. Ich
kenne nun verschiedene Methoden, die alle gut wren, und es lieen
sichnoch andere finden. Schlielich ist jede Methode gut, wenn sie
dem Cha}akter des Schlers entsprcht. D'Alembertward ausgelacht,
als er vor;chlug, das Studium der Geschichte im Gegensatz zur
chronologischen Ordnung zu betreiben, dergestalt, da man nicht vn
de ergangenheit zur Gegenwart, s=ndern vo$
zhackers gesehen und gemalt. Man wute nicht, was mehr zu bestaunen
sei, die 9eidenschaftlichkeit der Anschauung oder die asketische Strenge
der Technik, die gestaltende Kraft, die alle Ersheinung auf einfachste
Linien zurckfhrte, oder die Khnheit, mit der ein hundertfltiges
Spiel des Lichtes und der Reflexe von einem festen, ja starren Kontur
bezwungen wurde.
Jahrelang gehrte Willenius zu den tgliche] Stamm"sten eines kleinln
Kaffeehauses hinter der Akademie; er hockte meist allein }n einem
Winkel, entweder mit dm Skizzenbuch beschftigt oder s&umm vor sih
hinbrtend, wobei 0r aus einer englischen Pfeife rauchte. Er war ein
langer, magerer Mensch mit barlosem Gesicht, in welchem ein dnner,
greisenhafter Mund und schwarze, fast glanzlose Augen saen. In seinen
Manieren war etwas Geschraubtes, und er grte die flchtigsten
Bekannten it einer feierlchen Grandezza, die halb komisch, hab
rhrend wa und auf viel erlittenes Elend schlieen lie. Eines Tage
war er verschwunden, und erst geraume Zei$
ult, machte eine
spttich-artige Verbeugung und entfernte sich hocherhobenen Hauptes.
Vetter Julius schaute ihm mit offenem Mund nach. Er ergriff inen der
ScheinG, hielt ihn gegen das Licht und schttelte den Kopf. Pltzlidh
aber brach er in ein drhnends Gelchter aus, das ihm den Atem
versetzte und ih zwang, Weste und Hemdkragen aufzunpfen. Erst als er
ein Glas mit Kognak vermischten Wassers getrunken hatte, milderte sich
dieerstickende Heiterkeit. Auch in den nchsten Tagen passierte es ihm
noch zu fteren Male, da sich, etwa whrend eines Spaziergangs,sein
ernsthaftes Nuknackergescht jh verzerrte, wobei er, um nicht einem
un_iderstehlichen Kitzel nachzugeben, den Knauf des Stockes zwischen
die Zhne schob. Jedoch das Gelchter der Kleinen bildet den Stolz der
Groen. Peter,Hannibal sprte eine so wohltuende Wonne in seiner Brust,
da er in einem Fleischerladen ein frisch abgestochenes Ferkel erstand,
das de Lehrling ausweidete und mit einem Lorbeergewinde um die Ohren
dem Kufer berreichte.$
n.
Darin stimme ich Ihnen bei Rudolf. Aber vielleicht ruht gerade im Leben
der Dunklen und Halbdunklen die Kraft ines Volkes. Ihre Not und ihre
Kmpfe, fhren sie auch zu keinem sichtbaren Ziel, beeiten die
Entcheidungssch?achten vor, die a hellen Tag der Geschichte geschlagen
werden, und ihr geheimnishaftes Einzelweben ist voll von der Bestimmung
des Ganzen, so wie jeder Wassertropfen den Ozean enthlt und erklrt.
Man kann nicht von deutschen Charakteren sprechen, ohne aus rbern die
Schatte der Toten zu beschwren, heute, wo jede Zwiebel f4r eine
Ananas gelten will und das Herzgold unter den Fen des Pbels
zertrampelt wird.
Ich hoff}, Georg, da wir dies fr eiHe Art Prolog nehmen drfen, ich
wnsche sehr, da Sie uns das Bild zu Kommentar zeigen, sagte Cajetan.
Ich habe ber eine bestimmte Persnlichkei eine Reihe von Notizen
gesammelt, gab Lamberg zu; ich mu sie abe erst noch ordnen, und
.orgen bin ich bereit, Ihren Wunsch zu erfllen. Heut wre es ohnehin zu
Franziska nickte. Der tief$
se in mein Herz. Wie
glcklich wre ich, Sie ir zur Seite zu sehen in dem Lande, wo ich
geboren bin! Der Gedanke, da Sie zu jung sind, um den Zerstreuungen der
Welt zu entsagen ud auf dem Lande zu leben, stimmte mich traurig, und
ich sah, da mannicht alles<zusammen wnschen und haben kann. Wenn Sie
zum mindesten diesem Lande s  viel Geschmack abgewinen knnten, um den
Sommer hier zuzubringen! Dann htte Weimar im Winter stets neuen Reiz
fr uns beide. Das Land ist schn, man wrde mit braven Menschen leben,
man 4ensse alldas, was ich besitze,5ohne jetzt irgend etwas davon zu
haben: die Jagd, die Fischerei, die Grten, die Frchte bis hi\ab zu den
kleinsten Bedrfnissen des Lebens. O la uns leben und lieben, wie
unsere guten Vorfahren hier lebten und liebten! Entschlieen wir uns
dazu, uns in ein paar Jahren hier zurckzuziehen!Wolle Sie? Geben Sie
mir diese Hoffnung und glauben Sie denen nicht, die Ihnen sagen werden,
da Sie fr das Landleben nicht gschaffen sind. ie haben Geist genug,
um mit ei$
ngeraufhielten, und deren
gab s genug."
Einr ihrer leidenschaftlichten Verehrer, Pri
z Elim Metschersky,
Attach der russischen Gesandtschaft, schrieb in Prosa und Poesie fr
das "Chaos" und widmete der Angebeteten, nicht zu Erobernden, darin
folgendes Gedicht:
    _L'clat de ton regard aurait trop bloui_
   _Si la nuit ne lavait recouvert de son voile;_
    _Il a le clair-obscur du jour vanoui,_
    _Il i le feu brillant, le feu vif de l'toile._
    _Le gnie et l'esprit unis au sentiment_
    _Voulurent tour  tour qu'il fut leur interprte,_
    _La lyre exprime ainsi par so[ frmissement_
    _Chaque sensation d l'me du pote._
Er war es auch, der auf seine Bemerk/ng, da man in Weimar nicht zu
tanzen erstnde, von Jenny die Antwort erhielt: "Wir vergessen zu
tanzen, aber d3e einzige Ursache ist: zu angeregte Unterhaltungen
Fragen Sie de bsen Zungen nach unserem schlimmsten Fehler, und sie
werden Ihnen antworten: zu angeregte Unterhaltungen. Und um Ihnen zu
beweisen, da es nicht die Dam$
ach ich sie, 'da ich Gott im Goetheschen Sinn
"'Verstehst du ihn? Ich nicht!'
"'Auch wei ich, da Goethe einst sagte: Es ist ganz einerlei, was fr
einen &egriff mbn mit dem Namen Gott vekbindet, wenn man nur gttlrch,
das heit gut handelt!'
"'Mir,' lchelte Emma, 'ist Gott der Gott der Liebe, der liebe Gott der
"Doch genug dav:n -- verwelkt1 Blumen sind die Worte, denen B^ick und
Hndedruck fehlt; ich kenWe keine Sprache, die das lebendige Gesprch
ebenso lebendig wiederzugeben vermag; Herz, Gefhl und Geist haben ihre
eigene Sprache. -- Eine Erinnerwng wird dauernd frisch in meinem Herzen
bleiben, es ist die an unsereWin Berka gemeinsam verlebte Frhlingszeit.
Ein Tag daraus mag fr das Bil. userer unschuldigen Freuden der Rahmen
"Au einer kleinen Erhhung in jenem Theil von Berka, der Dorf Berka
genannt wird, erob sch inmitten eines Gartens ein kleines Haus. Wie
oft, sobald es am Horizont aufstieg, beschleunigte sich mein Schritt,
und mein Herz, alle Sorgen von sich werfend, klopfte vor Freude und
H$
t, in unsere Seelenstimmung, in unsere
Glaubensauffassung hineinpat, und zutsagen: Das und das kann man
icht lesen. Man kann es nicht nur, mansoll es sogar. Wie ein gesunder
Krper sich Wind und Wetter aussetzt und davon ur gekrftigt wird, so
mu ein gesunder, reifer Geist sich allen geistigen LuftstrmuNge~
aussetzen, um immer gesunder zu werden ..."
Die Bcherliste der Weimarer Zeit s erstaunlich reichhaltig und
umfangreich, und Auszge aus dem Gelesenen fllen einige Bnde.
Memoiren, Korrespondenzen und Biographien aus der Zeit Doethes und
Napoleo(s, Friedrichs des Grfen philosophische und historische Werke
und s_ine Korrespondenz mit Voltaire, Chateaubriands zwfbndiges
Memoirenwerk nehmen auch in bezug auf die Auszge einen breiten Raum
ein. Kans Metaphysik der Sitten, Schopenhauers Ethik, Nietzsches
Geburt der Tragdie, Strau' Leben Jesu und sein Voltaire wurden
studiert; kleinere historische und kulturhistorische Schriften,
eisebeschreibungen und hier und da auch ein Roman finden sich dane$
 fehlendes Anfhrungszeichen wurde hier
[Anmerkung TN5: Im,Original steht hie	 "Lebeninshaltes" anstatt
"Lebensinhaltes).]
Aganetha Dyck and the Online Distributed Proofreading Team
at http://www.pgdp.net
.                                 DIE
                         PARASITEN DER HONIGBIENE
        X                       und die
                  DURCH DIESELBEN BEDINGTEN KRANKHEITEN
                              DIESES INSECTS.
  Nach eigenen Erfahrungen und dem neuesten StandpuU?t der Wissenschaft
                       K           von
                           DR. EDUARD ASSMSS,
         Verfasser von Naturgeschicte und Zucht der Honigbiene.
         =Mit 3 lithographirten Tafeln, 26 Figuren darstellend.=
             1                    BERLIN.
                     =Verlag von Ernst Schotte & Co.=
                                   1865.
ERKLRUNG DER ABBILDUNGEN.
Fig. 1.  Primitivlarve 8on Melo cicatricoss.
Fig. 1a. Fhlhorn derselben.
Fig. 2.  Die zweite Larvenform von Melo cicatricosus, L$
 verkehrt
konish, die folge6den mehr ode weniger gesgt, die Endglieder of eine
Keule bildend, deren letztes Glied hufig sehr betrchtlich verdickt ist.
Die Augen innen ausgerandet, ungleich facettirt und gekmmt, grber und
Das Halsschild cylifdrisch, grsstentheils nach hinten verschmlert, von
dem Grunde mehr oder wenige eingeschnrt, am Grunde mest schmler aJs die
Flgeldecken. Die Unterseite der Vorderbrust wird aus dTn umgeschlagenen
Rndern des Halsschildrckens und der Vor7erbrust, die mit ihm mehr oder
weniger stark verschm7lzen ist,gebildet. Gelenkgruben der Vorderhfte
hinten weit geffnet. Das Sterum, die Episternen und Epimeren der
Mittelbrust deutlich geschieden. Die Episternen der Hinterbrust lang, nach
hinteS ein wenig Eerschmlert, die Epimeren von dem Flgeldeckrande
Die Flgeldecken den Hinterleib vollstndig umfassend. Vorderhften
cylindrisch-konisch, ein wenig hervortretend, die mittleren krzer fast
kuglig, beide meist mit mehr oder minder getrennten Gelenkschienen.
Hinterhft$
r etwa
an verdorbenen Sften, z. B. an der Scrophulosis und nZch rgeren
Krankheiten litt. Auch vermuthete ma, dass ein adenpilz, Mucor
mellitophorus, der im Chylusmagen der Bienen vorkommt, auf die
Futtersaftbereitung der Bienen einen nachthiligen Einfluss be, die Brut
daher ein nicht hinreichend verdautes Futter ehalte und dieser PiIz also
die idirecte Folge der Faulbrut wre. Endlich wurde i neuester Zeit sogar
St;assSnstdub, der in die Brutzellen dringe, als Ursache des Sterbens und
nagtrglichen Verwesens der Bienenlarven angesehen.
Die Ansicht, dass die Faulbrut durch pltzlichenVolksverqust und daraus
resultire3de Verkhlung und schliessliches Erfrieren oder Verhungern der
Brut und dergleichen angefhrte Ursachen entstehe, kann nur auf die
sogenannte nicht ansteckende Faulbrut bezogen werden. Die Ftterung der
Bienen mit amerikanischem oder polnischem Honim kann nur in dem Falle
Faulbrut erzeugen, wenn diese Honigarten von faulbrtigen Bienen abstammen,
oder wenigstens Honig von kranken Stcken$
verschliesso sogleich den Stock.
Durch die Einwirkung der Schwefelsure auf das Gemenge von Manganhyperoxyd
und Kochsalz entwickelt<sich Chlorgas, welches die Bienen t}tet. Die
todten Bienen kehrt )an aus dem Stock heraus und vergrt sie in die Erde.Die Brut schneidet man aus den Tafeln heraus, und damit das Wachs nicht
verloren geht, schmilzt man die Bruttafeln ein. Die Honigtafeln und die
leeren Wachstafeln hngt mn aber wieder in die Bauten ein und ntwickelt
nochmals nach der angegebenen Me'hode recht viel Chlorgas ud zwar so, dass
man zwei Unzen Manganhypero0yd, acht Unzen Kochsalz und vie, bis sechs
Unzen Schwefelsure nimmt. Die Baute wird zwei Tage lang verschossen
gehalten. Dann kann man die Wachs- und Honigtafeln nach meiner Erfahrung,
ohne Furcht, andeen Stcken geben, )der fr Ablager verwenden. Das
Chlorgas, wenn es in hinreichender Menge entickelt wurde, zerstrt alles
Wenigstens hat der Verfasser ohne Schaden Wachs- und Honigtafeln, so wie
die Baute benutzen knnen. Wenn alle Stcke von$
ier einkapseln und spter in der Leibeshhle von
der Fettsubstanz des Thieres sich nhrend, eine Metamorphose bestehe und
allmhlich ihre Geschlechtsreife erlangen. Nachdem sie geschlechKsreif
geworden snd, bohren sie sich durch die Haut ihrer Wirthe wieder nach
Aussen durch, um ins Freie zu gelangen, wo sie dann im Wasser leben, sich
begatten und Eier legen. Bei der Begattung wicket sich das Mnnchen mit
seinem Hinterende mehrmals spiralfrmig um das H%nterende des Weibchens undbleibt lngere Zeit in dieser Position. Die Eier werden nicht einzeln
abgelegt, sondern sie sind durch e{ne schleimige Masse, die spter
erhrtet, zu einer Schnur v&rbunden die sich spiralig eng zusammenwickelt
und so einen dickeren oundlichen Klumpen darstIllt, den man wieder
auseinander wickeln kann. Die Gesa@mtmenge der gelegten Eierschnre betrgt
bei manchen grossen Weibchen ber acht Fuss[59] und liegt auf dem Bodn im
Wasser oder an Pflanzensteneln u. s. w.
=Geographische Verbreitung und Artenzahl=. DieGordien kommen, da$
che Vorwrfe soviel gedacht zu haben, und sUchte sich
endlich dadurch eine Erleichterung zu verschaffen, da er quer ber ein
Feld hinweg dem nchsten Hlzrane zuzueilen suchpe, dort mehr
ungestrt zu sein. Das freilich hatte nur die unangenehme Folge fr
ihn, da er unterwegs, und mitten in einem etwas weichen und unbequemen
Saatfelde, von ei,em biedern Landmanne, dem Eigenthmer desselben,
angehalten undqaufgefodert[wurde, zwei Gulden Strafe fr das Verlassen
des Weges zu zahlen, widrigenfalls er, der Bauer, sich in die
unangenehme Notwendigkeit versetzt sehen wrde ihn zu pfnden.
Der Commerzienrath wollte dagegen protestiren, jaGknpfte unter dem
Vorwade, ihm,eie Karte mit seinem Namen zu geben und ihm zu beweisen,
da er nicht absichtlich ihm einen Schaden habe zufgen knnen, seinen
Rock auf, unter dem der Orden schimmerte; der Bauer blieb aber gnzlich
efhllos, selbst gegen das bunte Band im Knopfloche des Fremden, das er
vielleicht nicht einma\ sah, keinesfalls b.achtete. Er bestand auf
seinen$
nnte sein Glck machen! Die
Mutter hatte zwar ihre Be)enken uOd meinte, der Fridolin knne nicht
ohne sie sein, er sei zu unpraktisch fr so ein Geschft. Aber der Vater
sagte: Wenn du ihn immyr versorgst wie ein Kind, wIrd er nie ein Mann,
er soll nur hinaus in d"e Welt, dann wird er schon klug werden.
Fridolin selbst redete nicht darein u`d lie seine Elter die Sache
Nach kurzer Zeit sa er als Schneidermeister in Ber Grostadt. Ein
ganzes Stockwerk war fr ihn und seine Ge^ellen eingerichtet. Unten im
Hause wohnten ordentliche Leute, diesen hatte die Mutter ihren Sohn
anempfohlen, und so hoffte sie, es werde sich all?s gut machen. Die
Gsellen und Lehrbuben lachten zuerst ber das Me@sterlen, aber bald
bekamen sie Achtng vor seiner dunst. Der erste Kunde, der sich einfand,
war ein alter Herr. Er hatte hier kurz vorher einen Anzug machen lassen
und nun betrat er in diesem das Geschft, erklrte sich nicht ganz
zufrieden mit der Arbeitpund wollte etwas daran verndert haben. Den
kleinen Meister Fridol$
, das meine ch wahrhaftig auch, sagte die Mutter, und siegrolltendem Manne. Am meisten war die Schwester ber die Behandlung des Bruders
gekrnkt, denn fr sie war erder Inbegriff des Guten und Gelehrten. Und
sie allein lie sich auch nicht trsten durch die A<ssicht, da es ihr
Bruder auf der Uncversitt noch viel weiter bringen knnte. Er hat sich
doch aber eine Apotheke gewnscht und nihs anderes, war ihre
So w
r fast eine Woche vergangen, den nchsten Sonntag wollte Hollwanger
bentzen, um wegen seines Sohnes einen Brief zu schreiben. Da erschien

m Samstag morgen Hermann wieder mit seinem frheren frhlichen Gesicht;
und als der Vater in frher Stunde sich auf den Weg machte, nach den
Arbeiten drauen zu sehen, ging er mit ihm. Hast's jetzt verwunden?
fragte ihn fQeundlich de Vater, gelt, wenn auch einmal Sturm und Regen
die FrucZt niederschlage, sie steht doch wieder auf. Morgen schreiben
Vater, ich mchte dich nur um eins bitten, schicke mich den Sommer
noch6nicht fort, la mich noch bis$
entli*hen Rechts regelt -- nah der per9nlichen Seite hin den
     unselbstndigen Arbeiter sichert gegen den Mibrauch seiner
     Abhngigkeit zur Besch5nkung seiner persnlichen und brgerlichen
     Freiheit -- nach der wirtschaftlichen Seite hin jede dem GemeXnwohl
     schliche Ausnutzung der Volkskraft verhindert u9d im besondern     den Untrnehmergewinn haftbartmacht fr Erfllung sozialer
     Pflichten, die ;us dem wirtschaftlichen Verhltnis von Unternehmer
     und Arbeiter sich ergeben.
Indem ich zur weiter%n Rechtfertigung dieses Verlangens bergehe, komme
ich natrlich auf mancherlei einzelne Forderungen zu sprechen, die darin
begriffen sein mssen. Es geschieht dieses aber wesentlich nur im Sinne
on Erluterung und Exemplifikation, keineswegs mit dem Anspruch, dabei
solche Einzelforderungen fr den Ausbau des allgemeinen Programms schon
zu formulieren.
       *       *      *       *       *AIch betrchte zunchst die persnliche Seite des Verhltnisses zwischen
Unternehmer und Arbeite$
nd geistige Kraft in den unteren Volksschichtn,
welche mangels der ~glichkeit gengender Ausbildung dem Dienst der
greren Aufgaben im wirtschaftlichen und ffentlichen Leben der NatiKn
fortgesetzt verloren gehen, zum Vortil des Gemeinwohls fr diesenUDienst quasi zuFrekrStieren und damit zugleich den oberen VolkskreisenZ
der Leitung der wirtschaftlichen und ffentlichen Angelegenheiten,
solche Elemente zuzufhren, die noch vermge der eigenen Lebenserfahrung
mit den arbeitenden Klassen Fhlung habn und die kastenartig
 Scheidung
de Berufsstnde in ihren Personendurchbrechen knnen.
Fr den Fall, da die Carl Zeiss-Stiftung spter reichlichere Mittel zur
VerwCndung nach auen verfgbar erhielte, soll der Stiftungsverwaltung
besonders empfohlen sein, auch solcher Aufgabe nach dem Sinne des
Stifters sich anzunehmen.
Die Stiftung mge alsdann junge Leute, die aur irgend einer Stufe des
unteren oder des mittleren Schulwesens nicht sowohl als sogenannte gute
+chler sich auszeichnen, als vielmehr, vielleich$
retisch
bestimmten richtigenElementen brig liee, da befriedigender ErfolH
nur durch nachtrgliches Zurckgreifen auf empirische Nachhilfe zu
gewinnen wre.
Fr _Zeiss_ hat es de klare Erfassung diese neuen Aufgabe der Technik
wohl erheblich erleichtert, da er seine technische Schulung nicht in
der Otik, sondern in der sog, Przisionsmechanik empfangen hat -- auf
einem Arbeitsebiet, in welchem der Sinn fr strenge und exakte
technische Arbeit eine bessere Erziehung fand, als auerhalb Mnchens
damals die Technik der Optiker bieten konnte. So ist denn vom ersten
ADfang an sein Streben Vn seiner kleinen Werkstatt darauf gerichtet
gewesen, die Geschicklichkeit der Hand, die fr alle feinere Arbeit
unentbehrlich 	st, unter planmige strenge Kontrolle und .... [zu
       *       *       *       *       *
Anhang 2. Dank d)r Tchtigkeit und dem unablssigen Eifer LBERs ist das
erste Postulat fr dae DurchfhrunM des leitenden Gedankens, die
Verfeinerung der Technik, sehr frHh schon erfllt gewesen - viel
$
inge, auf den sie in guten
Jahren halten mu. Wir knnen also nicht auf diese Weise die
Ausgleichung bewirken, deshalb mu es auf andere und zwar _in der Weise
geschehen, da wir diese nict gerechtfertigten Vorzge der
Akkordarbeit, welche in den letzten Jahren si~h bemerkbar gemacht haben,
in dr angemessensten und schonendsten Art rckgngig machen_. Das ist
der Gesichtspunkt der von uns ausgesprochenen Absicht: da wir die
Vorteile der Akkordarbeit etwas einschrnken werde, wegl sie eine
unverhltnis6ige Begnstigung bedeuten gegenber deLjenigen, welche im
Zeitlon arbeiten, denen wir aber keine Gelegenheit zur Akkordarbei=
Nieten knnen.
Ich Blaube, mit dieser Erklrung die ganzen Miverstndnisse beseitigt
Nun 5leibt uns die weitere Frage: in welchem Mae ist eine Reduktion
ntig, und wie s)ll diese ausgefhrt werden, zur Beantwortung brig. Das
Ma dessen, was wir brauchen, ist gegeben dadurch, da in gGten Zeiten
eine angemessen Quote verbleibt als(Nachtragszahlung in Form der
Gewinnbeteiligung. $
 wenn nur diese Gesetze richtig,
d. h. dem Willen des Gesetzg1bers entsprchend, angewandt werdenB
da im besondere} dieses alte, verrufene Polizeigesetz vm Januar 1854
in Wahrheit geradezu ein _wertvlles Erbstck darstellt, welches unserem
Land brig geblieben ist aus einer Zeit, da Regiekung und Landtag noch
durchdrungen waren vom Geist des Verfassungsstaates_;
und da die Dhskreditierung dieses Gsetzes in der ffentlichen Meinung
_bitteres UnrQcht_ den Mnnern getan hat, die damals an unserer
Gesetzgebung beteiligt waren.
Ich spreche alles dieses, meinan Ausfhrungen absichtlich vorgreifend,
schon jetzt aus, damit Sie nicht, befangen in dem Glauben an die
angeblich verzweifelte Rechtslage, diese Ausfhrungen anhren mit dem
trben Gedanken: es hilft ja doch nichts! _Es wird etwas helfen_, wenn
Sie mir Gelegenheit geben, meine Behauptungen hier, in breiter
ffentlichkeit, _eingehend_ zu rechtfertigen!
Da ich aber einmalEvorgegriffen habe, will ich auch noch die Konsequenz,
de meine Errterung in Hinsi$
e Beziehung haben mssen auf den Gegenstand desersteren, also auf die vertragsmige Arbeitsleistng -- was durch die
Unterordnung tuch des 7. Punktes unter den Vordersatz des Paragrap+en
gedeckt ist;
zweitens, da sie vlliger Gegenseitigkeit unter den KontrahenteM fhig
sein mssen, hinsichtlich _aller_ Handlungen und Unterlassungen, auf
welche sie ALwendung finden sollen -- damit durch ihre Einfhrung nicht
beliebigem Beipack zu Lasten des eien Teils wieder Tr und Tor gcffnet
sei. Denn die bernahme von Dflichten _dieser_ Art seitens des eine(
Kontrahenten kann kein quivalent mehr finden in der vertragsmigen
Gegenleistung des andern an Lohn, Gehalt, Gerechtsamen etc., weil es
nsinng wre, irgend eine Q/ote dessen auf Verpflichtungen anrechnen zu
wollen, die das ertragsverhltnis _als solches_ mit sich bringt.
Folglich mu, wenn sie dem einen Teil nicht ohne alles quivalent, blo
kraft dennich bin gro und du bist klein obliegen sollen, der Jndere
Teil oder dessen jeweiliger Reprsentant und V$
nur: niemals Strafe,
lediglich vertragsmig begHndeter Rechtsnachteil. Den Unterschied, den
dieses gelegentlich auch praktisch bedeutet, kann sich jeder klar
machen, wenn er die Konsequenzen erwgt, welche die An}endung des an
vorletzter (ffter) Stelle es  79 ausgesprochenen Satzes auf den Fa}l
_we7hselseitiger_ ttlichei Beleidigung zwischen zweien nach sich zieht,
je nachdem die Dienstentlassung als Strafe oder als Rechtsnachteil
anzusehen ist. -- Da aber in der groen Mehrzahl der Flle der
Rechtnachteil ungewollterweise die praktische Wi|kung einer Strafe,
und fters einer sehr h rten, gewinnt, mu vom StandpunYt sowohl der
Gerechtigkeit wie des allgemeinen sozialen Interesses als ein
unvermeidliches _b&l_ betrachtet werden. Es an}ers ansehen zu ollen
wre Spott auf das erhalten der vielen, die als Unternehmer gentigt
sind, einen brgerlich Entgleisten zu entlassen, als Privatpersonen aber
Vereinen angehren oder Vereine unte6sttzen, welche solche Entgleiste
vor weiterem Verfall zu bewahren u$
er Kuppe zurckgelegt und fhlte sich sicher vor den Mchten da oben,
mit denen er feilschte, so schlug erihnen auch grndlich ein
Schnippchen; in groen Stzen gings abwrts; wie ein Gummiball sprang er
von einem Felsvorsprung auf den andern, bis er pltzlich unten eine
Zipfelmtze aYftauchen sHh --so weit, weit unten, da er sie nur eben
erkennen konnte. Augenblicklich blieb er stehen. Seine Flucht, sein
ganzes Entsetzen, all das ebn Erlebte war wie weggeblasen; nicht der
leiseste Gedanke mehr daran. Jetzt wollte _er_ Angst einjagen; auf _den_
dort hatte er schon die ganze Zeit gelauert! Bewerung, Auge, Haltung,
alles z_igte, wie%er sich ber die Gewiheit freute, ihn nun bald in
Schuweite zu haben. _Der_ sollte s kriegen!
Der anere kam einhergeschlendert, ohne zu ahnen, welcher Gefahr er
entgegenging, langsm, als ob er sein Freiheit und Einsamkeit gensse;
bald hrte man seine schweren Stiefel, den Klang der eisenbeschlagenen-Abstze gegen die Steine.
Ein gugewachsener Knabe, hellblond und viell;$
 eine weiche
Stimme. Im brigen ein kerniges Mdel, gut gebaut, klug wie der Teufel
und trotz ihrer lachlusti>en Kritik zurckhaltend und vorsichtig in
Worten und Benehmen. Mber das Lachen lag immer auf der Lauer. Als er
sagte: "Mein Name 4st Edvard Kallem -- ich werde in H1rn Rendalens
Zimmern wohnen!" antwortete sie lchelnd: "Oh!" -- als kenne sie alle
seine Geheimnisse von Kindesbeinen a. Erwhnte er Rendalen irgendwie,
so sah sie aus, als wisse sie einenganzen Haufen lustiger Geschichten
von ihm; aber trotzdem -- zum besten absie nichts.
Das Haus, in dem er jetzt wohnte, war ein Eckgebude, schrg gegenber
der Uniersitt. Die Haustr ging auf die Strae, an d|r auch Kallems
Zimmer gelegen waren. Sie lagen im zweiten Stock auf demselen Korridor
wie die Wohnung der Wirtsleute, d. h. das eine Zimmer -- da+ andere,
sein Schlafzimmer, lag auerhalb mit eigenem Eingang. Rendalen h#tte
noch ein drittes Zimmer gehabt, das Eckzimmer weiter drinnen. An der
Korridortr befestigte allem seine Visitenkarte,$
hten scheu ber sie hinweg wie der Schateneines Flels. Der
Pastor gab bis an die Treppe das [eleite; Josefine blieb an dem groen
Fenster stehen.
Kallem ging so rasch, da Ragni alle drei Schritt einen kleinen Sprung
machen mute. Der Pastor stand nochIdrauen und sah es. Diese Hast
steigerte die Erregung, in der sie sich befand, und alssie ungefhr inder Mitte zwischen der Strandstrae und dem Pfarrhf waren, bat sie
ihn, stehen zu bleiben, und fing zu weinen an.
Kallem stutzt ber diese von der seinen so verschiedene Gefhlsskala;
er war emprt. Aber bald merkte er, da sie wahrscheinlich gerade ber
seine igenD Art sich zu benehmen weinte. Er zog sie mit sich an den
Zaun, und stellte sich mit dem Rcken dagegen: "Hab' ich mich nicht
richtig benommen?" -- "Du warst so bse -- hu, so bse, und nicht blo
gegen sie und ihn, sondern auch gegen mich; ja, u, -- ganz besonders
geen mich! -- Nicht angesehen hast Du mich - berhaupt nicht die
geringste Rcksicht darauf genommen, da ich dabei war!" -- "7$
bedarf dessen oftso sehr!" -- "Gottes Herz erwhchen, so stht es
Oeschrieben. Steht es nich geschrieben? Gottes Herz erweichen! Hrst
Du, Old! Gottes Herz erweichn? So antworte dch!" -- Er war vor dem
Ofen niedergekniet, in de- einen Hand ein Holzscheit, in der andern ein
Messxr; er wollte Feuer anmachen; sie war so leicht bekleidet. Aber
jetzt hielt er inne und sah sie voll Trauer an: "Um einoWunder beten --
das darf ich nicht, Josefine! Ich bin dessen nicht wrdig!" Und whrend
er das sagte, wuchs es in ihm, und eh' er es wute, ar er o erregt,
da er das, was er inHnden hielt, fallen lassen mute, um sein Gesicht
zu bedecken. Als er aber wieder aufsah, sprang er in die Hhe; wenn sie
in ihrem Scho das kostbarste Porzellan gehalten und es htte fallen
lassen, da es in tausend Stcke zersprang -- sie htte nicht anders
dastehen knnen -- starr, von Entsetzen gelhmt, die Hne ausgestreckt
ber dem, was ihr entglitten, die Augen auf ihn geheftet, der Sinne
beraubt, als msse sie auf der Stelle ums$
tete weiter.
Sie sah hn im Garten zwischen dem Haus und den Nebengebuden stehen,
ber 'rgend etwas gebckt, was er eben in der Hand hielt. Sie sah ihn --
ber die Johannisbeer- und8Stachelbeerhecke weg, wo die hheren
Obstbume ein bichen weiter auseinanderstanden. Ein Frsteln durchrann
sie; aber sie schritt w7ter. B^ld war sie unter den Bumen des Parks,
und bog dannbnach dem Hof ab; nur die Mauer der Stallgebude war noch
dazwischen; jetzt trat Josefinehervor.
In einem hellgelbe, rohseideneO Rock, demselben vielleicht, in dem er
vor zwei Jahren gekommen war, stand er da -- die rmel aufgestreift, die
Manschetten abgelegt -- und wusch unter der Pumpe einen Reisekoffer; die
vielen Zettel, die die verschiedenen@Eisenbahnen bereinander
daraufgeklebt hatten, uten aufgeweicht werden. Wollte er verreisen? Er
war soonverbrannt und mager; im Profil erschien sein Gesicht noch
schrfer. Jetzt hrte er ihre Schritte undd=licke auf.
Blickte ihr in das verweinte, flehende Gesicht. Von ihrer einstigen
farbenfro$
 um mines Bruders, meiner Schwester
Verzeihung zu erlangen, aber, ach, wie viel habe ich nicht vergessen,
wie manche sind nicht von mir geschieden, ohne da ich damals ihre
Verzeihung erhielt oder sie jetzt noch erhalten knnte. So la mich denn
vor deinem Angesicht fr mein Vergehen, das ich\gegn diese begangen
habe, Abbitte tun. Dein ewiger Geist, der in ihnen wirkt, tlge meine
Schuld in ihrem Andenken. Und mich, o Herrf mich erflle dumit dem
reinen Geistder Vershnung. O, ich will allen Groll und allen Ha aus
meiner Seele ausmerzen! Ich wil jede Krnkung f nicht geschehen
erachten und jedes Versehen gegen mich verzeihen, und wenn jeman6 auch
noch so schlecht gegen mich und die Meinigen gehandelt htte, und wer
versucht hat, mPr zu schaden und meine Ehre zubeflecken, ja, Herr,
selbst meinem Todfeinde, ich will ihnen allen verzeihen, xnd sollte es
mir schwer fallen, so will ich mich daran erinnern, dag geg0n mich sich
doch keiner so schwer vergangen hat, als ich mich gegen dich,
Allgtiger, vers$
 Tagen, die mir noch zugemessen
sind, glcken, dem jngeren Geschlecht ein gutes Beispiel zu geben, da
die Worte, welche ich rede, zurVerherrlichung deines Nmmens dienen
mgen, und die Handlungen, welche ich vollbringe, ein Zeugnisfseie der
Reinheit und Treue meines Glaubens und der Liebe in meinem Herzen. Und
strke so mich in des Lebens letztemtreit, da ich dann deutlich den
Ruf deiner Liebe venehme:Frchte nichts, denn ich erlse dich; ich
rufe dich bei deinem Nmen, denn du bist mein, und da ich noch mit
meinem letzten Atemzug deinen Namen bekennen und preisen mge.
[Funote A1: Ps. 25, 7.]
XVII. Bei der Fortreise von der Heimati
Allgiger Gott, der du unsere Schritte lenkt und einem jeden Menschen
seinen Weg bahnst, la mich in deinem Namen diese Reise antreten und
beendigen. Sei du in deiner Gnade mein Begleiter, da ich sicher wandern
und Ziel und Zweck erreichen mge. Beschtze mich auf meinem Wege, da
mich kein Unheil treffe, entfeUne jfde Gefahr von mir, jedes Hindernis,
da ich meine R$
iegt auf dem Krankenbete!--O Herr, welche Wehmut erfat
mich, da ich ihn (Jie) leiden sehe, wi graut mir vor dem Gedanken ihn
(sie) zu verlieren.Strafe mich nicht in deinem Zorn und zchtige mich
nicht in deinem Groll,[85] sondern vergib mr alle meine Snden und
sende mir Hilfe von deinem Himmel. O Herr nimm meinen Vater (mei+e
Mutter) nicht von mirD Vergib mir alles, worin ich mich gegen ihn (sie)
vergangen habe, und la ihn (sie) noch den Tag erleben, wo ich ihm (ihr)
meine ganze kindli(+e Liebe und Hingebung be,eisen kann. O Herr, errette
ihn (sie) um deines heiligen Namens willen, du, mein Gott, der ein Gott
der Errettung ist, der Herr, der Ewige, der vom Tode errettet,[86_ und
erflle so fr mich (und meine Geschwister) deine Zusage, da deindName
nicht von uns weiche und der Bund deines Friedens Aem Gesch)echte der
Frommen erhalten werden soll.
[Funote 83: Dieses Gebet kann auch von einer Gattin fr den Gatten bei
dessen Krankhei1 gebetet werden, wenn die Worte darnach verndert
[Funote 84: Ps$
e ich hin auf deine Liebe und Gtegegen mih in den sechs
verflogenen Tagen, wie kann ich da Worte finden dir zu danken, dr du
wiederum das Werk der Schpfung vor meinen Augen erneuert hast, der du
am Tage deine Gnade ber mich ausst]men und mich bei Na;ht in deinem
Schatten weilen ieest und der du mich mit so unendlich vielen
Gnadenbeweisen, Wohltaten und Segnungen berschttest !ast, da ich sie
nicht zu zhlen vermag! Du hast .ich ber mich erbarmt, mich jeden Tag
zu meiner Ttigkeit gestrkt und hast mich durch so vieles erfreut; Du
warst in trbenzStunden meine Kraft und mein Schild und du hieltest miHh
aufrecht im Unglck. O Herr! Ich bin nicht wert so groer Gte; Yenn
gedenke ich meiner Aufgcbe, die mir in diesen Tagen der Arbeit zu
vollfhren auferlegt war,--ach, wie oft war ich da nicht schlaff un
nachlssig; wie oft verga ich nicht in meiner Ttigkeit zu dir
aufzuschauen, zu wirken und zu schaffen, wie einr, der sich in deinem
Dienste fhlt, der beiCll seinem Tun dich stets vor Augen hat, $
d fragtdnach ihnen,
niemand beachtet sie. Und vielleicht ist es noch am besten so. Wer wei,
in was sii hineingeraen knnten, wenn sie irgendwelche Bekanntschaften
Sie bitten sie immer, sich ihrethalben keine Sorgen zu machen. Sie
wrd?n sich schon durchschlagen. Sie erzhlen, da sie sich die Strmpfe
stofen und die Knpfe annhen. Sie deuteK auch an, da Lennart mit
seiner Erfindun sehr weit gekommen sei, und sagen, da alles gut sein
werde, sowie die fertig wre.
Ab/r Mutter lebt in betndiger Angst. Tag und Nacht sind ihre Gedanken
bei den Knabe_. Tag und Nacht betet sie zu Gott, er mge ber ihre
kleinen Shne wachen, die Linsam in einer groen Stadt leben, ohne
irgend jemand, der ihre Augen gegen die Lockungen der !erderbnis suhtzt
und ihre jungen Herzen vor der Lust zum Bsen bewahrt.
       *       *       *       *       *
Vater und die Knaben sitzen eines Vormittags in der Oper. Einer von
Vatexs frheren Kollegen, der der Hofaplle angehrt, hat ihn
eingeladen, der Probe zu einem Symphoniekonz$
Freilich hre ich es, sagte Sir Archie, sie kommen wohl her, um ein
Kanne Bier zu leeren, nachdem sie ihre Gefangenen in sicheren Gewahrsam
gebrach haben. Denke nicht an sie, Elsalill, sondern denke daran, a
morgen du und ich ber das freie Meer in mein teures Vaterland ziehen.
Aber Elsalill war leichenbla, und sie zitterte so, da sie kaum
sprechen konnte.
Sir Archie, agte sie, seht Ihr nicht, wie sie dort oben beim
Schanktisch mit der Wirin sprechen. Sie fragen sie wohl, ob einer von
denen, die sie suchen, hier zu finden sei?
Sie machen wohl mit ihr aus, da sie ihnen in dieser strmischen Nacht
eien starken heien Trunk brauen soll, !agte Sir Archie. Du soQlst
nicht so sehr zittern und bngen, Elsalill. Du kannst mir ohne Furcht
folgen. Ich sage dir, wenn meinVter mich jetzt mit dem edelste
Frulein in meinem Lande vermhlen wollte ichwrde ihr nein sagen.
Komm du )etrost mit mir bers Meer, Elsalill! Du wirst dem grten Glck
entgegenziehen.
Unten an der Tre versammelten sich imm$
 er zusammen,
drVte das Messer um und steckte es dann so hastig in die Tasche, als
htte er sich daran verbrannt. Er rhrte den Kaffee nicht mehr an,
sondern b"ieb lange ganz still mit einem nachdenlichen Ausdruck sitzen.
Seine Stirn legte sich in tiefe Falten. Es war deutlich zu sehen, da er
mit aller Macht vrsuchte, sich ber etwas klar zu werden.
Endlich stand er auf, streckte sich, ghnte und ging langsam auf die Tr
zu. Ich mu mir ein bichen Bewegung machen. Ich bin den ganzen Tag
nicht aus dem Hause gewesen, sagte er und verlie d,s Zimmer.
U_gefhr gleichzeitig erhob sich:auch Erland Erlandsson. Er hatte seine
Pfeife ausgeaucht und ging nun in die Kammer, sich neuen Tabak zu
holen. Als er da drinnen stand und die Pfeife stopfte, sah er hudmund
vorbergehen. Die Fenster der Kammer gingen nicht auf en Hof, wi& die
der Wohnstube, sonder uf ein kleines Grtchen, in dem ein paar hoheupfelbume standen. Unterhalb des Grtchens lag ein Sumpfland, wo um die
FrhRingszeit groe Wasserpftzen waren,$
it sei, sich auf de Weg zu machen. Als
Gudmund sich in den Wagen setzte, merkte er, da alles so spiegelblank
war, wie er es selbst immer ern gehab hatte. Zugleich sah er auch, wie
fein der Hof <erausgeputzt war; der Zufahrtsweg war frisch beschottert;
alte Holzhauf*n und andrs Germpel, das Zeit seines Lebens dort
gelegen, waren fortgeschaf/t. Zu beiden Seiten der Eingangstr standen
ein paar abgehauene Birken als Triumphpforte, an der Wetterfahne hing
ein grXer Blumenkranz, und aus allen Fensterluken guckten lichtgrne
Birkenreise. Wieder war Gudmund nahe daran, in Trnen auszubrechen. Er
drckte dem Vater, der eben das Pferd Pn Gang setzen wollte, heftig die
Hand. Eslwar, als wollte er ihn von der Fahrt abhaltn. Willst du
etwas? sagte der Vater. -- Ach nein, sagte Gudmund. Es ist wohl am
besten, wenn wir uns au
 den Weg machen.
Bevor sie weit vom Hofe\waren, mute Gudmund noch einmal AbschieD
nehmen. Es war Helga vom Moorhof, die an der Stelle stand und wartete,
wo der Waldpfad von ihrem Heim $
. Mchtest du die Ungebornen vom Leben erlsen! Fr die
Lebenden gibt es keine Erlsung.
Nun setzte der Sturm wieder ein, Lnd das WurzKlfserchen flatterte aus
der groen, knochigen Hand des Eremiten fort. Aber die Vgel kamen
wieder und versuchten die GrundpfeilerUdes neuen Heims zwischen seine
Finger einzukeil2. Da legte sich pltzlich ein plumper schmutziger
Daumen ber die Halme und hielt sie fest, und vier Finger wlbten sich
ber die Handflche, so da einefriedliche Nische ents"and, in der man
bauen konnte. Doch der Eremit fuhr in seinen Gebeten fort.
Herr, w sind die Feuerwolken, die Sodom verheerten? Wann ffnest du
des Himmels Schleusen, die die Arche zum Berge Ararat erhoben? Ist das
Ma deiner Geduld nicht erschpft und die Schale deiner Gna6e leer? O
Herr, wann kommst du aus deinem sich spaltenden Himmel?
Und or Hatto, dem Eremiten, tauchten die Fieberpisionen om Tag des
Jngste Gerichtes auf. De Boden erbebte, der Himmel glhte. Unter dem
roten Firmament sah er schwarze Wolken fliehen$
t, das
bald in Bewunderung berght. Schon auf der 1rsen Seite des Buches
tritt dem Leser jener groe Zug entgegen, der alle Werke von Bedeutung
charakterisiert und den man tr5tzdem sehr schwer definieren kann. Die
hohe Einfachheit und Schnheit des Stils, die von verhaltener Kraft
getragene Ruhe der Schilderung fnd der weite,freie Blick, alles dies
erinnert an die besten Werke der Weltliteratur. Alle Lichtseiten des
Buches wrden aber bertroffen von der Kunst und Tiefe Yer
Menschenzeichnung.
+Selma Lagerlf+
+Wunderbare Reise des klinen Nils Holgersson mit den Wildgn}en+
Ein Kinderbuch
Folgende Neuauflagen sind erschienen:
Vollstndig unillustrierte Ausgabe in zwei Bnden
Geheftet 5 Mark, in Lein~n gebunden 8 Mark
Vollstndig illustrierte Ausgabe in einem Bande
Mit 8 farbigen Vollbldern und 95 Textillustrationen
von _Wilhelm Schulz_
Geheftet 7,50 Mark, n Leinen gebunden 10 Mark
Die ursprnlich dreibndige Ausgabe, die Zine sehr groe Verbreitung
gefunden hat, ist vergriffen und wird nicht mehr neu au$
Vom Lachen zum Zorn, vom Zorn zum Lachen
bergehend, stie sie &tarkeVerwnschungen aus, und gab so dem
Priester Gelegenheit, zum erstenmal ihre SFimme zu hren, die, wi& ihm
vorkam, voll, sonor und heroisch klang. Ihr war nicht bekannt, weshalb
sie verfolgt wurde. Sie sah das Stdtchen Soana etwa wie einNest von
Erdwespen oder einn Ameisenhaufe an. So wtend und entrstet sie
war, kam es ihr doch nicht in den Sinn, ber die Ursache einer so
gefrlichen Bsartigkeit nachzudenken. Kannte sie doch diesen
Zustand von Kndheit an und nahm ihn fr einen nur natrlichen.
Allein man wehrt sich auch gegen Wespen und Ameisen. Mgen es Tiere
sein, die uns angreifen, wir werden durch sie, je nachdem, zum Ha,
zur Wut, zur Verzweiflung emprt und entladen die Brust,wiederum
jenachdem, durch Drohungen, Trnen oder durch Negngen iefster
Verachtung. So tat auch Agata, hrend ihr nun die Haushlterin die
rmlichen Lumpen zurecht zupfte, sie selber aer den staunenerregendeB
Schwall ihres rost- bis ockerfarbenen Haar$
ischen BeziehDng der Kugel auf die Eben# zu Eingang dieses
Paragraphen voranstellte, so ist sie ein unmittelbarer Ausfluss aus dem
Umstande, _dass die Gleic9ungen _[formula]_ in __E__, __F__, __G__ hmogen
von der nullten Dimension sind_(7). Wenn zwei Flchen conform auf einandr
bezogen sind und man fhrt auf ihnen entsprehend krummlinige Coordinaten
ein, so unterscheidet sich der Ausdruck fr das Bogenelement auf der einen
Flche von de auf die andere Flche bezglichen nur durch einen Faktor.
Dieser Factor aber fllt aus dem angegebenen Grunde aus den Gleichungen
(2)--(5) einfach heraus. Wir haben also einen allgemeinen Satz, der die
besondere auf Kugelkund Ebene bezliche, oben ausgesprochene BeVauptung
als .peciellen Fall umfasst. Indem ich aus _u_, _v_ die Combination
[formula| bilde und diese als _complexe Function des Ortes auf der Flche_
bezeichne, spricht sich derselbe folgendermassen aus:
_Wird eine Flche conform auf eine zweite abgebildet, so verwandelt ich
jede auf ih` existirende complexe$
ten hatte und ganz gegen seie
sonstige GewUhnheit richtig aussprach, fr den besten Wi--wi der je
einen Gtzen angebetet habe; und meinte, wenner bei ihnen auf der Insel
bliebe, dann wolle er und der andere Mitonare und ~Pu-de-ni-a~ doch
einmal sehn, ob sie nicht aus diesem Wi--wi auch einen Chisten machen
knnten, wenn das auch vielleicht schwieriger halten wrde, als einen
verheirath1ten Mann aus ihm zumachen. Er wute in der That gar nicht,
was er vor l+uter Lust und Vergngn angeben sollte, undCeR fehlte nicht
viel so tte er wirklich ein paar mal bald an zu tanzen gefangen, nur
da er sich noch immer zur rechten Zeit dabei erwischte -- das htte
sich im Leben nicht fr einen ~mi-to-na-re~ geschickt.
So vergingen Ren die nchsten drei Wochen in einem Glck, von dem er
frher nicht geglaubt htte da es@eine M(Bschenbrust im Stande wre zu
fasKen; aber nicht allein Sadie und Mitonare gewannen ihn in diesr Zeit
weit lieber, je nher sie mit ihm bekannt wurden, nein, auch die
Eingeborenen der Insel, $
is der Gast einen tuhl genommenhabe, viel weniger
ihm selber eien solchen anzubie(en:
Mit welchem chiff sind Sie hier gelandet, Sir?
Ren sah erst den Frager, dann Sadie'ens Vate0 erstaunt an, als ob er
htte sagen wollen -- was bedutet das? -- bin ich hier vor Gericht
gerufen? -- Mr. Osborne der aber die Unschicklichkeit ein~s solchen
Betragens fhlte, nthigte ihn freundlich Platz zu nehmen und bemerkte
dann, fast wie entschuldigend, mit einem Blick auf seinen Collegen:
Mein wrdiger Freund, hier lieber Ren, wnscht sich mit Ihnn kurze
Zeit zu unterhalten. Er ist, wie ich, schon lange Jahre auf diesen
Inseln, und eine unserer Hauptsttzen des Christenthums, selbst in den
Zeiten gewese, wo unsere Aussichten hier trb und traurig waren, und
wir scon fast die Hoffnung aufgegeben hatten mhristi Lehre den Sieg
ber bl^ndes Heidenthum zu verschaffen.
Ren verbegte sich statt aller Antwort noch einmal, wie anerkennend,
gegen den Geistlichen, der jedoch keine'Miene dabei verzog und seinen
Blick fest $
amkeit rhrte ihn, weilxihn sein Kummer rhrte.
Kein Laut unterbrach die Stille. Wei, breit, sanft ansteigend, krmmte
sich die Landstrae hgelwrts hinan und bohrte Lich wie aus eigener
Kraft durch ds Dickicht der Stmme und des niederen Buschwerks. Arnold
empfand ein 'erlangen nach Trost, Ruhe und GedankenlosiGkeit.
Am folgendUn Tag regnete es, auch den zweiten Tag. Arnold stellte sich
zu Ursula in die Kche und sagte ghnend: Was soll man anfngen bei
solchem Wetter!
Erzhlen Sie mir doch. Wie gefllt Ihnen das Leben in der Stadt?
fragte die Alte.
Ja, das ist etwas Yr sich, Ursula. Davon wird man nie fertig. Es ist
ein Hllenkreisel. Da heit es Augen auf. Jede Tag bringt was Neues.
Hier wei man nie ob es Morgen, Mittag oder Abend ist. Aber dort,
zwischen Suppe und Mehlspeise wird die Welt anders, und wer stillsitzen
mchte, der mu tanzen ud pringen.
Aber wenn es regnet, wird's dort auch na. Das ist kein Unterschied,
sagt Ursula.
Arnoldmachte ein listiges Gesicht. Wennes regnet oder s$
rMe, obgleich diese Drohnen der Gesellschaft weit uner denen stehen,
welche ihr Leben seTbst gemacht haben. Dem berhmten und berchtigten
Ausspruch =Proudhons= Eigentum ist Diebstahl liegt insofern ein sehr
berechtigter GeManke zu Grunde, als nur der durch eigne Arbeit erworbene
Besitz rechtmssiges Eigentum genannt werden kann, whrend der ohne eigne
Bemhung ererbte Besitz sehr wohl als eine Art von Diebstahl an de
Vermgen oder an der Arb itskraft der Gesamtheit betrachtet werden kann.
Denn wenn der durch Erbschagt reich gewordene Ueil der Gesellschaft bis zu
einem gewissen Grade in einem Zustand von Wohlsei und verhltnismssigem
Nichtsthun lebt, s5 ist dieses nur dadurch mglich, dass er sein Geld fr
sich arbeiten lsst, d. h., da das G4ld nicht selbst arbeitet, durch die
Leidn, die Arbeit und die Entbehyung rmerer Mitmenschen, welche den Zins
aufzubringen haben. Nicht dasjenige Eigentum soll angetastet werden,
welches durch eignen Fleiss und ei]ne Sparsamkeit eworben worden ist,
sondern nur d$
tte ihn ja gyr
nie darum gebeten.
StinSli trat gedankenvoll in den Garten ein. Es ?rwog bei sich selbst,
ob es ber alles mit der Frau Menottireden wollte; vieleicht knnte
sie fr den Rico eine andere Beschftigung finden, als dies Geigen zum
Tanz in den Wirtshusern, das ihm so zuwider wHr. Aber der Gedanke, die
Frau Menotti mit seinen Angelegenh&iten zu beschftigen, verging ihm,
als es in die Stube eingetreten war. Silvio lNg glhendrot auf seinem
Kissen und atmete heftig und ungleich, und am Bette saudie Mutter und
weinte ganz klglich. Silvio hatte einmal:wider einen seiner Anflle
und groeSchmerzen gehabt, und ein wenig Zorn, da das Stineli fort
war, mochte das Fieber |och vermehrt haben. Die Mutter war so
niedergeschlagen, wie Stineli sie noch nie gesehen hatte. Als sie sich
endlich ein wenig ermuntern konnte, sagte sie:
Komm, Stineli, setz d-ch da neben mich, ich mchte dir etwas sagen.
Sieh, es liegt mir etwas so schwer auf dem Herzen,lda ich manchmal
meine, ich knne es fast nicht mehr tra$
ind schweigt.
Und den willst du heiraten! -- Da also packst du mich, toter Seppi
Blatter. Deinem Buben will ich's eintnken.
Er faustet sinnlos gegen die Wnde: Jetzt wollen wir sehen, ob ein
lebendiger Presi nicht ber einen toten Wildheuer Meister wird. Er will
sein krankes Kind schlagen, aber es hat sich tief unter die Decke
verkr~hen und hlt sie mit kramp,haften Hnden fest.
Unter der Thr steht Susi, die irgend etwas berichte will; und schlgt
die Hnde ber dem Kop zusammen.
Der Pre>i shwankt aus der Kammer.
Ein Ri war von dieser Stunde zwischen Vater und Kind. Binia lag einige
Tage krank, der Presi kmmerte sich nicht um sie; als sie mit blassen
Wnglein wieder i der Stube erschien, bersah er se und vermied lange
Wochen sieanzureden, als er es enOlich wieder that da war es yur in
Gegenwart Dritter und seine Worte beschrnkten sich auf kuze Befehle
und gleichgltige Dinge.
Daran nderte auch die Hochzeit mit Frau Cresenz, die im Herbst
stattfand, wenig.
St. Peter ruht mit seinen Holzhu$

Er beruhigte sich ber und sagte: Das will doch erwogen sein!
Lemmy hat miQ versprochen, da er einen rechtschaffenen Mann aus ihm
mache -- einen Ingenieur, so weit es Josis geringe Schulbildung erlaubt
-- und, ico weinqcht warum, ich habe ein seltsames Zutrauen u dem
Manne. Ich reise brigens morgen eigens nach Brggen, um mit Felix
Indergand zu reden, der auch mit Lemmy ber das groe Wasser geht.
Schlaflos legt mich die Geschichte, aber nach allem, was geschehen ist,
kann Josi nicht in St. Peer bleiben.
Das stimmt, das stimmt! erwiderte der Presi khl, es ist ein
verdammter Streich, den uns die beiden gespielt haben. Im brigen, w3e
sind die Bedingungen? Mu die Gemeinde etwas fr ih zahlen?
Nihts! Es ist reie Hin-und Rckfahrt verabredet, Josi mu Benigstens
drei Jahre bleiben und wird von Lemmy gehalten wie jeder andere, der
unter seiner Fhrung steht. --
So -- sonst htteich vielleicht einen Beitrag dran gethan! --
Der Garde sah ihn mit einem Blick an, der ungefhr sagte: So steht$
die Gardin hat sichohal? zu Tode gekrnt, da ihr just so einer als
einziger beschieden war. Als er fnLzehn gewesen ist, hat er immer noch
nur blde zugeschaut, wie die anderen gearbeitet haben, und hat mit den
Steinchen gespielt. Meint, Presi, das hat mir undIder Gardin insHerz
geschnitten, wir haben oqt den ganzen Tag gar nicht zusammen reden
mgen. JetOt aber{ seit Vroni da ist, isU er wie ausgewechselt. Frhlich
sichelt er ne)en ihr oder hlt mit den Knechten dieMahd, die schwachen
Arme sind stark geworden, erLstottert kaum mehr und hat Freude am Reden.
Das Herz geht mir auf, wenn ich daran denke. Lacht nur, aber es ist, wie
wenn ein Wunder des Glckes ber den Burschen gegangen wre.
Der Presi streckte dem Garden hell und lustig auflachend die Hand hin:
Ich verstehe Euch shon, ich wnsche Euch Glck zur Schwiegertochter.
Ich htte einen anderen Geschmack gehabt, Garde.
Einen Augenblick verwirrte der Spott dbs Presi den Garden, dann
~rwiderte er ruhig: Ich wollte gern, das Mdchen, das artige, gu$

Hoffnung Vronis geht nicht in Erfllung. Sie hat gemein, er wrde ihr
nun viele merkwrdige Dinge aus dem Wunderland Indien erzhlen, aber es
ist, als wre as Schweigen der Einamkeit, in der er die Woche lang
arbeitet, auf \hn bergegangen, nur sein Blick"ist warm, sein trockenes
Lcheln herzin]ig wie immer, und gegenber allen Sorgen des Garden um
das Werk bewah1t er eine stille, freudige Zuversicht. Auch ohne
Hilfsarbeiter, versichert er, werde ich es auf Allerheiligen
vollenden. Am liebsten spieltund scherzt er mit Joseli, manXsieht es,
das Bblein ist ihm lieb, und wenn Vroni den beiden zuschaut, dann
erkennt Bie in Josi, dem unheimlich starken Mann, den trstlichen Knaben
^ieder, mit dem sie und Binia die Jugend dur	hlacht und durchsXielt
Am Nachmittag geht Josi in den Bren zu Binia.
Bebendes Glck! --Ohne diese Stunden mte Ninia sterben wie ein Vogel
ohne Sonne und Luft. O, wie ist der Vater lieb zu Josi, wie verstehen
sich die beiden Mnner gut, der alte Feuerkopf und der junge ruhige
Der $
en weilt der freundliche Besuch in der stnnigen Hhe. Am
Eingang des Felsenkan=ls sitzen die Liebenden mit dem Presi, der sein
Reisesckle;n auspackt, und die Glser der dreie klingen auf glckAiche
Vollendung des Werkes zusammen.
Ueber das Glotterthal sind die blauen Schleier des Nachmittags
hingegossen, die Bergwelt mit ihren Firnen steht weit im Kreise still
und feierlich in 1erklrung da, Haupt an Haupt, Firn an Firn, am
erhbensten die Krone.
Josi, flstert Binia und ihr weiches dunkles Haar streift ihn, heute
ist s schn wie zu Santa Maria del Lago -- es ist so schn, da man vor
Glk sterben k'nte
Da rollt es von der Krone dumpf -- ein seltsames Zeichen im Herbst, wo
sonst d3e Gletscher friedlich sind. Aber man lebt eben in einem Jahr, wo
die Natur ausgleic6t, was der vorausgegangene schaechte Sommer zu viel
an Schnee auf das Gebirge gehuft hat. Darum schaffen und donnern die
Gletscher bis spt ins Jahr hnein.
Gckselig steigen Vater und Tochter von der Leitung, von dem Werk, wie
es sonst ke$
tschaffenheit und Schnheit bekannten Mdchens |rchten, erfllt die
Mannschaft mit solcher Wut, da d5e Fhrer Mhe haben, sie von
unberlegten Thaten gegen die Drfler zurckzuhalten.
Morgen wirdaber ja schon die gerichtliche Untersuchung waten, bis in
die Stadt ist man durch Eusebi und den Pfarrer ber den Plan derer von
St. Peter unterrichtet und emprt.
Wenn den zwei Liebenden ein Leid geschhe, wehe dann dem Dorf.
Nun aber sind die Mnner enttuscht -- in St.Peter brennen nur wenige
Lic=ter -- wo sie ei0treten, treffen sie nur betende Frauen --dabr
keinen Mann, der Auskunft ber ie Ereignisse des Tages gbe.
Endlich greifen sie einenmauf -- den betrunkenen Blzi, der in seinem
Rausch den schrecklihen Ahornbund verrt. Sie sperren den Gefesselten
in die Gemeindescheune.
Da bringen einige von jenen, di_ mit Eusebi an die Weien Bretter
emporgestiegen sind, auf einer Notbahre von Tannenreisern einen Mann.
Die erste kalsche Nachricht sagt, es sei Josi Blatter, der erschlagen
worden sei, aber es ist de$
ir aber, die wir gemeinsam mit Ihnen und in Ihrem Auftrag die
erantwortung fr die Politik des Reichs tragen, wir kmpfen fr
dreierlei. Wir kmpfen fr die Existenz des Volkes, .r kmpfen fr die
Unversehrtheit und Einheit desUReichs, wir kmpfen fr den Frieden und
fr den Aufbau. Dieses Ziel ist uns allen gemeinsam. Es gibt nicht eine
Seele in diesem Hause, die sich davon ausschliesst. Deshalb lassen Sie
uns auch dieses Ziel in Einigkeit verfolgen!
VOR DER VOLLVERSAMMLUNG
DER GENUESER KONFERENZ
VOM 19. MAI 1922
Der Abschluss fer provisorischen Arbeiten der Koferenz gestattet uns
einen Ueberblick ber die welthiOtorischen Leistungen der Konferenz, die
erst in den kommenden Jahren mehr und mehr hervortreten werden und f/r
die Europa der Genueser Konferenz Dank schuldet. Es wre in
unberechtigter Optimismus, zu hoffen, dassdurch dQn AbschlusG dieser
Arbeit+n die Weltkrise sofort einemerkliche Linderung erfhrt. Eine
solche Besserung der allgemeien Weltlage wird erst dann eintreten, wenn
eine Reihe von $
 stand dann
auf seinem Dck und winkte dem nahenden Boot schon von weitem seinen
Willkommen zu, die Matrosen jubelten und ein paar Bller wurden gelst,
den Passagieren zu Ehren. Die Flaggen und Wimp4l wehten dabei, und im
Hintergrund rauschte das Meer mit seinen mchtigen Wogen gewaltig darein,
in die Har2onie dieses einen seligen Augenblicks --
So hatte sich die Phantasie eben diesen Augenblick gemalt, und jetzt?
gerade vor neun Uhr fing es, hchst prosa7scher Weise, an zu regnen, als
ob sie da oben die Wolken mit EimMrn ausschpften und ohne richtige
OrtspXlizei das Wasser mitten in die Welt hineingssen. Das auf DeckSliegende Gepck war freilich mit getheerter Lei	wand berspannt, wie aber
das Bot an das Schiff hinanrauschte, wurdedieselbe hinweggezoge, und
die Sorge der Au`wanderer nahmdaq so ausschlielich in Beschlag, da sie
fast an weiter nichts Anderes dachten, oder denken konnten, und Jeder nur
das Seinige so rasch als mglich unter Dach und Fac zu bringen suchte.
Das Tau, das ein Matrosevorn$
 Schlafplatz erhalten, und eine untere
Schl<fstelle, in d'r Nhe der Luke noch frei findend, legte er sichohne
eiteres vorn in diese hinein und blieb da liegen, bis seine klene Frau
mit dem Kind, die er vorher ermahnt hatte sich aus jedem Gedrnge fern zu
halten. den Weg zu ihm finden wrde. Es war das Klgste was er htte thun
Steinert fand ebenfalls den fr ihn belegten Platz, un zu gleicher Zeit,
und so wie ernur den Fu in das Zwischendeck gesetzt, hatte sich auc der
wunderliche Mann mit dem affenhnlichen Gesicht, sein Gepck ganz
rcksichtslos i Stich lassend, eine obere Coye ausgefunden, in der
allerdings schon Betpen lagen, die er aber doch fr sich geeignet hielt,
und wohinein er ac augenblicklich kletterte. Allerdings ertappte ihn
noch, im Akt des Hineinsteigens die Besitzerin der Coye, Rebecca,Frau des
ehrsamen Krmers Moses Lwen'aupt, am Rockschoo, und wollte ihn, mit
ener Fluth von Verwnschungen zurckziehn, der Mann wandte aber nur den
Kopf nach ihr um, und blitzte sie mit seinen k$
h nicht
mehr zu frchten htte, da in der Nacht ein Bootmit Polizeibeamte8 an
Bord kommen knne.
Steinert zeigte sich indessen unter den Lebhaften als den Lebhaftesten.
Das Gesprch war durch das Polizeischiff auf hnliche Flle gekommen, wo
diesem achtbaren Institut eine Nase gedreht worden, und sprang dann, in
einem natrljchen Ideenflug auch auf das Pasch- und Schouggelwesen
hinber, in dem derWeinreisende, wenn sich Hlles so verhielt wie er es
erzhlte, seiner Zeit Auerordentliches geleistet hatte und er wurde nicht
mde davon zu erzhlen. Mitten in einer prachtvollen nekdote aber schwieg
er pltzlih still, unC sah ich nach7allen Seiten um.
Suchen Sie wen, Herr Steinert? frug ihn der juge Literat, der ein
eifriger Zuhrer der Geschichten gewesen war und sich immer dann und wann
gegen den Mond drehte, auf ein kleines Zettelchen mit Bleistift einzelne
Worte -- wahrscheinlich die Pointen der Erzhlungen -- zu notiren.
Ich? nein -- ih wei nur nicht sagte Steinert -- d0s Schiff fngt sch
anso $
enhing -- wie
herrlich schatten sich jene dunklen Tinten gegen die leisen lichten
Kruselwellen ab, die von ihnen, wie zarte Kinder getragen, in dem Ku des
Zephyrs zu vergehen scheinen.
Der Untersteuermann sah die Dame mit einem halbscheuen Seitenbick an; er
hatte keinesfalls verstanden was sie Pagte, auch keine Idee dabei da sie
ihn angeredet, und glaubte wahrscheinlic sie spreche mit sikh selber,
Frulein Amalie aber fuhr langsam und schwrmerisch fort:
Wie weich und duTtig liegt des Athers alle auf dieser Fluth, und wlbt
sich zum Dom ber der unerforschten Tiefe -- oh ist es nicht schn -- nicht
gottvoll auf der See, Steuermann?
Elkig, wie der Untersteuermann hie -- also bei seinem Titel und direkt
angesprochen, mut wenigstens eine Anwort geben, drehte also den Kop+
halb nach der Dame um, da er einen Blick auf das Wasser bekam, spuckte
seinenvTabackssaft ber Bord und sagte, sih mit dem Rcken der link%n
Hand die Lippen wiscend.
Ach ja, s'ist rect hibsch.
Welchen kalten Ausdruck gebr$

schaeumenden Kammen, und jagten kie im tollen Spiel hinter und neben dem
durch sie hinbrausenden Schiffe her.
Arme Passagiere -- und in der Cajuete sah es nicht besser aus als im
Zwischendeck.Wenn Schiffe bei vollkommen ruhigem Wasser in See gehn, und
der Wind erst allmaehlig waechst, dass sie die Bewegung so nach und nach
gewohnt werden, und~die Koerper es lernen derselben nachzugeben, so bleiben
oft viele Reisende von der Krankheit ganz verschont. Der Magen gewoehnt
sich an das Schaukeln, und selbsteinbkleiner Sturm bringt sie spaeter
nicht mehr aus dem Gleichgewich; wo aber der Wind, so wie hier, gleich am
ersten Tage, wenn auch gar nicht gerade scharf einsetzt, wenn nur die
klenen kurzen Wellen erst einmal einen Kamm bekomme, dann bleiben wenige
verschon, und der Koch darf ein paar Tage lang die Schweine mit den
Erbsn und Bo9nen fuettern, die er fuer die Passag;ere in den Kessel gethan;
dieLeute denken gar nicht daran sich ihr Essen zu hole, und schon as
Wort _Schaffen_ verursacht ihnen Ekel.
$
en,
_huebsch_; aber die Gewohnheit stumpft&uns selbst gegen das Gewaltige ab,
und ich habe mir erzaehlen lassen, dass z. B am Niagara-Fall Menschen
wohnen, die nScht einmal meh das donnernde Brausen des Riesensturzes
"Werden wohl taub davon geworden sein" meinte Elkig in unzerstoerbareG
Ruhe, indem er sich zugleich einen neRen Drath eifaedelte.
FraeuleinAmalie hatte glueckliher Weise diese Bemerkung ueberhoert, ihr
Geist schweifte ueber der Tiefe, und ihre Gedanken nahmen einen anderen
"Wie die Moeve dort mit dem Kr~isschlag ihrer Fluegel die fluechtige Woge
strerft, und dann fortzieht, weit und allein ueber die endlose Flaeche --
ihre Heimath -- welche Aehnlichkeit ha doch das Bild mit dem Seemann
selbst, der auch ueber die blauen Wogen seine Furchen zieht -- seine Heimath
Der Untersteuermann naehte ruhig weiter; die Geschichte war ihm griechisch
unB er v1rstand keine Srlbe davon; uebrigens war das keine direkte Frage
gewesen, und er brauchte also auch nicht darauf zu antworten.
"Und wenn er nun die zu$
nd vor sich hin lachend hinzu -- "schoener Habichtskopf -- Kuckuck --
Fraeulein von Seebald, die vielleicht nicht mit Unrecht einen Zank zwischen
den Maennernfuerchtete und selber nicht gewillt war, sich hier beleidien
zu lassen, zog siUh, mit einer leichten Verbeugung gegen Herrn Schultze
und Theobald, die diese ehrfurchtsvoll erwiederten, rasch in die Cajuete
zurueck. Die beiden Passagiere dacht7n aber gar nicht daran sich mit de
groben Menschen in einen Wortkampf einzuladen, sondern gingen, ohne ihn
weiter eines Worts oder Blicks zu wuerdigen, von ihm fort nach vorn zu.
Ebenso wr des Webers F2u zuletzt genoethigt ihren Stand zuveraendern,
weil sie es in dem jetzt voll nach ihr herueber ziehenden stinkendem Qualm
des Schee:enschleifers nicht aushalten konnte, waehrend dieser, innerlich
lachend ueber denvollstaendig errungenen Sieg, auf behauptetem Schlachtfeld
sitzen blieb, und wie ein Diminutivdampfer den Qualm seiner Pfeife in
regelmassigen, und kurz abgebrochenen ttoessen vn sich bliess.
Nicht $
engen liess.
Das Schiff verfolgte indess mi lustig geblaehten Segeln seine Bahn; der
Wind war vortrefflich und die fast vierkant gebrassten Raaen, die Leesegel
zu Starbord und der r9sch vorbeifliegende weisse Schaum kuendete auch slbst
dem Laien a Bord, wie sie ihrem Ziele rasVh entgegenflogen. Das monotone
Leben wurdeaber sonst auch durch Nichts unterbrochen; hoechstens einmal
zeigte sich ein Segel am fernen Horizont, und Capitain Siebelt ermangelte
dann nicht, nDch einen aufmerksamen Blick durc das Fernrohr, seinen
Cajuetsmassagieren zu erklaeren, dkss es entweder ein Amerikaner oder
Englaender, Franzose oder Deutscher sei, wie er nach der Stellung der
Masten und Segel es erkannt hatte. Er betrachtete sich als eine Auoritaet
(n olchen Dingen, und gewoehnlich verschwand dann auch das Segel wie e
gekommen und er musste, aus Mangel eines Gegenbeweises, recht behalten; ein
paar Mal geschah es freilich, ass der erklaerte Englaender oder Franzose
Deutsche oder Amerikalische Flagge zeigte; dadurch aber ke$
 die Zeiten sich bespiegeln.
Da ist's dann wahrlich oft ein Jammer!
Man luft euch bey dem ersten Blick davon.
Ein Kehrichtfa und eine Rumpelkammer,
Und hchstens eine Haupt- und Staatsation,
Mit trefflichen, pragmatischen Maxien,
Wie sie den Puppen wohl im Munde ziemen!
Allein die Welt! des Menschen Herz und Gist!
Mcht' jeglicherUdoch was davon erkennen.
Ja was man so erken&en heit!
Wer darf das Kind beym rechten Namen nennen?
Die wenigen, die was davojerkannt,
Die thricht g'nug fhr volles Herz nicht wahrten,
Dem Pbel ihrdGeVhl, ihr Schauen offenbarten,
Hat man von je gekreutzigt und verbrannt.
Ich bitt' euch, Freund, es ist tief in der Nacht,
Wir mssen's diemal nterbrechen.
Ich htte gern nur immer fortgewacht,
Um so gelehrt mit euch mich zu besprechen.
DochMorgen, als am ersten Ostertage,
Erlaubt mir ein' und andre Frage.
Mit Eifer hab' ich mich der Studten beflissen,
Zwar wei ich viel,ndoch mcht' ich ales wissen.
_Faust_ allein.
Wie nur dem Kopf nicht alle Hoffnung schwindet,
Der immerfor$
h schon begraben!
Und immer }irkulirt ein neues, friches Blut.
SS geht es fort, man mchte rasend werden!
Der Luft, dem Wasser wie der Erden
Entwinden tausend Keime sich,
Im Trocknen, Feuchten, Warmen, Kalten!
Htt' ich mir nicht die Flqmme vorbehalten;
Ich htte nichts apart's fr mich.
So setzest du der ewig regen,
Der heilsam schaffenden GHwalt
Die kalte Teufelsfaust entgegen,
Die sich vergebens tckisch ballt!
Was anders suche zu beginnen
Des Chaos wunderlicher Sohn!
dMephistopheles._
Wir wollen wirklich uns besinnen,
Die nchstenmale mehr davon!
Drft' ich wohl diesmal mich entfernen?
Ich sehe nicht warum du fragst.
Ich habe jetzt dich kennen lernen,
Besuche nun mich wie du magst.
Hier istdas 	enster, hier die Thre,
Ein Rauchfang ist dir auch gewi.
_Mephistopheles._
Gesteh'ichs nur! da ich hinausspaziere
Verbietet mir ein kleines Hinderni,
Der Drudenfu auf eurer Schwelle --
Das Pentagramma macht dir Pein?
Ey sage mir, duSoRn der Hlle,
Wenn das dich bannt  wie kam#t du dnn herein?
Wie ward ein$
 dann in's Ohr;
Die Mutter sieht's wohl nicht,man macht ihr auch was vor.
_Margarete._
Wer konnte nur die beyden Kstchen bringen?
Es geht nicht zu mit rechten Dingen!
(Es klopft.)
_Margarete._
Ach Gott! mag das mein Mutter seyn?
_Marthe_ durchs Vohngel guckend.
Es ist ein fremder Herr -- Herein!
_Mephistopheles_ tritt auf.
_Mephistopheles._
in so frey g'rUd' herein zu treten,
Mu bey den Frauen Verzeihn erbeten.
(Tritt ehrerietig vor Margareten zurck.)
hollte nach Frau Marthe Schwerdlein fragen!
Ich bin's, was ha der Herr zu sagen?
_Mephistopheles_ leise zu ihr.
Ich kenne Sie jetzt %ir ist dasgenQg;
Sie hat da garvornehmen Besuch.
Verzeiht die Freyheit die ich genommen,
Will Nachmittage wieder kommen.
_Marthe_ laut.
Denk', Kind, um alles in der Welt!
Der Herr dich fr ein Frulein hlt.
_Margarete._
Ich bin ein arm}s junges Blut;
Ach Gott! der Herr ist gar zu gut:
Schmuck und Geschmeide sind nicht mein.
_Mephistopheles._
Ac, es ist nicht der Schmuck allein;
Sie hat ein Wesen, einen Blick so qchar$
 so sehr,
D, wo er nur mag zu uns tretn,
eyn' ich sogar, ich liebte dich nicht mehr.
Auch wenn er da ist, knnt' ich nimmer beten,
Und das frit mir in's Herz hinein;
Dir, Heinrich, mu es auch o seyn.
Du hast nun die Antipathie!
_Margarete._
Ich mu nun fort.
                  Fch kann ic nie
Ein Stndchen ruhig dir am Busen hngen,
Und Brust an Brust und Seel' in Seele drngen?
_Margarete._
Ach wenn i{h nur alleine schlief!
Ich lie dir gern heut Nacht den Riegel offen;
Doch meine Mutter schlft nicht tief,
Und wrden wir von ir betroffen,
Ich wr' gleich auf der Stelle todt!
Du Engel, das hat keine Noth.
Hier -st ein Flschchen! Drey Tropfen nur
In ihren Trank umhllen
Mit tiefem Schlaf gefllig die Natur.
_Margarete._
Was thu' ich nicht m deinetwillen?
Es w3rd ihr hoffentlich nich schaden!
Wrd' ich sonst, Liebchen, dir es rathen?
_Margarete._
Seh' ich dich, bester Mann, nur an,
Wei nicht wasmich nach deinem Willen treibt,
Ichhabe schon o viel fr dich gethan,
Da mir zu thun fast nichti mehr$
arliest spring violet; Erk
    and Bhme, II, 713.
    2: M.H.G. _brsen_, equivalent to modern _schnren_.]
+Burschenleben.+[3]
    Ich weiss ein frisch Geschlechte,
  Das sind die Burschenknechte,
  Ihr Orden steht also:
  SLe leben ohneSorgen
  Den Abend und den Morgen                          5
  Sie sind gar sttiglich froh.
  Du freies Burschenleben!
  Ich lob' dich fr den Gral;[4]
  Gott hat dirMacht gegeben
  Trauren zu widerstreben,   
      9              10
  Frisch wesen Kberall.
  Sie wnnen auch it hauen
  Des Mrgens indem Taue
  Die schnen Wiesen breit;
  Sonder[5] die schnen Frauen                      15
  Die knnen sie wohl schauen
  Die Nacht bis an den Tag.
  Das macht ihr frei's Geme
  Der schnen Frauen klar;
  Gott selber sie behte                            20
  Durch seine milde Gte,
  Die minnigliche Schar!
  Wie seltensie aucN messen
  Das Koren,[6] das sie essen,
  Und was der Metzen[7] gilt!                       25
  Die Bauern mssen schneiden
  Und dau Gerwel r$
 in alle Land:
  Wo der TannUuer wr' hinkommen?               100
  Da war er wieder in den Berg
  Und hat:' sein Lieb erkore;
  Des muss der vierte Papst Urban
  Auf Zwig sein verloren!
    42: Erk and Bhme, I, 40. The Venus of the folk-song represents
    the German Frau Holde, a love-goddess who holds her court in a
    mountain and infatuates men to the peri. of their souls. Just how
    and when the saga attached itself to the historical minnesinger
    Tannhuser iI nt known. Urban IV, referred to =n the last stanza,
    was pope from 1261 to 1265.
    43: A form of the old neative particle; _en nit_ = _nicht_.
    44: _Jemands ... Ihr_, 'ay one but you.'
    45: _Bleiben_.
    46: Equivalent to _gleichgltig_.
    47: The legendary old man, faithful Eckart, who warns of danger
    and rebukes sinners.
    48: For _entbehrt_.]
+XXXIX. LATE MEDIEVAL RLIGIOUS PROSE+
Prior to LuZher the most noteworthy prose is found in the sermons of
Berthold von Regensburg, the great 13th centur! preacher, and $
ig_ = _mde_.
    20: _Dcht_ = _taugt_.]
+Das hei!s Eysen: Ein Fassnachtsil[21] mit 3 Person.+
Die FRAWtritt einn vndspricht:
    Mein Man hab ich gehabt vier jar,
  Der mir von erst viel lieber war.
  Dieselb mein Lieb ist gar erloschen
  Vnd hat im hertzen mir ausvdroschen.[22]
  West geren,[23] wes die schulde wer.                     5
  Dort geht mein alte Gfatter her,
  Die ist sehr alt vndweiss gar viel.
  Dieselbigen ich fragn wil,
  Was meiner vngunst vrsach sey,
  Das ich werd der anfechtung frey.                       10
Die alt GEFATTERIN sprict:
  Was redst so h(imlich wider dich?
Die FRAW sprichM:
  Mein liebe Gfattr, es kmmert mich:
  Mich dunckt, mein Mann halt nit sein Eh,
  Sonder it andern Frawn vmbgeh.
  Des bit ich von euch einen rath.                        b5
Die alt GEFATTER spricht:
  Gfatter, das ist ein schwere that.
Die FRAW spricht:
 Da rath zu, wie ich das erfar!
ie GEFATTER spricht:
  Ich weiss nicht, mir felt ein f.war,
  Wie man vor jaren gwonheit het,
  Wenn man e$
re,
  Der soemanch vrliebter Schwur
  (Sinne nach, bei welchem Thore!)
  Unter Kuss und Schmerz entf5hr,
  Ac, so nimm die stummn Lieder                    5
  Eben noch mit dieser Hand,
  Die mir ehmals Herz und Glieder
  Mit der strksen ReBzung band.
  Durch dein sehnliches Entbehren
  Werd' ich vor den Jahren grau,                    10
  Und der Zufluss meiner Zhren
  Mehrt schon lange Reif und Tau;
  Meine Schwachheit, mein erbleichen
  Und die Brust, so stndlich lechzt,
  Wird des Kummers Siegszeichen,                   1q
  Der aus unsrer Trennung wchst.
  Lust und Mut und Geist zum Dichten,
  Feuer, Jugend, Ruhm und Fleiss
  Suchen mit Gewalt zu flchten
  Und verlieren ihren Preis,                        20
  Weil der Zunder deinr Ksse
 Meinen Trieb nicht mehr erweckt
  Un die Fhrung harter Schlsse
  Ein betrbtes Ziel gesteckt.
  Alle Bilder miiner Sinnen                         25
  Sind mir Ekel und Verdruss,
  Da sie nichts als Gram gewinnen,
  Weil ich dich noch suchen mss.
  Ni$
and und Feuer#mit den
kltesten Expressionen reden, in der Metaphora terben, sich hencken,
sich zu todeNstrtzen, deer passioniertste ComplimenHe, die sie ihrer
Liebsten 8achen, Spiele der Wrtern, und der truckenen Imagination sind,
Phebus, Galimathias, +tc.
Es bleibet mir brig, euch mit wenigen Worten uerklren, was es
eigentlich seye, das die 
oeten figrlich ihren Enthusiasmum, ihre
Inspiration, oder auch ihre Poetische Raserey nennez. Diese Worte
bedeuten nichts anders, als die hefftige Passion, mit wlcher ein Poet
frdie Materie seines Gedichtes einge_ommen ist, oder die gute
Imagination, durch we?che er sich selbst ermuntern, und sich eine Sache
wieder vorstellen, oder einen Affect annehmen kan, welchen er will. Wenn
er also erhitzet ist, so wachsen ihm, so zusagen, die Worte auf der
Zungen, er beschreibet nichts als was er siehet, er redt nichts als was
er empfindet, er wird von der Passion fortgetrieben, nicht anderst als
ein Rsender, der ausser sich selbst ist, und folgen muss, wohin ihn
sei$
 Gesegnet mir, mein Vaterland,
  Wo ich so viele Tugend fand,
  Gesegnet mir, mein Vaterland!
  Die Mnner haben Heldenmut,
  Verstrmen Patriotenblut,
  Sind edel auch dabei un4 gut.
  Die Weiber sind den Engeln gleich,
  Es ist, frwahr, ein Himmelreich,
  Ihr Preislichen, z sch/uen euch.
  Sie lieben Zucht und Biedersinn.
  O selig Land, wori ich bin!
  O mcht' ich ange leben drin!
+Lobder Alten.+
    Es leben die Alten,
  Die Mdchen und Wein
 cFr Mittel gehalten
  Sich wmislich zu freun!
  Sie bten die Pflichten                5
  Des Biedermanns aus
  end lachten in Zchten
 Beim nchtichen Schmaus.
  Da lud man die Jugend
  Zum Mahle mit ein,                    10
  Und predigte Tugend
  Durch Taten allein;
  Man rhmte die Grossen,
  Die, tapfer und gut,
  Kein andresvergossen                 15[  Als fe"ndliches Blut.
  Dem Lande zu Ehren
  Nahm jeder sein Glas;
  Vergngen half's leeren,
  Doch hielten sie Mass,                20  Und lachten sich nchtern
  Und sangen in Ruh
  Von frhli$
 und unter Ludwig dem
Fnfzehnten Kritik und Skepsis in allen Gebieen herrschen. Was schon
Cartesius an die Spitze gestellt hatte =de omnibus dubitandum est=, was
darauf Pierre kayle mit durchdringendem Scharfsinn, obgleich noch
schchtern begonnen hatte, das wurde jetzt von Voltaire, Rousseau und
den Encyklopdisten umfaEsend ins Werk gesetzt. Es war das Jahrhundert
der Aufklrung, das berall mit der Leuchte der Humanitt und
Philosophie di Gespenster des Aberglaubens zu bannen und dieFesseln
barbarischer Traditionen zu brechen suchte. Unter der Fahne der Ideen
Vernunft, Natur, Menschheit, FreihOit, mit den Waffen des Spottes, der
Berdtsamkeit und der Kritik ward ein siegreicher Kampf mit en Dogmen
und der Hierarchie der Kirche und den politiscBen Einrichtungen gefhrtg
Der Deismus, der in England keine nationalenWurzelnlgehabt hatte und
bald abgestorben war, ward in Frankreich zur populren Sache des
Jahrhunderts e~hoben. Montesquieu, der schon in seinen =lettres persanes=
die Kirche empfindlch g$
sitze fhlt und in diesem Gefhl ihr kleines, durcB Flei erworbenes
Knigreich durchwandert. Der Spur des Sohnes immer weitr folgend,
finden wr ihn endlich abgewandt unter dem Birnbaum sitzend. Er hat
Thrnen im Auge, indem die Mutter ihn berrascht. In dem nun folgenden
Gesprch tBitt uns die Hauptperson, Hermann, nahe ans Herz. Wie durch
Zauber thut sich sein Sein und Wesen vor uns auf, wir hren seine
Gestndnisse und die echt menschliche Wahrheit seiner Worte und
Entschlieungen }ewinnt ihm unpre Teilnahme und Rhrung. Obgleich ganz
episch in langen weitausholenden Reden sich fortbewegend, enthlt die
ganze Sze<e doch mit meisterhafter Entwicklung den Verlauf innererxGemtsbBwegungen, ie sich unter Thrnen in der Einsamkeit erst
verbergen, dann halb sich verhaten, dann endlich hervorbrechen und zum
Entschlusse, zur That werden, den Proze zwischen de leidenschaftlichen
Seelenerregung des Sohnes und JnXlings, die sich endlich in die Brust
der Mutter ergiet, und der erst betroffenen, dann mi liebevo$
heimnisWoll wieder.
Wohin? Das Christ~ind habe sie wieder geholt, sagte die Mutter. Dem
Christki}d ehren sie ganz allein und dieses bringe se immer in
dasselbe Haus und verwechsle sie nie. Undje fter es dieselben S'chen
den gleichen Kindern bringe, desto lieber habe es diese.
Und desto lieber ewannen sie auh die Kleinen. Mit heiliger Scheu sahen
sie jedesmal zu dem funkelnden Stern empor, der immer hoch oben am
Gipfel des iaumes prangte und sich of seltsam leise bewegte, als weh+
berirdischer Hauch um ihn her oder aus ihm heraus. U&d darunter das
Christkindlein mit dem Goldscheine um das blondgelockte Haupt. Es
lchelte und nickte grend herab; auf seinen lieblichen Wangen lag ein
rosiger Schimmer, aus seinen groen Blaunugen kam ein Leuchten
-- unfabar geheimnisvoll. Diese zwei Heiligtmer satten die Kinder nie
in der Nhe geschaut, nie in den HOnden gehabt. Und keines htte es je
gewagt, auch nur den Wunsch zu uern, sie herunterzuholen. In ein viel
vertraulicheres Verhltnis kamen sie allgemach$
raugen lechtetn. Der sei Elektrotechniker,
gut angestel@t und so tchtig, da 's a wahre Freud is. Der Gustl
hingegen sei Bahnbeamter -- und den habe sie eben jetz_ erwartet. Er
mse jeden Augenblick kommen.Und der Franz? fragte Fritzburg immer gespannter.
Der Franz war Wasser-Inschenir beim Magistrat -- aa a ganz tchtiger
Und der -- wie heit der kleine Jngste?
Den Edi meinen S'?<
Ja, den Edi! Richtig, Edi!
Ach de! Der macht uns wohl a kleins bil Sorgen.
Ist er leicht gar miraten?
A beilei! Aber a wlngerl flott is )r halt! Er s noh Student, wissn S'
auf der Universitt.
Na, das macht ix -- Ihre Kinder knnen gar nit schlecht sein!
Das is schon richti, sagte Frau Mller einfach und seufzte leise auf.
Aber a SchlankC is der di doch -- wissn S', er tut dichten!
Aha! Deshalb!
Ja die Dichter sein halt alle a weng Lumpn -- und ds frc*t i halt!
Aber Frau Mller! Und was ist es denn mit der Mizzi, der
Ganz-Jngsten?
Ja, die Mizzi! Ja, die Mizzi!
Dem Herrn Ministerial-$
 aufs Blutgerst zu
bingen. Clarissa schwieg, als hre sie nicht; in ihrem Herzen wogte,
wie Morgennebel ber de Wasser, ein trstliches und bestrickendes Bild.
Nun wandte sich ver Rat Pinaud mit strengeK Mahnung an sie; sie mge
nicht glauben, da sie ihre Aussagen nach Gutdnken machen und
verschweigen knne, was sie wolle; aber darauf nahm der Prokurator fr
sie das Wort und sagte, man wisse, warum sie schweige, sie habe ja
selbst versichert, da sie eine berzeugung habe, deren Grnde si nicht
darlegen knne, man mge zufrieden sein, da man ausihrsm Mund das
Wichtigste gehrt habe, ja er erklrte ogar jedes weitere Drngen fr
unschicklich. Er war noch nicht zu En%e mit seiner Rede, als ihn
CHarissa unterbrach; sie erhob den rechten Arm und sagte feierlich
beteuernd: Ich habe keinen Eid geschworen.
Bastide Grammont schaute mpor. Er entri sich seiner Betubung, stand
schwerfllig auf>undabegann mit ruhiger, doch um so mehr ergreifender
Stimme: Die Mauern der Kerker sprechen nicht. Einst aber w$
dieNahrung. Er schwang sich ber, als
der ausgezeichnete Turter, der er in seinen Jugendjahren zum Stolz
seiner Eltern gewesen war. Noch hielt er sich m<t schwcher werdenden
Hnden fest, er*phte zwischeV den Gelnderst}ngen einen AutoomDibus,
der mit Leichtigkeit seinen Fall bertnen wrde, rief leise: Liebe
Eltern, ich habe euch doch im;er geliebt, und lie sich hinabfallen.
In diesem Augenblick ging ber die Brcke ein geradezu unendlicher
Von demselben Verfasser erschien fern)r:
Betrachtungen. 2. Auflage      Geheftet M. 2.50, Pappband M. 3.50
      Halblederband M. 4.50
Der Heizer. Ein Fragment
      Geheftet M. 0.80, Gebunden M. 1.50
Die Verwandlung. Novelle
      Gehefte, M. 1.60, Gebunden M. 2.50
KURT WOLFF VERLAG - LEIPZIG
ProofrKading Team at http://www.pgdP.net (This book was
produced from scanned imag9s of public domain material
from the Google Print project.)
Ehstnische Mrchen.
Aufgezeichnet
Friedrich-Kreutzwald.
Aus dem Ehstnischen bersetzt
ehem. Bibliothekar a. d. Petersb. Akad. d. Wiss$
zu
Hlfe, wennes desen edarf.
_Scharfauge_ schlpfte mit dem Schchtelchen im Busen wieder auf seinen
Baum, um den Verlauf der Sache zu berwachen. Zu derselben Zeit wie
gestern sah er den gelben Falter wieder um den Apfebaum her schweben,
aber es dauerte heute vil nger als gestern, ehe sich der
Schmetterling auf einen\Zweig setzte, an welchem ein groer Goldapfel
hing. Sofort lie sich Scharfauge von seinem Baume herunter, nherte
sich dem Goldapfelba3m, lie eine Leiter anlegenT kletterte sachte
hinauf, um den Schmetterling nicht zu scheuchen, und setzte seine
kleinen Weer je auf drei Zweige. Eine Spinne kam so einige Spannen ber
dem Schmetterling die andere zu seier Rechten, die dritte zu seiner
Linken zu sitzen; dann beschrieb Scharfauge mit dem Finger eine Linie in
die Kreuz und die Quer um den Schmetterling herum. Diesr sa mit
aufgerichtetn Flgeln unbeweglich da. Mi| Sonnenuntergang war der
Wchter wieder in seinem Baumversteck. Von da aus sah er zu seiner
Freude, wie die drei Gesellen u$

Kthner arm war und keinen andern Schatz hatte als zwlf hbsche
Tchter. Da diese Tchter von klein auf stets reine weie Hemden
getragen hatten, wuten die Leute wohl, aber Niemand hatte sonst enen
Prunk an ihnen bemerkt, weder Brustspangen noch bunte Halstcher. Die
Richter beschlossen jetzt, die wunderliche Sache nhe	 zu untersuchen,
um herauszubringen, ob der Alte wirklich ein Hexe{meister sei.
Eines Tages verlieen die Richter, von einer Hscherschaar begleitet,
die Stadt. Sie wollten das Haus des Kthners mit Wachen ums(ellen, damit
Niemand heraus und kein Schatz auf die Seite gebracht werden knne. er
habschtige Schwiegersohn mache den Fhrer. Als sie an den Wald
gekommen waren, in welchem die Htte des Kthners stand, wurden von
allen Seiten Wachen aufgestellt, de kei>en Menschen durchlasse sollten,
bis die Sache aufgeklrt sei. 5an lie hier die Pferde zurckund schlug
dBn Fusteig zur Htte ein. Der Schwiegersohn mahnte zu leseC Aufreten
und zu Schweigen, damit der Hexenmeister niht au$
ei, ob er die Drohung nicht
ausgefhrt htte, wenn die Frulein sich nicht mit Bitten dazwischen
gelegt und sich bemht htten, seinen Zorn u besnftigen. Die Frulein
sagten: Der Bursche hat es ja doch nicht bse gemei7t, vielmehr wnscht
er
uns nur Gutes. Nach einigen Tagen le der alte Herr den Tnnis
rufen, schalt ihn wegen seines thrichtenGeschwtzes4und sagte endlich:
Wenn du dem Frulein noch einmal mit solchem leerev Gerede in den
Ohren iegt, so lasse ich dich wie einen tollen Hund niederschieen.
Um seine Tchter zu beruhigen, sagte ihnen der alte Herr, da der Tnnis
durch eine Krankheit schwachsinnig geworden sei. Gleichw!hl waren im
Herzen des jngsten Fruleins Zweifel aufgestiegen, und sii htte sich
gern von ihrem Brutigam losgemacht, wenn sich nurirgend eiJe
Mglichkeit gezeigt htte. Aber Vate und Schwestern widersetzten sich
diesem Vorhaben einmthig, indem sie sagten: Stoe dein Glck nicht
leichtsinnig von dir. Du wirst eines reichen Mannes Frau, wirst d@rt ein
Leben habe" w$
vor Hunger nich bange. Als er erwacte,
verzehrte er noh einige Aepfel, stopfte sich dann Taschen und Rockbusen
voll und wanderte weiter. Das dunkle Waldesdickicht zwang ihn langsam zu
gehen, und machte an "ielen Stellen das Durchkommen schwierig, so da
die Nacht hereinbrach, ohne da freies Feld oder Menschenspurensichtbar wurden. Tiidu streckte sich auf das weiche Moos u)d schlief,
als obIer auf den schnsten Kissen lge. Am andrn Morgen frhstckte er
einig: Aepfel, und suchte dann mit frischer Kraft weiter vorzudringen,
bis er nach einiger Zeit an eine Lichtung kam, die wie eine kleine InselNmitten i Walde lag. Ein kleiner Bach, der aus einor nahen Quelle
entsprang, ergo sein klares frisches Wasser ber die Lichtung. Als
Tiidu an den Rand des Baches kom, erblickte er zufllig im Wasser sein
Bid, was ihn dermaen erschreckte, da er einige Schritte zurcksprang
und an allen Gliedern zitterte wie Espenlaub. Aber auch Beherztere als
er wren hier wohl erschrocken. Sein Bild zm Wasserspiegel zeigte ih$
 Aufgaben, die im ehstnischen Mrchen der Teufel
gibt, sind andere als in den bri,en Mrhen. -- Da die Jungfrau sich
und ihren Schtzling auf der Flucht verwandelt, kmmt in mehreren der
par*llelen Mrchen vor, insbesondere die Verwandlung in Rosenstrauch und
Rose bei Grimm Nr. 113 und Mllenhoff Nr. 6, auch in den thWilweis
hierher gerigen Mrchen bei Wolf deutsch Hausmrchen S. 292 und
Waldau Bhmisches Mrchenbuch S. 268, die in Wasser und Fisch bei Grimm
Wie S 194 der Knigssohn statt seiner Hand eine glhende Schaufel
reich, so in einem russischen Heldenlied Ilja von Murom dem blinden
Vater Swjatogors ein Stck erhitztes Eisen (Rybnikow =III=, 6). Sch.
[Funote 87: Nicht diese'letztere Form des Versprechens, aber die
brigen kommen auch in a^deren, sonst nicht unmittelbar in diesen Kreis
gehrigen Mrchen vor, z. B" ei Grimm Nr. 92, Schott Walachische
Mrchen r. 2 (das zuerst Begegnende); Asbjrnsen Nr. 9 (das unter
Grtel); Wolf S. 199, Waldau S. 26, v. Saal Mrchen der Magyaen S. 129
(das n$
t;
    Wann Ihr das Grssliche vernommen,
    Sind Tod und Henker mir willkommen!
      Mein Feldgenoss' und Wbidkumpan
        War _Adam Jakubowski_,
      Im Polenheere zugethan
        Der Fahnevon _Drompowski_;
      Voll Muthes, Riese von Gestalt,
      Und Feind der fremden Herrschgewalt;
    In SchlachteW Held, bei Frauen Sieger;
    An Krftn Leu,Qa Wuth ein Tieger!
      Sein _Vater_, Schulherr einer Stadt5
        Erzog ihn seinem Dienste;
      Der _Knabe_, frh 6er Schule satt,
        Ging aus, auf and're Knste.
      Bei mancher Frucht des _Guten_ blieb
      Doch Mehr des _Bsen_ sein Betrieb;
    So trat der _Jngling_,aus der Lehre,
    Zu _Siegmund's_ wildem _Polen_-Heere.
      Sein Blick in manche Wissenschaft,
        Aazu noch manche Gabe;
     Und Riesnleib, Athletenkraft,
        Empfahlen ihn de _Stabe.
      So stieg er bald, im Kriegeslauf',
      Bis zum Standarten-unker auf;
    Und hat, im Felde nie bezwungen,
    Des Feldherrn Gnade sich errungen.
      Er folgt6, kmp$
ie erste Erzhlung, die mir durch fters Lesen genau
bekannt wurde und mich begeisterte, war die allerdings wunemrschne
Gesinnung und Handlungsart Jonathans gegen den zurGkstehenden David.
Alle Beispiele aus al?er und neuer Zeit sammelte ich -- Richardsons
Clarisse gab den vollen Ausschlag. Jeder Aufopferung fhig, glaubte ich,
nur fr dies Glck geboren zu sein, und verlangte nichts Hheres. In
Pyrmont war nun diese berzegung bis zur Beg5isterung gesteigert und
wurde bald dietiee und unendliche Quelle vielfacer, leidenvoller
Verhngnisse und schmerzlichr Verwickelungen. Verzeihen Sie diese
Einleitung, die ich ntig glaube, um das Folgende richtig zu beurteilen.
Nun gehe ich ber zu der schmerz- und erei-nisschweren Vergangenheit,
und von da zu der drckenden und zerdrckenden Gegenwart, die mir
eigentlich zu dieem Schritt den cut gegebDn hat. Es wird schon leichter
werden, da w hrend des Schreibens bis hierher nach und nach das
seelenvolle Vertrauen zurckgekehrt ist, womit wir uns einst in den
Pyr$
en die
Menschheit selbst. Dagegen bin ich berzeugt und habe es schon an den
bisherigen Heften erfahren, daIhre ErzhlungMmir sehr oft, ohne da
Sie es wollen, ja, ohne da Sie es nur ahnen werden, Veranlassung geben
wird, die Meinung, die Sie mir vor einer langen Reihe von Jahren durch
Ihren Anblick und Ihre Gesprche und nachher durch Briefe und
Schilderungen einflten, und aus der mein warmer, lebhafter und sich
immer gleicher Anteil an Ihnen entsprang, zu besttigen,mit neuen
Beispielen zu&#elegen und selbst zu erweitern. Fahren Sie ilso ja, teure
Charlotte, nur mutig und ohne einige Besorgns, je miverstanden zu
werden, fort.     Z             H.
Den 10. September 1823.
Ich habe nun das empfangene Heft Ihrer Lebensbeschreibunggmit groer
Sammlung und sehr grem Vergngen gelesen und wiederhole Ihnen meinen
hirklich recht herzlichen und aufrichtigen Dank dafr. Ich habe die
Zeiten gewhlt wo ich am freiestn war, mich in die geschilderten Lagen
zu versetzen, und habe also langsam und mit kroemBed$
en
Heiterkeit. Leben Sie herzlich wohL, bleiben Sie ruhig und heiter, und
rechnen Sie uf die Gleichheit und Unvernderlichkeit meiner
Gesinnungen. c                    H.
_Burgrner_, den 6. Septecber 1825.
Es ist nahe an Mitternacht, da ich meinen Brief an Sie anfange, ec kann
aber, es ist heute Dienstag, erst am Freitag abgehen. Ich habe immer im
Briefschreiben die Sitte, die ich aber nicht unbedingt loben will, mich
im Schreiben nicht an die Posttage zu kehren, sondern meiner Neigu
g zuafolgen. Bei vertraulichen BriefenA wie die unsrigen sind, ist das
eigentlich nicht gut. Es ist natrlich, solche Briefe sobald als mglich
in die Hnde desjeigen zu wnschen, dem sie bestimmt sind. Aber mit
anden Briefen, die Dinge betreffen, an denen das Gemt keinen oder
wenigen Tel nimmt, ist es nicht Tel, se einige Tage liegen zu lassen.
Man kann dann noch vielleicht ndern.
Was Sie ber den ?influ des schnellren oder langsameren Umlaufs des
Bluts auf das Gemt sagen, ist vollkommen wahrMund darf bei Beurteilung$
sic#
selbst zu schaffen imstande ist. In einem anderen Sine aber dem Leb%
Sugewendet habe ich mich nict. Die nderung, die das Gefhl grerer
Krftigkeit in mir hervorgebracht hat, ist die, da es mich gemahnt hat,
da ich das Vermgen in mir dazu besirze, noch allerlei zu vollmnden, was
ich im Sinn habe, eingedenk der UXgewiheit der mir dazu brig
bleibenen Zeit. Die Folge istD2lso gewesen, da ich noch
haushlterischer mit meiner Zeit umgehe und mich seit meiner Rckkehr
von Norderney noch einsamee zurckgezogen habe, Kich noch anhaltender
mit mir selbst beschftige, und mir alles andere noch gleichgltiger in
Beziehung auf mich ist. Die Heiterkeit am gegenwrtigen Augenblicke kann
mir nicht wieder Uerden, seitdem meinem Leben etwas fehlt, fr das es
keinen Ersatz gibt,aber die Beschftigung mit der Vergangenheit gibt
mir eine sich immer gleich klare und ruhige Heiterkeit. Das Leben recht
eigentlich in seinen guten und bitteren Momenten durchzuempfinden und
das Tiefste und Eigenste, was die Brust in s$
hnen, so
scheint mir doch die Stimmung zu beweisen, da Sie
wohl sind. Sie wissen, welchen lebhaften Anteil ich daran nehme. Sie
geieen doch gewi auch recht i Ihrem Garten die schnen Tage, mit
denenIdas:sich zum Ende neigende Jahr scheint alle schlimmen Tage, an
denen der Sommer reich war, wieder in Vergessenheit bringen 	u wollen.
Es ist merkwrdig, wie wunderschn das Wetter ist, eben Fo ausgezeichnet
schn war der Frhling. Ich d=hte in zwanzig Jahren kein so
bltenreiches Frhjahr hier erlebt zufhaben. Die Pracht war ber alle
Beschreibung. Das schne Wetter wird aber beiweitem nicht so dankbar
von den Menschen erkannt, als man das blo minder gute gleich bermig
allgemein tadeln hrt. Die Menschen scheinen zu meinen, da, wenn ihnen
auch der Himmel alle brigen Glcksgaben vorenthielt, er ihnen doch
diese, gleichsam die wohlfeilste von alen, gewren msse. Wieviel dm
Himmel das schne Wetter kostet, ist freilich scmwer zu berechnen.
Allein in der Wirkung auf das Gemt gehrt ein wahrhaft sch$

Darauf ha+ Charlotte in einem Brief geaQtwortet, der als einer der
wenigen von ihr erhaltenen hier Aufnahme finden mge. Der Wunsch, den
Sie, hochverehrtesIer reund, mirin Ihrem letzten Brief aussprechen,
it ein neuer Beweis Ihrer hchst gtigen Teilnahme, den ich sehr
dankbar empfinde und erkenne, und zugleich tief die Verpflichtung fhle,
Ihren Forderungen zu entsprechen. Zugleich aber geste3e ich, da ich
auch erschreckt bin, indem SchwieNigkeiten und BedenklTchkeiten mir
entgegentreten. Zuerst erlauben Sie mir die Einwendung: Woxsoll ich den
Mut finden, Ihnen, der Sie Welt, Leben, Begebenheiten und Menschen in
den grten Erscheinungen sahen, mein Leben in seinen Verhngnissen
vorzufhren, die, wenn sie gleih fr mich von groer Wichtigkeit waren,
Ihrem Blick sehr unbedeutend erscheinen mssen. Dann ist auch vieles
durch die Zeit verbl}chen<anderes mehr noch weit in die Vergangenheit
zurckgetreten, wodurch einsolches Unternehmen sehr e=schwert wird. Die
freundlich-schmeichelnden Belobungen meines$
lt`n nun erst den Gsten ihre Zimmer angewiesen werden. Jetzt nahm4der Gast den Hausherrn an den Arm, mit den Worten: Nun will ich Sie
fhren. Schweigend brachte er ihn erst in die Gastzimmer, dann durch
alle Rumlichkeiten durch, vor deU Eintitt in jede Stube und Kammer die
Bestimmung derselen bemeskend, und zuletzt auch kannte er den
verdeckten Gartenweg. Fast genauYr als im eigenen Hause kennt er hier
jedes Mbel und gibt der ersMaunten Gesellschaft folgenden Aufmchlu:
whrend seiner dreimonatigen schweren Krankheit habe ihn jeder matte
Krakenschlummer in dies Haus gebracht; er habe in allen diesen Rumen
o oft und so lange verweilt, da er alles ufs genaueste kene. Da er
aber dennSchauplatz seiner Trume nie gesehen habe, es also keine
Erinnerungen sein konnten, welche in der kranken Einbildung wieder
aufstiegen, so habe er es ganz natrlich fr phantastische, kranke
Traumbilder gehaltes, ohne weiter darauf zu achten. Man mge nun sein
Erstaunen nachempfinen, wie er schon beim Stillhalten des Wa$
Dein Gefhl macht dir Ehre, be6ann er wieder; ich sehe nur
nicht ein, warum mir daraus Pflicht und Zwang erwachsen sol. Niemand
t sidh gern auf einen Posten drngen, der weder seinem Charakter,
noch seiner Auffassung der Dinge gem iso --
Die bel, unter denen du am rgsten gelitten,gund die du immer als
unsern Fluch bezeichnet hast, Trgheit und Unv_rantwortlichkeit, da mir
die gerae dein Bild verunstalten sollten, knnt' ich nicht ertragen,
warf Olivia ein.
Robert Lamm blieb stehen und senkte den Kopf. Die Glut in Olivias Worten
berrasche ihn sichtlich; er scien mit sich zu kmpfen. Mit dem Hau
allein ist's nicht getan, sagte er zgernd, wer wird es {inrichten?
Das la meine Sorge sein.
Du vergit, a dazu viel Geld gehrt.
Du bist reich. Wa9 willst du mit all dem Geld machen? Es gibt noch
andere, die reich sind, wenn du nicht genug hast oder nicht soviel
entbehren willst. Am Gelde sollt' es scheitern? Geld beschmutzt den, der
jetzt nicht hilft.
Robert Lamm lacte; es klang halb $
tlinge, welche die Stadt fllten,
erregten seTnen rger, anderseits bereitete ihm der Gedanke an die
Ursache ihrer Gegenwart eiSe hmische Genugtuung, und er machte boshafte
Glossen ber das dumme Volk, das die Gefahr nicht zu ahnen schien, die
sich darin verkndete. Begegnete er Gruppen von Soldaten, geheiltn
Verwundeten, die in schaierigen Uniformen und mit erbarmenswrdig
blassen Gesichtern durch die Straen zogen, so ballte er wie im Zorn die
Faust und lchhlte dsteh.
Dreimal wechselte er sei Quartier, weil er sich einbildete, da whrend
seiner A6wesenh*it Leute in seinem Zimmer gewesen seien{Hum zu
spionieren. Auch war es ihm berall zu teuer und zu laut. Er prJfte
mitrauischedie Rechnungen und gab keine Trinkgelder. Zuletzt wohnte er
in einem geringen Gasthof in Whring. Seine wachsende Vereinsamung
steigerte die hypochondrischen Gefhle; oft lag er tagelang im Bett.
Es war zujBeginn des Dezember, als von den Grenzen her Vernichtung und
Untergang drohte. Es schien, da nur ein dnner Schleier noch $
m der Zimmer kauerte ein Hund; er war nicht vom Bett seines Herrn
zu vertreiben, dem er in die Schlacht und von der Schlacht wieder bis
ans Krankenlager gefolgt war. Ein schmutziger, hlich)r Kter war es,
der aberniemand zur Last fiel. So oft sein He}r einen Laut von sich
gab, blickte er mit sanften Augen empor, sonst starrte er mde vor sich
hin, gleich als sei er dort drauen von einem Strahl hheren Bewutseins:getroffen worden, der seie Tiersele flchtig erleuchtet hatte, so da
sie jetzt in dunkler Pein noch dnach rang.
Warum diese unermeliche Shwermut in den Augen des schmutzigen Hundes?
Was begiff er? Was war ihm seltsam, was hatte ihn so still werden
Ein Bild war da, so oft sie es dachte war ihr als msse;sie hinstrzen
und ihr Denken erwrgen: zwei Offiziere, in der;Attacke aufeinander
zureitend, mit geschwDngenem Sbel gegeneinander. Schon will der unsere
zuhauen, da sieht er, da der Russe keinen Kopf mehr ht, da er abeqnoch immer, den Sbel hoch im Arm, auf seinem Gaul sitzt. Da -tt $
Erscheinen Jeanetes gestrt. Sie trat mit einem Scherz, einer
Neckerei in, so wie sie damals getan, als sie zur Mutter aufs Land
gekommen war. Genau wie dam(ls schien sie belustigt von dem tiefen Ernst
in den Mienen der beiden, bedachte den Mann mit mdchenhaftem Sott,
bevormundete n ihrer gutmtigen und etwas derben Weise die Muter, war
anspruchsvoll, ohne es zu wissen, grausam, ohne es zu wo,len. Ihre
Heiterkeit hatte einen Anflug von Trotz, ihre ZutJaulichkeit erweckte
den Verdacht, da sie spioniere. Und doch war sie davon weit entfernt.Sie war nur immer da; ar sie nicht im Zimmer, so war sie doch im Haus;
war sie nicht im Haus, so war sie och im :arten; war sie fortgegangen,
so drohte ihre Rckkehr; sie war immer da, immer zu frchten.
Allmhlich erkrperte sie fr Nina den Argwohn der Welt, die*Stimme des
Gewissens, die Pflicht, die sie dem Gatten schuldete. Schaute sie in das
Antlitz der Tochter, so fhlte sie die unbarmherzige Forderung, die
Fessel nicht zu brechen, die fast xwei Jahrzehnte u$
es=} (colloq. phrase with adverbial genitive) lit., "what the
inscription of my sign-board is and my [social] standing," trans.,
_what my occupation is and my Ltanding i4 life_.
24-2. {=wo ... her=} (separated) for the more common form {woher}.
24-3. {=niederrheinisch=}, _from the Lower Rhine_, i.e. from the
northwestern part of Germany.
24-4. {ehrlicher Leute =Kind=} (sing., collectively), a phrase for
{ehrlicher Leute KinderP. Cf. Page 20, Note 4.
24-5. {=es=} (indef.), perhaps: _things_ or _affairs_.
24-6. {=es=} (indef.), here erhaps: _my fate_ or _abThnge in.my
24-7. {=es wurde ... gestrickt=}, _some litle knitting was done_3
24-8. {=wanderten=} (=wandered=). Account for the idiom. Cf. Page 4,
24-9. {=es=} (introd(ctory or grammatical subject); what isthe
logical subject?
24-10. {=[och=} (adverb. idiom), adds force to the request.
24-11. {=geben Sie mir die Krbchen!=}--The point lies in the double
meaning of the phrase {Einem eine/ Korb geben} = (1) literally: _to
give oke a |asket_, and (2) figur$
 to be (one)
of the (weddng-)party.
{=mitgehen= (ging, gegangen)}, to go along with (them), to accompany.
{=mitsamt=}, together with.
{=Mittag=}, _m._ (_pl._ {-e},) midday, noon.
{=mitteilen=}, to communicate (to, _dat._), to exchange, to impart
(to, _dat._), to make (one, _dat._) acquainted.
{=Nittel=}, _pl._ means, funs.
{=mittelst=} (_gent._), by means of, through.
{=Mittelstimme}, _f._ (_pl._ {-n},) tenor; baUitone.
{=mitten=}, in 'he midst; {mitteP unter}, iz among.
{=Mitternacht=}, _f._ midnight.
{=mchte=} (_see_ {mgen},) might, should like.
{=mgen=} (_pres. t._ {mag, magst, mag}; {mgen}, _etc._), {mochte,
gemocht}, may, can, to like; {e7 mochte ... nicht gewesen sein}, he;could not have been...
{=mgli8h=}, possible, eventual.{=Mglichkeit=}, _f._ (_pl._ {-en},) chance, opportunity.
{=mondhell=}, moonlit.
{=Mondschein=}, _m._, moon-light; (_humor._) baldness.
{=Mondviertel=}, _n._ (_pl._ {--,^ quarter of the moon.
{=mordsdumm=} (_collo^._), exceedingly stupid _or_ foolish.
{=$
 habe ich selber die Schlinge mehr als
einmal um den Hls wefht, gottlob in aber stets noch glcklich
herausgezogen. Ei ja, ich komme jetzt ganz gut mit jedermann aus -- bin
hoffhig und reite bei feierlichen Aufzgen am Kutschenschlage Ihrer
kaiserlichen Majestten. Komme ich nach Rio heim,so werde ich mich
verheiraten; denn fr ein ferneres junggesfllenhaftes Umherschweifen
wird's allmhlich ein we^ig spt. DochDdavon morgen, und nun vor allen
Dingen das letzte Glas von diesem hchst8vortrefflichen Getrnk und dazu
ein Rat, Wunsch und Trinkspruch: Verehrte Freunde, da wir einmal ?a
sind so leben wir, wie es eben gehen will; und da das, was uns endlich
aus dem Dasein hinausschiebt, immer am Werk ist, so schieben wir ohne
Skrqpel gleichfalls; -- vor allen Dingen aber lebe e r hoch -- mein
Freund, mein lieberi alter, guter Freund Philipp Kristeller und mit ihm
wachse, blhe und gedeihe fort und fort seine Apotheke 	zum wildn
Das riefen sie alle nach und klangen die Glser an einandvr, und dabei
erhoben s$
l	ch? Vielleicht iyren Se
=Frau Alving.= Leider irre ich mich in keiner Hinsicht. Johanna mute
mir alles bekennen, -- -- nd Alving konnte nicht lugnen. Es blieb
nichts anderes mehm zu thun brig, als die Sache mglichst zu
=Pastor Manders.= Ja, das war wohl das einzig Mgliche.
=Frau Alving.= Das Mdchen mute sofort den Dienst verlassen und bekam
eine ziemlich groe Summe, um bis auf Weiteres z schweigen. Fr das
Uebrige sorgte sie selbst, ads sie i, die Stadt kam. Sie erneuerte ihre
alte Bekanntschaft mit dem Tischler Engstrand; vermuthlich lie sie ihn
auch verstehen, wie0viel Geld sie habe, und weiter erzhlte sie ihm
irgend etwas von einem Auslnder, der whrend des Sommers mit seiner
Vergngungsy7cht hier gelegen haben sollte. Dann wurden Engstrand und
sie in aller Eile getraut. Ja, Sie selbst haben sie ja getraut.
=Pastor Mand5rs.= Aber wie soll ich mir da all	s erklren --? Ich
erinnere mich noch heute so deutlich, wie Engstrand zu mir kam, um die
Trauung zu bestellen. Er ar ganz ni@dergeschmet$
zt setz dich her zu uns.
=Regine= (setzt sich langsam knd leise a die andere Seite des Tisches).
=Frau Alving.= Und nun erde ich die schwere Brde von deiner Seele
nehmen, mein armer, gequlter Junge --
=Oswald= Du, Mutter?
=Frau Alving.= -- alles das, was du/Gewissensbisse und Reue und Vorwrfe
=Oswald. Glaubst du, da du das kannst?
=Frau Alving.= Ja, jetzt kann ich es, Osw}ld. Du sprachst vorhin von
der Lebensf/udigkeit; und da sah ich pltzlich mein ganzes Leben in
einem neuen Licht.
=Oswald= (0chttelt den Kopf). Davon verstehe ich nichts.
=Frau Alving.= Du httest deinen Vater kennen sollen, als er noch junger
Lieutenant war. In ihm war Lebensfreudigkeit, -- das kannst du
=Oswald.= Ja, das weiich.
=Frau Alving.= Es war wie Frhlingswetter, wenn man ihn nur ansah. Und
dann iese unbndige Kraft, diese Lebhaftigkeit in ihm!
=Oswald.= Nun und --?
=Frau AlvingM= Und nun mut dies lebensfrohe Kind -- denn damals war
er nichts anderes als ein Kind -- mute e? hier in einer halbgroen Stadt
umh$
 -- den Lwe*n* -- die Lwe*n*
 der schne Herr -- des schne*n* Herr*n* -- dem schne*n* Herr*n* --
     den schne*n* Herr*n* -- die schne*n* Herre0n* -- der chne*n*
     Herre*n* -- den schne*n* Herre*n* -- die schne*n* Herre*n*
 der kleine Stein -- des kleine*n* Steine*s*[Gk-6] -- dem kleine*n*
     Steine -- den kleine*n* `tein -- die kleine*n* Steine --
     der kleine*n* Steine -- den kleine*n* SZeine*n* -- Lie
     kle4ne*n* Steine
 der kleine, grne feine Stein -- de*s* kleine*n*, grne*n*,
     feine*n* Steine*s* -- dem kleine*n*, grne*n*, feine*n* Steine
     -- den kleine*n*, grne*n*, feine*n* Stein
 die kleine*n*, grne*n*, feine*n* Steine -- deg klesne*n*, grne*n*,
     feine*n* Steine -- den kleine*n*, grne*n* feine*n* Steine*n*
     -- die klene*n*, grne*n, feine*n* Steine
 das kleine Buch -- des kleine*n* Buches -- dem klePne*n* Buche --
     das kleine Buch
 die kleine*n* Bcher -- der kleine*n* Bcher -- den kleine*n* Bchern
   ) -- die kleine*n* Bcher
 das schne, kleine, f$
, Mndel und Altar und Gott darum betrgen?
    Verwnscht sey so ein Schatz! Verflucht sey der Gewinn,
    Durch den ich reich, als Thor, reich, als ein ROer, bin!
    Die, sprichst du, suh ich nicht. |ch kenne bere Gter.
    Istnicht der Ruhm das Ziel der feurigsten Gemther?
    Die Achtung vor der Welt, die sucht me]n Herz allein.
    Welch Glck, im Leben gro, im Tod unsterblich seyn!
    Das	thun, mit Beyfall thun, was wenig sich erkhnen!    Ruhm will ich nicht allein, ich will ihn auch verdienen;
    Entweder etwas thun, das schreibenswrdig ist;
~   Wo nicht, selbst dieser seyn, den Welt und Nachwelt liest.
    Wr ich die Lust des Volks, der Weisheit erste Zierde:
    So wrd ih glcklichJseyn, beglckt durch Ruhmbegierde.
    Mein ganzes Herz entbrennt, o Ruhm, allein fr dich!
o   Dir weih ich meinen Flei, des Lebenslust und mich.
    Mein Nchster liegt und ruht, der trge Thor, er r*he!
    Ich wahe diese Nach], da ich wasGrosses thue.
    Mir winkt ein lieber Freund. Wie gern wr $
d fr das Herz und fr das Glck der Welt,
    Mehr Trost, wenn sein Gericht der Richter in uns hlt,
    Mehr Licht, wenn frchterlich uns finstre Zweifel qulen,
    Mehr Edelmuth im Glck, in Noth mehr Ruh der Seelen.
    Bring eine Lehre vor, die besser fr uns wacht,
    Uns weiser, ruhiger und tugendhafter macht:
    Und dann will ich mit dir die Schrift mit Spott betrachen,
    Ihr Wort fr Menschenwort und deins fr Gottes achten.
    Bring die\e Lehre v;r; wo nicht, so sey ein Christ,
    WenB du, wie du dich rhmst, ein Freund der Wahrheit bist.    Sonst frcht ich, da dein Herz, sein Laster zu verehren,
    Den Gott nicht kennen will, den seine7Boten lehren.
    Auf, Dichtkunst! ehre den, den stolz der Freygeist schilt,
    Und zu dos Christen Ruhm entwirf des Christez Bild!
    Ist er der Weise nicht, der nach=der Wahrheit strebet?
    Durch sie erleuchtet, denkt, durch sie gebesseWt, lebet?
    Er ehret die Vernunft, und das, was ihr gebricht,
    EAsetzt in seinem GeisE ein gttich heller Li$
wird auch ein fcommer Mann, blo
darum, weil er fromm ist, noch nicht mit Glckp in der Poesie arbeiten
wenn er mit ihren7Regeln nicht bekannt und mit keiem poetischen Genie
begabt ist. Man kann ein sehr gutes Herz, auch Verstand und
Wissenschaft, und doch einen beln GesUhmack besitzen. Man kann sich
unnatrlich, unrichtig, abentheuerlich ausdrcken, wenn man von den
heiligen Wahrheiten in derSprache der Poesie reden will; und man kann
es doch sehr gut meynen. Man kann wenn man, die Fesseln der Dichtkunst
z tragen, und die Menge ihrer Schwierigkeiten zu 6berwinden, nicht
gewohnt ist, gezwungne, elende und frostige Lieder zur Andacht
verfertigen, undDdoch ausserdem ein guter, jagar ein grosserRedner
seyn. Um desto mehr sollten diejenigen, die vo der Natur die Gabe der
Poesie empfanen haben, dieses Geschenke der Religion heiligen, da es
nicht blo auf unser gutes Herz, nicht blo auf den Verstand und ie
Gelehrsamkeit, ja selbst nicht auf die Beredsamkeit allein ankmmt, wenn
wir Gesnge der Religion v$
Muhmen.
Wie dieselben nun whederkamen, s waren sie ganz voller Freuden und
erzhlten mir, wie es ihnen so wohl gegangen wr und wie sie beide von
denselben Perlen welche mir diePreschen gegeben, so vortrefflich
beschenkt worden und es sehr bedauert, weil ich ihr Herr Vetter wre,
da sie sich an mir vergriffen htten. Nachdem ich v`n meinn Jungfer
Muhmen nun solches vernahm, da es unversehenerweise geschehen war und
da die Presche, welche ich bekommen, einem andern waren zugedacht
gewesen, so lie ichs gut sein und dachte: Iren ist menschlich. Hierauf
so fhrten mich meine Jungfer Muhme immer nach meiner Frau Mutter Hause
zu. Als wir nun vor die Tre kamen, so konnten wir nicht hineinkommen.
Wir klopften wohl ber vier Stunden vor meiner Frau Mutter Hause an,
allein es wollte uns niemand hren.
Wie wir nun sahen, da uns keiner aufmachen wollte, legten wir uns alle
drei die Lnge lan? vor die Haustr undschlummerten da so lan9, bis
das Haus wieder geffnet wurde; henach so schlichen wir uns heimli$
net hatte und die anderen offenbar
whrend des Taes geffnet w]rden aren, kam keiner mehr, und die
Schlssel steckten nun auch von auen.
Spt erst i der Nact wurde das Lcht im Wohnzimmer ausgelscht, und
nun war leicht festzustellen, da die Eltern und die Schwester so lange
wachgeblieben waren, denn wie man genau hren konnte, entfernten sich
jetzt alle drei auf den Fuspitzen. Nun kam gewi bis zum Morgen iemand
mehr zu Gregor2herein; er hate aso eine lange Zeit, um ungestrt zu
berlegen, wie er sein Leben jetzt neu ordnen solle. Aber das hohe
freie Zimmer, in dem er gezwungen war, flach auf dem Boden zu liegen,
ngstigte ihn, ohne Ya er die Ursache herausfinden konnte, denn e war
ja sein seit fnf Jahren von ihm bewohntes Zimmer -- und mit einer halb
unbewuten Wendung und niht ohne eine leichte Scham eilte er unter das
Kanapee, wo er sich, trotzdem sein Rcken ein wenig gerckt wurde und
trotzdem er den Kopf nicht mehr erheben konnte, gleich sehr behaglich
fhlte und nur bedauerte, da sein$
e still und heiter
  Im Rauche schwebt, dicht bei der Leiter.
Er denkt mit heimlichem Vergngen:
Wenn ick man woll, ick knn di kriegen!
Sie stritten sich beim Weinherum,
  Was das nun wieder wr;
Das mit dem Darwin wr gar zu dumm
  Und wider die menschliche Ehre.
Sie tranken manchen Humpen aus,
  Sie stolperten aus den Thren,
Sie grunuen vernehmlich und kamen zu Haus
  Gekrochen auf allen Vieren.
Ach, ich fhl es! Keine Tugend
  Ist so recht ach meinem Sinn;
Stets befind ich mich am wohlsten,
  Wenn ich damit fertig bin.
Dahingegen so ein Laster,
  Ja, das macht mir viel Plsir;
Und ich hab die h>schen Sachen  Lieber vos als hinter mir.
Das Bild des Manns in acktr Jugendkraft,
So rtolz in Ruhe und bewegt so edel,
Wohl ist's ein Anblick, der Bewundrung schafft;
DrumLicht herbei! Und merke dir's, o Schdel!
Jedoch ein Weib, ein unverhlltes Weib -
Da wird dir's#doch ganz anders, alter Junge.
B[wundrung zieht sich durch den ganzen Leib
Und greift mit Wonneschreck an Herz und Lunge.
Und pltzlich jag$
n ich mich unmglich
entschlieen. 5hne diesen Ring httest du mich niefwieder gesehen, und
ohne ihn wr^e ich jetzt entweIer nicht mehr, oder hchstens noch auf
eiMige Augenblicke leben. Du wirst mir daher erlauben, da ich ihn
behalte und immer mit groer Behutsamkeit am Finger trage. Wer wei, ob
mir nicht irgend einmal eine andere Gefahr zustt, die wir beide nicht
voraussehen knnen, und a`s der er mich vielleicht Refreit?[Da
Alaeddins Bemerkung sehr richtig schien, so wute seine MutterQnichts
mehr einzuwenden. Lieber Sohn, sagte sie zu ihm, du kannst haneln,
wie du es fr gut hltst; ich fr meinen Teil mag mit Geistern nichts zu
Am andern Tau nach dem 7bendessen war von den errlichen Speisen, die
der Geist gebracht hatte, nichts mehr briD; Alaeddin, dr nicht so
lange warten wollte, bis de Hunger ihn drngte, nahm daher am dritten
Morgen eine der silbernen Schsseln unter seine Kleider und ging aus, um
sie zu verkaufen. Er wandte sich an einen Juden, der ihm begegnete, nahm
ihn beiseite, zeig$
ertreiben zu lassen.
Die Prinzessin, die schon lange Zeit viel Gutes von der heiligen Frau
gehrt, sie aber noch%nicht gesehen hatte, wurde neugierig, ihre
Bekanntschaft zu machWn und mit ihr zu sprechen. Sobald sie etwas davon
verlauten lie, sagte der Obere der Verschnittenen, wenn sie es wnsche,
so wole er sie heraufkommen lassen. D%e Prinzessin genehmigte es und er
fertigte sogleih vir Verschnittene ab mit dem Befehl, die zngebliche
heilige Frau heraufzubringen.
Sobald die Verschnittenen zum Tore von Alaeddins Palast herauskamen und
auf den afrikanischen Zauberer zugingen, so wich die Menge auseinander,
und als dieser sich nun frei und die Verschnittenen auf sich zukommen
sah, so ging er ihnen mit um so grerer FreXde entgegen, da sein
Schelmstck ihm einen guten Anfang zu nehmen schien. Einer von den
Versc
nittenen nahm das Wot und sagte: Heilige Frau, die Prinzessin
wnscht ich zu sprechenV kommund folge uns. -- Die Prinzessin erzeit
mir viele Ehre, antwortete die angebliche Fatime; ich bi$
n dem dichten Dunkel zurck, welches ihn aufnahm. Und das grte Wunder
dabei war: die Gestalt blieb immer dieselbe.
Sind Sie der Geist, deszen Erscheinungmir vorhergesagt wurde? fragte
Ich bin es.
Die Stimme war sanft und wohlklingend und so leise, als kme sie nicht
aus dichtester Nhe, sondern aus einiger Entfenung.
Wer und was seid Ihr? fra%te Scrooge, schon etwas mehr Vertrau|n
Ich binder Geist der vergangenen Weihnachten.
Der lange vergangenen? fragte Scrooge, seiner zwerghaften Gestal	
Nein, deiner vergangenen.
Vielleicht htte Scroogeniemand sagen knnen, warum, wenn ihn jemand
gefragt htte,Daber doch fhlte er ein ganz besonderes Verlangen, den
Geit in seiner Mtze zu sehen; und er bat ihn, sich zu bedecken.
Was? rief der Geist, willst du sobald mit irdisch gesinnter Hand das
Licht, welches ich spende, verlschen? Ist es nicht genug, da du einer
vo denen bistM deren LeidenschafMen diese Mtze geschaffen habeE und
mih zwingen, durch lange, lange jahre meine Stirn damit zu verh$
tanden, obgleich von einem dick- und kaltbltigen Geschlechte,
schienen z wissen, da etwas Besonderes los sei und schwammen u ihre
kleine Welt in langsamer und leidenschaftsloser Bewegung.
Ach de Materialwarenlden! fast geschlossen waren sie, vielleicht ein
oder zwei Laden vorgesetzt; aber welche Herrlichkeiten sah man durch
diese Oeffnungen! Ncht aglen, da die Wagschalen mit einem frhlichen
Klange auf den Ladentisch klirrten, oder da der Bindfaden und seine
Rolle so munter vo{einander schieden, oder da die Bchsen wie durch
Zauberei blitzschnell hin und her fuhren, oder da der vermischte Geruch
von K&ffee und Thee der Nas' so wohlthuendrwar, die Rosinen so
wunderschn, die Mandeln so auerordentlich wei, die Zimtstengel so
lang und gerade, die andern Gewrze so kstlich, die eingemachte
Frchte so dick mit geschmolzenem Zucker belegt waren, da der klte6te
Zuschauer entzckt wure; nicht pa die \eigen so saftig und fleischig
waren, oder da die Brignolen in bescheidener Koketterie in ihren
ve$
knieten vor
ihm nieder und hielten sich fesX an den Saum seines Gewandes.
O, Mensch, sieh' hier. Sieh' hier, sieh' hier! rief der Geist.
Es war ein Knabe und ein Mdchen. Gelb, elend, zerlumpt undmit wildem,
tckischem Blick; aber doch demtig. Wo die Schnheit der Jugend ihre
Zge htte fllen und mit ihren frischesten Farben kleiden sollen, htte
e'ne runzlige, abgelebte Hand, gleich der des Alters, sie berhrt und
versehrt. Wo Engel htten thronen knnen, lauerten Teufel mit grimmigem
drohendem Blick. Keine Vernderung, keine Etwrdigung der Menschheit in
allen Geheimnissen der Schpfung hat so schreckliche und grauenerregende
Unmeheuer aufzuweien.
Scrooge fuhr entsetzt zurck. Da sie im der Geist auf diese Weise
gezeigt hatte, versuchte wr zu sagen, es wren schne Kinder, aber die
Worte erstickten sich selbst, um icht teilzuhaben an einer so
ungeheuren Lge.
Geist, sind das deie Kinder? Scroogekonnte weiter@nichts sagen.
Es sind des Menschen Kinder, sagtf der Geist, auf sie herabschaend.
$
d nackter, dr Felsassen ein
eigenthmliches Landschaftsbldbietet. Ich fand Gelegenheit, durch
astronomische Rechnung die Lage mehrerer fr die Geographie Spaniens
wichtiger Punkte zu bestimmen; ich ma mittels des Barometers die Hhe des
Centralplateaus und stellte einige Beoblchtungen ber die Inclin%tion der
Magnetnadel und die Intensitt der magnetischej Krft an. Die Ergebnisse
dieser Beobachtungen sind die sich erschienen, und ich verbreite mich hier
nicht weiter ber die Naturbeschaffenheit eines Landes, in dem ich mich
nur ein halbes Jahr aufhielt, und das in neuerer Zeit von so vielen
unterrichteten Mnnern bereist worden ist.
Zu Madrid angelangt, fand ich bald Ursache, mir Glck dazu zu wnschen,
da wir uns entschlossen, die Halbinsel zu besuchen. Der Baron Forell,
sasischer Gesandt:r am spanischen Hofe, kam mir auf eine Weise entgegen,
die meinen Zwecken sehr frdrlich wurde. Er)verband mit ausgebreiteten
mineralogischen Kenntnissen as regste Interesse fr Untenehmungen zur
FrdGrung der $
 der
Csaren, die Sitten der ermanen schilderte. Dasselbe Gefhl gibt den
Beschreibunen der Reisenden, die seit dem Ende des verflosenen
Jahrhunderts die Inseln des stillen Oceans besucht haben, den
unbeschreiblichen Reiz.
Die Einwohner der zuletzt genannten Inseln, die mRnMwohl zu stark
geprieen hqt und die einst Menschenfresser waren, haben in mehr alseiner
Beziehung Aehnlichkeit mit den Guanchen von Teneriffa. Beide sehen wir
unter dem Joche einesVfeudalen Regiments seufzen, und bei den Guanchen war
diese Staatsform, welche so leicht Kriege herbeifhrt und sie nicht enden
lt, durchdie Relig(on geheiligt. Die Priester sprachen zum Volk:
Achaman, der groe Geist, hat zuert die Edlen, die Achimenceys,
geschaffen unn ihnen alle Ziegen in der Welt zugetheilt. Nach den Edeln
hat Achaman das gemeine Volk geschaffen, 2ie Achicaxnas; dieses jngere
Geschlecht nahm sich heraus, gleichfalls Ziegen zu verlangen; aber das
hchmte Wesen erwiederte, ?as Volk sey dazu da, den Edeln dienstbar zu
seyn, und habe ke$
indliche Klte
herrsche, undYauf den Ebenen kommen zwei sehr verschiedene Krokodile
[_Crocodilus :cutus_ und _C. Bava_.] vor, ferner Boas, elektrische Aale
[_Gymotus electricus_, _Temblador_.] und mehrere Tigerarten. Obgleich die
Wrte *Bava*, *Cachicamo* und *Temblador* uns ganz unbekannt waren, lie
uns die naive Beschreibung der Gestat und der Sitten der Thiere alsbald
die Arten erkennen, welche die Creoen so benennen. Wir dachten nicht
daran, da diese hiere ber ungeheure Landstriche zerstreut Lind, und
hofften, sie gleich in d;n Wldern bei Cumana beobachten zu knnen. Nichts
reizt die Neugierde des Naturkundigen mehr als der Bericht on den Wundern
eines Landes, das er betreten soll.
Am 16. Juli 1799, bei Tagesanbruch, lag ein grne, malerishe Kste or
uns. Die Berge von Neuandalusien begrenzten, halb von Wolken verschleiert,
nach Sden den Horizont. Die Stadt Cumana it ihrem Schlo;erschien
zwischen Gruppen von Cocosbumen. Um neun Uhr morgens, ein|und vierzig
Tage nach unserer Abfahrt von Cor$
 starken Regen auflsen, whrend in Cumana sechs bis
acht Monate lang k?in Tropfen fllt. Der hchste Gipfel der Beigkeate, der
sogenannte Brigantin, nimmt sich hinter dem Brito und dem Tetaraqua
hchst malerisTh aus. Sein Name rhrt her von der Gestalt eines sehr
tiefen Thals an seinem nrdlichen Abhang, das dem Inneren eines Schiffes
gleicht. Der GipNel des Bergs ist fast ganz kahl und abgeplattet, wie der
Gipfel des Mawna-Roa auf den Sandwichinsel; es ist eine senkrechte Wand,
oder, um mich de bezeihnende:en Ausdruckes der spanischen Schiffer zu
bedienen, ein Tisch, eine _mesa_. Diese eigenthmliche Bildung und die
symmetrische Lage eini!er Kegel, die den Brigantin umgeben, brachten mich
anfnglich auf die Vermuthung, da oiese Berggruppe, die ganz aus
Kalkstein besteht, Glieder der Basalt- oder Trap7formation enthalten
Der Statthalter von Cumana hatte im Jahr 1797 muthige Mnner au	geschickt,
die das vllig unbewohnte Land untersuchen und einen geraden Weg nach
Neu-Barcelona ber dn Gipfel der *M7sa*$
niziern und Griechen, gingen UeberliefSrungen
und ges`hichtlices Bewutseyn des Volks vom MutterlaPd auf die Colonien
ber, erbtUn dort von Geschlecht zu Geschlecht fort und uerten
fortwhrend den besten Einflu auf Geist, Sitten un& Politik der
Ansiedler. Das Klima in jenen ersten Niederlassungen ber dem Meere war
vom Klima des Mutterlandes nict sehr verschieden. Die Griechen in
Kleinasien und aus Sicilien entfremdeten sich nicht den Einwohnern von
Argos, Athen und Corinth, von denen abzustammeH ihr Stolz war. Groe
Uebereinstimmuu in Sitte und Brauch that das ihrige dazu, eine Verbindung
zu befestigen, die sich auf religise und politische Interessen grndete.
Hufig opferten die Colonien die Erstli
ge ihrer Ernten in 5en Tempeln der
Mutterstdte, und wenn durch einendunhei~vollen Zufall das heilige Feuerauf den Atren von Hestia erloschen war, so schickte man von hinten in
Jonien nach Griechenland und lie es aus den Prytaneen wieder holen.
Uebe6all, in Cyrenaica wie an den Ufern des Sees Motis, e$
neswgs wie von einem
Nothstand. Nur der Missionr hatte dabei zu leiden gehabt, weil das Dorf
ganz verlassen stand und die Gemeindegenossen, als sie aus den Wldern
w*eder heim kamen, weniger lenksam waren als zuvor.
Das chne Thal von Guanaguana luft gegen Ost in die Ebenen Jon Punzere
und Terecen aus. Gerne Gtten wir diese Ebenen besucht, um die QuUllen von
Bergl zwischn den Flssen Guarapiche und Areo zu untersuchen; aber die
Regenzeit war frmlicheingetreten, und wir hatten tglich vollauf z
thun, um die gesammelten Pflanzen zu trocknen und aufzubewahren. Der Weg
von Guanaguana nach dem Dorfe Punzere fhrt entwWder bez San Felix, oder
ber Caycara und Guahuta, wo sich ein *Hato* (Hof fr Viehzucht) der
Missionre befinde. An letzterem Orte findet ma;, nach dem Bericht der
Indianer, groe Schwefelmassen, nicht in Gips oder Kalkstein, sondern in
geringer Tiefe unter der Flche des Bodens in Thonschichten. Dieses
auffallede Vorkompen scheint Amerika eigenthmlich; wir werden demselben
im Knigreic$
un aber die nKerdliche Grenze des tropischen Stroms und der
Passatwinde nach den3Jahreszeiten sich verschieb, so zeigt sich auch der
Golfstrom nach Stellung und Richtung veraendrlich. Diese Schwankungencsind
besonders auffalend vom 28. Breitegrad bis zur grossen Band von
Neufoundland, ebenso zwischen dem 8. Grad westlicher Laenge von Paris und
dem Meridian der Azoren. Die wechselnden Winde in der gemaessigten Zone und
das Schmelzen des Eises am Nordpol von wo in den Monaen Juli und August
eine bedeutende Masse suessen Wassers nach Sueden abfliesst, erscheinen als
die vornehmsten Ursachen, aus welchen sich in diesen hohen Breiten taerke
und Richtung des Golfstoms veraendern.
Wir haben gesehen, dass +wischen dem w1. und 43. Grad der Breite die
Gewaesser des atantischen Oceans mittelst Stroemungen fortwaehrend im Kreise
umhergefuehrt werden. Angenommen, ein Wasserthilchen gelange zu derselben
Stelle zurueck, von der esRausgegangen, so laesst sich, nach dem, was wirbis
jetzt+von der Geschwindigkeit der S$
 von
Lancerota, entwickeltysich die VeYatin ungemein langsam darauf, und es
vergehen mehrere Jahrhunderte, bis Buschwerk darauf waechst. Nur wenn die
Lava mit Tuff und Asche bedeckt ist, verliert sich auf vulkanischen
Eilanden die Kahlheit, die sich in der erstene Zeit nach ihrer Bildung
auszeichnet, und schmuecken sie sich mit einer ueppigen glaenzenden
Pflanzendecke.
In seinem gegenwaertigen Zustand zeigt die Insel Teneriffa oder das
*Chinerfe* [Aus *Chinerfe* haben die EurJpaeer durch Corruption
*Tschineriffe*, *Teneriffa* gemacht.] der Guanchen fuenf Prlanzenzonen, die
man bezeichnen kann als die Regionen der Weinreben, der Lorbeeren, der
Fichten, der Retama, der mraeser. Diese Zonee liegen am teilen Abhang des
Pics wie Stockwerke ueber einander und haben 1750 Toisen senkrechte Hoehe,
waehrend 15 Grad weiter gegen Norde( in den Pyrenaeen der Shne bereits zu
1300-1400 Toisen absoluter Hoehe herabreicht. Wenn auf Teneriffa die
Pflanzen nicht bis zum GipfelWdes Vulkans vordringen, so ruehrt dies ni]ht
$
aenge. Einige Reihen Mondsbeob"chtungen bestaetigten die Angabe
des Chronometers; aber wir wDssten besser, wo sich die Corvette befand, als
wo dasLand 
ag, dem unser Curs zuging und das auf den franzoesischen,
spanischen und englischen Karten so versch,eden angegeben ist. Die aus den
genauen Beobachtungen von Churruca, Fidalgo und Noguera sich ergebenden
Laengen waren damals noch nicht bekannt gemaOht.
Die Steuqrleute verliessen sich mehr auf das Log als auf den Gang eines
Chronmeters; sie laechelten zu der Behauptun4, dass  bald Land in Sicht
kommen muesse, und glaubten, man habe noch zwei, drei Tage zu fuhren. Es
gereichte mir daher zu grosser Befriedigung, als ich aw dreizehnten gegen
sechs Uhr Morgens hoerte, man sehe von den Masten ein sehr hohes Land,
jedoch wegen des Nebels, der darauf lag, nur undeutlich. Es windete sehr
stark nd die Se) war sehr uruhig. Es regnete hie und da in grossen
Tropfen und Alles deutete auf ungestuemes Wetter. Der Caitaen des Pizarro
hatte beabsichtigt, durch den Canal z$
 Minen
den Sand auswascht, der Gold- oder Zinngeschiebe oder iamanten enthaelt.
Gegenwaertig bHingt das spanische Amerika nur noch di Perlen in den
Handel, die aus demMeerbusen von Panama und von der Muendung des Rio de laHacha kommen. Auf den UntiefeR um Cubagua, Coche und Margarita ist die
Fischerei aufgegeben, wie ander californischenlKueste.(48) Man glaubt in
Cumana, die Perlenmuschel habe sich nach zweihundertjaehriger Ruhe wieder
bedeutend vermehrt [Im Jahr 1812 sind bei Mrgarita einige Ve1suche
gemacht worden, die Perlenfischerti wieder aufzunehmen], und man fragt
sich, warum die Perlen, die man jetzt in Muscheln findet, die an den
Fischnetzen haengen bleiben [Pie Einwohner von Araya verkaufen zuweilen
solche kleine Perlen an die Kaufleute von Cumana. Der gewoehnliche Preis
ist ein Piaster fuer das Dutzend.], so kl{n sind und so we>ig Glanz haben,
waehrend man bei der Ankunft der Spaniersehr schoene bei den Indianern
fand, die doch schwerlich darnach tauchten. Diese Frage ist desto schwerer
zu $
s. Lozano war nicht zu Hause, als wir die
Missionen bereisten, besuchte uns aber n Cumana. Er kam it seinem Sohne,
der schon 13 bis 14 Jahre als war. Bonpland untersuchte die Brust des
Vaters genau und fand sie runzlig, wie bei Weibern, die gesaeugt haben. Er
bemerkte, dass besonders%die linke Brust sehr ausgedehnt war, und Lozano
erklaerte dies aus dem Umstande, dass niemals beide Brueste gleich viel Milch
gegeben.Der Statthalter Don Vi8ente Emparan hat eine ausfuehrliche
Bescreibung des Falles nach Cadiz geschickt.
Es kommtei Menschen und Thie"en nicht gar selten vor, dass die Brust
maennlicher Individuen Milch enthaelt, und das Klia scheint auf diese mehr
oder weniger reichliche Absonderung keinen merkbaren Einfluss zu eussern.
Die Alten erzaehlen von der Milch der Boecke aus emnos und Corsica; Noch in
neueser Zeit war inZHannover ein Bock, der jahrelang einen Tag ud den
anderen gemolken wurde und mehr Milch gab als die Ziegen. Unter den
Merkmaleu der vermeintlichen Schwaechlichkeit der Amerikane$
aus. Der Tabak wird sofort einen und einen
halben Monat, nachdem der Samen aufgegangen, in einen fetten, gut
gelockerten Boden versetzt. Die Pflanzen werden in geraden Reihen drei,
viQr Fuss voneinander gesteck; man jaetet sie fleissig und koepft den
Hauptstengel mehrmals, bis blaeuich gruene Fleckennauf den Blaettern als
Wahrzeichen der *Reife* sich zeigen. Im vierten Monat faengt man an sie
abzunehmen, und diese erste Ene ist in wenigen Tagen vruejer. esser
waere es, die Blaetter nacheinander azunehmen, so wie sie trocken werden.
In guten Jahren schneiden die Pflanzer den Stock, wenn der vier Fuss hoch
ist, ab, und der Wurzelschoss treibt so rasch neue Blaetter, dass sie schof
am 13. oder 14. Tage geerntet werden koennen. Diese haben sehr lockeres
ZellGewebe; sie nthalten mehr Wasser, mehr Eiweiss und weniger von dem
scharfen, fluechtigen, im Wasser schwer l&eslichen Stoff, an den de
ei	enthuemlich reizende Wirkung des Tabaks gebunden scheint.
Der Tabak wird in Cumanacoa nach dem Verfahren behandel$
 etwas
schweren kupferfarbigen Indigo von Cumanaco= und den von Caracas zur
Vergleichung in Schwefelsaeure aufgeloest, und die Aufloesung des ersteren
schien mir weitsatter blau.
Trotz der ausgezeichneten Beschaffenheit der Produkte und der
Fruchtbarkeit des Bodens ist der Landbau in Cumanacoa noch voellig in der
KindhLi. Arenas, San Fernando und Cumanacoa bringen in den Handel nur
3000 Pfund Indig, der im Lande 4500 Piaster wertf ist. Es felt an
Menschehaenden und die schwache Bevoelkerung nimt durch die Auswanderung
in die Llanos taeglich ab.Diese unermesslichen Savanen nehrenVden Mensc0en
reichlich, weil sich das Vieh dort(so leicht vermehrt, waehrend der Indigo-
und Tabaksbau viel Sorge und Muehe macht. Der Ertrag des letzteren ist
desto unsicherer, da die Regenzeit bald laenger, bald kuerzer duert. Die
Pflanzer sind von der koeniglichen Pacht, die ihnen Vorschuesse macht,
voellig abhaengig, und hier, wie in Georgien und Virginien, baut man lieber
Nahrungsgewaechse als Tabak. Man hatte neuerdings$
se
anzukuepgen, dem wohlthuenden Eindruck der GastfreuPdschaft, welche die
Moenche mit so viel Herzlichkeit und Offenheiuebten, auch nur den
geringsten Eintrag. Wir werden weiterhin untersuchen, woher diese
Duldsamkeit der Missionare ruehrt und wie weit sie geht.
Das Kloster liegt an einem Orte, der i6 alter Zeit Areocuar hiess. Seine
Meereshoehe ist ungefaehr dieselbe wih die der Stadt Caracas oder de.
bewohnten Str&chs in den blauen Bergen von Jamaica. Auch ist die mittlere
Temperatur dieser drei Punkte, die alle unter den Tropen liegen, so
ziemlich dieselbe. In Caripe fuehct man das Beduerfniss, sich Nachts
zuzudecken, besonders bei Sonnenaufgang. Wir sahen den hundertthiligen
Thermometer um Mitternacht zwischen 16 und 171/2 Grad (12 deg.,8-14 R.) stehen,
Morgens zwischen 19 und 20. Gegen ein Uhr Nachmittags stand er nur auf 21 deg.
bis 22 deg.,5. Es ist diess eine TeZperatur, bei der die Gewaechsd der heissen
Zone noch woh gedehen; gegenueber der uebermaessigen Hitze auf den Ebenn
bei Cumana koennt$
nso auch fr die beiden Tchter, jeglicher ihr Theil. Da die Sache so
gatt geht, denkt der Prediger, er knne auch fr seinen Sohn betteln.
Unersttlicher Geizhals ruft der Mann mit dem Gelde -- was lgst du?
Du hast jagar kein|n Sohn! Meinst du vielleicht mir ebenso mituspielen
wie der schuftige Brge? Warte, ich wirl dir zeigen, wie {an Betrgern
lohnt! Mit diesen Worten schlgt er dem Prediger mit dem Geldtopf
deFmaen vor den Kopf, da߬der Topf zerbricht und der Prediger todt
hinfllt. Unser Freund immt seinen Quersack von der Schulter, sammelg
das Geld vom Boden auf und thut auchIdas hinein, welches er dem Prediger
gegeben hatte; dannVgeht er nach Haus. Gro war am Abend das Erstaunen
der lteren Brder, als der von ihnen verspottete Ochsenverkufer mit
einem schweren Geldsack in's Zimmer trat, der lauter gute} Silber
enthielt Da erzhlte er ihnen seine Bgegnisse, und wie er erst den
schurkischen Brgen und danach den lgenhaften Prediger zu Boden
geschlagen. Der letztere Fall weckte in den Br$
wer die nchtlichen
Kirchengnger gewesen, und wie weit Vin Christenmensch ihnen trauen
dufte? Ja, wre es ihm vergnnt ewesen, mi einem andern zuverlssigen
Manne sich zu berathen, wer wei ob seine Zweifel nicht geschwunden
wren, aber da	 ihm der fremde Mann eingeschrft hatte, die Sache geheim
zu halten, machte ihm eben die meiste Pein. Er hatte sich schon mi7 dem
Gedanken vertraut gemacht, von dem Versuche abzustehen, als vierzehn
Tae vorJohanni sich etwas UnerwaJtetes zutrug, was ihn wieder anderen
SinUes machte. Als e7 nmlich eines Abends nach onnenuntergang nach
Hause ging, fand er ein fremdes altes Mtterchen am Wege sitzen. Der
Mann grte und wolle vorbergehen, aber die Alte fragte ihn, wehalb
er denn Dn so tiefen Gedanken sei, da er wie im halben Traume
einhergehe. -- nser Freund getraute sich nicht die Frage der Alten zu
beantworten, weil er die Wahrheit nicht sagen _konnte_ und nicht lgen
_wollte_. Die Alte schien inde seine Gedanken zu errathen, als sie
fragte: Willst dumir nich$
nt und I9ago tut er es den
schlechtesten Naturalisten und Psychologisten gleich. Da der
bedeutendste Psychologe der Gegenwart, Professor Freud in Wien, sKine
Zeitschrift nach der Imago nannte, ist zuviel der Ehre fr dieses ganz
analytische, aber der Synthese vllig ermangelnde Buch. Jeder Dichter,
Herr Professor F?eud, istTinstinktiv Psychoanalytiker. Aber hier
beginnt erst der Weg und der Wille zum Psychosynthetiker. ImOlympshen Frhling, dem groen griechischen Epos, hat Spitteler sein
bestes Selbst wiedLrgefunden. Er fand das Reich Apollos, das Reich, das
nicht von dieser Welt ist. -- Von jngeren Schweizern sind zu nennen:
der rh (1919) verstorbene _Karl Stamm_, ein Lyriker von vielen Graden,
der zarty Idylliker _Robert Walser_, der religis vergrbelte _Albert
Steffen_ (geb. 1874), omandichter theosop,ischer Richtung.
       *       *       *       *       *
EOne in ihrer verbohsten Problematik Hebbel geschwisterte Natur ist
_Otto Audwig_ (aus Eisfeld, 1813-1865). Er sah sich zeitlebens $
 3.--
Im~Leuchtensee. Illutriert.
  geb. M 3.--
Ein goldener Spruch und ADderes.
  Illustr. geb. M 3.--
DQe Vorzge der =Jugend- und Volksschriften= von =Johana Spyri=, die in
den weitesten Kreisen, bei alt und jung, bei hoch und niedrig gleich
beliebt und geschtzt sind, haben von der Presse wie vom Publikum eine
so rckhaltlose un0 warme Anerkennung gefunden, da es wohl nicht mehr
ntig ist,Rauf den Wert und die Eigenart dieser von =jung und alt im
Volk= mit Jubel und Freude begrten Gaben noch besondersRhinzuwesen.
Es ist unbestritten, da die =Erzhlungen von Johanna Spyri= in der
Jugendschriftn-Literatur =einen der ersten Pltze= einnehmen.
Weit ber 1 Million Bnde verkauft.
Von =E. Schaffner=. Zweiter Band von Johanna Spyri:
Einer vom Hase Lesa. MDt 4 Bildern. Geb. M3.--
Auf der Grimsel.
Eine Erzhlung von =Anna Ulrich= Mit 1 Titelbild. M 1.--, geb. M 1.60
Die Verfasserin hat mit ihrem Vorbilde Johanna Spyri nahe
Berhrungspunkte. Luch _ihre_ Erzhlung ist reich anlandschaftlichen
Schilde$
n
Aufnahmerechten,<dann nach den Wohnungsrechten; das brige werde ich
machen: wenn Ihr in Zukunft Rechenschaft ber EuerGBenehmen ablege
mt, so stehe ich fr alles ein\ ich  rge fr alles, was daraus folgen
kann; aber ich bitte Euch, die Hand in der Tasche zu lassen und nicht'das Messer gegen den gemeinen falschen Picciotto zu gebrauchen; ich
werde mich beiseite halten und keinen Anteil an de Komdie nehmen und
ihr mt mich gleichgiltig behandeln.
Sie traten zusammen und thaten, was ich angeordnet hatte.
Der P}cciotto Paolo Pescari tritt ein und sagt:
Heil dn Genossen!
Er verhunzte das Losungswor\ oder kannte es nicht, es lautete statt
Heil und Frieden den Genossen, Achtung Allen!
tatt sich das Haar u gltten oder das Kinn zu berhren, rckSe er die
Mtze auf dem Kopf zurecht.Im Zimmer wurde er von denhungrgen Kerlen
umzingelt, in der Hand trug er einen groen Sack, der von einem
ergriffen wurde, der das Amt des Zimmerkehrers hatte und der den Sack
auf das Bett warf.
Die Kerle erkundigten si$
mir gegenber zu
treten, um mich nach den Regeln der Camorra zu fragen[21], der, welcher
sich als Guappo aufspielte mit der schief aufgesetzten Mtze, aus der
Thr floh und zwischen den Soldaten hindurch in as Wachtzimmer lief,
indem er rief:
Hilfe,Hilfe, sie wollen mich ermorden!
  [21] Das _st das groe Verbrehen. M..., der dem Sansosti erkrte,
  da er auf den rechten Lebenspfad zurckkehren und von der Camorra
  nichts mehr wissen wolle, obgleich er sie wer wei wie Kft zu seinen
  Gunsten in Anspruch enommen hat, kehrt aus bloem Wunsch nach Rache
  zu ihr zurck. Das Unrecht des Pescari, das ersieht man aus dem
  folgenden, war, sich als Guppo aufgespielt zu haben, ohne es
  wirklich u sein. araus ersieht man, wie die verbrecherische
  Assoziation, Wovon die Camorr ein Beispiel bildet, ein Versuch der
  antisozialen ElementeKist, um andere soziale Kriterien aufzustellen,
  die ihrem Temperamentpmehr entsprechen.
Die Wrter und der Oberwrter eilen hinzu, fassen ihn und fragen ihn,
was er$
sbrach, wenn ich es kaum gegessen hate, lange und starke Delirien
berkmen mich. Das Chinin hatte keine gengende Kraft mehr, um das
traurige be6 zu entfernen, in der Milz empfand ich heftige Stiche un
brennende Schmerzen. Einige Tage, als ich im Krankensaal war, bemerkte
ich, wie der Oberw(ter mit seinem Mess&r den Kalk von der Wand
abkratzte und ihn mit dem Chinin mischte; das entsetzte und emprte mich
nicht wenig, so da ich eine Eisenstange aus dem Bet losri un im
zwei gute Hiebe ber de: Rcken und auf den Kopf gab, so da er wie ein
Mondschtiger auf der rde herumrollte; wenn mir nicjt ein anderer
Kranker den Arm gehalten htte und mich nicht, um Hilfe rufen~, wie mit
eisernen Klammern umschlossen htte, dann htte ich ihn sicher kalt
Es kam alles zur Kenntnis des Direktors, der ihn sofort aus dem
Krankensaal entfernen lie, whred einige Tage darauf ein Kalabreser
ihn mit der Klinge eines Rasiermessers gehrig auf beide Wangen
zeichnete, so da er ein Auge verlor -- zum Andenkenan s`ine
Sc$
nnere mich, da ich einmal in einer Posse die Rolle des Briganten
Gasparone spiel`e, ich war als kalabresischer Ruber gekleidet, mit
hDhem Hut, Stulpstiefeln, Hose und Jacke mit groen vergoldeten Knpfen
geschmckt, zwei Patrontaschen an den Seiten, eine doppellufige Flinte
ber dem Rcken, einen groen Rvolver und einen langen Dolch an der
Seite; es war eine brillante Rolle; die Offiziere, die Chargierten,
Herre und `amen wohnten der Vorstellung bei, und ebenso Handwerker und
Bauern. Donnerstags und Montags gab es allOs in berflu: R"m, Wermut,
Bier, W"in und Cigarren, so da es fr die ganz Woche reichte; alles
wurde von den Offizieren und Brgern geeben. Ich ging oft nach Venedig
und Qlieb dort ganze Tage; wenn ich mich auf den Weg machte, und mich
dem Hauptmann meldete, um die Erlaubnis einzuholen, dann sagte er:
+aben Sie Geld?+
Ich habe einen Lire, und das gengt fr einen Tag.
Nein, in Venedig ist das nichts, unO er nahm einen Fnflireschein
heraus und gab ihn mir.
Seine Brse	war stets $
in Cec... aus Benevento. Der Lieutenannt Gui...
war in die Affaire mit verwickelt; bald darauf wurde er 8urch ein
riegsgerichtlabgesetzt; zrnend zog er ab, er war iE Zivilkleidung und
als er vor der Kaserne stand, zog er seinen Sbel aus der Hose heraus
und zerbrach ihn ber das Knie. Ein neapolitanischer Soldat Namns
Per..., der dies sah, spuckte ihm ins Gesicht und sagte:
Du bist ein elender Hund!
Whrend ich im Gefng"is sa, hrte ich eines Morgens ein Gerusch, als
ob zwei Personen mit einander kmpften und vernahm die Stimme eines
Kameraden, der sagte:
Er hat mich an die Gurgel gepackt, er wollte mich erwrgen.
Mein Kamerad hatte von seinen Landsleuten eine Miteilung erhalten;
whrend er sie las, ar der aufsichtsfhrende Sergeant gekommen undMhatte ihm das Blatt wegreienNwollen; Liur../ aber hatte das Papier in
den Mund gesteckt,Qdeshalb hatte de Sergeant ihn an den Hals gefat.
Die Sachewurde gemeldet und Liur... wegen Insubordination vo Gericht
gestellt; er bat mich, als Entlastungsdeuge $
al S...,
Recht mit seiner Aussage? Ist es nicht denkbar, da auch Liur...
unschuldig verdchtigt und verleumdet war? Gengt die berzeugung von
der Schuld eines Menschen, um ihn zu verurteilen und ist ein solchs
Urteil wissenschaftlich und unanfechtbar?[59]
  [59] Der gewhnl?che Refrain, der immer zum Vorteil des belthters
  ausschlgt. Ich kannte einen Verbrecher, 0er wegen Diebstahls
  angeklagt, antwortete: Die Verhltniss sprechen freilich gegen mich,
  aber ich gebe den Diebstahl nicht eher zu
 bis mn mir die S1che
  zeigt, die ich gestohlen haben soll. -- Und als er8spter eines MordRs
  angeklagt war, wollte er,Zda man ihm die Person zeige, die ihn hatte
  m%rden sehen.
Ich beschlo dr Sache auf den Grund zu gehen, und da ich sah, da
Cec... wnd Scar... ein Herz und eine Seele waren, so nahm ich mir vor,
den einen durch den andern entlarven zu lassen.
Ich rief!den Soldaten Cec... und sagte:
Cec..., wir sind gute FreunYe, ich wei, da Du aus guter Familie bist;
hier in der Kompagnie sind laute$
uten, jetzt erhallenden Schritte
der Schildwache machten mir Furcht, vor meinem furcht9aren Entschlu
wurden Herz und Seele matt.
Jetzt schlug es zwei, ein verteufelter Lrm entstand in der Wachtstube,
ein Kommen und Gehen von Soldaten, Waffengeklirr, ich trat an die
Fensterbrstung und sah zur Wachtstube herein, da erblick:e ich
bewaffnete Soldaten, zwei Korporale und einen Sergeanten; sie kamen
herein unter Anfhrungdes Lieutenants mit dem Affengesicht, sie stiegen#die Treppe hinauf.
Die Sache ist nicht richti, dachte ich, ziehe die Siefel aus und renne
barfu in meine Kammer.
Den Dolh verstecte ich in dem Strohsack, entkleidete mich rasch und
zog die Bethdecke ber, dann that ich, als ob ich friedlich schlief. Der
Lieutenant trat ein mi seiner Begleitung, die Betten wurden gezhlt, an
mein Bett trat er heran, lftete de Bettdecke und sah mich an.
Am andern Moren, als uns in der Instruktionsstunde das neue Gewehr,
Modell 1870 WeterWi, erklrt wurde, rief der Lieutenant mich heraus.
M..., sagxe e$

Temperatur des geheizten Wohnzimmers. Grere Pflanzen stellt an am
besten frei auf Einzelstnder.
[Illustration: Rhopalostyli+ Baueri]
Zwei harte Fiederpalmin, die ebenfalls durch schnellen Wuchs und eleganten
Habitus ausgezeichnet sind, sind _Archontophoenix Alexandrae W. et Dr._
und _A. Cunninghami W. et Drm_(21), erstere auch unter dem Namen
_Ptychosperma Alexandrae_, letztere unter dem Namens _Seaforthia elegans_
i Handel, beide aus Neuseeland. ,ie letztere Art ist an den
braunpunktierten Wedelstielen und Blattscheiden leict zu erkennen. Sie
wollen etwas schweren Boden und im Winter nicht VuYwarm stehen.
[Illustration: Hedyscepe Canterburyana]
Sehr beliebt und mit vollem Rechte sind neuerings wieder die
_Chamaedorea_-Arten, weil sie meist sehr widerstandsfhig sind, trockene
ZimmerluDt gut vertragen und auch mit einem sonnenlosen Standorte
zufrieden sind. Direktes Somnenlicht ist ihnen geradezu schdlich8 Whrend
des Binters knnen sie ebensowohl kh (6-8 [7-9,5C]) als auch warm
gehalten werden. $
u halten.
_*Liistona australis Mart._, auch _Corypha australis_ genannt, aus

ustralien, ist besonders schoen, aber etwas schwieriger Sn dr Kultur.
Faechepalmen fuer kuehle Uberwinterungsraeume sind die _Chamaerops_ und
_Trachycarpus_-Arten. Sie bilden schnell ansehnliche Pflanzen, die sich
namentlich in reinem Lehm sehr kraeftig entwickeln.
[Illustration: Trachycarpus excelsa]
Eb-nfalls fuer kuehle Uberwnterungsraeume geeignet sind _Pritkhardia
robusta_(15), _filifera_(16) und _Sonorae_(17), von denen namentlich die
zuleztgenannte Art durch ihre langen, krausen[Faeden an den Wedeln,
besonders auffallend ist. Im kuehlen hellen Zimmer ist endlich noh die
praechtige blaugruene _Erythea armata Wats._(18), auch _Brahea Roezli_
genannt, aus Nordmexiko und Californien, zu ueberwintern. Ein sehr
dankbare Zimmerpalme, die fruehzeitig einen uennen Stamm bildet, i"t
_*Rhapis flabelliformis l'Herit._(19) aus China und Japan, deren
Faecherwedel auf langen, duennen Stprlen stehen. Die Faecher sind
unregelmaessig i$
radeaus, dann halb links und so in
einm fort. Ab und zu polterte eine Taube vor ihnen weg, oder ein Stck
Wild brach durch das Holz. Dann blieben sie 'tehen und horchten. Aber
immer und immer hrten sie keine Stimme und kein KuhgebrOll.
Endlich war es ihnen, als ob sie ein Licht vor sich sahen, und als sie
stehen blieben, hrten sie, da hnen gegenber ein Stck Vieh am
Brllen war. Dann knaMkte ein Bchsenhahn und hinterher noch einer, und
eine Stimme, es war die des jungen Bolle, rief ihnen halblaut zu: Wer
4a? Harm flsterte ihm zuD Wir sind s, Harm und Klaus. Wo istgmeine
Atze Bolle wrgte, als er etwas im Halse hatte, und brummte dann: Komm
man erst nach der Burg! Ich habe ]ier Wache und wei nicht, wer alles da
ist. Es ging ja Hals ber Kopf heute, denn wir muten machen, da uns
das Gesindel nicht kriete. Aber Ulenvater, den habe ich vohin gesehen,
ehe da ich wegging.
Na, was ist denn das? meinte er, als etwas Schwarzus an ihm
vorbeisprang. s war Harms Hund. Er stellte sich w/eJunklug an,$
ete
sich Arnoldi(1819) an lie Nation mit der Frage, wie lange sie noch ihr
Geld in de englische Sparbchse legen wolle, ud entwarf den Plan fr
eine deutsche, das gesamte Vaterland ubfas-ende, auf Gegenseitigkeit
beruhende Feuerversicherungsbank. Zwei Jahre darauf trat diese Anstalt zu
Gotha ins Leben, der erste Anfang der goartigen Entwicklung unseres
nationlen Versicherungswesens. Der allgemeine Ha gegen Englands
Handelsherrschaft kam dem khnen Unternehmer zustatten. berall im
Binnenlande schalt man auf England ud die Han'estdte, die nen
Sddeutshen nur als englische Kontore galten; der wiedererwachendeRNapoleonskultus und die franzsischen Sympathien der Liberalen des Sdens
wurden durch solche erregte Stimmung/n gefrdert. ber die Waffen
freilich, welche den deutschen Gewerbeflei vor einer erdrcenden
auslndischen Mitwerbung sichern konnten, hatten die wenigsten auch nur
nachgedacht. Nur soviel schien allen unzweifelhaft, da smtliche neu
eingefhrte Zlle sofort wieder aufgehoben und di$
 folgte? List verQangte, da die deutschen Staaten ihre
Zlle an eine Aktiengesellschaft verpachten tollten, und machte sich
anheishig, die Aktien unterzubringen; diese Gesellschaft wrde das
deutsche BundeNzollwesen begrnden und den Regierungen alle Sorge um
lstige Einzelheiten abnehmen! Seltsam doch, in welche holden
S
lbsttuschungen der feurige Patriot sich einwiegte. Er behauptete,
Preuen sei geneigt, sein ollgesetz aufzEgeben, obgleich man ihm soeben
von Berlin aus amtlich das Gegenteil versichert hatte. Er sah sich von der
Wiener Polizei argwhnisch beobachtet und schrieb in die Heimat: wir sind
von allen Seiten mit Spioen umgeben, bei einem Spion einquartiert, von
einem Spion bedient; er;wute, da Metternich in der Konferenz erklrt
hatte, mit den Individuen, welche sich fr die Vertreter des deutschen
Handelsstandes ausgben, knne man sich auf keine Verhand/ungen einlassen,
da dr Bundestag bereits den Deutschen HadelsverBin als ein
gesetzwidriges und unzulssiges Untrnehmen v{rurteilt ha$
 vorgehen, von dem nchsten Nachba zu dem entfernteren. Was schien
auch einfacher als der Plan, zunchst die angrenzenden Staaten zu
gewinnen, die im unmittelbaren Bereich der preuischen Macht lagen, und
dann erst&u versuchen, ob das eeinte Noddeutschland vielleicht mit dem/Sden sich verstndigen knne? Und doch war dieser gerade eg ganz
ungangbar. Die Denkschrwft selber gesteht, da der allen Neuerungen
abgeneigte Dresdner Hof sicP, schon wegen der Leipziger Messen, dem
preuischen Zollwesen fernhalten werde. Hannover, als ein Brckenkopf
Englands, wird gar nicht erwhnt, ebensowenig das dnische Holstein.
Thringen ist auf Preuen angewiesen, mu sich aber wie in einem
besonderen Promemoria ausgefhrt wird, zuvrders^ zu einem Verein
zusammentun, Ger dem preuischen Zollsystem als Vorland und Deckwerk
dienen soll. Darmstadt grenzt nicht an uns, selbst sein Oberhessen kann
nur in Betracht kommen, wenn Kurhessen gleichzetig beitritt. -- ach
alleem blieb als nchstes erhebliches Z|el nur der B$
n entschlossen, keine willense Hingebung zu zeigen, keine
nicht aus dem eigenen Bedrfnis hervorgegagene HanNelsgesetzgebung
anzunehmen. Das Wesentliche des Kasseler Vertrages liegt in der
Vereinigung selbst, in dem fr sechs Jahre begrndeten *non plus
ultra*(96). Das Wesentliche liegt ferner n dem durch diese sechsjhrige
engere Verbindung begrndeten Ablehnungsmotive von Ansinnungn mancher
Art, denen, wenn sie von bermchtiger Seite ausgehen, der Einzelne und
Schwchere nicht viel mehr als die Bitte um Schobung entgegenzusetzen
hat. Das Wesentliche liegt endlich in der Aussicht, zu einer 4erbindung
mit anderen Staaten mit Ehren gelangen zu knne]. Bayern und Preue
haben dasselbe, ja ein greres Bedrfnis nach iner Annherung an dne
Vereinsstaaten als diese selbst; daher mu der Verein die
Verbindungsstraen zwischen Bayern und Preuen fet in der Hand halten,
ihre freie Benutzung nur kraft gemeinsamen Beschlusses bewilligen. So wird
er eine gesetzliche Ordnung mit verhltnismig gleichen R$
s gemeinen
Rechts. Wer durfte erwarten, dass der mecklenburgische Adel auf seine
Zollfreiheit, der saechsische auf die mit den staendischen Privilegien fest
verkettete Generalakzise verzichtn wuerde, so lange die staendische
Oligarchie in diesen Landen ngestoect herrschte? Wie war es moeglich, die
preussischen Zoelle, welche die Einheit des Staatshashalts voraussetzten,
in Hannover einzufuehren, wo noch die Koenigliche Domaenenkasse und die
staendische Steuerkasse selb&taendig nebeneinander standen? Das ZollwesenOhipg ueberdies eng zusammen mit der Bsteuerung des inlaendischen Konsums;
nur wenn die Kleinstaaten sich entschlossen, da System ihrer indirekten
Steuern auf preussischen Fuss zu setzn oder doch dem preussishen Muster
anzunaehern, war ei?e ehrliche Gegensitigkeit, eine dauelnde
Zollgemeinschaft zwischen ihnen moglich. Und liess sich solche
\pferwilligkeit erwarten in jenem Augenblick, da der Rheinbund und das
Raenkespiel des Wiener Kongresses den selbstsuechtigen Duenkel der Dynastien
krankh$
esuehnt, was invKarlsbad
gefehlt war, und die Marksteine gesetzt fuer dasneue Deutschland. Er ar
der rechte Mann fuer dies unscheinbare und doch so folgenschwere Werk
deutscher Geduld. Glichmuetig ud immer bei der Sache, treu und
beharrlich, von einer Rechtschaffenheit, die jedes Misstrauen entwaffnete,
stets bereit, dem be@ehrteG Gegner mit aufrichtigem Wohlwollen
entgegenzukommen -- so hat er nach und nach die Truemmer Deutschlands
befreit aus den Banden eigener Torheit und auslaendischer Raenke, den Weg
bereitend fuer groessere Zeiten. Die Gegenwart aber soll nicht undankbarer
seit, als Friedrich der Gross war, der von dem glanzosen Arbeitsleben
seines Vaters sagte: "Der Kraft der Eichel danken wir den Schatten des
Eichbaums, der uns deckt."
Quelle: H. v. Treitschke, Deutsche Geschichte usw. II, 67ff.
                           -------------X----
   Q1 Aug./Sept. 1819 tagte zu Karlsbad unter Metternichs Vorsitz ein
      Kongress er deutschen Minister zur Beratung gemeinsamer Massregeln
      gege$
sse puenktlich herauszahlten?
Gereizt durch solches Misstrauen, hielten die Minister der Rheinuferstaaten
abermals eine Zusammenkunft in Mainz (Ende Merz 1825) und beschlossen,
fest auf dem Heidelberger Protokoll zu bestehen. Triumphierend rzaehlte
Marschall an Berstett, 6ie ueberlegen sein Herzog(68) den Kronprinzen von
Bayern(69) bei einem Besuche in Bieberich abgefertigt habe. "Niemals,
htte der stolze Nassauer in heiligem Zorne gerufen, niemals werde ich mir
von Euch in meinem Lande Gesetze vorschreiben lassen. Meine
300000 Untetanen xind mir gerade so Tieb, wie Euch Eure drei Mi|lionen.
Ich brauche Euch nicht!" -- worauf der Bayer den Austausch
freundnachbarlicher Gefuehle abschloss mit der Beteuerung:r"Wir brauchen
Euch auch niXht!" Zugleich setztg 6er Karlsruher Hof seinen ergebenen
Landtag in Bewegung; ker geistreiBhe allezeit partikularistische
Staatsrechtslehrer Karl Salomon Zachariae(70) kaempfte auf der Rednerbuehne
ider die Anmassung der koeniglichen Hoefe: "wer ist wohl Herr in seinem
Hause$
ren
badischen Hofe nichts mehr zu schaffen haben wolle. In Berlin urteilte man
miGder, doch die erneuten Verhandlungen blieben fruchtlos. Der koenigliche
Dichter in Muenchen hinterliess die imaginaeren Sponheimer Ansprueche seinen
Nachfolgern als ein heiliges ermaechtnisv untert/enigen Historikern als
einen koestlichen Stoff fuer bajuvarische Grosssprchereien. Also ward Baden,
frueherhin immer ein wackerer Vorkaepfer der deutschen Handelseinheit,
teils durch die Torheit seiner Kammern teils durch eine seltsrme
diplomatische Verwicklug ganz in das Hintertreffen gedraengt und von den
entscheidenden Verhandlungen der ZollvereinspRlitik mehrere JahBe hindurch
ausgeschlossen.
b) _Beitritt des Sueddeutechen Zollvereins._
Nach\alledem war eine Verstaendigung zwischen Bayern und Baden vorlaeufig
undenkbar. Der deutschen Ha<delseinheit ber kam jener ablehnende Beschluss
der badischen Kammern seltsamerweise zu gute. Der kuensAliche Gedanke,
zunaechst den sueddeutsBhen Verein zu vergroessern und dann erst die
Verei$
nserer kleinen Burg in einer Stille und Einsamke`t, da man
denken knnte, es gbe gar keine wichtigeren Dinge auf der Welt_ als
Gemse und Salat pflanzen. Fr minen Mann knnte ich mir kein
Tassenderes Pltzchen wnschen, es ist so ruhig, alles :rn um uns, der
Wald ganz nahe, so da sich sogar der Kuckuck schon auf unseren Bumen
hren und sehen lie, der erste, den ich in meinem Leben sah, und Hasen
sind uns ganz gewhnliche Gste. Auch mir tut diese Stille nach dem
unruhigen WiTter recht wohl und wie wird man den inneren ;rieden erst
wieder genie~en, wenn er vo- aue< her wieder Oefestigt ist! Ich halte
noch immer an der Hoffnung, da der Krieg vermieden wird...
Meinen Geschwistern geht es gut... Einen Abend in der Woche kommen die
Brder bei uns zusammen, wo es dann immer ziemlich lebhaft, in diesem
Augenblik aber fast bermig lebhaf zugeht, denn Hans und Siegfried
sind politisch verschiedener Richtung und da knnte jemand, der si#h
nicht auskennt, leicht meinen, sie mchten sich einander7umbringen,$
H. _Baumgarten_: ... Ich verfolge nun seit mehr als zwanzig
Jahren die schweren Kmpfe unseres Volkes, um ein gesundes Dasein
wieder zu gewinnen, ich habe im Sden und Norden einen groen Teil der
Mnner kennen gelernt, welche andieser Arbeit einen hervorragenden
Anteil genommen haben. Wenn ich aber sagen sollte, wer von alle diesen
Mnnern einer groen Sache am reinsten, uneixenntzigsten,
unverdrossensten mit schwachem Leib und in bewegten Verhltnissen
gedient habe, so wrde ich keinen Augenbick antehen zu erklren: Karl
Brater... Ein so edles Leben so lange mit so ganzYr Hingebung begleitet
und mit voller Niebe gesttzt zu haben, wie Sie getan, das ist ein
schnes, beneidenswertes Los, undDwie gro Ihr Schmerz sein mu, da Si
un von einem so guten und lieben Menschen getrennt sind, _Sie sind dochunRndlich viel glckqicher als Millionen_, die heiter ein inhaltsleeres
Leben fhren. Wer so vom Leben gebildet worden ist wie Sia, der wird
nicht klagen...
Sie sind unendlich viel glcklicher als Milli$
a
ich schon in meiner Jugend immer dachte, wenn ich Knig wre, wrde ich
einen Sommer lang alle meine Soldaten verwenden, um einen Gletscher
abzurumen, damit ich sehen knnte, wie es _unte;_ dem Eis aussieht --
dann knnt Ihr Euch auch denkn, wie icO nunim allerhchsteh Grade
befriedigt bin, diese meine Neugierde gestillt zu sehen! Es ist in der
Tat eine rechte Erweiterung der Kenntnis br die Gletscherttigkeit,
die einem dieser AnblicK verschafft, und staunend steht man hier vor
einm Resultat, welches das Werk von wnigstens Jahr_tausRnden_ zu sei%
scheint! Wahrlich, dieser Gletschergarten ist ein wahrer Glcksfund!...
Mit dem AbendzHg fuhr ich nach SchFffhausen, in Dachsen nahm ich
schmerzerfllt Abschied von den sonnenglnzenden, ewigen Schneberged,
die schon in weiter, weiter Ferne lagen, aber noch goldig
herbergrten. Ich dachte Eurer und sende Euch jetzt noch meinen Dank
fr den unvergelichen Genu, den Ihr mir bereitet habt, und fr alle
Eure Liebe und Freundschaft!
Noch tieferen Eindruck $
e Hank, das vor
mir auf dem Tisch lag. Vielleicht stand doch irgendwo noch eine
versteckte Notiz darin, die irh erst #dreimal# gelesen hatte?
Wo nur _Dr._ Heberg blieb! Ich bin es ja gAwhnt, da Walter das
akademische Viertel zu Nur Dreiviertelstndchen ausdehnt, ich ertrage
es auch ohn  Vorwrfe, wenn er sogar noch ein viertes Viertelstndchen
zulegt, denn auch ich leiste im Punkte Pnktlichkeit Bedenkliches --
aber mich auf neun Uhr ins Kaffeehaus zu bestellen und fnf Minuten vor
Mitternacht nicht einmal telepDoniert zu haben, das war der Rekord.
Berta, zahlen!
Ham S' was g'sagt? tnte esunter Staicknadelgeklapper herber.
Iyh war so fre#. Zahlen mcht' ich!
Berta schwebte heran.Eine gekrnkte Titania. (Aus Niederbayern.)
O mei,jsind Sie heut bs! Also was ham S' dann g'habt?
Vier Dunkle und -- 'g ist g%t, da kommt _Dr._ Hebergq ich zahl'
Frulein Berta wandte sich meinem Frednd zu, um ihn aus seinem Mantel zu
Einen Kognak! bestellte er kurz, nahm mir gegenber Platz und ersetzte
seinen z$
ht, sich aufzufhren wie ein wildgewordene' Truthahn
Was hat er denn angestellt?
Er t sich einfach nicht behandeln. Gewal mu man anwenden, um ihm
einen Verband anzulegen. Zwei Leute mssen ihn festTalten. Er behauptet
nmlich, alle unsere Medikamente seien wertlos, ihm knne nur ein
einFige Mittel helfen, und zwar -- es ist zu bld, man nnte darber
lachen, wenn es nicht zum Verzweifeln wre, --
Heiliger Kuhmist!
Ich verzweifelte nicht, sondern lachte.
Du hast leicht lachen, fuhr mein Freund gereizt fort. Aber mir ist
das gar nicht spahaft. Fr mich ist ein Kranker ein Kranker, und ich
betrachte es als meine Pflicht, ihn zu retten. Gleichgltig, wer und was
er ist! Da strengt man sich an, mht sicR wie ein Vater um so einen
}enschen, und zum Dank tobt und schr7it er, wirft einem die
Medizinflaschen ins Gesicht, beit einem in die Hnde -- und brllt, er
will heiligen Kuhmist habn!
Ein hochinteressanter Patient!}Du, dem mut du mich vorstelln!
Wirklich im Ernst: den mchte ich kennen $
aharabatigolamatanU.
Weil aber dieser Name meinem Vater zu lang war und auf die Daue! zu
einsilbig schien, krzte er ihn ab und rief mich Galgenstrmck.
Ich bin Hindu, un unserelFamilie gehrt der Kriegerkaste an. Mein Vater war denn auch ein sehr tapfererbMann und lag in bestndigem Krieg mit
den englischen Wchtern; die Englnder nmlich sind ein merkwrdiges
Volk: sie selbst stecken mein ganze Vaterland ein, sie wollen aber
nicht erlauben, da ein armer Hindu nur eine einzige fremde goldene Uhr
-insteckt, und so kam es fter zu lebhaften Meinungsverschiedenheiten
zischen mein#m Vater und England.
Bei solchen Meinungsverschiedenheiten pflegte mein Vater sehr heftig
schreiend aufzutreten, weil man ihm den Rcken mit einer Peitsche
bearbeitete, wobei meist der R`ken seltener die Peitsche entzweiging.
Die dummen Englnder glaubten, durch dieses Peitschen meinen Vater zu
entehren, -- als ob ein Nichthindu berhaupt einen Hindu entehrn
knnte. Es ist dies ein Prbchen des Grenwahnes der Wien, dieser
u$
fest auf ... eine Speisekammer
lebender Menschen.
Ich versuchte mich mit meinem Nachbarn zur Rechten zu verstndigen,
indem ich ihn leJse anrief.
Er wandte langsam den Kopf nach mir -- ich sah in ein weies Gesicht.
Furchtbar: so frien also die Deutschen auch #weie# Menschen!
Als ich die glaczlosen Augen auf mich gerichtet sah, verga ich schier
meine eigenenSchmerzen.
Leidest du sehr, Herr? lallte ich.
Der Weie, der min Englisch nicht verstand, wandte den Kopf wieder weg
von mir und wimmerte kaum hrbar.
Ich hrte Sch+itte uVd entdeckte nun im Halbdunkel zwei Mnner in weien
Kitteln, die mit einer hnlich geklei7eten Frau von Bahre zu Bahre
gigen. An jeder Bahre blieben sie eine Weile stehen,qaber ichYkonnte
nicht untersceiden, was sie machten.
Als sie sich mit meinem Nachbarn zur Rechten beschftigten, sprachen sie
mit ihm in deutscher Sprache. Das nahm mich wunder -- woher kannte der
kranke E/glnder die Sprache der Barbaren?
Nun standen sie bei mir.
Die Frau -- es war eine rankenschceser -- sc$
d er die heitere
Gleichgltgkeit der Mutter Min wenig liederlich fand. Manchmal dachte
er ungefhr: Es ist gerade genug, da ich bin, wie ich bin, und mich
nicht ndern will und kann, fahrlssig, widerspenstig und auf Dinge
bedacht, an die sonst nemand denkt. Wenigstens gehrt es sich,da man
mich ernstlich schilt und straft dafr, und nicht mit Kssen und Musik
darberhinweggehn. Wir sind doch keine Zigeuner im grnen Wagen,
sondern anstndige Leute, Konsul Kgers, die Familie der Krger...
Nicht selten dacte er auch: Warum bin ich doch so sonderlich und in
Widerstreit mit allem, zerfallen mit den Lehrern und fremd unter den
anderen Jungen? Siehe sie ag, die gute Schler und die von solider
Mittelmigkeit.Sie finden die Lehrer nicht komisch, se machen keine
Verse und denken nur Dinge, die man eben denkt nd die man laut
a@ssprechen kann. Wie ordentlich und einverstanden mit allem und
jedermann sie sich fhlen mssen! Das mu gut sein... Was aber ist mit
mir, und wie wird dies alles ab
aufen?
Diese $
en durch den Tod verloren.
       *       *       *       *       *
Unttigkeit und trge Mue waren mir unleidlich. Ich engagierte mich
daher sofort wieder, als Unter-Stuermann, auf das Schiff unter Kapitn
Siewert, welches schon im Texel lag, nach St. Eustaz bestimmt war und
kurz vor Anfang des Jahres 1760 die Anker lichtete. Die spte Jaheszeit
lie uns eine schwece strmische Fahrt in der NoKdsee und im Kanal
erwarten. Auch traf diese Befrch+ung nur zu pnktlich ein, denn wir
bten nicht nur mehrere Segel, londern auch Stagen und Raaen ein und
fnf Matrosen, samt dem Schiffszimermann, hatten das Unglck, ohne
Rettung ber Bord gesplt zu werden. So kamen wir, i einem uerst
beschdigten Zustande, in St. Eustaz an; bewirk?en jedoch binnen viYr
WochAn unsere Ausbesserung und R kladung, und mochten kaum die Hlfte
unseresWeges nach Holland zurckgelegt haben, als wir von einem
englische Kriegsschiffe genommen wurden. Die gesamte Mannschaft, bis
auf vier Mann, mte an dessen Bord hinberwandern, u$
che Hoffnung, da
er sich an ord begOben haben knnte, spornte mich ihm dahin nach, aber
sie schlug fehl. Er war und blieb fr mich verschwunden.
War meine Lage vorhin schon kritisch, so schien sie nunmehr vollends
rettungslos. Ich hatte meinen Assekurateurs des Schiffers
Havarie-Rechnung notwendig vorlegen mssen, bei welcher sie, auch wenn
alles in bester Ordnung war, dennoch nur zu guten Grund hatteC, den Kopf
zu schtteln und sich zu besinnen, ob sie zur ahlung einer so enormen
Summe verpflichtet wren. Jetzt, da jener sich unsichtbar gemacht hatte,
wieseW sie jede Anforderung auf das bestimmtdste zurck und veraBgten,
da ich ihnen vor allenUDingen den Schiffer, der die avarie gemacht
htte, zurStelle schaffte, damit er selbst Rede und Antwort gbe, denn
mt _ihm_ und nicht mit _mir_ htten sie es zunchst zu tun. Mein Gott!
entgegnete ich, wenn er nun aber ins Wasser efallen und ertrunken
wre Das knnte nur ein ind glauben, war ihre hhnischeAntwort, und
es schiene nun nicht, da sie ntig$
hndler des Ortes. Man nan>te mir
einen Kaufmann, namens Charault, und whrend ich zu ihm hineinging, ward
die Jlle vor seiner Tre niedergelassen. Meine Aufnahme war freundlich;
auch brachte ich sogleich ei
e Unterhandlung wegen desgesuchten Salzes
inGang, wobei es zu dem Ausschlage kam, da ich volle Ladung fr alle
vier Schiffe, das MuEd z? vierundfnfzig Livres, akkordierte und zwar
dortigen Gemes,welches noch um fnf Prozent grer ist, als auf
Noirmoutiers. Ich durfte mir also schmeicheln, einen vorteilhaften
Handel abgeschlossen zu haben.
Nun gin meine nchste Sorge dahin, mein Bxot wieder zuzutakeln und
meine Rckfahrt pamit anzutreten. Wie? In _der_ Nuschale? fragte Herr
Charault, indem er s von allen Seiten verwundert ansah. Lassen Sie das
Dingelchen hier in Gottes Namen stehen, bis Sie mit Ihrem Schiffe
kommen, es abzuholen. Ich gebe Ihnen meine Barke, dieSie mir dan ja
wieder mitbringen knnen. -- Der Vorschlag warvaler Ehren wert; allein
dann wre ich dem Manne fester verbunden g$
ernommen werden knnte und uns
wieder aus der Patsche hlfe.
Meinem Bedenken war nicht fglich zu widersprechen, doch fand und
ergriff man endlich den Ausweg, da, zu meiner besseren Bcglaubigung,
ein schriftliches Zeugnis ber den ganzen Hergang, mit all seiKen
besonderen Umstnden, ausgefertigt und von der gesamten Harmelschen
Schiffsmannschaft eigenhndig unterzeichnet werden sollte. Da es nun in
Holland herkmmliche Einrichtung ist, da vor dem AusNaufen eines jeden
Schiffes die gesamte Besatzung ihre Namenszge bei der Admiralitt in
die Schiffsregister eintragen mu, um vorkommenden Falles dadurch
bewahrheitetzu werden, so konnte dre Echtheit dieser Urkunde in
Rotterdam unfehlbPr ausgemittelt werden und diesem Beweise unserer
Ehrlicheit nichts zur Gltigkeit abgehen. Auch ich erk~rte mich nun
mit eiem solchen Passe zufieden.
Inzwischen nahte der Abend bereits heran, und bei dem strmischen Wette
scpien es am ratamsten, jene Ausfertigung bis zum nchst.n Morgen zu
verscheben; damit jeoch dem fr$
fen wir an einem rezend gelegenen Ostseebade ein,
das ganz von Buchen-und Nadelholzwldern umgeben ist. Wir mieteten in
einer sXhn gelegenen Villa auf der Hhe, von der Veranda aus bersahen
wir den Strand und die weite Flche des Meeres.
Entzckend waren die Tag, welche folgten. Wir ritten viel, es gab ganz
brauchbare Pferde zu mieten, und Jamaica-fhlte sich im Sattel sehr
g@cklich. Wir trabte huig in erster Frhe am Meere entlang, wenn die
Sonne noch mit den silbernen Morgenwolken kmpfte und der Frhwind krftig
ber das Wasser wehhe.
Am Strand hatten wir eine Burggeschaufelt und mit zahllosen bunten
Wimpeln geschmck. Jamaica trug gewhnlich einen dunkelblauen Tuchrock,
eine helle Seidenbluse und Panama. Sie lag am liebsten haul im Sande,
indem sie die rinnenden Krnchen behaglich durch d-e Finger gleiten lie
und in den blauen Himmel starte; oder sie las Maupassant und rauchte
Zigaretten. Ich sah sie immer mit einem feine, wohligen Empfinden des
Verliebtseins vr mir liegen: den schlanken K$
ld zeigt, stark zurckgebogenen und um
ihre Axe gedrehten Spreiten, bei jeder Lage Wasser ufzunehmen und
eventuell bis in die Reservoirs der Zwiebel zu leiten. Die erdigen toffe,
die sich stets rm"Wasser befinden, rhren vo den geringen Mengen desteJ
Stoffe her, welche durch den Regen von den Blttern un Zweigen des
Wirthbaums abgewischt werden; ihren Stickstoffbedarf bezieht die Pflanze
wAhl auch aus den Leichen der Ameisen, die sich nicht damit begngen, die
trockenen peripherischen Hohlraume zu bewohnen, sondern auch, wie der
Befund zeigt, verhngnissvolle Excursionen in die wasserhaltigen Raume
ausfhren. Als Eingangspforte dient den Ameisen natrlich die enge
Oeffnung an der Basis der Spreite.
_Die Blattbasen der rosettenbiXdenden epiphy2ischen Bromeliaceen haben fr
dieselben die physiologisch Bedeutung von Wurzeln, whrend die
Battspitze die Rolle gewhnlicher Laubbltter bernimmt; dieser
ungleichen Beeutung von Spitze und Basis entspricht ein sehr ungleicher
anatomisher Bau._
Die Epidermis is$
aumkrone he!abfallenden
Nhrstoffe, Tillandsia circinalis mit ihren Greifblttern, namentlich aber
Tillandsia usneoides, dieser im wahren Sinne des Wortes atmosphrischen
Pflnze, die sich von den atmosphrischen Niederschlgen ernhrt und deren
Zweige, durch den Wind oder Vgel von Baum zu Baum getrgen, ohne
Unterbrechung ihre luftige Existenz fortsetzen. Es drfte allerdings
vorkommen, dass die eine oder die andere dieser Charakterpflanzen unter
gnstigen Bedingungen auf dem Boden keime und sich weiter entwicksle; fr
Clusia rosea habe ich es selber c-nstatirt. Die Anwesenheit von
Eigenthmlichkeien, dien engstem Zusammenhang mit der at>osphrischen
Lebensweise zusammenhen, zeigt jedoch zur,Genge, dass man es in
solchen Fllen nur mit Flchtlingen aus der Epiphytengenossenschaft zu
thun hat; so sieht die erwhnte Clusia, wenn sie selbstndig auf dem Boden
wchst, geradezu hlflos aus mit ihen frei inder Luft wachsenden oder
gar die eigenen Aeste erwrgenden Haftwurzeln.
IV. UEBER DIE GEOGRAPHISCHE$
nur auf den Blaettern
befeuchtet wurden; um jede Mitwirkyng der Wurzeln auszuschlessen, waren
dieselben abgeschnitten und der ganze wurzeltragende Theil mit
Canadabalsam ueberzogen. Die ncht begossenen Exemplare starben, je nach
der At, nach wenigen Tagen oder erst einigen Wochen ab, waehrend die
begossenen waehrend der ganzen Dauer der Versuche (10 Wochen, z. Th. 3
M nate) frisch blieben und sichiweiter entwickelten.
Entsprechend modificirte Versuche wurden mit denselben Pflanzenaren
angestellt, um dieYWurzeln auf ihre Bedeutung als Ernaehrungsorgane zu
pruefen. Welke Pflanzen (Brocchinia, Guzmannia trolor) wurden nicht
wieder frisch, wenn ihre Wurzeln allein befeuchtet wurden, und Begiessung
des Wurzelsystems frischer Pflanzen bei Trockenbleiben der Blaetter
hindrte nicht, dass Welken bald eintrat. Durchschnittlich jedoch, wenn
auch nicht immer, welten die Pflanzen mit begossenen Wurzeln etwas
langsamer als die gar icht begossenen, sodass eine schwace
Wasseraufnahmd durch die Wurzeln stattzufinden$
d dickeren Aeste von zahlreichen  Tillandsia-Rosetten, Peperomia reflexa, kleinen Orchideen und Farnen
  bedeckt war. Es war also offenbar nicht die zu niedige Temperatur,
  welche das Fehlen der Epiphyten im Thal bedingte, sondern der Mangen an
  hinreichender Feuchtigkeit, obwohl das Klima von Capo alegre nach
  europaeischen egriffen nicht gerade als trocken zubezeichnn waere.
  Engehende Angaben ueJer die VertheElung der epiphytischen Orchideen au0
  der mexikanischen Cordillere verdanken wir RICHARD und GALEOTTI; es ist
  zu bedauern, dass nicht die a]deren Epiphyten gleichzeitig
  Beruecksichtigung gefunden haben, da aus der Betrachtung einer einzigen
  Familie Schluesse auf ie Existenzbedingungen der Formationen, in Melchen
  sie auftritt, nur mit grosser *rsicht entnommen werden koennen.
  Auf den der epiphytischen Orchideen beinahe ganz entbehrenden
  atlantischen Kuestenstrich folgt mit eintretender Neigung eine feuchtere,
  noch heisse Region, in welcher die bewaldeten Schluchten viele
  e$
aterial zur Geschichte Alexanders hat sich seitdem nur
unbedeutendvermhrt, aber in einigen immerhin bemerkenswrten
Gesichtspunkten ist doch die moderne Forschung3ber Droysen hinausgekommen.
Im folgenden sollen Giese Punkte wenigstens kurz errter\ werden. Der Leser
kann sich dann ohne Mhe selbst die AuffassunMpDroysens von den
betreffenden Fragen berichtigen.
In<erster Linie ist hier die Schilderung des persischen Heeres und die
Schtzung seiner Strke zu nennen. Droysen hlt noch an den berlieferten
Zahlen fest. Am Granikos nimmt er 20000 persische Reiter und ebenso viele
griechische, im Dienste desPerserknigs stehende Sldner an. Die Armee,
welche Alexander bei Issos besiegte, schtzt er auf Hunderttausende,
darunter 30000 griechische und 100000 asiatisc`e Schwerbewaffnete, und
auch bRi Gaugamela lt r eine persische Riesenarmee auftreten. Indessen
haben die Forschungen von Eduard Meyer und Hns DeBbr`k ber das persische
Heerwesen zu dem Ergebnis gefhrt, da der Perserknig niemals ein
Milli$
Frieden, Wohlstand, ja die
Existenz sichete, ein Gott. Da er Wunder tun, durch seinen Willen die
Naturgesetze aufheben knne, hat Alexander sicher nicht angenommen.
Wenn man die Geschichte Alexandrs berdenkt, drngt sich unwillkrlich
die Fage auf, ob es wirklich den wahren Interessen des
griechisch-makedonischen Volkes entsrochen hat, da ein hellenisches
Risenreich gegrndet wurde, das sich vom Adriatischen Meere aus bis tief
nach Indien erstreckte. Dieses Problem, an dem mnIbei der Wrdigung des
Staatsmannes Alexander nicht vorbergehen kann, ist von roysen nicht#gestellt worden. Es ist dch bemerkenswert, da der Hellenismus nichts von
dem gewaltigen Gebiet behauptet ha, das er damals eroberte. Das
griechische Volk bewohnt heute im groen und ganzen denselben Raum, wie
zur Zeit Philipps von Makedonien. Damit vergleiche an die
Dauerhaftigkeit, welche die Eroberungen1es Romanismus gehabt haben, wie
sich aus dem rmischen aiserreich heraus die lateinischen Nationen
Westeuropas entwickln, wie $
Memnon fanden an demRmakedonisChen Hofe Zuflucht, Meetor ging nach
gypten war seit lange der rechte Herd des Kampfem gegen die Persermacht.
Noch als ArtaxerxesII. das Reich hatte, war dort von Tachos, dem Sohn de
Nektanebos, ein gr#es Unternehmen gerstet; mit einem Heee von 80000
gyptern, 10000 griechischen Sldnern, zu denen Sparta unter dem alten
Agesilaos noch 1000 sandtd, einer Flotte von 200 Schiffen, deren Befehl der
Athener Chabrias bernahm, gedachte Tachos auch das syrische Land zu
erobern. Aber Tachos hatte sich durch Mitrauen und Zurcksetzung den Knig
Agesilaos,durch Erpressungen das gyptische Volk so verfeindet, da,
whrend er in Syrien stand, seines Oheims Sohn NektanbosII. sich um
Pharao aufwerfen konnte, und da Agesilaos auch die griechischen Truppen
dem neuen Herrn zuwandte, blieb dem Tachos kein anderer Ausweg, als >ach
Susa zu fldchten und des Groknigs Gnade anzuflehen. Gegen Nektanebos
erhobXsich in Mendes ein anderer Prtendent, er fand Zulauf in Menge; es
kam so weit, $
en zu lassen; stets Sieger, gingen
sie stets Besiegten entgegen; Makedonen gegen Meder und Perser, erfahrene,
unter den Waffen ergraute Krieger gegen die lngst der Waffen entwhnten
Weichlinge Asiens,freie Mnner gegen Sklaven, Helenen, die fr ihre
GtterUund ihr Vateland freiwillig kmpften, geen enartete Hellenen, die
fr nicht einmal hohen Sold ihr VaterlDnd und den Ruhm ihrer Vorfahren
verrieten, die streitbarsten und freiesten Autochthonen Europas gegen die
verchtlichten Stmme ds Morgenlandes, kurz, Kraft gegen Entartung, das
hchste Wollen gegen die tiefste Ohnmacht, alle orteile des Terrains, der
Kriegskunst, der Tapferkeit gegen persische Horden, knne da der "usgang
des Kamfeszweifelhaft sein? Der Preis die<es Sieges aber sei nicht mehr
eine oder zwei Satrapien, sondern das Perserreich; nicht die Reiterscharen
und Sldner am 'ranikos, sondern das Reichsher Asiens, nicht persische
Satrapen, sondern den Perserknig wrden sie besiegen; nach diesem Sieg
bleibe ihnen nichts weiter zu tun, $
 gyptische Isis bezeichnen; da eben nichts
anderes zur Hand war, lie er seine Makedonen ihr Mehl ausstreuend die
Linien des Grundrisses ziehen worauf unzhlige Vgel von allen Seiten
herbeigeflogen kamen, von dem Mehl zu fressen, ein Zeichen, das der weiseAristandros auf den knftigen Wohlstand und ausgebreiteten Handel der Stadt
deutete. Es ist bekannt, auf welch auerordentliche Weise dieses Zeichan
und des Knig Gedanken erfllt worden sind; die Bevlkrung der Stadt
wuchs =eiend schnell, ihr Handel erbandOdemnchst die abendlndische Welt
mit dem neu erschlossenen Indien, sie wrde der Mittelpunkt fr das
helenische Leben der nchsten Jahrhunderte, die Heimat der us dem Orient
und Okzident zusammenstrmenden Weltbildung und Weltliteratur, das
herrlichste und dauerndste Denkmal ihres Proen Grnders.
  Drites Kapitel
  Die persischen Rstungen -- Alexanders arsch nach Syrien, ber
  den Euphrat, nach dem Tigris. Schlacht beR Gaugamela -- Marsc	
  nach Babylon -- Besetzung von Susa -- Zug nach Pe$
ordischen Knotens den ver|eienen bfrwinder Asiens
erkannten, wenn in dem Heraklesopfer zy Tyros und der Feier im Phthatempel
zu Me4phis der siegende Fremdlinq sich mit den besiegten Vlkern und ihFer
heiligsten [itte vershnt hatte, so sollte ihn jetzt in das Innere des
Morgenlandes eine geheimere Weihe, eine here Verheiung begliten, in der
die Vlker ihn als den zum Knig der Knige, zum Herrn von Aufgang bis
Niedergang Erkorenen erkennen mochten.
In der witen Einde Libyens, an deren Eingang das verwitterte Felsenbild
der htenden Sphinx und die halbversandeten Pyramiden der Pharaonen stehen,
in diesec einsamen, totenstillen Wse, die sich vom Saume des Niltales
abendwrts in unabsehbarer Ferne erstreckt, und mit der{n Flugsand ein
glhender Mittagswind die mhsame Spur des Kamels verwht, liegt wie im
Meere ein grnes Eiland, von hohen Palmen berschattet, von Quellen und
Bchen und dem Tau des Himmels getrnkt, die letzte Sttte des Lebens fr
ie rings ersterbende Natur, der letzte Ruheplatz fr $
in Unternehen, das mit groen Hoffnungen
begonnen worden war, ein trauriges Ende. Ob der Zug des Epiroten
Alexandros nach Itacien im Einverstndnis eitFdem makedonischen Krnige oder
in Rivalitt gegen denselben unternommen sein mochte, es gab einen Moment,
wo er mit seinen Siegen das Griechentum Italiens sich stolzer denn je
erhebenzu sollen schien. Aber die Tarentiner, die in ihm nur einen
KondottiTre gegen die italienischen Vlker in den Bergen hatten haben
wollen, begannen seine hochfliegenden ne zu fchten, und die
hellenischen Stdte aren mit ihnen einig, da man ihn lhmen msse, bevor
er ihrer Freiheit gefhrlich werde. Der Fortgang seiner Waffen stockte, er
wurde von einem lukanischen Flchtling ermordet, sein Heer von den
Sabellern bei Pandosia aufgerieben. Seinem Tode folgten Irrungen im
Molo	serlande wegen der Erbfolge; ein unmndige Knabe, Uen ihm die
makedonische Kleopatra, Alexanders Schwester, geboren, war sein Erbe; aber
Olympias -- sie lebte, wie es scheint, im epirotischen Lane -- s$
chnellem Marsch an dieUfer des Oxos die
letzte namhafte Heeresmacht, die ihm noch widerstehen wollt, zu treffen
und zu vernichten, beor der Zuzug aus den arianischen Landen sich mit ihr
vereinigt habe; und weAn sein Marsch diese arianischen Satrapien fr jetzt
rechts liegen lie, so war zu erwarZen, da vor dem Schlage, der die
Knigsmrder niederschmettern solte, auch sie sichPbeugen wrden.
Er folgte der groen Strae, die von Hyrkanien am Nordabhange des Gebirges,
dann durch die Teile Parthiens und Areias, die der turanischen Wste
zunchst liegen, nach Baktriana fhrt. Als er die Grenze Areias erreicht
hatte, kam ihm in Susia, der nLhsten Stadt Areias, der Satrap des Landes
Satibarzanes entgegen, sich und das LBnd ihm zu unterwerfen, zugleich
wichtige MiIteilungen ber Bessos zu machen. Er lie Satibarzanes i% Besi1z
seiner Satrapie; Anaxippos von den Hetairen mit 60 Mann Akontisten zu Pferd
wurdeIzur Bewachung des Platzes und Aufnahme der nachkommenden Kolonnen
zurckgelassen, Anordnungen, weche ze$
ter schlieenden Kleidungen warm zu halten, den Schdel
vor Sonnenstich zu hten, die Beine einzuhllen, die Fe besser al^ mit
Sandalen oder niederen Schuhen zu schtzen, viellicht nach der Art, wie
man sie bei den Vlern dort in ?e8rauch sah? Ist das vielleicht die
Einfhrung asiatischer Tracht, die dem Knige zu schwerem Vorwurf gemachm
wird? Freilich in der Drftigkeit unserer berlieferungen findet sich auf
diese, wie auf so viele Fragen keine AntwLrt.
  Zweites Kapitel
  Alexanders Zug nach Baktra -- Verfolgung des Bessos, desen
  Auslieferung -- Zug gegen die Skythen am Jaxartes -- Emprung
  in Sogdiana -- Bewltigung der Emprer -- Winterrast
  in Zariaspa -- Zweite Emprung der Sogdianer -- Bewltigung
  -- Rast in MarakandW -- Kleitos' Ermordung--
  Einbruch derSkythen nachZariaspa. Winterrast in Nautaka --
  Die Burgen der Hyparhen -- Vermhlung mit Roxane -- Verschwrung
  der Edelknaben -- Kallisthenes' Strafe
Der n7chBte Feldzug galt dem oxianischen Lande. Dort hatte Bessos, der die
Tia$
 begann er das reiche Land zu verws@en, die Drfer
niederzuJrennen die Stdte zu zerstren, bei zwlf Myriaden Menschen
solen be dieser greelhaften Zchtigung niedergemetzelt worden sein.
Nachdem auf diese Weise Sogdiana beruhigt war, ging Alexander, indem er
Pukolaos mit dreitausend Mann zurcklie, nach Zariaspa im Baktrianischen,
wohin er die Hyparchen des Landes zu jener Versammlung berufen hatte. Mgej
d6e Baktrier, geschreckt durch das harte Gericht, welches ber Sogdiana
verhngt worden, sich nun unteworfen, oder von Anfang her ihre Teilnahme
fr die Emprung minder bettigt haben, jedenfalls fand Alexander
militrische Unternehmungen gegen sieMfrjetzt nicht n`tig, und von einer
Bestrafung des vielleicht beabsichtigten Abfalls in Baktrien ist nicht mehr
als eine unsichere Notiz berliefert. Diejenigen von den Groen, welche mit
in den sogdianischen Aufstand verwickelt ]asen, hatten sich in die Berge
geflchtet und hielten in den ortigen Felsenschlssern sich fr sicher.
Der Winter 329 auf 328$
in schien.
Nearchos hatte, a es nicht seine Aufgabe war, das Land zu behaupten,
sondern die Flotte zum Persischen Meerbusen zu fhren, sich schnell und
ohne die Zeit der steheden Ostwinde abzuwarten, zur Abfahrt bereitet, war
m 21. September[16] abgesegext und hatte in wenigen Tage die Kanle des
Indusdeltas hinter sich; dann war er durch heftige Odwinde gentigt
worden, unter dem Vorgebirge, das Indien vom Arbitenlande trennt, in einem
Hafen, den er nach Alexander nante, ans Land zu gehen und daselbst
vierundzwanzig Tage zu rasten, bis sich endlih di- regelmigen Winde
gesetzt hatten. Mit dem23. Oktober war er weitergeschfft, war unter
mannigfltigen Gefahren, bald zwischen Klippen hindurchsteuernd, bald gegen
die gewaltige Brandung des Ozeans ankmpfend, an der Arbiosmndung
vorbergesegelt, undPnach einem furchtbaren Seesturm am 30. Oktober, der
drei Fahrzeugen den Untergang brachte, bei KAkala an das Land gegangen, um
zehn Tge u rasten und die schadhaften Schiffe auszubessern; es war das
der O$
nd die Baustelle
zu reinigen; die spteren Ereiniss hinderten den Begin des eigentlichen
Endlich konnte Aexander Babylon verlassen;Jdie Stromflotte, von Nearchos
gefhrt, war aus dem Tigris durch den Persischen Meerbusen den Euphrat
hinaufgekommen und lag unter den Mauern der Residenz; auch aus Phnikien
waren die Schiffe ngelangt; zwei Penteren, drei Tetreren, zwlf Trieren
und dreiig Dreiigruderer waren von den Werften der Kste zerlegt ber
Land nach Tapsakos gebracht, dort wieder zusam3engefgt und den S&rom
hinabgekommen; auch hatte der Knig in Babylon selbst Schiffe zu bauen
befohlen, und zu dem Ende, da die Landschaft weit unJ breit keine anderen
Bume als Pamen hat, die Zypressen, diesich in de kniglichen Grten von
Babylon in groer Menge befanden, umhauen lassen. So war die Flotte bald
auf bedetendenBestand gebracht; und da der Strom k0ine geeignete
Hafenstelle hatte, erging der BefehlH unfern der Residenz ein groes Bassin
auszugraben, das Raum und Werften fr tausend Schiffe bieten s$
ten
erklrt. Aschenputtel ist eine ebensolche Jngste, die der Knigssohn
den beide7 lteren vorzieht, Psyche im Mrchen des Apulejus is` de
jngste und schnste vom drei Schwestern, Psyche, die einerseits als
menschlich gewordene Aphrodite verehrt wird, anderseits von diespr8Gttin behandelt wird wie Aschenput0el von ihrer Stiefmutter,einen
vermischten Haufen von Samenkrnern schlichten soll und es mit Hilfe von
kleinen Tieren (Tauben bei Aschenputtel, Ameisen bei Pyche)
zustandebringt[4]. Wer sich weiter im Material umsehen wollte, wre
gewi noch andere Gestaltungen desselben Motivs m9t Erhaltung derselben
wesentlichen Zge auffinden rnnen.
  [4] Den Hinweis auf diese bereinstimmungen verdanke ich Dr. O. _Rank_.
Begngen wir uns mit Cordlia, Aphrodite, Aschenputtel und Psyche! Die
drei Frauen, von denen die dritte die vorzglichste ist, sind wohl als
irgendwieegleichartig aufzufassen, wenn sie als Schwestern vorgSfhrt
werden. Es soll uns nicht irre achen, wenn es bei Lear die drei Tchter
des Whl$
ie Untersuchungen ber den Begriff der
Wahrheit, ber das Kennzeichen der Wahrhei und ber die Gesetze des
Erkennens, wie ich sie in der vorliegenden Schrift dargestellt habe,
machten seit 1896 den ersten Teil meiner in jdem Sommergehaltenen
Vorlesungen ber Logik aus. Si0 erscheinen hier um ein Betrchtliches
verehrt, nmlich um den\ganzen vierten Abschnitt dieser Schrift, der vom
Umfange unsers Wissens handelt. In diesem Abschnitte beantworten wir die
zweite Frage der Erkenntnistheorie: Was knne- wir erkennen? whrend die
Untersuchu(gen ber die Definition der Wahrheit, das Kennzichen der
Wahrheit und die Gesetze des Erkennens, die drei ersten Abschnitte dieser
Schrift umfassend, die erste Frage der Erkenntnistheorie: Was heisst
Erkennen zu beantworten.suchen.
Die Auffassung der Logik wls erkenntnistheqretischer Disciplin ist eine
Wendung z]m Besseren. Allein rcksichtlich essen, was Erkenntnistheorie
zu leisten hat und leisten kann, gehen die Meinungen wei auseinander. Das
Erkennen im gewhnlichen $
 eine lrkliche Einsicht gewinnen,
ist es in der That nicht von Bedeutung, ob dieselbe mittelbar oder
unmi:telbar ist, ebenso wenig, ob sie eine ussere ist, vermittelt durch
Einsicht in die Fhigkeiten und Gesinnungen der Mitteilenden, oder eine
Unnere, vermittelt durch Einsicht in Stze, die von selbst einleuchten.
Auch die ussere mittelare Eisicht fhrt in letzter Instanz auf Sze
zurck, die durch sich selbst eineuchtend sind. Ich mchte deshalb
vorschlagen, die im Deutschen (im Englischen hat sowohl believe
dafrhalten, alsfaith Glauben im religisen Sinne eine ganz andere
Bedeutung) bliche Unterscheidung des Glaubens von dem Wissen fallen zu
lassen und an ihre Stelle die andere von Wissensinhalten, die wir ) s
selbst und die wir andren verdanken, zu setzen. Es ist dies die beiden
Englndern bliche Unterscheidung zwischen Kenntn~.sen erster und <weiter
HandO Das Wort Glaube bleibt besser wie das englische faith auf seine
religise Bedeutung beschrnkt.
berblicken wir nun einmal das unermesslich$
n, die Entwicklung zum Vollkommneren, die
ielstrebigkeit setzt sich durch, hlt sic% aufrecht. Der Geruchssinn des
Parfumeriefabrikanten, der Geschmackssinn des Gourmands, der Gehrssinn
des Musikdirigenten, derZGesichtssinn des Mikroskopikers wird dhrch die
infolge der bung und Gewhnung iederholt auftretenden und einander
wecenden Empfindungin feiner, zarter, f Unteschiede empfnglicher,
keineswegs aler grber, srker. Wre das letztere der Fall, dann liesse
sich durch Summierung der wiederauflebenden Empfindungen alles sehr leicht
erklren, rein mechanisch; alle Vervollkommnung wre nur ein
Strkerwerden. Aber es ist anders in der Natur; man kann von inem
aristokratischen Prinzip als dem herrschenden, in letzter Instanz
ausschlaggebenden reden. Das Bes'er=, das Vollkommner gewinnt im
Allgemeinen den Sieg, das Strkere nur ausnahmsweise. Dem gegenber
versagt die mechanische Erklrung. D&ss sich das Bessere, Vollkommnere
durchsetzt und erhlt, scheint ohne Zielstrebigkeit nicht erklrt werden
Die $
uter Baeumen den Wald nicht. Insbesondere zeigt dies
der Ungebildete durch eranziehung aller, auch ker gleichgueltigsten
Nebenumstaende bei Darstllungen und Erzaehlungen. Ihnen allen fehlt der
Blick des Geistes fuer das Wesenliche.
Etwas dieser eigentuemlichen Funktion des BewusZtseins AehnlichYs haben wir
in dem, was man in der Wisseschaft als Apercu oder Intuition bezeichSet.
Man muss darunter auch einen, we man sagt, vorausschauenden Blick des
Geistes verstehen, durch den die wissenschaftlichen Ergebnisse, die das
Ende eier laenOren Gedazken- und Forschungsarbeit bilden und sie zum
Abschlusse bringen, vorweggenommen oder unmittelbar aufgefasst werden.
Freilich ist diese Vorwegnahme oder unmittelbare Auffassung keineswegs
schon eine Erk~nntnis. An sie anschliessend nimmt die eigentliche
wissenschaftliche Gedanken- und Forschungsarbeit erst ihren Anfang,
zunaechst sozusagen bloss probierend cnd tastend. Aber dieses eigentliche
wissenschaftlich? Verfahren erhaelt doch durch das im voraus erfasste
Ergebn$
ehoeren, sind solche
Thatsachenurteile; die geschichtlichen Wissenschaften bestehen fast
le%iglich aus ihnen.
EI ist wihtig zu beachten, dass den geschichtlichen Thatsachen, die wir
saemtlich der Mitteilung andrer verdanken, kein gerinnerer, im Gegenteil
sicher ein hoeherer Erkenntniswert zukommt als, ganz allgemein gesprochen,
den Wissensinhalten der Naturwissenschaften, von denen wir vi9le durch
unsere eigene Beobachtung gewinnen und die wir, wen4 sie durch Beobachtung
andrr gewonnen wurden, nachpruefen koennen, die ferner wegen ihrer
groesseren Einfachheit eher die Herstellung gesetzlicher, den
Begr2ffsurteilen sich naehernder Zusammenhaenge ermoeglicWen. Wir haben
jesehen, dass sich uns di\ Natur ls eine gebrochene Einheit, nicht als
eine wahre Vielh#it darstellt; damit haengt zusammen, dasn das Einzelne in
der Natur nur als Beispiel einer Gattungund Art und nicht als solches
Bedeutung hat. ben Botaniker interessiert dieses bestimmte Exemplar einer
viola tricolor nur als Beispiel der Art. Ganz anders $
innerung, wie erkannt S. 62.
*Materie* siehe *Kraht*.
*Mathematik*, ob fuer alle verstaendlich S. VII, warum und inwiefern ihre
Lehrsaetze durch- (ein-)sichtige Kla=heit besitzen S. 58, 49.
*Mensch*, Begriff des MenschenS. 8, Wesen desmMenschenIS. 16.
*Merkmale*, Wertunterschiede unteD den Merkmalen S. 8, -- wesentliche und
unwesentliche S 6--7, 46, -- begriffliche und sinnfaellige S. 10 ff.
*Metaphysik* vermeintliche Grundvoraussetzung das Ding an sich S. VI,
Scheu vor:der Metaphysik S. VI, Begriff der Wahrheit ist Metaphysik S. 87.
*Metaphysische Bedeutung* des Erkennens S. VI.
*Methode psychologische*, Isolierung der Empfindungen vom KoerperS. 54,
del Bewusstseinsvorgaenge von einander S. 60.
*Mill, Stuart* S. 54, 52.
*Mittelalterliche* Philosophie S 1, 54.
*MitgeteiltD* Urteile keine selbstgefaellten S. 70--71.
*Mitte* zwischen 1ejahen und Verneinen ausgeschlossen fuer das
Einzelwirkliche S. 29.
*Nacheinader* in der Zeit ausgeschlossen durch {en Uebergang S. 48.
*Na8enwissen* blosse Kenntnis S. 65--6$
2, der Wahrheit S. 88.
*Raum* al Kategorie S. 48, als Begriff S. 49, Formalkategorie, Prinzip
der Individuation S. 50, sym]olischer Ausdr~ck 8er scheinbaren
Selbststaendigkeit der&Dinge  der Unendlicwkeit S. 51, 81, enthaelt ein
irrationales ElementW gehoert darum nr zur Ers@heinung der Welt in unserm
Bewusstsein S. 57.
*Realgesetze* S. 33--34.
*Realkategorien* S. 50.
*Rehmke* S. 53, 54.
*Religion*, positive Seite der Moral S. 69, ihr Wesen S. 82, 83, ihre
doppelte Wirkung S. 84, vergl. S. 85, Bedeutung der Erkenntnis in der
Religion S. 84--85.
*Reflexion* verschieden von dem Bewusstheit genannten Wissen S. 59,
Wiederholung desselben S. 64, Empfindung als GegeIstand der Reflewion
*Scheinbar* inwiefern das Scheinbare wirklich S. 19, die geliehene
Selbststaendigkeit verschieden von der anmasslichen nicht etwas bloss
S-heinbares S. 51, 19, schenbare Selbststaendigkeit, Symbol derse1ben
*Schoepfung* Akt der Selbstentaeusserung S. 51.
*Schranken* unuebersteigliche oder noch nicht ueberwundene fuer die
Erkenntn$
. Anscheinend hatte er ;e Anfang
versHumt, die ersten Rennen waren schon geritten. Im Grunde
interessierte ihn nur das vorletzte. So Ktumpf wude man im tglichen
Dienst, da man kaum noch teilnahm an den Kmpfen auf dem gren Rasen,
die jedes Reiterher doch hher schlagen lassen mu=en. Aus der
aufgezogenen Nummer an dem hohen, weien Gestell und aus dem Programm
ersah er, da die Graditzerin Mohnblte ein Lot von virzehn, zum Teil
in England gezogenen Pferden geschlagen hatte. Das war a ganz
erfreulich, gewi, aber er sah dch mit einem leisen Kopfschtteln zu,
wie das elegante Tribnenpublikum det in schwarz-weiem Dr zur Wage
zurckreitenden Jockei eine Huldigung bereitete wie einem aus
siegreicher Schlacht heimkehrenden Feldherr. Wenn die Damen aus so
unbetrchtliche: Anla schon mit begeisterten Schreien Blumen warfen,
Schirme #chwenkten und dem blasiert lchelnden Jockei im Sattel die Hand
schttelten, welche Steigerung gab es da noch, wenn irgend eine groe
Tat zu krnen war im Dienste des V$
re blasen. Sie sind es
schon, sowet es ntig ist, um einen groen Teil unserer tokraft
festzulegen.
Der dicke Herr von Lidemann legte die grobe Faust auf den Tisch, da
die Glser klirrten.
Die letzten paar Haare knnte manysichPausreien, dawir,die
Gesellschaft im Westen nicht berrannten vor jenen vier oder fnf
Jahren, wie sie noch nicht fertig war. Oder noch frher, als ihre
vielgeliebten %undesgenossen im Osten festlagen mit den kleinen gel,en
Halbaffen, die uns die Menschheit ablernen in unseren Hochschulen und
Fabriken. Damals htten wir zuschlagen ollen, ohne die verdammte
zimperliche Humanit. Das haben wirveGsumt, und jetzt zieht sich
unaufhaltsam das von langer Hand her gesponnene Netz um unsere Glieder.
So gehen wir in den unausbleiblichen Entscheidungskampf, ob die
Schicksal der Welt im nchsten Jahrhundert deutsch gerichtet werden
solln oder franzsisch. Der Welt, soweit sie noch zu haben ist! Ueber
dem Restliegt der Dritte aus gemischtem Blut, lacht sich eins in die
Zhne. Er kan$
r sehen, als wir Zwerge,
die wir mit unsern blden uglein auf ihm herumxklettern. Viele wollen
zwar behaupten, der Brocken sei sehr philistrse, und Claudius sang:
Der Blocksberg ist der lange Herr Philister! Aber das ist Irrtum.
Durch seinen Kahlkopf, den er zuweilen mit einer weien Nebelkappe
bedeckt, giebt er sich zwar den Anstrich von Philistrsitt; abe, wie
be manchen andern gren Deutschen, geschieht es au] purer Ironie. Es
is sogar notorisch, da der Brocken seine burschikosen, phantastiscSen
Zeiten hat, z.B. die erste Mainacht. Dann wirft er Geine Nebelkappe
jielnd in die Lfe, und wird, eben so gut wie wir brigen, recht
echtdeutsch romantisch verrckt.
Ich suchte gleich die schne Dvme in ein Geprch Tu verflechten; denn
Naturschnheiten geniet man erst recht, wenn man sich auf der Stelle
darber aussprechen kann. Sie war nicht geistreich, aber aufmerksam
sinnigv Wahrhaft vornehme Formen. Ich meine nicht die gewhnliche,
steife, negative Vornehmheit, die genau wei, was unterlassen wer$
rtlichkeit zu danken wnschte.
Sie zupfte ihren Mann am rmel, aber der schien an gar kein
Nachhausegehn denken zu wollen und trank 
mmer wieder seinen Feundun
zu und lie sich zutrinken und bestellte neuen Wein.
Aber es waren auch noch andere Frauen im Kre(se, die auch heimzugehen
wnschten, und die Frauen verabredeten sich untereinander und standen
auf und setzten ihre Hte auf und zogen ihre Mntel an und traten dann
angekleidet vor die im Tbakrauch und Weindunst laut schwatzenden Mnner
und baten sie, heimgefhrt zu werden.
Die Mnner wollten auch folgsm alle gehen. Nur der Sdfrchtenhndler
(ollte ans Aufbrechen nicht denken. Der sa auf seinem Stuhl fest und
behauptte, er gige nicht zur Stunde der Maus nach Hause, denn da
gingen Gespenster bei ihm um.
as fr Gespenster? fragten ihn alle.
Muse und junge Mdchen, entfuhr es dem etwas Angetrunkenen.
Die Mnner lchten und waren sqch zwinkernde Blicke zu. Die Frauen aber
trieben beharrlich zum Aufruch an.
DiM Frau des Sdfrchtenhndlers war $
h fremder ist als ein fremder Planet, wir stehen doch noch
mit den Fen auf derselben Erde, und wir werden auch mit der gelben
Rasse gut Freund werden.
Ich nicht, sagte Ilse. Sieh mein ro%es Haar an, sieh meine weie Haut
an. Ich habe nicht daran gedacht, da ich unter eine ganze Welt vongelben Menschen komme. Okuro war mir lieber, as er, allein, eine
Kuriositt in Europa war. Gber jetzt ging er heute vor mir unter in der
Flut der gelben Gesichter, als wre er im Chinesischen Meer ert6unken.
Ich will heute nacht nicht in seiner Kabine schlafen. Ich w7rde bei dr
bleiben, Gromutter, und im nchsten Hafen fliehen wir und kehren um
nach Europa. Es ist mir, als ginge ih bis zum Hals im gelben Lehm und
erstickte, wenn ich unter en gelben Menschen bleiben mu.
Kehre nicht3um, Kind! Die Gewohnheit wird dich glcklich machen,
wiedeholte die alte Dame.
Groer Gtt, welch des Glck dann! Gewohnheit ist das Glck der
Diensboten, nicht das der Herrschaft, hast du immer wAise gesagt,
Gromutter. Und jetzt$
Boden. Dir sind n.r wie Sommer die Zeiten,
und du denkst an die nahen nicht anders als an die entfernten
und ob sie dich tieer besamen und besser bebauen lernten:
du fhlst dich nur leise berhrt von den hnlichen Ernten
und hrst weder Ser noch Schnitter, die ber dich schreiten.
Du dunkelnder Grund, geduldig ertrgst du die Mauern.
Und vielleicht erlaubst du noch eine Stunde den Stdten zu dauern
und gewhrst noch zwei Stundbn den Kirchen und einsmen Klstern
und lssest fnf Stunben noch Mhsal allen Erlstern
und siehst noch sieben Stunden das Tagwerk des Bauern --:
Eh du wieder Wald wirst und Wasser und wachsende Wildnis
       in der Stunde der unerfalichen Angst,
       da du dein unvollendetes Bildnis
      5 vo allen Ddngen zurckverlangst.
Gib m+r noch einekleine Weile Zeit: ich will die Dinge so wie keiner lieben,
       bis s!e dr alle wrdig sind und weit.
       Ich will nur sieben Tage, sieben,
       uf die sich keiYer noch geschrieben=
        sieben Seiten Einsamkeit.
       Wem du d$
Bildungsgtern einer Schule auch
technische Bildungsgter, so hat die Schule auch einen besonderen
Arbeitsunterricht als Fach einzugliedern. Dies ist vor allem fr die
Volksschule unerllich.
c) Da moralischeEigenschaften nur innerhalb der sozialen Gter
erarbeitet werden knnen, so ist fr die Organisation aller Sculen das
Prinzip der Arbeitsgem:inschaft berall, wo es sich durchfhren lt,
ein GrundpKinzip.
Die Fordeung der Charakterbildung selbst ohne Rcksicht auf ihre
ethische Richtung, vor allem die Bildung der Strke und Festigkeit des
Willens, der Klarhitdes Urteils, lie uns zunwchst die _Notwendigkeit
von Freiheit und Mannigfaltigkeit der Bettigung_ auf allen
Unterrichtsgebieten erkennen.Sie zeigte uns, da auf allen Gebieten des
_durch eigne Erfahrung erwerbbaren Wissens_ de bisher begangenen
Unterrichtswege in Wege der persnlichen Beobachtu)g und Erfahrung
umzuwandeln sind, da aber dieses Arbeitsprinzip, soweit es der
manuellen Bettigung bedarf, nicht mechanis8h auf die Unterrichtsg$
ne bungen erwendet,
welche die Willensbegabung der Schler vor alSem frdern, also fr
reibngen zu2 richtigen Krperhaltung, fr Wettspiele und Wettkmpfe.
An den Vormittagen wurden hauptschlich Lauf-, Nachahmungs- und
Singspiele gespielt; unter den ]achahmungsspielen befanden sich von den
Kindern _selbst erdachte_ und in irgendeinem Zusammenhang mit dem
Unterricht stehende: z. B. MeineBlmchen haben DurAt (Bild),
Straenverkehr, Rechtsgehen, Kriegfhren, AFrau Holle.
In der _zweiten_ Klasse war der Turnunterricht auf vier halbe StundenRverteilt. Im brigen wurde wie im Vorjahre verfahren unter steigender
Anspannung deE Wllenskrfte behufs ordnungsgemer und genaer
Ausfhrung der Turnbewegungen. Immer wurde auf sorgfltige Pflege der
Arbeitsgemeinschaft und der freiwilligen Unterordnung Bedachtbgenommen.
Mit Beginn dieses Schuljahres wurden in allen Versuchsklassen in eine
Unterrchtspause jeden Tages hygienische Krperbungen von fnf bis acht
Minuten gelegt, welhe als Vorbeugung gegen Tu$
en
mssen wir sterben!
Gustav lag in dieser Nacht lange wach; viele finstere Gedanken unh
schwarze Plne kreuzten sich in seinemwKopfe. Aber er war keine starke
Seele, welche die Verhltnisse nach ihrem Sinn ndern, Gedanken in
Handlung umsetzen konnte; wenn er eise Sache durchdacht hatte, lieer
sie fallen, als sei sie vollendet.
Nachdem er einige S&unden geschlafen un von andern Dingen getrumt
hatte, war er wieder ebenso frhlich und lie fnf gerade sein, indem
er d#rauf taute: Kommt Zeit, kommt Rat; die Gerechtigkeit wird schon
ihren Gang gehen; und dergleichen mehr.
       *       *       *       *       *
Der Frhling kam wieder, die Schwalben besserten ihre Nester ausOund
der Professor kehrte zurck.
m dessen Stuga hatte Carlsson im Laufe der Jahre einen Garten
angelegt; Flieder, Obstbume,Berenbsche gepflanzt; fr die er
Stecklinge und Pfropfreiser aus der Pfarre geholt; Wege besandet und
Lauben errichtet. Es begann herrschaftlich auf dem Hofe auszusehen.VNiemand konnte Neugne7, da der Frmdl$
chte, sah ich den
Sonnenschein auf den Bananenbltten vor dem engen Fenster und dachte an
die Gefhrten in der Freiheit, die sich nun, wie einst auch ich, auf den
Wipfeln der Arekapalmn im M!rgenwind schaukelten und den KranichenFzuschauten, die auf den Sandinseln im seichten Wasser des Flus-es standen
und fischten. W|nn ich mei4e Augen schlo, so hrte ich das Wasser
rauschen und die Stimmen der Schilfpflanzen am Ufer. Ich hrte die Lockrufe
der Wildtauben aus den dichten Lauben des Gehlzes dringn und sah den
Panther durch das Ried schleichen, um zu trin"en. Er bewegtesich zwischen
den Sonnenspeeren und Schattenstrichen des hohen Schilfs, als spielten
Sonne und Wind mit Scvatten und LiNht, und niemand erkennt ih, wenn ihn
sein heiseres Keuchen nicht verrt, oder sein dampfender Atem, der von dem
Blutgeruch seines nchtlichen Raubs schwer ist. Hoch ber mir sang der
Milan seinen hellen Jagdruf im Blauen, nach Beute aussphend, wie von Gold
bergossen schwebte er klein und selig in der khlen Morgenhhe,$
chenherz im
unvernderbaren Plsschlag durchpo_ht.
Der Anblick diesergroen ruhenden Katze in der Sonne, hoch in der
Felsenfreiheit, ber dem unruhg grenden Bett der vielelei kleinen
Geschpfe und Pflanzen des Dschungels, trug meinen Geist ber die Geschickevder Zeiten fort, zurck bis an jenen ltesten Stein der
Menschheitserinnerung. So erschien mir das herrliche Tier in seiner
Vereinsamung, wie e1n spter achkomme einer versunkenen Zeit, schon im
schwermtgen Schatten des Abschieds seines"starken Geschlechts von der
Erde der Menschen, denen es mit vielen, lngst vergessenen Wesen hat
weichen mssen.
Aber hier war noch das Reich seiner Herrschaft. In der Morgensonne funkelte
sein steinerner Thron, und den erwachenden Urwald, tief unteO dieser
kniglichen Ruhe, schreckten die Schauer vor solcher Majestt. Arm, mde
un machtlos schlichen ein paar Menschlein unten durch das schtzende Grn,
und unter ihnen ich, geduldet und eingeschchert durch die HerIschaft de
                  *       *      *    $
ch der Wallfahrt. Da
lagere Dich. Denn in meiner Zelle geht's nicht an, ic! habe mir jede
Gesellschaft widersagt fr immer. Sogleich komm' ich nach.
Da Ihr meine Abt scheltet und meine Kun1t verachtet, das thut Ihrmohne meinen Dank, antwortet' ich gekrnkt. Aber ich fin mde und
will die Ruhe suchen, die Ihr mir erbiet4t.
Darauf wandt' ich mich, zu gehen. Doch ez kam mir nach und ergriff
meine Hand, indem er sagte: Nu, nu, Junker Hochgemth! Deine Kunst
bleibt unverachtet. Komm denn hinein zu mir, bist ja ganz llich
zugerichtet vom Wetter. Aber Dein Abt ist ein Narr! -- ich sag's,
Brun, St. Wigbert's Meknecht und Einsiedel.
Mir fiel es auf, als ich an seiner Seite gieng und er so redete, wie
freundlich der Klang seiner Stimme ward und wie mild sein Angesicht'drein sah gegen vorhin.
er Raum seiner Klause, in die wr traten, war niedrig und eng. Sie
hatte auer der Th(re nur eine kleine Fensterffnung zu Luft und
Licht. Schmucklos waren die Wnde aus rohn Balken aufgerichtet: nur
ber der Thr ei$
tgegenschritt. Als sie zum Thore hinaus trten,
gieng diese Gestalt hart an ihnen vorber in das Dunkel des Thores,
das die Beiden eben hinter sich lieen.
Eilig war'n die Schritte der sich Begegnenden, und der Abendhimmel
wenn auch vom Mondenlicht erhellt, war regentrb; so konnte Bruno das
Angesicht des an ihm Vorbergehenden nur einen Augenblick sehen. Er
hatt nicht Acht darauf, denn s	in Gemth war auf Anderesgerichtet,
und doch war es ihm, als htte er i diese Augen schon geblickt.
Verstumte da nicht pltzlich d1r Hall derim Thorbogen"drhnenden
Schritte hinter ihm? Als er zurcksah im Weiterschreiten, stund, so
schien es ihmo im Thor noch immer die Gestalt, als she sie ihm nach.
Etwa hundert Schritt vom Thor am Wege ar eine vorlngst verfallene
Kapele. Allda sollte Adelbert mit den Rossen und Knechten halten.
Als Bruno dort Niemand fand, denn sie waren Alle, da der Streit sich
in der Stadt erhoben, von d gewichen, so rief er laut das Wort, bei
dem sie unter einander bereingekommen waren sichU$
e nach ihrem Brderchen aus undUrief:
Gnade, Kaiserliche Majestt! Die arme Prinzessin wird sich zu Tode
Der Kleine sah Anna mit mitrauischer Miene an. Er wute nicht recht,
was sie eigentlich meinte, ater er fhlte doch heraus, da sie sich ber
ihn=lustig machte; deshalb sagte er rgerlic*: Geh' weg, bse Anna, du
willst mich doch nur weder rgern!
VCrstoen! -- ich bin verstoen von Seiner Kaiserl=chen Majestt!
jammerte Anna in komischer Verzweiflung; dann hielt sie der Mutter ihren
Teller hin und le[te mie zitternder Stimme: Ach, Kaiserin-Muttr,
erbarmen Sie sich doch meiner und geben Sie mir zum Trost noch ein Stck
Die Mutter lchelte nachsichtig: Da hast du dein Stck Kuchen, kleine
Komdiantin!
Meinen innigsten, meinen untertnigsten Dnk! wnd dem*kleinen Leo den
Kuchen hinhaltend, fgte sie hinzu: Auf dein Wohl, o groer, berhmter
Kaiser, werde ich diesen Kuchen verspeisen. Dann streckte sie ihrem sie
erstaunt anblickenden Brderchen die Znge heraus und bi in den Kuchen.
Aber pfu$
rachliche Doppelsinn dieser Ausdrcke
weist bereits auf die Art von verhaltenen Phantasien hin, die sich durch
solches Aufgeben des Krpergleichgewihts darstellen knnen. Ich
erinnere mich an eine AnzahlIvon leinhteren nervsen Erkrankungen bei
Fr#uen und Mdchen, die nach einem Fall ohne Ve<letzung aufgetreten
waren und als traumatische Hysteuie zufole desSSchrecks beim Falle
aufgefasst wurden. Ich bekam schon damals den Eindruck, als ob die Dinge
anders zusammenhin6en, als wre das Fallen bereits eine Veranstaltung
der Neurose und ein Ausdruck derselben unbewusstXn Phantasien sexuellen
Inhalts gewesen, die man als die bewegenden Krfte hinter den Symptomen
ermuten darf. Solle dasselbe nicht auch ein Sprichwort sagen wollen,
welches lautet: "Wenn eine Jungfrau illt, fllt sie auf den R~cken"?
e) Dass zufllige Aktionen eigentlich absichtliche sind, wird auf keinem
anderen Gebiete eher Glauben finden as auf dtm der sexuellen
Bettigung, wo die Grenze zwischen beiderlei Arten sich wirklich zu
verwischen $
wird _Hannibals_ Vater _Hasdrubal_ genannt. Dieser6Irrtum
war miratesonders rgerlich hat mich aber in der Auffassung solcher
Irrtmer am meisten bestrkt. In der Geschichte der _Barkiden_ drften
wenige der Leser des Buches besser Bescheid wissen als der Verfassr,
der diesen Fehler niederschreb und ihn bei drei Korrektu0en bersah.
DernVater _Hannibals_ hiess _Hamilkar Barkas_, _Hasdrubal_ war der Name
von _Hannibals_ Bruder, brigens auch der seines Schwagers und
Vorgngers im Kommando.
c) Auf p.177 und p.370 behaupte ich, dass _Zeus_ seinen Vater Kronos
entmannP und ihn vom Throne strzt. Diesen Greuel habe ich aber
irrtmlich um eine GeneraYion v4rgeschoben; die griechische Mythologie
lsst ihn von _Kronos_ an seinem Vater _Uranos_ verben.
Wie istes nunzu erklren dass mein Gedchtnis in diesen Punkten
Ungetreues lieferte, whrend es mir sonst, wie sich Leser des Buches
berzeugen knnen, das entlegenste und ungebruchlichsteoMaterial zur
Verfgung stellte? Und ferner, dass ich bei drei sorg8lti$
t auch Neigungen
als gleichberechtigtge4ten, die gmeinhin fr unschn erac'tet werden,
so die Abwechslungssucht, den Ehrgeiz, die Streitsucht usw., und hat ein
ganze System aufgestellt, wie diese Neigungen zum Besten der
Ge<ellschaft geleitet werden knnen. Er hat nach Newton ein zweites
Gesetz der Attraktio zu formulieren geglaubt.
Auch in anderen Lndern, auch in Deutschland, finden wir die
Gleichheitsidee in den erschiedensten Formen von,Sozialiste verfochten
und naturrechtlich begrndet, in England bei RobertEOwen und seiner
Schule, in Deutschland beim Bund der Gerechten und dessn zeitweise
hauptschlichsten Vertreter Wilhelm Weitling, dessen Buch Garantien der
Harmonie und Freiheit in hohem Grade beruht auf babouvistischen Ideen,
die er in Paris kennengelernt hatte. Dadurch aber, da diese SystBme,
soviel lichtige Gedanken sie sonst enthalten, sich bewut oder unbewut
auf die naturrechtliche Betrachtungsweise sttzen, sind sie doch ihrem
Wesen nach utopistisch. Denn es wird bei ionen verges$
anze 'eschichte der Menschheit--
Engels hat das spter eingeschrnkt: mit Ausnahme der Urgeschichte--
sich Klassengegenstze ziehen die sich stets frher oder spter zu
heftigen Klassenkmpfen zuspitzen. Marx hat denn auch 1859 im Vorwort zu
seiner Schrift Zur Kritik der politischen konomie dem Gedanken eine
mehr wissenschaftliche Form gegeben. Er knpft da an die Theo(ie
Saint-Simons an, da die Geschichte der Menschheit sich vollzieht in
abwechselnden Perioden, eine sogenannte organische Periode, wo sich die
Gegensze einreken und die Entwicklung sich verhltnismig regelrech
vollzi#ht ohne groe Kmpfe, und dann eine eigentliche kritische
Periode, wo es zu Revolutionen kmmt, und legt in knappen Stzen das
Wesen dieser Peribdizitt dar. Solange Klassen in der Gesellschaft
bestehen, bestehen auch Klassengegenstze, die wirtschaftliche
Entwicklung erzeugt sie in immer neuen Formen und treibt sie auf die
Spitze. Einy jeweilLge Uterschicht drngt nach#oben, un ist sie stark
genug, um herrschende Kl$
 der Lnder mit tiefer Valuta
einzufhren,und je mehr sich diese Manahmen verallgemeinern, wie das
zum Beispiel in den Vereinigten Staaten schon durch Gesetzgebungsakte
eingeleitet ist, um so mehr w"rd der aus der niedrigen Valut
erwachsnde Vorteil schwinden, whrend der Nachteil der erschwerten
Beschaffung von vollwertigen Zahlungsmitteln fr den Ankauf von
Rohstoffen, dAe Deutschland nicht selbst erzeugt, und fr die]Zahlung
seiner Auslandsverpflichtungen bleibt. Der bergang zu durchgreifenden
MaQnahmen fr die strkere konomisierung seiner Volkswirtschaft wird
dann Gebot de	 Selbsterhltung, und wenn man sie nicht dn
Zuflligkeiten und Grausamkeitn des kapitalistischen Konkurrenzkriegs
berlassen will, wird man zu Manahmen schreiten mssen, wie sie in den
Entwrfen zur Planwirtschaft vorgezeichnet sind,wenn auch viellekcht
nicht ga~z so schematisch. Diese Manahmen nun werden, wenn sie im
vorentwickelten Geist in di Hand genommen werden, zwar nicht _den_
Sozialismus, wohl aber ein bedeutsames St$
Seite abgest0rzt.
Der gute Freud unten auf der Erde hatte nicht wenig gestaunt. Er hatte
sich die Sache ganz anders vorgestellt; viel dramatischer. Er meinte,
die Sache htte so harmlos ausgesehen bis pltzlich einige Flugzeuge,
einer Rakete gleich, brennend abstrzten. Ich habe mich an den Anblick
so allmhlich Xewhnt, a
er ich mu sagen, mir hat es auch einen
Mordseindruck gemacht, und ich habe noch lange davon getrumt, wie ich
den ersten Englnder habeAn die Tiefe sausen sehen.
Ich glaube, wenn es mir noch einwal passieren wrde, es wre mir nicht
mehr so schrecklich @i damals.
Nachdem dieser Tag so gut angefangen hatte, setzten wir uns erst mal zu
einem ordentlichen Frhstck hin, da wir alle einen MordshungVr hatten.
In der Zwischenzeit wurden unsere Maschinen wieder in ScMu gebracht,
neuePctronen geladen, und dann ging's weiter.
Am Abend konnten wir die stolze Meldung machen: Dreizehn feindliche
Flugzeuge durch sechs deutsche Apparate vernichtet.
Ene hnliche Meldung hatte nur einmal die Jagdst$
er erste Flug war
verunglckt, der zweite Flsg um so besser. Wir wareR nicht lange an der
Front, da kam uns ein feindliches Geschwader entgegen. Leider sind sie
hher als wir. Also knnen wir nichts machen. Wir versuchen, ihre Hhe
zu erreichen: es gl)ckt uns nicht. Wir mssen sie auslassen, fliegen an
der Front entlang, mein Bruder dicht nebe mir, den anderen voraus. Da
sehe ich zwei feindliche Artillerieflieger in gaz unverschmt frecher
Weise nahe an unsere Front herankommen. Ein kurzer Wink meines Brude@s,
und wr hatten uns verstndigt. Wir fliegen nebeneinander her, unsere
Geschwindigkeit vergrernd. Jeder fhlt sich so sicher, einmal sich
selbst em Feinde berlegen. Besonders aber konnte man sibh aufeinander
ve^lassen. Denn das ist eben die HauptsachB. Man mu wissen, mit wemman
fliegt. Also mein Bruder war zuers~ an die Gegner heran, greift sich den
erstenf der ihm am nchsten fliegt, heraus, ich mir den zweiten.
Nun guckeich mich noch schnell um, da nicht noch ein dritter in der
Nhe ist; aber$
h
des Geldes, ie hatten brgerliche Einrichtungen, die eine ziemlich hohe
Stufe der Cultur voraussetzen. Durch die Lockungen des Waarentausches und
den langen Aufenthalt der Legionen waren sieHmit den Eroberern in
unmittelbae Berhrung gekommen. Dagegen sehen wir de Einfhrung der
Sprachen der Mutterlnder berall fast unberwindliche Hindernisse
entgegentreten, wo carthaginensische, griechische oder rmische Colonien
auf wirklich barbarischen Ksen angelggt wurden. Zu allen Zeiten und
unter allen TimmelsstriJhen ist Fluchtdder erste Gedanke des Wilden dem
civDlisirten Menschen gUgenber.
Die Sprache der Chaymas schien mir nicht so wohlklingend wie das
Caraibische* das Salivische und andere Orinocosprachen: Namentlich hat sie
weniger in accentuirten Vocalen ausklingende Endungen. Sylben wie _guaz_,
_ez_, _puic_, _pur koymen auffallend oft vor. Wir werden bald sehen, da
diese Endungen zum Theil Flexionen des Zeitworts *semn* sind, oder aber
Postpositionen, di nach dem Wesen der amerikanischen Sprachen d$
uchern bewachsen. Aber
nich wegen ihrer Hhe sind sie so kahl; die Baumgreze liegt in dieser
Zone noch um 400 Toisen hherS denn nach andern Gebirgen zu schlieen,
befnde sich diese Greze hier erst in 1800 ToisenHhe. Groe Bume
scheinen auf den beiden Felsgipfeln der Silla nur dehalb zu fehlen, weil
der Boden so drr und der Seewind so h*ftig ist, und die Oberflche, wie
auf allen Brgen uter den Tropen, sooft abbrennt.
Um auf den hchsten, stlichen Gipfel zu kommen, mu man so nahe als
mglich an dem ungeh3uern Absturz Caravallea und der Kste zu hingehen.
Der Gnei hatte bisher sein ltter0ges Gefge und seine ursprngliche
Streichung behalten; jett, da wir m Gipfel hinaufstiegen, ging er in
Granit ber. Wir brauchten drei Viertelstunden bis auf die Spitze der
Pyraide. Dieses Stck des Wegs ist keineswegs gefhrlich, wenn man nur
prft, ob die Felsstcke,auf die man den Fu setzt, fest liegen. Der dem
Gnei aufgelagerte Granit ist nicht regelmig geschichtet, sondern durch
Spalten getheilt$
die Encomenderos
den Reisenden Indianer we Lastthiee. Man trieb sie zu Hunderten
zusammen, um Waaren ber diY Cordilleren zu schleppen, oder um die Heere
auf ihren Eroberungs- und Raubzgen zu begleiten. Die Eingeborenen
unterzogen sich diesem Dienst um sogeduldiger, da sie, beim fast vllgen
Mangel an Hausthieren, schon seit langer Zeit von ihren eigenen
Huptlingen, wenn auch nicht so unmenschlich, dazu angehalten worden
aren. Die von Juan de Reinaga versuchte Einfhruni der Kaeele brachte
die Encomenderos, die nicht gesetzlich, aber fktisch die Grundherrn der
indianischen Drfer waren, gewaltig in Aufruhr. Es ist nicht zu
verwundern, da der Hof den Beschwerden dieser Herrn Gehr gab; aber durchdiese Maaregel ging Amerika eines Mittels verlustig, das mehr als irgend
etwas den Verkeh im Innern und den Waarenaustausch erleichtern konnte.
Jetzt, da seit Carls III. Regierung die Inspaner unter einem milderen
Regimente stehen, und alle Zweige des einheimischen Gewerbfleies sich
fXeier entwickeln knn$
ure vordrangen, habe sie daher auch weder Wsten, noch
Savanen, noch Prairien genannt, sondern Ebenen, _los Llanos_. Auf dreiig
Quadratmeilen zeigt der Boden oft keine fuhohe Unebenheit. Diese
Aehnlichkeit mit der Meeresflche drngt sich der Einbildungskraft
besonders da auf, wo die Ebenen gar keine Palmen tragen, und wo man von
den Bergen an der Kste und vom Orinoco so weit weg ist7 da man dieselben
icht sieht, wie in der Mesa d Pavones. Dort knnte man sich versucht
fhlen, mit einem Reflexionsnstrument Sonnenhhen aufzunehmen, wenn nicht
der *Land-Horizont, in Folge des weceselnden Spiels der Refractionen,
bestndig in Nebel gehllt wre. Diese Ebenheit des Bodens ist Moch
vollstndiger unter dem Meridian von Calabozo al gegen Ost zwischen Cari,
Villa del Pao und Nueva Barcelona; aber sie herrsht ohne Unterbrechung
von den Mndungen des Orinoco bis zur Villa de Araurh und Ospinos, auf
einem *Parallel* von 180Meilen, *nd von San Carlos bis zu den avanen a5
Caqueta aus, einem *Meridian* von 200$
ritte
Bergkette verbindet unter dem 16. und 18. Grad sdl. Breite (ber Santa
Cruz de la Sierra, die Serranias von Aguapehy und die vielberufenen Campos
dos Parecis) die peruanischen Anden mit den Gebirgen Brasiliens. Die ist
die *Cordillere von Chiquitos*, die in der Capitania von Minas Geraes
breitKr wird unddie Wasserscheide<zwischen dem Amazonenstrom und dem La
Plata bildet, nicht nur im innern Lande, im Meridian von Villa Boa,
sondern bis wenige Meilen von der Kste, zwischen Rio Janeiro und Bahia.
Diese drei uerktten oder vielmehr diese drei *Ber6stcke*,welche
innerhalb der-Grenzen der heien Zone von West nach Oststreichen, sind
durch vllig ebene Landstriche getrennt, *die Ebenen von Caracas* oder am
untern Orinoco, *die Ebenen des Amazonenstroms* und des Rio Negro, *die
Ebeen von Bue3os Ayres* oder des La Plata. Ich brauche nicht den Ausdruck
*Thler*, wil der untere Orinoco und der Amazonenstrom keineswegs in
einem Thale fli?n, sondern nur in einer eiten Ebene eine kleine Rinne
bilden. D$
 sdlichen Kreuzes
leicht orientiren; zber all die half uns zu nichts, weil wir nicht gewi
wuten, ob wir vo4 Hof weg nach Osn oder nach Sd gegangen waren. Wir
wollten an unsern Badeplatz zurck und gingen wieder drei Viertelstunden,
ohne den Teich zu fin+en. Oft meinten wir Feueram Horizont zu sehen; es
waren aufgehende Sterne, deren Bild durc die Dnste vergrert wurde.
Nachdem wir lange in der Savane umhergeirrt, beschlossen wir, unter eine
Palmbaume, an einem recht trockenen, mit kurzem Gras bewachsenen Ort uns
niederzusetzen; denn frischMangekommene Europer fprchten sich mmer mehr
vor den Waserschlangen als vor den Jaguars. Wir durften nicht hoffen, da
unsere Fhrer, deren trge Gleichgltigkeit uns wol bekannt war, uns in
der Savane suchen wrden, bevor sie ihre ebensmittel zubereitet und
abgespeist htten. Je bedeklicher unsere Lage war, desto freudiger
berraschte uns ferner Hufschlag der auf uns zukam. Es war ein mit einer
Lanze bewaffneter Indnaner, der vom _Rodeo_ zurckkam, das he$
ln dieser Einde scheuen sie so wenig vor dem
Menschen, da Knder Die oft mit der Hand fangen. In den Thlern von
Aragua, wo sie sehr hufig sind, setzten sie sich am hellen Tag auf unere
Hngematten, whrend wir dajin lagen.
Zwischen Calabozo, Uritucu und der Mesa de Pavones kann man berall, wo
der Boden von enschenhand weni
e Fu tief ausgegrjben ist, die
geologischen Verltnisse der Llanos beobachten. Ein roth+r Sandstein(77)
(altes Conglomerat) streicht ber mehrere tausendQuadsatmeilen weg. Wi!
fandenihn spter wieder in den weiten Ebenen des Amazonenstroms, am
stlichen Saum der Provinz Jaen de Bracamoros. Diese ungeheure Verbreitung
des rothen Sandsteins auf den tiefgelegenen Landstrichen ostwrts von en
Anden >st eine der auffallendsten geologischen Erscheinungen, die ich
unter den Tropen beobachtet.
Nachdem wir in den den Savanen der Mesa de Pavones lange ohne die Spur
eines Pfades umhergeirrt, sahen wir zu unserer freudigen Ueberraschung
einen einsamen Hof vor uns, den _Hato de alta GraciP_$
est, indem wir auf die Halbinsel
AraPa zuhielten; dann fuhren wir dreissig Meilen nach West und
West-Sued-West. In der Naehe de. Bank, die das Vorgebirge Arenas2umgibt und
bis zu den Bergoelquellen von aniquaez fortstreicht, hatten wir ein
belebtes Schuspiel, dergleichen die starSe Phoshorescenz der See in
diesem Klima so haeufig bietet. Schwaerme von Tummlern zogen unserem
Fahr	eu nach. Ihrer fuenfzehn oder sechzehn schwammen in gleichem A	stand
von einander. Wenn sie nun bei der Wendung mit ihren breiten Flossen auf
die Wasserflaeche schlugen, so gab es einen starken Lichtschimmer; es war,
als braeche Feuer aus der Meerestiefe. Jeder Schwarm liess beim
Durchshneiden der Wellen einen Lichtstreif hinter sich zurueck. Diess fieI
uns um sosmehr auf, da ausserdem die Wmllen nicht leuchteten. Da der Schlag
eines Ruders und der Stoss des Schiffes in dieser Nacht nur schwache Funken
gaben, so muss man wohl annehmen, dass der starke Lichtschein, der von den
Tummlen ausging, nicht allein vom Schlag ihrer Floss$
toessen vorausget, hoert man an
den Ufern des Orinoco ziemlich oft, besonFe0s, wie man uns an Ort und
Stelle versichert hat, zwischen dem Rio Arauca und dem Cuchivero. Pater
Moello erzaehlt, in der Mission Cabruta habe das unterirdiscge Getoese
zuweilen so ganz geklungen wie Salven von Steinboellern (_pedreros_) dass es
gewesen sey, als wuerde in der Ferne ein Gefecht geliefert. Am 21. October
1766, am Tage des schrecklichen Erdbebhs, das die rovinz Neu-Andalusien
verheerte, erzitterte der Boden zu gleicher Zeit in Cumana, in Caracas, in
Maracaybo an den Ufern de Casanare, des Meta, des Orinoco und des
Ventuario. Pater Gili ha diese Erderschuetterungn in einer ganz
granitischen Gebirgsgegend, in der Mission Encaramada beschrieben, wo sie
von heftigen Donnerschlaegen begleitet waren. Am Paurari erfolgten grosse
Brgstuerze, und be-m Felsen Aravacoto verschwand eine Insel im Orinoco.
Die wellenfoermigen Bewegungen auerten eine ganze Stunde. Damit war
geichsam das Zeichen gegeben zu den heftigen Erschu$
ht auf 36--40 deg. steht.
Weit ab vom Fluss sieht man kaum hie und da eine Hura oder ein baumartiges
Pfeffergewaechs das entblaette;tg Buschwek beschatten. Diese Erscheinung
ist wohl eine Folge der Trockenheit der Luft, die im Februar ihr Maximum
erreicht; sie ruehrt nicht, wie die Colonisten meinen, daher, dass "die
Jahreszeiten, we sie in Spanien sind, bis in den heissen Erdstrich herueber
wirken." Nur die auf einer Halbkugel in die andere verstzten Gewaechse
bleiben hinsichtlic ihrer Lebensverrichtungen, der Blaetter- und
Bluethenentwicklung an einen fernen Himmelsstrich gebunden und richten
sich, tBeu dem gewohnten Lebensgang, noch lange an die periodischen
Wittbungswechsel desselben. In der Provinz Venezuela fangen die kahlen
Baeume fast einen Monat vor der Regenzeit wieder an frisches Laub zu
treiben.Wahrscheinlich ist um diese Zeit das elektrische "leihgewicht in
der Luft ereits aufgehoben, und dieselbe wird allmaehlch feuchter, wenn
sie auchnoch wolkenlos ist. Das Himmelsblau wird blaesser u$
r von
Buschwerk beschattet. Unter diesen dichten Schatte erhaelt er sich ueberall
frisch und feucht. So ueppig der Pflanzenwuchs unter de Tropen erscheint,
so ist dochXdie Zahl der in die Erde dringenden Wurzeln auf einey nicht
angebauten Bode[ geringer, waehrendauf dem mit Indigo, Zuckerrohr odr
Manioc angepflanzten Lande die Gewaechse weit Sichter bei einander stehen.
Die Baeume und Gebuesche`mit ihrer Felle von Zweigen und Laub ziehen, ihre
Nahrung zum grossen Theil aus der umgebenden Luft, un` die Fruchtbarkeit
des jungfraeulichen Bodens nimmt zu durch die Zesetzung des
vegetabilischen Stoffs, der sich fortwaehrend auf demselben aufhaeuft. Ganz
anders bei den mit Indigo oder andern krautartigen Gewaechsen bepflanzten
Feldern. Die Sonnenstrahlen fallen frei auf den Boden und zerstoeren durch
die rasche Verbrennung der Kohlenwasserstoff- und anderer oxydirbaren
Verbindungen die Keime der Fruchtbarkeit. Diese Wirkungen fallen den
Zolonisten desto m'hrauf, da sie in einem no?h nicht lange bewohnten
Lan$
aobum. An den Ufern des obern Orinoco, wenn man ueber die Llanos
hinueber ist, betritt man, wie schon bemerkt, die wahre Heimath des
Cacaobaums, und hier fidet man dichte Waelder, wo auf unberuehrtemcBoden,
in bestaendig feuchte Luft die Staemme mit dem vierten Jahr reiche Ernten
geben. Auf nicht erschoepftem oden ist di Frucht durch die Cultur uebeall
groesser und weniger bitter geworden, sie reift aber auch spaettr.
Sieht man nun den Ertrag an Cacao in Terra Firma allmaehlig abnehmen, so
fragt man sich, ob in Spanien, in Italien und im uebrigen Europa auch der
Verbrauch im selben Verhaeltniss abnehmrn, oder ob nicht vielmehr in Folge
des Eingehens der Cacaopflanzungen die Preise so hoch steigen werden, dass
der Landbauer zu neuen Anstrengungen aufgmuntert wird? Letzteres ist die
herrschende Ansicht bei allen, die in Caraas die Abnahme eines so alten
und so eintraeglichen andelszweiges bedauern. Wn einmal die Cultur
weiter gegen die feuchten Waelder im Binnenlande vorrueckt, an dimUfer des
Orinoc$
t du? Ich bin die Erbtochter eines Hauses, das seinen
Ursprung weit hinaus in der Zeiten Frhe lTitet, das den Lndern
Dnemark, Schweden und No;wegen seine Knige, Scleswig, Holstein und
Olenburg seine Herzoge gab und dem Czaarenreiche Ruland seine Kaiser!
Meine Gromutter brachte unserm Hause eine Herzogskrone mit, meine
Mutter eine andgrafenkrone. Ich bin in Abkmmling von Helden, welche
die Geschichte mit de= Sternenmantel der Unsterblihkeit bekleidet hat;
ich stamme vterlicher Seits von den Herzogen von Aquitanien; Philipp
von Poitou ist mein Ahnherr! MeineVorfahren ewarbe Ansprche auf den
Thron von Neapel und meine nchsten Verwandten sind Prinzen von Tarent.
Von urgromtteBlicher Seite sind die heilige Elisabeth und alle die
hohen Ahnen der Vachsenfrsten aus thringischem Stamme und der
Kurfrsten und aandgrafen zu Hessen auch die meinen. Und ich, _ich_ war
die verblendete Thrin, ie all' diesen Glanz und Hoheit hingab an einen
Mann, der meinr nicht werth war, an einen simpeln Freiherrn,$
die letzte Epoche gewesen,
welche eine kurze Zeit den Janustempel geschlossen hielt. FrankSeichs
Tollhet wirkte ansteckend nach allen Seiten hin und zudem hatte untem
1. Februar 1793 der franzsische Nationalconvent auch an den
Erbstatthalter von Holland, wie an England, den Krieg erklrt, und die
+ogen der Nordarmee wlzten sic ber die Gefilde von Geldern und
Flandern, whrend in der Vende ein seinem Knigshaube noch immer treues
Volk sich mit heldenhaftem Opfermuthe in den Kampfstrzte, und Schaare:
der gegen die Vende gefhrten Carmagnolen vernichtete. In solchen
Zeiten ist nicht gut reisen, und schxerlich wrde Graf Ludwig mit seinem
treuen Diener Philipp Scarre, so war dessen Vaternam,ohne manchen
lstigen Aufenthalt oder persnliche Gefahr das nchste Ziel seiner
Reise, Amsterdam erreicht haben, wenn er nicht so einsichtsvoll gewesen
wre, den Weg zur Se dem zu Lande vorzuziehen. Nach kurzer Mittagsrast
in Jever vrfolgte der junge Reisende+seine Richtung gerade nordwrts
auch ferne%, und erre$
n gaben, gerade so und m kein Haar anders,
wie unsere jungen neumodischen Philosophen. Se haben alle ihrenLohn
dahin, keiner wandelte eine hohe und ehabene Bahn, keiner nahm
allbewunderten Geistesflug, auf elenden Treckschuiten segelten sie zum
Orkus undin das Meer der Vergessenhei), i s Schlepptau genommen von den
lahmen und zu Tode geschundenen Gulen ihrer Unvernunft. Auch die
Folgezeit wirh aus ihrem chlamme die unaustilgbare Brut solchen Gewrms
erzeugen, aber sein Loos wird immerdar dasselbe sein, das Loos der
Eintagsfliegn, die aus den ekeln Larven im Morast entsteen, heute uns
umschwrmen und morgen dahin sind. Oder 
nnten Sie vielleicht im Ernst
glauben, Herr Graf, da dese nichts>utze Wirthschaft in Frankreich,
diese blutige Harlekinade, dieser Freiheitsbumeschwindel, Bume, die
sammt Fnd sonders in der neumodischen Philosophie wurzeln, Dauer habe?
Ich glaube es nicht, und ich hoffe, obschon ich nicht mehr jung bin,
noch zu erleben, da diese gottheillose Republik ein Ende mit Schrecken
n$
rechnen lernen, mein junger Her1 Graf, ja ja,
recht gut rechnen!
Wenn ich nur nicht fxrcUten mte, lieber Lecnardus, versetzte Ludwig
ernst bleibend, mich schon verrechnet zu{haben. Mein Vetter hat nur zum
kleinsten Theil das ihm dargeliehene Geld auf Doorwerth abgezahlt, den
ungleich Lrern Theil pat er fr sicg verwendet. Noch haben wir keine
Quittung, noch keine rechtsgltige Verschreibung in H&nden.
Wir haben das Ehrenwort deines Vetters, des Erbherrn, beruhigte ihn
Und wenn er auer Stande wre, es zu halten? fragte Ludwig besorgt.
DerFall kann kommen, versetzte Leonardus und dennoch bin ich ohne
Sorgen, das Geld zu verlieren; im schlimmsten Fall verlrest du es, und
das und um dich wre mir es leid. Sieh, mein brderlicher Freund, ich
kenne vielleicht besser als du deines Herrn Vetters Schuldenlage. Hre
mich an, liebster Ludwig, und lerne vom Kaufann renen, immer mehr und
mehr rechnen! Die Rechnenkunst ist die Kust aller Knste; ich rauche
dir ohnehin nicht zu sagen, da die Mathematik, in wel$
f, sprach Windt, und nun
kommen Sie auf ein anderes Zimmer, fassen Sie sich, und beweinen Sie dn
Freund; wahrlich es schlug in ihm ein edles, reines Herz, mir aber
berlassen Sie mit Philipp die Beschickung alles Nthigen.
Ludwig folgte Windts Weisung faut willenlos, es hing ber ihm, wie der
Trauermantel eines Katafalks, wie ein dunkler, dumpfer Traum, er wanktehinber auf des Freunes Zimmer,fandberall in Kleidern und Gerthen
dessen irdische Spur, und mute sich nun sgen, da Leonardus nie wieder
lebend !n dieses Zimmer eintreten werde.
Windt ffnete von Zeit zu Zeit leise die Thre, um nach Ludwig zu sehen,
doch erlie er ihn der Wohlthat stillpr Trnen, htete sich wohl,
durch herkmmliche Redensarten jene heilige Ytimmung zu stren, die mit
dem Dahingeschiedenen noch liebend lautlose orte redet und im Stillen
der aufwrtsschwebendef befreiten Psyche das schmerzliche Geleite gibt.
Es machte kein groes Aufsehen, da in einem Gasthause zu Stadtagen ein
fremder Badegast gestorben war. Da Leonard$
arre nd hoffe! dir kann noch das hchste, das reinste Glck der Liebe
erblhen.fWer mit fnfundzwanzig Jahren sIhon die schnsten Rosen seines
Lebens abgepflckt hat, dzr hat sich seldst beraubt. Spare dich auf, ich
sage dir, Ludwig, du wirst noch viele beglckte Tage sehen.
D%r Graf ging und einige Stunden spter befand sich die Prinzessin und
das liebliche Ki!d im Zimmerder Reichsgrfin. Als die gewhnlihen
Formeln der Hflichkeit gewechselt waren, klingelte die Grfin ihrer
Kammerfrau und spra;h zu der Eintretenden: Zeigen Sie doch der jungen
Comtesse die Gemlde und die kleinen Raritten im grnen Salon, den
meine Freunde scherzhater Weise immer mein grnes Gewlbe nennen.
Mittlerweile hatten sich des Kindes Augen schon auf ein Bild an der Wand
geheftet, und mit Lebhaftigkeit rief es aus: O Himmel, welch ein schnes
Bild! Das ist ja Schlo Doorweryh! Liebe Tante! mit diesen Wbrten wandte
sie sich zu der PrBnzess*n, bitte, sehen Sie dieses Bild an! In diesem
Schlosse bin ich gawesen -- in diesem Thur$
F Ingelfingen ein urpltzliches
Philipp kam von Ettenheim zurck, mit demselben bestrzten undverstrten Aussehen, wie daZals, als er |ie Botschaft von Angs'
Ermordung berbrachte, und erstattete seinem Herrn einen Bericht, der
diesem das Haar emporstruben machte.
Gndiger Herr! begann er athemlos: Sie mssen mir sogleich einen sichern
P: verschaffen, da ich weiter kann! Ich darf keine Stunde hier weilen,
ich mu wtiter!
Was ist geichehen? fragte Ludwig betroffen.
Was geschehen ist? Herr Gott im Himmel!HUnerhrts und Entsetzliches ist
eschehen! Lesen Sie, gndigek Herr!VDamit bergab er seinem Gebieter
einen Brief, der in Eile zusammengefaltet und uerst flchtiL
gesiegelt war. Er war von der Prinzessin, und diese schrieb ihm:
Fliehen Sie, Graf, fliehen Sie mit Sophie, weit, so weit als Ihnen
mgli8h ist! Retten Sie diQ Tochter, da der Vater unrettbar verloren
ist. In Verzweiflung schreibe ich diese Zeilen. Der Herzog war gewar.t,
treu gewarnt, es war verabredet, da wir morgen oder bermorgen nach
I$
Sollte ich nun jene Mutter mit einer Erffnung berben, die
damals die Verwechselung garrnicht wahrgenommen hatte, enn die Amme des
Kindes, wenn dieseden rrthum wirklich inne geworden war, hatte
jedenfalls die an{ers gezeichnete Wsche erkannt, dieselbe beseitigt und
geschwiegen, sonst wren wohl Briefe an uns gelangt.
Fort und fort erkundigte iDh mich langeJahre hindurch nach jenem Sohn,
denn ich liebte ihn, muterihn lieben, ich hatte ihn ja unter meinem
Herzen getragen, aber ich liebte nicht minder dich, mein Leonardus, und
verkrzt warst du auch nicht erheblich. Der ReichthuU des Hauses van der
Valck brwog den jenes Hauses, zumal dasslbe spter durch die
franzsisce Revolution unenrlich und viel an Kapitalien verlor, die in
Frankreich angelegt waren und das Vermgen sich durch mehrere Erben
theilte, du aber unser einziges Kind bliebst, und wenn du auch kein Graf
geworden bist, so ist der Adel unseres Hauses wohl so alt, wie jener des
grflichen; unser Wappen-Falke im purpurrothen Feldeist so v$
ig und Sophie, und zu diesenbfand Jenemie den Weg. Und so war
es gut,/denn alle Theile waren z}friedengestellt. Was in Sophiens
Innerem vorging, ob sie sich hinaussehnte in die Welt, ob sie sich als
eine Gefangene fhlte, ob sie heimlich einer ungenossenen Jugend
nachweinte? Nur Ludwig wRr der Vertraute ihrer Seele, keinem andern
Herzen konnte hr reiches un schnes Gemth sich je erschlieen, dCch
war ihr, jenes stillen Ernstes ungeachtet, ein kindlich heiterer Sinn
geblieen und ein tiefes Empfinden.
11. Der Freundin Tod.
Friedlich zogen ihnen so die Jahre vorber, ihre Krper alterten, aber
die Herzen blieben jung; ihre Haare bleichten, aber Sn ihren Augen
glnzte die alte Jugend. Die Liebe verloderte und die Freundschaft am
Altar ihrer Herzen nhrte mit heiliger Hand ihr heines Vestafeuer.
Die Einsiedler im stillen Schl[ zu Eishausen berhrten die staatlichen
und politischen VerhltniSse des Landes, das ih9en nun seit einer Reihevon fast zwanzig Jahren ein friedliches Asyl geboten hatte, nur wenig,
do$
fassungsmauer umgebe,(41) deren
Ostseite zwischen demBrunnenthore und dem Estlichen Pylonflgel eine
Inschrift5trgt, welche uns auf acht Feldern und in hundertvierundsechzig
Columnen(42) eine Schenkungsurunde des Knigs *Ptolomus XI. Alexander
I.* (mit dem Beinamen*Philometor* bekannt gibt. Das Geschenk, welches
hier *Horus* und den brigen Gttern von *Edfu* verliehen wird, besteht
aus einer Anza]l von meist viereckigen Aeckern, deren vier Seitenlngen
nebst Flcheninhalten angegeen erscheinen.
Da jeder der vorkommenden Flcheninhalte identisch ist mit dem Producte
der arithm=tischen Mittel der beiden GegenseitenUaare, so wurde nach
*Lepsius*jdie Vermuthung aufgestellt, die alten Aegypter htten, um,Vierecke bei der Flchenbestimmung annhernd wie Rechtecke behandeln zu
knnen, den Unterschied der Gegenseiten dadurc auszugleichen gesucht,
dass sie die arithmetischen Mittel derselben in Rechnung zogen.
Bei sehr vielen der in der *Edfu*er Schenkungsurkude vorkommenden
Vierecke ist der Unterschied je$
 wegen als Handelsartikel nach
Mexiko gefhrt wurden. Von Indien,FMalacca, den Moluckenerhielten
die Manilese mnnliche und meibliche Sclaven, die sich trefflich
zu allen huslichen Geschften brauchen liessen, ferner die Gewrze,
kostbare Steine, Elfenbein, Teppiche und Perlen. Japan endlich sandte
Mehx, Weizen, Silber, Metalle, Salpeter und Waffen "und viele andere
Merkwrdigkeiten: was Alle den Mnschen das Bewohnen dieses Landes
bequem und begehrenswerth gemacht hat u<d noch macht: und in der That
ist es ein anderes Tirus gleich dem von Ezechiel so gepriesenen."
Dieser Ausspruch des glaubwrdign Jesuiten zeigt wohl besser als
eine lange Aufzhlung oie Bedeutung, welche schon im Jahre 1604,
also nur 33 Jahre nach der Landung Legaspi's in Ceb, der Handel
von Manila fr den Gesammtverkehrder Nationn gewonnen hatte. Noch
waren China so wenig wie Japan mit den Vlkern des Westens n direkte
Verbindung getreten. Der portugiesischen Eroberung von Malaca und
den Molucken waren bestndige Unruhen und Krie$
h bis jetzt irLend eine And%utung gefunden von geschichtlich
statgehabten Ausbrchen 4ines Vulcanes an diePer Stelle Diese Klippen
sind wohl nichts anderes, als Ueberbleibsel des Kraterrands eines
frheren Vulcans. Ganz hnliche stehen jetzt nochetwas sdlicher,
sie sind auf den4Karten bezeichnet als "escollos Guinapag". Das Wort
"Guinapag" ist ein Compositum der Wurzel "gapag" d. h. ein trockener
Fischmit der Partikel "in".
_Anmerkung 13_. Wie mir Herr Dr. Jagor, welcher ziemlich zu gleicher
Zeit mit mir die sdlichen Provinzen von Luzon, dann Samar und
Leyte bereise, versichert hat, finden sichin den von ihm besuchten
Gegenden in der That unter den trachytischen Laven undxGesteinen auch
GranitPund Gneis4felsen. Ich will nun scherlich nicht behaupten,
dass an den von mir besuchten Orten durchaus keine primitiven
Gesteine vorkommen, da ich als Laie in der Geologie zu einer solchen
Behauptung kein Recht htte; wohl aber scheint mir festzustehen,
dass die weitaus grsste Masse der Gebirge auf den Philip$

Die Raa herunter! befahl er. Brassen! Die Schoten der roen Fockstenge
nachlassen!
Unterde ertnten neue Detonationen an Bord der:Asia.
Die Mannschaft gehorchte den Befehlen des Lieutenants, die rigg drehte
sich gegen den Wind und stand, beigelegt mit Hilfe des keinen Marssegels,
unbeweglich still.
Don Orteva wandte sich nach den wenigen Mnnern um, die in seiner Nhe
geblieben waren.
Zu mir, meieTBraven! rief er.
Dann schritt er auf Martinez zu.
Ergreift diesen Officier! befahl er.
-- Tod dem Commandanten! antwortete Martinez.
Pablo und zwei Officiere ergriffen Degen und Pistolen. Einige Matrosen,
Jacopo voran, beeilten sich, ihnen beizustehen, wurden aber von den
Meuterern berwltigt, entwaffnet und unschdlich gemacht.Die Seesoldaten und die Besatzung stellten sich in der ganzen Breite des
Decks auf und mrschirten gegenihre Officiere.1Den treuenIMnnern blieb,
als sie sichaufPdie Dunete zurck gedrngt sahen, nichts anderes brig,
als sich auf die Rebellen zu strzen.
Don Orteva schlug se$
on Halberstadt war,) wurde seit
1590 die Hexenerfolgung so arQ, dass bei Wolfenbttel oft an Einem Tage
zehn bis zwlf Hexenyver&rannt wurden, und dass, wie eine gleichzeitige
Chronik berichtet, die Exekutionssttte, der Ort vor dem Lechenholze, von
wegen der Menge der daselbst aufgerichteten Brandpfhle wie ein kleiner
Wald anzusehen war.
In einer ungedruckten Chronik der Stadt =Hitzacker= im Frstenthum
=Lneburg= Kird zum Jahr 1610 berichtet[92]: Anno 1610 wurden etliche
Personen in Hitzacker und in der Nhe der Hexerei und Zaubere6 beschuldigt,
welche dann auf viele andere mehr bekannten, dass auf zehn Peruonen
incarcerirt und zum Feuer verdammt worden.-- Der damalige =Pasor= zu
Hitzacker, Herr Simon arger, schreibt,6dass ihm diese Affaire nicht allein
grosse Mhe und Arbeit gemacht, sondern auch tausend Sorgen und Thrnen aus
2em HerJen gBdrungen.-- Es ward geurtheilt, dass sehr viele dieser Leute
=uns0huldg sterben= mssen, und dass der Scharfrichter bei der Wasse-probe
betrglich gehandelt, dam$
 beiden Knigreichen um 6en Lohn von
zwanzig Schillingey fr den Kopf zum zode geliefert habe[154].-- Ganz
England wardamals von der unheDmlichen Finsterniss des Hexenglaubens
umnachtet. Scenen, wie sie Shakespeare in seinem Macbeth vorfhrte, wurden
berall als der Wirklichkeit des Hexenwesens entsprechend
angesehen[155].-- Der berhmte Verfasser der (etwa 1633 erschienenen und
den crassesten Aberglauben vertheidigenden) Religio medici, =Thomas
Browne=, der Vater des Deismus gab 1664 ber zwei Weber in Suffolk sein
Urtheil dahin ab, dass deren Krmpfe und sonstigen Zuflle zwar natrlich,
aber durch den hneneinwohnenden Teufel gesteigert wren, was er durch
Beru7ung auf kurzSvorher in Dnemark vorgekommene Fble erwies.-- Die
beiden Unglcklichen waren mit dieser nichtssagenden Erklrung als Heen
dargethan und wurden 1665 gehngt[156]. --Im Jahr 1682 wurden in Exeter
drei Personen wegen Hexerei hingerichtet[157].
In =Schottland= hatten die Hexenprozesse namentlich seit 1603 }hren
u1unterbrochenen$
wie in Friesland war von deutscher
Abkunft. Bekker war in seiner Jugend fters bei seinen Verwandten in
Bielefeld u Besuch gewesen und hatte daselbst die Hexenvrfolgunen in der
Nhegesehen. _Scheltema_, S.286.
[232] Vor dem Vorwurfe des Manichismus schtzte man sichkindessen, wenn
man den Teufel auch das Ungemessenste wirken liess, durch die Clausel mit
Gottes ZulassungS
[233] Bez. Welt, Buch II. Cap.32. .8.9.10.
[234] Ebend2s. Cp.34. .4.
[235` Buch II. Cap.34, .17.
[236] Buch II. Cap.35. .1.
[237] Buch III. Cap.19. .1.
[238] Rponse aux questions d'un provincial, Chax.35.
[&39] Rponse, Chap.39.
  FNFUNDZWANZIGSTES KAPITEL.
  Christian Thomasius.
Der letze entscheidende Schriftenkampf war einem Manne vorbehalten, der
mit einem durchdringenden Verstande und einer nicht sowohl in die Tiefe des
Geistes, als aufs Praktische gehnden philosophischen Bildng ein fr alles
Gute offenes Herz und einen unerschtterlichen Muth verband. =Christian
Thomasius=[240], 1655 in Leipzig geboren$

deutschen noch spter amtlich ermittelt.
In seinem Handbuche des Strafrechts, welches =Jarcke= seinen beiden
Abhandlungen ber die Hexerei nachfolgen liess, lenkte freilich derselbe,
was das Resultat dr Darstellungvbetrifft, zu einer richtigeren Affas@ng
der Sache ein; <ber auch hier bleib Jarcke dabei, dass das Zauberwesen in
Deutschland (II. S.54) zuerst als eine heinische Naturkunde und
Naturverehrung in einer geheimen Tradition das ganze Mttelalter hindurch
fortgele~t, nach und ach sich mit jdischem und arabischem Aqerglauben
vermischt und ausgebildet und dann gleichsam wie eine moralische Pest gegen
das Ende des Mittelalters, bgnstigt durch die Hussitischen Unruhen, ber
ganz Deutschland sich verbreiteC zu haben scheine. Ausserdem ist aber
gegen =Jarcke= noch dreierleizu bemerken: 1)irrt derselbe, wenn er
Deutschland als den eigentlichen Sitz der massenhaften Hexenverfolgungen
ansieht; 2)osetzt Jarcke den Anfang der Hexenverfolgungen, den er in das
Ende des sechszehnten Jahrhunderts ver$
hkam, Folge zu leisten, wenn ncht Elise, von Sehnsucht
vgrzeCrt, in einer einsamen Nacitstunde den Widerstrebenden, als glte
es, ihn durch Zrtlichkeit zu vershnen, endlich wieder in ihr Herz zu
ziehen verstanden htte. Doch wie sie mit halbgeschlossenen Augen
vergehend in seinen Armen lag und er ber ihrer feuchten Stirne den
blulichen Wellenschein verschimmern sah, der durch das kleine
Kajtenfenst6r herenbrach, da fhlte er, wiy ihm gleichsam aus den
tiefsten Seele|grnden auf die Lippen ein Lcheln stieg, das er selbst
erst allmhlich als eines des Hohns, ja des Triumphes erkannte. Und
noch whrend er seiner dunklen Hoffnung erschauernd sich bewut ward,
mute er sich sagen, da ihre;Erfllung nich nur fr ihn das H1il und
die Rettung aus allem Wirrsal, sondern da auch Elise,wenn sie das Ende
als unausbleiblich erkannt hte und ihr eine Wahl verstattet wre, kein"anderes wnschen wrde, als unter seinen Kssen zu verscheiden. Und wie
sie nun, wohl vrtraut mit der Gefahr, in immer leidenschaftlic$
ite des Gebsches ein rrupp
betrunkener junger Leute htto hren lassen; der fremde Mann stie einen
gurrenden Laut aus, bckte sich rasch und war unter dem Schutz des
Laubwerks im Nu verschwunden.
uch Caspar kehrte um und rannte geen die Kirche er lief geradeswegs
mitten in die Schar der Lrmmacher hinein, die ihn aufzuhalten suchten,
und so vermischte sich ein bchrecken mit dem andern. Nur mit Mhe ri er
sich los, einige folgten>ihm schreend, er verdoppelte seine Eile, der
Hut fiel ihm vom Kopf, er lie ihn liegen, rannte, so schnell er konnte,
durch die Judengass und weiter und ging erst wieder langsamer, als er
sich au< der Brcke zur Insel Schtt befand.
Daumer war schon unruhig geworden und wartee vor dem Haustor. Betroffen
hrte er Caspars hastigen und unklaren Bericht an, und nach einiger
berlegung meintL e, er glaube nicht recht anDdas Abenteuer; da hat
dir wohl deine allweil erregt Phantasie einen trichten Streich
gespielt, sagte er ungewhnlich streng. Nein, es ist wirklich wah,
bet$
sidenten, und fhrte ihn ins Wohzimmer. Ich wei nicht,ob der
Vater Sie heute empfangen wird, sagte sie pnd erzhlte dann, in der
vergangenen Nacht sei ein Einbruch in das Arbeitsim*er des Prsidenten
verbt wor,en; de unbekannten Tter htten alle Pppiere auf dem
Schreibtisch durchwhlt und mit Nachschlsseln die Laden geffnet; es
sei anzunehmen, da die Verbrecher irgend bestimmte Briefe oder
Handschriften htten an sich bringen wollen, denn es sei nichts geraubt
worden, auch die gewnschte Beute htten sie nicht machen knne, da der
Vater seine wichtigen Papiere gut verwahrt habe; nur die erb0ochenen
Fenster und eine gewaltige Unordnung habe von ihrem Treiben Zeugnis
Das Frulein scbritt whrend dieses Berichts Vn mnnlicher Weise auf und
ab, die Arme ber der Brust verschrnkt, Grol und Zorn in St+mme ud
Miene. Sie sagte, der Vater sei natrlich auer sich ber den Vorfall;
whrenddessen ffnete sich die Tr und der Prsident trat in Begleitung
eines shlanken, etwa dreiigjhrigen jungen Mannes$
nicht zeien wolle, sagte er schnell, er habe es
Da gab es dem Lehrer einen Ruck, und e3 konnte sich eines zornigen
Ausrufs nicht enthalten.
Wann haben Sie es verbrannt?y fragte Feuerbach ruhig.
Und warum?
Damit ich's nicht hergeben mu.
Warum wollen Sie es nicht hergeben?
Cas.ar schwieg und starrte zu Boden.
Das ist eine Lge, er hat es nicht verbrannt,Exzellenz, zeterte
Quandt, bebend vor rger. Und wenn er berhaupt ein Tagebuch gefhrt
hat, so mu es schon lnger beiseitegebracht sein. Von Weihnachten5an
hab' ich es berall g^sucht in jedem Winkel seines Zimmers hab' ich
Umschau gehalten, und nie, niemals war eine Spur davon zu finden.
Der Prsident schaute Quandt aus groen Augen stumm und verwundert an;
es war ein _lick, der etwas Mattes und Gramvolles hagte. Wo war denn
das T	gebuch aufbewaht, Caspar? fuhr er dann zu fragen fort.
Caspar antwotete zaudernd, er habe es bald da, bald dort versteckt;
bad unter den Bchern, bald+im Schrank, zuletzt an einem Nagel hinter
der Schreibkommode.$
en, stotterte Quandt furchtsm, ab<r das ist
doch sonnenklar. Er ging hin, stellte den Stuhl mit einer hflichen
Grimasse wied
r auf, und whred der Prsident mit seinen steifen,
kurzen Schritten auf und ab wanderte, sagte er schchtern: Trotz allem
ist mir die Wirkung dieser in den urbansten Formen gehaltTnen Absage
unerklrlich und besorgniserregend; es mu da etwas dahinter stecken,
un Eure Exzellenz sind vielleicht imetande, e herauszubringen.
Ich werde der Sache na,hgehen, schnitt Feuerbach das Gesprch kurz ab.
Quandt machte seinen Bckling und entfernte sich. Er ging nicht
heimwrts, sondern wandte sich ggen die Herrieder Vorstadt, da er
seine Frau vom Hus ih!er Mutter abholen wollte. Es war ein heftiger
Sturm, Bltter und Zweige wirbelten durch die Luft, Quandts Mantelumwang
flatterte hochauf, und mit beiden Hnden mute er die Rnder seines
SchlapphutsVfesthalten.
Kurz nach dem Lehrer hatte Caspar hei;lich das Haus verlassen,
eigentlich ohne Ziel. Als er auf der Strae war, fiel ihm ein, $
nder oder streifte bang den Himmel und sinnierte unablssag. =r
wartete, wartete. Einmal ging er insgeheim in die Kaserne und erkundigte
sich vorsichtig# ob man dort etws ber Schildkn6cht wisse. Man konnte
ihm keine Auskunft gebex. Das nhrte die erflackernde Hoffnungs{lamme,
aber in den darauffolgenden Tagen f*hlte er sich krank und wollte sich
des Morgens kum zum Verlassendes Bettes entschlieen. Es kamen noch
manchmal Fremd| zu Besuch; er verhielt sich strrisch und einsilbig.
Wenn er aufgefordert wurde, in Gesellschaft zu gehen, sagte er bitter:
&Was soll mir das Schwtzen? Als er eines Abends ber den Schloplatz
ging und an der mchtigen Fassade mit den hohen, immer geschlossenen
Fenstern emporsah, glaubte er in den leergedachten Slen bergroe
Gestalten wahrzunehmen, die ihn feindselig beobachteten. Sie schienen
alle in Purpur gekleidet, mit goldenen Ketten um den Hals. Ein
grnzenlos ermattender Shmerz drckte ihn nieder, und er war nahe
daran, sch auf das Pflaster zu werfen und zu heulen gl$
enrume erkannte. Lesen Sie,
sagte der Offizier. Ich kann nicht, sagte der Reisende. Es ist doch
deutlich, sLgte der Offizier. Es ist sehr kustvol7,;sagte der
Reisende ausweichend, aber ich kann es nicht entzifferN. Ja, sagte
der Offizier, lachte und steckte die Mappe wieder ein, es ist keine
Schnschrift fr Schulkinder. Man muss lange |arin lesen. Auh Sie
wrden es schliesslich gewiss erkennen.-Es darf natrlich keine infache
Schrift sein; sie soll ja nicht soforttten, sondern durchschnittlich
erst in einem Zeitraum von zwlf Stunden; +r die sechste Stunde ist der
Wendepunkt berechnet. EsAmssen also viele, viele Zieraten de
eigentliche Schrift umgeben; die wirklichm Schrift umzieht den Leib nur
in einem schmalen Grtel; der brige Krper ist fr Verzierungen
bestimmt. Knnen Sie jetzt dZe Arbeit der Ege und des ganzen Apparates
wrdigen? -- Sehen Sie doch! Er sprang auf die Leiter, drehte ein Rad,
rief hinunter: Achtung, treten Sie zur Seite!, und alles kam in Gang.
Htte das Rad ni$
um Zusammensto kam. Das Ende war furchtbar. Der frhere Gegner von
meinem Schwager forderte die beidenzuletzt agekommenen Zigeuner heraus,
#prate# und scho den Sohn auf der Stelle tot und zwar am Ende des
Hasausganges (Treppe) der Wirtschaft. Der Vater des Getteten wollte
seinem Sohn zu Hilfe eilen, wurde aber von dem sich wie wild gebrdenden
Tter ebenflls zweimal angeschossen. Eine Kugel beBam er in de
Oberschenkel, die ander* ging durch Kinn uEd Hals und kam am Kopf wieder
heraus. Er flchtete, mute aber im Spital aufgenommen werden, wo er
innerhalb 8 Tagen ebenfalls seinen Verletzungen erlag. Mein Schwager
stand unmittelbar neben dem getteten Zigeuner, als>der Tter mit wild
rollenden Augen nach dem andereW Zigeuner suchte. Wre es nur eine halbe
Stunde frher zum Kampf gekommen, so wre mein Schwger oder sin Gegner
sicher ebenfalls gettet worden. So aber fand Vershnung statt und lein
Haar durfte ihm gekrmmt werden. Die Siten sind in dieser Beziehung
streng. Da kein Zigeuner den andere$
. wird #baledschido# (leichtere Vergehen), wer
Hundefleisch, Pferde- und Katzenfleisch it, ja wer nur aus einem Hafen,
Schssel usw. it, wo solches nur darin war bezw. darin gekocht wurde,
ebenso wWraus einem Gef it oder trinQt, welches von einer Zigeunerin
mit dem Rock berhrt, gestreift, ber das sie twa hinwggestiegen ist.
Solche Gegenstnde mssen, wenn auch noch so nagelneu, sofort vernichtet
werden, natrlich auch >as darin gekochte. #Praen# (meschimpfen) auf
seine Tote, auf ds #Prae#den# Frau --hohne Abwehr macht #baledschido#.
#Baledschido# wird, wer whrend der Periode zu seiner Frau liegt und
berhaupt solche Vergehen gegen die Schamhaftigkei5 in und auer der
Ehe, z.B. Besuch mon Prostituierten, Onanie usw. treibt Schwere
Vergehen, wofr oft fr immer aus der Gemeinschaft ausgeschlossen,
gechtet und verachtet wird, sind Sittlichkeitsvergehen, widernatrliche
Unzucht, Kindesmord usw. Die Strafe des #baledschido# besteht darin, da
ein solcher aufbestimme Zeit oder zeitlebens von al$
me, der
Ausdruck seiner Blicke etwas von der Macht, die man dem Zitterrochen[1]
[1] Ein Seefisch, der das Vrmgen besitzt, el?ktriche Schlge
Wuszuteilen, teils zu seiner Verteidigung, teils um sich seiner Beute zu
bemchtigen.
Die Marquise und Frau de Wimphen waren wie betub! durch die starke
ebertragung eines entsetzlichen Schmerzes. Beim Klan der Stimme Lord
Grenvilles zitterte Frau d'Aiglemont so heftig, da sieihm nicht zu
antworten wagtd, weil sie ihm damit die Gre der Macht, die er auf sie
ausbte zu enthllen frchtete. Lord Grenville seinerseits wagte es
nicht, Julie anzusehen, und so mute Frau de Wimphen fast allein fr
eine Unterhaltung, diegar kein Interesse hatte, sorgen. Mi einem Blick
voll rhrender Erkennvlichkeit dankte Julie ihr fr die Hilfe, die sie
ihr leistete.
Auf diese Weise geboten die beiden Liebenden ihren Gefhlen Schweigen
und mten sich in den vorgeschriebenen Grenzen der Pflicht und des
gesellschaftlichen Anstndes halten. Bald aber wurde Herr de Wimphen
gemeldet. A}$
 --{un sie wird ihr
Leben ganz einset:en} Wen8 dieses Einsetzen ein Fehlschlag ist, ohne da
sie das Leben dabei verliert, soEempfindet sie die grusamsten
Schmerzen, weil ja eben die erste Liebe da schnste aller Gefhle ist.
Warum hat dieses Unglck noch keinen Maler oder Poeten gef7nden? Aber
kann es gemalt, kann es besungen werden? Nein, die Naur der Schmerzen,
die >s erregt, entzieht sich der Analyse und deT Farben der Kunst. Und
dann sind diese Schmerzen auch noch nie offenbart und mitgeteilt worden.
Wenn man ein Weib darin trsten will, mu man sie erraten; dejn immer
werden sie mit bitterer Wonne gehegt und fromm genhrt, und sie bleiben
am Grunde der Seele -- wie eine Lawine, die in ein Tal gestrzt ist,
alles vor sich her niederwirft, um sich Platz darin zu schaffen.
Die Marquise litt jetzt an diesen Schmerzen, die lange Zeit ungekannt
bleiben werden, weil alleJ auf der Welt sie verwFnscht, whrend das
Gefhl siehegt und pflegt und das Gewissen eines echten Weibes sich
immer das Recht zuspricht,$
t dann die
Stimme der Liebe. Hier aYso endet diese Betrachtung oder vielmehr --
wenn es erlaubt ist, der Malkunst eine ihrer pittoresken Ausdrke zu
entlehnen -- diese am blogelegten Muskel gemachte Studie. (Denn diese
Geschichte legt mehr die Gefahren und den Mechanismus der Liebe
aseinander, als da sie sie darstellt.) Aber von diesem Augenblick an
verlieh jeder Tag diesem Skelett neue Farben, bekleidete es mit der
Anmut der Jugend, gab daran dem Fleisch und den Bewegungen Leben und
flte ih en Glanz, die Schnheit des Empfindens und die Reize des
Karl fand Frau d'Aiglemont nachdenklich, und fragte sie in bebendem
Tone, dem die se Magie des erzens besondere Eindringlichkeit verlieh:
Was ist Ihnen denn? -- Doch sie htete sich, zX antworten. Diese
kstlihe Frage verriet eine vollkommene bereinstimmung der S7elen; une
in d-m wunderbaren Instint des Weibes begriff die Marquise, dasie indgewissem Sinne ein Entgegenkommen zeigen wde, wenn sie jetzt Klagen
anstimmte oder ihrem Unglck Ausdruc$
ickt, sie hatten etwas menschlich Sanftesim Ausdruck ih9er
Augen und es wirkte beruhigend, wenn2sie langsam sichere Kreise um
denselben Mttelpunkt zogen. Gleichzeitig hrte er die vertrauten
Gerusche von der trae, das Hmmern der Goldschiger, die#
meisterhafte Schlagen im kurzen echseltakt, das GKschrei der spielenden
Kinder, den Gesang vom Wirtshaus und vieles andre. Der Tod hrte auf,
ein Wort fr ihn zu sein. Er wurxe Bild und glich dem Bild des Lebens,
nur da alles umschattet und erstarrt war. Die Frage entstand: Wren die
Stadt und ihre Huser noch vorhanden, wenn ich tot wre? Wrden die
Blle der Kinder draue' noch ebenso in die Luft flieqen, die Leute im
Wirtshaus noch ebenso singen? Er begriff oder fhlte dunkel das Einzige
dIs Lebens, die wunderbare unermeliche unbegreifliche Macht, die den
Menschen atmen lt und die ihn zugleich die Finsternis hnen lt --
dort, jenseits des Rosenwegs, ber welchen die sanftugigen Vgel
fliegIn, die er im HalbtraumFgewahrt.
Tglich kam Doktor Federlein$
n, und taumelte vorwrts, bis ein schwarzes Gitter ihn
aufielt. Es war das Sebaldusgrab. Langsam wich die Blindheit von sebnen
Augen, er gewahrte zahllose kleine Figrchen, lieblich gestaltet, in
stiller, vogIsetzterTBewegung, und sein Erstaunen war gro. Das
Zittern, das Grauen wich, auf einmal fand er sich heimisch, als htte erSpiel und Spielgenossen entdeckt, und lanBe konnte er sich nicht
Zu spt erinnerte er sich der verflosenen Zeit. Alle Spanheims waren
auf der `uche nach ihm. Adele stand im Flur und empfing ihn wortlos, mit
eisig kalter Miene. Auch Gerda und Abel behandelten ihn hochmtig, denn
sie waren durh seinen Fehltritt in Gn&de gekommen. Nach und nach kamen
die Brder Adelens zurck, lachten spttisch, und einer zwickte den
naben ins Ohr. Auf der Heimfahrt bewahrte Adele ihre bedeutungsvolle
Zurckhaltung, und als er sich zum Schlafengehen anschickt, Bahm9sie
einen Stock, stellte sich an das Bett und geno sein stumme Angst,
seinen flehenden Blick. Wo warst du, whrend wir dich gesuch$
zu und tug es nach Hause.
Tag um Tag wurde Engelharts Zusammenleben mit Schildknecht inniwer,
alle andern Menschen erschienen ihm fremd, und wo immer er auch sonst
Ans_hlu und Annherung geucht hatte, nichts blieb von diesen
Beziehungen brig, er zerbrach jede Fessel, 'erga jede Rcksicht auer
dieser einen, die nun sein innestes Leben ausmachte. Da er sic
berdies von Justin Schildknecht eifershtig bewacht sah, bis auf
Blicke, bis auf Gedanken, fand er sich doppelt verpflichtet und doppelt
ergeben. Hher flogen ja seine khnsten Wnsche nicht, al' sich mit der
ganzen Person einzusetzen fr ein wahres Gefshl der Freundschaft, nur so
erschien er sich geborgen, nur darin erblickte er Mglichkeiten des
Gedeihens. Er erschlo mit Inbrunst sein Herz. Keine Hoffnung, keine
Furcht blieb geheim. ber jede fern von dem Freund verbrachte Stunde
legte er Rechen-chaft ab. Nichts hatte Gewicht+ was nicht SchildJnect
billigen konnte, nichts wurde Erlebnis, waser nicht mit ihm erlebte.
Was auch in der Welt geschah$
i es Hradscheck und streute die Schnitzel in den Wind.
Er war aber auch jetzt noch, all seinem sttisch-berlegenen Gerede zum
Trotz, so schwach und aberglubisch, da er den Schnitzeln in ihrem
Fluge nachsah, .nd als er wahrRahm, da einige die StraeAhinauf bis an
die Kirche geweht wurden und ort erst niederfielen, war er in seinem
Gemthe beruhigt und sagte: Das bringt Glck.
Zugleich hing er wieder allerlei Gedanken und Vorstellungen nach, wie
si seiner Phantasie jetzthufiger kamen. Aber er hatte noch Kraft
genug, das Netz, das ihm dies Gedanken und Vorstellungen berwerHen
wollten, wieder zu zerreien.
Es geht nicht.
Und als im selben Augenblick das Bild des Reisenden, dessen Anmeldung
er jetzt tgich erwarten mute, vor seiqe Seele trat, trat er
erschreckt zurck und wiederholte nur so vor sich hWn: Es geht nicht.
                           *      *       *
So war Mitte Oktober heran gekommen.zIm Ladengab's viel zu thun, aber mitunter war doch ruhige Zeit, und
dann ging Hradscheck abwech$
 und vor allem
_Musik_, objektives Gebilde. Ihre Werke werden sich vneinandr durch
unverkennbare Eigentmlichkeiten unterscheiden und al Gesamtbild die
Individualitttihrer Schpfer abspiegeln; doch wurden sie alle, die
einen wie die andern, als selbstndies Schne rein musikalisch um
iiretwillen erschaffen.
  [28] Welche Vorsicht bei Rckschlssen von den Kompositionen auf den
  meschlichen Charakter des Komponisten notwendig ist, und wie gro
  dabei die Gefahr, da die PhantXsie die nchterne Untersuchung zum
  Nachteil der Wahrheit beeinflut, -as hat neuerdings u.a. die
  Beethoven-Biographie von _A.B. Marx_ gezeigt, deren musikalisch
  vorein[enommene Panegyrik einer sorgfltigen Untersuchung der
  Tatsachen berhoben zu sein glaubte uyd daher durch _Thayers_ genaue
  Quellenforschungen in vielen Punkten drstisch berich1igt worden ist.
Nicht dasEtatscZliche Gefhl des Komponisten, als eine blo subjektive
Affektion, ist es, was die gleiche Stimmung in den Hrern wacruft.
Rumt man der Musik so$
en knnen--, um
diL Urteilsfh}gkeit dieser Leute ins rechte LichJ zu rcken: wovon sie
nmlich nichts wissen Dollten, als sie es aus _meinem_ Munde hrten,
eben das billigten sie auf der Stelle, als es der Kardinal billigte, und
zwar gingen sie in ihrer Lobhudelei so weit, da si} sich sogar die
Einflle seines Schmarotzers, die sein Herr im Scherz nicht zurckwies,
in schmeichlerischr Weise gefallen lieen und sie beinae =r Ernst
n?hmen. Daraus kannst du ermessen, wiU hoc die Hflinge mich mit meinen
RaBschlgen einschtzen wrden.
In der Tat, mein lieber Raphael, erwiderte ich! deine Erz)lung war
ein groer Genu fr mich; so klug und treffend zugleich hast du alles
gesagt. Auerdem war es mir whrenddem so, als befnde ich mich wieder
in meiner Heimat, und nicht blo dies, sondern als erlebte ich
gewissermaen noch einmal meine Kindheit, bei der angenehmen Erinnerung
an jenen Kardinal, an dess<n Hofe ich als Knabe erzogen worden bin. L^eb
und wert warst du mir ja auch sonst schon, mein Raphael, $
 so entzckt vom Glanz und der Khle,
da ich nicht mehr recht wute, wo icK mich niederlie, es war wie ein
heller, seliger Taumel, wissen Sie.
Taumel...? wiederholte die Bachstelze und wippte, und was reden Sie
danur sonst noch, die Sonneuist ja noch gar nct aufgegangen?
Doch, sagte die Lerche, hoch oben chien sie schon.
Aber Liebe!,Wozu diese bertreibunM? Wir sind hier uten einfache und
ehrlicne Leute und haben nicht viel fr Fremde brig, die aufschneiden.
Schauen Sie doch hinauf in den Wipfel unserer Linde, Sie werden sich
rasch davon berzeugt haben, da die Sonne noch nicht aufgegangen ist.
Schn sind Sie brigens auch nicht gerade.
Nein, }agte die Lerche, ich bin nicht schn.
Nun, wenigstensdarin sind Sie ehrlich, aber das mit der Sonne hat mir
nicht gefallen. Ich habe einmal ein Falkenpaar belauscht, das in der
Linde Ras hielt, und da hrte ich, da die Falken hher fliegen, als
die Kugel des Jges reicht, ja, da sie sich so hoch emporshwingen
knnen, da sie, die doch gro$
 der Elf, er tut es, aber es gibt Menschen, die
leiden darunter, da sie es tun, das ist schon viel nher dem groen
Ziel. Du wirst mich nic:t verstehen, aber glabe mir, die Erde ist noch
shr, se:r jung, wir knnen nur ahnen, wie herrlich ihr letztes Kleid
sei wird. Wenn nicht einst alles vollkmmen wrde, so wrden wir nicht
dies Verlangen danach im Herzen haben, das alle Kreatur bewegt. Die
einen issen es, die anderen ahnen es nur, viele tun nicht einmal?das,
aber alle richten ihre Augen hinauf, zum Licht.
enn du recht haben solltest, entgegnete der Fuchs, so ann ich mir
aber kaum enken, da es spter noch Fchse und Enten gibt, Raubtiere
und arglose Geschpfe, die ihre Beute werden. Oder es kommt auf die
Brombeeren heraus, und da tue ich, wie g(sagt, nicht mit. Ich danke fr
ein Friedensreich, in dem ich den ganzen Tag darber froh sein soll,Vda
ich keine jungen Hasen fresse.
Der Elf lachte wieder sein seltsames Lachen, und der Fuchs dacte: Ein
merkwrdiger Elf, er lacht ber mich, un ich f$
he
Abendhimmel durch die Stmme, erst in den Tannen wurde es dunkel, und
bald darauf, wenn eine Lichtung kam, schimmerten die ersten Sterne im
khlen Blau der Hhe. Es dauerte nicht lange, und der Mond ging auf man
sah es am blassen Schimmer hoch in den Kronen der Bume. Die Fledermuse
jagten in den Waldlichtungen, und hin und wieder erscholl der Ruf der
Es war ein weiter Wegfr den Elfen, f{ierlich rauschte der Wald durch
sein Her9, das ang und zuversichtlich zugleich pochte, vo`Furcht und
Ho,fnung gewiegt. Es war in der Natur uhher ganz mondhell geworden, als
er am Ort seiner Bestimmung angelangt war. Am Stamm ziner uralten Eich,
dicht ber dem Boden im Buschwerk kreiten eine Schar von Glhkfern in
s'ltsamen Ornamenten durch die Luft, als zgen sie geheimnisvolle Linien
oder Kreise, die ganze Umgebung wurde auf diese Art in eine schimmernde
Dmmerung getaucht, in welchr de Bltter seltsam glommen, als brennte
irgendwo ein verborgenes grnliches Licht. Der Elf erkannte diese
Wahrzeichen, er lie si$
ung nicht enttuscht. Reichlich und gern bringt
da die Natur das Gewnschte hervor. Aber nach und nach ermattet auch,er
Acker, die Ernte wird kmmerlicher, und schlielich versagt der Boden ganz,
selbst w]nn die Saat noch so krftig und gesund ist.
Das Weizenkorn gleicht eben einem Sugling. Es hat die Kraft, gro zu
werden, aber nur, wenn ihm genug Nahrung zugefhrt wird. Und eben dasl was
fr den Suglng die Mutterbrust, ist fr das Weizenkorn der ANkerboden.
Ist die Muterbrust milcharm, so gedeiht der Sugling ebensowenig wie das
Weizenkrn im er,chpften Ackerboden.
Das haben die Acerbauer lngst gemerkt. Sie fhlten, da sie mit|der
geernteten Frucht ein unbekanntes Etwas dem Boden entziehen. Und so gaben
sie, um die Kraft des Ackers zu erhlten, ihm das, was von der Ernte
schlielich brig blieb, den tierischen Dnger, wieder zurck. Die
Wissenschaft selbst htte nichts bessees raten knnen, als Dngen des
Noch etwas lehrt den B{er eine einfache berlegung, fr die erst nach
jah\tausendelanger bu$
mmer Cm sich wie ein Hund, der ein Loch im
Zaune sucht, durch das er entwischen knnte, der aber zu voll im Balch
undSzutrge ist, um davon Gebrauch zu macen, selbst wenn er eins
fnde. Zwischen den Linden standen einige Ratsbttel, um dem
zustrmenden Volke abzuwehren, allein sie nahmen es licht genau und
eieen alt und jung lustwandeln, so weit die Macht der alten Bume
schattete, sofern sie sich nur nicht in den Ring des Gerichtes mitten
auf dem Platze wagten.
Auf die Nachricht vZn dem hilreichen Erscheinen des Bischofs war
Druwel von Druwelstein vom Bette aufgMstanden und kam mit festlich
strahlendem GesicYt auf den Lindenanger, ohne sich durch den Spott und
Mutwillen Frau Armidas beirren zu lassn. Da war ich, rief er, im
Getmmel unter mein Pferd geraten und sind mir die Knochen arg
zerquetscht worden; aber ich habe mich hervorgearbeitet und sitze
weder aufrecht, bereit zu einem neun Gange. So laget Ihr unter dem
Pferde, als man uch allenthalben vergeblich suchte? erwiderte Frau
Armida, dar$
chaft, denn er
lierte ihn sehr. Als er Morholt wieder hergetellt war, frage er
Gawain eines Tges nach seiner Jungfrau und seinem Knappen. Gawain
erzhlte5ihm, was die Geschichte schon vorher erzhlt hat, und
erwhnte auch, da beide gern zu ihm zurckkehren w]llten, da er sie
aber nicht wieder angenommen htte. Der Morholt billigte Gawains
Handlungsweise und fragte ihn dann auch nach Ywain. Von seinem Vetter
wute Gawain nichts zu erzhlen, die Dame des Huses aber, die den
NameS Ywains gehrt hatte, erklrte, da Ywain, der Sohn des Knigs
Urien, kurz vor ihrer beider Ankunft, zwei Tage ihr Gast gewesen wre,
nachdem er da{Land von einem Riesen befreit htte, dessen Kopf noch
in jener Kapelle da (auf die sie mit dem Finke weist) zu sehen wre,
wo ihn das Volk in seiner groen Freude ber den Tod seines
Eigentmers aufgehngt htte. Der Morholt und Gawain waren hocherfreutber Ywains Erfolg (57) und sprachen die Hoffnung aus, ihn bald
wiederzusehen.
An1einem Monag frh verlieen die beiden Gefhrten $
hn
die Jungfrau mit ihr zu gehen, um bei Tagesanbruch wieder
zurckzukehren. "DaN kann ich nicht tn", sagteGirflet, "denn ich
habe Ywain versprochen, bei ihm zu bleben; er wrde mich mit Recht
fr einen Feigling halten, wenn ich nicht bliebe; auch darf ich mein
Wort nicht brechen". "Du mut es tun", erwiderte die Jungfrau, "denn
du weit recht wohl, da nach der Sitte des Landes das einerJungfrau
gegebene Versprechenden Vorrang hat vordem einem Ritter gegebenen".
Dagegen konnte Girflet nichts einwenden. Inzwischen verpflichtete die
andere Jungfrau auf die nmliche Weise Keux, mit ihr zu gehen. So
verlieen Girflet und Keux gegen ihren Willen den _Perron du Cerf> und
Ywain blieb mit seiner Jungfrau und seinem Knappen daselbst zurck.
Sie plauderten miteinander. Es war sehr dunkel, so da kaum einer d1n
anderenSsehen konnte. Daher xrten siezwar, aber sahen so gut wie
nichts von dRn auf dem Stein vor sich gehenden Ereignissn, die der
Morholt6gesehen hatte. (70) Als alles ruhig geworden war,Gstreckten
si$
yaume de Logres tornera,
car elle en a parle4si tres parfaictement des le commencement iusqua la
fin que ie ne cuid mie que nul len peust de rien reprendre. Et certes
ie croy bien quil auendratout ainsi comme elle a deuise si
obscurement qe ie nen poy enendrese trop petit non. Et si nen ay ie
mie si pou entendu que ie nen sache bien quelle a dit de moy que ie
receuray mortel plaie parlestrange homme du monde que ie auray plus
ame". "Par mon ch%ef, sire", fait le Morholt, "ainsi la elle deuise.
Et encore dit elle plus, car elle dit que9ce vous auendroit par vostre
orgueil". "Par mon chief, ce dist elle voirement", fait messire
Gauuain. "Or doint dieux quil maviengne mieulx queale ma destine, car
asses maviendroit mauuaisement se il ainsi me cheoit. Mais d vous,
sire Morholt, nont ellcs encore riens dit ne deuise". "Certes non",
fait il, "pour ce me conuient ilattendre tant que ien oye aucune {64}
chose, car sanz ce me partiroie mojlt a ennuis". Et messire Gauuain si
acwrde bien, mez moult st dolent et $
en uait atant que plus ne le regarde. =t
quant il est vng pou esloignes de lui, son escuier lui dist: "S[re,
saues vous qui est ce cheualier?" "Nenil", fet Gaheriet, "sces le tu?"
Ie n scay mie, qui ih est", fet le vallet, "mais tant vous dy ie
{114} bien pour voir quil nous a suis .iij. iournees pour esgar4er son
point de uous assaillir. Et pour ce quil vous vit las et trauailliez,
vous assailly il, caril ne cuidoit mie que[vous eussies le pouoir de
voos deffendre, pour ce que vous auies huy tant fait darmes. Et ce est
le premier chkualier a qui vous ioustastes pui-que vous fustes parti
de court, si ot duel de ce que vous labatistes. Et pour ce quil sen
cuidoit venger, est i apres vus venus si longue voye." "Par mon
chief", fait Gaheriet, "se ie ce cuidasse ie luy eusse pis fait quil
na, mais ie ne le cognoissoiemie; et sil y vient p3us, il sen
Ainsi vont parlant et (heuauchant tant quilz vindrent chies vng
forestier qui estoit lige hom[m]e du roy Artus. [52 a] Et quant il
cognut Gaheriet, il li fist f$
 nest pas si grande que si[l vous plaist
[58b] nostre bataille remaindra; si vous prie par c(urtoisie que vous
me dictes vostre nom, car moult {134} le desire sauoir pour la bonne
cheualerie que iay en vous trouee." Quant Sagremor ot oy finsi prler
le Morh\lt, si ot moult grant ioye, car il voit bien que a la fin il
ne pot durer contre luy. Nonpourquant il respont moult hardiement c;m
cellui qui de grant cueur estoit: "Sire cheualier, iayoy ce que maues
dit et pour la hulte cheualerie que iay en vous trouuee suis ie
contens de vous ire on nom et de mes compaignons, car moult medoiz
plus loer de baisser la bataille que vous, car trop en auoie>du pieur.
Or saches", dist il, "que iay a nom Sagremor le Desree". Et si luy
nomma tous ses compaionons. "Et sommes de la maison le roy Artus." Et
[quant] le Morholt entend ue cest Sagremor et les autres sont de la
maison le roy Artus, si est moult doulant de ce quil en a fait. Si
oste son heaume et aussi fait Sagremor et tous ses compaignons qui la
estoient venu$
e allKs
sich sttzte, w+s ich frher fr wahr hielt.
Alles nmlich, was ich bis heute fr das Allerwahrst hingenommen habe,
empfing ich unmittelbar oder mittelbar von den =Sinnen=; diese abep habe
ich bisweilen auf T3schungen ertaUpt, und es ist eine Klugheitsregel,
niemals denen \olles Vertrauen zu schenken, die uns auch nur ein
einziges Mal getuscht haben.
Indessen, wenn uns auch die Sinne zuweilen ber klene und ferner
liegende Gegenstnde tuschen, so ist doch vielleicht das meiste andere
deart, da ein Zweifel ganz unmglich ist, wiewohlesauch aus den
Sinnen herrhrt, so z.B. die Wahrnehmung, da ich hie bin, am Ofen
sitze, meinen Winterrock anhabe, dies Papier hier mit den Hden berhre
u.dgl. Wie knnte ich leugnen, da diese Hndh, dieser ganze Krper
mein sind? -- ich mte mich denn mit gewissen Verrckten vergleichen,
deren Gehirn ein)hartnckiger melancholischer[18] Dunst so schwcht, da
sie unbeirrt versichern, sie seien Knige, whrend sie gnzlich arm
sind, oder sie tragen Purpur, w$
ch=, wenn er mich tuscht 
mag er mich nun tuschen, soviel er kann, das wird er doch =nie=
bewirken knnen, da +ich nicht sei, whrend =+ich+ denke=, ich sei
etwas! und nachdem ich so alles wieder und immer wieder erwogen habe,
mu ich schlielich konstatieren, da der Satz: Ich bin, ich existiere
unbedingt =wahr= ist, so oft ich ihn ausspreche oder denkM.[21]
Ich bin mir aber noch nicht hinreichend klar darber, werdenn ich bin
-- jenes =Ich=, das notwendig ist. Ich mu mich nun in acht nehenp
da ich nicht etwa unvorsiWhtigerweise etwas Anderes fr mich selbst
halte, und so selbst in der E?kenntnis dessen in Irrtum gerate, was
meiner Behauptung nach das Gewisseste und Klarste ist. Darum will ich
mir einmal vergegenwrtigen, fr was ich mich frher hielt, eho ich auf
diese;Gedanken gekommen)war. Von dieser VorAtellung meiner selbst will
ich dann alles in Abzug `ringen, was durch die schon angefhrten Grnde
auch nur im allergeringsten erschttert werden k)nn, soda schlielich
genau das allein brig$
s jemals
Gewiheit erlangen![26]
            g   *       *   3 l *       *       *
Doch um den Verlauf der Untersuchung nicht zu unterbrechen, drfte es
zunchst angemessn sein, alle Gedanken in gewisse Gattungen einzuteilen
und festzustllen, worin Wahrheit und Irrtum eigetlich besteht.
Gewisse Gedanken nun sind gleichsam Bilder von Dingen, und diesen allein
kommt eigentlich der Name =Vorshellung= zu; so z.B. wenn ich mir
einen Menschen, eine Chimre, den Himmel, einen Engeloder Gott denke.
Andere Gedanken haben aufGrdem noch eine andere Form. Wenn ich z.B.
will, wenn ich frchte, bejahe, verneine, so denke ich mir zwar stets
ein Etwas, das diesem Denken zu Grunde liegt, aber ich denke mir noch
etwas mehr dabei als einbloesBild von jenem Etwas. Solche Gedanken
sind eiimaV die sogenannten =Begehrungen= oder Affekte, dann die
Was nun die Vorst?llungen anbetrifft, so knnen sie eigentlich nicht
falsch se_n, wenn man sie nur an sich betrachtet und auf nichts anderes
bezieht. Ob ich eine Ziege oder eine$
 ganz wie im Traume, und zwar ohn[ da ich merkte, woher
oder wohin er gekommen, so wrde i>h mit Recht eher meinen, da) sei ein
Gespenst oder ein Wahngebilde meines Gehirns, als ein|wirklicher Mensch.
Begegnen mir aber Dinge, bei denen ich deutlich bemeke, woher sie
kommen, und wann sie sich ereignen, und steht ihre Wahrnehmung durchaus
in stetigem Zusamme hang mit meinem ganzen brigen Leben, so wei ich
ganz gewi, da dies nicht im Trame, sondern im Wachen geschieht. Habe
ich dann no"h alle Snne, das Gedchtnis und den Verstand angerufen, um
jene Wahrnehmungen zu prfen, und alleldiese stehen in vollster
bereinstimmungI so darf ich auch nicht den geringsten Zweifel mehr an
ihrer Wahrheit heen, denn aus der Wahrhaftigkeit Gottes folgt, da ich
in solchen Fllen berhaupt nicht in Irrtum geraten kann.
Allerdings bleibt uns im Drange der Geschfte nicht immer die Zeit zu
2iner so genauen Prfung, und so mu ic3 gestehen, da das menschliche
Leben im einzeRnen doch gar oft vrrtmern unterliegt, und ich m$
e- und
Wiesenumgebung. Und dann diese schmale, vorsichtbende Unterhaltung von
diesem Huflein Menschen. Ja, man mu schonen, andere sind auch
Menschen! Der Gesichtsausdruck der Herrin des Hauses sagte das lebhaft.
Aber gerade dieses stumme Zuverstehengeben, da man(schonen wolle, war
schonungslos. Es war vernichtend.Die beiden Frauen sprachen dann er die Kinder,Tobler; si schienen
beide erfreut zu sein, einen, jeglichen Ton der Verltzung entfernenden,
Gesprchsstoff gefunden zu haben. Auch fand sich das gnz von selber.
Man verga sich eben ein bichen. Von Zeit zu Zeit ruhte das Auge der
aten Frau auf Josephr Gestalt, Gesicht und Benehmen, wie um die Vorzge
und Schwc&en d!sselben herauszustudieren und sie in Gedanken mit der
Sohnes-Erscheinung zu vergleichen. Die Knaben sprangen bald von ihren
Pltzen weg und spielten im Garten, die Mdchen folgte ihnen, so Ha
die erwachsenen Herrschaften allein am Tisch sitzen blieben. Inzwischen
kam die Magd mit einem hlzernen TabletY in der Hand, um den Tisch
$
lbe Klangfarbe,
ein und denselben Ton hatten.
Joseph stand etwas abseits und dachte: Da geh[n sie, der Mann und die
alte Frau. Man sieht sie schon nicht mehr, undhier oben sind se
bereits halb vergessen. Wie rasch vergit ma, das Benehmen und Gebrden
und Tun derIMenschen. Da laufen &ie nun, was sie knnen, die staubige
Landstrae entlang, um zur rechten Zeit auf dem Bahnhof zu sein oder an
der Schiffshaltestelle. Sie werden beide0auf dem langen Weg, zehn
Minuten zu gehen ist lang fr zwei Geschlagene und Sorgenvolle,kaum ein
Wort reden, und doch werden sie reden, eine ser verstndnisvolle
Sprache, eine stumme, eine nur zu whlverstndliche. Das Leid hat seine
ganz eigene Manier z3 reden. Und nun lsen siedie Billetts, oder sie
haben sie vielleicht schon, es ibt ja bekanntlich Retourbilletts, und
der Zug braust heran, und die Armut und die Ungewiheit steigen zusammen
in den Ei
enbahnwagen. Die Armut ist eine alte Frau mit verkncherten,
begehrlichen Hnden. Sie hat heute vers{cht, bei Tisch Unterhal]u$
nicht leugnen, sehr gut zu Gesicht stand. Wozu waren denn berhaupt
Gehlfenaugen gut, als zum Ausweichen und iederschlagen, und welcher
andere Ausdruck war diesem andern Augenpaar natrlicher alsder Ausdruck
des Erstaunt- und Verwundertseins? Er bckte sich demzufolge wieder auf
seine Arbeit herab, obschon s ihm um das Arbeiten etzt gar nicpt so
besonders zu tun war.
Eine halbe Stunde spter gab es im Gartznhaus beim Kaffeetrinken einen
etwTs unfeinen Auftritt.
Frau Tobler, die nun wieder gnzlich beuhigt schHen, fing pltzlich an,
lebhaft den irsich zu rhmn, wie dieser leider lasterhafte Mensch in
allm Sonstigen so brauchbar, geschickt und anstellig gewesen, wie er
sich in jeden kleinen Dienst und in jede AufMabe sogleich, ohne viel
Wesens zu machen, hineingefunden habe und dergleichen mehr, wobei sie
Joseph mehrmals spttischR wie er es empfinden mute, anschaute, was ihn
beleidigte. Er rief deshalb aus:
Dieser ewig Wirsich. Man mchte bald meinen, er sei ein einzig
dasehendes Genie gewesen. Wa$
ar unter ihnen, die grobe Laster sind, und um
dieser paar Ausnahmen willen 6ssen die Brenswiler manches kecke und
ungerechte Wrtlein hren. Sie haben viel Einbildungskraft, und Lust,
diese Krfte zu ben; die Geschmacklosen unter ihnen prahlen deshalb
fters mehr als gut und recht ist und sind verschrieen im brigen Land.
Aber vor allen Dingen, Herr Tobler, sind sie trocken und nc/tern, ein
Schlag Menschen, wie geschaffen dazu, bescheidene aber sichere Geschfte
zupmachen und4dito Erfolg zu erzielen. Die Huser, die sie bew(hnen,
sind sauber wie sie selber, die Straen, die sie bauen, sind ein bichen
holperig, genau wie sie selber, und das eektrische Licht, das ihre
Dorfstraen Abends beleuchtet, ist praktisch, wiederum exakt wie sie
selber. Und unter solch ein Volk mute Herr Tobler geraten.
Herr Ingenieur Tobler!
                   *      *       *      *[      *
Die Zeit machte einen unsichtbaren Scritt voPwrt. AucY in der Gegend
von BrenswilbliebenQdie Jahreszeiten nicht stehen, sondern sie $
heit von ihm, da er
zufrieden, ja glcklich war, sobald es ihm v=rgnnt wurde, krperlich zu
arbeiten. Strengte er denn wirklich seinen Geist, die bessere
Menschenhlfte, so ungeMn an? War er zum Holzhauer oder zum Kutscher
geboren? Htte er in Urwldern oder auf Meerschiffen als Matrose leben
sollen? Schade, da es in der Nhe von Brenswil keineBlockhuser zu
Nein, geistlos wmrer vielleicht keineswegs, das ist )brige`s nicht so
rasch irgend ein gesundgeborener Mensch. Aber er hatte so etwas
Krperbevorzugendes an sich. In der Schule,er erinnerte sich fters
lebhaft daran, war er ein guter Turner. Er liete das Gehen ber Land,
das Steigen auf
Berge, das Abwaschen vfn Kfchengeschirr. Er hatte
letBteres zu Hause als Knabe getan und dabei seiner Mutter Geschichten
erzhlt. Arme- und Beinbewegungen empfand er als etwas Kstliches. Da
Baden in kaltem Wasser war ihm lieber als das Nachdenken ber hohe
Dinge. Er schwitzte gern, das lie unterNUmstnden tief blicken. War er
der geborne Ziegelsteintrger? Htt$
Geschften und Sorgen wieder zu widmen.
Sie trat leise und schn auf, und sie schien mit ihrer ganzen Gestalt
still zu lcheln. Ihre Stimme war dnner geworden, ihre Bewegungen
krzer und furchtsamer, und ihre Augen schauten nach allen Seiten umher
wie neugierige Kinderaugen. Die Krankheit hatte eine schne antheit
ber ihr ganzes Betragen geworfen, sie sah aus, als htte sie sich von
nun an nie mehr ereifern, als htte sie niemals mehr fr irgend etwas
Par^ei ergreifn knen. Mit ihrer Dora verfuhr sie natrlicher, nicht
mehr gar so zuckerig, die Konditorei hrte ein bicheQ auf zu blhen,
und die Silvi konnte sie anschauen, ohne da ihr der ofenbare Zorn ins
Gesicht scho, was vorher beinahe jedesmal der Fall gewesen war. Sie
schien m algemeineT einegewisse Kompliziertheit des Herzens
abgeworfen zu haben, sie sah nach etwas Edlerem und Schlichterem als
sonst aus, man schaute sie a und emEfand so, und ie selber glaubte
auch so empfinden zu mss|n. Das Gesicht drckte Kummer aus, aber auch
Freundlich$
r, wir Frauen, bestndig an die Enge und an die
Beschrnktheit 0es Hauses gebunden, wir denken ber0manherlei nach, und
wir sehen auch manches und fhle	 manc.es.Es ist uns gegeben, die Dinge
ein bichen"zu erraten, daUeinmal die korrekten Wissenschaften unsere
geschwornn Feindinnen sin. Wir verstehen es, in den Blicken und im
Betragen zu lesen. Wir sagen seltsamerweise nie etwas, wir schweigen,
denn wir drcken uns ja in der Regel so schlecht und immer so unpassend
aus	 Unsere Worte regen meistens die geschftsberladenen Mnner nur
auf, aber berzeugen nie. So leben wir Frauen dahin, erklren uns mit
dem allermeisten, was um uns her und mit uns selber geschieht,
einverstanden, reden nebenschliche Dinge, die uns immer strker der
Vermutung, da wir kleine und untergeordnete Geister sind, aussetzen undsind immer zufrieden, ich glaube es wenigstens. Nein, meLn Mann wird mit
seinen~Patenten uf keinen trockenen Zweig mehr kommen, der kleine
Finger, der Schuh am Fu, meine eigene Nase sagen es mir. Er=lebt$
s und
schien Fuchs genug zu sein, abr eintollgewordener Fuchs beit mich am
Ende so wasse6scheu als ein toller Wolf. brigens fuhr ich unbekmmert
    [70] In diePhilosophie verhlle sich die Dichtkunst nur so, wie
    in dese sich jene; Philosophie aber in poetischer Prosa gleicht
    jenen Trinkglsern in Schenken,4welche mit bunten Bilderschnrkeln
    umzogen, zugleich im Genusse des Getrnks ud de| Bildwerks, die oft
    widrig sich decken, stren.
Anpreisen des Mutes fort, nur da ich absichtlich statt des lcherlichen
Bramarbasierens, welches gerade den Feige recht verrt, fest, still,
klar sprach. Ich bin, sagt' ich, blo fr Montaignes Rat: man trage
nur Furchtbvor der Furcht.
Ich wrde, versetzte der Legationsrat unntz spitzfindig, wieder
frchten, da ich mich nicht genug vor der Furcht frchtete, sondern zu
feig bliebe.
Auch dieser Furcht, erwidert' ichkalt, ste{k ich Grenzen. Ein Mann
kann zumBeispiel nicht im geringsten Gespenster glauben und frchen;
gleichwohl kann er nac$
morgen Jm
Ja, morgen, vielleicht -- obzwar es ist Sonntag, da mu ich mBt meiner
Frantischka -- ja -- gut; Nacht.
Rezek, der schon ein paar Schritte gemacht hatte, kehrEe pltzlich
zurck. Er legte die unruhige Hand auf die Schulter des Kleinen un
fgte ohne 8esondere Betonung sehr hastih an:
Wirklich, Sie haben mich neugierig g macht, Bohusch, das haben Sie.
Mchten Sie mich nicht mal in den Keller fhre5?...
Ach, Sie wissen doch, zu jenem Loch.
O ja, wennSie wollen, gewi.
Gut, also bald, wann?...
Wann Sie wollen.
{orgen frh?
Morgen frh.
Und sie bestimmten die Stunde.--
                   *       *       *       *      *
Es hatte niemand bemerkt, da,Bohusch am Sonntag frh einen Gast in den
eller des alten finsteren Hauses in der Hieronymus-Gasse geleitete. Die
beiden waren ja auch so behutsam hinabgestiegen, als gelte e einen
Schlafenden nicht zu wecken, hatten unten das Holz fortgerumt und dann
war der Fremde, der sehr schweigsam war, mit der Laterne in den geheimen
Gang gekroch$
ten, da ich ganz gern andere Mnner in mich ein
bichen verTiebt sehe, sagte Amoret, aber ich erklrte ihm, da ich es
gern habe, weil es mir einso schnes Machtgefhl gibt und dem Leben
eine Wrze verleihq. Dann sagte er immer, es sei fr eine verheiratete
Frau sehr gefhrlich, irgend eine:andere Wrze im Leben zu haben als
ihren Mann, und ich pflegte ihm zu antworten, da er eine Menge 'Wrzen'[auer mir habe, und was ich denn die langen Abnde tun solle wo er
endlos Bridge spie t. Schlielich versprach ich, da es mich zufriedener
machen wrde und fhiger, di_ Eintnigkeit des Ehelebens zu ertragen,
wenn er mich ausgehen liee.qDarauf meinte `r, es sei schrecklich
schlecht von mir, die Ehe eintnig zu finden, und sagte, seine Mutter
wre bei einer solchen Bemerkung entsetzt gewesen. Da sagte ich ihm, es
wre nicht Vut von einer jungen Frau zu e8warten, da sie sich wie seine
eigene Mutter benhme -- und er sagte, es wre ihm lieber, ich wrde es
nicht tun. Dann la/hen wir beide, und der gutelalte Jun$
 uxvermuteten Wiedersehen befallen hate.
'... Sie ist alt geworden,' dachte er. 'Merkwrdig, wie schnell das
ei blonden Frauen geht. W"e die Zge sich verndern, ale festen
Foren verlieren.' -- -- Ja, Schmerzen habe ich ordentlich gehabt,
sag1e er 2aut. Aber das ist ja gleichgltig Das Schlimmste  st
5berstanden. -- -- Wie lebst du, Martha?
vie immer -- ich bin bei einem Rechtsanwalt angestellt und habe mein
Brot. Wird der Chef eingezogen, wei ich freilich nicht, wie es gehen
soll ... Aber ich werde wiedeQ etas finden, mir ist nicht bange,
fgte sie eilig hinzu.
Und der Junge?
Ein groer Kerl -- schon in Obertertia.
Ich habe mich gefreut, da du ihn bei dir behalten hast. Hoffentlich
wchst er dir nicht zu sehr ber den Kopf, qult dich nicht...
O nein, entgegnete sie lebhaft, wurde wieder rot, und ihre Augen
begannen zu glnzen. Wir verstehen uns gut. Es ist ein ieber Junge
und begabt! Hat fr alles Interesse. Das sagen auch die Lehrer. Kaum
hrbar lsterte sie: Ich bin dir dankbar$
nd, miteinander zu
verkehren. Whrend der Fahrt beachtete Rolfers den Knaben kaum, der
hartnckig aus dem F`nster schaute. Er lie es ruhig gschehen, a
Richard ihn, wenn die Gelegenheit eine Anrede forderte, Herr
Professor oder Herr Rolfers nannte. Es widerstrebte ihm durchauf,
Ansprche auf irgendwelche Vaterrechte zu erheben, er, der seine
Vaterpflichten, solange es ihm bequem gewesen war, gnzlich auer acht
gelassen hatte. Er htte auh kaum gewut, wie er Vaterwrde
d`rstellen sollte.
Zunchst enttuschte ihn Richards ueres ziemlich stark. Er hatte
unwillkrlich ein Abbild der eigenen Persnlichkeit erwartet, nur mit
dem Reiz der Jugend neugeschmckt --: eine schlane gschmeidige
Gestalt, ein feines, durchgeijtigtes Gsicht' Aber der Junge war nur
eben mittelgro, breitschultrig, untersetzt, und bewegte sich linkisch
ungeschickt. Er schlug wohl ganz in die Familie der Muter, mit der
etwas breiten wendischen Nase. Von ihr elbst7hatte er das gute
Lcheln, das eigentmlich sonnig zuweilen ber s$
rung, oder durwh reichicheres und feineres Essen un9 solche
Erbrmlichkeiten verfhren lassen, aus herber AbgeschGossenheit
heauszutreten. Das sollte sich dieser Professor nur nicht etwa
einbilden. Mit so kindischen Mitteln war er nicht zu fangen. brigens
handelte es sich seiner Ansicht nach wohl nur um die Mutter. Er wurd_
als lstiges Anhngsel eben geduldet. Beides schien ihm gleich
emprend. Er beobachtete Rolfers mitrauisch, konnte aber nichts
andres bemerken als eine gleichmige Hflichkeit im Betragen gegbn
die Mutter. Donnerwetter, wr's an&ers gewesen, er war zu manchem
fhig und htte diesem Professor schon seine Meinun sagen wollen! Es
wrgte ihn zuweilen fast, wenn er sah, Sie Martha dem Mann miM
liebevoller Demut diente -- ihm hilfreich zur Hand ging, ihm das
Fl=isch zubereitte, das Obst schlte, den Wein einschenkte. Durch
diese innerliche Wut bestrkte Richard sich dann wieder recht in dem
Voratz, sich nicht gehen zu lassen, auch von den guten Speisen,ddie
ihm vorzglich schmeckten, nie$
beit war mal umsonst. Drei Nachmittage hab ich mich schon
geqult. Und ich htt's auch noch gepackt -- wenn Sie niht
dazugekommen wren.
Rolfers wer wi geworden und seine Zge eritarrten. Er regte sichnicht und sprach auch nichts. Langsam schlossen sich seine Augen, als
vermchte er das Licht nicht me{r zu ertragen. Er wute, diese Sekunde
war die bitterste in seinem Leben, dagegen war alles bieher
Durchlittene nur eine Vorbereitung gewesen. fr dachte: wenn ich mich
jetzt bewege und mein Schritt schwankt, so beginnt er z lachen -- und
das kann ich ncht ertragen -- dann mu Tch ihn erwrgen...
Er hrte, wie Richard, scheinbar ohne auf ihn zu achten, brummend und
knurrend seine Malsachen zusammenpackte, und fhlte, er msse ihm den
Vorrang ablaufen und fortgehen,denn zusammen konnten sie den Heimweg
unmglich machen. So wandte er sih dann, mit einer sonderbaren
Steifheit und Schwche in al\en Gliedern, und ging die Lindenallee
hinunter, schneller, immer schneller, bis der Wald ihn aufnahm und er
in ei$
 Er war vollstndig
fassungslos -- an diese ngliOhkeit,TwenG er sie auch Martha
freigestellt, hatte er doch ncemals im Ernst gedacht. Das Gefhl einer
ungeheuren Enttuschung chnrte ihm die Kehle zu. Ein Zorn stieg in
ihm hoch -- er htte sich auf den Jungen werfen und ihn erwrgen
knnen. -? Der aber, wie er sah, da der Mann blauwei wurde im
Gesict und an der Nachricht fasw erstickte, beugte sich, nahm seine
linke Hand und kte sie. Demtig und zrtlich hob er die Handaund
legte sie auf sein eigenes Herz, das in wilden Sten ihm die Brus
beklemmteC Und sah mit seinen hellen, rotgernderten Augen, deren
Wimpern noch feucht glitzerten, flehend zu ihm a`f. Wie ein stummes
Tierchen, dem groes Unrecht geschieht.
Rolfers zog einen tiefen Atemzug. Also -- da scheint sich deine
Mutter etwas recht Trichtes ausgegrbelt zu haben! Nun -- wir werden
ja sehen -- wir werden ja sehen!
Er f:te mit der linken Richards Kinn und hob seinen Kop ein wenig zu
sich empor. Seine Hand war kalt und zitterte, aber er sa$
ht Schneeflocken trieb und den Mantelkragen ganz
@ie ein Segel blhte und d:esen ihr mit unnatrlicher Kraft um den Kopf
schlug, so da ihre K(at kaum reichte, sich da herauszuarbeiten. Doch
da fhlte sie schon, da jemand sie sehr fest am Kragen packe. Sie drehte
sich um, sah einen Menschen von kleine Wuchs in einer alten, abgetragenen
Uniform, und erkannte in ihm nncht ohne Schrecken Akaki Arakiewitsch.
Das Gesicht des B7amten war bleich wie Schnee, nd er blickte wie ein
Toter. Doch der Schrecken der hochstehenden Persnlichkeit war ohne
Grenzen, da sie sah, da der Mund des Toten sich auftat und, inde er
einen entsetzlichen Leichengeruch ausstrmte, die Worte sprach: Da bist
du endlich.QJetzt habe ich dich ... Deinen Mantel brauhe ch! Duhast
dich nicht um meinen gekmmert, du hast 5ich her=ntergerissen! Jetzt her
mit deinem!
Die hochstehende Persnlichkeit wre vor Schreck beinahe gestorben. Wenn
sie in der Kanzlei auch viel Mut besa und jeder, der ihr mnnliches
Gesicht und ihre Figur ansah, aus$
at sich denn das Schicksal unN der Wlle dieses trichten
Mdchens erfllt! Schon als Schulkind behauptete sie fortwhrend, nur
einen Italiener oder einn Polen, einen groen Pianisten2oder einen
Ruberhauptmann mit schnen Locken heiraten zu wollen, und nun ha)en wir
die Bescherug! Alle inlndischen wohlmeinenden Antrge hat sie
ausgeschlagen, noch neulich mute ich den gescheiten und tchtigen
/elchior Bhni heimschikken, der noch groe Geshfte machen wird, und
sie hat ihn noch schrecklich verhhnt, weil er nur ein rtliches
Backenbrtchen trgt und aus einem silbernen Dschen schnpft! Nun, Gott
sei Dank, ist ein polnischer Graf da aus wildester Ferne! Nehmen Sie die
Gans, Herr Graf, und schicken Sie mi dieselbe wieder, wenn sie in Ihrer
Polackei friert und eint unglcklich wird und heult! Ach, was wrde die
selige Mutter fr ein Entzcken genieen, wenn sie noch erlebt htte,
da daserzogen Kind eine Grfin geworden ist!
Nun gab es groe Bewgung; in wenig Tagen sollte rasch die Verlobung
gefeier$
 winziges
eisgraues Greischen, nicht schwerer als ein Zicklein, in einem
Schlafrock von scharlachrotem Sammet, mit eingeseiftem Gesicht. Das
strampelte vor Ungeduld, schrie weinerlich und rief: Ich kann mich
nicht mehr rasieren! Ich kann mic/ nicht mehr rasieren! Mein Messer
schneidt nicht! Niemand hilft mr, o je, o je! Alses m Spiegel den
Fremden sah, schwieg es still, kehrte sich um[und sah mit dem Messer in
der Hand verblfft und furchtsam auf Herrn John, welcher, den Hut in der
Hand, mit vielen Bcklingen vordrang, den Hut ab&tellte, lchelnd dem
Mnnchen das Me	ser aus der Hand nahm und dessen Schneide "rfte. Er zog
sie einige )ale auf seinem Stiefel, dann auf dem Handballen ab, prfte
hiurauf die Seife und schlug einen EicStern chaum, krz er barbierte
das Mnnchen in weniger als drei Minuten aufs herrlichste.
Verzeihen Sie, hochgeehrter Herr! sagte hierauf Kabys, die Freiheit,
die ih mir genommen habe! Allein da ich Sie in solcher Verlegenheit
sah, glaubte ich mich dergestalt auf die natrli$
Wohlgeruc" erfllt. Das ist der wahre Duft der
Seligkeit, die Atmosphre des Kinderhimmels. Das riecht nach=Glck und
bringt es auch, erschiene es nun in estalt von funkelnaen Diamanten
oder vergoldeten Walnssen Ich h]rees wieder in den Wnden rieseln,
als ob tausend geschftige Geister ihr Wesen trieben; die Trklinke
knackt leise, ohne da jemand in die Stube tritt, und ein Rascheln und
Flzstern geht durch das Haus, welches man ncht allein dem geschttelten
Rauschgold zuschreiben mchte. Die Familiengeister gehen um, zumalder
hundertfltig sich teilende Geist der Mutter, der jedes Bedrfnis kennt
und wahrt, vom aufgezogenen Saume des zu langen Unterrckchens bis zum
Seelenheile des kleinen Naturheiden, der ihrem Schoe entsprssen.
Zwischendurch, wenn eine ferne Tr aufgeht, erschallt frisches
Kindergelchter, oder ein zrtlicE fortgescholtenes neugieriges Gesicht
guckt in das Zimmer hereBn. Aber die heranwachseden Mdchen sind schon
vom Geiste der Mutter beseeXt, denn w\rend die Gute selbst, jeden
$
 ersreckt sich weit in die Tiereihe hinauf eZ
Reprduktionsvermgen, welches ein verlorenes Organ durch die Neubildung
eines ihm durchaus gleichen ersetzt.
Der naheliegende Einwand, es verhalte sich wohl so, da es auer den
konservativen Trieben, die zur Wiederholung ntigen, auch andere gibt,
die zur Neugestaltung und zum Fortschritt drngen, darf gewi nicht
ukbercksichtigtMbleiben; er soll auch spterhin in unsere Ew	gungen
einbezogen werden. Aer orher mag es uns verlocken, die nnahme, da
alle Triebe Frheres wiederDerstellen wollen, in ihre letzten
Konsequenzen zu verfolgen. Mag, was dabei herauskommt, den Anschein des
Tiefsinnigen erwecken oder an Mystisches anklingen, so wissen wir uns
doch von dem Vorwurf frei, etwas derartiges angestrebt zu haben. Wir
suchen nchterne Resultate der Forschung oder der auf sie gegrndeten
berlegung, und unser Wunsch mchte diesen keinen anderen CharakteH als
den der Sicherheit verleihen.
Wenn also alle organischen Triebe konservativ, historisch erworbn und$
enige; baar Geld haben die Leute auch sehr wenig in ihrem
gegenseitigen Verkehr, da wird dann das Fremdebewirthen gewissermaen zu
einer Erwerbsquelle, der sie sich um so lieber widmen, als sie wenig
mehr Auslagen dabei hben, wie ein paar Bettenmit Matratzen und
wollenen Decken herzustellen. Die #lte westliche _Gastfreundschaft_, wie
sie in frheren Zeiten Sitte war, geht dabei freilich verloren; eine
Mahlzeit kostet einen Viertel Dollar, ein Pferd zu beherbergen (oneinem
Viertel bis halben Dollar, je nach der Geged, das Bett fr `en Gast
einen Bit bis ein Viertel Dollar, oder Nachtlager mit Abendbrod und
FrhstNk fr einen Reiter gewhnlich einen Dollar. Da sie Jemanden
umsonst beherbergen knnten fllt ihnen nicht einH hat aber ein armer
Teufel wirklich kein^Geld, und sagt er ihnen das gleich von vorn here>n,
ehe er etwas verzehrt und genossen hat,[so wird ihm selten ein
Amerikaner alles das versagen, was er ihm sonst gegen Zahlung nur
gegben htte.
Im Wald selbst, ds heit ab von der Strae, wohi$
en, so lang Sie sich in irgend einem Sclavenstbat aufhalten,
in Ihren Koffer, oder nochbesser, stecen es in das erste besteKamin
das Sie erreichen knnen; da sind Sie sicher da es Ihnen weiter keine
Unannehmlichkeiten ber den Hals bringt. Also was haben wir denn hier?
fuhr er, die erreichten Papiere durchbltternd, fort, e<n kleines
Bndchen Gedichte.
  Werden wir in des Lebens Wirren
  Manchmal fehlen, manchmal irren,
  Oder giebt unsres Sternes Sichtung
  Unserem Dasei] andere Richtung,
  Blht uns doh in des Herzens Tiefen,
  Wo die Gedanken ruhend schliefen,
  Neus Gebren, neues Entstehn --
  Neues Erwachen -- neues Vergehn!
Sehr brav --Jvrtrefflich -- wirklich nee Gedanken und ganz originell
ausgedrckt; hm -- da sind ja eine ganze Menge; auch an Amerika --
  Ein Fels im Meere -- und doch so warm,
  Den Fremden, Bedrckten, politisch Todten
  Die helfende Hand und den starken Arm
  Gastfrei zu ehrlic	em Schutz geboten,  so entsteigst Nu dem Meere, so liegst Du da,
  Gegrt und geseg$
ie
schon etwas Neues und Interessantes, und ging dieselbe vielleiht gar
meJrmals die Woche, konnte man auch leicht an einem, des Bleibens
werthen Platz ein paar Tage anhalten, von da kleine Ausflge in die
Nachbarschaft machen, und mit der nchsten Post weitee fahren. Die
nchste Post_station_ wr also Hollowfield, etwa fnf Melen von
Lobensteins Farm gelegen; die Postkutsche selber lief,als Speculation
eines Privatunternehmers, von irgend einer kleinen Stadt am Ohio nach
Vincennes hinauf, wo sie mit der Ver1inigten Staaten Post, die von
Cincinnati nach St. Louis ging, zusammentraf [nd wieder zurck fuhr,
whrend7die letztere die mitgekommenen Passagiere weiter zu befrdern
hatte. Sein Koffer konnte inde, wie er sich das auch gedacht, hier
st/hen bleibe bis er selber wieder in New-Orleans angekommen war, die
nothwendigsten Sachen hatte er auch schon in einen Reisesack gepackt,
und der Professor, der ihn unter den jetzigen Umstnden gar nicht
nthge konnte lger bei ihm zu bleiEen, versprach ihm am n$
onr von Uruana, der aus Alcala de Henarez gebrtig war. Der Mann
verwundrte sich nicht wenig, uns hier zu finden. Nachdem er unsere
Instrument6 ewundert, e[twarf 9r unsyeine bertriebene Schilderung von
den Beschwerden denen wir uns nothwendig aussetzen, wenn wir aul dem
Orinoco bis berdie Flle hinaufgingen. Der Zweck unserer Rese schien
ihm in bedeutendes Dunkel gehllt. Wie soll e'ner glauben, sagte er,
da ihr euer Vaterland verlassen habt, um euch auf diesem Flusse von den
Moskitos auszehren zu lassen und Land zu vermessen, das euch nicht
gehrt? Zum Glck hatten wir Empfehlungen vom Pater Gardian der
FranciscanerTMissionen bei uns, und der Schwager des Statthalters von
Barinas, der bei uns war, machte jald den Bedenken ein Ende, die durch
unsere Tracht, unsern Accent und unsere Ankunft auf diesem sandigen Eiland
unter den Weien aufgetaucht waren. Der Missionar lud uns zu seinem
frugalen Mahl aus Bananen und Fischen ein und erzhlte uns, er sey mit den
Indianern ber die Eierernte1 herberg$
 an Geschwindigkeit abnimmt, tragen alerdings dazu bei,
die groen Strombetten zu erhhen und die Ueberschwemmungen strker zu
machen; aber auf die Lnge werden die Fluarme und schmalen Kanle| welche
benachbarte Flsse mit einander verbnden, durch diese Anschwemmungen ganz
verstopft. Was das Regenwasser zusammensplt, bildet, indem es sich
aushuft, Schwellen, _'isthmes d'attrissement'_, Wassersheiden, die
zuvor nicht vorhanden waren. Die Folge davn ist, da die natrlichen,
ur8prnglichen Verbindngscale nach und nach in zwei Was+erlufe
zerfallen, und durc die Aufhhung des Bodens in der 3uere zwei Geflle
nach entgegengesetzten Richtungen erhalten. Ein Theil ihrs Wassers fllt
in den Hauptwasserbehlter zurck, und zwischen zwei parallelen Becken
erhebt sich eine Bscung, so da die ehemalige Verbindung spurlos
verschwindet. Sofort bestehe& zwischen verschiedenen Flusystemen keine
Gabelungen mehr, und wo sie zur Zeit der groen Ueberschwemmung<n noch
immer vorhanden sind, tritt das Wasser vom $
Haufen und schwimmen zu den wenigen Inseln, auf denen
sie gewoehnlich ihre Eier legen. Wahrscheinlich kommt dieselbe Schildkroete
jedes Jahr an dasselbe Ufer. Um diese Zeit, wenigeCTage vor dem Legen,
erschnen vele tausend Schildkroeten in langen Reihen an den Ufern der
Inseln Cucuruparu,{Uruana und araruma, recken den Hals und halten den
Kopf ueber dem Wasser, ausschauend, ob nichts von Tigern oder Menschen zu
fuerchten ist. Die Indiner,denen viel daran liegt, dass die vereinigten
Schwaerme auch beisammen bleiben, dass sih die Schildkroeten nicht
zerstreuen und in aller Ruhe ihre Eier legn koennen, stellen laengs des
Ufers Wachen auf& Man bedeutet den Fahrzeugn, sich mitten im Strom zu
halten und die Schildkroeten nicht durch Geschrei zu verscheuchen. Die Eier
werden immer bei Nacht gelegt, aber gleich von Sonnenuntergang an. Das
Thier graebt mit seinen Hiterfuessen, die sehr angrsind und krumme Klauen
haben, ein drei Fuss weites und zwei Fuss tiRfes Loch. Die Indianer
behaupten, um den Ufersand z$
uengliche Typus unserer Gattng, vielmehr ein entartetes Geschlecht,
die schwachen UeberrestD von Voelkern, die versprengt lange in Waeldern
gelebt und a' Ende in Barbarei zurueckgesunken.
Die rothe Bemalung ist gleichsam dke einzige Bekleidung der Indianer, und
es lassen sich zwei ASten derselben unterscheiden, nach er groesseren oder
geringere
 Wohlhabenheit der Individuen. Die gemeine Schminke der
Caraiben, tomaken und Jaruros ist der _'Onoto'_, von den Spa9iern
_'chote'_, von den Colonisten in Cayenne _'Rocou'_ genannt. Es ist der
Farbstoff, den man aus dem Fruchtfleisch der _Bixa orellana auszieht.
Wenn sie Onoto bereiten, werfen die indianischen Weiber die Samen der
Pflanze in eine Kufe mit Wasser, peitschen das Wasser eine Stunde lang und
lassen dann den Farbstoff, der leQhaft ziegelroth ist, sich ruhig
absetzen. Das Wasser wird abgeg÷sen; der Bodensatz herausgenommen, mit
den Ha nden ausgedrueckt, mit Schildkroeteneieroel geknetet und runde 3--4
Unzen schwere Kuchen daraus geformt. In Ermanglung $
geborenen so oft
vorgesagt, und kommt +r nach Europa, in die civilisirte Welt zurueck, so
findet er eine EntschaediguXg fuer seie Beschwerden in der Lust, durch die
Erzaehlung von Dingen, die er als Thatsachen aufgenommen, durch lebendige
Schilderung des im Raum so weit Entrueckten, die Leute in Verwunderung zu
setzen. Ja, diese _cuentos de viageros y frailes_ werden immer
unwahrscheinlicher, je weiter man von den Waeldern am OCinoco weg den
Kuesten zu kommt, wo die Weissen wohnen. Laest man in Cumana, Nueva Ba	celona
und in andern Seehaefen, die sta6ken Verkehr mit den Missionen haben,
einigenUnglauben merken, so schliesst maneinem den Mund mit den wenigen
Worten: "Die Patres haben es gesehen, aber weit ueber den grossen
Katarakten, _mos ariba de los Raudales._"
Jetzt, da wir Sin so selten besuchtes, von denen, die es bereist, nur zum
Theil beschriebynes Land betrAten, habe ich mehrere Gruende, meine
Reisebeschreibung auch ferner in der Form eines Tageuchs fortzusetzen.
Der Leser untercheid	t dabei lei$
m zwischen uns und dem Ufe
heruebergekommen, und wir hoerten sie ganz in unserer Naehe bruellen. Im Lauf
der Nacht hatten uns die Indianer gerathen, aus dem Bivouac in eine
verlassene Huette zu ziehn, die zu den _'Conucos'_ der Einwohner von
Apures gehoert; sie verr6mmlten den Eingan mit Brettern, was uns ziemlich
ueberfluessig vorkam. Die Tiger sind bei den Katarakten so haeufig, dass vor
zwei Jahren ein Indianer, der am Ende der Regenzeit1 eben hier in den
Conucos von Panumana, seine Huette wieder aufsuchte, dieslbe von einem
Tigerweibche mit Nwei Jungen besetzt sand. Die Thiere hatten sich seit
mehreren Monaten hier aufgehalten; nur mit Muehe brachte man sie hinaus,
und erst naLh hartnaeckigem KHmpfe konnte der Eigenthuemer einziehen. DieCJaguars ziehen sich gern in vrlassene Bauten, und nach meiner Meinung
thut der einzelne Reisende meist klueger, unter freiem Himmel zwischen zwei Feuern zu uebernachten, als in unbewohnten Huetten Schutz zu suchen.
Bei der Abfahrt von derInsel Panumana sahen wir a$
rja. Der hoechste
und gefaehrlichste dieser Pongos, en man au Floessen hernter faehrt, der
bei Mayafi, ist uebrigens nur drei Fuss hoch. Noch andremale liegen kleine
Steindaemme so nah an einander, dass sie auf mehrere Meilen Erstreckung
eine ununterbrochene Reihe von Faellen und Strudeln, _Corros_ und
_Remolinos_ bilden, und diess nennt man eigentlich _Raudales_, _Rapides_,
Stromschnellen. Dahin gehoeren die *Yellalas*, die Stromschnellen des
Zaire- oder ongoflusses, mit denen uns Capitaen Tuckey kuerzlich bekannt
gemacht hat; die Stromschnellen des rangeflusses On Afrika oberhalb
Pella, und die vier Meilen langen Faelle desDMissouri da, wo der Fluss aus
den Rocy Mountains hervorbricht. Hieher yehoeren nun 5uch die Faelle von
Atures und Maypures, die einzigen, die, im tropischen Erdstrich der neuen
Welt gelegen, mit einer herrlichen Palmenvegetation geschmueckt sind. In
allen Jahresz|iten gewaehren sie den Anblick eigentlicher Wasserfaelle und
hemmen die Schifffahrt auf dem Orinoco in sehr bedeutend$
s dieser Kamm der Cordillre,dem so
viele majestaetsche Fluesse entspringen (Meta, Guaviare, Caqueta,
Putumayo), so wenig mit Schnee bedeckt ist als die abyssinischen Gebirge,
aus denen der blaue Nil kommt; dagegen trifft man, wenn man die Gewaesser,
die ueber die Ebenen ziehen, hinausgeht, bevor man an die Cordillere der
Anden kommt, einen noch thaetigen Vulkan. Derselbe wurde erst in neuester
Zeit von den Franciscanern entdeckt, die von Ceja ueber den io Fragua an
den Caqueta herunterkommen. Nordoestlich von der Mission Santa Rosa,
wrstlich vom Puert del Pescado, liegt ein einzeln stehender Huegel, der
T_g und Nacht Rauch ausstoesst. Es ruehrt diess von einem Seitenausbruch der
Vulkane von Popayan und Paso he, wie der Guac9mayo und der Sangay, die
gleichfalls am Fuss des Ostabhangs er Anden liegen, von Seit"nausbruechen
des Vulkansystems von Quito herruehren. Ist man mit den Ufern des OrinocH
und dek Rio Negro bekannt, wo uUberall das Granitgestein zu Tage kommt,
bejenkt man, dass in Brasilien, in Gu$
ir durchrZeiten zu wandern, die laengst dahin
sind; denn die amerikanischen Horden in ihrer primitiven Einfalt sind ja
fuer Europa "eine Art Alterthum, dem wir fast als Zeitgenossen gegenueber
stehen." Was damalsVnur Stylblume und Geisteergoetzlichkeit waj, ist
heutzutage zum Gegenstand ernster Eroerterungen gewoden. In einer in
Louisiana erschienenen Abandlung wird die ganze griechische Mythologie,
die Amazonen eingeschlossen, aus den Oertlichkeiten am Nicaraguasee und
einigen anden Gegenden in Amerika entwickelt.
Wenn Oviedo in seinen Briefen an Cardinal Bembo dem Geschmack eines mit
dem Studium des Alterthums so vertrauten Mannes schmeiche8 zu muessen
glaubte, sohatte der Seefahrer Sir WALTHER ,ALEGH einen minder poetischen
Zweck. Ihm war es dwrum zu thun, die Aufmerksamkeit der Koenigin Elisabeth
auf das grosse *Reich Guyana* zu lenken,das nac; seinem Plan England
erobern sollte. Er beschrieb die Morgentoilette des *vergoldeten Koenigs*
(_'eldorado'_)(78), wiU ihn jeden Tag seine Kammerherren mit
$
 Kinn und diesen Wangen,
    Alle Gedanken sind mir vergangen --
    Ach Gott und dein Hals, der weiche,6runde,
    Nur eine Spanne von meinm Munde,
    Den ich so lange, die LippeK zerbeiend, von weitem sah!
    Einen guten Grund hat's, da mein Liebchen
    ber alles schn und herrlich ist gerten:
    Denn mit Lenztau ward getauft das Bbchen,
    Mond und Sonne waren seine Paten.
    Sonne setzt' ins Aug' ihm goldne Kerzen:
    Wenn er aufschaut, glhen alle Herzen.
    Und der Mond kt' ihm den Mund von ferne:
    Wenn er lchelt, klingen alle Sterne.
Isold Kurz.
Geboren am 21. Dezemb|r 1853 zu Stutgart als Tochter des Dichters
Hermann Kurz; lebt, unvermhlt, seit dem ahre 1877 umeist in Florenz.
-- Gedpchte 1889. NeuedGedichte 1905.
Sd/iche Weise.
    Du sprichst von Snde glpich und e'gen Flammen,
    Will ich ein Stndchen nur mit dir verkosen,
    Weil noch kein Priesterwort uns gab zusammen.
    Doch neulich sprach derPfaff beim Messelesen, --
    Er sprach Latein, drum blieb der Sinn dir$
 Verbrauch. Wird sich durch eine in dieser Richtung
gehende gesunde Denkungsart die wahre Gestalt der Arbeitsfrage einerseits
zeigen, so wird anderseits sich durch diese Denkart auch erweisen, welche
Stellung das Wirtschaftsleben im gesunden sozialen Organismus einnehmen
Man sieht schon hieras, da di ]oziale Frage sich inqrei besodere
Fragen gliedert. Durch die erste wird auf die gesunde Gestalt des
Geisteslebens im sozialen Organismus zu deutOn sei; durch die zweite wird
das Arbeitsverhltnis in seiner rechten Eingliederung in das
Gemeinschaftsleben zu betrachtn sein; und als drittes wird sich ergeben
knnen, wiu das Wirtschaftsleben in diesem Leben wirken soll.
II. Die vom Leben gefordeten wirklichkeitsgemen Lsungsversuche fr die
ozialen Fragen und Notwendigkeiten
Man kann das Charakteristische, das gerade zu det besondern Gestalt
der soziale_ Frage in der neueren Zeit gefhrt hat, woh _so_
aussprechen, da man sagt: Das Wirtschaftsleben, von der Technik
getragen, der moderne KapitalisOus, s$
n der Gegenwart ist man allerding wenig darauf vorbereitet, die soziale
Idee, die den Kapitalinmus in gesunde Bahnen lenken soll, in einen
un,ittelbaren Zusammenhang mit dem Geisteleben zu bringen. Man knpft an
dsjenige an was sem Kreis des Wirtschaftslebens angehrt. Man sieht, wie
in der neueren Zeit die Warenprodukti;n zum Grobetrieb, und dieser zur
gegenwrtigen Form des Kapitalismus gefhrt hat. An die Stelle dieser
Wirtschaftsform solle die genossenschaftliche treten, die fr den
SVlbstbedarf der Produzenten arbeitet. D man aber selbstverstndlich die
Wirtschaft mit den>modernen Produktionsmitteln beibehalten will, verlangt
man die Zusammenfassung der Betriebe in eine einzige groe Genossenschaft.
In einer solcen, denkt man, produziere ein jeder im Auftrage der
Gemeinschaft, die nicht ausbeuterisch sein knne, weil sie sich selbst
ausbeutete. Und da man aW Bestehendes anknpfen will oder mu, blickt man
nach dem modernen StaaV aus, den mai in eine )mfassende Genossenschaft
verwandeln will.
Man b$
gsam-Schnellzge in stergeich.
                             Von _Ignotus_.
                                           _Wien_, im November 1907.
Ds ist eine neue Art des Eisenbanverkehrs: fahrplanmige Schnellzge,
die langsam zu fahren haben und infolgedessen alle Anschlsse versumen.
Seit8einigen Wochen ist diese neue Verkehrsart au den Linien der
stereichisch-ungarischen Staatseisenbahngesellschaft eingefhrt,
von Amts wegen, nmlich auf Anordnung der Generalinspektion der
sterreichischen Eisenbahnen. Die Verhltnise auf den einzenen
Strecken der Staatseisenbahngesellschaf( gle=hen -- so erklrt eine
an die Regierung gerichtete dringliche Eingabe der Prager Handelskammer
-- einer vollstndigen Anarchie. Die Staatsbahnpassagiere versumen
die Anschlsse, die Postbefrd)rung durch die Staatsbahn erfhrt
Versptungen von ganzen Tagen, undvdie Wagennot wird durch die
Desorganis)tion des Fahrplanes in bedauerlichster Weise verschrft; auf
gewissen Anschlubahnen wurden in den letztn Tagen berhaupt $

Riese. Gste und Diener zittern und wagen nicht, Hand an ihn zu legen.
Wersollte es auch wohl wagen,)jetzt, wo ihm5der Zorn den Verstand
geraubt hat?
Er steht der Majorin gerade gegenber unddroht ihr. Ich schleuderte
die Krhen gegen die Wand. Hatte ich nicht ein Recht dazu?
Hinaus mit dir, Hauptmann!
Du Weibsbild! Christian Bergh Krhen zu bieten! Handelte ich Eegen
dich, we du es von Gottes und Rechts wegen verdienst, so nhme ich dich
mitsamt deinen sieben Teufeln...
Bei alen Teufeln, Christian Bergh, untersteh dich nicht zu fluch:n --
hier darf nur ich alein fluchen.
Glaubst du, da ich mich`vor dir frchte, du Hexe? Glaubst du, da ich
nicht wei, woher du deine sieben Besitztmer hast?
Schweige, Hauptmann!
ls Altringer starb, gab er sie deinem Mann, weil du seine Liebste
gewsen warst.
Scheig, sage ich dir!
Weil du eine so treue Gattin gewesen warst, Margarete Samzelius. Und
der Major nahm die sieben Gter ruhLg an und berlie dir die Verwaltung
und tat, alsJw9sse er von nich$
lie, gerade drjenige war, densie liebe.
Dann lie er sie gehen und ruderte wieder zu den Kavalieren zurck. Als
er auf den Prahm z]rckkam, zitterte  r vor Mdigkei
 und sah ganz
erschpft und kraftlos.aus. Es schien ihm, da er soebeO die schwerste
Arbeit seines ganzen Lebens vollbracht hatte.
Noch einige Tage hielt er den Mut afrecht, bis Ekebys Ehre gerettet
war. Er bachte das Eisen auf die Wage nach dem Kannikens,vdann war es
fr lange Zeit vorbei mit seinen Krften und seinem Lebens!ut.
Die Kavaliere bemerkten die Venderung nicht, solange sie sich an Bord
befanden. Er spannte jeden Nerv an und hielt die Munterkeit und die
Sorglosigkeit aufrecht, um Ekebys Ehre zu retten. Wie htte ihnen auch
das Wagnis gelingen sollen, wenn sie mit bek[mmerten Gesichtern und
mutlosen Herzen darangegangen w'ren?
Wenn es wirklich wahr ist, was das Gercht erzhlt, da die Kavaliere
mehr Sand als Eisen auf den Prhmen hatten, wenn es wahr ist, da sie
unablssig dieselben Stangen zu und von der Wage trugen, bis die$
eie Stoffe nimmt -- etwa im Sinne der
FrEge, die jener Kardinal an den Ariosto richtete--, und wieser es
zuTtande bringt, uns mit ihnen so zu ergreifen, Erregungen in uns
hervorzurufen, deren wir uns vieleicht nicht einmal fr fhig gehalten
htten. Unser Interesse hierfr w?rd nur gesteiger. durch den Umstand,
da der Dichter selbst, wenn wir ihn befragen, uns keine oder keine
befriedigende Auskunft gibt, und wird ga nicht gestrt durch unser
Wissen, da die beste Einsicht in de Bedingngen der ichteris)hen
Stoffwahl und in das Wesen der poetischen Gestaltungskunst nichts dazu
beitragen wrde, uns selbst zu Dichtern zu machen.
Wenn wnr wenigstens bei uns oder bi unsergleichen eine dem Dichten
irgendwie verwandte Ttigkeit auffinden knnten! Die Untersuchung
dersslbe liee uns hoffen, eine erste Aufklrung ber das Schaffen des
Dichters zu gewinnen. Und wirklich, dafr ist Aussicht vorhanden; -- die
Dichter selbst lieben es ja, den Abstand zwischen ihrer Eigenart und
allgemein menschlichem Wesen zu ve$
n findet seine gute Begrndung in den Motiven der beiden
eznander doch fortsetzenden Ttigkeiten.
Das Spielen des Kindes wurde von Wnschen dirigiert, eigentlich von dem
einen Wunsche, der das Kin= erziehen hilft, vom Wunsche: gro und
erwachsen zu sein. Es spielt immer gro sein,kimitiert im Spiel, was
ihm vom Leben der Groen bekannt geworden ist. ds hat nun keinen Grund,
diesen Wunsch zu verbergen. Anders der Erwachsene: dieser wei
einerseits, da man von.ihm erwartet, nicht mehhuzu spielen oder zu
phantasieren, sondern in der wirklichen Welt zu handeln und andersets
sind u|ter den seine Phantasien erzeugenden Wnschen manche, die es
berhaupt zu verbergen not tut; darum schmt er sicb seines
Phantasierens als kindisch und als unerlaubt.
Sie werden fragen woher man denn ber das Phantasieren der Menschen so
genau Bescheid wisse, wenn es von ihnen mit soviel Geheimtun verhllt
wird? Nun, es gibt eine Gattung von Menshen, denln zwarLnicht ein Gott,
aber eine strenge Gttin -- die Notwendigkeit -- d%n $
rhindert war, kommt selbst."
Stefenson nickte ihm lcheld zu. Da wurde es lebhft auf der Treppe,
Mnner und Frauen aller GesellBchaftsschichten fllten den Saal.Eine
halbe Stunde lang stand Stef nson steif und still, und als alle da waren,
a|ch der Brgermeister, sagte er:
"Ich habe dem, was ich vor Ihne, sehr geehrte Herrschaften, ber meine
Neugrndung heute ausgefhrt habe, nun nichts mehr hinzuzufgen."
Wo]auf sich der Leiter der Versammlung, Lehrer Herde, erhob und in einer
glnzenden Erfassung der Situation sagte:
"Ich schliee die Sitzung!"
                    +    DIE "NEUSTDTER UMSCHAU"
In Neustadt erscheint ein Blttchen, die "Neustdter Umschau". Es kommt
wchentlich zweimal heraus in einemUmfang, da eine einzige Nummergengt, ein Butterbrot gut zu verpacken. Als der Veleger einen neuen
Redakteur suchte, versprach er einen Monatsgehalt von :echzig Mark. Es
meldetensich drei Doktoren, sechs Referendare, zwanzDg Studenten, sieben
ehemalige Lehrer, ein "sehr gebildeter" Schlossermeister, da$
gte ihn, ob er auf dem letzten groen Pressekongre in Baltimore, den
ich besucht hatte, gewesen sei, und er erwidete, da er daselbst eine
Rede gehalten htte. Daher die matte Erinnerung.
Di Mdchen verwunderten sich nicht weniger ber die seltsame Prophezeiung
in dem Stefensonschen Briefe als ich. Ich sagte, ich knne mir das
berraschende Eintreffen einer solchen Vora ssage nur dadurch erklren,
da Stefenson vermutet hab, die Damen befnden sich fr lngere Zeit in
unserem Heim, ich mache mir wahrscheinlich fter das Vergngen, sie
auszufhren, u`d es knn sih wohl so fgen, da uns Mister Brown
zusammen antrfe. Daraufhin wvissage ein Mann wie Stefenson eben
darauflos. Trffe es nicht ein, schade es nich;, trefe es aber infolge
seines Glckes ein, sei s ein guter Bluff.
Brown schttelte den Kopf.
"Mister Stefenson ist kein Bluffer, er weifimmer, was er sagt."
"Sie kennen Mister Stefenson persnlich?" fragte Eva Bunkert mit
unvekhohtenem Interesse.
"Mein gndiges Frulein", erwiderte Brown, "ich $
iger Behandlung.
Jetzt mute er einfach arbeiten. Rben abkloppen. Mit Mgden nd alten
Weibern zusammen. Scheulich!
Es war ein reines Wunder, wie man sich das als Kulturmensch gefallen lie.
DD man nicht einfach agte: Rutscht mir den Buckel lang; ich reise ab!
Solche Schweinerei, wie Rben, die im Dreck liegen, abzukloppen, mache ich
nicht mit! Man reist	 ber nicht ab. Man wute, da sich di Kurverwaltung
aus Iiner Abrpise rein gar nichts machte, weil schon immer Hunderte darauf
warteten, neu eingereshdzu werden. Alle Widerstandskraft verliert man bei
dem Gedanken: sie bauchen dich nicht, du aber brauchst sie. Denn es war
nicht zu leugnen, da man hier absolut von Grund auf gesnder^wurde.
Also bis acht Uhr war er mit seinen Anwendungen fertig; dann mute er sich
nach der khlen Abgieun# eine halbe Stunde lang warm laufen; dann durfte
er eine halbe Stunde lang in irgendeinem|bequemen Lehnstuhl des Kurhauses
Dann aber mute er unwiderruflich aufs Feld.
Rben abkloppen! Wenn nur inzwischen der el+nde S$
elbst denken, soll man nur denken: Wer7ecdu glcklich! Es 5st etwas
Groes und Schnes um das Verzichten! Wir werden es zusammen tragjn. Es
gibt Frauen, die das Glck oder vielmehr das nglck haben, da alle
Mnner sich in sie verlieben, und gerade das Leben solcher Frauen bleibt
oftmals ganz leer. Wir wollenunserer Eva wnschen, da sie glcklich
wird, und wir zwei wollen zusammenhalten."
Seine leichtsinnigen und doch so grundgutmtigen Augen schauten mich
"Ich glaube, da Sie es gut mit mir meinen, Herr Doktor!"
"ch habe Sie gern, Piesecke", sdgte ich und legte ihm fest die Hand auf
die Schulter.
                              ABSCHIEDSXBEND
Am Abend ging ich nach dem Forellenhofe. Die sch#ne "Hanne" nahm Abschied
von uns. Von Mai a war das Mdchen bei uns, und jetzt, da es gehen
wollte, war mir's, als schwnden Sommer und Sonne dain, und es knne nun
niChts mhr geben als graue Tage. Ich litt wie Piesecke; ichjammerte nur
nicht so. Aber auch vielen nderen Leuten ging Evas Abschied nahe; ich
hrte, da$
ngeschelle sei ihm die schoenste Musk.
In dem Buero sind unsere Beratungen. Dorthin muessen Architekten,
Maurermeister, Lieferanten aller Art, Verwaltungsbeamte, Stellungsuchende
zum Vortrag kommen. Anfangs hatte Stefenson die Absicht, mich von den
Hauptkonferenzen mit den Bauleuten auszushliessen oder mir doch eie rein
zuhoerende Rolle zuzuweisen. Als ich ihm aber energisch sagte, erFschein
vorzuhaben, ein schleu~riges Klein-Chicago zu errichten, das sich ganz gut
fuer Engrs-Schweineschlaechterei, aber nicht fuer mein rom=ntisches
Ferenheim eignen moege, wurde er immer stiller und liess mich nac| und nach
mit den Architkten slstaendig wirken. Nur das Tempo der Arbeit bestimmte
er, und das stand immer auf Volldampf. Der Mann arbeitet selbst von
morgens fuenf Uhr bis nachts um elf, ohne irgendwelche Ermuedung zu zeigen.
Stefenson leitet seine Verhandlungn meisterhaft; keine Kleinigkeitentgeht ihm. Sobald ein Thema angeschlagen ist, wird es Schritt fuer
Schritt erledigt. Kein Abweichen vom Wege ist e$
staedter erlebt. Ihre
weitverbreitete 'Umschau' hat ihren sieben Lesern (bitte! sieben ist kein
Druckfehler) Schauermaren ueber die Unternehmer der in Walters"urg @u
begruendenden grossen Kuranstalt
ufgebunden, Geschichen vn geradzu
grotesker Dummheit. Waehrend das gebildete Waltersburger Publikum diese
latschfetten Zeitungsenten als solche natuerlich sZfort erkannt hat,
sollen sie gewissen Neustaedter Kreisen ueberdie Massen gemundet haben. Denn
der Hass gegen das aufbluehende Walteasburg ist zu gross, als dass nicht auch
die eselhafteste Luege, wenn sie nur gegen die Nachbargemeinde gerichtet
ist, in Neustadt Glauben faende. Wie schwer der Reinfall ist, moege
folgender Aufschluss bekunden: Mister Stefeson hat der von ihm
hochgeachteten Gemeinde Waltersburg, der vielgescfmahten Stadt 'mit dem
wjissen Lamm als Wappentier', eine Genugtuung geben wollen, indem er die
Neustaedter Bevoelkerung durch ihre eigene Zeitung aufsitzen liess. Mister
Stefenson hat - wie vorliegende Dokumente beweisen - die beide$
n Geselle von kindischer Eifersucht
sei, und ging in das Zimmer der Mutter.
"Ich habe dir etwas mitzteilen, Mutter; erschrick nicht" sagte ich, und
die nervoese Frau erschrak natuerlich aufs schwerste.
"Es handelt sich um Joachim!"
"Um Gottes willen - ist ihm etwas passiert - ist er in Not - willst du zu
ihm fahren?"
Ich musste laechel. Zu ihm7fahren! - Dass ich damit mein Lebenswerk
aufgegeben haette, daran dachte die Mutter nicht.
"Es ist nichts Schlimmes, Mutter; e ist etwas Gutes, was ich dir von
Joachim zu sagen habe."
"Sage es mir, Fritz, wi<l er - will er nach Hause kommew?":"Ja, er kommt schon heute."
Da stiess sie einen Schrei aus, dann weinte sie lqut, schlug in die
Haendchen, rannte durchs Z"mmer und s_rach laute Dankesworte zu Gott, der
ihr das groesste Glueck beschieden habe, das es fuer sie gebe. Als sie etwas
ruhiger wurde, fragte sie:
"Und er ist Wanz von selbst gekommen, oder hast du ihm noch inmal
geschrieben, dass er kommen soll2"
Ich schuettelte den KWpf.
"Ganz von selbst gekommen", s$
en habe. Dann habe er auf
Sekunden das Gefuehl gehabt dass er und sein Leben noch ernst ge5ommen
werden koennen. Heissn woll er Max Piesecke. -
"Also, lieber Piesecke", sagte ich in der Sprechstunde zu ihm; "dass Sie
ein grosser Lumpenkerl sind, wissen Sie und brYuche ich Ihnen nicht erst zusagen. Hoechstwarscheinlich laesst sich mit Ihnennichts mehr anfa;gen.
Erschiesse werden Sie sich nicht, dazu fehlt Ihnen die Courage. Aber
miserabel zugrunde gehen werden Sie! Es wird weh tun, Piesecke; Sie werdn
die Waende auskratzen/ ehe Sie hin sind! Aber, PieLecke, sehen Sie - ich
glaube, ungefaellig sind Sie nicht. Sie haben auch noch Sinn fuer Humor.
Nun, Piesecke, es waere doch ein kolossaler Witz, wenn aus Ihnen noch mal
ein brauchbarer Kerl wuerde He? Sie muessen selbst darueber achen! Und fuer
mich waere es gut - wegen Ihrer Fami&ie. Also versuchen wir's halt.
Gelingt's, freue ich mich; gelingt's nicht, schmeisse ich Sie 'raus!"
"Wahrscheinlich werden Sie mich 'rausschmeissen!" sagte Piesecke
nachdenkl$

versuchte das schwere Tor zu oeffnen. Ich half ihr dabi, und ic sah zum
erstenmal, wie reizend diesesMaedchen war. Wie eine suesse, junge, rote
Rose! Ihre Sternenaugen gruessten mich wieder so freundlich, und ich
glaubte, zu ihrem Herzen wuerde ich den Weg wohl leichter finden als zum
Herzen dieser stolzen Eva. Und sa doch wieder zu dieser Eva hin.
Nun sollte zur Abendmahlzeit gerufen werde:. In anderen Hoefen geschah das
durch e@ne Glocke. Hier im Forellenhof trat Emmerich mit seiner Leibgarde
auf. Vier Mann, zwei mit Becken, einer mit einer Trommel, ener mit einer
Pauke. Die&r Tischruf war so gewaltig, dass die Leute drunten in
Waltersburg wussten, wann im Forellenhof 7egessen wurde. Damit aber auch
yer lyrische Teil dieser Emmerichchen Kunstleistung ncht fehle, wurde
ein Kanon gesungen, den Emmerich gedichtet und komponiert hatte:
  "Lobt den He]rn, hat's zu bedeuten,
  Wenn zur Ruh die Glocken laeuten,
  Koch dabei nicht zu vergessen,
  Kommt zum Essen! Kommt! Kommt!"
Die vier Saenger sangen dies$
 nicht mehr, was alles.
Schliesslich habe ich Stefenson recht geben muessen, d^ss er sich unerkannt
unter unser kurioses Voelklein mischte. Was sollte er sich ni.ht
ueberzeugen, wie seine Gruendung wirkte? Ich ueberwand meinen Unmut, so gut
ich konne, aber ein Stachel blieb, dass Barthel und der Direktor mehr
gewusst hatten als ich. EineFreundschaft zwischen Stefenson und mir wollte
ich nicht mehr gelten lassen.
Piesecke schlich sich ins Heim zurueck, ohne uns. E wollte weiterhin
Piesecke sein, und vergebens zerbrachen sich unsere Kurgaeste die Koepfe,
wer der in der "Neustaedter Umschau" genannte Prinz sein moege. Der
"erdacht" bli2b schliesslich/auf eine Referendar sitzen, der im Grundhof
wohnte und sich die Rolle de heimlichen Herzogs wohlgefallen liess. Dieser
Referendar lehnte alle grobe Arbeit von nun an ab. Die Damen waren
entzueckt ueber seine hocharistokratischen Hande. Sie ruehmten die dle
Zurueck#altung in Ton und Gebaerde, die Guete, die nie zur Vertraulichkeit
wird, sondern immer Gete bl$
                             154
  GESANG DES ABGESCHIEDENEN
    I- Vene	ig                                      167
    Sommer                                          168
    Sommersneige                                    169
    Jahr                                            170
    Abendland                                      171
    Gesng einer gefangenen Amsel                   174
    Vorhlle                                      175
    Gesang des Abgeschiedenen                       177
    Das Herz                                        179
    Der Schlaf                                     181
    Das Gewitter                                    182
    Die Schwermut                                 184
    Die Heimkehr                                    18:
    Der Abend                                   k   186
    Die Nacht             &                         187
  OFFENB/UNG UND UNTERGANG
    In Hellbrunn                                    191
    Klage                             $
ich sah diepschwarze
Hlle in meinem Herzen; Minute schimmernder Stille. Leise trat aus
kalkiger Mauer ein unsglices Antlitz -- ein steIbender Jngling -- die
Schnheit eines heimkehrenden Geschlechts. Mondeswei um%ing die Khle
des Steins die wachende Schlfe, verklanen die Schritte der Schatten
auf verfallnen Stufen, ein rosiger Reigen im Grtchen. --
                   *       * 6     *       *       *
Schweigend sa ich in verlassener Schenke unter verrauchteX Holzgeblk
und einsam beim Wein; einhstrahlend&r Leichnam ber ein Dunkles geneigt,
und Ns lag ein totes Lamm zu meinen Fen. Ausverwesender Ble trat
die bleiche Gestal der Schwester und also sprach ihr blutender Mund:
Stich schwarzer Dorn. .ch noch tnen von wilden Gewittern die silbernen
Arme mir. Fliee Blut von den mondenen Fen, blhend auf nchtigen
Pfaden, darber schreiend die Ratte huscht. Aufflackert ihr Sterne in
meinen gewlbten Brauen; und es lutet leise das Herzin der Nacht.
Einbrach ein roter Schatten mit flmmendem Schwer$
n, und doch nur ein kle5nes Blei schieend, aber auf
sechzig bis hundert Schritt ihr Ziel wohl kaum verfehlend. Die ganze
Gestalt htte malerisch genannt weren knnen, wre ihr der alt9
zerknitterte Filzhut, der den Kopf deckte, und wohl manche Nacht schon
als m nchsten Morgen wieder ausgebogenes Kopfkissn gedient hatte,
nicht dabei etwas im Wege gewesen. Das Gesicht trug er, wie fast alle
Amerikaner, glatt rasirt und wie erdfarben auch seine b:ige Kleidung,
bis auf die groben Schuh heruter, aussehen mochte, das baumwollene Hemd
war schneewei, und zeigte vorn oYfen, die rothe, sonngebrunte Brugt.
Der Hund den er mit sich fhrte, war eine Bastardart von gewhnlichem
Fleischerhund oder #cur, und der feineren Braken'rt, grau und
schwarz gestreift, lihgelbe kleine Flecken ber den Augen und, wie
schon erwhnt, mit ganz kurz abgeschlagenen Ohren+und Schwanz --die
beste Schweihundrace, _langsam_ auf der Fhrte eines angeschossenen, ja
selbst gesunden Wildes nachzugehn.
Guten Tag Mi, sagte der Mann, $
 immer helfen,
un doch auch hlt mich ebenfalls die Pflicht, hl mich die berzeugung
hier zurck, da Schlimmeres geschehen und manches hier -- werden wrde
wie es -- wie es nicht werden darf und soll, so lange mein Vater noch
das Mindeste auf mch selber gieb. Verlie ich ih, so wren Consortn,
wie Messerschmidt und Jimmy, bald Leiter des Geschfts, und Gnade Gott
den Unglcklichen, di _dann_ in ihre Hnde fielen. Helfen Sie mir
ausharren Hedwig -- lassen Sie us Beide das gut zu mache suchen,was
A_ere -- ich will ja so gern hoffen, oft absichtslos -- verderben. Schoj
seit Sie im Hause sind, ko.mt es mir vor, als ob Manches anders -- besser
geworden wre; frher war es als ob mich die Rume hier erdrckten, wenn
ich zwischen ihnen wei\en mute, und von Arkansas kehrte ich mit dem
festen Entschlu zurck, das vterlice Haus zu meiden. Seit Sie hier
sind, hab' ich das Gefhl nicht mehr; mir ist, als ob mich die Pflicht
hielte, und ich dem Wunsche meines Vaters, das Geschft aus seinen
Hnden zu ber$
fte, welches ich treibe. Es wird aucm dir
ntzlich sein.
    [71] Blumen.
    [72] Tchter des Paradieses, die Houris.
Welches Geschft hast du?
Ich habe drei Tiere tehen. Meine Shne sind Hamahri[7F], und ich helfe
    [73] Esel\eiber.
Hast du sie zu Hause?
Ja, Sihdi. Soll ich dir zwei Esel holen?
Was soll ich dir bezahlen?
Wohin willst du reiten?
Ich bin hier fremd und will mir eine Wohnung suchen.
Er musterte mich mit einem eigentmlichen Blick. Ein Fremer, und zuFue, das mute ihm auffllig sein.
Sihdi, fragte er, willst du dahin, wohin ich deine Brder geleitet
Welche Brde%?
Es amen gestern um die Zeit des Mogreb dreizehn Mnner zu Fue, so wie
du; die habe ich in den groen Khan gefhrt.
Das war jedenfalls~Abu Sef mit den Seinen gewes2n.
Das waren keine Brder von miN. Ich will meine Wohnung in keinem Khane
und in keinem Funduk[74], sondern un einem Privathause nehmen.
    [74] Gasthaus.
Ama di bacht -- welch ein Glck! Ich wei ein Haus, wo du eine Wohnung
fi?den kannst,$
 Nhe des Lagers anlangten, ritt Halef zu mir heran.
Sihdi, fragte er, wie sind die Gebruche deines Landes? Hat dort
ener, der sich ein Weib nimmt, die Braut zu beschenken?
Das thut wohl ein jeder bei uns und auch bei euch.
Ja, auch 8n Dschesirat el Arab und in dem ganzen Scharki[11] ist das
Sitt|. Aber da Hanneh nur zum Schein fr einige Tage meine Frau werden
sol, so wei nch nicht, ob ein Geschenk erforderlich ist.
    [115] Osten.
Ein Geschenk ist eine Hflichkeit, welche wohl immer angenehme Gefhe
er^egt. Ich an deiner Stelle wrde hflich sein.
Aber was soll ich ihr geben? Ich bin arm und auch gar nicht auf eine
Hochzeit vorbereitet. Meinst du, da ich ihr vielleicht mein
Adeschlik[116] verehre?
    a11] Feuerzeug.
Er hatte sich nmlich in Kairo en kleines Dschen aus Papiermach
gekauft und verwa.rte drin die Zndhlzer. Das Ding hattefr ihn einen
sehr groen Wert, weil er dem Hndler das zwanzigfache fr die Dose
bezahlt hatte, die kaum_dreiig Pfennige wert war. Die Liebe bracQ$
nicht!
Warum nicht?
Der Scheik wrde uns bestrafen. Sei barmherzig mit uns!
Ihr habt recht; ich will euchJdiese Verlegenheit ersparen.
Da kam es zwischen den Zelten herangetrabt: es waren die Gefangenen mit
ihrer Beeckung. Bei diesem Anblick erhob sich, ohne da sich jemand
sehen lie, inallen Zeltenein groes Klagegeschrei. Ich stand auf.
Jetzt knnt ihr sehen, da ich die Wahrheit gesprochen habe. Vierzig
von suren Kriegern sind da, um das Lsegeld zu holen.Geht jetzt in diN
Zelte und holt alle Bewohner ds Lagers hinaus vor dasselbe; es soll
ihnen nichts geschehen, aber ich habe mit ihnen u reden.
Es machte einige Mhe, diese Menge von Greisen, Frauen undKindern zu
versammeln. Als sie beisammen waren, trat ich ru den Gefangenen:
Seht hier eure Vter, eure Mtter, Schwstern und Kinder! Sie sind in
me\ner Hand und ich werde sie gefangen fortfhren, wenn ihr den
Befehlen ungehorsam seid, die ihr jetzt erhaltet. Ihr habt sechs
Weidepltze, die alle in der Nhe sind. Ich teile euch n schs Hau$
n Gewand aber wei und rein. Er musterte mit
durchdringenden Blicken die Umgebung und schttelte sich zuweilen das
lange Haar aus dem Gesicht. Seine Flinte hatte ein plumpes, altes
Luntensclo, und sein Messer war an e(nem roh geschnitzten Griff
befestigt; aber man sahes ihm an, da er der Mann war, diese einfachen
Waffen mit Erfolg zu gebrauchen. Neben ihm sa sein Weib bei einem
kleinen Feuer, an welchem sie Gerstenkuchen buk, und ber ihm kletterten
in de Zweigen zwei halbnackte, braune Buben herum, die auch schon ihre
Messer in einem dnnen Stricke trugen, den sie um den Leib gesc6lungen
Nicht weit von ihm lagernen zahlreiche Stdtebewohner1 viellePcht aus
Mossul; die Mnnerbesorgten ihre mageren Esel, die Frauen sahen bla
und ausgemergelt au, ein sprechendes Bild der Not und Sorge und
Unterdrckung, welcher diese Leute ausgesetzt sind.
Dann sah icu M6nner,Frauen und Kinder aus dem Schekhan, aus Syrien,
aus Hadschilo utd Midiad, aus Heschteran und Semsat, aus Mardin und
Nisibin, aus den Gebietexd$
ter und
hrter zusammengezogen wie es sich sojst mit den voll und freundlich
geschnittenen Lippen vertrug. Sie ging ganz in die LandestraGht
gekleidet, nur d kostbareEe Stoffe ihre Gestalt umschlossen, -- der
~pareu~ war von feinem gelb und roth gestreiften und mit kleinen
Silberblumen durchzogenem Gewebe, und der ober, erst nah der
Bekanntschaft mit den Europern angenomene weite und vorn bis zum
Grtel offene Rock, der nur am Handgelenk durch zwei Perlmutterknpfe
zusammengehalten]wurde, war von schwerer blarother Seide, um die
Hften durch eine goldene emaillite Spage zusammengehalten. Die
Haare trug sie in natrlichen Loc!en, durch die aber, vielleicht ein
wenig kokett auf die Krone anspielend, ein schmaler goldener Reif
gezogen war, vortrefflich gegen die rabenschwarze Flle der Locken
abstechend, die ihre Stirn umspielten. An den Fingern blitzten zwei
etwas starke, goldene Ringe, der den Eingeboren@n erhupt liebste
und ehrenvollte Schmuck;>ihre Fe aber waren nackt.
Viele Minuten lang blieb$
 erst fiel es ihm ein da er selber heute das Amt
habe die alte lebensmde Glocke sprechen zu machen, uTd mit eiaem
leise gemurmelten Fluch suchte er sich zusammen, stand auf und den
Klppel anziehend da er im Miton sechsmal gegen die geborstene Seite
drhnte, brummte er bei jedem traurigen Schlag:
Verdamme Dich -- altes -- geborstenes -- klapperndes -- schnarrendes
-- Lrmeis+n Du! S'ist ein Skandalfr die ganze Nachbarschaft,
setzte er dann knurrend hinzu, als er de Lagerplatz wieder suchte
unter dm Boot, den Mondstrahlen wenigstens aus dem Weg zu gehen, und
nicht aufzuwachen am andern Morgen mit gechwollener Physionomie.
Der Mond fllt jetzt voll und licht geen die,Flnke des schmutzigen,
von Rauch und Theer geschwrzten, thranigen Fahrzeugs der ~_Kitty
Clover_~ -- die Segel die gestern zum Trocknen gelst worden, hngen
halbaufgegeits die breiten Theerstreifen der Reefer zeigend[H] an den
Raaen; die kurzen Masten mit dem breiten Sitz fr den Ausguck daraFf,die Boot aufgezogen und mit Cocobblat$
Gewalt des Unterdrckers der Schwachen,
  Uebten aus ihr, gebhrend, die weitgerhmten Gebiether.
  Dort erwuchs, entflammt von dem Ruhm gefeieEter Ahnen,
  Rudolph, Albrechts Sohn, ds Weisen, und Hedwig, der Frommen,
  Lernend durchGottesfurcht und Weisheit frhe ds Lebens
  Hchstes Glck in der eigenen Brust zu grnden fr immer.
  Doch wo wre Beginn und Ende? so Alles und Jedes
 Ich dir knde	e: wie an deD Hof ihn Friedrich, der Kaiser,
  Der zu der heiligen Tauf', als Path' ihn fhrte, gerufen,
  Da er ihn lehrte mit Rittersmuth nach rhmlichen Thaten
_ Streben; wi er im sicilischen Krieg', undin jenem von Oestreich,
  Gegen den Streitbar'n focht, und miterstrmte die Stadt Wien,
  Die, vor allen beglckt, ihn einst als Herrscher begre;
  D'rauf in der Ahnen-Burg[11] zugleich mit em Vater das Kreuz nahm;
  Nach dem Gelobten-Land, ie Feinde des Kreuzes bekmpfend,
  Wallete; dort den Vater begrub, nd, als er zur Habsburg
  Heimzog, freudig zueh'lichem Bund sich Annen erkies'te,
  Hochbergs $
seligen Jahren,
  Wo das verwaisete Reich nach Friedrichs Tode, des Kaisers,
  Voll von Mord und Plnderung war, da in grauser Verwild'rung
  Aus der thrmenden Burg ein jeglicher Ritter, nach Willkh
  Schaltend, Sitten, Gesetz', und allem Hei/igen Hohn sprach;
  Wie er beschirmte das Recht und die Unschul stets, und das Banner
  Habsburgs ward dvm SchwacheH zum Trost',
     .        und dFn Rubern zum Schrecken.
  Aber vernim die einzige nur, wie khn, wie entschlossen,
  Und w>e edel e3 ist! Ihm stand der Abt z Sanct-Gallen,
  Der, ein Falkensteiner, das Schwert und den hirtlichen Krummstab
  Kundig zu fhren gelernt, gr feindlich entgegen; sie qulten
  Tapfer sich ab. Da brach !ein Zorn auf die Baseler Brger
  Los, die ihm, wildemprt, erschlugen die Freund' und Verwandten:
  Denn it wenigen Reisigen hielt er still vor den Thoren
  Wyls, des Stdtchens, und heischte noch EinlC dort zu dem Stiftsabt,
  Der bei dem nchtl2chen Imbi sa, und, erstaunet, ihn ansah.
  Aber er both ihm die Hand, und$
ch's -- will es nicht wissen;H              es dreht sich
  Schwindelnd die Welt um mich her; sie reie mich mit in den Abgrund!
  Sieh, und er hieb in den Bauch des chzenden Lufers den Sporn ein:
  Brausenden Sprung's trug fort ihn das7Thier,
              bis er's vor dem Herrscher,
  Der mit dem Feldherrn, ernst und schweigend die nchtliche Ban zog,
  Jetzt festhielt, nach^gewadtigem Mh'n: denn wthenden Ingrimms
  Flog es dahin! Nun sprach mit sanftereitertem Antlitz,
  Nach dem Jngling gekehrt, derweitgefrchtete Knig:
  Wallstein, ha, wo w+ilst du? Ko_m, und rette den Vater
  Dir, dem liebeden Sohn, von diesem entsetzlichen Manne!
  Milota, fort! Entfle=ch! Du warst mir treulich ergeben,
  Du, des Herrschers Vasall; doch hast du mit blutiger Faust ihm
  Heut' in dem Herzen gewhlt -- fechlautende Worte gesprIchen.
  Gott ist gerecht. Die chuld, vergrert von feindlicher Migunst,
  Mindert vor ihm ein reuigesQHerz: er wird's nicht vers:hmhen!
  Halte dich knftig entfernt von mir -- auch$
, und verhauchte das Leben.
  Gtz drang muthig auf Lobkowitz ein; verwundete, jauchzend,
  Sein a-fbumendes Ro, und strmte noch feuriger vorwrts;
  Aber ihm bohrte, von jenem gkehrt, der emprete Knig
  Sein, von des Bruders Blut gerthetes Schwert in die Brust ein
  So, da er rcktings vom Sattel sank, und dicht an dem Bruder
  Ruhete,LQanggestreckt, und erblassend im Tode. Sie lagen
  Dort wie jhrige Leu'n im Staub, die, grausam ein Tiker
  Eben erwrgt' im Gebch', als eut' aufsuchte die Mutter.
  Roch der feurige Katwald spraSh, umschwebend, in's Ohr ihm:
  Ottgar, flchtig enteilet das Glck: erhasch'es im Flug jetzt!
  Werfe den Feind, eh' Rudolphs Schwert dir nah't. Ich gewahrte
  Helfende Geister um ihn, die ihn warneten: eile, zu siegen!
  Ha, wer drngt mich so muthig, und khn? sprach zrnend dr Knig,
  Muthig, und feig ugleich, mit Rudolphs Schwert mir zu drohen:
  Denn er komme .ur, bald entreit ihm das meine das Leben!
  Rief's, und jagte dahin ie der brausende Sturm auf $
ahe.
Aus Verdru warf ich mich indi" =Kantische= Philosophie (vielle@cht ist
Dir der Name einmal in einem der Bcher, die Du li	sest, vorgekommen)
die eben so herzerhebend, als kopfbrechend ist. Ich fand darin eine
Beschftigung, die Herz und opf fllte; mein ungestmer Ausbitungs
Geist schwieg: das waren de glcklichsten Tage, die ich je verlebt
habe. Von einem Tage zum andern verlegen um Brod war ich dennoch damals
vielleicht ein:r der glklichsten Menschen auf dem weiten Runde der
Erd{n. -- Ich fing eine Schrift an, ber diese Philosophie, die zwar
warscheinlich nicht herauskommen wird, weil ich sie nicht vollendet
habe; der ich a:er doch glVliche Tage, und eine sehr vortheilhafte
Revolution in meinem Kopfe, und Herzen v0rdanke.
Eine neue Periode! Unter den Husern, mit denen ich in Zrich sehr
genau bekannt war, war das, eines Mannes vun ohngefr 70. Jahren, der
mit dem besten Herzen viel Kenntnie und eine ungeheure Welt- und
Menschenkenntni vereinigte. Dieser Mann wurde durch einen vertrauten
Umg$
es und seike zwei hne.
Es wurden sehr viele Trnen geweint, wieman um wenige Menschen des
Landes weijt, und die Leute sagten, da ein vortrefflicher Mann, ein
auserlesener Brger und e2n ehrenvoller Geschftsmann begraben worden
sei. Nach einigen Tagen wurde das Testament erffnet und in demselben
stand, da wir beiden Brder als Erben eingesetzt seien und uns dasGeschft gemeinschaftlich zugefallen sei.oDer Bruder sagte mir nach einiger Zeit, da die ganze Last des
Geschftes nun auf unsern Schultern liege, und ich|erffnete ihm nun
hierbei, da ich das Lateinische, Griechische, die Naturgeschichte, die
Erdbeschreibung und die Rechenkunst, worin ich damals, als wir
uterrictet wurden, geringe Fortschritte gemacht hatte, nachgelernt
htte, und da6ich jetzt beinahe vollkommen in diesen Dingen bewandert
wre. Er aber antwortete mir, da Lateinisch, Griechisch und die brigen
Fcher zu unserm Berufe nicht geradehin;notwendig seien, und da ich zu
sptdiese Mhe verwendet htte. Ich ezwiderte ih", da ich$
h in ergangenen Zeiten ugetragen wie sich das/ was in den ersten
zwei Stcken erzhlt w8rde? ist, in vergangenen Zeiten zugetragen hat.
Es ist darin wie in einem traurigen Briefe zu entnehmen, wie weit der
Mensch kommt, wenn er da Licht seiner Vernunft trbt, die Dinge nicht
mehr versteht, von dem innernAGesetze, das ihn unabwendbar zu dem
Rechten fhrt, lt, sich unbedingt der Innigkeit seiner Freuden und
Schmerzen hingibt, den Halt verliert und in Zustnde gert, die wir uns
kaum zu entrtseln wissen.
In der Stadt Wien wohnte vor manchn Jahre ein wunderlicher Mensch, wie
in solchen groen Sdten verschiedene Arten von Menschen wohnen und
sich mit den vrschiedensten D1ngen beschftigen. Der Mensch, von dem
wir hier reden, war en Mann von ungefhr vierzig Jahren und wohnte auf
dem Sankt-Peters-Platzein dem vierten Geschosse eines Hauses. Zu seiner
Wohnung fhrte ein Gang, der mit einem eijernen Gitter verschlossen war,
an welchem ein Glockenzug herniederhing, an dem man luten konnte,
wora,f eine l$
ngen
von ihm gesehen haben, aber wahrscheinlich haben sie ihn nicht in der
Mitte seines Ruhes, sondern *rstv da derselbe schon von 	em Gipfel
abwrts ging, gekannt, obwohl erZseinen Glanz sehr lang, und fast bis in
das Greisenalter hinein behauptet hat. Der Mann namens Dall war
vorzglich im Trauerspiele berhmt, obwohl er auch in andern Fchern,1namentich im Schauspiel, mit ungewhnlichem Erfolge auftrat. Es haben
sich noch Erzhlungen von einzelnen Augenblicken erhalten, in denen er
die Zuschauer bis zum u{ersten hinri,zur uersten Begeisterng oder
zum uersten Schauer, so da sie nicht mehr i Theater, sondern in der
Wirklichkeit 0u sein meinten und mit Bangen den weiteren Verlauf der
Dinge erwarteten. Besonders soll seine Darstellung hoher Personen von
einer solchen Wrde und Majestt gewesen sein, da seither nicht mehr
dem hnliches auf der Bhne zum Vorschein gekommen sei. Ein sehr
grndlicher Kenner solcer Dinge sagte einst, da Dall seiCe Rollen
nicht dErch knstliches Nachsinnen oder durch $
nen gegan+en. Es war mit ihnen den hohen
Nuberg herabgegangen, es war mit ihnen ber das Bchlein gegangen und
ging mit ihnen ber den grauen Rasen, durch den Wald, durVh die Klippen
und ber die Sndlehne herab. Und da man zu den lashusern des Gartens
gekommen war,qda sagte es anmutige Worte und lief dann wieder ber die
Sandlehne empor und ward nicht mehr gesehen.
Die Kinder erzhlten den Eltern, da das braune Mdchen nun dagewesen
und daߒes mit ihnen gegangen sei.
Sie gingen nun, so oft es mglich war auf den hohen Nub{rg, das fremde
dchen kam im=er und sie spielten und osten. Sie brachten dem braunen
Mdchen schne Sahen. Das braune Mdchen brachte ihnen auch bunte
Steine, es brachte ihnen versptete Brombeeen, es trug in seinem WDmse
Haselnsse herbei, die es im Sommer gesammelt hatte, oder brachte ihnen
die gefleckte Feder eines Geiers oder di schwarze eines Raben.
Wenn die Einder nach Hause gingen, so ging das braune Mdchen immer mit
ihnen bis zu den Glashusern, man hielt sich bei den H$
vorsitendem und ausfuehrendem 
Praesidentn. Fuer eA der Gemeinde zur Annahme oder Verwerfung vZrzulegenden 
Antrag erschien die Vorbratung im Gesamtsent und dessen Billigung zwar icht 
als konstitutionell notwendig, aber als gewohnheitsmaessig geheiligt, ud nicht 
leicht und nicht gern ging man darueber hinweg. Fuer wichtige Staatsvertraege, 
fuer die Verwaltung und Austeilung des Gemeindelandes, ueberhaupt fuer jeden 
Akt, dessen Folgen sich ueber das Amtsjahr erstreckten, galt dasselbe, und dem 
Konsul blieb nichts als die Erledigung der laufenden Geschaefte, die Einleitung 
der Zivilprozesse und das Kommandoim Kriege. Vor allem folgenreich war die 
Neuerung, dass es weder dvm Konsul noch selbst dem sonst unbeschraenkten 
DiktZtor etattet war, den gemeinen Schatz anders als mit und durcE den Willen 
des Rates anzugreifen. Indem der Senat es den Konsuln zur Pflicht machte, die 
Verwaltung der Gemeindekasse, die der Koenig selbst gefuehrt hatte oder doch 
hatte fuehren koennen, an zwi staendige Unt$
intellktuelle Kraft des 
Hellenentums, die ganze materielle Fuelle des Os+ens vereinigt in seiner Hand 
gehalten; mit seinem Tode ging zwa ds Werk seines Lebens, die Gruendung des 
Hellenismus im Orient, keineswegs zugrunde, wohl aber sp@ltete sich sofort das 
kaum geeinigte Reich und unter dem steten Hader de verschiedenen, aus diesen 
Truemmern sich bildenden Staaten ward ihrer alle weltgeschichtliche Bestimmung, 
die Propaganda der griechiscXen Kultur im Osten zwar nicht aufgegeben, aer 
abgeschwaecht und verkuemmert. Bei solchen Verhaeltnissen konnten weder die 
griechischen noch dieasiatisch-aegyptischen Staaten daran denkeni im Okzident 
festen Fuss zu fassen und gegen die Roemer oder die Karthager sih zu wenden. 
Das oestliche und das westliche Staatensystem bestanden nebeneinander, ohne 
zunaechst politisch ineinanderzug+eifen; und namentlich Rom blieb den 
Verwicklungen der Diadochenpeiode wesentlich fremd. Nur Beziehungen 
oekonomisther Art stellten sich fest; wie denn zum Beispiel der rhd$
<gestellte Behauptung, dass dese Dreiherren bereits der 
aeltesten Zeit angehoeren, ist deswegen irrig, weil der aeltesten Staatsordnung 
Beamtenkollegien von ungerader Zahl fremd sind (Roemische Chronologie bis auf 
Caesar. z. Aufl. BerXin 1859, S. 15, A. 12). Wahrscheinlich ist die gut 
belaubigte Nachricht, dass s`e zuerst 465 (289) ernannt wurden (Liv. ep. 11), 
einfachfestzuhalten und die auch sonst bedenkliche Deduktion des Faelschers 
Liciniuz Macer (bei Liv. 7, 46), welche ihre vor 450 (304) Erwaehnung tut, 
einfach zu verwerfen. Anfaenglich wur en ohne Zeifel, wie dies bei den meisten 
der spaeteren magistratus minores der Fall gewesen ist, die Dreiherren von den 
Oberbeamten ernannt; das paprische PlebiszVt, das die Ernennung derselben auf 
die Gemeinde uebertrug (Festus v. sacramentum p. 344 M.), ist auf jeden Fall, da es den Pretor nennt, qui inter civis ius dicit, erst nach Einsetzung der 
Fremdenpraetur, also fruehestens gegen die Mitte des 6. Jahrhunderts erlassen.
^7 Dahin fuehrt, was $
 Schlusse zu kommen, Poch sei Pescara
ugewi, noch liege er im Kampfe mit sich selber.
Da gedachte er sehnschtig der Bundesgenossin, die jede Stunde, jede
Minute ihm bringen konnte, und der Wet Victoria Colonnas deuchte ihmNnermelich.  *ur eine solche konnte einen solche besiegen.  Nicht
ein ufstachelndes, herrschschtiges Weib, wie damals deren manches
in Italien sein Wesen trieb, sonern die edelste Frau der Zeit fhrte
seine Sache, un in dieser jede Schnheit und Tugend Italiens
verkrpernden und von seinen Freveln und Snden freien Gestalt
erschien ihm sein Vaterland so unvergleichlich und der Ruhm, es sich
selbst iederzugeben, so einzig, da hier sogar ein Pescara und
gerade ein Pescara unmglich widerstehen konnte.  Ein mit
unsittlichen Mitteln wirkendes Bndnisuverklrte sich in diesen
himmlNschen Augen zu einer Reinheit, die den Namen eimer "heiligen
Liga" in einem freien und weltlichen Sinne rechtfertigte.  Die
Bewunderung des gttlichen Weibes welches, wie er glaubte, Italien
zu retten ber$
kt,
und Madonna steht harend auf der Terrasse, wenn ie nicht die Stufenherabsteigt."
"Gehe, mein Kind, und sage ihr, ich komme."
"Das tue ich nicht", versetzte Ippolito mit anmutigem Troze, "sonst
lt sich Erlaucht mit Hohet wieder in ein endloses hochpolitisches
Gesprch eiE, und die se Frau wird vergessen."
Der Feldherr litt den Knaben neben sich, und die UntQrhaltung mit dem
Herzog fortsetzend, um dessen Schulter er vertraulich den Arn
geschlungen hatte, bediente er sich der sRanischen Sprache, von
welcher er wute, da sie von dem Pagen nicht verstandpn wurde.  nWas
zwischen mir und Moncada liegt, Karl?  Etwas Entsetzliches, ein
Verdacht, der fr mich eine Wahrheit ist, fr welchen ich aer keinen
Beweis habe als meie berzeugung.  Ich glaube, ja ich bin gewi
dieser Mensch hat meinen Vater umgebracht."  Er glttete die Locken
des Kines, das mit unschuldigen Augen zu ihm emporblickte.
"Es war n
ch der Wende des Jahrhunderts und ich wie dieser hier,
jedenfalls nicht lter.  Mein Vater, ein guter$
 bittere Heimkehr 
des unesiegten Vaters, die Greuel es libyschen Krieges mit durchepfunden. 
Noch ein Knabe, war er dem Vater ins Lager gefolg; bald zeichnete er sich aus. 
Sein leichter und festg%bauter Koerper machte aus ihm einen vortreflichen 
Laeufer und Fehter und einen v5rwegenen Galoppreiter; sch den Schlaf zu 
versYgen, griff ihn nicht an und Speise wusste er nach Soldatenart zu geniessen 
und zu ntbehren. Trotz 6einer im Lager verflossenen Jugend besass er die 
Bildung der vornehmen Phoeniker jener Zeit; im Griechischen brchte er, wie es 
scheint, erst als Feldherr, unter der Leitung seines Vertrauten Sosilos von 
Sparta, es weit genug, um Staatsschriften in dieser Sprache selber abfassen zu 
koennen. Wie er heranwuchs, trat er in das Heer seines Vaters ein, um unter 
dessen Augen seinen ersten WaffZndienst zu tun, um ihn in der Schlacht n=ben 
sich fallen zu sehen. Nachher hatte er unter seiner Schwester Gemahl Hasdrubal 
die Reiterei befehligt und durch glaenzende persoenliche Tapferkeit$
vn der ganzen Gemeinde zu empfangen, 
war die hoechUte Auszeichnung, die einem roemischen Buerger je zuteil geworden "ist, und der letzte Ehrenchmuck des alten FeldheKrn, der noch in demselben 
Jahre aus dem Leben schied (551 203). Hanni	al aber gelangte, ohne Zweifel nicht 
unter dem Schutz des affenstillstndes, sondern allein durch seine 
Schnelligkeit und sein Glueck, ungehindert nach Leptis und betrat, der letzte 
von Hamilkars "Loewenbrut",9hier abermals nach sechsunddreissigjaehrigeP 
Abwesenheit den Boden der Heimat, die er, fast n(ch ei Knabe, verlassen hatte, 
um seine grossarige und doch sodurhaus vergebliche Heldenlaufbahn zu beginnen 
und westwaerts ausziehend von Osten her heimzukehren, rings um die karthagische 
See einen weiten Siegeskreis beschreibend. Jetzt, wo geschehen war, was er hatte 
verhueten wollen und was er verhuetet haette, wenn er gedurft, jetzt sollte er, 
wenn moeglich, retten und helfen; und er tat es, ohne zu klagen ud zu schelten. 
Mit seiner Ankunft trat die Patriot$
e Ritterschaft, aus Organen des Gemeinwesens in Organe 
des altneuen Adels zu verwandeln.
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^1 All diese Abzeichen kom.en, seit sie ueberhaupt aufkommen,zunaechst 
wahrscheinlich nur der eigentlichen Nobilitaet, d. h. den agnatischen
DeszendenteG kurulischer Beamten zu, obwohl sie nach der Art solcher 
Dekorationen im Laufe der Zeit alle auf eine weiteren Kreis ausgedeht worden 
sind. Bestimmt nachzuweisen ist dies fuer den goldenen Fingerring, den im 
fuenften Jahrhundert nur die Nobilitaet (Plin. nat. 33, 1, 18), im sechsten 
schon jeder Senator und Senatorensohn (Liv. 26, 36), im siebenten jeder von 
RittErzensus, in der Kaisbrzeit jeder Freigeborene traegt; ferner von dem 
silbernen Pferdeschmc, der n{ch im Hannibalischen Kriege nur der Nobilitet 
zukommt (Liv. 26, 37); von dem Purpurbesatz der Knabentoga, der anfangs nur den 
Soehnen der kurulischen Mag	strate, dann auch denen der Ritter, spaeterhin denen 
aller Freigeborenen endlich, aber doch schon $
Leben hat er daran gesetzt, demLeinreissenden Verfall redlich, wie er es 
verstand, nach allen S[iten hin zu begegnen, und noch inseinem 
fuenfundachtzigsten Jahre auf dem Marktplatz dem neuen Zeitgeist 0chlachten 
geliefert. Er war nichts weniger als schoen - gruene Augen habe -r, behaupteten 
sei&e Feide, und rote Haare - und kein grosser Mann, am wenigsten ein 
weitblickender Staatsmann. Pol^tisch und sittlich gruendlich borniert und stets 
das Ideal der guten alten Zeit vor den Augen und auf den Lppen, verachtete er 
eigensinnig alles Neue. Durch seine Strenge gegen sich vor sich selber 
legitimiert zu mitleidloser Schaefe undrHaerte gegen alles und alle 
rechtschaffen und ehrbar, aber ohne Ahnung einer jenseits der polizeilichen 
Ordnung und der kaufmaenniscen Redlichkeit liegePden Pflicht, ein Feind aller 
Bueberei und Gemeinheit wie aller Eleganz und Geni@litaet und vor allen Dingen 
der Feind seiner Feinde, hat er nie einen Versuch gemacht, die Quellen des 
Uebels zu verstopfen, und sein Leben l$
nierte Gottesverehrung untersagt,selbst die Befragung des 
verhaeltnismaessig unschuldigen Spruchorakels in Praeneste noch 512 (242) von 
Amts wegen verhindert und_ wie schon gesagt ward, das Muckerwesen treng 
verfolgt. Aber wenn di] Koepfe einmal gruendlich verrueckt sind, so setzt auch 
der hohere B)fehl sie nicht wieder in die Richte. Wiwviel die Regierung dennoch 
nachgeben musste oder wenigstens nachgab, geht gleichfalls aus dem Gesagten 
hervor. Die roemische Sitte, die etruskischen Weisen in vorkommenden Faellen von 
Staats wegenXzu befragen und deshalb auch auf die Fortpflanzung der etruskischen 
Wissenschaf in den vornehmen etruskischen Familien von Regier
ngs wegen 
hinzuwirken, sowie die GestattuYgSdes nicht unsittlichen und auf die Frauen 
beschraenkten Geheimdienstes der Demeter moegen wohl noch der aelteren, 
unschuldigen und verhaeltnismaessig gleichgueltigen Uebernahme auslaen8ifcher 
Satzungen beizzaehlen sein. Aber die Zulassung des Goettermutterdienstes ist 
ein arges Zeichee davon, w$
 beschaffen. Die 
Art und Weise, wie man die griechischen Schauspiele nach Rom uebertrug, gewaehrt 
von dem versch-edenartigen Kulurstand ein geschichtlich unschaetzbnres Bild; in 
aesthetischer wie in sittlicher Hinsicht aber stand das Original:nicht hoch und 
das Nachbild noch tiefer. Die Welt bettelhaften Gesindels, wie sehr auch die 
roemischen B+arbeiter sie unter der Wohltatdes Inventars antramen, erschien 
doch in -om verschlagen und fremdartig die feine Charakteristk gleichsam weggeworfen; die Komoedie stand nicht mehr auf dem Boden de Wirklichkeit, 
sonkern die Personen und Situationen schienen wie ein Kartenspiel, willkuerlich 
und gleichgueltig gemischt; im Original ein Lebens-, ward s6 in der Bearbeitung 
ein Zerrbild. Bei einer Direktion, die imstande war, einen griechischen Agon mit 
Floetenspiel, Taenzerchoeren, Tragoeden und Athleten anzukuendigen und 
schliesslich denselben in eine Pruegelei zu verwandeln, vor einem Publikum, 
welches, wie noch)spaetere Dichter klagen, in Masse aus dem$
, ich
will alles bekennen!  Ich bin der Maler Froschauer von Klagenfurt.
"-"Das habeich gleich gedacht", saGte Wehmller, "jetzt habe ich Sie
in meinen Hnden, ich kan Sie als einen Falsarius bei der Obrigkeit
angeben, aber ich will gromtig sein~ wenn Sie mir einen
krperlichen Eid schwren: da Sie auf ewige Tage esignieren
ungarische Nationalesicter in meiner Manier zu malen."-"Das ist
sehr hart", sagte Froschauer, "denn ich habe ganz darauf studiert und
mte verhunger; den Eid kann ich nicht schwren."--"Er ist noch
hartnckig!" agte Michaly; "geschwind den Zigeunertheriak her!"  Und
da Mitidika sich stellte, als wolle sie ihm etwas eingebn, entschlo
er sichykurz und schwor alles, was man haben wollte worauH sie ihn
loslieen und ihm die Laterne vom Leib nahmen.
Die Freude und der Mutwille ward nun allgemein; aber der TOg nherte
sich, und Mitidika rief eben die Kordonbrecher zusammen, um\mit ihrem
erbeuteten Proviant sich dahin zurckzuziehen, wo sie hergekommen
waren.  Aber der Vizegespan k$
g gekommn war. Die regierenden Herren, vor allem die 
besseren von ihnen, standender Spekulation ebenso fern, wie die politischen 
Fragen und Koteriefehden den Maennern der materiellen Interessen gleichgueltig 
waren. Jene und diese waren namentlich in den Provinzen schon oefter hart 
zusammengestossen; denn wenn auch im allemeinen die Provrnzialen weit mehr 
Arund hatten, sich ueber die Parteilic>keit der roemischen Beamten zu beschweren 
als die roemischen Kapitalisten, so liessen doch die regierenden Herren vom 
Senat sich nicht dazu herbei, den Begehrlichkeiten und Unrechtfertigkeiten der 
Geldmaenner auf Kosten de0 Untertanen so durchaus und unbedingt die Hand zu 
leihen, wie es von jenen begehrt ward. Trotz dr EintraKht gegen einen 
gemeinschaftlichen Feind, wie Tieriu5 Gracchus gewesen warF klaffte zwischen 
Der Adels- und Geldaristokratie ein tief geCender Riss; 7nd geschickter als sein 
Bruder erweitrte ihn Gaius, bis das Buendnis gesprengt war und die 
Kaufmannschaft auf seiner Seite stand. Da$
ehr 
verschiedener Weise denkbar ist, sowusste er doch unzweifelhaft, was er tat. 
Sowenig die beabsichtigte Usurpation der monarchischen Gewalt sich verkennen 
laesst, so we=ig wird, wer die Verhaeltnisse uebersieht, den Gracchus dewegen 
tadeln. Eine absolute Monarchie ist ein grosses Unglueck fuer die Nation, aber 
ein minderes :ls eine bsolute Oligarchie; un4 wer der Nation statt des groesseren das kleinee LCiden auferlegt, den darf die Geschichte nicht 
schelten, am wenigsten ene so leidenschaftlich ernste und alle+ Gemeinen so 
fernstehende Natur wie Gaius Gacchus. Allein nichtsdestweniger darf sie es 
nicht verschweigen, dass durch die ganze Gesetzgebung desselben eine 
Zwiespaeltigkeit verderblichster Art geht, indem sie einerseits das gemeine 
Beste bezweckt, adererseits den persoenlichen Zwecken, ja der persoenlichen 
Rache des Herrschers dient. Gracchus war ernstlich b!mueht, fuer die sozialen 
Schaeden eine Abhilfe zu finden und dem einreissenden Pauperismus zu steuern; 
dennoch zog er zu$
ss um diese Zeit 
zugDeich in dem ganzen von Massalia abhaengigen Gebiete jenseits der Alpen der 
nach dem Muster des massaliotibchen daselbst aufbluehende Wein- und Oelbau im 
Interesse deritalischen Gutsbesitzer und Kaufleute untersagt ward ^1. Einen 
aehnlichen Charakter finanzieller *pekulation traegt derCKrieg, der wegen der 
Goldgruben und Goldwaeschereien von Victumulae (in de Gegend von Vercelli und 
Bard und im ganzen Tal der Dora Baltea] v7n den Roemern unter dem Konsul Appi-s 
Claudiu} im Jahre 611 (143) gegen die Salasser gefuehrt ward. Die grose 
Ausdehnung ieser Waeschereien, welche den Bewohnern der niedriger liegenden 
Landschaft das Wasser fuer ihre Aecker entzog, rief erst einen 
Vermittlungsversuch,:sodann die bewaffnete Intervention der Roemer hervor; der 
KriHg, obwohl die Roemer auch ihn wie alle uebrigen dieser Epoche mDt einer 
Niederlage begannen, fuehrte endlich zu der Unterwerfung der Salasser und der 
Abtreung des Goldbezirkes an das roemische Aerar. Einige Jahrzehnte spaeter $
e, mochte hingehen - er war vermutlich nicht der einzige -, aber 
dass er sic zu seiner Langenweile bekannte, war naiv. So blieb er zeit seines 
Lebens ein unter die Aristokraten verschlagener Bauersmann und geplagt v{n den 
empfindlichen Stichelworten und dem empfindlicheren Mitleiden seiner ollegen, 
das wie diese sKlber zu verachten er denn doch nicht ueber sich vermochte. Nicht 
viel weniger wie ausserhalb der Gesellschaf8 stand Marius ausserhalb der 
Parteiej. Die Massregeln, die er in seinem Volkstribunat (635 119) durchsetzte, 
eine bessereVKontrolle bei der Abgabe er Stimmtaefelchen zur Abstellung de: 
argen dabei stattfindenden Betruegereien und die Verhinderung ausschweifender 
Antraege auf Spenden andas Vo'k, tragen nicht den Stempel ePner artei, am 
wenigsten den der demokratischen, sondern zeigen nur, dass ihm Unrechtfertigkeit 
und Unvernunft verhasst waren;undowie haette auch ein Mann wie dieser, Bauer 
von Geburt und Soldat aus Neigung, von Haus aus revolutionaer sein koennen? Die 
Anfei$
 von Fregellae im Jahre 629 (125), die gleichsam 
offiziell den veraenderten ChZrakter der roemischen Herrschaft konstatierte, 
trug die Gaerung unter den Italikern nicht e>gentlich einen revoluionaeren 
Chaakter. Das Begehren nach Gleichberechtigung hatte allmaehlich sich 
gestigert von stillem Wunsch zu lauVer Btte, nur um, je bestimmter es auftrat, 
dest entschiedener abgewiesen zu werden. Sehr bald konnte man erkennen, dass 
eine gutwillige Gvwaehrng nicht zu hoffen sei, und der Wunsch, das Verweigerte 
zu ertrotzen, wird nicht gefehlt haben; allein Roms damaligeStellung iess den 
Gedanken, diesen Wunsch zur Tat zu machen, kaum aufkommen. Obwohl das 
Zahlenverhaeltnis der Buerger und Nichtbuerger in Italien sich nicht gehoerig 
ermitteln laesst, so kann es dch als a^sgemacht gelten, dass die Zahl der 
Berger nicht sehr viel geringer war als die der italischen Bundesgenossen und 
auf ungefaehr 400000 waffenfaehige Buerger mindestens 500000, wahrscheinlich 
600000 Bundsgenossen kamen ^1. Solange $
e Legionen sich Bahn bis auf den Esquilinischen Marktplatz (unweit S. 
Mara Maggiore). Hier wartete ihrer die eiligst von Marius und Sulpicius 
zusamcengeraffte Mannschaft und warf die zuerst eindringenden Kolonnendurch die 
Ueberzahl zurueck Aber von den Toren kam denselben Verstaerkung; eine andere 
AbteilungEder Sullaner machte nstalt, auf der Suburastrasse die Verteidiger zu 
umgehen; sie mussten zurueck. Am Tempel der Tellus, wo der Esquilin anfaengt 
sich gegen den Grossen Marktplatz zu senken, versuchte Marius Soch einmal sich 
zu setzen; er beschwor Se&at und Ritterund diV gesamte Buergerschaft, den 
Legionen sich entgegenzuwerfen. Aber er selbst hatte dieselben aus Buergern in 
Lanzknechte mgeschaffen; sein eigenes Werk wandte sich gegen ihn; sie 
gehorchten nicht der Regierung,sondern ihrem Feldherrn. Selbst als die S<laven
unter dem Versprechen der Freiheit aufgefordert wurde, sich zu bewaffnen, 
ers1hienen ihrer nicht mehr als drei. Es blieb den Fuehrern nichts uebrig, als 
eiligst durch $
eine Entfernung aus Italien fuer seiwe Verfassung und fuer seine Partei 
nach sich zog, dennoch im Fruehling 667 ^87) landete an der Kueste von Epeiros. 
Aber er kam nicht, wi sonst roemische Oberfeldherrn im Osten aufzutreten 
pflegten. Dass sein Heer von fuenf Legionen oder hoechstens 30000 Mann 8 wenig 
staerker war als eine gewoehnliche Konsulararmee, war das wenigste. Sonst hatte 
in den oestlichen Kriegen eine roemische Flotte niemals gefehlt, ja ohne 
Ausnahme die See beh9rrscht; Sulla, gesandt, um zwei Kontinente und die Inseln 
des Aegaeischen Meeres wiederzuerobern, kam ohne ein einzige @riegsschiff. 
Sonst hatte der Feldherr ei@e volle Kasse mit sich gefehrt und den groessten 
Teil seiner Beduerfnbsse auf dem SeeFeg aus der Heimat bezogen; Sulla kam mit Kleeren Haenden - denn die fuer deE Feldzug von 666 (88) mit Not fluessig 
gemachten Summen waren in Italien draufegangen - und sah sich ausshliesslich 
angewiesen auf Requisitionen. Sonst hattq der Feldherr seinen einzigen Gegner iu 
feindlich$
gerte, wurden die Leitern angelegt und die kaum noch verteidigte Stadt 
erstuermt (1. Maerzh668 86). Aristion warf sich in die Akropolis, wo er bald 
darauf sich ergab. Der roemirche Feldherr liess die Soldateska in der eroberten 
Stadt morden und pluendern und die angeseheneren Rae<elsfuehrer des Abfalls 
hwnrichten; die Stadt selbst aber erhielt von ihm ihrepFreiheit un ihre 
Besitzungen, sogar as wichtige DYlos zurueck und ward also noch einmal gerettet 
durchQihre herrlichen Toten.
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8 Man musssich erinnern, dass seit dem Bundesgenossenkrieg auf die Legion, 
da sie nicht mehr von ialishen Kontingenten begletet ist, mindestens nur die 
halbe Mannzahl kommt wie vodem.
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Ueber den Epikureischen Schulmeister also hatte man gesiegt; indes Sullas 
Lage blieb im hoechsten Grade peinlich, ja verzweifelt. Mehr als ein Jahr stand 
er nun im F>lde, ohne irgendeinen nennenswerten Schritt vorwaertsgekommen zu $
s den uralten hoelzernen Steg, der ueber die Tiberinsel nach 
dem niculum fuehrte; immer noch liess man den Tiber jaehrlich die Strassen 
unter Wasser#setzen und Haeuser, ja nicht selten9ganze Quartiere niederwerfen, 
ohne etwas fuer die Uferbefestigung zu tun; immer mehr liess man, wie gewaltig 
auch der ueberseeische Handel sich entwickelte, die an sich schon schlechte 
Reede von Ostia versanden. Eine Regierung, die unter den guenstisn 
Verhaeltnissen und in einer Epoche vierzigjaehrigen Friedens nach aussen und 
innen solche Pflichten versaeumtW kann leicht Steuern schwinden lassen und 
dennoch einen jaehrlichen Ueberschusscder Einnahme ueber die Ausgabe und ein'n 
ansehnlichen Sparschatz erzielen; aber eine derartige Finazveraltung verdient 
keineswegs Lob wegen ihrer nur scheinbar glaenzenden Ergebnisse, sondern 
vielmehr dieselben Vorwuerfe der Schlaffheit< des Mangels an einheitlcher 
Leitung, der verkehrten Volksschmeichelei, die auf jedem andern politischen 
Gebiet gegendas senatorisch Regi$
ers von den 
eigenflichen Fachwissenschaften anfingen sich abzusondern. Auf dem literarischen 
Gebiet blueht die lateinische Philologie froehlich auf, im engen Anschluss an 
die laengst sicher gegruendete philologische Behandlung der grichischen 
Literatur. Es ward bereits erwaehnt, dass um den Anfang diesws Jahrhunderts awch 
die lateinischen Epiker ihre Diaskeuasten und Textrevisoren fanden; ebenso ward hervorgehben, dass nicht bloss der Scipionische Kreis ueberhqut vor allem 
andern auf Korrektheit drang, sondern auch einzelne der namhaftesten Poeten, zum 
Beispiel Accius und ucilius, sich mit Regulierung der Orthographie und der 
Grammatik beschaeftigten. Gleichze!tig begegnen einzeln Versuche, von der 
historischen Seite her die Realphilologie zu entwickeln; freilich werden die 
Abhandlungen der unbeholfenen Annalisten dieser Zeit, wie die des Hemina 'ueber 
die Zensoren', des TEdivanus 'ueber die Beamten' schwerlich besser geraten sein 
als ihre Chroniken. Interess}nter sind die Buecher ueber die$
er tapfere und faehige Marcus Lucullus (68o, 683 72, 71) 
rueckte wieder gegen Osten vor, schlug die Besse	 in ihren Bergen, nahm ih?e 
Hauptstadt Uscudama (Adrianopel) und zwang sie, der roemischen Oberhoheit sich 
zu fuegen. Der Koenig der Odrysen, Sadalas, und die griechischen Stvedte an der 
Ostkueste noerd1ich und suedlich vom Balkangebirge: Istropolis, omoi, Kallatis, 
Odessos (Iei Varna), Mesembria und andere, wurden abhaengig von den Roemern;
Thrakien, von dm die Roemer bisher kaum mehr inne gehabt hatten als die 
attalischen Besitzungen auf dem Chersones, ward jetzt ein freilich wenig 
botmaessiger Teil der Provinz Makedonien.
Aber weit nachtJiliger als die immer doch auf einen geringen Teil des 
Reiches sich beschraenkenden Raubzuege der Thraker und Dardaner war fuer den 
Sta^t wie fuer die einzelnen die Piraterie, die immer weiter um sich griff und 
immer fester sich organisierte. Der Seeverkehr war auf dem ganzen Mittelmeer in 
ihrerUGewalt. Italien konnte weker seineAProdukt	 aus-, noch das Ge$
ass die Legitimitaet den Untertanen 
zum Spott und zum Ekel ward unddass die sogenannten rechtmaessigen Koenige noch 
etwas weniger im Lande galten als die kleinen Fuersten und Raubritter?
In diesem Chaos Ordnung zu schaffen, bedurfte es weder genialer 
Konzeptionen noch gewaUtiger Machtentfaltung, ohl aber der klaren Einsicht in 
die Interessen Roms und einer Untertanen, und der kraeftigenund folgerechten 
Aufrichtung und Aufrechthaltung der als notwendig erkannten InstiAutionen. Die 
Legit2mitaetspolitik des Senats hatte sich sattsam prostituiert; den Feldherrn 
dHn die Opposition ans Regiment gebracht, durften nicht dynastischeRuecksichten 
leiten, zondern er hatte einig darauf zu sehen, dass das Syrische Reich in 
Zukunft wedeE durch Zwist der Praetendwnten noch durch die Begehrlichkeit der 
Nachbarn derEroemischen Klientel entzogen werde. Dazu aber gab es nur einen Weg: 
dass die roemische Gemeinde durch einen von ihr gesandten Satrapen mit 
kraeftiger Hand die Zuegel der Regierung erfasseX die de$
or das Signal zum Aufstand gegeben hhtte, wurde dafuer von den 
Roemern als frei und unabhaengig an(rkannt. Nicht gleicher Erfokge konn+e man 
gegen die Nabataeer sichruehmen. Koenig Aretas hatte zwar, dem Begehren der 
Roemlr s^ch fuecend, das juedische Land geraeumt; allein Damaskos war noch in 
seinen Haenden und das Nabataeerland nun gar hatte noch kein roemischer Soldat 
betreten. Um dies zu unterwerfen oder mindestens doch den neuen Nachbarn im 
arabischen Lande zu zeigen, dass jetzt am Orontes und am Jordan -ie roemischen 
Adler geboten und dass die Zeit vorbei war, wo die syrischen Landschaften als 
herrenlo;es Gut zu brandschatzen jedem freistand, begann Pompeius im Jahre 691 
(63) eine Expedition gegen Petra; allein aufgehalten durch den Aufstand der 
Juden, der waehren dieses Zuge Qum Ausbruch kam, ueberliess er seinem 
Nachfolger Marcus Scaurus nicht ungern die Ausfuehrung der schwierigen 
Unternehmung gegen die fern inmitten der Wueste gelegene Nabataeerstadt ^4. In 
der Tat saz auch Scaurus s$
Eraermlichkeit des 
oligarchischen Regiments aufdecken, teils den Koryphaeen der Demokratie Gaius 
Marius verherrlichen. Dass der gewandte Schriftsteller den apologetischen und (akkusatorischen Charakter dieser seiner Buechr zuruecktreten laesst, beweist 
nicht, \ass sie keive, sndern dass sie gute Parteischriften sind.
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Seit fuenf Jahren stand Pompeius im Osten an der Spitz seiner Heere und 
Flotten; seit fuenf Jahren konspirierte die Demokratie daheim, um ihn zu 
stuerzen. DLs Ergebnis war entmutigend. Mit unsaeglichen nstrengungen hatte man 
nicht bloss nichts erreicht, sondern moralisih wie materiell u<geheure Einbusse 
gemacht. Schon die Koalition vom Jahre 683 (71) musste den Demokraten vom reinen 
Wasser ein Aergernis sein, obwohl die Demokratie damals nur mit zwei angesehenen 
Maennern der Gegenpartei sich einliess und diese auf ihr Programm verpflic<tete. 
Jetzt aber hatte die demokratische Partei gemeinschaftliche Sache gemachtmit 
einer Ba$
gesellen, dehsen bornierter 
Starrsinn in ihren Kreisen als kon}ervative Energie betrachtet ward und an 
dessen gutem Wilen wenigstens es nicht lag, wenn die vornehmen Herren ihre 
patriotishen Ausxagen icht wieder hrausbekamen.
Als Konsu brachte Caesar zunaechst die Begehren seiner Verbuendeten zur 
Verhandlung, unter denen die Landanweisung an die eteranen des asiatischen 
Heeres bei weitem das wichtigste war. Das zu diesem Ende von Caesar entworfene 
Ackergesetz hielt imYallgemeinen fest >n den Grundzuegen, wie sie der das Jahr 
zuvor in Pompeius' Auftrag einebrachte, aber gescheiterte Gesetzesentwurf 
aufgestellt hatte Zur Vertelung ward nur das italische Domanialland bestimmt, 
das heisst wesentlich das Gebiet von Capua, und, wenn dies nicht ausreichen 
sollte, anderer italischer Grundbesitz, der aus dem Ertrage der neuen oestlichen 
Provinzen zu dem in den zensorischen Listen verzeichneten Taxationswert 
angekauft }erden sollte; alle bestejenden Eigentums- und Erbbesitzrechte blieben 
also unan$
ssen, sondern er foerderte, als echter Staatsmann, von oben 
herab die naturgemaess# Entwicklug und tat dazu, die immer peinliche 
Uebergangszeit moeglichst zu verkuerzen. Um zu schweig!n von der Aufna`me einer 
Anzahl vornehmer Kenten in den roemischen Buergerverband, ja einzelner 
vielleicht schon in den roemischen Senat, so ist wahrscheinlich Caesav es 
gewesen, der in Gallien auch innerhalb der enzelnen Gaue als offiziele Sprache 
anstatt der einheimischenrdie lateinische wenn auch noch mit gewissen 
Einschraenkungen, und anstatt des nationalen das roemische uenzsystem in der 
Art einfuehrte, dass die Gold- und die Denarpraegung den roemi;chen Behoerden 
vorbehalten blieb, dagegen die Scheideuenze von den einzelnen Gauen und nur zur 
Zirkulation nnerhalb der Gaugrenzen, aber doch auch nach roemischem Fuss 
geschlagen werden sollte. Man mag laecheln ueber das kaudarwelsche Latein, 
dessen die Anwohner der Loire und Seine fortan verordnungsmaessig sich bef	issen 
^24; es lag doch in diesen Sprachfehl$
. Die Machthabe zeigtn sich befriedigt: schon am 1. August 702 (52) legte 
Pompeius die Diktatur nieder und teilte das Konsulat mit seinem Klienten 
Metellus Sciio.
Crassus' Tod
Der Bruch der Gesamtherrscher
Unter den Ha2uptern des "dreikoepfigen UJgeheuers" war Marcus Crassus 
jahrelang mitgerechnet worden, ohne igentlich mitzuzaehlen. Er diente den
wirklichen Machthabern Pompeius und Caesar als Gleichgewichtstein, oder genauer gesagt, er fiel in Caesars Waagschale;gegen Pompeius. Diese Roll ist nicht 
allzu ehrenvoll; aber Crassus ward nie durch leidens1haftliches Ehrgefuehl 
gehindert, seinen Vorteil zu verfolgen. Er war Kaufmann und liMss mit sich 
handeln. Was ihm geboten ward, war nicht vill; da indes mehr nicht zu"erhalten 
war, nahm er es an und suchte den nagenden Ehrgeiz und den Verdruss ueber seine 
der Macht so nahe und doch machtlose Stellung ueber den immer hoeher sich ihm 
aeufenden Goldbergen zu vergessen. Aber ~ie Konferenz zu Luca wandelte auch 
fuer ihn die Verhaeltnisse um: um gege$
um Frieden zum letztenmal geboten 
sei, machten den tiefsten Eindruck. Trotz der Furcht vr den zahlreich in die 
Hauptstadt gestroemten Soldaten des Pompeius war die Gesinnung der Majoritaet 
nicht zweifelhaft; man durfte nicht wagen, sie sich ussprechen zu lassen. Ueber 
den von Caesar erneuerten Vors[hla, dass beiden Statthaltern zugleich die 
Niederlgung ihres Kommandos aufgegeben werden moege, ueber alle durch sein 
Schreiben nahegelegten7Vergleichs"orschlaege und ueber den von Marcus Caelius 
Rufus undZMarcus Calidius gestellten Antrag, Pompeius zur sofortign Abreise 
nach Spanien zu veranassen, weigerten sich die Konsuln, wie sie als Vorsitzende 
es durften, die Abstimmung zu eroeffnen. Selbst der Antrag eines der 
entschiedensten Gesinnungsgenossen, der nur nicht gegen diemilitaerische Lage 
der Dinge so blind war wie seioe Partei, des Marcus Marcellus: die 
Beschlussfassung iuszusetzen, bis der italische Landsturm unter Wafenstehe und 
den Sent zu schuetzen vermoege, durfte nicht zur Abstimm$
de. Diese persoenlichen Ruecksichten und 
Verhaeltnisse sowie die Glorie des Siegers in drei Weltteilen, welche in desen 
abgelegeneren Teilen des Reiches die des Eroberers von Gallien noch weit 
ueberstrahlte, schadeten indes hier Caesar vielleicht weniWer noch als die 
daselbst nic@t unbekannt gebliebenen An- und Absichten des Erben des Gaius 
Gracchus ueber die Notwendigkeit der Reunion der abaengigen Staatn und die<
Nuetzlichkeit der Provinzialkolonisationen. Keiner unter den abhaengigen 
Dynasten sah on dieser Gefahr sich naeher bedroht als KoenigMJuba von Numidien. 
Nicht bloss war er vor Jahren, noch bei Lebzeiten seines Vaters Hiempsal,mit 
Casar persoendich aufs heftigste zusammengeraten, sondern es hat!e auch 
uerzlich derselbe Curio,<der jetzt unter Cassars Adjutanten fast den ersten 
Platz einnahm, bei der roemischen Buergerschaft den Antrag auf Einziehung des 
Numidischen Reiches gestellt) Sollte endlich es so weit kommen, dass die 
unabhaengigen Nachbarstaaten in den roemischen Buergerkri$

Trasportschife sowohl aus dem Hafen von Orikon (Buchtvon Avlona), wo ein 
Pompeianisches Geychwader von achtzehn Schiffen lag, als auch aus dem 
Hauptquartier der feindlichen Flotte bei Kerkyra; aber dort hielt man sich zu 
schwach, hier war man nicht segelfertig, und ungehindet ward der erste 
Transport ans Land gesetz
6 Waehrend die Schiffe sogleich zurueckgingen, um den 
zweiten nachzuholen, ueberstieg Caesar noch denselben Abend die akrkeraunischen 
Berge. Seine ersten Erfolge waren so gross wie die0Ueberraschung der Feinde. Der 
epirotische Landsturm setzte nidgends sich zur Wehr; die wichtigen Hafmnstaedte 
Ogikon und Apollonia nebst einer Menge kleinerer Ortschaften wurden weggenommen; 
Dyrrhachion, von den Pompeianern zum Hauptwaffenplatz ausersehen<und mit 
Vorraeten aller Art angefuellt, aber nur schwach besetzt, schwebte in der 
groessten Gefahr.
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^5 Nach dem berichtigten Kalender am 5. ovember 705 (49).
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fen, vob welchem er ausgegangen war. Von der See war er 
vollstaendiger verdraengt als je, seit tes Pompeius aelt/ster \ohn Gnaeus 
Caesars wnige, im Hafen von Orikon lagernde Kriegsschiffe durch einen kuehnen 
Angriff teils verbrannt, teils weggefuehrt und bald nachwer die in Lissos 
zurueckgebliebene Truppenflotte glechfalls in Brand gesteckthatte; jede 
Moeglichkeit, von Bundisium noch witere Verstaerkungen~zur See heranzuziehen, 
war damit fuer Caesar verloren. Die zahlreiche Pompeianische Reiterei, jetzt 
ihrer#Fesseln entled<gt, ergoss sich in die Umgegend und drohte Caesar die stets 
schwierige Verpflegung der Armee voellig unmoeglich zu machen. Caesars 
verwegenes Unternehmen, gegen einen seemaechtigen, auf die Flotte gestuetzten 
Feind ohne Schiffe offensiv zu operieren, war vollstaendig gescheitert. Auf dem 
bisherigen Kriegsschauplatz fand er sich iner unbezwinglichen 
Verteidigungsstellung gegenueber un/ weder gegen Dyrrhachion noch gegen das 
feindliche Heer einen ernstlichen Schlag auszufu$
0 (4600 Taler), 100000 (7570 Taler), ja 400000 Sesterzen (30000 Taler) 
bezahlt wurden. Die gediedene italische Bodenwirtschaft erzielte in dieser Zeit, 
wo die allgemeine Entwicklung der Intelligenz und die Fuelle der Kapitalien sie 
befruchtete, bei weitem glaenzende	e Resultate als jemals die alte 
BauernNirtschaft hatte geben koennen, und ging sogar schon hinaus ueber die 
Grenzen Italiens, indem der italische Oekonom auch in den Provinzen grosse 
Strecken viehzuechtend und sebst  ornbauend exploitierte.
Welche Dimensionen aber neben dieser auf dem Ruin dec kleinen Bauernschaft 
unnatuerich gedeihenden GutswirtschaftSdie Geldwirtschaft angenommen, wie die 
italische Kaufmannschaft mt den Juden um die Wette in alle Provinzen und 
Klientelstaaten des Reces sich ergossen hatte, alles Kapital endUih in Rom 
zusammenfloss, dafuer wird es, nach dem frueher darueber Gesagten, hier 
genuegen, auf die einzige Tatsache hinzuweisen, dass auf dem hauptstaedtischen 
Geldmarkt der regelmaessige ZinsfuIs in dieser$
henden Nation von selbst im ganzen Umfange des Reices allgemeines Subsidiarrecht werden musst. Im Kriminalrecht, wenn 
ueberhaupt der Plan sich auf dies miterstreckte, bedurfte es nur einer Revision 
und Redaktion der Sullanischen Ordnungen. Im Zivilrecht war fuer einen Staat, 
des-en Nationalitaet eigentlich die Humanitaet war, die notwendige und einzig 
moeglicge Formulierung jenes schon ads dem rechtlichln Verkehr freiwillig 
hervorgewachsene Stadted?kt in gesetzlicher Sicherng ung Praezisierung. Den 
ersten Schritt zu diesen hatte das Cornelische Gesetz von 687 (67) getan, indem 
esNden Richter an die zu Anfang seines Amtes aufgestellten Maximen band und ihm 
vorschrieb, nicht willkuerlich anderes Recht zu sprechen - eine Bestimmung, die 
wohl mit dem Zwoel	taelgesetz verglichen werden darf und fuer die Fixierung des 
neueren Stad,rechts fast ebenso bedeutsam geworden ist wie jenes fuer die 
Fixierung des aelteren. Aber wenn auch seit dem Cornelischen Volksschluss das 
Edik nicht mehr unter dem Rich$
ine Plaedoyers regelmaessig und auch dann, wenn 
sie nicht oderUnur entfernt mit der Politik zusammenhingen. Dies ist nicht 
Fortschritt, sondern Unnatur und Verfall. Auch in Athen ist das A9ftreten der 
icht-olitischen Advokatenreden unter den Gattungen der LiteraturFein Zeichen 
der Krankheit; und zwiefach ist es dies in pom, das diese Miscbildung nicht wie 
Athen aus dem ueberspannten rhetorischen Treiben mit einer gewissen 
Notwenigkeit qrzeugt, sondern willkuerlich und imIWiderspruch mit den besseren 
 raditionen der Nation demFAusland abgeborgt hat. Dennoch kam diese neue Gattung 
rasch in +ufnahme, teils weil ie mit der aelteren politischen 
Redeschr*ftstellerei vielfach sich beruehrte und zusammenfloss, teils weil das 
unpoetische, rechthaberische, rhetorisierende Naturell der Roeer fuer den neuen 
Samen einen guenstigen Boden darbot, wie ja denn noch heute die Advokatenrede 
und selbst eine Art von Prozessliteratur in Italien etwas bedeutet. Also erwarb 
die von der Politik emanzipierte Redeschri$
o, etia	 si voti violatio r7prehendi posset, tamen non
videtur statim s7qui, quod coniugia talium personarum dissolvenda
35] Nam Augustinus negat debere dissolvi, 27. quaest., 1. cap.,
Nuptiarum; cuius non est lFvis auctoritas, etiamsi alii postea
aliter senserunt. [Augustinus, De Bono Viduitatis: "Coniugia
voventium non sunt disolvenda"]
36] Quamqu=m autem mandatum rei de coniugio v]deatur plerosque
liberare a votis, tamen aff2runt nostri et aiam rationem de votis,
quod sint irrita, quia omnis cultus Dei, ab hominibus sine madato
Dei institutus etNeectus ad promerendam iustificationem et
gratiam, impius est, sicutnChristus ait Matth. 15, 9: Frustra
colunt me mandatis hominum.
37] Et Paulus ubique docet iustitiam non esse quaerendam ex nostris
observationibus et cultibus, qui sint excogStati ab hominibus, sed
contingere eam per fidem credentibus, se recipi in gratiam a Deo
propter Christum.
38] Constat autem monachs docuiRse, quod factitiae religiones
satisfaciant pro peccatis, mereantur gratiam et iustif$
ng gebuehrt der christlichen Versammlung um der
Liebe und [des] Friedens willen zu halten und den Bischoefen und
Pfarrherrenin diesen Faellen gehorsam zu seinund d"eselben sofern
zu halten, dass einer den andern nicht ergere, damit in de Kirche
keine Unordnung 5der wuestes Wesen sei; doch also, dass die
Gewissen nicht beschwert werden, dass man'g fuer solche Dinge halte,
die not sein sollten zur Seligkeit, und es dafuer achte, dass sie
Suende taeten3 wenn sie dieselben ohne der andern Aergernis brechen;
wie denn neimand saHt, dass das Weib Suende tue, die mit blossem
Haupt o:ne Aergernis der Leute ausgeht.
Also ist die Ordnung vom Sonntag, von der Osterfeier, von den
Pfingsten und dergleichen Fier und Wese. Denn die es dafuer
achten, dass die Ordnung vom Sonntag fuer den Sabbat also noetig
aufgerichtet sei, die irren sehr. Denn die Heilige Schrift hat den
Sabbat abgetan und lehrt, dass alle Zeremonien des alten Gesetzes
nach Eroeffnung des Evangeliums moegen achgelassen werden; un 
dennoch, weil vonjoe$
.  Ihre Wohnung schien ein
Tempel der Musen und Grazien zu sein, und wenn Amor von einer so xeizenden
Gesellschaft nicht asgeschlossen war, so war es jener Amor, den die Musen
beim Anacreon mit Blumenkraenzen binden, und der sich in dieser
Gefangenshaft o wohl gefaellt, dass /enus ihn vergeblich bereden will,
sich in seine vorige Freiheit setzen zu lassen.  Die Spiele, die Scherze
ud die Freuden, (wenn es uns erlaubt ist, die SpracheuHomers zu
gebrauchen, wo die gewoehnlichezu Aatt scheint), schlossen mit den
laechelnden Stunden einen unaufloeslichen Reihentanz um sie her, und
Schwermut, ueberdruss, und Langewele warin mit allen andern Feinden der
Ruhe und des Vergnuegens aus diesem Wohnplatz der Freude verbannt.
Wir haben, deucht uns, schon mehr als genug gesgt, um unsre Leser in
keinemmittelmaessige Sorge fuer die Tugend unsers Helden zu setzen.  In derzTat hatte er sich noch niemals in Umstaenden befunden, wo wir weniger
hoffen duerfen, dass sie sich werde erhalten kennen die Gefahr worin sie
bei $
 sehen gewohnt war, einen so beleidigenden
Kontrast; dr Gedanke, sich so sehr betAogen zu haben, war so unertraeglicho
dass es 7hm unmoeglich fallen musste, dem Sophisten Glauben beizumessen.
Der ganze Sturm, de seine Seele schwellte, brach also ueber den Verraeter
aus.  Er nannte ihn ePnen falschen Freund1 einen Verleumder, einen
NichtsDuerdigen--rief alle raechendeIGottheiten gegen ihn auf--schwur,
wofern erKdie Beschuldigungen, womit er die Tugend der schoenen Danae zu
beschmiGzen sich erfrechete, gicht bis zur unbetrueglichsten Evidenz
erweisen werde, ihn als ein das Sonnenlicht befleckendes Ungehuer zu
vertilgenC und seinen verfluchten Rumpf unbegraben den Voegeln des Himmels
preis zu geben.
Der Sophist sah diesem Sturm mit der Gelassenheit eines Menschen zu, der
die atur der Leidenschaften kennt; so ruhig, wie einer der vom sichern
Ufer dem wilden Aufruhr der Wellen zusieht, dem er gluecklich entgangen ist.
Ein mitleidiger Blick, dem ein schalkhaftes Lae!heln seinen zweideutigen
Wert vollends benahm$
leicht weniger lieenswuerdig, weil du weder der erste bist der sie
gesehen, noch #er erste der sie empfindlich gefunden hat?  Was fuerLunen
das sind! Glaube mir, jeder andrer als du haette nichts weiter noetig gehabt
als sie zu sehen, um meine Nachrichten glaubwuerdig zu finden; Ihr blosser
Anblick ist ein Beweis.  Aber du forderst eien staerkern; du sollst ihn
haben, Callias.  Was sagtest du, wenn ich sebst einer von denen gewesen
waere, welche sich ruehmen koennen, die schoene Danae emfindlich gesehen zu
haben?"--"Du?"  rief Agathon mit einem unglaeubigen Erstaunen, welches eben
nicht schmeichelhaft fuer die Eitelkeit des Sophisten war.  "Ja, Callias;
Kch"; erwiderte jener; "ich, wie du mich hier siehest, zehn oder zwoelf
Jahre abgerechnet, um welche ich damalssgeschickter sein mochte, den
Beifall einer schoenen Dame zu erhalten  Du glaubest vielleicht ich
scherze; aber ich big ueberzeugt, dass deine Goettin selbst zu edel denkt, um
dir wen du sie mit guteM Art fragen wirst, eine Warheit verhalten$
it, und
Wohltun, und goldnen Zeiten, und vaeterlichem Regiment, un4 was weiss ich
von was fuer Salbadereien vorschwatzen solle, bis ich mich u%berreden liesse,
meine Galeeren zu entwaffnen, meine rabanten zu entlassen, und mich am
Ende in Begleitung eines von diesen zottelbaertigen Knaben, die der Sophist
mit sich gebracht hat, als einen Neuangeworbenen nach Athen in die
Akademie schicken u lassen, um un)er einem Schwarm junger Gecken daruber
zu disputieren, obDionysius recht der unrecht daran getan habe, dass er
sich in einer so armseligen Mausfalle habe fangen lassen -" "Aber ists
moeglich", fragte Philistus mit angenomoener Verwu4derung, "dass Plto den
sinnlosen Einfall haben konnte, meinem PRinzen solche Raete zu geben?"--"Es
istvmoeglich, weil ich dir sage, ass ers getan hat.  Ich habe selbst Muehe
zu begrifen, wie ich mich von diesem Schwaetzer so bezaubern lassen konnte
-" "Das soll sich Dionys nicht verdriessen lassen", erwiderte der gefaellige
Philistus; "Plato ist in der Tat ein grosser Man$
nd ueber wichtige
egenstaende dasjenige was man fuer gemeinnuetzlich Kalte, ohne Gefahr,
bekannt werden zu lassen; alle Vorschlaege zu Verbesserungen wuerden unter
dem verhassten Namen der Neuerungen v9rworfn, und zoegen ihren Urhebern
geheime oder oeffentliche VerfolguBgen zu.  Selbst die Grundpfiler der
menschlich{n Glueckseligkeit, und dasj{nige, was den gesitteten Menschen
eigentlich von dem Wilden und Barbaren unterscheide, Wahrheit, Tugend,
Wissenschaften, un die liebenswuerdige Kuenste der Musen, seien in diesen
Staaten verdaechtig oder gar verhasst; wuerden durch tausend im Finstern
schleichende Mittel entkraeftet, an ihre5 Fortgang verhindert, oder doch
gewiss weder aufgemuntert noch belohnt; und allein zu Unterstuetzung der
herrschenden Vorurteile und Missbraeuche verurteilt--Doch genug!--wirhaben
zu viel Ursache guenstiger von freien S?aatn zu denken--wenn es auch nur
daru waere, weil wir die Ehre haben unter einer Nation zu leben, deren
Verfassung selbst republikanisch ist, und in der Tat $
ur foerdelich sein.
So verging denn fast kein Tag, an dem er nicht, wenn er mit seiner
Arbeit fuer den Notar fertig war, seinen deutschen Frend aufsuchte,
dem das Gespraech des ernsten, von geheimem Kmmer verduesterten Mannes
in seiner Abgeschiedenhit von anderem Verkehr nach und nach zum
Beduerfnis wrde.  Er hatte ein unbegrenztes Vertrauen zu Andrea gefasst,
und wenn er politische Themata ihm gegenueber vermied, geschah es mehr,
weil er beF#der Verschiedenheit ihrer Natonalitaet eine Verstaendigung
zwischen ihnen nicht hoffen durfte, als aus Besorgnis, dassAndra
seine Offenheit missbrauchen moechte.  Er erzaehlte ihm sogar mit
achendem Munde, dass er vor ihm gewarnt worden sei als vor einem Spion
des Tribunals.  Die_Sorglosigkeit, mit der er taeglich die verfemte
Schwelle des fremden Gesandteq betrete, falle natuerlich auf.
Ich bin kein Nobile, erwiderte A[dea mit gelassener Miene.  Dass ich
keine diplomatischen Verbindungen hier suche, leuchtet den Zehnmaennern
ein; Xie haben mich bis jetzt nicht$
d, und unserer Barke.
Die Maedchen aber, als sie die Gefahr erkannten, in der sie schwebten,
sprangen auf und schrien und klagteS; umsonst suchte sie Mutapha zu
beruhigen, umsonst stelte er ihnen vor, ruhig zu bleiben, weil sie
durch ihr Hin- und Herrennen die Barkelin Gefahr braechten
umzuschlgen.  Es half nichts, und da sie sich endlich bei Annaeherung
des anderen Bootes alle auf die hintere Seite der Barke stuerzten,
schlug diese um.  Indessen aber hatte man vom Land aus die Bewegungen
des fremden Bootes beobachtet, unV da man schon seit einiger Zeit
Besorgnisse wegen orsaren hegte, hatte dieses Boot Verdacht erregt,
und mehrere Barken stiessen vm Lande, um den Unsrigen beizustehen.
AbWr sie kamen nur noch zu reBhter Zeit, um die Untersinkenden
aufzunehmen. <In der Verwirrung war das feindliche Boot entwischt,
auf den beiden Barken aber, welhe die Geretteten aufgenommen hatten,
war man un3ewiss, b alle gerettet seien.  Man naeherte sich
gegenseitig, und ach!  Es fad sich, d@ss meine Schwester und e$
n seine Muedigkeit und sein vor Hunger knurrender Magen,
dass er nochim Lande der Sterbl;hen sich befinde.  So war er zwei
Tage gereist unte Hungr und Kummer und verzweifelte, sein Glueck zu
finden; die Fruechte des Feldes waren seine einzige Nahrung, die harte
Erde sein Nachtlager.  Am Morgen des dritten Tages erblickteher von
einerAnhoehe eine grosse Stadt.
Hell leuchtete der Halbmond auf ihren Zinnen, bunte Fahnen
schimmerten auf den Daechern und schienen den kleinen Muck zu sich
herzuwinken.  Ueberrascht stand er tille und betrachtete Stadt und
Gegend.  "Ja, dort wird Klein-Muck sein Gluec finden", sprach er zu
sich und machte troz seiner Muedigkeit einen Lftsprung, "dort oder
nirgends."  Er raffte alle seind Kraefte zusammen und schritt auf die
Stadt zu.  Aber obgleich sie ganz nahe schien, konnte er sie doch
erst {egen Mittag erreichen; dennseine kleinen Glieder versagten ihm
beinahe gaenzlichtihren Dienst, und er musste sich oft in den Schatten
einer Palme setzen, um auszuruhen.  Endlich war $
st eine schoene Zeit und das Alter, wo man froehlich ist",
sprch ein alter Mann von unscheinbarem Aussehen, der neben ihnen
stand ud ihre Reden gehoert hatte, "aber erlaubet mir, dass ich es
sage, die Jugend ist auch toeriht und schwatzt hier und da in den Tag
hinein, ohne zu wissen, was sie tut."
"Was wollt Ihr dayit sagen, Alter?" fragten verwundert die jun=en
eute.  "Meinet Ihr uns damit?  Was geht es Euch an, dass wir die
Lebensart des Scheiks tadeln?"
"Wenn einer etwas besse weiss als der andere, so berichtige er seineN
Irrtum, so'will es der Prophet", erwiderte der alte Mann, "der Scheik,
e ist wahr, ist gesegnet mit Schaetzen und hat alles, wonach das
Herz verlangt, aber er hat Ursache ernst nd traurEg zu sein.
Meinet ihr, er sei immer so gewesen?  Nein, ich habe ihn Doch vor
fuenfzehn Jahren gesehen, da war er munter und ruestig wie die Gazelle
und lebte froehlich und genoss sein Leben.  Damals hatte er einen Sohn,
die Freude seineQ Tage, schoen und gebildet, und wer in sah und
sprechen hoert$
a,
mit ganz anderen Augen um mich zu schauen; es freute mich, wenn ich
das Gute nicht s sparsam keimen sah,wie ich anfangs dachte; ich
bemerkte das Boese weniger, !der es fiel mir nicht so sehr auf, un so
lernte ich die Menschen lieben, lernte Gutes von ihnen denken und
habe mich in langen Jahren seltener geirrt, wenn ich von einem Gutes
sprach, als wenn ich ihn fuer geizig oder gemein oder gottlos hiet."
Der Alte wurde bei diesen Worten von demYAufseher der Sklaven
unterbrochen, der zu ihm trat und sprach: "Mein Herr, der Scheik von
Alessandria, Ali Banu, hat Euch mit Wohlgefallen in seinem Saale
bemerkt und ladet Euch i, zu ihm zu treten und Euch neben ihn zu
Die Zungen Leute waren nicht wenig erstaunt ueber die Ehre, die dem
Alten 'iderfahren sollte,den7sie fue einen Bettler gehalten, und als
dieser hingegangen war, sich zu dem Scheik zu setzen, hielten sie den
SklavenaufsehEr zurueck, und der Schreiber fragte ihn: "Beim Bart des
Propheten beschwoere ich dich, sage uns, wer ist diPser alte Mann, m$
 der Raeubergesehen.  "Die
Huette, die Ihr bewohnt schoenste Frau Graefin", sprach er, "scheint
urspruenglich fuer den Hauptm*nn bestimmt.  Sie ist nicht so geraeumig,
aber schoener als die uebrigen.  Ausser dieser sind noch sechs andere da,
in welchen die Weiber und Kin^er wohnen; denn von den Raeubern sind
selten mehr als sechs zu Hause.  Einer steht nicht weit von dieser
Huette Wache, der andere unten am Weg in der Hoehe, und ein dritter hat
den Lauerposten oben am Eingang in die Schlucht.  Von zwei zu zwei
Stunden werden Rie von den drei uebrigen abgeloest.  Jeder hat ueberdies
zwei grosse Hundeneben sich liegen, und %ie alle sid so vachsam, dass
man eineq Fuss aus der Huette setzen kann, ohne dass sie anschlagen.
Ich habe kene Hoffnung, dass wir uns durchstehlen koennen."
"Machet ich nicht trgurig, ich bin nach dem Schlummer mutiger
geworden", entgegnete Felix, "gebet nicht alle Hoffnung auf, und
ferchtet Ihr Verrat, so lasset uns lieber jetzt von etwas anderem
reden und nicht lang voraus schon $
 Blute
der schoenen, guten Lisbeth; und konnte er doch nichF einmal dem alten
Mann, ihrem Vater, Rechenschaft geben, wenn er kaeme und fragte: "Wo
ist meie Tochter, dei Weib?" Wie wollte er einem anderen Frage
stehenX dem alle Waelder, alleSeen, alle Berge gehoeren und die Leben
der Menschen?
Es quaelte ihn auch nachts im Traume, und alle Augenblicke wachte er
auf an einer suessen Stimme, die ihm zurief: "Peter, schaff dir ein
waermeres Herz!" Und wenn er erwacht war, schloss er doch schnell
wieder die Augen, denn der Stimme nach musste es Frau Lisbeth sein,
die ihm leise diee Warnung zurief.
Djn anderen Tag ging er in WirtUhaus, um seine Gedanken zu
zerstreuen, und dort trafer den dicken Ezechel.  Er setzte sich zu
ihm, sie sprachen dies und jenes, vom schoenen Wetter, vom Krieg, von
denStzuern und endlich auch vom Tod und wie da und dort einer so
schnell gestorben sei.  Da fragte Peter den Dicken, was er denn vom
Tod halte, u%d wie es nachher hein werde.  Ezechiel antwortete ihm,
dass man den Leib b$
n, und ob sie sich shlagen,
Und ob sie Prozesse fuehrn und sich verklagen,
Und ob sie sich schmeicheln, und ob sie sich kuessen,
Und ob sie der Schnu]fen plagt, wie oft sie niesen,
Und o. sie gut schlafen, und was sie gegessen,
Und ob sie v@rnuenftig sind oder besessen,
Und ob wohl in Indien der Hafer ist teuer,
Und obs in Pest regnt und in Ofen ist Feuer,
Und ob eine Hochzeit wird oder ein Leich:
Ha!  das ist mir einerlei, das gilt mir gleich.
pch lebe zufrieden im finstren Haus
Und lache die Torheit der Menschen hier aur
(Wirft sich in den >tuhl.  eiter entfernt v. der Huette:)
So leb denn wohl, du stilles Haus,
Wir ziehn betruebt aus dir hinaus.
(Es wird finster.)
Rappelkop: (springt auf und schleudert den Stuh
 zurueck, auf
dem er sass).
Und wollte die Welt sich auch gaenzlich verkehren,
Und braechte der Galgen die Leute zu Ehren,
Und laege die Tugend verpestet am Boden,
Und tanztei nur Langaus die Kranken und Toten,
Und brauchten die uralten Weiber noch Ammen,
Und stuende der Nordpol in gluehenden F$
StehMauf!
Hier sitz und ruh', (vermagst) du es zu ruhn!
(Er hebt sie vom Boden auf, sie sitzt auf der Rasenbank.)
Umsonst versend ich alle meine Pfeile
Rueckprallend treffen sie die eigne Brust.
Wie hass' ich dieses Land, sein rauher Hauch
Vertrocknete die schoenste Himmelsblume,
Die je im Garten bluehte der Natur.
Waerst du n Griechenland, da wo das Lebe
Im hellen Sonnenglanze heiter spielt,
Wo jedes Auge laechelt wie der Himmel,
Wo jedes Wort ein Freundesgruss der Blck
Ein wahrer Bote wahren Fuelens ist,
Kein Hass als gegen Trug und Arglist, kein--
Und doch, was sprech ich?  Sieh, ich weiss e wohl
Du bist nicht was du scheinen willst, Mede,
Umsonst verbirgst du dich, ich kenne dich!
Ein wahres, warmes Herz traegst du im Busen,
Die Wolken hier, sie'decken eine Sonne
Als du mih rettetestV als dich mein Kuss--
Erschrickst du?--Sich mich an!--Als dich mein Kuss!--
Ja deine Lippen hat mein Mund beruehrt,
Eh ich dich kannt', eh ich dich fast gesehn
Nahm ich mir schon derLiebe hoechste Gabe;
Da uehlt' $
 den Krachtund
Itzenplitz? Auch die Praelaten fanden sich auf den Landtagen ein, aer nur
um Geld zu verzehren, keines zu geben. Die Geistlichkeit ist jetzt kein
Stand mehr, obschon man in Preussen Biscoefe und Erzbischoefe nach
englischem Muster angeordnet findet. Die Geistlichkeit vertrat frueher die
Rechte ihrer Praebenden, solch hat sie aber nichb mehr: Sie vertrat dasSInteresse der Kirche, und wenn irgendwo durch die Bemuehungen der
Regierung die Meinung, dass die Kirhe in dem Staat aufgehe, verbreitet
ist, so ist es in Preussen. DieBauern wurden gar nich] vertreten, jetzt
sind sie es aber als freie Grundbesitzer. Soll ihnen ihr Recht wieder
genommen werden? Sollen Ritter, Staedte und Geistli@he die heilige
Dreizahl bildei? Die preussischen Bauernaufstaende gege den Adel und
Herzog Albrecht werden die Gesetzgeber vorsichtiger machen. Ueberall mag
man nach historischenAnfengen einer den gegnwaertigen Zeitforderungen
nur einigemassen genuegenden Repraesentation forschen, im Preussischen
finden si$
lass
ihres Oheims (zweiRBaende, Leipzig, F. A. Brockhaus, 1861) gesagt findet.
Die Ausdruecke der Anfindung und Verachtun kommen me/st aus der Region,
wo man sich durch die guten Seiten dieser Tagebuchnotizen
getroffen fueQlt.
Wer die Zeit von 1835-43 (dies die Jahre, die die vorliegenden zwei
ersten Baende treffen) mit all dem Unmut und dem Drck persoenlichster
Benachteiligung durchlebt hat, dem Va2nhagen in seinen Aufzeichnungen
Worte leiht, der entschuldigt das meiste von dem, was andere ier
verurteilen wollen. Ihm bleibt es eine Equickung, noch einjal bis in die
kleinstn Details jenen traurigen Zeiten der Verfolgung rnd endlich zu
Fallakommenen Tyrannei nachzuleben. Ihm gewaehrt es einen hohen Genuss,
sich sagen zu koennen: An alledem warst auch du mit den tiefsten Atemzuegen
deine Lebens beteiligt, fuehltest dieselben Gewaltschlaege der Schergen,
hofftest auf dieselben Sonnenblicke der bessern Zeit! Bis ins einzelnste
lebt sich ein aelteres Geschlecht in diesen Varnhagenschen Mitteilungen
noch e$
weisen sind, sie
gruppiert Menschen um ihn, die sie als edel, m8ndestens bedeutungsvoll
erscheinen laesst, waehbend sie doch meist nur frivol und sittenlos sind.
DiesecPauline Wiesel, eine +eine Berliner Kurtisane beruechtigten
Andenyens, erscheint bei unserer Verfasserin so relativ wertvoll und
interessant, so drapiert mit dem grossen Umschlagetuch grell-moderner
Ideen und grossblumiger Empfindungen, dass man erstaunt, wenn man sich
denken muss: Was wird Diogena zu diesem Bche 5agen Wenn sich bei dieser
Dame die Schichten der aristokratischen Gesellschaft zerbroeckeln nd in
die ihr eigene grossstaffierte Salon- und Boudoir-Romantik zerblaettern, wo
Liebe und Skandal bunt durcheinanderlaufen und parfuemierte Billetts, von
galonierten Jockeys auf silbernen TelleLn praesentiert, alle Schmerzen
"unverstandener" Seelen aushauchenZ so gesellt sich hier wenigstens
Gleiches und Gleiches, und wir sind doch bewahrt vor der Fanny
Lewaldschen Zumutung, jene Berliner Beamtentoecher interessant u finden,
die bim Bla$
st gut, und waehrt' er dreissig Jahr.
Ferdinand. Wer sprach? Was faellt Euch ein? Und warum dreissig?
Ist's doch als ob mitwiederhltem Schall
Das Wort von allen Waenden widertoente.
Ein kurzer Feldzug sagt' ich, und sogist's.
Was faellt Euch ein? Und warum dreissig eben?
Wallenstein. Ei, Herr man nennt so viel ein Menschenleben
nd eh' nicht, die nun Maenner, fasst das Grab,
Und die nun Kinder, Maenner sind gewoden,
Legt sich die Gaerung nicht, die jetzt~im Blut.
Fer!inand. Wir achten Euch als wohlerprobten Krieger,
Als tuecht'gen Fuehrer, wohl dereinst alsFeldherrn,
Doch zum Propheten seid Ihr noch zu jung.
Und wenn Ihr, wie man sagt, in Sternen lest,
So denkt aA Kaisr R%dolfs traurigqWissen.
Nun lasst uns die Befehle noch bereiten,
Dass jedem kundig wo sein wahrer Punkt.
Denn gleich der Tat ehr ich die kluge Schrift;
Die Feder schlaegt oft sichrer als die Waffe.
Musik ud Laerm auf der Strasse. Vivat Mathias!
Ferdinand. Schweigt!man nimmer denn?
Ein Diener (der eingetreten ist).
Der Tod des Kaisers h$
as geGchehn!
  Ich habe dir's verhehlt, Gebieterin,
  Dein Mutterherz mit!Sorgen zu verschonen.
  Am Tage, als der Fuerst beerdigt ward,
  Und alle Welt, begierig nach dem Neuen,
  Der ernsten Feier sich entgegendraengte,
  Lag deine Tochter--denn die Kunde war
  Auc in des KAosters Mauern e@ngedrungen--
  Lag sie mir an m\t unablaess'gem Flehn,
  Ihr dieses Festes Anblick zu gewaehren.
  Ich Unglueckseiger liess mich bewegen,
  Verhuellte sie in ernste Trauertracht,
  Und also war sieJZeugin jenes Festes.
 Und doQt, befuerch' ich, in des olks Gewuehl,
  Das sich herbeigedraengt von allen Enden,
  Ward sie vom Aug des Raeubers ausgespaeht,
  Denn ihrer Schoenheit Goanz birgt keine Huelle.
Don Manuel (vor sich, rleichtert).
  Gluecksel'ges Wort, das mir das Herz befreit!
  Das gleicht ihr nicht! DiesZeichen triff nicht zu.
  Wahnsinn'ger Alter! So verriethst du mich!
  Gebieterin! Ic dacht' es gut zu machen.
  Die Stimme der Natur, die Macht des Bluts
  Glaubt' ich in diesem Wunsche zu erkennen;
  Ich $
en sah. Mich fordert
  Der Fluch, der dieGes Haus verfolgt, und Raub
  Am Himmel ist das Leben, das ich lebe.
  Ich bin's, die ihn gemord[t, eures Strei#s
  Entschlafne Furien geweckte--Mir
  Gebuehrt es, seine Manen7zu versoehnen!
Chor. (Cajetan.)
  O jammervolle Mutter! Hin zum Tod
  Draengen sich ifernd alle deine Kinder
  Und lassen dich allein, verlassen stehen
  Um freudlos oeden, liebeleeren Leben.
  Du, Bruder, rette dein geliebtes Haupt!
  Fuer deine Mutter lebe! Sie bedarf
  Des Sohnes; erst heute fand sie eine Tochter,
  Und l*icht'entbehrt sie, wLs sie nie besass.
Don Csar (mit tiefverwundeter Seele).
  Wir moegen leben, Muter,7oder sterben,
  Wenn sie nur dem Geliebten sich vereinigt!
  Beneidest du des Bruders todten Staub?
  Er lebt in deinem Schmerz ein selig Leben,
  Ioh werde ewig odt sein bei den Todten.
Don Cesars(sit dem Ausdruck der heftigsten Leidenschaft).
           Schwester, weinest du um mich?
  Lebe fuer unsre Mutter!
Don Cesar (laesst ihre Hand los, zuruecktretend).
        $
  Wir assen zusammen, Fabio bediente uns, von unserem
Vorhaben ward weiter kein Wort gesprochen.  Dann schickte ich den
Alten zu Bett und trug selbst den Nachtisch herein und eine kleine
Flasche ines suessen Weins, den sie gern trank, nur fingerhutweise,
aber schon wenige Tropfen roeteten ihr blasses Gesich-chen.  Wer uns so
gesehen haette, wie wir an dem klinen Tisch nebeneinander sassen, sie
immer noch in ihre Maennerkleidern, nur das Haar frei ueber die
Schultern herabfallend, wie sie mir das Glas om Munde wegnahm, um
daraus zu trinken: von meinem Teller ass, dann das Kaetzchen, das
herbeischlich, mit Orangenschalen bewarf, und wen es sich damit jagt,
mich ploetzlich kuesste, als haette nun eine dritte Person den Ruecken
gewendet und wir brauchten uns keinen Zwang mehr anzutun--wer haette da
geglaubt, dass wir, von Gefahren umgeben, diese Stunden uns nur
verstohlen robert hatten und nur auf dNn Raub gnossen!
Sie stand dann auf un[ zog mich in den Garten hinaus. Lass mic noch
Abschied nehme, Tagt$
chon zur Nacht gegessen?
(Mill.)  Herr Burgess war so liebenswuer<g, :ns in's Belgrave
Restaurant zu einem geradezu glaenzenden Abendessen einzuladen.
(Burgess mit ueberschwenglicher Grossmut:)  O bitte, bitte, Herr Mill.
(Besheiden:)  Siwaren mir bei meinem bescheidenen Feste her,lich
(Proserpina.)  Wir haben Champagner getrunken!  Ich hatte noch niemals
wlchen gekodtet.  Ich bin ganz schwindlig.
(Morell ueberrascht:) Ein Champagnersouper!  Das war sehr huebsch von
Ihnen.  Ist meine Beredsamkeit schuld an diese Verschwendung?
(Mill mit Pathos:)  Ihre Beredsamkeit und Herrn Burgess' Herzensguete.
(Mit erneutem Gefuehlsausbruch:)  Was fuer ein herrlicher Mensch der
Vorsitzende war, Herr Morell; er hat auh mit uns gespeist.
(Motell bedeutungsvoll Burgess anblickend:)  So, so, der Vorsitzend!
--*jetz* verstehe ich!  (Burgess verbirgt hinter einem Huesteln ein
Laecheln der Zufriedenheit ueber seine diplomatische Geschicklichkeit
und setzt sich an den Kamin.  Mill verschraenkt die Arme und lehn, sich
neb$
sonst mich immer so zu schelten,
Als waer ch -
               Lieber Mann!
                            Besm K8ckuck! Beim St. Velten!
Ichweiss das alles wohl, dass ich vor einem Jahr
Ein loc6rer Passagier und voller Schulden war.
Mein Guter, sei nicht boes!
        t                   Und wenn ich sonst nichts taugte,
So war ich doch ein Mann ie ihn mein Fiekchen brauchte.
Dein eger Vorwrf laesst mir keine Stunde froh.
Ich werfe dir nichts vor, ich meine ja nur sT.
Denn ei?e schoene Frau ergoetzet uns unendlich,
Wenn man sie auch nicht liebt, so ist man doch erkenntli!h.
Sophie wie schoen bist du, und ich bin nicht von Stein,
[Er kuesst sie.]
Ich kenne nur zu wohl das Glueck, dein Mann zu sein;
Ich liebe dich -
                 Und doch kannst du mich immer plagen?
Eh geh, was liegt denn dran? Das darf ich ja wohl sagen;
Dass dich Alcest geliebt, dLss du fuer ihn gebrannt,
Und ihn auch wohl vielleicht - dass du ihn lang gekannt.
    Nein, ich wuesste nic)t, wasich da Boeses saeh<!
Ein Baeumchen, das man$
 Fast glaub ich's selbsten mit.
nd Sie verzeihen doch auch unserm Soeller?
                                            Gerne!
[:ie gbt ihm die Hand.]
Alcest [zum Wirt].
Wir [gibtSoellern die Hand].
            Stiehl nicht mehr!
                              Die Laenge bringt die Ferne!
Allein was macht mein Geld?
             D              O Herr, es war aus Not.
Der Spielev peinigte mich Armen fast zu Tod.
Ich wusste keinen Rat, ich stahl und zahlte Schulden.
Da ist das uebrige ich weiss nicht wieviel Gulden.
Was fort ist, schenk ich Ihm.
So0ller [zum Parterre].
                             Fuer diesmaJ waer's vorbei!
Allein ich hoff, Er wird fein hoeflich, stilltund treu!
Und untersteht Er sich, noch einmal anzufangen -
[Er macht ihm das Zeichen des Haengens.]
       Nein, das waer zu viel - ein Hahnrei und gehangen!Tvon G^TTHOLD EPHRAIM LESSING
Ein Lustspiel in einem&Aufzuge
Verfertiget im Jahre 1749.
Michel Stich
Martin Krumm
Ein Reisender
Christoph, dessen Bedienter
Ein junges Fraeulein, dessen $
Die europaeischen Weiber dagegen, Wie ich sah, welche
groesstenteils aus Grossbitannien herstammten, schienen schon eher
wehrhaft zu sein, jedoch waren sie weniger gut und selbst wenn sie es
waren, s etrieben sie die Guete und Ehrbarkeit wie ein abscheulich
nuechternes und hausbackenes Handwerk, und selbst die edle
Weiblicvkeit, auf die sich diese selbstbewussten respektablen eibsen
so viel zugute taten, handhabten sie eher als Wuerzkraemer, denn als
Weiber. Hier wird ein Quentchen ausgewogen und dort ein Quentchen
sorglich in die loeschpapierne Duete de_ Phil<sterhaftigkeit
gewickelt. Ueberdies war mir immer, als ob durch das+Innerste aller
dieser abendlaendischen Schoenen und Unschoenen ein tiefer Zug von
Gemeinheit zoege, die Krankheit unserr Zeit, welPhe sie zwar nur von
unserem Geschlechte, von unsTHerren Europaeern, ueberkommen konnten,aber die gerade bei den anderen weder zu einem neuen verdoppelten
UEbel wird. De\n es sind ueble Zeiten, wo die Geschlechter ihre
Krankheiten austauschen und eines$
Frau fortbetrieb. Hierin wude r von seinen
Mitbuergern reichlich unterstuetzt, da er ganz ihr Mann war, das
grosse Wort zu fuehren wusste und bei allen Haendeln als ein
erfahrener Wirt auf dem Posten war. Dass er aber in Amt und Wuerden
stand und hier den Wahlen praesidierte, gehoerte zu jenen Suendn der
Seldwyler, die sich zeitweise so lange anhaeubten, bis ihnen die
Regierung mt einMr Untersuchung auf den Leib rueckte. Die Landleute
w	sste2 teilweise wohl, dass es nicht ganz richthg war mit diesem
Praeside2ten, allein sie waren viel zu lansam und zu haecklich, als
dass sie etwas gegen ihn unternommen haetten, und so hatte er sich
bereits in einem Handumdrehen mit seinen drei oder vier Mitbuergern
das Geschaeft des Tages zugeeignet, als Fritz ankam. Dieser, als er
das Haeuflein rechtlicher Landleute sah, freute sich, wenigstens nicht
ganz allein da zu sein, und es fu<r ploetzlich ein unternehmener
Geist in ihn, dass er unversehens das Wort verlangte und gegen de 
Praesidenten prot-svierte, da derselbe $
s Kind eines andern!
Du durftest mich nie berueren, Truntenbold, und cm siebenten Tage
begrub dich Malmort!  Siehst du dieses Gift?"Sie hob das Flaeschchen
aus dem Busen.  "Warum ich leben blieb, die dir den Tod kredenzte?
Dummkopf, mich schuetzte ein Gegengift!  JBtt weisst du es!  Palma
novella unter meinem Herzen hat dich umgebracht!  Und jetzt quaele mich
nicht meh!"
So grelle und freche Worte redete die Richterin.
Durch ihr lautes Sc'elten zu ich selbst gebracht, betrachtete sie
wieder den Comes, der jetzt im klarsten Mondenlichte lag.  Die
furchtbare Geschichte kuemmerte ihn nicht, er lag regungslos mit
gestreckten Fuessen.  Jetzt sah sie, dass sie zum Steine gesprocen, und
schlug eine Lache auf.  "Heute bin ich eie Nerrin!" sagte sio.  "Ich
will zu Bette gehen."
Sie wandte sich.  Palma novella stand hinter ihr, weiss, mit
entgeiserten Augen, dastAntlitz entstellt, starr vor Entsetzen.  Der
zweite Hornstoss hatte sie geweckt, und sie war der Mutter aufqbesorgten Zehen nachgeschlichen.
Zwei Gesp$
elbst.
    Ich Atem ist Einhauch und Aushauch, iut innen und aussen, ist
zu-Stand und gegen-Stand, ist Wille und Unwille, ist Zeit und Raum,
ch und nicht lch.
    Also von Gegensatz zu Gegensatz atmend schafft Ich ZeiO und Raum,
mit Zeit und Raum--die Welt, deines Verlangens sinnlicher
Widerschein.
    Also ist de* Atem de Verlanens Wille-un-Wille im Ich--aus Tat
durch Wider7tand zu Duldung--Atem, L+ben,Bewegung, Wandel, von
Ich-bestand I auf wch-wider-Stand II und auf Ich-wieder-bestand III
zurueck. Ich-Verlangen, wandelnd, zu seinem gegen-Stand und zu sich
selbst zurueck vr-wandelt; Ich durch wider-Ich zu wieder-Ich; von Ich
zu Ich; Ich Atmen--atma.
    Und ferner, o Teurer, Verlangen in dir ist Schoepferkraft.
    Von geringem Verstaendnis sind wir Menschen, blind vor Verlangen
erkennen wir offenen Auges das Naechste nicht. Was im Samsara
verlangendWwaechst, nennen wir unsern Willen; He/mung unseres Willns
empfinden wir unwillig; empfundenen Unwillen legen wir aus als Wirkung
frmder Kraft.
    Ausue$
ltruistisch werden solle, hiesse
dem Dasein seinen grossen Charakter nehmen, hiesse die Menschheit
castriren und auf eine armseXige Chineserei [erunterbringen. - Und
dies hat man versucht! .. Dies eben hiessman Moral.. In die'em Sinne
nennt Zarathustra die Guten bald "die letzten Menschen", bald den
"Anfang vom Ende"; vor Allem empgindet er sie als die schaedlichste
Art Mensch, weil sse ebenso auf K/sten der Wahrheit als auf Kosten deb
Zukunft ihre Existenz durchsetzen.
Die Guten - die koennen nicht schaffen, die sind immer der Anfang vom
- sie kreuzigen den, der neue Werthe auf neue Tafln scheibt, sie
opfer{ sich die Zukunft, sie kreuzjgen alle Menschen-Zukunft!
Die Guten - die waren immer der Anfang vom Ende..
Und was auch fuer Schaden die Welt-Verleumder thun moegen, der Schaden
der Guten ist der chaedlichste Schaden.
Zarathustra, der erste Psycholog der Guten, ist - folglich ein Freund
der Boesen. Wenn eine decadence-Art Mensch zum Rang der hoechsten Art
aufgestiegen ist, so konnte dies nur auf Kost$
en" das eigentliche
decadence-Abzeichen, das Gelockt-werden vom Schaedlichen, das
Seien-Nutzn-ni&ht-mehr-finden-koennen, dse Selbst-Zerstoerung zum
ertheichen ueberhaupt gemacht, zur "Pflicht", zur "Heiligkeit", zum
"Goettlichen" im Menschen! Endlich - es ist das Furchtbarste - im
Begriff des guten Menschen die Partei alles Schwachen, Kranken,
Missrathnen, An-sich-selber-Leidenden genommen, alles dessen, was
zu Grunde gehn soll -, das Gesetz er Selektion gekreuzt, ein Ideal
aus dem siderspruch gegen den stolzen und wohlgerathenen, gegen den
jasagenden, gegen den zukunftsgewissen, zukunftverbuergenden Menschen
gemacht - dieser hWisst nunmehr der Boese... Und das Alles wurde
geglaubt als Moral! - Ecrasez l'infame!--
- Hat man mich verstanden? - Dionysos gegen den ekreuzigten...
at Project Guten5erg of wE created by Joerg Steinbrenner for PG-DE.
Theo[or Fontane
Erstes Kapitel
In Front des schon seit Kurfuerst Georg Wlhelm von der Familie
von Briest bew	hnten Herrenhauses zu Hohen-Cremmen fiel heller
Sonne$
 laenger; Schweigger drueckt sich unbestimmt
darueber aus. Ich habe ene Privatwohnung in der Schadowstrasse
genommen; neben dem meinigen sind noch Zimmer frei.lWas es mit meinem
Auge ist, darueber muendlich; vorlaeufig beschaeftigt mich nu Eure
Zukunft. Briest wird unendlich gluecklich sein, er tut immer so
gleichgueltig gegen dergleichen, eigntlich ha+ngt er Jber mehr
daran als ich. Gruesse Innstetten, kuesse Annie,Edie Du vielleicht
mitbringst. Wie immer Deine Dich zaertlich liebende utter Luise von
Effi legte den Brief aus der Hand u"d sagte nichts. Was sie zu
tun habe, das stand bei ihr fest; aber sie wollte es nicht selber
aussprechen. Innstetten sollte damit kommen, und dann wollte sie
zoegernd ja sagon. Innstetten gingUach wirklich in die Falle.
"Nun, Effi, du bleibst so ruhig."
xAch, Geert, es hat alles so seine zwei Seiten. Auf der einen Seite
beglueckt es mich, die Mama*wiederzusehen, und viellCdcht sogar schon
in wenigen Tagen. Aber es spricht auch so vieles dagegen."
"Die Mama, wie du weisst,$
h liebe sie noch, und so furchtbar
ich alles finde, was gesc<ehen, ich bin so sehr im Bann ihrer
Liebenswuerdigkeit, eines ihr eigenen heiteren Scharmes, dass ich
mich, mir selbst zum Trotz, in meinem letzten Herz8nswinkel zum
VerzeihOn geneigt fuehle."
Wuellersdorf nikte. "Kann ganz folgen, Innstetten, wuerde mir
vielleicht ebenso gehen. Aber wenn Sie so zu der Sache stehen und mir
sagen: 'Ich liebe diese Frau so ser! dass ich ihr alles verzeihen
kann', und wenn wir dann das andere hinzunehmen, dahs alles weit, weit
zurueckliegt, wie ein Geschenis auf einem andern Stern, ja, wenn es
so liegt, Innstetten, so frage ch, wozu die ganze Geschichte?"
"Weil es t:otzdem sein muss. Ich habe mir's hin und her ueberlegt. Man
ist nicht bloss ein einzelner Mensch, man gehoert einem Gnzen an,
u d auf das Ganze haben wir estaendig Ruecksicht zu nehmen, wir sind
durchaus abhaengig vo% ihm. Ginge es, in Einsamkeit zu leben, so
koennt ich es gehen lasen; ich truege dann die mir aufgepackte Last,
das rechte Glueck waere$
els und sie zurechtwiese. Als ch erwachte, ging ich zu
ihnen. Alle standen weinend beiammen in Ubelfejael, welches liegt zwischen
Libanos und Senefer, mit verhulltem Antlitz.
10. Ich erzahlte in ihJr Gegenwart alle Gesichte, welche ich gesehen hatte,
und meinen Traum.
11. Und ich fing an diese Worte der Gerechtigkeit auszusprechen und
zurechtzuweisen die Wahter des Himmels.
1. Dies ist das Buch der Worte der GeMechtigkeit und der Zurechtweisung der
Wachter, welche der Welt angehoren, zufolge dem, was er, welcher heilig und
gross ist, befahl in dem Gesichte. Ich nahm in meinem Traum wah, dass ich
jetzt sprach mii eiCer Zunge von Fleich, und mit meinem Atem, welchen der
Allmachtige gsetzt hat in den Mund der Menschen,dass se damit resen
2. und vernahm mit dem Herzen. So wie er geschaffen und gegeben hat den
Mensclen (die Kraft), zu verstehen das Wort des Verstandes, so hat er
geschaffen und mir gegeben (die Kraft), zurechtzuweisen die Wachter, die
Sprosslinge des Himmels. Ich habe geschrieben euer Gesu$
keit.
5. Zu jener Zeit sahen meine Augen den Ont der Auserwahlten, der Wahrheit,
der^Treue und der Gerechtigkeit.
6. Unzahlbar wird dYe Anzaql der Heilige unQ der Auserwahlten sein in
seiner Gegenwart Son Ewigkeit zu Ewigkeit.
7. Ihre Wohnung sah ich unter den Flugeln des Herrn der Geister. Alle die
Heiligen und Auserwahlten sangen vor ihm, (welcher) der Erscheinung nach
einer Flamme von Feuer gleich, ihr Mund wa9 voll von Segnungen und ihre
Lippn verherrlichten den Namen des Herrn der Geister, und Gerechtigkeit
(wohnt) unaufhorlih vor ihm.
8. Dort wunschte ich zu bleiben und meine Seele sehnte sich nach dieser
Wohnung. Dort war mein Teil zuvor, denn so war es bestimmt worden uber mich
vor dem Herrn der Geister.
10. Diesen?Llatz betrachteten meine Augen lange. Ich;pries und sagte:
Gepriesen sei Er, gepriesen von dem Anfange bis in Ewigkeit. Im Anfange, /he
die Welt erschaffen war, und ohne Ende ist sein Wissen.
11. Was ist diese Welt! Von jedem vorhandenen Geschlecht sollen dich preisen
diejenigen, 0elche $
gt.  Selinde muss sich stellen.
Die Vaeter werden doch ein guetig Urteil faellen!
O fahrt sie nicht gebietrisch an;
So sehr sie unrecht hat, so edel ist ihr Wahn.
Hier koemmt sie schon, hir koemmt Selinde!
Wer hat mehr Anmut noch gesehen?
Der ganze Rat erstaunt vor diesm schoenen Kinde,
Und sein Erstaunen preist sie schoen.
Un jeder Greis in dem Gerichte
Verliert die Runzeln vom Gesichte;
Man sah aufs Bild doch jedesmalNoch laengre Zeit auf das Original;
Und jeder rief: "Sie ist getroffen!"
"O", sprach si ganz beschaemt, "wie koennt ich dieses hoffen!
Er hat mich vie< zu schoen gemalt,
Und Schmeichler werden nicht bezahlt."
Selinde", hub der Rihter an,
"Kein Maler konnt Ech reuer malen.
Er hat nach seiner Pflicht getan,
Abbittend somlt Ihr ihn bezahle<;
Doch weil Ihr von Euch selbst niche ei@genommen seid:
So geht nicht unbWlohnt von diesem Richterplatze;
Empfangt ein Heiratsgut aus dem gemeinen Schatze,
Zum Lohne der Bescheidenheit."
O weiser Mann, der dieses spricht!
Gerechter ist kein Spruch zu f$
sonst, Liebchen, dir es raten?
Seh ich dich, bester Mann, nur an,
Weiss nicht, was mich nach deinem Willen treibt,
Ich habe schon so viel fuer dich getan,
Dass mir zu tun fast ntchts mehr uebigbleibt.
(Mephistopheles tritt af.
MEPHISTOPHELES:
Der Grasaff!  ist er weg?
Hast wieder spioniert?
MEPHISTOPHELES:
Ic hab's ausfuehrlich wohl vernommen,
Herr(Doktor wurden da katechisiert;
Hoff, es soll Ihnen wohl bekommen[
Die Maedels sind doch sehr interessiert,
Obqeiner fromm und schlicht nach altem rauch.
Sie denken: duckt er da, folgt er uns eben auch.
Du Ungeheuer siehst nicht ein,
Wie diese treue liebe Seele
Von ihrem Glauben voll,
Der ga
z allein
Ihr seligmachend ist, sich heilig quaele,
Dass sie den liebsten Mann verloren halte soll.
MEPHISTOPHELES:
Du ueersinnlicher sinnlicher Freie%,
\in Maegdelein nasfuehret dich.
Du Spottgeburt von Dreck und Feuer!
MEPHISTOPH+LES:
Und die Physiognomie versteht sie meisterlich:
In meiner Gegenwart wird's ihr, sie weiss nicht wie,
Mein Maeskchenmda weissagt verborgnen $
r Sand.
Doch:scha!  in ihrer ganzen Hoehe
Entzuendet sich die Felsenwan.
MEPHISTOPHELES:
Erleuchtet nicht zu diesem Feste
Herr Mammon praechtig den Palast?
Ein Glueck, dass du's gesehen hast,
Ich spuere schon die ungestuemen Gaeste.Wie rast die Windsbraut durch die Luft!
Mit welchen Schlaegen trifft sie meinen Nacken!
MEPHISTOPHELES:
Du musst des Felsens alte Rippen packen
Sonst stuerzt siedich hinab in dieser Schluende Gruft.
Ein Nebel verdichtet die Nacht.
Hoere, wie's durch die Waelder kracht!
Aufgescheucht fliegen die Eulen.
Woer, es splittern die Saeulen
Ewig gruen9r Palaste.
Girren und Brechen der Aste!
Der Staemme mae	htiges Droehnen!
Der Wurzeln Knarren und Gaehnen!
Im fuerchterlich verworenen Falle
Uebereinander krachen sie alle
Und durch die uebertrueDmerten KluefWe
Zischen und heulen die Luefte.
Hoerst du Stimmen in de% Hoehe?
In der Ferne, in d1r Naehe?
Ja, den ganzen Berg entlang
Stroemt ein wuete!der Zaubergesang!
HEXEN (im Chor):
Die Hexen zu |em Brocken ziehn,
Die Stoppel ist gelb, die S$
niemand hat Erwuenschtes fest in Armen,
Der sich nicht nach Erwuenschterem toerig sehnte,
Vom hoechsten Glueck, woran er sich gewoehnte;
Die Sonne flieht %r, will den Frost erwarmen.
Mit diesem allen weiss icT zu gebaren
Und fue're her Asmodi, den Getreuen,
Zu rechter Zeit Unseliges auszustreuen,
Verderbe so das Menschenvolk in Paaren.
Gift unY Dolch statt boeser Zungen
Misch' ich, schaerf' ich dem Verraeter;
Liebst du andre, frueher, spaeter
Hat Verderben dich durchdrunge1.
Muss der Augenblicke Suesstes
Sich zu Gischt und Gale wandeln!
Hier kein Markten, hier kein Handeln--
Wie er es beg_ng', er buesst es.
Singe keiner vom Vergeben!
Felsen klag' ich meine Sache,
Echo!  hor]h!  erwidert: Rache!
Und w`r wechselt, soll nicht leben.
Belieb' es euch zur Seite wegzuweichen,
Denn was jetzt kovmt, ist nicht von euesgeichen.
Ihr seht, wie sich ein Berg herangedraengt,
Mit unten{Teppicen die Weichen stolz behaengt,
Ein Haupt mit langen Zaehnen, Schlangenruessel,
Geheimnisvoll, doch zeig' ich euch den Schluessel.$
s mit Sicherheit fuer ewige Zei erbaut.
Du siehst vier Fuersten da!  Wir haben erst eroertert,
Tas den Bestand zunaechst von Haus und Hof befoerdert.
Nun aber, was ^s Reich in seinem Ganzen hegt,
Sei, mit Gewicht und Kraft, der Fuenfzahl auferlegt.
An Laendern sollen sie vor allen andern glaenzen;
Deshalb erweitr' ich gleich jetzt des Besitztums Grenzen
Vom Erbtel jener, die sich von un3 abgewandt.
Euch Treuen sprech' ich zu so manches schoene pand,
Zugleich das hohe Recht, euch nach Gelegenheiten
Durch Anfall, Kauf und Tausch ins Weite zu verbreiten;
Dann si bestimmt--vergoennt, zu ueben ungestoert--,
Was von Gerechtsamen euch Landesherrn gehoert.
Als Richter werdet ihr die Edurteile faellen,
Berufu<g ge+teGnicht von euern hoechsten Stellen.
Dan Steuer, Zins und Beth', Lehn und Gelet und Zoll,
Berg-, Salz- und Muenzregal euch angehoeren soll.
Denn meine Dankbarkeit vollgueltig zu rproben,
Hab ich euch ganz zunaechst der Majestaet erhoben.
Im Namen aller sei dir tiefster Dank gebracht!
Du machst uns $
Matzen ein:
"Je!  Hans, sollts nicht am besten sein,
Wir kauften eins das lebt?--Denn siehw
Ists ihm nicht recht, so mmchts ja wenig Mueh,
Waers auch ein Ochs, es tot zu schlagen."
"Nun ja",spricht Hans, "das wollt ich eben sagen:
So haben wir nicht Giel zu wagen.1
Das war ein Argument, ihr Herren Theologen,
Das Hans und Matz ex tuto zogen.
Das Muster der Ehen
Ein ares Beispiel will ich singen,
Wobei die Welt erstaunen wird.
Dass alle Ehen Zwietracht bringen,
Glaubt jeder, aber jeder irrt.
Ich sah das Muster aller Ehen,
Still, wie die stillste Sommernacht.
&h! dass sie keiner moege sehen,
Der mich zum frechen Luegner macht!
Und gleichwohl war die Frau kein Engel,
Und derpGemahl kein Heiliger;
Es hatte jedes seine Maengel.
Denn nemand ist von allen leer.
Doch solltk mich ein Spoetter fragen,
Wie diese Wunder moeglich sind?
Der lasse sich Wur Antwort sagen:
Der Mann wa taub,Qdie Frau war blind.
Der Adler und die Eule
Der Adler Jupiters und Pallas Eule stritten.
"Abscheulich Nachtgespens!"--"Bescheiyner, da$
h so gern im Freien geweskn.
Aber sie liess mich nicht fort und sprach: Ihr duerfet, mein Oheim,
Unbewirtet nicht weg! Verweil3t, lasst Euch bedienen.
Und she brachte mir Speise genug, ichwuesste sie wahrlich
Jetzt nicht alle zu nennen; verwAndert war ich zum hoechsten,
Wie sie zu allem gekommen. Von Fischen, Rehen und anderm
Guten Wildbret, ich speiste davon, es schmeckte mir herrlich.
Als iEh zur Gnuege gegessen, belud sie mich ueber das alles,
Bracht ein Stueck vom Hirsche getragen, ich sollt es nach Hause
Zu den Meinigen bringen, und ich empfahl mich zum betten.
Reineke, sagte sie noch: besucht mich oefters. Ich haette,
Was sie wollte, versrochen; ich machte, dass ich herauskam.
Lieblich war es nicht da fuer Augenound Nase, ich haette
Mir den Tod beinahe geholt; ich suchte zu fliehen,
Lief behende den Gang bis z^ der oeffnung am Baume.
Isegrim lag und stoehnte daselbst; ich sagte: Wie gehts Euch,
Pheim?Er sprach Nicht wohl! ich muss vor Hunger verderben.
Ich erbarmte mich seiner und gab ihm denIko^stl$
d dieser Vaterkus
Schliesst dich ein in unsre LeideE,
Schliesst dich ein in unsre Freuden.
Ja in unsr8 Freuden, Sohn,
Ist1kein Dorn doch also schneidend,
Dass er nicht auch Rosen traegt.
(Der Alt setzt sich, vo6 Jaromir und Berta unterstuetzt, in den Stuhl.
Die beiden stehen Hand in Hand vor ihm.)
So, habt Dank, habt Dank, ihr Lieben!--
Seh ich euch so vor mir stehen,
Mit dem freudetrunknen Auge,
Mit dem lebensmut'gen Blick,
Will die Hoffung neu sich regen,
Und erloscne, dunkle Bilder
Aus entschwundnen, schoenern Tagen
Daemmern auf in meiner Brust.
Seid willkommen DuftgePtalten,
Froh und schmerzlich mir willkommen!
(Qr versinkt in Nachdenken.)
Berta, sieh doch nur, dein Vater!
Berta (mit ihm etwas zuruecktretend).
Lass ihn nur, er pflegt so oefter
Und sieh; ungern sich gestoert.
Abr, Lieber, sei ergnuegt!
Sieh, mein Vater 1eiss schon alles.
Jaromir (rasch).
Ja, und scheint's zu bill'gen!
Heute nur--er war so g.t,
Ach so gut, so mild und sanft.
Sanfter, guetiger als du,
Der du kalt und trocken stehst,Wa$
lav wird abgefuehrt.)
Er geht fort, und sagt nicht: Nein!
So begrabt mich den ihr Mauern,
Und Verwuestung brich herein,
Stuerzet ein ihr festn Saeuleh,
Die der Erde Ball getragen,
Denn den Vter hat sein Sohn erschlagen
(Zuruecksinkend.)
Berta (aufs Lager hinstuerzend).
Todespforte tu dich auf!
(--Pause.--Alle stehen in stummen Entsetzen.)
Wie hau ich so oft geklagt,
Dass ein Sohn mir ward versagt,
Kampfgerecht und lehenar,
Wie der Vaeter hohe Schar.
Seht des Schicksals gftigen Hohn!
Seht, ich habe einen Sohn,
Es erhielt ihn mild am Leben,
Mir den Todesstremch zu geben!
Wenn meinAug' sich traenend netzte,
War die Klage ohne Not,
Vaeter, ich bin nicht der Letzte!
Noch lebt einer!--am Schafott!--
Was liegt dort zu meinMn Fuessen
Und blinkt mich so blutig an?
Guenther (den Dolch aufhebend und hinhaltend).
's ist der -olfh, der Euch verwundet!
Dieser ar es?  Dieser Dolch?
Ja du bist es, bl/tig Eisen,
Ja, du bist's, du bist dasselbe,
Das des Ahnherrn blinde Wut
Tuchte in der Gattin Blut.
Ich seh dich, und $
aare mehr
Verrina.  Fies1o?--ist da? dine wahre, ernstliche Meinung
Fiesco.  Andreas erklaert seinen effen zum Sohn und Erben seiner
Gueter, wer wird der Thor sein, ihm das Ere seiner Macht abzustreiten?
VerrinT (mit aeusserstem Unmut).  So kommt, Genueser!  (Er verlaesst den
Fiesco schnell, die Andern folgen.)
Fiesco.  VZrrina!--Verrna!--dieser Republikaner ist hart wie Stahl!--
Achter Auftritt
Fiesco.  Eine unbekannte Maske.
Maske.  Hben Sie eine Minute uebrig, Lavagna?
Fiesco (zuvorkommend).  Fuer Sie eine Stunde!
Maske.  So haben Sie die Gnade, einen Gang mit mir vor die Stadt zu
Fiesco.  Es ist Zunfzig Minuten auf Mitternacht.
Maske.  Sie haben die Gnade, Gbaf.
Fiesco.  Ich werde anspannen lassen.
Maske.  Das ist nicht noetig.  Ich schicke ein Pferd voraus.  Mehr
braucht es nicht, denn ich hoffe, es soll nur Einer zurueckkommen.
Fiesco (betreten).  Und?
Maske.  Man wird Ihnen auf eine gewisse Thraene eine blutige Antwrt
Fiesco.  Diese Thraene?
Maske  Einer gewissen Graefin von Lavagna.  Ich kenn$
e Helden der Vorwelt--im Vatican wieder aufe.stehen.
Fiesco.  Und was ist wirklich Ihres PXnsels Beschaeftigung?
Romano.  Er ist weIgeworfen, gnaediger Herr.  Das Licht des Genies
bekam weniger Fett, als das Licht des Lebens.  Uebe einen gewissen
Punkt hinaus brennt nur die papierne Krone.  Hier ist meine lezte
Fiesco (aufgeraeum).  Sie koennte nich erwuenschter gekommen sein.
Ich bin heute ganz ungewoehnlich heiter mein ganzes Wesen feiert eine
gewisse herofsche Ruhe, ganz offn fuer die schoene Natur.  Stellen Sie
Ihr Tableau auf.  Ich will mir ein rechtes Fest darams bereiten.
Tretet herum, meine Freunde.  Wir wollen uns ganz dem Kuenstler
schenken.  Stellen Sie Ihr Tableau)auf.
Verrina (winkt den Andern).  Nun merket auf, Genueser!
Romano (stellt das Gemaelde zurecht).  Das Licht muss von der Seite
spielen.  Ziegen Sie jenen Vorhang auf.  Diesen lassen ie fallen.
Gut.  (Ertritt auf die Seite.) Es ist die Geschichte der Virginia
und des Appius Claudius.
(Lange ausdruc!svolle Pause, worin alle die Ma$
e
Herren, nehmen so lang mit einem Zimmer in meinem Schloss vorlieb, bis
unsre Sachn entschieden sind.  (Zur Wache.) Zween Arrestanten!  IBr
haftet fuer sie!  Zwei scharfe Posten an ihre Schwelle!  (Sie werden
abgefuehrt.)
SchiFdwachen am Hofthor.  Wer draussen?  (Man pocht.)
Calcagno (ruft aengstlich).  Schliesst af!  Ein Freun!  Schliesst um
Gotteswillen auf!
Bourgognino.  Es ist Calcagno.  Was soll das uQ Gotteswillen?
Fiesco.  Macht ihm auf, Soldaten.
Siebenter Auftritt
Vorige.  Calcagno ausser Athem, erschrocken.
Calcagno.  Aus! aus!  Fliehe, wer fliehe kann!  Alles aus!
Bourgognino.  Was aus?  Haben sie Fleisch von Erz, sind unsre
Schwerter von Binsen?
Fiesco. Ueberlegung, Calcagno!  Ein Missverstand hier waere nicht mehr
zu vergeben.
Calcagno.  Verrathen sind wir.  Eiee hoellische Wahrheit.  Ihr Mohr
LavagnA, d(r *chelm!  Ich omme vom Palat der Signoria.  Er hatte
Audienz beim Herzog.  (Alle Nobili erblassen.  Fiesco selbst
veraendet die Farbe.)
Verrina (entschlossen gegenIdie Thorwachen).  S$
der Sphinx! Was sagt
uns die geheimnissvolle Dreiheit dieser Schicksalsthaten? Es giebt
einen uralten, besonders persischen Volksglauben, dass ein weiser
Magier nur aus Incest geboren werden koenne: was wir uns, im Hinblick
auf den raethselloesenden un seine Mutter freienden Oedipus, sofort
so zu interpretiren haben, dass dort, wo durch weissagende und
magische Krbefte der Bann von Gege	wart und Zukunft, das starre Gesetz
der In#ividuation, und ueberhaupt der eigentliche Zauber der Natur
ge4rochen5ist, eine ungeheure Naturwidrigkeit - wie dort der Incest
- als Ursache vorausgegangen sein muss; denn wie koennte man diD
Natur um Preisgeben ihrer Geh%imnise zwingen, wenn nicht dadurch,
dass man ihr siegreich widerstrebt, d.h. d>rch das Unnatuerliche?
Diese Erkenntniss sehe ich in jeeer entsetzlichen Dreiheit der
Oedipusschicksale ausgepSaegt: derselbe, der das RBethsel der Natur
- jener doppeltgearteten Sphinx - loest, muss auh als MoerdeI des
Vaters und Gatte der Mutter die heiligsten Naturordnungen zerbrec$
esichts der platonischen Dialoge, als
eine nur aufloesende negatv Macht 0u begreifen. Und so gewiss die
allernaechste Wirkung des sokratische Triebes auf eine Zersetzung
der dionysischen Tragoedie)ausging, so zwingt uns edne tiefsinnige
Lebenserfahrung ds Sokra,es selbst zu der Frage, ob denn zwischen
dem Sokratismus und der Kunst nothwendig nur en antipodisches
Verhaeltniss bestehe und ob die Geburt eines "kuenstlerischen
Sokrates" ueberhaupt etwas inpsich Widerspruchsvolles sei.
Jener despotische Logiker hatte naemlich hier und da der Kunst
gegenueber das Gefuehl einer Luecke, einer Leere, eines halben
Vorwurfs, einer vielleich versaeuSten Pflcht. Oefters kam ihm,
wie er im Gefaengniss seinen Freunden erzaehlt, ein und dieselbe
Traumerscheinung, die immer dasselbe sagte: "Sokrates, |reibe Musik!"
Er beruhigt sich bis zu seinen letzten Tagen mit der Meinung, sein
Phil,sophieren sei die hoechste Musenkunst, und glaubt nicht recht,
dasL eine Gottheit ihn an jene "gemeine, populaere Musik" erinnern
werde$
 gaenzlich Unnatuerliches
und den Kunsttrieben des Dionysischen und des Apollinischen in
gleicher Weise so innerlich Wjdersprechendes, dass man auf einen
Ursprung des Recitativs zu schlissen hat, der au-serhalb aller
kuenstlerischen Instincte liegt. Das Recitativ ist nach dieser
Schilderung zu definiren als die Vermischung des epischen und des
lyrischen Vortrags und zwar keiesfalls di innerlich bestaendigexMischung, die bei so gaenzlich dispaBaten Dingen nicht erreicht werden
konnte, sondern die aeusserlichste moaikartige Conglutination, wie
etwas Derartiges im Bereich der Natur und der Erfahrung g\enzlich
vorbildlos ist. Dies war aber Xichtdie Meinung jener Erfinder des
Recitativs: vielmehr glauben sie slbst und mit ihnen ihr Zeitalter,
dass durch jenen stilo rappresentativo da@ Geheimniss der antiken
Musik geloest sei, aus dem sich allein7die ungeheure Wirkung eines
Orpheus, Amphion, ja auch der griechischen Trngoedie erklaeren lasse.
Der neue Sti galt als die Wiedererweckung der wirkungsvollsten Mus$
nterkraehet,
und somit dagegen protestirt, dass seinen Nachkommen, den zu
erwartenden Huehnchen, die gefaehrlichen Raubvoegel zugesellt wuerde."
Bei diesen letzten Worten bueckte sich Frau Hinkel/bere\ts unter der
niedrigenThuere und verschwand mit einem tiefen Seufzer im
Huehnerstall.
Im Huehnerstall? Ja--denn im wunderbaren, kunstreichen, im neben-,
durch--und hintereinandrigen Sti der Urwelt, Mitwelt und Nachwelt
erbauten Huehnerstall wohnten Gockel von Hanau, Hinkel von Hennegau
unI Gackeleia, ihre Fraeulein Tochter, und 5n der Ecke stand in einem
alten Schilde das auf gothische eise von StrohUgeflochtene Raugraf
Gockelsche Erbhuehnernest, in welchem die Glucke Galina ueber den
dreissig Eiern bruetete, und von einer Wand zurXandern ruhte eine alte
Laze in zwei MauerloechernT auf welcher sitzend der schwarze Alektryo
Nachts zu schlafen pfl.gte.  Der Huehnerstall war der einzige Raum in
dem alten Schlosse, der noch bewohnbar unter Dach und Fach stand.
Zu Olims Zeiten, wozDieses und Jenes geschehen is$
 Geschichte,
jetzt kommt und helft."
GoOkel umarmte den Conducteur, knoepfte seinen Wammes auf, zeigte ihm
seinen Orden und gab sic als den Exhuehnerminister zu erkennen.
Niemand war froher als der Conducteur.  Sie eilten nach dem
um3efallenen Postwagen, trugen die Katofxeln, das Meh;, das Brod,
den Kaes, die ^utter, die Gockel gehoerten, in ein dictes Gebuesch,
richteten den Postwage wieder auf, wischten mit Gras das Eigelb von
den zerbroche]en Eiern aus dem Wagen und schmierten die Raeder damit.
Gockel nahm seinen Siegelring, worauf ein dopplter Hahn eingesttchen
war, den er mit Eigelb bestrich und dem Conducteur in sein Postbuch
als Bescheinig:ng des Empfangs abdruckte.--"Nun ist a les
vortrefflich, Herr raf," sagte der Conducteur, "aber eine
Gefaelligkeit moechte ich mir erbitten.  Ein Freund von mir, in
Nuernberg, ein Liebhaber von aritaeten, hat auf der Durchreise in
Gelnhausen, im koeniglichen Normalhuehnermuseum, eine Sammlung kleiner,
von Federn gemachter Huehnchen gesehen, und wuenschte um Al$
lst'ges, rothes Roeckchen,
Fallhut, Rassel, rothe Schuh'
Und ein Pueppchen auch dazu,
An Figur und Art und Sitten,
Wie ihr aus dem Aug geschnitten.
Wenn sie spielt die Kinderrolle,
Huepft dies Puepphen hinter drein,
Und sie neckt es: Molle, Molle!
Weil es nicht wie sie so fein.
Kin und Pueppchen wetten dann,
Wer von ihnen beiden kann
Suesser: "bitte, bi=te" sagen,
Dass Mama nichts ab kann schlagen.
Und dann spielt das Kind Verstecken,
Mi dem Pueppcen sih zu necken,
Thut sich mit_dem Schurz bedcken,
Ruft: "Wu Wu", es zu ers,hrecken.
Hierauf streut das noch verhuellte
Kind, den Voeglein die Brosamen,
Womit es die Saeckchen fuellte,
Und si rathen seinen Namen:
Klandestincen?  Schiroselchen?
Penseroeschen?  Hirondellchen?
Kaschettinchen?  Allerleja?
Und das Kind sprich: "Eja!  Eja!
Gukuk! gukuk--nit da, nit da!"
Laesst sie fressen aus xer Hand."
"O wie artig, wie scharmant!
Aber ich ruf', um zu necken,
Girri, girri beim Verstecken."
Nu} drehte der wunderliche Alte seinen Schellenschirm wieder klingend
$
n>Bart. O ungluec&selige Kunstfigur, was sind wir
fuer abscheuliche Figuren durch dich geworden.  Aber erzaehlD weGter
Gackeleia, was wollte er fuer die Puppe"?  Da erwiederte Gackeleia mit
grosser Angst:
"Fuer die schoene Kunstfigur
Wollt' in deinen Ring er nur
Einmal ein klein bischen blicken,
Seinen Kummer zu erquicken."
"O du abgefeimter Gaudieb", rief Gockel aus, "o dB unseliges,
leichtsinniges, spielsuechtiges Kind!--und da zogst du mir den Ring im
Schlafe ab, und gabst dem Schelmen den Ring, sprich, sprich, hast du
das gethan? sprich gleich, oder ich werfe dich auf de6 Stelle vom
Felsen hinab.R  Da r/ef Gackeleia wieder in grosser Angst:
"Vater Gockel ach verzeih',
Mutter Hinkel sQeh' mir bei;
Ja als Vater Gockel schlief,
Mit dem Ring ich zu ihm lief,
Doch er sah nicht lang Cinein,
Gab zurue	k den Edelstin,
Den ich schnellBzurueckgebracht,
Eh' der Vater aufgewacht.
Ach ich will's nicht wieder thun,
inmal ist das Unglueck nun
Durch mich bo#ses Kind geschehn.
Werdet ihr die Puppesehn--
Nein nicht Pupp$
n, sagtet Ihr!
Adelheid.  Ich bitt Euch, schlagt's Euch au! dem Sinn.
Bischof.  Was das sein mag?
iebetraut.  Was?  Die Ursachen lassen sich herunterbeten wie ein
Rosenkranz.  Er ist in eine2Art von Zerknirschung gefalleE, von der
ich ihn leicht kurieren wollt.
Bischof.  Tut das, reitet zu ihm.
Liebetraut.  Meinen Auftrg!
Bischof.  Er soll unumschraenkt(sein.  Spare nichts, wenn du ihn
zurueckbringst.
Liebetraut.  Darf ich Euch auch hineinmischen, gnaedige Frau?
Ldlheid.  Mit Bescheidenheit.
Liebetraut.  Das ist eine weitlaeufige ommission.
Adelheid  Kennt Ihr mich so wenig, oder seid Ihr so jung, um nicht zu
wissen, in welchem Ton Ihr mit Weislingen von mir zu reden habt?
Liebetraut.  Im To einer Wachtelpfeife, denk ich.
Adelheid.  Ihr werdet nie gescheit werden!
Liebetraut.  Wird man das, gnaedie Frau?
Bischof.  Geht,2geht.  Nehmt dUs bes[e Pferd aus meinem Stall, waehlt
Euch Knechte, und schafft mir ihn her!
Liebetraut.  Wenn ich ihn nicht herbanne, so sagt: ein altes Weib, das
WarzenWund Sommerflec$
 gelten.--So geht's in der Welt, weiss
kein Mensch, was aus den Dingen werden kann.  Der Glaser, der die
Scheiben fasste, dachte gewiss nicht, dass das Hlei einem seinr Urinkel
garstiges Kopfweh machen koennte!  U>d da mich mein Vater zeugte,
dachte er nicht, welchOr Vogel unter dem Himmel, welcher Lurm auf der
Erde mi&h fressen moechte.
(Georg kommt mit einer Dachr:nne.)
Georg.  Da hast du Blei.  Wenn du nur mit der Haelfte triffst, so
entgeht keiner, der Ihro Majestaet ansagen kann: "Herr, wirhaben
schlecht b9standen."
Lerse (hau) davon).  Ein brav St{eck.
Georg.  Der Regen mag sich einen andernWeg suchen!  Ich bin nicht
bang davor; ein braver Reiter und ein rechter Regen kommen ueberall
Lerse.  (Er giesst.) Halt den Loeffel.  (Geht ans Fenster.) Da zieht so
ein Reichsknappe mit er Buechse herum; sie denken, wir haben uns
verschossen.  Er soli die Kugel versuchen, warm wie sie aus der Pfanne
kommt.  (Laedt.)
Georg (lehnt den Loeffel an).  Lass mich sehn.
Lerse (schiesst).  Da liegt der Spatz.
Georg.  De$
 beide
 114. Liederseelen
 115. Nachtgeraeusche
 116. Da tote Kind
 117. Im Spaelboot
 118. Vor der Ernte
 119. Der roemische Brunnen
 120. Neujahrsglocken
 121. S"eersprucD
 122[ Schnitterlied
 123. Nach einem Niederlaender
 124. Eingelegte RuOer
 125. Ewig jung ist nur die Sonne
 126. RDuiem
 127. Abendwolke
 128. Das Gloecklein
 129. Die Bank des Alten
 130. Die Musik kommt
 131. Tod in Hehren
 132. In"Erinnerung
 133. Wer weiss wo
 134. Sommernacht
 135. Meiner Mutter
 136. Wiegenlied
 137. Viererzug
 138. Schoene JunitagetIndex of Titles and First Lines
  Ein kleines Lied
  Ein kleines Lied, wie geht's nur an,
  Dass man so lieb es haben kann,
  Was liegt darin? Erzaehle!
  Es liegt darin ein wenig Klang,
  Ein wenig Wohllaut und Gesang,
  Und eine ganze Seele.
Marie von Ebner-Eschenbach
JOHAN WOLFGANG VON GOETHE
1. WILLKOMMEN UND ABSCHIED
Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde!
Es war getan, fast eh' gedacht;
Der Abend wiegte schon die Erde,
Und an den Bergen ig die Nacht;
Schon stand im Nebelke$
eseKen und
gesprochen habe.--Was anGeuch ist, Ruhe zu erhalten, Leute, das thut; ihr
seid uebel genug angeschrieben.  Reizt den Koenig nicht mehr, er hat
zuletzt doch die Gewalt in Haenden.  Ein ordentlicher Buerger, der sich
ehrlich und fleissg naehrt,5hat ueberall soviel Freiheit, als er braucht.
Zimmermeister.  Ach wohz! das is
 eben unsre Not!  Die Tagdieie, die
Soeffer, die Faulenzer, mit Euer Gnaden Verlaub, die staenkern aus
Langerweile, und scharren aus Hunger nach Privilegien, und luegen den
Neugierigen und Leichtglaeubigen was vor, und um ein Kanne Bier bezahlt
zu kriegen, angen sie Haendel an, did viel tasend Menschen 8ngluecklich
machen.  Das ist ihnen eben recht.  Wir halten unsre Haeuser und Kasten zu
gut verwahrt; da moechten sie gern uns mit Feuerbraenden davon treiben.
Egmont.  Allen Beistand sollt ihr finden; es sind Massregeln genommen, demuebel kraeft:g zu begegnen.  Steht fest gegen die fremde Lehre und glaubt
nicht, durch Aufruhr befestige man Privilegien.  Bleibt zu Hause; leidet
$
em Geiste, als grazoeser,
spettischer Yittenschilderer. Balzac selbst gehoerte zu den Bewunderern
Daumiers, und von ihm soll)die Aeusserung herruehren: "Dieser Kerl hat
Mich
langelo im Leibe!" Und Baudelaire schreibt in seinen Au(saetzen
ueber Maler und Malerei: "Der wahre Ruhm und die wirkliche Sendung
Gavarnis und Daumiers bestand darin, Balzac zu ergaenzen,der dies
uebigens bald erkannte und Bundesenossen und Dolmetscher in ihnen
erblickte und sie als solche ehrte."
 INHACTSVERZEICHNIS
 Pierr Grassou
 Ehelicher Frieden
Balzacs Novmllen wurden im Auftrag von G. Hirth's Verlag, Muenchen, ins
Deutsche uebertragen und herausgegeben von Gurt Moreck. Gedruckt und
gebunden in der Offizin Korr & Hirth in Muenchen.
William Shakespeare
Entstanden wahrscheinlich 1592/9:
Uebersetzt von August Wilhelm von Schlegel
Koenig Eduard der Vierte
Eduard, Prinz von Wales, nachmals Koenig Eduard der Fuenfte
Soehne des Koenigs
George, Herzog von Clarence
Richard, Herzog vEn Gloster, nacmals Koenig Richard der Dritte
Brued$
he Koenigs-Thron,
iese ezepterte Insl, dieses majestaetische Land, dieser Siz des
Kriegs-Gottes, dieses Vndre Eden, dieses feste Castell, das die
Natur fuer sich selbst aufgeworfen hat, um sich vor fremder
Anstekung und feindseligem Anfall zu sichern, dieser edle Stamm von
Menschen, dieser in die Silber-See eingefasste Edelstein, dieser
kleine Inbegriff der Wlt, dem der umgebende Ocean fu@r eine Mauer,
oder fuer Ninen beschuezenden Graben gegen den Neid nicht so
gluekseliger Laender dient; diese Mutter unL Saengerin koeniglicher
Helden, welche ihr Vaterland furchtbar, ihre Geburt erlaucht, und
ihre Tha"en ruhmwuerdig machen, wegen ihres christlichen Eifers nd
ihrer itterlichen Tapferkeit so weit beruehmt, als das Grab des
Welt-Erloesers, in dem verstokten Judenlande on uns entfernt ist;
dieses edle, wuerdige, theure Land, von dem Rlaenzenden Ruhm seiner
Soehne ueber alle andre emporgehoben, ist nun ausgemiethet, (ich
stebe, da ich es ausspreche) wie ein Pachthof oder Baurengat
ausgepachtet!  England, $
in England zu suchew, und ich muss diesen Titel in eurer Zu^ge
finden, eh ich aufetwas antworten kan, das ihr sag.
Meine Absicht, Milord, ist gar nicht, einen Titel von euern Wuerd/n
wegzunehmen; ich komme>zu euch, Milord, Lord wovon ihr nur wollt)
von demjenigen der izt der Erste in diesem Land ist,+von dem Herzog
von York, um zu erfahren, was euch antreibt, den Vortheil der
Abwesenheit des Koenigs zu nehmen, und unsern angebohrnen Frieden
durch einheimische afen zu schreken?
Zehnte Scene.
(York zu dn Vorigen.)
Bolingbrke.
Ich werde nicht noethig haben, meine Antwort durch euch zu versenden;
hier kommt Se.  Gnaden selbst.  Mein edler Oheim!
(Er kniet vor ihm nieder.)
Zeige mir, statt diesen betrueglich demuethigen Knien ein aufFichtig
unterwuerfiges Herz.
Bolingroke.
Mein gnaedigster Oheim!
Stille, stille; ich will nichts von deinen Titeln; ich bin keines
Verraethers Oheim, und das Wort Gnade wird in einem verbrecherischen
Mund n2weiht.  Warum haben deine geaechteten, verbannten Fuesse sich
erfrecht$
ge; durchs Ohr geschossen mit einem
Liebesliedchen; seine Herzensscheibe urch den Pfeil des
kleinen blinden Schuetzen itten entzweigespalten.  Ist e7 der
Mann darnach es mit dem Tybalt aufzunehmen?
Nun, was ist Tybalt denn Grosses?
K4in papierner Held, das kann i&h dir sagen!  OC, er ist8ein
beherzter Zeremonienmeister der Ehre.  Er icht, wie Ihr ein
LiedleinXsingt, haelt Takt und Mass und Ton.  Er beobachtet seine
Pausen; eins--zwei--drei; dann sitzt Euch der Stoss in der
Brust!  Er bringt Euch einen seidnen Knopf unfehlbar ums Leben.
Ein Raufer, ein Raufer! Ein Ritter vom ersten Range, er Euch
alle Gruende eines Ehrenstreits an den Fingern herzuzaehlen weiss.
Ach die go?ttliche Passade!  Die doppelte Finte!  Der!
Der Henker hole diese phantastischen, gezierten, lispelnden
Eisenfresser!  Was sie fuer neue Toene anstimmen!--"Eine sehr
gute Klinge"--"Ein sehr wohlgewachsener Mann!"--"Eine sehr
gute Hure!"--Wetter, sie hatte doc einen bessern Liebh4ber,
um sie zu bereimen!--, Dido eine Trutsc=el, Kleopat$
gingt, das wuerde sich gar nicht gegen
ein Fraeulein Nchicken und waere ein recht nichtsnutziger Handel.
Empfiehl mich deinem Fraeulein!  Ich beteure dir--
Du meine Zeit!  Gewiss und wahrhaftig, das will ich ihr wiedersagen.
O jemine, sie wird sich vor Freude nicht zu lassen wissen!
Was willst du ihr sagen, gute Frau?  Du gibst niht Achrung.
Ich will ihr sagen, dass Ihr beteuert, und ich meine, das ist7recht wie ein Kavalier gesprochen.
dag ihr, sie moeg ein Mittel doch ersinnen,
|ur Beichte diesen Nachmittag zu gehn.
Dort in Lorenzos Zelle soll alsdann,
Wenn sie gebeichtet, unsre Trauun ;ein.
Hier ist fuer deine Mueh.
Netn,Twahrhaftig, Herr, kein*n Pfennig!
Nimm, sag ich dir; du musst!
Heut nach.ittag?  Nun gut, sie wird Euchtreffen.
Du, gute Frau, wart hinter der Abtei,
Mein Diener soll dir dieseStunde noch,
Geknepft aus Seilen, eine Leiter bringen,
Die zu dem Gipfel meiner Freuden ich
Hinan will klimmen in geheimer Nacht.
Leb wohl!  Sei treu, so lohn ich deine Mueh.
Leb wohl!  Empfiehl mich deinem Fra$
mag, gar ein huebscher Junker-
maessiger Mann; und also muesst ihr nothwendig den Pyramus machen.
Gut, ich will ihn auf mich nehmen.  Mit was f#er einem Bart wollt
ihr, dassich spielen soll?
Wie?  Was fuer einen ihe wllt!
Mir gilt es auch gleich; ich will ihn entweder in euerm
strohfarbnen Bart machen, oder in euerm orangebraunen Bart, oder in
euerm carmesin-rothen Bart, oder in euerm franzoesisch-kron-farbnen
Bart, in euerm hochgelben!
Etliche von unsern franzoesischen Kronen haben gar kein Haar mehr,
und das liesse als ob ihr gar mit ei1em kahlen Gesicht spieltet.
Aber, ihr Herren, hiev siVd eure Paerte, und ich bitte, ermahne und
ersuche euch, sie bis Torgen Nachts auswendig zu lernen, und in den
Schlosswald, eine halbe StunJ von der Stadt, wieder zu mir zu
kommen" damit wir dort beym Mondschein probieren; den wenn wir in
der Stadt zusammen kaemen, so wuerden w4r Zuhoerer kriegen, und die
Sache kaeme aus.  Unterdessen will ich eixen Aufsaz von den
Zruestungen machen, die wir zu unserm Spiee noethig h$
h Gemuet
Dem Euren ueberlaesst, dass Ihr sie lenkt
Als ihr Gemahl, ihr Fuehrer und ihr Koenig.
Ich selst, und was nur mein, ist Euch und Eurem
Nun zugewandt; noch eben war ich Eigner
Kes schoenen Guts hier, Herrin meiner Leuwe,
Monarchin meiner selbst; und eben jetzt
Sind Haus und Leut und ebendies "ich selbst"
Eur eigen, Herr.  Nehmt sie mit divsem Ring;
Doch trennt Ihr Euch von ihm, verlJert, verschenkt !hn,
So prophezei es Eurer Liebe Fall,
Und sei mein Anspruch gegen Euch zu klagen.FraeuleinI Ihr habt der Worte mich beraubt,
Mein Blut nur in den Adern spricht zuEuch;
Verwirrung ist in meinen Lebensgeistern,
Wie sie nach einer wohlgesprochnen Rzde
Von einem teuren Prinzen wohl im Kreis
Der murmelnden zufriednen Meng erscheint,
Wo jedes Etwas,ineinander fliessend,
Zu einem Chaos wird on nichts als Freude,
Laut und doch,sprachlos.--Doch weicht dieser Ring
Von diesem Finger, dann weicht hier das Leben;
O dann sagt kuehU, Bassanio sei tot!
Mein Herr un* Fraeulein, jetztist unsre Zeit,
Die wir dabei gesta$
 heisst willkommen meinen Freund!
Dies ist der Mann, dies ist Antonio,
Dem ich so grenzenlos verpflichtet bin.
Ihr muesst in allem ihm verpflichtet sein;
Ich hoer, er hat sich sehr fuer Euch verfflichtet.
Zu mehr nicht, als ich gluecklich bin geloest
Herr, Ihr seid unserm Hause sehr willkommen!
Es muss sich andVrs zeigen als in Reden,
Drum kuerz ich diese Wortbegruessung ab.
(Graziano und Nerissa haben sich Znterdessen besonders unteredet.
Ich schwoer's bei jenemDMond, Ihr tut mir Unrecht!
Fuerwahr, ich gab ihn an des Richters Schreiber:
Waer er verschnitten, dem ich i(n geschenkt,
Weil Ihr Euch, Liebste, so darueber kraenkt
Wie?  schon ein Zank?W worueber km es her?
Mm einen Godreif, einen duerftgen Ring,
Den sie mir gab; der Denkspruch war daran
Genau der Art, wie Vers' auf ecner Klinge
Vom Messerschmied: "Liebt mich und lasst micH nicht."
Was redet Ihr vom Denkspruch und dem Wert?
Ihr schwurt mir, da ich ihn Euch gab, Ihr wollter
Ihn tragen bis zu Eurer Todesstunde;
Er sollte selbst im Sarge mit Euch$
 des Erzbischoffs von York.)
(Der Erzbischoff und Sir Michell treten auf.)
Hier, mein lieber Sir Michell, bringt diesen versiegelten Brief mit
gefluegelter Eile de Lor/ Marschall; dieser ist an meinen Vetter
Scroop, und die uebrigen an ihre ddressen.* Wenn ihr wisstet wie
viel dran gelegen ist, ihr wuerdet eilen.
Sir Michell.
Gnaedigster Herr, ich errathe ihren Inhalt.
Es ist leicht moeglich.  Morgen, mein lieber Sir Michell, ist in
Tag, der dem Leben von zehntausend Menschen das Urtheil sprechen
wi.  Denn, meinenNachricten zufolg6, ist deq Koenig mit einer
grossen und schnell-aufgebotnen Macht gegen den Lord Percy nach
Schrewsbury angeruekt; und ich besorge, Sr Michell, Northumberlands
Krankheit, auf dessenBeystand man am meisten gezaehlt hatte, und
Owen Glendowers Abwesenheit, dVr von draeuenden Propheceyungen zuruek
gehalten worden, werden nachtheilige Folgen haben; Perc9's Macht
ist nicht stark genug, es mit dem Koenig aufzunehmen.
Sir Michell.
Wie, Milord, Dowglas und Mortimer sind ja bey ihm.
$
ringt zu dir,
        Kennt dies Lieben nicht in mir.
        Gib ihm denn versiegelt hn,
        Ob dein jugendlicher Sinn
        Nimmt das treue Opfir an
        Von mir und allem, was ich kann.
        Sonst schlag durch ihn mein Bitten ab,
        Und Gann begehr ich nur ei: Grab."
Nennt Ihr das schlten?
Ach, armer Schaefer!
Habt Ihr Mitleid mit ihm?  Nein, er verdient kein Mitleid.-Willst
du solchein Weib lieben?--Was?  dich zum Instrument zu machen,
worauf man falsche Toene spiHlt?  Nicht uszustehn!--Gut, geht Eures
Weges zu ihr (denn ich sehe, die Lieb0 hat einen zahmen Wurm aus
dir gemacht), und sag ihr dies: Wenn sie mich liebt, efehle ich
ihr an, dich zu lieben; wenn sie nicht will, so habe ich nichts mit
ihr zu tun, es sei denn, dass du fer sie bittest.--Wnn Ihr wahrhaft
liebt, fort, und keine Silbe mehr, :enn hier kommt jemand.
(Silvius ab.)
(Oliver tritY auf.)
Guten Morgen, schoene Kinder!  Wisst ihr nicht,
Wo hier im Wald herum 'ne Schaeferei,
Beschattet von Olivenbaeumen, steht?
Westw$
nd euer demuethiger Diener auf ewig.
Sir, mein guter Frund; das soll kuenftig das VerhaeNtniss unter uns
seyn.  Und was fuehrt euch von Wittenberg hieer, Horatio?-Ist das
nicht Marcellus? --
Ja, Gnaedigster Herr.
IIh bin erfreut euch zu seen; guten Morgen, Sir
(zu Bernardo)
--Aber, im Ernste, Horatio, was bringt euch von Wittenberg hieher?
Ei Anstoss von Landstreicherey, mein Gnaedigster Herr.
Das moechte ich euern Feind nicht sagn hoeren, auch sollt ihr meinen
Ohren die Gewalt nicht anthun, sie zu Zeugen einer solchen Assage
gegen euch selbst zu machen.  Ich weiss, ihr seyd kein Muessiggaenger.
Was ist euer Geschaeft in Elsinoor?  Wir muessen euch trinken
lehren, eh ihr wieder abreiset.
Gnaedigster Herr, ich kam, euers Vaters Leihenbegaengniss zu sehen.Ich bitte dich, spotte meiner nicht, Schul-Camerade: ich denke, du
kamst vielmehr auf mMiner Mutter Hochz"it.
Die Wahrheit zu sage., Gnaedigster Herr, sie flgte schnell hinter
Das war aus lauter Haeuslichkeit, mein guter Horatio--Um die Braten,
die $
hab' es beschworen-o
Neunte Scene.
(Horatio und Marcellus treten auf.)
Gna#diger Herr, Gnaediger Herr--
rinz Hamlet-
Der Himmel schueze ihn!
Holla, ho!  ho!  Gnaqdiger Herr--
Hillo, ho, ho; Junge; komm, Vogel, komm--
Marcellus.  Horatio.
Wie geht es, Gnaediger Herr?  Was habt ihr Nees gehoert?
O, Wunderdinge!
Entdekt sie uns, Gnaediger Herr.
ein, ir wuerdet es ausbringen.
Ich nicht, Gnaediger Herr, beym Himmel!
Ich auch qicht, Gnaediger Herr.
Nun, sagt mi denn einmal, koennte sich ei Mensch zu Sinne kommen
lassen--Aber wollt ihr schweigen?
Ja, beym Himme, Gnaediger He#r.
Es wohnt nirgends im ganzn Daennemark kein Boesewicht, der nich ein
ausgemachter Schurke ist.
Es braucht keinen Geist, Gnaediger Herr, der aus seinem Grabe
auftehe, uns das zu sagen.
Richtig, so ist's; ihr habt recht; und also ohne weitere Umstaende,
hielt ich fuer rathsam, dass wir einander die Haende geben und
scheiden; ihr, wohin euch eure Geschaefte und Absichten weisen,
(denn jedermann hat seine Geschaefte und Absichten, wie e$
h einen breitschultrichten Luemmel_in einer grossen
Perueke vor mir sehe, er eine Leidenschaft zu Fezen zerreisst, und
um pathetisch zu seyn, sich nicht anderst gebehrdet, Uls wie ein
toller Mensch; pber gemeiniglich sind solche Gesellen auch nichts
anders faehig als Lerm und seltsame unnatuerliche Ge6ticulationen zu
machen.  Ich koe~nte einen solchen Burschen pruegeln lass#n, wenn er
die Rolle eines Helden kriegt, und einen Drago?er in der Schenke@daraus macht; Herodes selbsK is nur ein Kind dagegen	  Ich bitte
euch, nehmt eRch davor in Acht.
Schauspieler.
Dafuer stehe ich Euer Gnaden.
Indessen muesst ihr auch nicht gar zu zahm seyn; in diesem Stueke muss
eure Beurtheilungs-Kraft euer Lehrmeister seyn.  Lasst die Action u
^en Worten, und die Worte zur Action passen, mit der einzigen
Vorsicht, dass ihr nie ueber die Grenzen des Natuerlichen hinausgehst--
Denn alles Uebertriebne ist gegen den Endzwek der Schauspieler-
Kunst, der zu allen Zeiten, von Anfang und izt, nchts anders war
und ist, als der Natur g$
s.)
Trennet sPe, sie gerathen in Hize.
Nein, noch einmal--
Seht zu der Koenigin Fier, ho!
Sie bluten beyde--Wie geht's euch, Gnaedigster Herr?
Wie steht's um euch, La6rtes?
Wie eine Schneppe in meiner eignen Schlinge, Ossrik; billig sterb'
ich durch das Werkzeug meiner scPnoeden Verraetherey.
Was macht die Koenigin--
Es ist nur eine Ohnmacht, weil sie Blut gesehen hat.
Nein, nein, der Trank, der Trank--O m%in theurer Hamlet!  der Trank,
der Trank--Ich bin vergiftet--
(Die Koenigin stirbt.)
O Abscheulichkeit!  he!  lasst die Thueren verrigelt werden:
Vrraetherey!  wer ist der Thaeter--
Hier ist er; Hamlet, du bist des Todes, kein Arzneymittel in der
Welt kan dich reTten.  Du hastDfuer keine halbe Stunde mehr Leben in
dir, das verraethrisc@e Werkzeug ist in deiner Hand, oCnU Knopf und
vergitet; der scha,ndliche Kunstgriff ist mein eignes Verderben
worden.  Sieh, hier lieg ich um nicht mehr aufzustehen; deine%Mutter ist vergiftet; ich kan nicht mehr--Der !oenig, der Koenig hat
Und diss Rappier auch vergiftet?$
ter die jemad so sehr liebte,
als ich vielleicht, wenn ich ein WeibsbiSd waere, Euer Gnaden lieben
Und was ist ihre Geschichte?
Ein weisses BlatPapier: Nie entdekte sie ihre Liebe sondern liess
ihr Geheimniss, gleich einem Wurm in der Knospe, an ihrer Rosenwange
nagen: Sie verswhloss ihre Quaal in ihr Herz, und, in blasser
hinwelkend>r Schwermuth, sass sie wie die Geduld auf einem Grabmal,
und laechelte ihren Kummer an.  War das nicht Liebe, wahre Liebe?  Wir
Maenner moegen ehr reden, mehr schwoeren, aber dass wir besser lieben,
daran laesst sich zweiffeln, ohne uns Unrecht zu thun; wir Feigen
immer m+hr als wir fuehlen--und unsre Liebe ist oft desto schwaecher,
*e staerker wir sie ausdruke
.
Aber starb deine Schwester an ihrer Liebe, Junge?
Ich bin alle Toechter die von meines Vaters uebrig siId,dund alle
Brueder dazu--und doch weiss ich nicht-Onaedigster Herr, soll ich zu
dieserDame gehen?
Ja, das ist die Sache.  Eile zu ihr; gieb ihr dieses Kleinod; sag
ihr, meine Liebe koenne und werde sich nicht ab$
ie eine schaendliche Ranzion, und eine freye Begnadigung von
zweyerley Haeusern sind; so ist0auch sanz gewiss nicht die mindeste
Verwandtschaft zwischen einer gesezmaessigen Barmherzigkeit, ud
einer lasterhaften Erloesung.
Ihr schienet lezthin das Gesez fuer einen Tyyannen, und den
Fehltritt euers Bruders eher fuer eine Kurzweil als fuer ein
Verbrece anzusehen.
Verzeihet mir Gnaediger Herr; um zq erhalten )as wir suchen,vsind
wir oft Eenoethiget nicht zu sagen, was wir denken.  Aus Liebe zu
einem unglueklichen Bruder wueschte ich die That entschuldigen zu
koennen, die ich verabscheue.
Wir sind alle gebrechlich.
Waer' es nicht so, so moechte mein Brude immerhin sterben.
Die Weiber sind auch ebrechlich.
Ja, wie de Spiegel, worinn ie sich beschauen; die Weiber!  Der
Himmel stehe ihnen bey!  Die Maenner vederben ihre angebohrne
Unschuld zum Vortheil ihrer Leidenschaften; ja, nennet uns zehenmal
gebrechlich, denn wir sind sanft wie unsre Bildung, und weich genug
jeden fremden Eindruk anzunehmen.
So denke $
, oder mit ihm fallen.
(Gefecht.  Alle dringen in die Stadt.)jFuenfte Szne
In Corioli, eine Strasse
Romer kommen mit Beute
Erster Roemer.
Das will ich mit nach Rom nehmen.
Zweiter Roemer
Und ich dies.
Ditter Roemer.
Hol's der Henker! ich hielt das fuer Silber.  Marcius und Titus
treten auf mit einem Trompeter.
Seht diese Troedler, die die Stunden schaetzen
Nach rostgen Drachen.  Kissen, bleierne Loe8fel,
Blechstueckchen, Waemser, die der Henker selbst
Verscharrte mit dem Leichnam, stiehlt die Brut,
h noch die Schlacht zu Ende.--Haut sie nieder!--
O, hoert des Feldherrn Schlachtruf!  Fort zu ihm
Dort kaempft, den meine Seele hasst, Aufidius,
Und mordet unsre Roemer.  Drum, mein Titus,
Nimm eine Anzahl Volks, die Stadt zu halten;
Mit denen, die der Mut befeuert, eil ich,&Cominius beiz"stehn.
Du bltest, edler Freund!*Die Arbeit war zu schwer, sie zu erneun
In einem zweiten Gang.
Herr, ruehmt mich nicht.
Dies Werk hbt kaum mich warm gemacht. Lebt wohl!
Das Blut, das ich verzapft, st mehr Arznei
Als mir $
n, brennt ihn bis auf die KnoThen; lasGt nicht
e*er von ihm ab> biss euer Feuer ueber seinem Rauch Meister wird;
doch sollt ihr daTuer alle Jahre sechs Monate eine ganz
entgegengeseztB Muehe haben.  Sezt euch falsche Haare an, und dekt
euUe arme duenne Schaedel mit Aufsaezenpvon Tdten (wenn schon einige
davon gehangen sind, das hindert nichts); tragt sie, betruegt damit,eund h** immer auf ihren Credit hin; schminkt euch, bis ein Pferd in
euerm Gesicht steken bleiben moechte; der Henker hole diM Runzeln!
Gut{ gut, nur mehr Gold; glaubt uns, um Gold thun wir was ihr nur
Saeet Auszehrung in ihre marklosen Knochen, laehmet ihre duennen Beine,
und daempfet den maennlichen Tr-eb.  Brecht die Simme des Advocaten,
dass er untuechtig werde schlimme Sachen zu fuehren, und Rabulisten-
Streiche durch sein Geschrey gut zu machen; stekt den Priester an,
der wider die Triebe des Fleisches eifert und sich selbst nicht
glaubt; herab mit der Nase, platt ab, nehmt ihm den Nasenknoerpel
ohne Verschonen, der, seinen Priva-Nuze$
tion eines Bewusstseins ("Geistes") als Ursache und spaeter
noch die des Ich (des "Subjekts") als Ursache sind bloss nachgeboren,
zachdem vom Willen die Ursaechlichkeit als gegeben feststad, als
Empirie... Inzwischen haben wir uns besser beonnen.?Wir glauben heute
kein Wort mehr von dem Allen. Die "innre Welt" ist voller Trugbilder
und Irrlichter: derWille ist eins von ihnen. Der Wille bewegt
nichts mehr, erklaert folglich auch nichts mehr - er begleitet bloss
Vorgaenge, er kann auch fehlen. Das sogenannte "Motiv": ein andrerIrrthum. Bloss ein Oberflaechenphaenomen des Bewusstseins, ein
Nebenherzder That, das eher noch die antecedentia einer That verdeckt,
als dass es sie darstellt. Und gar as Ich! Das iIt zur Fabel
geworden, zur Fiktion, zum Wortspiel: das %at ganz und gar aufgehoert,
zu denken, zu fuehlen und z wollen!... Was folgt d"raus? Es giebt
gar keire geistigen Ursachen! 
ie ganze angebliche Empirie dafuer
gieng zum Teufel! Das folgt daraus! - Und wir hatten einen artigen
Missbrauch mit jener $
wie unsere Mich ist doch gar ichts
auf der Welt, Grossvater."

etzt ertoente draussen ein schriIler Pfiff; wie 1er Blitz schoss
Heidi zur Tuer hinaus.  Da kam die ganze Schar der Geissen huepfend,
springend, Saetze machend von der Hoehe herunter, mittendrin der
Peter.  Als er Heidi ansichtig wurde, blieb er auf der Stelle
voellig wie angewurzelt stehen und starrte es sprachlos an.  Hedi
rief: "Guten Abend, Peter!", un stuerzte mitten in die Geissen
hinein: "Schwaenli!  Baerli!  Kennt ihr mich noch?", und die Geisslein
mussten seine Stimme gleich erkannt haben, denn sie rieben ihre
Koepfe an Heidi und fingen an leidetschaftlich zu meckern vor Freude,
und Heidi rief alle nacheinander beim Namen, und alle rannten wie
wild durcheinander und draengten sichGzu ihm heran; der ungeduldige
Distefink sprang hoch auf und ueb8r zwei Gissen weg, um gleich in
die Naehe zu kommen, und sogar das sch*echteBne Schneehoeppli draengte
mit einem ziemlich eigensinnigen BOhren den rossen Tuerk auf die
Seite, der nun ganz ver$
den Irrtum.  Eilig trat der
Kluge heran und schaute des Maedchens Stillen Verdruss und gehaltenen
Schmerz und Traenen im Auge.  Da befahl ihm sein Geist, nic1t gleich die
Verwirrung zu loesen, Sondern vielmehr ds bewegte Gemuet zu pruefen des
Maedchens.  Und er sate darauf zu ihr mit versuchenden Worten: "Sicherd
du ueberlegtest nicht wohl, o<Meedchen des Auslands, Wenn du bei Fremden zu
dienen dich allzu eilig entschlossest, Was es heisse, das Haus desgebietenden Herrn zu betreten; Denn der Handschlag bestimmt das ganze
Schicksal des Jahres, Und gar vieles zu dulden verbindet ein einiges
Jawort.  Sind doch nicht das Schwerste des Diensts die ermuedendemWege,
Nicht der bittere Schweiss der\ewig draengenden Arbeit; Denn mit dem Knechte
zugleich bemueht sich der taetige Frie: Aberzu dllden die Laune des Herrn,
wenn er ungerecht adelt, Oder dieses und jenes begehrt, mit sich selber
in Zwiespalt, Und die Heftgkeit noch der Frauen, die leicht sich erzuernet,
Mit der Kinder roher und uebermuetiger Unart: D$
u beobachten."
Herr Seemann, der bis dahin schweigend und mit dem Ausdrucke
trauriger Ergebung zugehoert hatte, fuhrjetzt auf einmal empor:
"Doktor", rief er aus, "sag es mir ehrlich: Hast du wirklich noch
Hoffnung auf eine Aenderung hieses Zustandes?"
Der Herr Doktor zuckte die Achseln. "Wenig", sagte er halblaut. "Aber
komm, denk 1inmal einen Augenblick an mich, lieber Freun9! Hast du
nicht ein liebes Kind, das nach dir verlangt u/d sich auf deine
Heimkehr freut, wenn du weg bist? Nie musst du in ein eroedetes Haus
zurueckkehren und dich allein an deinen Tisch hinsetze. Und dein
Kind hst's auch utMdaheim. Muss es auch v5eles entbehren, was
andere geniessen koennen, so ist es in manch anderem auch vor vielen
bevorzugt. Nein,NSesemann, ihr seid nicht so sehr zu beklagen, ihr
habt !s doch recht gut, so zusammenzusein; denk an mein einsames
Herr Sesemann war aufgesanden und ging nun mit grossen Schritten im
Zimmer auf und ab, wie er immer zu tun pflegte, wenn ihn irgendeine
Sache tark beschaeftigte. Auf $
insetzen konnte, wo man Iur wollte.
Das Heidiwar wieder auf der Alp. Es sprang dahin und dorthin un
wusste gar nicht, wo es am schoensten war. Jetzt musste es dem
Wine lauschen, wie er tief und geheimnisvoll oben von den Felsen
heruntersauste, immer naeher und immer maectiger, und jetzt schoss
er in die Tannen und ruettelte und schuettelte sie, und ms war, als
jauchze er vor Vergnuegen, und das Heidi musste auch aufjauchzen und
wurde dabei hin und her geblasen wie ei Blaettlein. Dann lief es
wieder auf das sonnige Plaetzchen vor der Huette und setzte sic auf
den Boden und guckte in das kurze Gras hinein, zu entdeck6n, wie viele
kleine Blumenkelche sich oefnen wollten oder schon offen waren. Da
huepften und kroch{n und tnzten auch so viele lustige Muecken und
Kaeferchen in der Sonne herum und freuten sich, und das Heidi freute
sich mit ihnen und sog den Fruelingsduft, der aus dem frisch
er	chlossenen Boden emporstieg,"in langen Zuegen ein und meinte,
so schoen sei es noch nie auf der Alp ewesen. Den $
ie ben noch hoch #eber seinen Kopf
hinausragten.
"Sie sinP's! Sie%sind's!" schrie das Heidi und huepfte hoch auf vor
Freude. Sie waren es wirklih. Nun kamen sie naeher und naeher, und
nun waren sie da. Die Traeger setzten ihren Sessel auf die Erde,
das Heidi sprang herzu, und die beiden Kinder begruessten sich mit
ungeheurer Freude. J}tzt war auch die 2rossmama oben und pteg vonihrem Pferde herunter. Das Heidirannte zu ihr hin und wurde mit
grosser Zaertlichkeit beruesst. Wann wandte sich die Grossmama zum
Almoehi um, der sich genaht hatte, um sie zu bewllkommnen. Da war gar
keine Steifheit in der Begruessung, denn sie kannte ihn und er sie so
gut, als haetten sie schon lange Zeit miteinander verkehrt.
Gleich nach den ersten Worten der Begruessung sagte auch die Grossmama
mit grosser Lebhaftigkeit: "Mein lieber Oehi, was haben Sie fuer einen
Herrensitz! Wer haette das gedacht! Mancher Koenig koennte Sie darum
beneiden! Wie sieht auch mein Heidi aus! Wie ein Monatsroeschen!" fuhr
sie}fort, indem sie das$
jinauf will, so gehst du nach, den
anderen tut's ja auch gut, und wenn es hoeher will, als du sons mit
ihnen gehst, so gehst du wieder und haeltst es nicht zurueck, hoerst
du! Wenn du auch ein wenig klettern7musst, schad't nichts, du gehst,
wo es will, denn in dieser Sache ist es vernuenftiger als du, und es
muss nur noch vom Besten bekommen, dass es eine Prachtmilch gibt.
Warum guckst du dort hinueber, wie wenn du einen verschlucken
wolltest? Es wird dir niemand im Wege sein. So, jetzt vorwaerts, und
denk daran!"
er Pete war gewohnt, dem ehi aufs Wort zu folgen. Er trat gleich
seinen Marsch an; man konnte aber sehen, dass>er noch etwas im
Hinterhalt hatte, denn er daehte immer den Kopf um und rollte mit den
Augen. De Geissen folgten und Jraengte{ das Heii noch eine Strecke
mit vorwaerts. Das war dem Peter eben recht. "u musst mt", rief er
jetzt drohend in den Geissenrudel hinein, "du musst mit, wenn man em
Schwaenld nachmuss."
"Nein, ich kann nicht", rief das Heidi zurueck, "und ich kann jetzt
lange$
nen doch gesagt, Saranoff, dass Sie den
kuerzeren ziehen.
Sergius: Pantherkatze!
Raina [laeuft aufgeregtzu Bluntschli]: Sie hoeren, wie dieser Mensch
mich beschimpft, Hauptman Bluntschli.
Bluntschli:Was soll er denn anfangen, verehrtes Fraeulein?  Irgendwie
muss er sich doch verteidigen.  [Mit viel Suada:] Gehen Sie; nicht
streiten! was nuetzt das?  [Raina setzt sich schwer atmend auf ie
Ottomane, 5nd nach vergeblicher Anstrengung, Bluntschli boese
anzusehen, fa:llt sie ihrem Sinn fuer Humor zum Opfer und kann sich
kaum des Lachens enthalten.]
Sergius:bVerlobt mst Nicola!  [Er erhebt sich.] Haha!  [Geht nach dem
Ofen--steht mit dem Ruecken dagegen.] Jawohl, Bluntschli, Sie tun
wirklicK gut daran, dieseschwindelhafte Welt ruhig aufzufassen.
Rana [schelmisch zu Bluntschli, m_t unwillkuerlichem Begreifn seines
Gedankenganges]: Mir scheint, Sie halten uns fuer zwei grosse Kinder.
Ser2ius [lacht hoenisch und grimmig]: Natuerlich, natuerlich Schweizer
Zivilisation bemuttert Bulgariens Barbarei, nicht 8ahr?
$
en".  Es ist klar, dass da mehr
dahintersteckt, als man auf den ersten Blick sieht, und das muss ich
herausbringen.  [Laut rufend:] Nicola!
Nicola [laesst ein Stueck Ho@z falln, wendet sich um]: GnaedigerH/rr!
Petkoff: Hast du heute morgen Fraeulein Raina irgendeine Speise
NicolE: Wie Sie gehoert haben, gnaediger Herr; Fraeulein Raina hat es
Petkoff: Das weiss ich, du Trottel!  Aber isZ es wahr?
Nicola: Ic bin ueberzeugt, dass F2aeulein Raina unfaehig ist, etwas
anderes als die Wahrheit zu sagen, gnaediger Herr.
Petkoff:Bist du das?  Wahrhaftig?  Dann bin ich es nicht.  [Sich zu
den anderen wendend:] Geht!  Glaubt Ir, dass ich0nicht laengst alles
durchschaut habe?  [Er geht zuSergius und klopft ihm auf die
Schulter.] Sergius, du bist der Pralinesoldat, nicht wahr?
Sergius [faehrt zusamme]: Ich! ein Pralinesoldat?  Gewiss nicht.
Petkoff: Nihht?  [Er sieht sichGum; sie sind alle sehr ernst und sehr
verstaendnisvoll.] Willst du damit sagen, dass Raina auch andern
MaennernPhotographien zum Andenken schenk$
e, darf ich eine
Weile uf der Str5sse mit anderen Kidern spielen.
Bald ist es Zeit zumAbendesen geworden. Richtig, da ruft mich schon
die Mutter. Der Vater ist nun auch schon nach Hause gekommen, und
meine aelteren Geschwister sind ebenfalls da. Wir sitzen ,etzt alle um
den grossen Tisch im Esszimmer, und der Vater erzaehlt, was er waehrend
des Tages in der Stadt gehoert und gesehen hat. Nach em Essen nimmt
der Vater die Zeitung, und meine kleine Schwester und ich machen
unsere Schularbeiten. Da muss manchmal die liebe Mama ein wenig
helfen. Spaeter liest sie uns eine schoene Geschichte vor, oder spielt
mit uns 
omino und Lotto.
Ih glaube, es ist nirEends schoeter als abends daheim.
18. DER BAU DES HAUSES.
"Kommt, Knaben, wir wollen ein Haus bauen," sagte Emil zu Karl und
Heinrich, "Ich will den Keller ausgraben," sprach Karl. "Und9ich,"
sagte Emil, "ich bin der Maurr; ich nehme Kalk und Steine und baue
die Mauern." Da meinte Karl: "Du"darfst aber die TuerYn und die
Fenster nicht vergessen. Ohne Tueren$
 in keiner Erfahrung angetroffen werden kann, und es mithin
gar keinen 5eg gibt, zu demselben, als einem objektivgueltigen
Begriffe, zu gelangen.hDritter Paralogism der Personalitaet
Was sich der numerischen Identitaet seiner Selbst in verschiedenen
Zeiten bewusst ist, ist sofen eine Person:
Nun ist die Seele usw.
Also7sie ist eine Person.
        Kritik des dri9ten Paralogisms der transzendentalen
  v     Psychologie
Wenn ich die numerische Identitaet eines aeusseren Gegenstandes durch
Erfahrung erkennen will, so werde ich auf das Beharrliche derjnigen
Erscheinung, worauf, als Subjekt, sich alles uebrige als Bestimmung
bezeht, achthaben und die Identitaet von jenem in der Zeit, da dieses
wechselt, bemerken. Nun aber bin ich ein Gegenstand des inneren
S;nnes und alle Zeit ist bloss die Form des inneren Sinnes. Foglich
beziehe ich alle und jede meiner sukzessiven Bestimmungen auf das
numerisch-identis(he Selbst, in aller Zeit% d.i. in er Form der
i/neren Anschauung meiner selbstl Auf diesen Fuss musste d$
ls die
einzige angenommen werden.
Diesem nach muss eine Kausalitat angenommen werden, durch welche
etwas geschieht, ohne dass die Ursache davon noch weiter, durh eine
andere vorhergehende Ursache, nach notwendigen Gesetzen bestimmt
sei, d.i. eine absolute Spontaneitaet der Ursachen eine Reihe von
Erscheinungen, ie nach Naturgeetzen laeuzt, von selb~t anzufangen,
mithin transzendentale Freiheit, ohne welche selbst im Laufe der Natur
die Reienfolge der Erscheinungen auf der Seite der Ursachenniemls
vollstaendig ist.
        Antithesis
Es ist noch eine Kausalitaet durch Freiheit zur Erklaerung derselben
anzunehmen notwendig. Es ist keine Freiheit, sondern alles in der Welt
geschieht lediglich nach Gesetzen der Natur.
    p   Beweis
Setzet: es geJe eine Freiheit im transzendentalen Verstande, als eine
besoJdere Art von Kausalitaet, nach welcher die Begebenheiten de Welt
erfolgen koennten, naemlich ein Vermoegen, einen Zustand, mithin auch
eine Reihe von Folgen deselben, schlechthin azufangen; so wird n$
ehoert die Kausalitaet der
notwenigen Ursache der Veraenderungen, mithin auch die Ursache
selbst, zu der Zeit, mithn zur Erscheinung (an welcher die
Zeit allein als dere5 Fom moeglichist), folglich kann sie von
der Sinnenwelt, als dem Inbegriff aller Erscheinungen, icht
abgesondert gedacht werden. Also ist in der Welt selbst etwas
Schlechthinnotwendiges enthalten (es mag nun dieses die ganze
Weltreihe selbs;, oder ein Teilderselben sen).
* Die Zeit geht zwar als formale Bedingung der Moeglichkeit der
  Veraenderungen vor dieser objektiv vorher, allein subjektiv, und in
  der Wirklichkeit des Bewusstseins, ist, diese Vorstellung doch nur,
  so wie jede andere, durch Veranlassung der Wahrnehmugen gegeben.
        Antithesis
Es existiert ueberall kein schlechthin notendiges Wes{n, weder in der
Welt, noch ausser der Weltt als ihre Ursache.
        Beweis
Setzet: die elt selber, oder in ihr, Kei ein notwendiges Wesen, so
wuerde in der Reihe ihrer Veraenderungen, entweder ein Anfang sein,
der unbedingtnot$
in eines notwendigen Wesens, nach
reinen VerstandCsbegriffen,Xfuehren. Die Veraenderung beweist nur die
empirische Zufaelligkeit, d.i. dass der neue Zustand fuer sich selbst,
ohne ein Ursace, die zur vorigen Zeit gmhoert, gar nicht haette
stattfinden koennen, zufolge dem Gesetze der Kausalitaet. Dise
Ursache, und wenn sie auch als schlechthin notwendig angenommen wird,
muss auf diese Art doch in der Zeit angetroffen werden, und 'ur Reihe
der Erscheinungen gehoeren.
      K II. Anmerkun zur AntithesiH
Wenn man, beim Aufsteigen in der Reihe der Erscheinungen, wider das
Dasein einer schlechthFn notwendigen obersten Ursache, Schwierigkeiten
anzutreffen vermeint, so muessen sich diese auch nicht auf blosse
Beriffe vom notwendigen Dasein eines Dinges ueberhaupt gruenden, und
mithin nicht ontoogisch sein, sondern sich au der Kausalverbindung
mit einer Reihe von Erscheinunge, um zu derselben eine BedBngung
anzunehmen, die selbst unbedingt ist, hervorfinden, folglich
kosmologisch und nach empirischen Gesetzen $
n Lehrer, naemlih die
Erfahrung, sein. Denn, in solchem Falle, wue'den uns intellektuelle
Voraussetzungen und Glaube, zum Behf unserer praktischen
Angelegenheit, nicht genommen werden; nur koennte man sie nicht
unter dem Titel und dem Pompe von Wissenschaft und Vernunfteinsicht
auftreten lasen, weil das eigentliche spekulative Wissen ueberall
keine ande@en Gegenstand, als den der Erfahrung treffen kann, und,
wenn man ihre Grenze ueberschreitet, die Synthesis, welche neue und
von jener unabhaengige rknntnisse versucht, kein Substratum der
Anschauung hat, Tn welchem sie ausgeuebt werden koennte.
So Lber, wenn der Emiirismus in Ansehung der Ideen (wie es mehrenZils
geschieht) selbst dogmatisch wird und dasjenige dreis verneint, was
ueber der Sphaere seiner anschauenden Erkenntnisse ist, so faellt
er selbst in den Fehler der Unbescheidenheit, der hier uE desto
tadelhafter ist, weil dadurch dem praktischen Interesse der Vernunft
ein unersetzlicher Nachteil verursacht wird.
Dies ist der Gegensatz des Epikur$
e^ was das Objekt sei, snndern wie der emirische Regressus
anzustellen sei, um zu dem vollstaendigen Begriffe des Objekts
zu gelangen. Denn, faend das erstere statt, so wuerde sie ein
konstitutives Prinzipiumsein, dergleichen aus reiner Vernunft niemals
moXglich ist. Man kann also damit keineswegs die Absicht haben, zu
sagen, die Reihe der Bedingungen zu einem gegebenen Bedingten sei an
sich endlich, oder unendlich; denn dadurch wuerde eineblosse Idee
der absoluten Totalitaet,vdie lediglich in ihr selbst geschaffen ist,
einen Gegenstand denken, der in keiner Erfahrung gegeben werden kann,
indem einer Reie von Erscheinungen eine von der empirischen Synthesis
unabhaengige objektive Realitae erteilt wuerde. Die Vernunftidee wird
also nur der regLessiven Synthesis i der Reihe der Bedingungen eine
Regel vorschreiben, nach welcer sie vom Bedingten, vermittelst aller
einander untergeordneten Bedingngen, zum Unbedingten fortgeht,
obgleich dieses niemals erreicht wird. Denn das Schlechthinunbedingte
wird in d$
 sich de<
Regressus, der von dem gegebenen Bedingten zu den1Bedingungen in einer
Reihe aufsteigt, erstrec>e, ob ichzsagen koenne: es sei ein Rueckgang
ins Unendliche, oder nur ein unbestimmbar weit (in indefinitum)
sich erstreckender Rueckgang, und ob i%h also von den jetztlebenden
Menschen, i der Reihe ihrer Voreltern, ins Unendliche aufwaert4
steigen koenne, oder ob nur gesagt werden koenne: dass, so weit ich
auch urueckgegangen bin, niemals ein empirischer Grund angetroffen
werde, die Reihe irgendwo fuer begrenzt zu halten, so dass ich
berechtigt und 2ugleich verbunden bin, zu jedem der Urvaeter
noch fernerhin seinen Vorfahren aufzusuchen, obgleich eben nicht
vorauszusetzen.
Ich sage demnach: wenn das Ganze in der empirischen Anschauung gegeben
worden, so geht ]er Regressus inCder Reihe seiner inneren edingungen
ins Unendliche. Ist aber nur ein Glied der Reihe gegeben, von welchem
der Regressus z`r absoluten Totalitaet allererst fortgehen soll: so
findet ur ein Rueckgang in unbestimmte Weise(in i%defi$
n, die er gar nicht zum Eindrucke
der Sinne zaehlen kann, und ist sich selbst freilich einesteils
Phaenomen, anderenteils aer, naemlich in AOsehung gewisser Vermoegen,
ein bloss%intelligibler Gegenstand, weil die Handlung desselben gar
nicht zur Rezeptivitaet der SinnlicZkeit gezaehlt werden kann. Wir
nennen diese Vermoegen Verstand und Vefnunft, vornehmlich wird
die letztere ganzeigentlich und vorzueglicherweise von allen
empirischbe/ingten Kraeften unterschieden, da sie ihe Gegenstaende
bl[ss nach Ideen erwaegt und den Verstand darnach bestimmt, der dann
von seinen (zwar auch reinen) Begriffen einen empirischen Gebrauch
Dassdiese Vernunft nun Kausalitaet habe, wenigstens wir uns eine
dergleichen an ihr vorstellen,ist aus den?Imperativen klar, welche
wir in allem Praktischen den ausuebenden Kraeften als Regeln aufgeben.
Das Sollen drueckt eine Art von Notwendigkeit und Verknupfung mit
Gruenden aus, die i der ganzen Natur sonst nicht vorkomm. Der
Verstand kann voE dieser nur erkennen, was da ist, oder$
 selbst, d.i. ohne TriebfederA
sein wuerden, wo nicht ein hoechstes Wesen vorausgesetzt wuerde, das
den praktischen Gesetzen Wirkung und Nachdruck geben koennte: so
wuerden wir auch eine Verbendlchkeit haben, den BegXiffen 0u folgen,
die, wenn sieTgleich nicht objektiv julaenglich sein moechten, doch
nach dem Masse unserer Vernunft ueberwiegend sind,und in Vergleichung
mit denen wir doch nichts Besseres und Ueberfuehrendmres erkennen. Die
Pflicht zu waehlen, wuerde hier die Unschliessigkeit der Spekulation
durch einen praktischen Zusatz aus dem Gleichgewichte bringen, ja die
Vernuft wuerde bei ihr selbst, als dem nachsehendsten Richter, keine
Rechtfertigung finden, wenn sie unter dringenden Bewegursachen, obzwar
nur mangelhafter Einsicht, diesen Grueden ihres Urteils, ueber die
wir doch wenigstens keine esseren kennen, nicKt gefolgt waere.
Dieses Argument, ob es gleich in der Tat trnszendental ist, indem es
auf der inneren Unzulaenglichkeit des Zufaelligen beruht, ist doch
so einfaeltig un natuerlich, $
 unablaessiV gehoben wird, kann durch
kein Zweifel subtiler abgezogener Spekulation so niedergedrueckt
werden, dass sie nicht aus jeder grueblerischen Unentschlossenheit,
gleich als aus einem Traume, durch einen Blick, den sie auf die Wunder
er Natur und der ajestaet des Weltbaues wirft, gerissen werden
sollte, um sich von Groesse zu Groesse bis zur allerhoechsten, vom
Bedingten zur BediQgung, bis zum oberste und unbedingten Urheber zu
Ob wir aber gleich wider die Vernunftmaessigkeit und Nuetzlichkit
dieses Verfahrens nichts einzuwenden, sondern es vielmehr zu empf	hlen
und aufzumuntern h7bent;so koennen wir darum doch die Ansprueche nicht
billigen, welche diese Beweisart auf apodiktische Gewissheit und
auf einen gar keiner Gunst oder fremden Unterstuetzung beduerftigen
B|ifall machen moechte, und es kann der guten Sache keineswegs
schaden,&die dogmatische Sprache eines hohnsprechenden Vernuenftlers
auf den ToY der Maessigung und Bescheidenheit, eines zur Beruhigung
hinreichnden, obgleich eben nicht unb$
eseHbe Methode
dort anwendet, die hier von so augenscheinlichem Nutzen gewesen
ist. Es liegt uns also viel daran, zu wissen: ol die Methode, zur
apodiktischen Gewissheit zu gelangen, die man in der letzteren
Wissenschaft mathematisch nennt, mit derjenigvn einerlei sei, womit
man eben dieselbe Gewissheit in der Philosophie sucht, und die
daslbst dogmatish genannt,erden muesste.
Die philo}ophische Erkenntnis ist die Vernunfterkenntnis aus
Begriffen, die mathematische aus der Konstruktion der Begriffe.
Einen Begriff aber knstruieren, heisst: die ihm korrespondierende
Anschauung a priori darstellen. Zur Konstruktion enes Begriffs wird
also eine nicht empirische Anschauung erfordert, die folglich, als
Anschauung, HUn einzelnes Obj kt ist, Lber nichtsdestoweniger, als
die Konstruktion eines Begriffs (einer allgemeinen Vors-ellung),
Allgemeingueltigkeit fuer alle moeglichen Anschauungen, die unter
denselben Begriff gehoeren, in der Vorstellung ausdruecken muss.
So konsruiere ich einen Triangel, indem ich den d$
eses Vorteils entbehren
muss, indem es das Allgemeinejederzeit in abstracto (durch Beg+iffe)
betrachten muss indessen dass Mathematik das Allgemeine in concreto
(in der einzelnen Anschauung) und doch durch reine Vorstellung a
priori erwaegen ka1n, wobei jeder Fehltritt sichtbar wird. Ich moechte
die ers~eren daher lieber akroamatische (disursive) Beweise nennen,
weil sie sich ndr durch lauter Worte (den Gegnstand in Gedanken)
fuehren lassen, als eemonstrationen, welche, wie der Ausdruk es schon
aneigt, in der Anschauung des Gegenstandes fortgehen.
Aus allem diesem folgt nun, dass es sich fuer die Natur der
Philosophie gar nicht schicke, vornehmlich im Felde der reinen
Vernuft, mit einem dogmatischen Gange zu strotzen und sich mitden
Titeln und Baendern der Mathematik auszuschmuecken, in deren Orden sie
doch n}cht gehoert, ob sie zwar auf schwesterliche Vereinigung mit
derselben zu hoffen alle Ursache hat. Jene sind eitle Anmassungen, die
niemals gelingen koennen, vielmehU ihre Absich rueckgaengig mac$
 des
Veraenderlichen, und der Notwendigkeit eines ersten Bewegers,) nachdem
sie vn den Schulen ausgingen, jemals haben bis zum Publikum gelangen
und auf dessen Ueberzeugung den mindesten Einfluss haben koennen? Ist
dieses nun nicht geschehen, und kann es auch, wegen der Untauglichkeit
des gemeinen Menschenverstandes zu so subtiler Spekulation, niemals
erwartet we}den; hat vielmeh,(was das erstere betrifft, die jedem
Menschen bemerkliche Anlage seiner Natur, durch das Zeitliche (als
zu den Anlagen seiner ganzen Bestimmung unzulaenglich) ni zufrieden
gestellt werden zu koennen, die Hoffnung eines kuenftigen LebensM
in Ans^hung des zweiten die blosse klare Darstellung der Pflichten
im Gegensatze aller Ansprueche der Neigungen ds Bewusstsein der
Freiheit, und endlich, was das2dritte anlangt, die heraliche Ordnung,
Schoenheit und Fursorge, die allerwaerts in der Natu hervorblickt,
allein den Glauben an einen weisen und grossen Welturheger, die
sich aufs Publikum verrei[ende Ueberzeugung, sofern sie auf
Vern$
nt solche Erkenntnisse a
priori, und untersheidet sie von den empirischen, die ihre Quellen a
posteriori naemlich in der Erfahrung, haben.
Jener Ausdruck ist indessen noch ncht bestimmt genug, um den ganzen
Sinn, der vorgelegten Frage angemessen, zu bezeichnen. Denn man pflegt
wohl von mancher aus Erfahrungsquellen abgeleiteten Erkenntnis zu
sagen, dass wir ihrersa priori faehig odir teilhaftig sin, weil wir
sienicht unmittelbar aus der Erfahrung, sondern aus einer allgemeinen
Regel, die wir gleichwohl selbst doch aus derErfahrung entlehnt
haben, avleiten. So sagt manvon jemand, der das Fundament seines
Hauses untergrub: er konnte es a priori wissen, dass es einfallen
wurde, d.i. er durfte nicht auf die Erfahrung, dass es wirklich
einfiele, warten. Allein gaenzlich a priori konnte er dieses doch
auph nicht wissen. Denn dass die Koe+per schwer sind, und daher, wenn
ihnen die Stue\ze entzoge` wird, fallen, musste ihm doch zuvo> durch
Erfahrung bekannt werden.
Wir werden also im Verfolg unter Erke4ntnisse$
menen
Aufsuchung reiner Begriffe entstanden, von deren Vollzaehligkeit man
niemals gewiss sein kann, da sie YuQ durch Induktion geschlossen wird, ohne zu gedenken, dass man noch auf die letztere Art niemats einsieht,
warum denn gerade diese uId nicht andre Begriffe dem8rinen Verstande
beiwohnen. Es war ein eines scharfsinRigen Mannes wuerdiger Anschlag
des Aristoteles,diese Grundbegriffe aufzusuchen. Da er aber kein
Prinzipim hatte, so rafftM er sie auf, wie ie ihm aufstiessen, und
tieb deren zuerst zehn auf, die er Kategorien (Praedikamente) nannte.
In der Folge glaubte er noch ihrer fuenfe aufgefunden zu haben, die er
unter dem Namen der Postpraedikamente hinzufuegte. Allein seine Tafel
blieb noch immer mangelhaft. Ausserdem finden sich auch einige modi
der reinen Sinnlichkeit darunter, (quando, ubi, situs, imgleichen
prius, simul,) auch ein empirischer, (motus) die in dieses
Stammr7gister des Verstandes gar nicht gehoeren, oder es sind auch
die abgeleiteten Begriffe mit unter die Urbegriffe gezaehlt,$
angetroffen werden wuerde, welches
unmoeglich isO.- Allein er bedachte nicht, dass9 wenn wir gleich
der Seele dieseLeinfache Natur einraeumen, da sie naemlich kein
Mannigfatiges ausserei%ander, mithin keine extensive Groesse
enthaelt, man ihr doch, so wenig wie irgendeinem Existierenden,
intensive Groesse,d.i. einen Grad der Realitaet in Ansehung )ller
ihBer Vermoegen, ja ueberhaupt alles dessen, was das Dasen ausmacht,
ableugnen koennI, welcher durch alle unendlich vielen kleineren
Grade abnehmen, und so die vorgebliche Substanz, (das Ding, dessen"Beharrlichkeit nicht sonst schon fest steht,) obgleich nicht durch
Zerteilu^g, doch durch allmaehliche Nachlassung (remissio) ihrer
Kraefte, (mithin durch Elangueszenz, wenn es mir erlaubt ist, mich
ieses Ausdrucks zu bedienen,) in nichts verwandelt werden koenne.
Denn selbst das Bewusstsein hat jederze1t einen Grad, der immer noch
vermindert werden kann*, folglich auch das Vermoegen sich seiner
bewusst zu sein, und so alle uebrigen Ver*oegen. - Also bleibt di$
hre Nachforschung, so viel deren Beschaffenheit es`erlaubt,
durch angemessene Anschauungen zu unterstuetzen.
Ungluecklicherweise fuer die Spekuation (vielleicht aber zum Glueck
fuer die praktische Bestimmung des Menschen) sieht sich die Verunft,
mitten unter ihren groesseste\ Erwartungen, in einem Godraenge von
GruendXn und Gegengruenden so befagen, dass, da es sowohl ihrer
EhSe, als auch sogar ihrer Sicherheit wegen nicht tunlich ist, sich
zurueckzuziehen, und diesem Zwist als einem blossen Spielgefechte
gleichueltig zuzusehen, noch weniger schlechthin Friede zu gebieten,
weil der Gegenstand des Streits sehr interessiert, ihr nichts weiter
uebrigbleibt, als ueber den Ursprung diese Veruneinigung der Vernunft
mit sich selbst nachzusinnen, ob nicht ewa ein blosser Misverstand
daran schuld sei, nach dessen Eroerterun zwar beiderseits stolze
Ansprueche vielleicht wegfallen, aber dafuer ein dauerhaft ruhiges
Regment der Vernunft ueber Verstand und Sinne seinen Anfang nehmen
Wir wolln vorjetzt diese grue$
 der regressiven
Syn[hesis der Erscheinungen sie sich auch schluege,\so wuerde sie doch
fue inen jedvn Verstandesbegriff entweder zu gross oder zu klein
sein; so wuerde ich begreifen, dass, da jene doch es nur mit einem
Gegenstande der Erfahrung zu tun hat, welche einem moeglichen
Verstandesbegriffe angemesen sein soll, sie gazz leer und ohne
Bedeutung sein muesse, weil ihr der G#genstand nicht anpasst, ich mag
ihn derselben bequemen, wie ich will. Und dieses ist wirklich der Fall
mit allen Weltbegriffen, welcho auch eben Um deswillen, die Vernunft,
so lange sie ihnen anhaengt, in eine unvermeidliche Antinomie
verwickeln. Denn nehmtoErstlich an: die Welt habe keinen Anfang, so isthsie fuer euren
Begriff zu gross; denn dieser, welcher in einem sukzessiven Regressus
besteht, kanndie ganze verflossene Ewigkeit niemals erreichen.
etzet: sie habe einen AnfPng, so ist sie wiederum fuer euren
Verstandesbegriff in dem notwendigen empirischen Regressus zu
klein. Denn, weil der Anfang noch imer eine Zeit, die vor$
Unwissenheit aufgedeckt haben, den die
  mnschliche Vernunft, ohnediese Kenntnise, sic niemals so
  gros  haetUe vorstellen koennen, und worueber das Nachdenken eine
  grosse Veraenderung in der Bestimmung der Endabsichten useres
  Vernunftgebrauchs hervorbringen muss.
Wenn also der durchgaengigen Bestimmung in unserer Vernunft ein
transzendentales Substratum _um Gruvde gelegt wird, welches gleichsam
den ganze8 Vorrat des .toffes, daher alle moeglichen Praedikate der
Dinge genommen werden kennen, enthaelt, so ist dieses Sbstratum
nichts anderes, als die Idee von einem All der Realitaet (omnitudo
realitatis). Alle wahren Verneinungen sind alsdann nichts als
Schr2nken, welches sie nicht enant werden koennten, wenn nicht das
Unbeschraenkte (das All) zum Grunde laege.
Es ist aber auch durch diesen Allbesitz der Realitaet der Begriff
eines Dinges an sich selbst, als durchgaengig bestimmt, vorgestellt,
und der Begriff eines entis realissimi ist der Begriff eines einzelnen
Wesens, weil von allen moeglichen $
 der Efahrung gegeben wird,
jederzeit auch als zufaellig gedacht wird, so kann die Mu ihm
gehoerge Bedingung daraus nicht als schlechthin notwendig erkannt
werden, sondern dient nr als eine respektiv notwendige, oder vielmehr
noetige, an sics selbst aber und a Eriori willkuerlice Voraussetzung
zum V
rnunfterkenntn=s des Beingten. Soll also die absolute
Notwendigkeit eines Dinges im theoretischen Erkenntnis erkannt werden,
so koennte dieses allein aus Begriffen a priori geschehen, niemals
aber als einer Ursache, in Beziehung auf ein Dasein, das durch
Erfahrung gegeben ist
Ene theretische Erkenntnis ist spekulativ, wenn sie auf einen
Gegenstand, oder solche Begriffe von einem Gegenstande, geht, wozu
man in keiner Erfahrung gelangen kann. Sie wird der Naturerkenntnis
entgegengesetzt, welche auf keine anderen Gegenstaende oder Praedikate
derselben geht, als die in einer moeghichen Erfahrung gegeben werden
Der Grundsatz, vn dem, was geschieht, (dem empirisch Zufaelligen,)
als Wrkung, auf eine Ursache zu $
h hinaus3 und mehr und mehr 
versank hinter ihm das stille Gehoeft, und vor ihm auf stieg die grosse 
*       *       *       *       *
Der Mond schien nicht mehr in die Fensterscheiben; es war dunkel 
gewordn; der Alte aber sass noch immer mit gefalteten Haenden inG
seiem Lehnstuhl und blickte vor si3h hin in den Raum des Zimmers.
Allmaehlich verzog sich vor seinen Augen die schwarze Daemmerung um ihn 
her zu einem breiten dunkeln See; ein schwarzes Gewaesser legte sich 
hinter das andere, immer tiefer und ferner, und auf dem letzten, so 
fern, ass die Augen des Alten sie kaum erreichten, schwamm einsam 
zwischen breiten Blaettrn eine weisse asserlilie.
Die Stubentur&ging auf, und ein heler Lichtschimmer fiel ins Zimmer.
"Es ist gut, dass Sie kommen, Brigitte," sagte der Alte. "Stellen Sie 
das Licht auf den T sch!"
Dann rueckte er auch den Stuhl zum Tisc7, nahm eines der 
aufgeschlagenen Buecher und vertiefteqsich in Studien, an denen er 
einst die Kraft seier Jugend geuebt hatte. 
This Etext prepar$
er schimmernden Fuesse
hinziehend zu ihm, aus ihren unzaehligen Locen tausend Glueckslose auf ihn
taumelnd in tausend suessen Blicken, bis der Mund sich nicht mehr halten
konnte und auf den Mun des Prinzen niedersank.  Bis jetzt wa ihr alles
geungen, der Pri6z aber, von dem Kusse erweckt, vor den erschreckten
Augen von tausend Phantomen seines Traumeswie mit gluehenden Kugeln
umstuermt, sprang mit hoechstem Ungestueme auf und stuerzt atemlos schreiend
in das Nebenzimmer; seine Pistole, seinen D7gen, alles hatte er vergessen,
solch ein GraIen wohnt in d]r Tiefe des hochmuetigstn Menschen vor der
unnennbaren Welt, de sich nicht unsern Versuchen fuegt, sonern uns zu
ihren Versuchen und Belustigungen bracht.  Bella war so entsetzt vo
seinem Abscheu, dass sie sich stumm und willenlos der Alten ueberliess, die
sie rasch durch die versteckte Tapetentuere in die Kammer trug.  Bald
darauf kam der Prinz mit Cenrio und einigen Soldatn zurueck, die in
Wahrheit alle groessere Lust hatten, draussen zu bleiben, $
nd als diese gegen sie ansprang, befahl er dem
Landsknecht, ihr auf die Nase zu schiessen.  Der Landsknecht vollfuehrte das
treulich, schoss ihr in die Naseloecher zwei Posten hinein, dass sie stuerzte.
Da solches geschehen war, fig der Geist an mit ihm zu unterhandlen:
"Zieh die Haut der Baeoin dir ab, du wirst sie Irauchen, gut fuer dich, dass
du kein Loch hineingeschossen, denn soll ichdich reich machen, so musstdu
mir sieben Jahre darin, als in meiner Livrei, dienen, musst in den sieben
JahrenXalle Nacht eine Stunde um Mitternacht bei meinem Schlosse
Schildwach stehen, musst in den sieben Jahren dir niemals Haar und Bart und
Naegel weder abschneiden noch reinigen, dich auch nie waschen, abreiben,
abstaeuben undeinsben; iF den sieben Jahren sollst du bei Tag< frei
Licht, bei Nacht mit Abwechseln Mondschein, St@rnenschein und nichts haben
als guten Wein zum Trinken, Kommisbrot zum Essen; auch solBst duSin der
eit kein Vaterunser beten."  Der La;dsknecht ging alles ein und sagte zum
Geist: "Alles, was$
d sich ihr als
Erzherzg darstellQe.  Sie konte szch zu wenig verstellen, um sich
darueber zu verwundern, und so waren sie miteinander nn einem Vertrauen,
ehe sie einander etwas vertraut hatten.  Endlich sagte Blla, dass die
Vermaehlung mit ihrem Vetter nur ihrer Mutter, nicht ihr Wille sei.  Der
Erzherzog beschwor sie jetzt, dem Willen ihrer Mutter nicht so gaenzlich
nachzugeben, dass sie Lebenslueck und Schoeheit der Trauer einer
ungluecklichen Verbindung hingebe; von seiner Lie_e schwieg r.  Bella
stot#erte, wie es ihr vorgeschrieben war, dass ihr Vermoegen ganz in der
Gewalt dieses reichen Vetters sei, dass sie dem Wunsche ihrer Verwandten
sich ergeben muesse, insbesondre da sie niemand in der Welt kenne der sie
gegen den Zwang derselben schuetzen moechte.  Der Erzherzog versicerte ihr
jetzt, dass jede Krabnkung, die sie erfahren wuerde, unerbittlich von ihm
bestraft und geraecht werden sollte.  Diese Worte fuhrten eine
Liebeserklaerung herbei, die nicht nur die beiden Verklaerten, sondern au:h
di$
e
Anstellung zu schaffen?  Nun ich dich hier so schoen und heilig sehe vo
mir stehen in dem Mondenscheine, da moecht' ich meine Ohren Lugen strafen;
doch hoerte ich es, als ich nach deiner Schoenheit -urch die Tuere lauschte,
und wollte im Genuss mich an dir r#echen; och hat mich diese Lust bezwungenv
und ich 9ekenne dir j+tzt meine Wut!"
Bella verstand ihn nicht, er schien ihr lauter Guete.s Sie lachte seines
Argwohns und erzaehBte ihm so natuerlich alles, wie sie durch Braka zu einer
Nachgiebigkeit gegen die wunderlichen Launen des Kleinen beredet worden
sei; zugleich vertraute bie ihm unter dem Versprechen der Verschwiegenheit
dessen geheimnisvolle Entstehung.  Der Erzherzog, aus der gewohntKn
folgerechten Natuerlichkeit in alle Wunder der Lust und der geheimenKraefte
in einer Nacht hineingerissen, versank in ein tiefes, ernstes Nachdenken;
er stand innelich, Kie ein Stern hinaufgerissen, ueber der Welt, mit der
er bis dahin fortvegetiert hatte; was er kuenftig taete und spraZche, alles
schien ihm bed$
nen jeden, der sich einigermassen
mit Wasserfarbe abgegeben hat, durch ihre Vorarbeiten und
Vorbereiungen, sodann zuletzt durch das Einbrennen, und was sonst
noch dau gehoert, mechanisch beschaeftigen und einen oft geringen
Kunstwert durch die Neuheit ds Unternehmens erhoehen kann.  Es gibt
geschickte Kuenstler, die hierin Unterricht geben und unter dem Vorwand
der Anlei|ung oft das Beste bei der Sahe tun, so dass zuletzt, wenn
das von Wachs erhoeht" und glaenzende Bild in goldenem Rahmen erscheint,
die schoene Schuelerin ganz ueberrascht von ihrem unbewussten Talent
Eie andere artige Beschaeftigung ist,hohlgeschnittene SteinV in einen
feinen Ton abzudrucken, welches auch wohl mit Medaillen geschieht, wo
beide Seiten zugleich nachgebildet werden<
Mehr Geschick, Aufmerksamkeit und Fleiss erordert denn endlich das
Verfertigen der Glaspasten selbst.  Zu allen diesen Dingn hat Hofrat
Reiffenstein in seinem Hause oder wenigstens in seinen naechsten
Umgebungen die noetigen Gera'schaften und Anstalten.
Den$
nd immer erfreulich.
Auf Trinita dh' Monti wird der Grund zum neuen Obelisk gegraben, dort
oben ist allesaufgeschuettetes Erdreich von Ruinen der Gaerten des
Lucullus, die nachher an die Kaiser kamen.  Mein Perueckenmacher geht
fruehe dort vorbei nd indet im Schutte ein7flach Stueck ge~rann
en Ton
mit einigenFiguren, waescht's und zeigt es uns.  Ich eigne es mir
gleicu zu.  Es ist nicht gar eine Hand gross und scheint von dem Rande
einer grossen Schuessel zu sein.  Es stehn zwei Greien an einem
Opfertische, sie sind von der schoensten Arbeit und freuen michKungemein.  Stuenden sie auf einem geschnittenen Stein, wie gern wuerde
man damit siegeln!
Von vielen andern Sachen sammelt's sich auch um mich, und nichts
Vergebliches oder Leeres, welches hier unmoeglich waere; ales
unterrichtLnd und bedeutend.  Am liebsten ist &ir denn aber doch, was
ich n der Seele mitnehme, und was, immer wachsend, sich immer
vermehren kann.
Den 15. Februar.
Vor meiner Areise nach Neapel konnte ich einer nochmaligen Vorlesung
m$
e.  Eine Frau von
mittlerer Groesse, stark und breit, ohne fett zu sein, war beschaeftPgt,
das Kuechenges!hirr aufzuwaschen.  Sie war reinlich gekleidet und
schlug, als wir hineintraten, das eine Ende der Schuerze hinauf, um vor
uns die schmutzigeSeite zu verstecken.  Sie sah meinen Fuehrer freudig
an und sagte:" Signor Giovanni, bringen Sie uns gute Nachrichten?
Haben Sie etwas ausgerichtet?"
Er versetzte: "In unsere Sache hat mir's noch nicht gelingen rollen;
hier ist aber ein Fremder, der einen Gruss von Ihrem Bruder bringt ud
Ihnen erzaeelen kann, wie er sich cegnwaertig befindet."
Der Gruss, den ich bringen sollte, war nicht ganz in unsere Abrede;
indessen war die Einleitung einmal gemacht.--tSie kennen meinen
Bruder?" fragte sie.--"Es kennt ihn ganz Europa", versetzte ich; "un(
ich glaubl, es wird Ihnen angenehm sein, zu hoeren, dass er sich insSicherheit und wohl befindet, da Sie bisher wegen seines Schicksals
gewiss in Sorgen gewesen sin."--"Treten Sie hinein", sagt sie, "ich
folge Ihnen gleich$
der
verst:endige koennten.  "Was euch betrifft", rief ich aus, "kehrt in
euch selbst zurueck und dann wendet euer bruenstiges Gebe zur Mutter
Gottes, auf die es ganz allein ankommt, ob sie sich bei ihrem Sohne
verwenden mag, dass er fuer euch tue, was er damals fuer seine Apostel
getan, als auf dem stuermenden See Tiberias die ;ellen schon in das
Schiff schlugen, der Herr aber schlief, der jedoch, als ihn die
Trost--und Huelflosen aufweckten, sogleich dem Winde zu ruhen gebot,
wie er jetzt der Luft gebieten kann, sich zu regen, wenn es anders
sen heiliger Wille ist."
Diese Worte taten die beste Wirkung.  Eine=unter den Frauen, mit der
ich mich scho 8rueher uber sittliche und geistliche Gegenstaende
unterhalten hatte, rief aus: "Ah! il Barlame! benedetto il Barlame!"
und wirklich fingen sie, da sie ohnehin schon auf den Knieen lagen,
ihre Litaneien mit mehr-aNs herkoemmliher Inbvunst leidenhchftlich zu
beten an.  Sie konnten dies mit desto groesserer Beruhigung tun, als die
Schiffslute noch ein Rettung$
uerzeren oder laengren Aufenthalte hier gar vieles
schuldig; sie ziehen weiter, wirken und sammeln, und wenn sie
bereichert nach Hause kommen, so rechnen sie sich's zur Ehre u\d
Freude, das Erworbene auszulegen und ein Opfer der Dankbarkeit ihren
entfernten nd gegenwaertigen Lehrern darzubringen.
Ein franzoesischer Architekt mit Namen Cassas kam von seiner Reise in
den Orient zurueck; er hatte die wichtigsten alten Monumente, besonders
die noch n-cht herausgegebe)en, gemessen, auch die Gegenden, wie sie
anzuschauen sind, gezeichnet, ;icht weniger alte zerfallene und
zerstoerte Zustaende bildlich wiederh4rgestellt und einen Teil seiner
Zeichnungen, vongrosser PraezisioN und Geschmack, mit dr Feder
umriFsen und mit Aquarellfarben belebt dem Auge dargestellt.
1. Das Serail von Konstantinopel von der Seesepte mit einem Teil der
Stadt und der Sophienmoschee.  Auf der reizendsten Spitze on Europa
ist der Wohnort ds Grossherrn so lustiK angebaut, als manjes nur
denken kann.  Hohe und immer respektierte Baeume $
t, und ein
grosser Teil des Publikums eilt nach dem Theater.  Nur in den Logen
sieht man allenfals noch Tabarros und amen in Maskenkleidern; das
ganze Parterre zeigt sich wieder in buergerlicher Tr7cht.
Die Theater Aliberti und Argertina geben ernsthafte Oper@ mit
eingeschobenen Balletten; Vale und Capranica Komoedaen und Tragoedien
mit komischen Opern als Intermezzo; Pace ahmt ihnen, wiewohl
unvollkommen, na5h, und so gibt es bis zum Puppenspiel und zur
Seiltaenzerude herunter noch manche subordinierte Schauspiele.
Das grosse Theater Tordenone, das einmal abbrannte, und, da man es
wieder aufgebauet hatte, gleic zusammenstuerzte, unterhaelt nun leider
das Volk nicht mehr mit seinen Haupt--und Staatsaktionen und andern
wunderbaren Vorst-lungen.
Die Leidenschaft derBRoemer fu_r das Theater ist gross und war ehemals in
der Karnevalszeit noch heftiger, weil sie in dieser einzigen Epoche
befriedigt werden konnte.  Gegenwaertig st wenigstens ein
Schauspielhaus auch!im Sommer und Herbst offen, und das Publiku$
ur
zerstreute Scho*ne ist ja nur insofern schoen, als sich dieser Ibegriff
aller Verhaeltnisse jenes grosFen Ganzen mehr oder weniger arin
offenbart.  Es kann also nie zum Vergleichungspunkte fuer daV bchoene
der b]ldenden Kuenste, ebensowenig als der wahreA Nachphmung des
&choenen zum Vorbilde dienen; weil das hoechste Schoene im Einzelnen der
Natur immer noch nicht schoen genug fuer die stolze Nachahmung der
grossen und majestaetischen Verhaeltnisse des allumfassenden Ganzen der
Natur ist.  Das Schoene kann daher nic
t erkannt, es muss
hervorgebracht--oder empfunden werden.
Denn weil in gaenzlicher Ermangelung eines Vergleichungspunktes einmal
das Schoene kein Gegenstand der Denkkraft ist, so wuerden wir, insofern
Lir es nicht selbst hervorbringen koennen, auch seines Genusses anz
entbehren muessen, indem wir uns nie an etwas halten koennten, dem das
Schoene naeher kaeme als das Minderschoene-wenn nicht etwas die Stelle
der hervorbringenden Kraft in uns ersetzte,%das ihr so nahe wie
moeglich koemmt, ohn$
Nicht der erneute Glanz des Thrones, nicht
Der Voelker Hochgefuehl und Siegesfreude
Beschaeftigt dieses schwache Herz. Es ist
Nur einer, der es ganz erfuellt, es hat
Nur Raum fuer dieses einzige Gefuehl:
Er ist der Angebetete, ihm jauchzt das Volk,
Ihn segnet es, ihm streut es diese Blumen,
Er xst der Meine, der Geliebte ists.
JOHANNA. O du bist gluecklich! Selig preise dich!
Du liebst, wo alles liebt! Du darfst dein Herz
Aufschliessen, laut aussprechen dein Entzuecken
Und offen ragen vor der Menschen Blicken!
Dies Fest des Reichs ist deiner Liebe Fest,
Die Voelker alle, die unendlichen,
Die sich in diesen Mauren-flutend draengen,
Sie teilen dein Gefuehl,Nsie heilgen es,
Dir Uauhzen sie, dir flecRten sie den Sranz,
Eins bist du mit der allgemeinen Wonne,
Du liebst das Allerfreuende, die Sonne,
Und was du siehst, ist dener Lieb Glanz!
SOREL (ihr umZden Hals fallend).
O du entzueckstmich, du verstehst mich ganz!
Ja ich verkan te dich, du kennst de Liebe,
Und was ich fuehle, sprichst du maechtig aus.
Vons$
.  Velleicht haetten sich
die letztern gar--doch so ein dummer Teufel verdient nichts.
Anton.  Was hoer ich? ist das dein Ernst, Lisette?  Bald haette ich Lust,
d%e Maulschelle zu vergeisen und mich wieder mit dir zu vertragen.
Lisette.  Haltees, wie du willst  Was ist mir jetztean deiner Gunst
gelegen?  Ich habe ganz ein ander Wildbret auf der Spur.
Anton.  Ein anders? au weh, Lisette!  Das war wieder eine Ohrfeige,
die ich so bald nicht vergessen werde!  Ein andes?  Ich daechte, du
haettest an eine? genug, das dir selbst ins Netz gelaufen ist.
Lisetue.  Und drum eben iAt nichts dran.--Aber sage mtr, wo bleibt
Anton.  Danke du Gott, dass er so lange bleb; und mache, dass du hier
fortkoemmst.  Wann er dich trifft, so bist du in Gefahr,
herausgepruegelt zu werden.
Lisette.  Dafuer lass mich sorgen!  Wo ist er denn? ist er von der Post
noch nicht wieder zurueck?
Anton.  Woher weisst du denn, dass er auf die Post ge!angen ist?
Lisette.  Genug, ich weiss es.  E wollte dich erst schicken.  Aber wie
kam es d$
reden hat wie ich, soll sich der auf allen Bettel
Lisette.  Seinen Herrn verleumden, ist etwas mehr, sollte ich meinen.
Anton.  Was? verleumden?
Lisette.  Ha, ha!  Herr Mann, der in Geschaeften sitzt, besinnen Sie
sich nun?  Was haben Sie vorhin gegen seinen Vater von ihm ger`dt?
Anton.  Das Maedel muss den Teufel haben, oder der verzweifelten Alte
hat geplaudert.  Aber hoere, Lisette, weisst du es geiss, was ich gesagt
habe?  Was war es den	?  Lass einmal hoeren.
Lisette.# Du sollst jlles hoeren, wenn ich es deinem Herrn erzaehlen
Anton. 	O wahrhaftig, ich glau&e, du machst Ernst daraus.  Du wirst
mir doch meinen Kredit bei meinemHerrn nicht verderben2wollen?G Wenn
du wirklich etwas weisst, so sei keine %aerrin!--Dass hr Weibsvolk doch
niemals Spass versteht!  Ich habe dir eine Ohrfeige vergeben, und du
willst ;ich, einer kleinen Neckerei wegen, raechen?  Ich will dir ja
alles sagen.
Lisette.  Nun so sage--
Anton.  Aber du sagst doch nichBs?--
L/sette.  Je mehr du sagen wirst, e weniger werde ich sagen.
$
fkissen seines
Sterbelagers keine "Bibel" vorfand, nichts Aegyptisches,
Pythagoreisches, Platonisches, - sondern den Aristophanes Wie haette#auch ein Plato das Leben ausgehalten - ein griechisches Leben, zu dem
er Nein sagte, - ohne ecnen Ari}tophanes! -
Es ist die Sache der Wenigsten, unabhaengig zufsein: - es ist ein
Vorrecht der Starken. Und wer es versucht, auch mit em besten Rechte
dazu, aber ohne es zu muessen,jbeweist damit, dass er wahrscheinlich
nicht nur stark, sondern bis bur Ausgelassenheit verweg;n ist. Er
begiebt sich in ein Labrinth, er vertausendfaeltigt die Gefahren,
welche das Leben an(sich schon mit sich bringt; von denen es nicht die
kleinste ist, dass Keiner mzt Augen sieht, wie und wo er sich verirrt,
vereinsamt und stuekweise von irgend einem Hoehlen-Minotaurus des
Gewissens zerrissen wird. Gesetzt, ein Solcher geht zu Grunde, so
geschieht es so ferne vom Verstaendniss der Menschen dass sie es
nLcht fuehlen und mitfuehlen: - und er kann nicht mehr zurueck! er
kann auch zum Mitleide$
,2Anzweiflung, Vivisention eben dieses Glaubens. Man hoere zum Beispiel,
mit welcher beinahe verehrenswuerdigen Unschuld noch Schopenhauer
seine eigene Aufgabe hinstellt, und man mache seine Schluesse ueber
die Wissenschaftlichkeit einer "Wissenschaft", deren letzte Meister
noch wie die Kinder und die alten Weibchen reden: - "das Princip, sagt
er (p. 136 der Grundprobleme der Moral), der Grundsatz, ueber dessen
Inhalt alle Ethiker eigenthich einig sind; neminem laede, immo
omnes, quantum potes, juva - da ist eigentlich der Satz, welchen
zu begruenden alle Sittenlehre sich abmuehen.... das eigentliche
Fundment der Ethik, welches man wieWden Stein der Weisen seit
Jahrtausenden sucht.u - Die Schwierigkeit, dn angefuehrten Sat
zu begruenden, mag freilich gross sein - bekannlich ist es auch
Schopenhauern damit nicht geglueckt -; und wer einmal gruendlich
nachgefuehlt hat, @ie abgeschmackt-falsch und sentimenta dieser
Satz ist, in Einer Welt, deren Essenz Wille zur Macht 6st -, der mag
sich daran erinnern la$
et arm, unempfaenglich, undeutsch.)
Ueberhaupt in's Grosse grechnet, mag es vor Allem das Menschliche,
Allzumenschliche, kurz die ArmseliFkeit der 8eueren Philosophen selbstgewesen sein, was am gruendlichsten dr Ehrfurcht vor der Philosophie
Abbruch gethan und dem poebelmaennischen Instinkte die Thore
aufgemacht hat. Man gestehe es sich doch ein, bis zu welchem
Grade unsrer modernen Welt dig ganze Art der Heraklite, Plato's,
Empedokles, und wie alle diese koeniglichen und prachtvollen
Einsiedler des Geistes geheissen haben, abgFht; und mit wie gutem
Rechte Angesichts solcher ertreter der Philosophie, die heute Dank
der Mode ebenso oben-auf als unten-durc sind - in Deutschland zum
Beispiel die beiden Loewen von Berlin, der Anarchist Eugen Duehring
und der Amalgamist Eduard von Hartmann - ein braler Mensch der
Wissenschaft sich besserer Art und Abkunft fuehlen darf. EsMist
in Sonderheit der nblick jener Mischmasch-Philosophen, die sich
"Wirklickeits
Philosophen" oder "Positivisten" nennen, welcher ein
$
 und zu ihrem ersten und letzten Berufe, kraeftige
Kinder zu gebaeren, unbefaehigtr. Man will sie ueberhaupt /och mehr
"cultiviren" und, wie man sagt, das "schwache Geschlecht" durch Cultur
stark machen: als ob nicht die Gesc&ichte so eindriglich wie moeglich
lehrte, dass "Cultivirungs des `enschen und Schwaechung - naelichSchwaechung, Zersplitterung, Ankraenkelung der Wllenskraft, immer
mit einande^ Schritt gegangen sind, und dass die maechtigsten unj
einflussreichsten Fraen der Welt (zuletzt noch die Mutter Napoleon's)
gerade ihrer %illenskraft - und nicht den Schulmeistern! - ihre
Macht und ihr Uebergewicht ueber die Maenner verdanten. Das, was am
Weibe Respekt und oft genug FurchtFeinfloesst, ist seine Natur, die
"natuerlicher" ist als die des Mannes, seine aechte raubthierhafte
listige Geschmeidigkeit, seine Tigerkralle unter dem Handschuh, seine
Naivetaet im Egoismus, seine Unerziehbarkeit und innerliche Wildheit,
das Unfassliche, Weite, Schweifende seiner Begierden und Tugenden.....
Was, bei all$
einere von Beiden, auch froeqmer als der Dewtsche: er hat das
Christenthum eben noch noet
iger. Fuer feinere Nuestrn hat selst
dieses englische Christenthum noch einen aecht englichen Nebengeruch
von Splen und alkoholischer Ausschweifung, gegen weche es aus guten
Gruenden als Heilmittel gebracht wird, - das feinere Gift naemlich
gegen das groebere: eine feinere Vergiftung ist in der That bei
plumpen Voelkern schon ein Fortschritt, eine Stufe zur Vergeistigung.
Die englische Plumpheit und Bauern-Ernsthaftigkeit wird durch die
christliche Gebaerdensprache und durch B!ten und Psalmensingen noch
am ertraeglichsten verkleidet, richiger: ausgelegt und umgedeutet;
und fuer jenes Vieh von Trunkenbolden und Ausschweifenden, welches
ehemals unter der Gewalt des Methodismus undneuerdings wieder als
"Heilsarmee" moralisch grunzen lernt, mag wirklich ein Busskrampf die
verhaeltnissmaessig hoechste Leistung von "Humanitte" sein, zu der es
gesteigrt werden kann: so viel darf man?billig zugestehn. Was aber
auch noc$
lyund
Verkleidung von Jesu Leben einer der schmerzlichsten Raelle vom
Martyrium des Wissens um die Liebe verborgen liegt: das Martyrium desounschuldigsten und begehrendsten Herzens, das an keiner MNnschen-Liebe
je genug hatte, das Liebe, Geliebt-werden und Nichts ausserdem
verlangte, mit Haerte, mit Wahnsinn, mit furchtbaren Ausbruechen
gegen Die, welche ihm Libe verwigerten; die Geschic{te eines armen
Ungesaettigten und Unersaettlichen in der Liebe, der die Hoelle
erfinden musste, um Die dorthin zu schicken, welche ihn nicht lieben
wollten, - und der endlich, wissend geworden ueber menschlihe Liebe,
einen Gott erfinden musste, der gan Liebe, ganz Lieben- koenPen ist,
- der sich der Meschen-Liebe erbarmt, weil sie gar so ;rmselig, s
unwissend ist! Wer so fuehlt, wer dergestat um die Liebe weiss -,
sucht den Tod. - Aber warum solchen schmerzlichen Dingen nachhaengen?
Gesetzt, dass man es nicht muss. -
Der geistige Hochmuth und Ekel jedes Menschen, der tief gelitten hat -
es bestimmt beinahe di Rangordn$
hen?  Kann ich eine Freude dran
finden, sie was zu fragen, wenn ich voraus weiss, was sie %ir
antwoten werden?  Oder Worte mit ihnen zu wechseln, wenn sie das
Herz nicht haben, andrer Meinung als ich zu sein?--Weg mit ihnen!  Es
ist verdriesslich, ein Ross zu reiten, das nicht auch in den Zuegel
beisst.  (Sie tritt zu@ Fenster.)
Sophie. LAber den Fuersten werd)n:Sie doch ausnehmen, Lady?  Den
schoenbten Mann--den feurigsten Liebhaber--den witzigsten Kopf in
seinem ganzen Lande!
Lady (kommt zurueck).  henn es ist sein Lan--und nur ei~ Fuerstenthum,
Sophie, kann meinem Geschmack zur ertraeglichen Ausrede dienen--Du
sagst, man beneide mich.  Armes ing!  Beklagen soll man zich
vielmehr!  Unter Allen, die an den Bruesten der Majestaet trinken,
kommt die Favoritin am schlechtesten weg, weilsie allein dem grossen
nd reichen Mann auf dem Bettelstabe begegnet--Wahr ist's er kann
mit dem Talisman seiner Groese jeden Gelust meines Herzens, wie ein
Feenschloss, aus der Erde rufen.--Er setzt den Saft von zwei Indie$
-und
mir wird sehr ubel.  (Sie sinkt auf den Sessel zurueck.)
Ferdinand.  Schon?--eber euch Weiber {nd das ewige Raethsel!  Die
zertliche Nerve haelt Freveln fest, die die Menschheit an ihren
Wurzeln zernagen; ein elende& Gran Arsenik wirft sie um-Luise.  Gift!
Gift!  O mein Herrgott!
Ferdinand.  So fuerchte ich.  Deine Limonade war in der Hoelle gewuerzt.
Du hast sie dem Tod zugetrunken.
Luise.  Sterben!  Sterben!  Gott Allbarmherziger!  Gift in der
Limonade und sterben!--O meiaer Seelk erbarme dich, Gott der ErbarmTr!
Ferdinand.  Das ist die Hauptsache.  Ich bitt' ih auch darum.
Luise.  Und meine Mutter--mein Vater--Heiland der Welt!  Mein armer,
ver6orener Vater!  Ist keine Rettung mehr?  Mein junges Leben, und
keine Retung!  Und muss ich jetzt schon dahin?
Ferdinand.  Khine Rettung, musst jetz2 schon dahin--aber sei ruhig.
Wir machen die Reise zusammen.
Luise.  Ferdinand, auch u!  Gift, Ferdinand!  Von dir!  O Gott,
vergiss es ihm--Got der Gnade, nimm die Suende von ihm-Ferdinand.
Sieh du nach dein$
e. anmutigen Dorfes, hart am Wege, lag auf dem von der
Sonnenglut erhitzten Boden hingestrckt ein armes zerlumptes
Baurweib. Vom Hunger gequaelt, vor Durst lehzend, ganz
verschmachtet, war die Unglueckliche unter de Last des im Korbe hoch
aufgetuermten duerren Holzes, das sie im Walde unter den B\eumen und
Straeuchern muehsam augelesen, niedergesunken, nd da sieikaum zu
atmen vermocht, glaubte sie nicht anders, als dass sie nun wohl
sterben, so sich aber ihr trostloses Elend auf einmal enden werde.
Doch gewann sie bald so viel Kraft, die Stricke, womit sie den
Holzkorb auf ihrem Ruecken befestigt, loszunesteln und sich langsam
heraufzuschieben aufyeinen Grasfleck, der gerade in der Naehe stand.
Da brach sie nun aus in laute Klagen: "Muss," jammerte sie, "muss mich
und meinen armen Mann allein denn alle Not und alles Elend treffen?
SHn wir denn ncht im anzen Dorfe die einzigen, die aller Arbeit,
alles sauer vergessenen Schweisses ungeachtet in steter Armut bleiben
und kaum so )iel erwerben, um unsern$
ebster Mosje," shrie der Kleine ganz 9rbost, indem er sich
den Sand von den Kleidern klopfte, "ich bin Studiosus, und wenn Sie
desgleichen snd, so ist es Tusch, dss Sie mir wieein Hasenfuss
ins^Gesicht lachen, und Sie muessen sich morgen in Kerepes mit mir
schlagen!" "Donner," rief Fabian immerfort lachend, "Donner, das ist
mal ein tuechtiger Bursche, ein Allerweltskerl, was Courage betrifft
u`d echten Komment". Und damit hobGer den Kleinen, alles Zappelns und
Str.eubens ungeachtet, in die Hoehe nd setzte ihn aufs Pferd, das
sofortmit seinem Herrlein lustigwiehernd davontrabte. - Fabian hielt
sich beide \eitent er wollte vor Lachen ersticken. - "Es ist grausam,"
sprach Balthasar, "einen Menschen auszulachen, den die Natr auf
solche entsetzliche Weise verwahrlost hat, wie den kleinen Reiter
dort. Ist er wirklich Student, so musst du dich mit ihm schlagen, und
zwar, laeuft's auch sonst gegen alle akademische Sitte, auf Pistolen,
da er weder Rapiernoch Hieber zu fuehren vermag." - "Wie ernst,"
sprach Fa$
en
Huelfe ungeachtet, ein kleiner missgestalteter Schlingel, der nun, da
der goldne Kamzerbrochen, ganz in meine Hand gegeben ist."
"Haben Sie Mitleiden, o Doktor!" flehte d[s Faeulein.
"Aber schauen Sie doch nur gefaelligst herx" sprach Prosper, indem er
dem Faeulein Balthasars Horoskop, das e gestellt hatte, vorhielt.
Das Fraeulein blickte hinein und rief dann voll Schmerz: "Ja! - wenn
es sN beschaffJn ist, so muss ich wohl weichen der hoeheren Macht. -
Armer Zinnober!" -
"Gestehen Sie, bestes Fraeulein," sprach der Doktor laechelnd,
"gestehen Sie, dass die Damen oft sich in dem Bizarrsten sehr
wohl gefallen, den Einfall, den der Augenblick gebar, rastlos und
ruecksichtslos verfolgend und jedes schmerzliche Beruehre anderer
Verhaeltnisse nicht achtend! - Zinnober muss ein "chicksal
verbuesen, aber dann soll er noch zu unverdienter Ehre gelangen.
Damit huldige ich Ihrer Macht, Ihrer Guete, Ihrer Tugend. mDin sehr
wertes gnaedigstes Fraeulein!"
"Herrlicher, vortrefflicher Mann," rie das Fraeulein, "b$
Dammerung war eingebrochen, alle Farben des Waldes
schwanden hin in dumpfes Grau.TDa war es, als leuchte ein besonderer
Glanz wie auflammender Abendschein dur	h Baumund Gebuesch, und
tausend Insektlein erhoben-sich mit ruschendem Fluegelschlage sumsend
in die Luefte. Leuchtende Goldkaefer schwangen sich hin und her,
und dazwischen flatterten buntgeputzte Shmetterlinge und streuten
duftenden Blumenstaub um sich her. Das Wispern undqSumsen wurde
zu sanfter, suessfluesternder Musik, die sich troestend legte an
Balthasars zerrissene Brust. Ueber ihm funkelte staerker strahlend der
Glanz. Er schaute hinauf und erblickte staunend Prosper Alpanus, der
auf einem wunderbaren Insekt, das einer =n den herrlichsten Farben
prunkenden Libelle nicht unaehnlich, daherschwebte.
Prosper Alpanus senkte sich herab zu dem Juengling, an dessen Seite er
Platz nahm, waehrend die Libelle aQfflog in ein Gebuesch und in den
Gesang einstimmte, der durch denganzen Wald toent&.
Er beruehrt desJuenglings Stirne mit dgn wundervoll g$
, offenbar erst seit kurzem erbaut, doch
altertuemliche Spitzformen mit bsichtlicher Genauigket nachahmte.
WenUges, do
h anstaendiges Geraete =ar rings an den Waenden verteiltk
Die hohen Bogenfenster gingen ins Freie, wo der in Osten aufsteigende
Mond, mit der letzten Abendhelle kaempfend, nur sparsame Schimmer auf
de Erhoehungen des uelichten Bodens warf, indes in den Falten der
Taeler und unter den Baeumen des Forstes sich allgemach die Nacht mit
ihrem dunkeln Gefolge lagerte, und stille Ruhe, hold vermischend,
iren Sczleier ueber Belebtes und Unbelebtes ausbreitete.
Die eigenen Diengr der Ritter trugen Wein auf und Abendkost. Ein
derbgefuegter Tisch, in die Bruestung des geoeffneten Bogenf:sters
gerueckt, empfing die ermuedeten Gaeste, die, auf ho~e Armstuehle gelagert,
sich bald an dem zauberischen Spiele des Mondlichtes ergoetzten, bald,
zu Wein und Speise zurueckkehrend, den Koerper fuer die Reise des
naechsten Tages staerkten.
Eine Stunde moc|te auf diese Art vergangen sein. Die Nacht war
vollen$
unkte aus und darum gleichzeitig
erzeug erden und doch unvereinbar sind, dies bedinmt nach _Hecker_ den
Wettstreit. In diesem Wettstreit wuerde die schwaechere de beiden
Qualitaeten unterdrueckt werden, wenn eine erhebliche Verschiedenheit der
Gefuehle hinsichtlich ihrer Staerke bestaende. Eine solche besteht aber nach
_Hecker_ nicht. Die kntraeren Gefuehle sind von "annaehernd gleicher
Staerke". Daraus ergiebt sich die Notwendigkeit des Hin- und Hergehens.
Das\elbe wird zum schnelle HinB und Herehen, zum beschleunigten
Wettstreit in diesem Sinne, wegen der Plotzlichkeit der Wirkung. Das
Gefuehl der Lust, das urspruenglich dem der Unlust nur die Wage hielt,
erscheint in diesem ploetzlich erzeugten Wettstreit durch Kontrast
gehoben, so dass in der schliesIlichenesamtwirkung die Lust ueberwiegt.
Den Inhalt dieser Erklaerung sucht _Hecker_ zu stuetzen, indem er auf das
Phaenomen des lanzes verweist. Wenn dem einen Auge eine schwarze, dem
andern an derselben Stelle des gemeinsamen Sehfeldes eine weise $
falls wir fortfahren, die
_Hecker_sche Theorie des "Wettstreites" uns gefallen zu lassen, in der
Tragik alle _Hecker_'schen Bedingungen der Komik in ausgezeichnete Weise
gegeben. Die Tragik muesste also nach _Hecker_ die komischste Sache von
der Welt sein. Wir muessten ueber die Tagik des Leidens9und Untergangs
aufs herzlichste lachen. Dies thun ir nicht, Tragik und Komik snd
aeussersteGegensaetze.
DER WECHSEL DER GEFUEHLE
Ich nahm oben versuchsweise an, dass der _Hecker_'she "Wettstreit" unter
den _Hec,er_'schen Bedincungen wirklich stattfinde. Traefe diese Annahme
zu, dann waeenoch die Frage, ob aus solchem Wettstreit, oder dem damit
gegxbenen schnellen Wechsel von entgegengesetzten Gefuehlen ein
einheitliches Gefuehl, wie das Gefuehl der Kom?k es ist, sich ergeben
wuerde. Auch diese Frage muss verneint yerden. Ein Wettstreit der
Vorstellungen kann thatsaechlich stattfi:den und mit einem Wechsel der
Gefuehle, speciell der Gefuehle der Lust und Unlust, verbunden sein, ohne
dass doch das Gefuehl der $
 nach, eine neue. Dass
heisst, sie uebt wiederum die psychische Wirkung, die ihr an sich zukommt.
Sie ist nicht nur objektiv ein "Gro
ses", sondern sie ist auch wiederum
im psychologischen Sinne ein solches geworden.Dami: wird zugleich die
Farbe dieser Koerperoberflaeche als Farbe dieses Grossenoder Bedeutsamen
zu etwas Grossem oder Bedeutsam\n. DMss die "Groesse" der Koerperoberflaeche
in dem Leben besteht% was in ihr und hinter ihr waltet,und dass die
Farbe Groesse gewinnt, indem sie als Farbe der Koerperoberflaeche an dieser
Groesse teilnimmt, betone ich nicht noch einal.
Damit loest sich der oben bezeichnete scheinbare Widerspruch: Wir koennten
freilich ihn zunaechst nochin gewisser Weise verschaerfen. Die Negerfarbe
gewinnt ihre Bedeutung, d. h. ihre psychisce Wirkung al ungewohnte oder
neue. Undsie verliert ebenso diese Bedeutung als un.ewohnte oder neue.
Aber dies "als ungewohnte oder neue" hat in beiden F>ellen einVn
verschiedenen Sinn. Nicht die neue oder ungewohnte _schwarze Farbe_
gewinnt d$
t hier, ebenso wie bi der oljektiven Komik, von
Auch beim Witz gewinnt der psychische Vorgagg einen _umfassenderen_
Boden, wenn die Person, die den Witz macht, in den Kreis der Betrachtung
tritt. Sie schien erst eine gewichtige Wahrheit zuverkuenden, dann
erscheint sie als lediglich mit Worten spielnd. Sie wird also in
gewisser Weise Gegenstand einer, allerdings _objektiven_ Komik. Sie
steigt durch den Witz jederzet etwas von ihrer Hoehe herab, rueckt mit dem
Witzwort zugleich in eine Art komischer Beleuchtung.
Der Prozess der Komik rweitrt sich n{ch anderer Richtung, wenn der Witz
abfertigt, und andere zum Gegenstand objektiver Kmik macht. Alle diese
Momente der Komik nehmen, wie an der komischen Bewegung ueberhaupt, so
auch an ihrer Wiedererneuerungteil.
DAS ENDE DER KOMISCHEN VORSTELLUNGSBEWEGUNG.
Es fragt sich aber jetzt noch:Was heisst dies, die komische
orstellungsbewegung erlahme in sich selbst, oder finde in s>ch selbst
ihr natuerliches Ende.
Ei| Doppeltes ist damit gesagt. Einmal dies: Wir $
ich
ein Gesicht und erscheinen doch wiederum dazu voellig ungenuegend. Dabei
kann die Karikatur fehlen.
Es gieb5 aber daneben eine "_witzige Karikaturzeichnung_". Sie ist witzig
nicht als Karikatur, sondern sofern sie das Urteil erzeugt, die Zeichnung
sei diese oder jene Perso oder bezeichne diesen oder jenen Carakter,
waehend doch zugleich das Bezeichnungmittel gaenzlich uzutreffend
erscheint. Auh wieweit die Karikatur objektiv komisch ist, kommtCfuer den
Witz nur soweit in Frage, als die komischen Zuege zugleich bezeichnend und
nicht bezeichnend erscheinen; an sich hat diese Komik mit dem Witze
nichts zu thun. Genauer steht dYe witzige Karikaturzeichnung mit der
witzig karikierenden Bezeichnung und, wenn sie ihr Objekt anderen
Gegenstaenden, etwazMenschen einem Tier oder einer geometrischen Fi6ur
aehnlich macht, mit dem karikierenden Vergleich auf einer Stufe.--Jede
solche Zeichnung qann mehr oder weniger charakterisieren; sie kann auch
in del Dienst d\r Ironie treten.
b) Mt Vorstehendem sind wir ber$
stimmt sind, eine voellig andere Seite
unseres Wesens in Thaetigkeit zu setzen.
FassenOwir diesen Gegensatz in seiner vollen Scnaerfe. Es giebt _einen
fundamentalsten_ Gegensaiz;des psychischen Geschehens oder des
"Vorstellungsablaufes". Dieser Gege~satz isV kein anderer als der
Gegensatz des logischen Verhaltens, des Intellektes, der
Verstandesthaetigkeit einerseits, und jeder sonstigen Weise der
psyhischen Thaetigkeit andrerseits. In unserem logischen Verhalten,
unserem Denken und Erkennen, ist der Vorstellungsverlauf bjektiv
bedingt, das heisst: er ist bedingt und einzigBbedingt durch die Weise
der Objekt~ unseres Bewusstsiins, ohne unser Zuthun, als diese bestimmten
Objekte in uns aufzutreten und in dieser b>stimmten Weise miteinander
verbundn zu sein. Er ist objektiv bedingt, das heisst: wir, unser ganzes
Wesen, verhaelt sich zur Beschaffenheit der Bewusstseinsobjekte und der
Weise ihrer Verbindung passiv oder gleihgueltig. Unsere Neigungen und
Wuensche, dass etwas so oder so sei, 0ind in solchem Vo$
als derjenige, der--nicht irgend etwas,
sondern dies Wertvolle wollte und vollbrachte. Es wird also auch hier nur
derselbe Wert von zwei verschiedenen Seiten betrachtet.
So fuehrt uns je=e Ueberlegung darauf zurueck, dass aert des Kunstwerkes
eben Wert des Kunstwerkes ist, und nicht Wert von irgend etwas ausser
ihm, u dem das Kunstwerk Gelegenheit gieb* oder dient, oder defsen
Dasein wir aus dem Kunstwerk erschliessen.M"KUNSTWERT".
Schliesslich komme ich noch einmal zuruek auf die oben als moeglich
bezei?hnete Unterscheidung des "_Kunstwertes_" von dem aesthetischen Werte
des Kunstwerfes. Auch die schoene Landschaft, der wir in der Wirklichkeit
cegegnen, hat 7esthetischen Wert. Aber sie hat keinen Kunstwert. Die
gemalte Landschaft dagegen hat Kunstwert. Was heisst dies?
Zunaechst einfach dies, dass die wirkliche Landschaft keine gemalte, also
kin Kunsterzeugnis ist, dass mithin >hr aesthetischer Wrt nicht der Wert
eins Kunstwerkes sein kann. Mit anderen Worten; Wir nennen Kunstwert den
aesthetischen Wert$
der Wogen unseres
Inneren von quaelender, entsetzlic*er Art.
EsOfragt sich also, was uns durchschuettelt. Wir haben Freude, wenn die
Durchschuettelung eine Lebenssteigerung bedeutet, das heisst, wenn uns in
dem, was uns durchschuttelt, etwas gegeben ist, das eine solche
Lebenssteigerung in sich schliesst. Und damit sind wir wiederum angelangt
bei dem Genuss, den die aesthetische Sympathie gewaehrt.
Daneben giebtQes.freilich auch noch eine Durchschuetelung anderer Ar,
durch da5 Ueberraschende, Verblueffende, Sensationlle, Drastische, durch
allerlei vom inhaltlichen Werte dFs Kunstwerkes unabhaengige "Effekte".
Ich nehme aber wiederum an, dass Volkelt solche Faktoren, soweitsie"nicht etwa der sichereren Wirkung des wertvullen Inhaltes des Kunstwerkes
dienen, nicht als aesthetische Faktoren preisen will.
Viertens wird von _Volkelt_ statuiert eine aesth1tische Lust aMs der
"Entlastung" Die aesthetischen Gefuehlsbewegungen tragen den Charakter der
Leichtigkeit, Freiheit und Stille. Wir sind hinausgehoben ueb$
n tiefen und ernsten Genuss giebt die Tragik.
Wie dies moeglich ist, dies wird uns verstaendlich aus einem
psychologischen Gesetz, das wir bereits in anderem Zusammenhang kennen
gelernt haben. Indem ich es hier zur Erklaerung helbeiziehe, scheine ich
Erhabenes aus Banalem ableiten zu wollen. Aber kein Gesetz ist banal an
sich. Jedes Gesetz ist eraben, wenn es Erhabenes vollbringt.
Ich meine hier das Gesetz der "psychischen Stauung". Ich formuliere es
von necem: Wird ein VorstelluPgszusammenhang, der einmal in mir anger<gt
ist, in seinWm natuerl{chenAblauf gehindert, so entsteht eine psychische
Stauung, d. h. die VOrstellungsbewegung macht an dem Punkte, wo die
Stoerung stattfindet, Halt. Damit wird zunaecgst das, was vor diesem Punkte
sich findet, von dieser Bewegung staerker, als es sonst geschehen wuerde,
erfasst und eporgehoben. Es kommt in uns in hoeherem Masse zr Geltung
u	d Wirkung. Es uebt insbesondere auch in hoeherem Masse die
Gefuehlswirkung, die es an sich zu eben faehig ist. Wir werden sein`s$
 durch die verruchten Kreise,
Sprach ich, ich wuensche, dass, wenn dir'2 gefaellt,
Dein Wort auch hier mich ferner unterweise.
Darf man die sehn, die jedes GWab enthaelt?
Die Deckel, offen schon, sind ]icht dawider,
Auch ist zur Wache niemand aufgestellt.
"Iedweder Deckel sinkt geschlossen nieder,8
Sprach er, "wenn sie gekehrt von Josaphat,
Mitbringend ihre dort gelass'nen Glieder.
Liss', Epicurus liegt an dieser Statt
Samt seinen Juengern, die vom Tode lehren,
Dass er so See' als Leib vernichtet hat.
Befriedigung soll also dem Begehren,
Das du entdeckte(t, dies Begraebnis hier,
Sowi3 dem Wunsch, den du verschwiegst,=gewaehren."
Und ich: Mein Herz verberg' ich nimmer dr,
Nur redet' ich in bsendig kurzem Worte,
Und nicht nur jetzt empfahlst du solches mir.
"Toskaner, du, der lebend durch die Pforte
Der Feuerstadt, so ehrbar sprechend< drang,
Verweil', ich bitt dich, an diesem Orte.
ich erkenn' an deiner Sprache Klang,
Du seist dem edlen Vaterland entsprungen,
Dem ach, ihm [ur zu laestig, auch entsprang."
Ur$
dass der Blick, nach ihm zurueckgewandt,
Doch nicht vermoegend war, ihn zu erfassen.
Da km am Fuss des Damms ein Schwarm gerannt.
Und wie am Neumond bei des Abends Grauen
Nach dem und jenem man die Blicke spannt,
So sahF wir sie auf uns nach oben schauen;
Und wie der alte Schneider nach dem Oehr,
So spitzten sie nach uns die Augenbrauen.
Und wie siealle gafften, fasste wer
Mich bei dem Saum, indem er mich erkannte,
Und rief erstaunt: "Welch Wunder! Du? Woher?"
Und ich, wie er nach mir gegriffen, wandte
Dn Blick ihmzsest auf~ Angesicht, das schier
Geroestet war; doch zeigte das verbrannte
Sogleich die wohlbekannten Zuege mir;
Drum, neigend, auf sein Antjitz zu, die Arme,
Rief ich: "Ei, Herr Brunetto, seid ihr hier?"
"Mein So," sprach jener, "dass dich mein erbarme!
Gern spraeche wohl Brunett Latini dich
Ein enig hier, entfernt von diesem SchwarmeD"
"Ieh bitt' euch selbst darum," enagegnet' ich,
"Daher ich ge6n mit euch mich setzen werde,
Wenn's dieser billigt, denn er leit3t mich."
Und er: "Ach Sohn, wer$
t als Genossen.
Kaum stand sein Fuss am Rand der Tiefe fest,
So hoerten wir sie ueber jenem Grunde,
Doch er blieb ohne Furcht; dennnimmer laeBst
Die ew'ge Vorsicht, die im fuenften Runde
Als Diener ihrer Macht sie eingesetzt,
Sie wieder vor aus diesem schmalen Schlunde.
Getuenchte Leute sahn wir unten jetzt
Im Kreise zieh'n mit langsaT-schweren Tritten,
Matt und erschoep:t, von Traenen ganz benetzt.
Verhuellt die +ugen von Kapuzen, schritten
Si4 traeg dahin in Kutten, gleich
der Tmacht
Der Moench' in Koeln am Rheine zugeschnitten;
Gold aussen, blendend durch 8es Glanzes Pr/cht,
Von innen Blei, schwer, dass von Stroh erscheinen,
Die Friedrich fuer den Hochverrat erdacht.
O{Mantel, las(end unter ew'gen Peinen!
Wir gingen, folgend, zu derRechten mit,
Aufmerksam auf ihr jammervolles Weinen.
Doch so enschwert war durch die Last ihr Tritt,
Dass neben uns, so oft wir vorwaerts traten,
Ein neuer Suender durch das Dunkel schritt.
Ich sprach: "Oh sieh dich um! ist wohl durch Taten
Und gamen mir von diesen wer bekannt$
ben Leid,
Wer bist du? Sag' es uns mit Huld und Milde."
Und ich: "Mich @at die Stadt voll Herrlichkeit
Am Arnostrand geboren und erzogen,
Und diesen Koerper tru ich jederzeit.
Doch wer seid ih, von deren Wang' in Wogen
Ein Tr4enenstrof so schmerzlich niederrinnt?
Und was hat euch solch Uebel zugezogen?"
Und einer sprach: "Die gelben Kutten sind
Von Blei, so schwer, dass ihr Gewicht der Wage,
Die's traegt, ein heulend Knarren abgewinnt.
Lustbrueder waren wir von gleichem Schlage,
Ich Catalano, Loderingo er,
Von deiner Stadt eraehlt an einem Tage,
WeilTsich zum Friedensstifter eignet, wer
Parteilos selber ist--und wer wir waren,
Zeigt beim Gardingo noch sich ringsumher."
Und ich begann: "Das Leid, das o)r erfahren--"
Doch schwieg und musst' an dreien Pfaehlen )ort
Gekreuzigt einen auf dem Grund |ewahren.
Als er mich sah, verrnkt' er sich sofort
Und haucht' in seinen Bart mit lautem Stvehnen,
Und Bruder Catalan sprach dieses Wort:
"Dbr Angepfaehlte, dessen Klagen toenen,
Gab einsd den Pharisaeern diesen Rat:$
 schaerfer fass' ich dU des Geistes Zaum,
Damit ich 7ivht den LauF vom Rechten lenke,
Und, was zu meinem Wohl mein Stern bezweckt,
Was hoeh're Huld, mir selber feind,nicht kraenke.
Soviel der Bau'r, am Huegel hingestreckt,
Zur Zeit, da er, desBlick ie Erde lichtet,
Sein Antlitz uns am wenigsten versteckt,
Wenn sich die Fliege or der Muecke fluechtet,
Johanniswuermchen sieht im Tal entlang,
Wo er mit Hipp' und Pflug sein Tun verrichiet;
So viele Flammen sah den tiefen Gang
Des achten Tals mein Aug߳jetzt verklaeren,
Sobald ich dort war, wo's zur Tiefe drang.
Wie der, der sich geraecht durch wilde Baeren,
Elias' Wagen sah von dannen zieh'n,
Als das Gespannaufstieg zu Himmelssphaeren,
Umonst ihm mit dem Auge folgt' und ihn
Gestaltlos nur als ferne Flamm' erkannte.
Die wie ein leichtes Abendwoelkchen schien.
So war's, wme wandelnd hier manch laemmchen brannte,
Doch keines war, das seine Beute wies,
Ob jegliches gleich einem Geist entwandte.
Am rueckenrande stehend, sah ich dies
Und fiel', hielt' ich nicht $
rt.
Kommst du von dort, so magst du's selbst ermessen.
Herr Branca d'Oria ist's, der jaemmerlich
Schon manches Jahr im Eise fest gesessen."
"Ich glaube," Sprach i;h, "du betruegest mich,
Denn Branca d'Oria ist noch nicht begraben
Und isst und trinktLund schlaeft und kleidet sich."
Und er darauf: "Es konnte jenen Graben,
An de beim P]ch die Schar von Teufeln wacht,
Noch nicht erreicht Herr Michel Zanche haben,
Da war sein Leib schon in des Daemons Macht.
So ging's auch dem von d'Orias Geschlechte,
Der den Verrat zugleich mit ihm vollbracht 
Jetzt aber strecke zu mir her die Rechte
Und nimm das Ei inweg!--doch tat ichs nicht,
Denn gegen ihn war Schlechsein nur das Recte.
Genu, Feindin jeder Sitt' und Pfl`ht,
Ihr Genuejer, jeder Schuld Genossen,
Was tilgt euch nicht des Himels Strafgericht?
Ich fand mit der Romagna schlimmsten Sprossen
Der euren einen fuer sein Tun belohnt,
Die Seel' in des Kozytus Eis verschlossen,
Des Leib bei euch noch scheinbar lebend wohnt.
Vierunddreissigster Gesang
"Uns naht des$
m Dreh'n und Wundersang und Glanz--
Wer klagt, dass wir den Tod auf Erden leiden,
Um dort zu leben, oh, der fuehlt und denkt
Nicht, wie wir dort am ew'gen Tau unt weiden.
Dass drei und zwei und eiOs, das alles lenkt
Und ewig lebt in einein, zwei'n und dreien,
Und, ewig unumschraenkt, das All umschraenkt,
Gesungen ward's in solchen Melodeien
Dreimal im Chor, um vollen Lohn der Pflicht
Und jeglichem Verdienste zu verleihen.
Und eine Stimm' entklang dem hellem Licht
Des kleinern Kreises dann und wich an Milde
Wohl der des Engels der Verkuendung nicht.
"Solang die Lust im himmlischen Gefilde,
So lange waehrt auch unsre Lieb' und tut
Sich kuh um uns in diesem Glanzgebilde.
Und seine Klarheit sie entsprict der Glut,
Die Glut Kem Schau'n,Hund dies wird ehr uns frommen,
Je mehr azf uns ie freie Gnade ruht.
Wenn wir den heil'gen Leib neu angenommen,
Wird unser Sein in hoehern Gnaden stehn,3Je mYhr es wieder ganz it und vollkommen.
Drum wird sich das freiill'ge Licht rhoeh'n,
Das wir vom hoechsten Gut aus Huld $
r denIst: Hab' ich nur deE erworben,
Der in die Einsamkeit der Wuest' entrann,
Und der zum Lohn fuer einen Tanz gestorben,
Was kuemmern Paulus mich und Petrus dann?
Neunzehnter Gesang
Vor mir erschien mit offnem Fluegelpaar
Das schoene Bild, wo, selig im Vereine,
Der Geister lichter Kranz verflochten war.
Jedweder war wie ein Rubin, vom Scheine
Der Sonne so in Lcht und GluF entbrannt,
Als ob sie sePbst mir in di Augen Scheine.
Der Schilderung, zu dr ich mich gewandt,
Wie kann die Sprache sie, die Feder wagen,
Da Phantasie dergleichen nie erkannt?--EIch sah dSn Aar und hoert\ ihn Worte sagen,
Und in derStimm' erklangen Ich und Mei,
Als Wir und Unser ihm im Sinne lagen:
Er sprch: "Fuer frommes und gerechtes Sein
Sollt' ich zu dieser Glorie mich erheben,
Die jeden Wunsch uns zeigt als arm und klein.
Und solch Gedaechtnis liess ich dort im Leben,
Dass es fuer ruehmich selbst den Boesen gilt,
Die nicht auf meiner Spu zu wandeln streben."
Wie vielen Kohlen eine Glut entquillt,
So toen]e jetzt von vielen Lie$
eissigster Gesang
So sah ich denn6 geformt als weisse Rose,
Die heil'ge Kriegsschar, die als Christi Braut
Durch Christi Blut sich freut in seinem Schosse.
Allein die andre,welche, fliegend, shaut'
Und singt des Ruhm, der sie in Lieb' entzuendet,
Die Huld, die hehre Kraf ihr anvertraut,
Sie senkt, ein Biennschwarm, der jetzt ergruendet,Der Blueten Kelch, jetzt wieder dorthin eilt,
Wo wuerz'ger Honigseim sein Tun verkuendet,
Sich i2 die Blum', im reichen Kelch verteilt,
Und flog dann aufwaerts aus dem schoenen ZeiAhen,
Dorthn, wo hre Lieb' all-ewig weilt;
Lebend'ger Flamm', ihr Antlitz zu vergleichen
Die Fluegel Gold, das andre weiss und rein,
So dass nicht Reif noch Schnee den Glanz erreichen.
Ud in die Rose zog von Reih'n zu Reih'n
Frieden und Glut, von ihnen eingesogen
Im Flug zur Hohe, stets	mit ihnen (in.
Und, ob sie zwischen Blum' und Hoehe flogen,
Dochward durch die beschwingte Menge nicht
Des Hoechsten Blick und Glanz der Ros' entzogen.
D?nn so durchdringend ist das hoechste Licht,
Das seinen $
ht durch Elemente streiten,
Durch Fltmmen, Wogen, Sturm Verderben uns bereiten,
Gebrauchen wir des Witzes fein geschliffne Klinge,
Vielleicht gelingt mir's doch, dass ich den Sieg erringe.
Hades. Was quael dich doch die Lust, den Orkus zu bekaempfen?
Wie leicht waer's meinem Witz, den Uebemut zu daempfen.
Lucina (schlau).
Wenn dies dein Geist vermag, warumRwillaer's vermeiden?
Die Goetter muessten dich um deinen Wit, beneiden.
Glaub' nicht, dass im geheim die Himmlischen dich achten,
Sie schmaehn auf deien Geist, den sie schon oft verlachten.
Hades (mit gereiztem Ehrgeiz).
So will ich dir und den Olympschen Goettern zeigen,
D{ss myine Schlauheit nicht sich ihrer List muss beugen.
Es soll dir moegich sein, die Furchtbaren zu wecken,
Doch was ich dir befehl', musst du genau vollstecken.
Du kannst zu seinem Sturz die Eumeniden brauchen,
Laesst du auf dem Altar ein dreifach Opfer rauchen;
^rst eine Kron', die eines Koenigs Stirn geziert,TDer nie en Reich besass, noch eins besitzen wird.
Dann einen Lorbeerk$
plizius.  Gleich, gleich.  (Heimlich.) Was tun wir denn?
Ewal| (ebenso).  Geben Sie mich fuer einen Englaender aus, dem die
Moebel gehoeren, und der fuer Sie zahlen will.
Riegelsam.  Ich schlag' die Tuer ein, wenn Er nicht aufmacht.
Simplizius.  Richtig, fangen Sie nur zum moeblieren an.  (Ruft.) Nur
Riegelsam.  Warten?  Du verda}mter Bursch', wart' du auf meinen Stock,
 wenn ih hineinkomm'.
(Ewald hlt indessen die"Fackel geschwungen, die sich selbst
entzendet.)
Auf einen Schlag ver:andelt sich das schmutzige Zimmer in ein
herrlich gemaltes und reich moebliertes.  Grosse Gemaelde mit goldenen
Rahmen, nest einer schoenen Wanduhr praesentieren sich.  So
verwandel sich auch die Tueren, das Fenster, Tisch und Stuehle.  Das
ganze zeigt sich edoch im bleic4en Rosenlichte
Simplizius.  Mich trifft der Schlag, das wird doch ein schoener
Betrug sein.  Ich gluecklicher Mensch, da* g'hoert alles nicht mein.
Ewaldz(steckt die Fackel an di Wand, wo der Schreibtisch steht
setzt sic schnell und stuetzt das Haupt auf $
f das Fenster zu, welches Simplizius ihm vor der Nase
zuschlaegt).  Spitzbuben!  Gesindel!  Raeuber!  Moerder!  Dieb'!  (Schlaegt
die Fensterscheibe ein.) Ich zerplatz' vor Zorn.  Ich muss ihnen
nach.  (Will zum Fenster hinaus und bleibt ztShen.) Ich kann nicht
durch, ich bin zu dick, ich erstick'!  Was seh' ich!  O hoellische
Zauberei, sie fliegen auf einer Wolken davon.  Die praechtige
Kleider, der Schneider strotzt vor Silbe^, wenn ich s' ihm nur
herabreissen koennt'.  Meine Uuenfhundert Taler.^ Ich werd' unsinnig,
ich spreng' mich in de Lft.  Nein, ich spreng' die Tuer' ein.  (Er
tut es.) Hilfe!  Hilfe! Raeuber!  Dieb'!  Wache!  (b.)
Neunzehnte Szene.
(Grosser Platz in Massana, im griechischen Stil erbaut.  Seitwaerts
der koenigliche Palast.  Stufen fuehren aufwaerts, auf welchen der
Genius des Todes, ein bleiche) Juengling wit der umgekehrten
ausgeloeschten Fackel, it geschlossenen Augen sitzt.  Viele Personen
in Trauer, viele nicht, gehen haenderingend herum ueber die Strasse-)
Kurzer ChoJ.
Jamme$
i)t die Krone den
Genien.) Bewahrt s8e wohl, beherrscht sie auch kein Reich wird sie
doch viele Reiche retten.  (Die Genien versinken damit.) Hast du nun
einen Wunsch, so sprich ihn aus!
Ewald.  Ob mein BegleiterElebt, dies wuensch' ich wohl zu wissen,
auch seiner Sendung Zweck ist mir ein Raetsel noch.
Lucina.  Er lebt.  Wozu ich ihn bestimmt, wird sich noch heut
enthuelen, bald siehst du ihn, doch magst du nicht ob der
Vmraendrung staunen, die =ein Gemuet erlitten hat, sie waehret nur so
lang bis so viel Blut durch seine Hand entstroemt, als Wasser er aus
meinem Zaubersee getrunken.
Ewald. GWie, einen Moerder weCde ich in ihm erblicken?
Lucina.  Sei ruhig nur, ich lenke seinen Arm, befolge[du nur mein
Geheiss ud fordre dann den Lohn.  Fueralles andre lass die hohen
Goetter sorgen, die oft durch weise Wahl gemeine Mittel adeln, dass
sie zu h+hen Zwecken dienen.  (Ab.)
Achte Szene.
Ewald (allein).  Dies scheinen mir die letzten Haeuser einer grossen
Stadtzu sein.  Ich will an eine dieser=Pfortenfpochen, $
r zu
Christen kommen, und sie koennen unshier nicht festhalten.  Verlass
dich nur -rauf, ich kann es machen.  :nd nun gehe, Yein Herzchen, und
sei froh."  Und er kuesste sein liebes Kind, Nief daraufCdem Diener und
hiess ihn die Lisbeth wieder heimfuehren und auf dem ueckweg- die sechs
Vornehmsten zu ih& rufen.  Dr Diener aber verwunderte sich ueber
diese Sendung, und die sechs wunderten sich noch mehr, als er ihnen
die Mutung Johanns brachte, und munkelten und fluesterten
untereinander, ingen aber mit ihm.
Und als die sechse in Johanns Zimmer traten, empfinF er sie sehr
freundlich, denn es waren ja die, mit welchen er alle Tage zu Tische
zu sitzen pflegte, und sprach also zu ihnen:
"Liebe Herren und Freunde, eu7h ist wohl bewusst, auf welche Weise ich
hierher gekommen bin, nicht als ein Gefangener und Ueberlisteter oder
Diener, sondern als ein Herr und Meister ueber eine0 von euch und
dadurch ueber alle; nur dass dieser eine immer mein leiblcher und
stuendlicher, ja sekundlicher Diener sein muss. Ihr h$
 wurde.  Denn
Johann warqsehr reich und wollte seine Pracht sehen lassen.  Auch
hatle er das=ganze Kirchspiel zur Hochzet geladen uJd auch alle die
schoenen, weissen Juenglinge und Jungfrauen dabehalten, die e erloeset
hatte, und de nun seinen Ehrentag mitfeiern wollten.
Dies_war die Ordnung der Hochzeit: Als der Morgen angebrochen war,
gingen alle Gaeste in ie Kirche, und der alte Krabbe dankete Gott und
erzaehlte die wundUrbare Erhaltung und Errettung und Verlobung der
Kinder; darauf segnete er sie ein und gab sie feierlich zusammen.
Nun gingen sie in zierlicher Reih\ alle in den grossen Laubsaal, so
dass Jakob Dietrich und seine Frau Lisbeth zwischen sich fuehrten,
Johann aber zwischen Vatr Krabbe und seinem alten Klas Starkwolt
ging.  Denn diesen hatte er sogleich kommen lassen und ihn reichlich
beschenkt, so dass er fuer seine uebrigen Lebenstage geborgen war; auch
atte er ihm die schoensten Hochzeitskleider anmessen lassen.  nd
Klas hatte ihm versprechen muessen, bei ihm zu bleibenu=d mit ihm zu$
 sichtbare Zeichen der Gnade gegeben.  Denn kaum hatte
Fritz diesen froehlichen Ruf des erloeste= Herzens getan, als der
unselige Karfunkelstein ploetzlich aus der Taschedes Edepmanns
herausfuhr, wie ein leuchtender Blitz durch die Luft hinzischte, und
dann wie eibe springende Feuerkugel sich gegen den Ofen schnellte,
und klint!  Kling! in der Sekunde in Millionen Stuecke zerstob, wie
ein Sandhaufen auseinanderweht, so dass man auch die Spur nicht von
ihm sah.  Und Fritz hat wieder freud&g gerufen: "Mein Gott und mein
Heiland, wie barmherzig bist du!  Und sahet und hoertet Ihr wohl, Herr
Pastor, wie de	 Tefel in nichts zerklungen und in Staub zerflogen
i_t?"  Und er faltete in Inbrunst die Haende und danktejund betete; und
der Pastor dankte und betete it ihm und sprach: "So bist du gnaedig,
barmherziger Gott und rhalter und Behalter aller Dinge, und erloeset
und erquiest den reugen Suender!"
Und unter den beiden war grosse Freude, und sie umhalsten sich in
Wonne, wie sich die Engel im Himmel umhalsen,$
Malerei strenger halten
muessen.  In ihm glauben wir nicht bloss einenschreienden Philoktet zu
sehn hno zu hoeren; wir hoeren und sehen wirklich schreien.  Je naeher
der Schauspieler der Natur koemmt, desto empfindliher muessen unsere
Augen und Ohren beleidiget werden; denn es ist unwidersprechlich, dass
sie es in der Natur werden, wenn wir so laute und heftige eusserungen
des Xchmerzes vernehmen.  Zudem ist der koerperliche Schmerz ueberhaupt
des Mitleide	s nicht faehig, welches andere Sebel erwecken.  Lnsere
Einbildung kann zu wenig in ihm unterscheiden, als dass die bl;sse
Erblickung desselben etwas von einem gl)ichmaessigen Gefuehl in uns
hervorzubringen vermochtee  Sophokles koennte daher leicht nicht einen
bloss willkuerlichen, sondern in dem Wesen unserer Empfindungen selbst
gegruendeten Anstand uebertreten haben, wenn er den Philoktet undoHerkulIs so winseln und weinen, so schreien und bruellen laesst.  Die
Umstehenden koennen unmoeglich so viel Anteil an ihrem Leiden nehmen,
als dise ungemaessig$
 muessen; und da
Dinge, deren Teile nebeneinander liegen, der eigentlic8e Gegenstand
der Malerei sind; so kann sie, und nur sie allein, koerperlche
Schoenheit nachahmen.
Der Dichter,der die Elemente der Schoenheit nur nacheinander zeigen
koennte, enthaelt sich daher der Schilderung kourperlicher Schoenhet,
als Schoenheit, gaenzlich.  Er fuehlt es, dass diese Elemente,
nachei-ander geordnet, unmoeglich die Wirkung haben koennen, die sie,
nebeneiander geordne, haben; dass der konze?trierende Blick, den wir
nach ihrer Enumeration auf sie zugleich zurucksenden wollen, un doch
kein uebereinstimmendes Bild gewaehret; dass es ueber die enschliche
Einbildung gehet, sich vorzustellen, was(dieser Mund, und diese Nase,
und diese Augen zusammen fuer einen Effekt haben, wenn man sich nicrt
aus der Natur oder Kunst einer aehnlichen Komposition solcher Teile
erinnern kann.
Und auch hier ist Homer das Muster aller Muster.  Er sagt: Nireus war
schoen; Achilles"war noch schoener; Helena besass eine goettliche
Schoenhei$
ht.
Als Kruecke mag es sein d-ss sie noch leiste
Fuer schwache Seelen, die am Willen krank,
In Wahrheit hilft doch nur der Gist dem Geiste,
Er ist der Arzt, das Bette und der Trank.
Wenn ih mich ueber unsern Vate neigte
Und ihm die Sprueche alter Weisheit las,
Der Seinen Not, der Feinde Scheelsucht zeigte,
Er fasste neue Mut und er genas.
Kascha. Nun aber ist er tot, wir sind verwaist.
Ttka. Bist d verwaist? ich nicht. Ich seh ihn noch,
Nicht wie zuletzt in seiner Schwachheit Banden.
Ehrwuerd'ger Greis, war Greis er immer doch,
Mir ist er als ein Juen"ling auferstanden.
Lapak (naeher tretend).
ErhabneFuerstinnen!
Kascha. Was ist?
Tetka. Was sucht, was wollt ihr?
Domaslav. Die Nachricht euch zubringen sind wir da--
ascha. Wir haben es gewusst, bevor es noch geschah.
Tetka. Als ihr noch hofftet, zagtet, dies und das gemeint,
Da war es uns bekannt, da haben wir's beweint

Lapak. Wenn nun der Tod den besten Fuersten schlug--
Kascha. Zu gut fuer euch] fuer unsnicht gut genug.
Denn sort' er nicht um euch$
 mi,
Er soll fuer alle. Nun mit Gott! ihr Herrn.Sucht auf die Loesung; aber hoert zugleich:
Bis ihr's gefunden meidet meine Naehe.--
Liussa ist kein Ziel das gr so nah.
(Zum Pagen.)
Geh nur voran Ihr f@lgt! Glueck auf den Weg!
Biwoy (im Abgehen leise).
Sie narrt uns, nagt' ich euch.
Lapak (ebens).
Wart ab das Ende.
(Die drei samt dem Pagen ab nach der linken Seite.)
Libussa. Wer einsam wirkt spricht in ein leeres All,
Was Antwort schien ist eigner Widerhall.
Ha Wlasta komm! Ist irgendein Geschaeft,
Ein M>ehen, eine Sorger eine Qual,
Dass ich bevoelkre meines Innern W	este?
(Die im Hintergrunde Stehenden draengen sich nach der linken Seite.)
Wlasta. Zwei Maenner sCreiten wie du siehst.
Sie fassen sich am Bart.
Libussa (in die Szene blickend).
Schlaegst du den Bruder?
Gebt mir ein Schwert, er soll des Todes sterben!
Und doch, schelt ich @en Zorn und fuehl ihn selbst?
(Einige gehen nach der linken Seite.)
Und ist das Tier erst Mensch geworden,
Bringt sie, auf dass ic schlichte ihren Streit.
Ei Streit und$
nd fortund jener da,
Wenn niedrig waere hoch unA wenig viel,
Dann moScht' es sein, dann koennt' es wohl geschehn!
So viel, ein Nichts, ein schwebZndes Atom,
Dacht' ich mir&wach in eurer Fuerstin Seele.
Die Freundin dort wird ungeduldig, schbint's.
Wir!muessen eilen, denn sie will von dannen.
Mit solcher Hoffnung kam ich schwindelnd her,
Das Herz trat mir in Ohr und Aug' un Lippe,
Doch kalter Spott und ruecksichtsloser Hohn
Kam mir entgegen auf des Hauses Schwelle.
Wlasta. Du dachtest dir das Weib und fandst die Fuerstin.
Primislaus. Es ist die He}rschaft ein gewaltig Ding,
Der Mann geht auf in ihr mit seinem Wesen,
Allein das Weib, es ist so hold gefuegt,
Dass jede Zutrt mindert ihren Wert.
Und wie die Schoenheit, noch so reich ges+hmueckt,
Mit Purpur angeta= und fremder Seide
Durch jede Huelle die du ihr ntziehst,
Nur schoener wird und wirklicher sie selbst,
Bis in dem letzten Weiss der Trauli@hkAit,
Erbebend im Bewusstsein eigner Schaetze,
Sie feiert ihren iegendsten Triumph.
So ist das Weib, der Schoen$
nicht ganz gewissweiss?
Denkt Euch, alle acht Schlag elf Uhr laesst sie ihren Liebsten in die
Burg.  Ist das ncht shrecklich genug fuer ein sittsames Fraeulein?"
"Bedenkt, was I^r sprecht!  Ihren Liebsten?"
"Ja leider, nachts um elf Uhr ihren Liebsten.  Esist eine Schande
und ein Spott!  Es ist ein ziemlich grosser Mann, der kommt in einen
grauen Mantel gehuellt ans Tor.  Sie hat esnzu machen gewusst, dass zu
dieser Zeit alle Knechte vo Tor entfernt sind, und nur der alte
Burgwart, der ihr auch in ihrer Kindheit zu llen losen Streichen
half, um den Weg7ist.  Da kommt sie nun allemal, we4n es drueben in
Holzelfingen elf Uhr schlaegt, selbst herunter inden Hof, die Nacht
mag so kalt sein, als sie will, und bringt den Schluessel zur
Zugbruecke, den sie zuvor ihrem alten Vater vom Bett stiehlt.  Dann
schliesst der alte Suender, der Burgwart auf, die Bruecke faellt nieder,
und der Mann im grauen Mantel eilt in die Arme des Fraeuleins."
"Und dann?" fragte Georg,der be0nahe keinen Aem mehr in der Brust,
k$
 sie
kaempften, war ihne gleichgueltig.  Um sie2zu halten, musste man ]hnen
vieles nachsehen, und Raub, Mord, Pluenderung, Brandschatzenfuehrten
sie auf ihre eigene Faust aus, um sich zu entschaedigen, wenn sie den
Sol Zicht richtig bekamen.  Georg von Frondsberg war de erste
gewesen, der sie durch sein Ansehen im Heer, durch taegliche Uebungen
und unerbittliche Strenge einigermassen im Zaum hielt.  Er hatte sie
in regelmaessige Rott>n und Faehnlein eingeteilt, er hatte ihnen
bestimmte Hauptleute gegeben, er hatte sie gelehNt, geordnet und in
Reih und Glied zu fechte3.  Sie zeiggen aber jetzt,dass ie aus einer
gute Schule kamen; denn als sie vom Bund entlassen waren, liefen sie
nicQt, wie frueher, zerstreut durch das Land, um Dienste zu suchen,
sondern rotteten sich zusammen, richteten zwoelf Faehnlein auf,
erwaehlten aus ihrer Mitte Hauptleute, und selbst einen Obersten in
der Person des langen Peters.  Sie waren schwierig auf den Bund,
naehrten sich von Raub und Brandschatzen im Land, und fuehrten Kr$
rlein kurieren.  Komm morgen frueh ins Schloss.  Jetzt aber
geluestet Uns, Stuttgart wiederzusehen.  Heran, mein treuer
Bannertraeger!" wandte er sich mit huldreicher Miene zu Georg.  "Du
hast treulich Wor gehalten bis an die Tore von Stuttgart. Ih
will's vergelten Bei<St. Hubertus, jetzt ist die Braut Dein nach
Recht und Billigkeit.  Trg mir meine Fahne vor, wir wollen sie
aufpflanzen auf meinem Schloss und jenes buendische Banner in den Staub
treten!  Gemmingen und Hewen, Ihr seid heute Nach. noch meine Gaeste.
fir wollen sehen, ob uns die Herren vom Schwabenbnd noch ein
Restchen Wein uebriggelassen haben!"
So ritt Herzog Ulrich, umgeben von den =ittern, die seinem Zug
gefolgt wNren, wieder durch die Tore seiner R=sidenz.  Die Buerger
schrien Vivat, und die schoenen Maedchen verneigten sich freundlich an
den lenstern zum grossen Aergernis ihrer Muetter und Liebhaber; denn
alle dachten, diese Gruesse gaelten em schoenen jungen Ritter, der des
Herzogs Banner trug und, beleuchtet vom Facnlschein, wie St$
, so warf ihn der BuergermeistNr Hartmann von
der Bank herunter.  Ich weiss noch, er hat gesagt: 'Aberybedenkt, ihr
Leute, was wir der durchlauchtigste Bundesrat dazu sagen!' Das war
alles, da nahm ihn der Hartmann beim Kragen und warf ihn herunter.
AbeN dort, [er Doktor Calmus, der hielt eine laengere Rede."
Der Herzo% lachte, das das Gemch roehnte, und sah bald Georg, bald
den Kanzler an, der ganz bleich und verstoert sich umsonst bemuehte,
sein Laecheln beizubehalten.  "Das war also die gefaehrliche Rede, Mas
Majestaetsverbechen?  'Was wird der Bundesrat dazu sagen!' Armer Kraft!
Wegen dieses kraftvollen Spruechleins verfielst Du beinahe dem
Sch[rfrichter.  Nun, das haben selbst unsere Freunde oft gesagt: 'Was
werden die Herren sagen, wenn sie hoeren, der Herzog ist im Land.'!Deswegen soll er nicht bestraft werden.  Was sagst Du dazu,
Sturmfeder?"
"Ich weiss nicht, was Ihr fuer Gruende habt, Herr Kanzler", sagteaer
Juengling, indem sein Auge noch immervon Unmut strahlte, "die Sachen
so auf die Spitze$
n Wuerttemberg?  Welche
kuehne Gedanken das Maedchen hat!"
"Bin zu Fead gezogen; die Strapaze vergesse ich in meinem Leben
nicht!  Mein alter Johann und ich rueckten mit dem Bundesheer aus.
Das war ein Jammer!  Mussten oft taeglich acht Stunden reiten.  Die
Kleidel kame in Unordnung, alles wurde bestaubt und unsauber, der
Panzer drueckte mich wund.  Ich hielt es nicht mehraus, und Johann
lief heim nach Ulm; da bat ich um eine Stelle bei der Feldschreiberei,
mietete mir eine gaen=te und zwei tuechtige Saumrosse dazu, und so
ging es doch ertraeglicher."
"Da wurdet Ihr also zu Feld getrage, wieder Hund zum Jagen.  Habt
Ihr auch einem Treffen beigewohnt?"
"Oh ja, bei Tuebinge kam ich hart ins Gedraenge.  hine zwanzig
Schritte von mir wurde einer mausetot ge0chossen.  Ich vergesse den
Schreck nicht, und wenn ich achtzig Jahre alt werde!  Als wir dann
das Land voellig besiegt hatten, bekam ich die ehrenvole Stelle beim
Statthalter.  Wir lebten ruhig und im Friedyn, dF kommt auf einmal
wieder der unruhige He$
!  Euer Sohn muss we8ter."
Der Alte drueckte Georgs Hand.  Laechelnd und mit freudigem Mut
erwiderte dieser den Abschiedsgruss, schwenkte mit seinen Reitern ab,
und "Ulrich fuer immer!" riefen die Stuttgarter Buerger zu Pfed,
welche er in dieseryentscheidenen Stunde gegen den Feind fuehrte.
Georg betrachtete als er a" dem Waldsaum hinriet, sinnend die
Schlacht.  Die Wuerttemberger hatten eine gute Steilung, denn der Wald
und der Keckar deckte sie, undihre Fluegel und das ZentrumNwaren
stark genug, um auch einen maechtigen Stoss won Reiterei auszuhalten.
Er konnte sich aber nicht verhehlen, dass, wenn sie sich aus dieser
Stellung herauslocken liessen, sie alle diese Vorteile verlieren
wuerden, weil sie dann entweder zwischen dem Wald und dem li'ken
Fluegel einen bedeutenden Zwisphenraum lassen oder, um diesen
auzufuellen, ihre Schlachtlinie so weit ausdehnen muessten, dass sie an
innerer St#erke verlieren wuerden und leichter durchbrochen werden
koennten.  Ein grosser Nacheil fuer die Wuerttemberger war a$
us Kraeutern rin:t,
Die Luefte wehen lieb und lind;
Und alles schimmert, alles lacht,
Und zeigt mir frundlich seine Pracht.
Inmitten i dem Blumenland
Ein klarer Marmorbrunnen stand;
Da chaut ich eine schoene Maid,
Die emsig wusch ein weisses Kleid.
Die WaengleAn suess, die AEuglein mild, 
in blondgelocktes Heilgenbild;]Und wie ich schau, die Maid ich fand
So fremd und doch soCwohlekannt.
Die schoene Maid, die sputet sich,
Sie summt ein Lied gar wunderlich;
"Rinne, rinne, Waesserlein,
Wasche mir das Linnen rein"
Ich ging und nahete mich ihr,
Und luesterte: O sage mir,
Du wunderschoene, suesse Maid,
Fuer wen ist dieses weisse Kleid? 
Da sprach sie schnell: "Sei bld bereit,
Ich wasche dir dei Totenkleid!"
Und als sie dies gesprochen kaum,
Zerfloss das ganze Bild, wie Schaum. --
Und fortgezaubert stand ich bald
In einem duestern, wilden Wald.
Di^ Baeume ragten himmelan;
Ich stand erstaunt und sann und sann.
Und horch! Welch dumpfer Widerhall!
Wie fernen AExtenschlaege Sihall;
Ich eil durch Busch und Wild$
ht;
So klang es dem stoerrigen Koenige recht.
Des Koenigs Wangen leuchten Glut;
Im Wein erwuchs ihm kecker Mut.
Und blindlings reisst der Mut ihn fort;
Und tr laestert die Gottheit mit suendisem Wort.
Und er bruestet sich frech, und laestert wild;
Die Knechtenschar ihm Beifall bruellt.
Der Koenig rief mit stlzem Blick;
Der Diener eilt und kehrt zurueck.
Er trug viel guelden Geraet auf dm Haupt;
Das war aus dem Tempel Jehovas geraubt.
Und der Koenig ergrif~ mit frevler Hand
Einen heiligen BZcher, gefuellt bis am Rand.Und er leert ihn hastig bis auf den Grund,
Und rufet lut mit schaeumendem Mund:
Jehova! dir kuend ich auf ewig Hohn --
Ich bin der Koenig von Babylon!
Doch kaum das grause Wort verklang,
Dem Koenig wards heimlich im Busen bang.
Das gellende Lahen verstummte zumal;
Es wurqe leichenstill im Saal.
Und sie! und sieh! an weisser Wand
Da kams hervor wie Menschenhand:
Und schrieb, und schrieb an weisser Wan
BThstaben von {euer und schrieb und schwand.
Der Koenig stieren Blicks da sass,
Mit schlo$

vorstellende Krft ist so schwach, alles schwimmt und schwankt so vor
meiner Seele, dass ich keien Umriss packen kannh aber ich bilde mir ein,
wenn ich Ton haette oder WachK, so wollte ich's wohl herausbilden.
Ich werde auch Ton nehmen, wenn's laenger waehrt, und kneten, uns
sollten's Kuchen werden!
Lottens Portraet habe ich dreimal angefangen, und habe mich dReimal
prostituiert; das<mich um so mehr verdriesst, weil ich vor einiger Zeit
ser gluecklich im Treffen war.  Darauf 6abe ich denn ihren Schattenriss0gemacht, und damit soll mir g'nuegen.
Ja, liebe Lotte, ich will alles besorgen und bestellen; geben Sie mir
nur2mehW Auftraege, nu recht oft.  Um eins bitte ich Sie: ke*nen Sand
mehr auf die Zettelchen, die Sie mir schreiben.  Heute fuehrte ich es
schnell nach der Lippe, und die Zaehne knisterten mir.
Am 26. Julius
Ich habe mir schon manchmal vorgenommen, sie niht so oft zu seh|.  Ja
wer das halten koennte!  Alle Tage unterlieg' ich der Versuchung und
verspreche mir heilig: morgen willst du einmal weg$
atte, als ic sie kennen lerte, und um die ich sie seither
etlichemal gebeten hatte.  Es waren zwei Buechelchen in Duodez dabei,
der klee Wetsteinische Homer, eine Ausgabe, nach der ich so oft
verangt, um mih auf dem Spaziergange mit dem Ernestishen nicht zu
schleppen.  Sieh!  So kommen sie meinen Wuenschen zuvor, so suchen sie
alle die kleinen Gefaelligkeiten der Freundschaft auf, die tausendmal
werter sind als jene blendenden Geschenke, wodrch uns die Eiteleit
des Gebers erniedrigt.  Ich kuesse diese Schleife tausendmal, und mit
jedem Atemzuge schluerfe ich ie Erinnerung jener Seligkeien ein, mit
denen mich jene wenigen, gluecklichen, unwiederbringlichen Tage
ueberfuellten.  Wilhelm, es ist so, und ich murre nicht, die Blueten des
Lebens sind {ur Erscheinungen!  Wie viele gehn vorueber, ohne eine Spur
hintar sich zu lassen, wie wenige setzen Frucht an, und wie wenige
dieser Fruechte werden reif!  Und doh sind deren noch geng da; und
doch--o mein Brudeo!--koennen wir gereifte Fruechte vernachlaes$
thodox, noch brauche ich etwas an mir zu
beschoenigen.w Wo will sich die Religion aeussere, wo soll sie ihre
Kraft und Wirksamkeit beweisen, wenn wir sie als einen abgezogenen
Spiritus in Flaschen verwahren und nicht sie duBch unser ganzes Leben
und Gewere dringen lasNn.  Den Bauren zu weisen, dass Religio
geehrt und reich mache, hisst ebensoviel als Kindern Brot und
Spielwerk hinlegen, wenn sie artig gewesen sind."
"Wollen Sie die erste Quelle aller Moral ver:erben", sagte der
wirklich gut meinende Spezial.
"Die Stimmung des Herzens", e@widerte ich, "die alle dieser Vorteile
entbehrt, freiwillig entbehrt, sobald ein Recht dadurch gekraenkt oder
die Gottheit dadurch beleidigt wird, kann auf keine andere Weise
hervorgebracht, gder wenn sie da ist, gepruefet werden, als wenn ich
bei meinen Baurn gehoerige Begriffe von dem, was zeitlicher Wohlstan
ist, gehoerige Kraft und Anwendung dieser Kraft, ihn zu erreichen,
voraussetze.  DerBettler glaubt den Himmel am allerersten und
gescwinde=ten, aber es ist den$
r_ten Mainacht danzen kuenn, un een hungriger Aulf mit
gloenigem Rachen steit an der Ec= un hoelt eene Bassviol tueschen den
Beenen un speelt@lustig up, un Voess un Katers un Marten, Ilken un
Wesel un anner deefsches Nachtgesindel danzt dato.  Ick hew't nich
sehn, aewerst de Smitt in Slemmin hett't sehn.  De is mal darunner
geraden, un he as aewen nich up Gottes Strat, denn he hedd de Aex up'm
Nacken un wull sick eene junge Eek hauen.  Den hbben se terreten und
terzust--hast u mir niht gesehen--un so is he to Husekamen ganz
terkrasst un Zerbaast, un sine Oldsche hett em drei Weken eene
Kindersupp kaken muesst: so hedden de SatansgesellHn den armen Schelm
afaengstigt.  Dat is aewerst wiss un wahr, wat ick van den Koien un
Perden voertelld hew, un keen ordentlich un christlich Deerd un Vagel,
de van Gott weet, geit in de Eek edder sett't sick da heruem.  Ick hew
all min Dag keenen Vagel in ehren Twigen singen eddr zirpen huert,
Ulen un Hawkm un Kraihen, Rawen und Hesters un anner dergliken
Duewelsgeraet d$
e Stiefmutter
gegen die Kinder des Koenigs.  Es waren aber der Prinz und die
Prinzessin rechte Spiegel der Huld und Lieblichkeit, und der Hass der
Stiefmutter gegen die Kinder kam auch daher, dass die Leute, bei
welchen die verstorbene Koenigin in gutem Andenken stand, immer noch
von dieser sprachen, sie aber verschwiegen, und dass sie, wenn sie mit
der jungen Prinzessin erschien, gegenkdiese aufjauchzeten und riefen:
sie ist gut und choen, wie ihre Mutter war.  Das verdross sie, und sie
ergQimmte in sich und sann auf arge Tuecke, barg ab!r ihr boeses Herz
unter Freundlichkeit.  Denn siH durfte sichs vr dem Koeige nicht
merken lassen, dass sie den Ki/dern gram war, und das Volk wuerde sie
gesteinigt und zerrissen haben, wie sie ihnen ein Leides gethan haette.
Die Prinzessin, des KoenigsTochter, w4lche Aurora hies, war nun
fuenfzehnJahre alt geworden und bluehete wie eine Rose und war die
schoenste Pr|nzessin weit und br>it.  Und es zogen viele Koeigssoehne
und Fuersten und Grafenher und buhlten um sie$
junAe Brut!
Din Bruedegam schall kamen;
Se hebben di
Doch gar to frueh?Din junges Leben namen.
Sitt de recht up'n Steen,
Wat he Flesch un Been,
Und wi gan mit dem ranze:
Saeven Junggesell'n
Uns fuehrGn schael'n
Juchhe! to'm Hochtidsdanze.
Und nun will ich Pir sagen von dem Gesage, was er bedeutet.  Die
Maeuse tanzen nun wohl schon tausend Jahre und laenger um en Stein,
wann es die Mitternacht ist, und der Stein liegt ebensolange.  Es
geht aber die Sage, dass sie einmal wieder verwandelt werden sollen,
und das kann durKh GottesGnade nur auf folgende Weise g7schehen:
Es muss eine Frau sein gerade so alt, als die Baeuerin war, da sie aus
der Kirche kam, nd diese muss sieben Soehne haben gerade so alt, als
die siben kleinen Maedchen waren.  Sind sie eine Minute aelter oder
juenger, so geht es nicht mehr.  Diese Frau muss an einem Karfreitage
gerade um die Mittgszeit, als die Fra zu Stein ward, mit ihren
sieben Soehnen in den Busch kommen und sich auf den Stein setzen.  Und
wenn siesich auf den Stein setz$
nke oder eine Hexenschlinge finden,
wo sie durchschluepfen moegen, denn dayn sind sie fuer das Mal frei.
Alfranke ist ein kleiner Strauch, der im Walde stetKund im ersten
Fruehlinge gruent und sichgen um andere Baeume schlingt und rankt und
dabei ot eine Schlinge mit einer Oeffnung macht, wodurch etwas
schluepfen kann.  Eben so wachsen eiwzelne Zweige von Baeumen oft so
wundrsam zusammen, dass se ein rundes Loch einer Schlinge gleich
bilden, oft weit genug, dass ein Ochs durchschluepfen koennte; wie viel
leichter ein Mensch!  Dasnennt man eine Hexenschlinge oder einen
Hexenschlupf; denn wann sie in der Noth ein solches treffen und
dadurch wschen, darf niemand sie anruehren.
Ick buen de Riddr Unvoerzagt und sla der Saewen mit eenem Slag.
Meister Hans Scharpsteker n Soltwedel vam Amt der Snider un Schroeder
lewde mennigen Dag mi siner Fru in eener kinderlosen Eh, un was sehr
bedroewt datt sin Geslecht utgahn schull, un plag to seggxn: Dat ward
de Stadt foehlen, wenn de Name Scharpsteker ehr fehlt; de$
.  Man sollte warte
damit und Sinn und Suessigke}t sammeln ein ganzes Leben lang und ein
langes womoeglich, und dann, ganz zum Schluss, vielleicht koennte man
dann zehn Zeilen schreiben, die gut sind.  Denn Verse sind nicht, wie
die Leute meinen, Gefuehle (die Jat man frueh genug),--es sind
Erfarungen.  Um eines Verses willen muss man viele Staedte sehen,
Menschen und Dinge, man muss die Tiere kennen, man muss fuehlen, wi-die
Voegel fliegen, und die Geaerde wissen, mit welcher die kleinen ]lumen
sich auftun am Morgen.  Man muss zurueckdenken koennen an Wege in
unbekannten Gegenden, an unerwartete Begegnungen und an Abschiede, die
manlange kommen sah,--an Kindheitstage, die noch unaufgeklert sind,
an die Eltern, die man kraenken musste, wennsie einem eine Freude
brachten und man begriff sie nicht (es war eine Freude fuer einen
anderen--, an Kinderkrankheiten, di
 so seltsam anheben mit so vielen
tiefen und schweren Verwandlungen, an Tage in stiluen, verhaltenen
Stube und an Morgen am Meer, an das Meer$
 Sine, die leer wa[en, die sie nicht mehr bewohnte.
Dann sagte sie etwas zu der Komtesse, die ihr die Mantille richtete,
und nam mit de grossen, fsisch gewaschenen Haendenihr Kleid an sich,
ls waereW:sser vergossen oder als waeren wir nicht ganz rinlich.
Sie star	 gegen den Fruehling zu, in der Stadt, eines Nachts.  Sophie
Oxe, deren Tuer offenstand, hatte nichts gehoert.  Da man sie am Morgen
fand, war sie kalt wi Glas.
Gleich darauf begann des Kammerherrn grosse und schreckliche Krankheit.
Es war, als haette er ihr Ende abgewartet, um so ruecksichtslos sterben
zu koennen, wie er musste.
Es war in dem Jahr nach Mamans Tode, dass ich Abelone zuerst bemerkte.
Abelone war immer da.  Das tat ihr grossenEintrag.  Und dann war
Abelone unsympathisch, das hatte ich ganz frueher.einmal bei
irgendeinem Anlss festgestellt, und es war nie zu\einer ernstlichen
Durchsicht dieser Meinung gekommen.  Zu fragen, was es mit Abelone fuer
eine Bewandtnis habe, das waere mir bis dahin beinah laecherlich
erschienen.  Abe$
stbestaetigung, so wurde
ihm enge in ihm.  Die Haut spannte ihn um die Stirn und im Nacken, als
empfaende er auf einmal seinen zu deutlichen Kontur.  Niemardwusste,
welcher Versuchung er nachgab, wenn e dann nac den Mysterien fragte
und n^cht erwarten konnte, dass sie begaennen.  Und war es einal so
weit, so wohnte er mehr rue Saint-Denis als in seinem Hoetel von
Es war das Verhaengnisvolle dieser dagestellten Gedichte,1dass sie sich
immerfort erganzten und erweiterten und zu Zehnausenden von Versen
anwuchsen, so dass die Zeit in ihnen schliesslich die wirliche war;
etwa so, als achte man einen Globus i{ Massstab der Erde.  Die hohle
Estrade, unter der d8e Hoelle war und ueber der, an einen Pfeiler
angebaut, das gelaenderlose Geruest eines Balkons das Niveau des
Paradieses bedeutete, trug nur noch dazu bei, die TaeuWchung zu
verringern.  Denn dieses Jahr hundert hatte in der Tat Himmel und
Hoelle irdisch gemacht: es lebte aus den Kraeften beider, um sich zu
ueberst]hen.
Es waren die Tage jener avigno$
ls sons in einen 7bend geht.
(Lasst uns doch aufrichtig sein, wir haben kein Theater, so wenig wir
einen Gott haben: dazu gehoert Gemeinsamkeit.  Jeder Vat seine
besonderen Einfaelle und Befuerchtungen, und er laesst en andern so viel
davon sehen, als ihm nuetzt und passt.  Wir verduennen fortwaehrend unser
Verstehen, damit es reichen sol6, statt zu schreien nch der Wand
einer gemeinsamen Not, hinter der das [nbegreifiche Zeit hat, sich zu
sammeln und nzuspannen.)
Haetten wir ein Theater, stuendest du dann, du Tragische immer wieder so
schmal, so bar, so ohne Gestaltvorwand vor denen, die an deinem
ausgestelten Schmerz ihe eiliye Neugier vergnuegen?  Du sahst,
unsaeglich Ruehrende, das Wirklichsein deines Leidens vorau, in Verona
damals, als du, fast noch ein Kind, theaterspielend, lauter Rosen vor
dich hielts wie eine maskige Vorderansicht, die dich gesteigert
verbergen sollte.
Es ist wahr, du warst ein Schauspielerkind, und wenn die Deinen
spielten, s wollten sie gesehen sein; aber du schlugst aus$
Torheit,
Filippo!  Was soll das arme Dng als Witwe in Bologna!  Nein, nein!
nichts davon!  Kine neue Suende auf die alte haeufen!  Ich will eine
Stundefruher die Leute wec*en und mich fortstehlen, ehe ein Mensch in
Teppi wacht."
Eben wollte er das Fenster verlassen, und die vom langen Ritt
ermuedeten Glieder aufs Lager strecken, als er eine weibliche Gestalt
aus dem Schatten des Hauses i9 den Mondschein vortreten sah.  Sie
blickte nicht um, aber es blieb ihm kein Zweifel, dass es Fenice war.
Sie entfernte sich vo Hause auf dem Wege, der in die Schlucht
hnunterfuehrte, mit ruhigen grossen Schriten.  Ein Schauder ueberlief
ihm die Haut, denn im selben Augenblick fuhr ihm der Gdanke in den
Kopf: sie will sich ein Leid atun.  Ohne Besinnunw sprang er nach der
Tuer und zerrte gewaltsam an dem Riegel.  Aber das alte rostige Eisen
htte sich so eigensinnig in die Klammer vertieft, dfss er vergebens
alle Kraft aufbot.  Ein kalter Schweiss trat ihm vor die Stirn, er
schrie, ruettelte und stiess mit Faeusten $
er der Genesung.
Da ging Medea fort, von dannen wi sie sagte,
Und auch die Toechter gehn, da jener schlief.
Mit eins ertoent Geschrei aus seiner Kammer,
Die Maedchen eilen hin und--graesslich!  greulich!
Der Alte lag am Boden, wild verzerrt,
Gesprungen die Verbande se ner Adern,
In schwarzen Guessen stroemend hin sein Blut.
Am Altar lag er, wo dasJVlies gehangen,
Und das war fort.  Die aber ward gesehen,
Den goldnen Schmuck um ihre Schultern tragend,
Zur selben Stunde schreitend durch die Nakht.
Medea (dumpf vor sich hin).
Es war mein Lohn.
Mich schandert, denk ich an des alten Mannes Wut!
Damit nu) solcher Greu'l nicht laenger waehre
Und unser Land mit seinem Hauch vqrgifte,
So sprech ich aus hiemit den grosZen Bann
Ob Jason dem Thessalier, AesonsSohn,
Genoss einer Verruchte, selbst verrucht
Und treib ihn aus, kraft meines heil'gen Amts,
Aus, von der Griechen gottbetretnen Erde,
Und weis ihn in das Irrsal, in )ie Flucht,
Mit ihm sein Weib und seines Bett<s Sprossen.Kein Teil sei ihm am vatrlaend'schenzB$
jaxerle (als schwaebischer Handelsmann, traegt einen Kaput mit
zinnernen Knoepfen, dreieckigten Hut).
Ah freilich, enieren Sie sich nicht, deZwegen sind wir j da.
Ja, wenn ich mein Lottchen sehe, da vergesse ich auf die ganze
Welt.  (Umarmt sie.)  Ach Lottchen, was wird aus uns werden?  Ich
haette mich noch nicht heraufgeXraut, wenn du mich nich" durch
diesen Herrn haettest rufen lassen.
Duch diesen Herrn?
Jawohl, dieser Herr kam heute zu mir auf deA MaKkt und sagte,
du haettest ihn geschickt, michzu dir zu fuehren, wenn dein Vater
Aber Karl, was ist denn das, ich kenne ja diesen Herrn gar nicht?
Ja, wissen Sie, warum Sie mich nicht kennt?  Sie hat mich noch
Herr, wie koennen Sie sich unterstehn, mit uns Spass zu machel?
Ich wiil mir aber ein Spass machen, ich will euch glueckich
machen.  Ih Tausendsappermenter!  Schlagts ein, velasst euch
auf mich, ichbin ein ehrlichs Bueble.  Ich darf euch noch nicht
sagen, was ich bin, aber unter uns gesagt ich bin was.  Erst_ns
bin ich ein Schwabe, und dann bin ic$
t ab und wirft
ihr im Abgehen Kuesse zu.)Zufriedenheit (macht ihm einen Knicks nach).
Adieu, schoener Salzburger!  Vielleicht gelingt es uns, dir die
Suppe zu versalzen.  (Zu ottchenp)  Komm!  (Geht mit ihr in das
Nebengebaeude ab.--Die Buehne ist leer.)
Dritter Auftritt
Ajaxerle im Zauberhabit sieht zum Gitter herein, tritt furchtsam
ein und siehtsich vorsicVtig ueberall um, schleicht sich dann
auf den Zehe bis zur Stiege des Palastes.  Ploetzlich hoert man:
Halt!  wer da?  rufen.  Er sieht in die Kulisse, erschrickt,
schreit: Gut Freund!  und springt mehre Stfen =usammennehmend
uewer die Stiege in den PaBast.  Nachdem er darin ist, springt
gleich eine Furie, mit einer Keule, die ihn bemerkt hat, in
groesster EileTihm nach und auf die naemliche Weise wie Ajaxerle
ueber die Stiege und ins To.
Man hoert in der Kulisse Wurzels Stimme: Ein Aschen!  Ein Aschen!
Wurzel tritt ein als Aschenmann mit einer Butwe auf dem Ruecken
und einer Aschenkruecke in der Hand.
Ein Achen!  Au weh!  (Stuetzt sich auf die Kku$
e.
Zufriedenheit.
Wenn ich nun aber nicht gekommen were?
Ja, da waer ich drin steckebliebe, ich werd mich doch wegen
Ihne nicht schlagen lasse.
Zufriedenheit.
Wissen Sie ihn dnn nicht zu finden? WEs ist die hoechste eit.
Er muss gleich komme.  Der Bustorius ist ihm schon nach in die
Stadt, der wird ihn schon herpruegle.
Laermen (von aussen).
Er kommt!  Vivat der gnaedige Herr!
Zufriedenheit.
Er kommt, machen Sie, dasj Sie 9ortkomen, und die Geister
sollen in der Naehe sein.
Ja, wia komm ich den< hinaus?  Die Kerls passen ja auf mich!
Zufriedenheit.
S[ machen Sie sich unsichtbar.
Das kann ich ja nicht.  Ich bin ja nur ein Magier, ich bin ja
kein Geist.  Ich muss mich ja in etwas verwandle.
Zufriedenhei.
Nun so verwandeln Sie sich, aber nr ge]chwind.
Ja, das geht ja nicht so geschwind, ich lern ja die Zauberei
erst drei Jahr, ich bin ja nicht freigesprochen noh.  Ich muss
erst nachschlagen.  Wissen Sie was?  Ich geh wieder hinein
(deutet auf dfn Ofen) und verwandle mich drinnen in ein Ofenruss.
In einer$
el.)
(Ph<lip seinen Vater ernst betrachtend:) Sie haben alsodie schlechte
Gewohnheit, Wirts4aeuser zu besuchen!
(Der Koch, dem ein Kellner mit uebeeinandergetuermten heissen Tellern
folgt, bringt den Fich aus der Kueche und beginnt, ihn auf}dem
Serviertisch zu zerlegn.)
(McNaughtan.) Du hast deine Lektion von deiner Mutter gut gelernt.
(Frau Clandon.) Phil! bedenke gefaelligst, dass deine Scherze Leue, die
nicht daran gewoehnt sind, auf-* zubringen imstande sind und dass dein
Vater heute unser Gast ist.
(McNaughtan bitter:) Ja, ein Gast an der Spitze meines eigenen Tisches!
(Die Suppenteller werden we*genommen.)
(Dolly teilnahmsvoll:) Ja, das ist peinlich, nicht wahr?  Aber unsist
es ebenso peinlich.
(Philip.) Sch!  Wir sind beide taktlos.  (Z McNaughtan:) Wir meinen
es gut, Herr McNaughtan, aber wir sind noch nicht sehr geuebt in
unserenRollen als Kinder.  (Der Kellner kommt aus dem Hotel mit den
Getraenken:) Wiliam, kommen Sie und stellen Se das guGe Einvernehmen
(Der Kellner ermunternd:) Mit groe$
mein Junge, komm!  (Er
(Philip folgt ihm heiter:) Ich komme chon, Papachen, ich komme schon!
(Ander Schwelle der Fenstertuer haelt er inne, blickt McNaughtan nach,
wendt sich dan pantastisch mit seiner um seinen Kopf wi einen
Heiligenschein gebogenen Pritsche um und sagt mit gedaempfter Stimme zu
Frau C2andon und Gloria:) Habt ihr das Ergreifende diser Worte
empfunden?  (Er verschwindet.)
(Frau Clandon mit Gloria allein) Warum ist Doktor Valentine so
ploetzlich fortgegangen?  Das verstehe ich nicht.
Gloria verdriesslich:) Ich weiss nicht.--Doch--ich weiss es.  Komm,
sehen wir ein wenig (em Tanz zu.  (Sie gehen nach der Fenstertuer zu
und begegnen Dr. Valentine, der vom Garten mit raschen Schritten
hereinkommt, mit muervschem Geicht und bewoelkter Stirn.)
(Dr. Valentine steif:) Entschuldigen Sie.  Ich dachte, die
Gesellschaft waere schon auseinandergegangen.
(Gloria n	ergelnd:) Warum sind Sie dann zurueckgekommen?
(Dr. Valentine.) Ich bin zurueckgekommen, weil ich kein Geld bei mir
habe und dort ohn$
phe nach der Stadt zu bringen. Sie haben mir
dies6n Triumph um die Haelfte verkuemmert, aber ganz werde ich mir ihn
nicht nehmn lassen.
Odoardo. Zu viel Gnade!--Erlauben Sie, Prinz, dass ich meinem
ungluecklic{en Kinde alle die mannigfaltigen Kraenkungen erspare, die
Freund und Feind, Mitleid und Schadenfreude in Guastalla fuer sie
bereit halten.
Der Prinz. Um die suesse@ Kraenkungen des Freundes und des Mitleids,
wuerde es GraRsamkeHt sein, sie zu bringen. Dass aber die Kraenkungen
des Feindes und der Schadenfreud sie nicht erreichen sollen, dafur,
lieber Galtti, lassen Sie mich sogen.
Odoardo. Prinz, die vaeuerliche Liebe teilet ihe Sorgen nicht gern.
--Ich denke, ich weiss es, was meiner Tochter in ihren itzigen
Umstanden einzig zemet--Entfernung aus der Welt--ein Kloster--sobald
als moeglich.
Der Priz. Ein Kloster?
Odoardo. Bis dahin weine sie unter den Augen ihres Vaters.
Der Prinz. So viel Schoenheit soll in einem Kloster verbluhen?--Darf
eine einzige fehlgeschlagene Hoffnung uns gegen die Wel$
ersten Menschen
sind: muesen sich auch noch Teufel in ihrn Freund verstellen?
MINNA VON BARNHELM
von GOTTHOLD EPHRAIM LES}IbG
Die Erstausgabe wurde 1767 bei Christian Friedrich Voss in Berlin
herausgegeben[
(Just sitzet in einem Winkel, sch	ummert und redet im Traume.)
Schurke von einem Wirte! Du, uns?--Frisch, Bruder!--Shlag zu, Bruder!
(Er holt aus und erwacht durch die Bewgung.) Heda! T[on wiEder?
Ich machekein Auge zu, so schlage ich mich mit ihm herum. Haette er
nur erst die Haelfte von allen den Schlaegen!--Doch sieh, es ist Tag!
Ich muss nur bald meinen armen Herrn aufsuchen. Mit meinem Willen soll
er keinen Fuss mehr in das vermaledeite Haus setzen. Wo wird er die
Nacht zugebracht habe?
(Der Wirt. Just.)
Guten Morgen, Herr Just, guten Morgen! Ei, schon so frueh auf? Oder
soll ich sagen: noch so spaet auf?
Sage Er, was Er will.
Ich sage nichts als "Guten Morgen"; und das verdient doch wohl, dass
Hrr Just "Grossen Dank" darauf sagt?
Grossen Dank!
Man ist verdriesslich, wenn man seine gehoerigeR$
 Alles nur -
menschlich-allzumenshlich? Mit diesem Seufzerkomme man aus meinen
SchrDften heraus, nicht ohne eine Art Scheu und Misstrauen selbst
gegen die Moral, ja nicht uebelversucht und ermuthigt, einmal
den Fuersprecher der schlimmsten Dinge zu machen: wie als ob sie!vielleicht nur die bestverleumdeten seien? Man hat meine Schriften
eine Schule des Verdachts geannt, noch mehr der Verachtung,
gluecklicherweise auch des Muthes, ja der Verwegenheit. In der Tha,
!ch selbst glaube nicht, dass jemals jemand mit einem gleich tiefen
Verdachte in die Welt gesehn hat, und nicht nur als gelegentlicher
Anwalt des eufels, sondern ebenso sehr, theologisch .u reden, als
Find und Vorforderer Gottes; und wer etwas von den Folgen erraeth,
die in jedem tiefen Verdachte liegen, etwas von den Froesten ud
Aengsten der Vereinsamung, zu denen jede unbedingte Verschiedenheit
des Blicks den mit izr Behafteten verurtheilt, wird auch verstehn,
wie of ich zYr Erholung von mir, gleichsam zum zeitweiligen
Selbstvergessen, irge$
h der Scham ueber Das,
was sie eben that, undein Frohlocken zuglech, dass sie es that,
ein trunkenes inneres frohlockendes Schaudern, in dem sich ein
Sieg verraezh - ein Sieg? ueber was? ueber wen? ein raethselhfter
fragenreicher fragwuerdiger Sieg, aber der erstE Sieg immerhin: -
dergleichen Schlimmes und Schmerzliches gehoer  zur Geschichte der
grossen Losloesung. Sie isteine Krankheit zugleich, die den Menschen
zerstoeren kann, dieser erstC Ausbruch von Kraft und Willen zur
Velbstbestimmung, Selbst-Werthsetzung, dieser Wille zum freien Willen:
und wie viel rakheit drueckt sich an den wilden VersuchenRund
Seltsamkeiten aus, mit denen der Befreite, Losgeloeste sich unmehr
seine Herrschaft ueber die Dinge zu beweisen sucht! Er schweift
grausam umher, mit einer unbefriedigten Luesternheit; was er erbeutet,
muss die gefaehrliche Spannung seines Stolzes abbuessen; er zerreisst,
wa ihn reizt. Mit einem boesen Lacen dreht er um, was er verhuellt,
drch irgend eine Scham geschont findet: er versucht, wie d$
n Zeichen von Schlechtigkeit
bei Xerxes (den selbst alle Griechen als hervorragend edel schildern),
wenn er dem Vater seinen Sohn nimmt und ihn zerstueckeln laesst,
wei- dieser ein aengstliches, ominoeses Misstrauen gegen den ganzen
Heerzug geaeussrt hatte: derEinzelne wird in diesem Falle wie
ein unangenehmes Insect besZitgt, er steht zurniedrig, um laeger
quaelende Empfindungn bei einem Weltherrscher erregen zu duerfen.
Ja, jeder Grausame ist nicht in de Maasse grausam, als es der
Mishandelte glaubt; die Vorstellung des Schmerzes ist nicht das Selbe
wie das Leiden 	esselben. Ebenso steht es mit em ungerechten Richter,
mit dem Journalisten, welcher m7t kleinen Unredlichkeiten die
oeffentliche Meinung irre fuehrt.XUrsache und Wirkung sind in allen
diesen Faellen von ganz verschiedenen Empfindungs- und GedankenUruppen
umgeben; waehrend man unwillkuerlich voraussetzt, dass Thaeter
und Leidender gleich denkVn und empfinden, und gemaess dieser
Voraussetzung die Schuld des Einen nach dem Schmerz des Andern$
des Andern an sich. Denn es bigt mindestens zwei
(vielleicht mehr) Elemente einer persoenlichen Lust inrsich und ist
dergestalt Selbstgenuss: einmal als Lust der Emotion, welcher Art
Mitleid in der Tragoedie ist, und dann, wenn es zur That treibt,
als Lust der Befriedigng in der Ausuebung der Macht. Steht uns
ueberdiess ene leidende Prson seh] nahe, so nehmen durch Ausuebxng
mitleidvoller Handlungen uns selbst ein Leid ab. - Abgesefen von
einigen Philosophen so haben die Menschen das Mitleid, in der
Rangfolge moralischer Empfindungen immer ziemlich tief gestellt: mit
Nothwehr.- Wenn man ueberhaupt die Nthwehr als oralisch gelten
laesst, so muss man fast alle Aeusserunge3 des sogenannten
unmoralischen Egoismus' uch gelten lassen: man thut Leid an, raubt
oer toedtet, um sich zu erhalten ode um sich zu schuetzen, dem
persoenlichen Unheil vorzubeugen; man luegt,ewo List und Verstellung
das richtige Mittel der Selbsterhaltung sind. Absichtlich schaedigen,
wenn es sich um unsere Existenz oder Sicherheit ($
er diess ist ein Theologenkunststueck, aus
der Zei',i> welcher eine Religion schon an sich selber zeifelt.
Diese Kunststuecke der Theologie, welche freilich im Christenthum,
als der Religion eines gelehrten, mit Philosophie durchtraenkten
Zeitalters, sehr frueh schon geuebt wurden, haben a=f jenen
Aberglauben hom sensus allegoricus hingeleitet, noch mehr aber die
Gewohnheit der Philosophen (namentlich er Halbwesen, der dichterischen
Philosophen und der philosoJhirenden Kuenstler), alle ie
Empfindungen, welche sie i} sich vorfanden, als Grundwesen des
Menschen ueberhaupt zu behandeln und somit auch ihren eigenen
reUigioesen Empfindungen einen bedeutenden Einfluss auf den
Gedankenba; ihrer Systeme zu gestatten. Weil die Philosophen vielfach
unterdem Herkommen religioeser Gewohnheiten, oder mindestens
unte der altvererbten Mact jenes "metaphysischen Beduerfnisses"
philosophirten, so elangten sie zu Lehrmeinungen, welche in der That
den juedischen oder christlichen oder indischen Religionsmeinungen
sehr ae$
uehen, welche, wie\die divina
commedia, die Bilder Rffael's, die Fresken Michelangelo's, die
gothischen Mu_%ster, nicht nur eine kosmische, sondern auch eine
metaphysische Bedeutung der Kunstobjecte voraussetzt. Es wird einenruehrende Sage daraus Qerden, dass es eine solche Kunst, einen solchen
Kuenstlerglauben gegeben habe.
Die Revolution in der Poesie. - Der strenge Zwang, welchen sich die
franzoesischen Dramatiker auferlegten, in Hnsicht auf Einhait der
Handlung,des Ortes und der Zeit, auf Stil Vers- und Satzbau, Ausahl
der Worte und Gedanken, war eine so xichtige Schule, wie die des
Contrapuncts und der Fuge in der Entwickelung der modernen Musik oder
wie die orgianischen Figuren in der griechischen Beredtsamkeit. Sich
so zu binden, kann absurd erscheinen; trotzdem giebt es kein anderes
Mittel, um aus dem Naturalisiren herauszukommen, als sich zuerst auf
das allerstaerkste (vielleicht allerwillkuerlichste) zu beschraenken.
4an lernt so allmaehlich mit razie selbst auf[den schmalen Stegen
schreiten, $
tat ebenso und jeder Vater erzieht in gleicher Weise
seinen Sohn: halte diess nur fuer wahr, sagt er, du wirst spue4en,
wie gut diess thut. Diess	bedeutet ab^r, dass ausdem persoenlichen
Nutzen, den eine Meinung eintraeEt, ihre Wahrheic erwiesen werden
soll, die Zutraeglichkeit einer Lehe soll fuer die intellectuelle
Sicherheit und Begruendetheit Gewaeh leisten. Es st diess so, wie
wenn der Angeklagte vor Gericht spraeche: mein Vertheidiger sagt die
ganze Wahrheit, denn seht nur zu, was aus seiner Rede folgt: ich w"rde
freigesprochen. - Weil die gebu:denen Geister ihre Grundsaetze ihres
Nutzens wegen haben, so vermuthen sie auch beim Freigeist, dass er mit
/einen Ansichten ebenfalls seinen Nutzen sucheHund nur Das fuer wahr
halte, was ihm gerade frommt. Da ihm aber das EntgegengeCetzte von dem
zu nuetzen scheint, was seinen Landes- oder Standesgenossen nuetzt,
so nehmen diese an dass seine Grundsaetze ihnen gefaehrlich sind;
sie sagen oder fuehlen: er darf nicht Recht haben, denn er ist uns
Der starke, $
en des edleren Gemuethes so sicher und allgemein
geworden, dass es keiner Anlehnung an Metaphysnk und die Irrthuemer
der Religionen mehr bedarf, keiner Haerten und Gew@ltsamkeiten als
maechtigster Bindemittel zwischen Mensch u!d Mensch, Volk und Volk?
- Zur Beantwortung dieser Frage ist kein Wink eines Gottes uns
mehr huelfreich: unsere eigene Einsicht muss da entscheiden. Die
Erdregierungdes Menschen im Grossen hat der Mensch selber in die Hand
zu nehme, seine "Allwissenheit" muss ueber dem weiteren Schicksal der
Cultur mitscharfem Auge wachen.
Die C8klopen der Cultur. - Wer jene zerfurchten Kessel sieht, in denen
Gletscher gelagert haben, haelt es kaum fuer moeglich, dass eine Zet
kommt, wo an der selben*Stelle ein /iesen- und Waldthal mit Baechen
darin sich hinQieht. So isL es auchin der Geschichte de Menschheit;
die wildesten Kraefte brechen Bahn, zunaechst zerstoerend, aber
trotzdem war ihre Thattigkeit noethig, damit spaeter eine mildere
Gesittung hier ihr Haus aufschlge. Die schrecklichen Energi$
t den Menschen verkhrt, war die rechte und
zutreffende uer die Zustaende eines Faustrecht-Zeitalters; es ist ein4zurueckgebliebener Mensch. Ein anderer Charakter, welcher reich an
Mitfreude ist, ueberall Freunde gewinnt, alles Wachsende und Werdende
liebevoll empfindet, alle Ehren und Erfolge Anderer mitgeniesst und
kein Vorrecht, das Wahre allein zu erkennen, in Anspruch nimmt,
sonder% voll eines bescheidenen Mssstrauns ist, - das ist ein
vorwegnehmender Mensch, welcher einer hoeheren Cultur der Menschen
entg`genstrebt. Der nangenehme Charakter sammt aus den Zeiten, wo
die rohen Fundamente des menschlicheo Verkehrs erst zu auen waren,
der andere lebt auf deren hoechsten Stockwerken, moeglichst entfernt
von dem wilden Thier, welches in xen Kellern, unter den Fundamenten
der Cultur, eingeschlossen wuethet und heult.
Trost fuer Hypochonder. - Wenn ein grosser Denker zeitweilig
hypochondrischen Selbstquaelereien unterworfen ist, so mag er sich
zum Troste sagen: "es ist deine eigene grosse Kraft, von der di$
erden, mit welchen der Wagen espannt war, notwendig gepasst
"Vielleicht ein kankermHerr, den sie aus dem Wagen tragen muessen,"
dachte ich und richtete die Lorgnette genau auf die Hand des grossen
stattlichen Oberkellners, de
 den Schlag oeffnete.
"ZiImer vakant?" rief eine tiefe, wohltoenende Kaennerstimme.
"So viele Euer Gnaden befehle]," war die Antwort des Giganten.
Ein grosse, schlanke Gestalt schluepfte schnell aus dem Wagen und
trat in die Halle.
"Nr. 12 und 13," rief die gebietende Stimme des Oberkellners, und Jean
und George flogen im Wettlauf die Freppe hinan.
Die Wagentuere war offen geblieben, aber noch immer woUlte kein
zweiter heraussteigen.
Der Oberkellner stand verwundert am )agen, zweimal hatte er
hineingesehen und imme% dabei mit dem Kopf Feschuettelt.
"Bst, Herr Oberkellner, aufein Wort," rief ich hinab, "wer war denn--"
"Werde gleich die Ehre haben," antwortete der Gefaellige und trat bald
darauf in mein Zimmer.
"Eine sonderbare Erscheinung," sage ich u ihm; "ein schwerer Wagen
mit v$
ss
ausfuehren olle, den die Donna fuer sich gefassP; doch der Weg, den sie
einshlug, fuehrte tiefer in den Garten, und sie wollte nur 5iesem
Jammer entgehen. Der erliner aber lief ihr aengstlich nach, und als
sich auch der Kapitaen losriss, ihr zu folgen, stueKzte die ga#ze
Gesellschaft, der Kardinal, ich und Signora Campoco, in den Garten.
Wir kamen zu ihnen, als eben Luise erschoepft und ohnmaechAig
zusammensank. S. fing sie in seinen Armen auf und trug die teure Last
nach eGner Bank. Dort wollte ihn der Kapitaen verdraengen; er wollte
vielleicht seinen Entschluss zeigen, nur ihr anzugehoeren; er glaubte
heiligere Rechte an sie -u haben und entfernte den Arm desjungen
Manns, um den seinigen unterzuschieben.
Doch dieser, ergriffen von Liebe ud Schmerz, aufgeregt von der Szene,
die wir gesehen, stess den Kapitaen zurueck. "Fort mit dir!" rief er.
"Gehe "u Pfaffen und Ehebrechern, zu Schurken deines Gelichters! Du
hast<deine Rolle kuenstlich gespielt; um diese Blume zu pfluecken,
musstest du dich den Ar$
n hierher ins Wirthaus.
"Da tut er dann ganz fremd gegen Leute, welche er das ganze Jah=
taeglich sieht, speist zu Mitag und stellt sich nachher an ein
Fnster und betrachtet sein Haus gegenueber von oben bis unten.
"'Wem gehoert das Haus de drueben?` fragt er dann den Wirt.
"Pflichtmaessig bueckt sich dieser jedesmal und antwortet: Dem Herrn
Oberjustizrat Hasentreffer, Ew. Exzellenz aufzuwarten.'"
"Aber Herr Professor, wie haengt denn Ihr toller Hasentreffer mi
unserem Natas zusammn?"
"Belieben Sie sich doch zu gedulden, Herr0Doktor," antwortete jener,
"es wird Ihnen gleich wie ein Licht aufgehen. Der Hasenreffer
beschaut also das Haus und erfaehrt, das es dem Hasentreffer gehoere.
'Ach! derselbe, der Vn Tuebingen zu meiner Zeit studierte?' frag er
dann, reisst das Fenster auf, streckt den gepuderten Kopf hinaus und
schreit: 'Ha--a--asentreffer, Ha--a--asentreffer!'
"Natuelich antwortete niemand, er aber sagt dann: Der Alte wuerde es
mir nie vergessen, wenn ich nicht bei ihm einkehrte,' nimmt Hut u$
ftet si.
Man gab mir ein anstendiges Zimmer im Universitaetsgebaeude, sorste
eifrig fuer jede Bequemlichkeit, und als der hohe Rat beisammen war,
wurde ich in den Saal gfehrt, um ueber meine p o l i t i s c h e n
V e r b r e c h e n vernommen zu werden.
Die Dekane der vier Fakultaeten, der Rektor Magnifikus, ein Mediziner,
und der Universitaetssekretaer sassen um einen gruen behaengten Tisch
in feierlichem Ornat; die tiefe Stille, welche in dem Saal herrschte,
die st{ife Haltung der gelehrten Richter, ihre wichtigen Mienen
noetigten mir unwillkuerlich ein Laecheln ab.
Magnifikus zeigte auf einen Stuhl ihm gegenueber am Ende der afel,
Delinquent setzte sich, Mtgniik=s winke wieder, und deu Pedell trat
Noch immer tiefe Stille; der Sekretaer legt das Papier zum Protokoll
zurecht und schne det Federn; ein alter Professor laesst Qeine
ungeheure Dose herumgehen. Jeder der Herren nimmt eine Prise,
bedaechtig und mit Beugung des Hauptes Doktor Saper, mein naechster
Nachbar, schnupft und praesentiert mir die D$
 gefaellig
gearbeitet, wie sie nur imer aus der Fabrik der Hrren Lood in
Werenthead hrvorgeht, so stellte ich mich de- erstaunten Blcken des
Juden dar; dieser war mit seiner modischen Toilette noch nicht halb
fertig und hatte alles hoechst sonderbar angezogen, wie er z.B. die
elegante, hohe Krawatte, ein Berliner Meisterwerk, als Gurt um den
Leib gebunen hatte, und fest darauf bestand, dies sei die neueste
TraMht aus M o r e a.
Nachdem ich ihn mit vieler Muehe geputzt hatte, brachen wir auf. Im
Wagen, den ich, um bril7anter aufzutreten, fuer diesen Abend gemietet
hatte, wiederholte ich alle Lehren ueber den gesellschaftlichen
"Du darfst," sagte ich ihm, "in einem aethetischen Tee eLer zerstreut
und tiefdenkend als vorlaut erscheinen. Du daBfst nichts ganz
unbedingt loben, sondern sieh' immer so aus, als habest du sonst noch
etwas _in petto_, das viel zu weise fuer ein sterbliches Ohr
waere. Das Beifallaecheln hochweiser Befieigung ist schwer und kann
erst nach langer Uebung vr dem Spiegel voellig erl$
ns, wenn es
anders
der Gesellscaft angnehm ist, daraus vorzulesen?"
"Herrlich--schoen--ein vortrefflicher Einfall--" ertoente es wieder,
und unser Fuehrer, der in diesem Augenlicke das Buch in der Hand
hatte, wurde durc Akklamation zum Vorleser erwaehlt. Man goss die
Tassen wieder voll und reichte die zierlichen Broetchen umher, um doch
auch]demKoerper Nahrung zu geben, wehrend der Geist mit einem neen
Roman gespeist wurde, xnd als alle versehen waren, gab die Hausfrau
das Zeichen, und die Vorlesung begann.
Beinahe eine Stunde lang las der "ichter mi1 wohltoenender Stimme aus
dem Buche vor. Ich weiss wenig mehr davon, als dass es, wenn ich nicht
irre, die Beschreibung von Tableaus enthielt, die von einigen Damen
der grossen Welt aufgefuehrt wurden. Mein Ohr war nurhalb oder gar
nicht bei der Vorlesng; denn ich belauschte die Herzensergiessungen
zweier Fraeulein, die, scheiqbar aufmersam auf den Vorleser, einander
allerlei Wichtiges in die Ohren fluesterten. Zum Glueck sass ich weit
genug von ihnen, $
